Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
begründet 1700 als Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften
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22. März 2026

Bericht über das Plenum vom 12. März 2026

Hans-Christoph Hobohm Plenum Neumann.H

Prof. Dr. Hans Neumann (MLS)

Die Leibniz-Sozietät veranstaltete am 12. 03.2026 eine öffentliche Plenarveranstaltung zum Thema „Zwischen Dirigismus und Recht. Zu juristischen Aspekten staatlichen Verwaltungshandelns in Mesopotamien im ausgehenden 3. und frühen 2. Jahrtausend v. Chr.“

Referent hierzu war Prof. Dr. Hans Neumann (MLS), ein international anerkannter Wissenschaftler des Gebietes „Altorientalische Philologie“. Die Veranstaltung fand im Ratssaal des Historischen Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt. Sie wurde zeitgleich per Zoom übertragen.

Zu Beginn begrüßte Dieter Segert, Sekretar der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften, im Auftrag der Präsidentin die Anwesenden und stellte den Vortragenden vor. Hans Neumann studierte 1971 bis 1975 Orientalische Archäologie und Philologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 1975–1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forschungsgruppenleiter am Bereich Alter Orient des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie. 1980 erfolgte seine Promotion. 1992–1993 war er gefördert im Rahmen des „Wissenschaftler-Integrations-Programms“ (WIP) an der FU Berlin tätig, danach 1994–1996 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Altorientalischen Seminar. Nach einem durch die DFG geförderten Habil-Stipendium habilitierte er sich 1998 an der FU. 1998–1999 war er wissenschaftlicher Angestellter am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients (Assyriologie) an der Universität Heidelberg (im Assur-Projekt). Von 1999 bis 2020 wirkte er als Professor (C4) für Altorientalische Philologie und Direktor des Instituts für Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie an der Universität Münster als Hochschullehrer. 2025 wurde er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Der Vortragende erläuterte zuerst den Begriff der „altorientalischen Gesellschaften“ und gab einen kurzen Überblick über frühere Konzepte der Charakterisierung dieser Entwicklungsphase wie „asiatische Produktionsweise“ und „Patrimonialismus“. Dann skizzierte er Zeit und Raum der Gesellschaft und Staatsform, über die im Vortrag die Rede sein würde. Das historische Mesopotamien bezeichne in etwa das Gebiet des heutigen Irak, Nordsyrien, West-Iran. Die Zeitperiode würde als „Ur III“-Zeit bezeichnet, eine Zeitspanne um die Wende vom 3. zum 2. Jahrtausend v.u.Z. Die verwendeten Quellen seien in Keilschrift meist auf Tontafeln geschrieben. Es handele sich um einen Staat, der nach einer Phase des Zerfalls der zentralen Staatlichkeit entstanden sei, wobei die existierenden Stadtstaaten in die zentralisierte Königsherrschaft als Provinzen und deren Herrschende als Statthalter des Königs integriert worden seien. Daneben gab es noch mit dem Königshaus verbundene Militärgouverneure. Zu den Machtinstitutionen des Staates gehörte auch eine Königliche Ratsversammlung. Und es wurde Recht auf Grundlage einer Sammlung von Rechtsvorschriften, dem Kodex Ur-Namma, gesprochen.

Diese Rechtsprechung war dann der Gegenstand einer ausführlichen Erläuterung und auch der nachfolgenden Diskussion. Deren Paragraphen bezogen sich auf wirtschaftliche Prozesse und deren Konflikte, wie Normen von Kauf und Verkauf, Kreditvergabe und Zinshöhe, Mieten sowie vielfältig auf Eherechtstreitigkeiten. Ungeachtet der Rechtsvereinheitlichung des Kodex Ur-Namma wurde das Recht auch unter Berücksichtigung regionaler Sitten durch die Rechtsprechenden angewandt. Diese Richter waren die Provinzgouverneure und der König selbst. Aus den Berichten über Gerichtsverfahren können wir heute viel über die sozialen, wirtschaftlichen Akteure und ihre Beziehungen untereinander erfahren. Solche Akteure waren Verwaltungen, Militäreinheiten, private Handwerker, Kaufleute. Für die Urteilsfindung wurden Zeugen herangezogen. Es gab für bestimmte Vergehen standardisierte Strafen bis hin zur Todesstrafe für besonders schwere Vergehen. Die Verurteilten konnten in Berufung gehen, wobei der oberste Richter, der König, abschließend urteilte.

