Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse“: neue Etappe
Bericht zur Sitzung des Arbeitskreises „Gesellschaftsanalyse“ am 16. Oktober 2026 zur neuen Etappe sozialwissenschaftlicher Zeitanalyse
„Künstliche Intelligenz: Moderne Gesellschaften in komplexen und beschleunigten Änderungsprozessen: Was kommt auf uns zu?“
Die Sitzung fand nach einer längeren Unterbrechung wiederum in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung (s.Bild) statt. Die kooperative Zusammenarbeit des Arbeitskreises mit Partnern der RLS zu Zeitanalysen wird an dem Ort weitergeführt. Dafür ist der Stiftung zu danken.
Zur Sitzung war mit einem thematischen Konzeptpapier eingeladen. Teilgenommen haben 16 Interessierte, sowohl aus dem „alten“ Arbeitskreis wie neue. Es gibt weitere Bekundungen zur Teilnahme, und so könnte sich erfreulicherweise ein breites Spektrum von Interessierten aus disziplinär unterschiedlichen Zugängen, Voraussetzungen und Sichtweisen ergeben. Insofern soll auch die bisherige Arbeitsweise fortgesetzt werden.
In der Sitzung nahm Michael Thomas zunächst einen Rückblick auf die zweijährige Phase bisheriger Zeitanalysen wie einige der wichtigen im Sitzungsbericht der Leibniz-Sozietät Band Nr. 168 publizierten Ergebnisse vor. Die Substanz dieser Zeitanalysen erbringt Antworten auf Chancen und vor allem Blockaden gesellschaftlicher Transformation. Die Interpretationen sind kontrovers und konstruktiv. Genau damit liefern sie wesentliche Gründe und sind sie zugleich aufzunehmende Voraussetzungen für das Thema „Künstliche Intelligenz“.
Die inhaltliche Verantwortung für dieses Thema insgesamt hat Hans-Christoph Hobohm übernommen. Bei diesem lag deshalb auch der hauptsächliche Part der Sitzung, die Einsteuerung in den neuen Zyklus. Auf der Basis eines strukturierten und konzentrierten Handouts führte der Referent in die Grundkonzepte der aktuellen Entwicklung „Künstlicher Intelligenz“ ein. Es drehte sich zunächst noch nicht um die gesellschaftlichen Herausforderungen, die diese hervorrufen, sondern um die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses des Wie und Warum der KI. Hans-Christoph Hobohm erläuterte, wie es seit 2017, nach dem sog. „Frankenstein-Moment“, zunehmend dazu kommt, dass die KI „Handlungsfähigkeit“ (agency) entwickelt. In der Diskussion wurde vor allem deutlich, dass die mathematischen Grundlagen der sog. Large Language Modelle wie Stochastik und Vektorrechnung entscheidende epistemologische Konsequenzen haben, die sich auf das menschliche Normen- und Wertesystem auswirken, und dass ein Verständnis dieser technologischen Grundlagen wichtig ist, um weitere Einschätzungen im Sinne des Arbeitskreises „Gesellschaftsanalyse“ entwickeln zu können. Die Mitglieder des Arbeitskreises einigten sich deshalb darauf, in der kommenden Sitzung zunächst das viel beachtete Buch von Rainer Mühlhoff: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus. 13. korr. u. ergänzte Aufl. Stuttgart: Reclam, 2026 zu besprechen.
Hans-Christoph Hobohm / Michael Thomas
Die nächste Zusammenkunft findet am 22. Januar statt. Weitere Erläuterungen zur Sitzung erfolgen vorab. Als weitere Sitzungstermine für 2026 sind festgelegt: 19.3. / 4.6. / 1.10. / 19.11.
Für Fragen, Anmeldungen und Informationen: Thomas.Micha@t-online.de bzw. hc.hobohm@leibnizsozietaet.de








Am 7. Oktober 2026, wenige Tage vor Vollendung seines 94. Lebensjahres, ist Klaus Steinitz in Berlin verstorben. Mit ihm verliert die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. ein prominentes, vielseitig interessiertes und außerordentlich engagiertes Mitglied.