In der auf den Vortrag folgenden angeregten und ausführlichen Diskussion wurde u.a. nach der Legitimation des Königs und den wirtschaftlichen Grundlagen seiner Macht, nach Preis- und Zinsbildung, nach der Beziehung von Priester- und Königsmacht, nach den Ursprüngen der Schriftsprache gefragt.

7. März 2026

Ehrendoktorwürde für unser Mitglied Werner Ebeling

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen Ebeling.W

Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Ebeling, MLS (2022) (Foto: Dietmar Linke)

Am 20. Februar 2026 hat der Akademische Rat desYukhnovskii Institute for Condensed Matter Physics (Institut für Festkörperphysik) der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine Professor Dr. Werner Ebeling die Würde eines Doctor Honoris Causa verliehen.

Mit dieser Auszeichnung würdigt das Institut die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von Professor Ebeling auf dem Gebiet der Entwicklung der mikroskopischen Theorie von Vielteilchensystemen mit Coulomb-Wechselwirkung. Ebenso wird sein langjähriges und intensives Engagement in vielfältigen Formen der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit dem Institut hervorgehoben.

Die Forschung von Professor Ebeling genießt weltweit hohe Anerkennung und hat maßgeblich zur internationalen Weiterentwicklung der theoretischen Physik beigetragen. Seine Arbeiten sind nicht nur für die Grundlagenforschung von großer Bedeutung, sondern prägen auch die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit auf diesem Gebiet.

Professor Ebeling wurde eingeladen, die Ehrung im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Lwiw entgegenzunehmen und eine Ehrenvorlesung zu halten. Sollte eine persönliche Teilnahme nicht möglich sein, wird die Vorlesung online während einer Sitzung des Akademischen Rates stattfinden.

Wir gratulieren Professor Ebeling herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

7. März 2026

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied, den Chemiker Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert W. Roesky, der am 5. Dezember 2025 verstorben ist

Hans-Christoph Hobohm Nekrologe Roesky.H-W

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert W. Roesky, MLS (1935-2025) (Foto: privat)

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herbert W. Roesky wurde am November 1935 in Laukischken (Ostpreußen) geboren. Über Jahrzehnte prägte er die anorganische und metallorganische Chemie in Deutschland und weltweit. 1963 promovierte er bei Oskar Glemser an der Georg-August-Universität Göttingen über Fluorierungsreaktionen unter hohem Druck. Nach einem Postdoc-Aufenthalt bei DuPont in den USA habilitierte er sich 1967 in Göttingen. 1971 wurde er zum Professor für Anorganische Chemie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main berufen. Von 1973 bis 1976 war er Direktor des dortigen Instituts für Anorganische Chemie. 1980 kehrte er an das Institut für Anorganische Chemie an die Universität Göttingen zurück. Von 1985 bis 1987 war er Dekan des Fachbereichs Chemie. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2004 wirkte er an der Universität Göttingen. WEITER

5. März 2026

AK Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung beim Forum 1848

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Vormärz und 48er Revolutionsforschung Fuchs.D, Hachtmann.R, Hofmann.J

Blick vom Auditorium zum Podium
Foto: forum 1848 am Friedhof der Märzgefallenen

Lesung und Diskussion beim Forum 1848

Der Arbeitskreis Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften e.V. war am 25. Februar 2026 Gast beim Forum 1848 am Friedhof der Märzgefallenen. Der Trägerverein Paul Singer e. V. hatte Vertreter des Arbeitskreises sowie die interessierte Öffentlichkeit in die Alte Feuerwache in Berlin-Friedrichshain eingeladen. Die Herausgeber Rüdiger Hachtmann und Jürgen Hofmann (beide MLS) sowie die Autorin Daniela Fuchs gewährten dem interessierten Publikum einen Einblick in die konzeptionellen Grundsätze und in die Arbeit an den biografischen Forschungen des Bandes 7 der Reihe „Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution 1848/49“. Neben Informationen zum Arbeitskreis und zur Geschichte der Buchreihe, wurden die im Band 7 vertretenen Biografien vorgestellt sowie Leseproben aus ausgewählten Texten vorgetragen.

WEITER

28. Februar 2026

Bericht vom Februar-Plenum

Hans-Christoph Hobohm Plenum Haßler.G, Krauß.R

Prof. Dr. Raiko Krauß (MLS) während seines Vortrags auf dem Plenum der Leibniz-Sozietät am 12.2.2026 (Foto: Gerhard Pfaff)

Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Raiko Krauß „Der ambivalente Umgang mit historisch gewachsenen anthropologischen Sammlungen in Zeiten der post-kolonialen Debatte“ 

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltete ihre öffentliche Februar-Plenarveranstaltung am 12.02.2026 zum Thema „Der ambivalente Umgang mit historisch gewachsenen anthropologischen Sammlungen in Zeiten der post-kolonialen Debatte“.

Referent hierzu war Prof. Dr. Raiko Krauß (MLS), einer der prominentesten Vertreter des Gebietes Prähistorische Archäologie. Die Veranstaltung fand im Ratssaal des Historischen Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt. Sie wurde zeitgleich per Zoom übertragen. WEITER

Grafiken
28. Februar 2026

Bericht zur Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät am 12. Februar 2026

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen, Klassen, Naturwissenschaften und Technikwissenschaften Bernhardt.K-H, Dethloff.K, Hager.N, Hellmuth.O, Pfaff.G, Spänkuch.D

Am 12.2.2026 fand die Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin als öffentliche Veranstaltung im Ratssaal des Historischen Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt (parallel Übertragung per Zoom). Mit der Sitzung ehrte die Klasse ihre Mitglieder Karl-Heinz Bernhardt und Dietrich Spänkuch zum 90. Geburtstag. Der Fachvortrag mit dem Titel:

Ursachen und Unsicherheiten des Klimawandels – Die letzten 90 Jahre

wurde von Klaus Dethloff (MLS) gehalten.

Einleitend begrüßte der Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften, Gerhard Pfaff, die Teilnehmenden im Rathaus Berlin-Friedrichshagen sowie die per Zoom zugeschalteten Kolleginnen, Kollegen und Gäste. Er würdigte dabei das Lebenswerk und den unermüdlichen Einsatz der beiden zu ehrenden Kollegen Karl-Heinz Bernhardt und Dietrich Spänkuch für die Leibniz-Sozietät. Der Einleitung und Begrüßung schloss sich der Vortrag von Klaus Dethloff an. WEITER

Startbild der Aufzeichnung
14. Februar 2026

Aufzeichnung des Ehrenkolloquiums für Hermann Klenner

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen Klenner.H, Rößler.Ch, Stoljarow.A

Dank der Initiative von Christiane Rößler und Alexej Stoljarow (Aufnahme, Schnitt) gibt es nun eine wunderbare Aufzeichnung des gesamten Kolloquiums zu Ehren von Hermann Klenners 100sten Geburtstag am 29. Januar 2026 im Alten Rathaus in Friedrichshagen.

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Akteure-eines-Umbruchs-Band-7-FdM-Trafo-VerlagPaul-Singer-Verein-1024x682
8. Februar 2026

Lesung auf dem „Friedhof der Märzgefallenen“

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Vormärz und 48er Revolutionsforschung Hachtmann.R, Hofmann.J

Lesung & Diskussion des Buches Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution von 1848/49, Band 7

Prof. Dr. Jürgen Hofmann (MLS) & Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann (MLS), Herausgeber des Bandes 7 der Reihe „Akteure eines Umbruchs“, stellen im Rahmen einer Veranstaltung des Friedhofs der Märzgefallenen am 25. Februar 2026 den vor einem Jahr erschienen neuen Band der Biografien von Männern und Frauen der Revolution von 1848/49 vor.

Die Revolution von 1848/49 war ein Umbruch, der von Menschen getragen wurde, deren Namen oft in Vergessenheit geraten sind. Die seit 2003 erscheinende Biografienreihe „Akteure eines Umbruchs“ stellt diese Männer und Frauen ins Zentrum.

Der neue Band versammelt neun Biografien aus unterschiedlichen sozialen und politischen Kontexten: unter anderem über Karol Libelt, den polnischen Wissenschaftler und Freiheitskämpfer; Erzherzog Johann von Österreich, die Schriftsteller:innen Marie Pinder und Emilie von Hallberg, den Dichter Eduard Kauffer, den Schüler Hugo Wolf, sowie den Politiker Joseph Fickler.
Die Herausgeber lesen zentrale Passagen aus dem Band und wir diskutieren, wie sich an den Biografien dieser Menschen die Hoffnungen, Konflikte und Brüche des Revolutionsjahres 1848 ablesen lassen – und warum viele dieser Lebensgeschichten bis heute nachwirken.

Ort: Alte Feuerwache – Kulturhaus Friedrichshain, Marchlewskistraße 6, 10243 Berlin

Teilnahme kostenlos

Link zur Veranstaltung, Link zur Website des Friedhofs der Märzgefallenen

5-Rohstoffkolloquium-Gemini
5. Februar 2026

Einladung zum fünften Rohstoffkolloquium

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften, Mitteilungen Greiling.R-O, Hasenstab-Riedel.S, Hilgers.Ch, Jeremias.E-P, Mertzsch.N, Methling.W, Müller.A, Pfaff.G

 5. Rohstoffkolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin

Am 18. März 2026, 10:00 Uhr in Berlin (CEDIO Konferenzzentrum; Storkower Bogen; https://www.storkower-bogen.de/tagen-feiern) Das Kolloquium kann auch online verfolgt werden via Zoom: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61753277277?pwd=AqRjA86ISfR7EXCnaaCjDtH6UsYOBI.1 – Meeting-ID: 617 5327 7277

Thema: Rohstoffe und Energiebereitstellung: Innovative Ansätze und Strategien für eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung

Die Reihe der Rohstoffkolloquien des Arbeitskreises GeoMUWA der Leibniz-Sozietät (https://leibnizsozietaet.de/category/arbeitskreise-2/ak-geomuwa/) behandelte bisher verschiedene Aspekte natürlicher Rohstoff- und Energieressourcen, z.B.

  • Kritische Rohstoffe, Gewinnung bis Entsorgung: Die Geowissenschaften als Problemlöser
  • Auswirkungen wachsender geo- und klimapolitischer Herausforderungen auf die Rohstoffversorgung Deutschlands und Europas
  • Kritische Rohstoffe – große Bedeutung und geringes öffentliches Bewusstsein
  • Das neue europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen – The Critical Raw Materials Act: Herausforderungen und Maßnahmen

Das 5. Rohstoffkolloquium thematisiert die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Rohstoffbereitstellung für die Energieversorgung, die nach innovativen Lösungen verlangen, um eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung zu gewährleisten. Dieses Kolloquium widmet sich der Analyse aktueller Strategien und der Entwicklung neuer Konzepte zur effektiven Erkundung und Nutzung von Energierohstoffen sowie von Rohstoffen, die für die Herstellung energieproduzierender Systeme erforderlich sind. Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik sind eingeladen, ihre Perspektiven zu teilen und neue Lösungswege aufzuzeigen.

Ziel des Kolloquiums ist es, eine interdisziplinäre Plattform für den Austausch von Ideen und die Förderung kooperativer Projekte zu schaffen, die Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren unterstützen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Energierohstoffe und Energieerzeugung gerecht werden. Zum Programm: WEITER

2. Februar 2026

Geschäftssitzung und Tätigkeitsbericht mit Publikationsliste

Gerda Hassler Mitteilungen Geschäftssitzung, Publikationen der Mitglieder, Tätigkeitsbericht

Am 29. Januar 2025 fand 14.00 bis 16.30 die Jahresgeschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. mit folgender Tagesordnung statt:

  1. Bestätigung der Tagesordnung
  2. Bestimmung der Protokollanten und der Kassenprüfer
  3. Bericht des Präsidium
    1.   Teil: Wissenschaftliche und wissenschaftsorganisatorische Arbeit 2025
    2.   Teil: Finanzbericht 2025 und Finanzplanung 2026
  1. Bericht der Kassenprüfer
  2. Diskussion und Beschlussfassung über die Arbeit im Jahr 2025 sowie den  Finanzplan 2026
  3. Wahl der Wahlkommission zur Wahl des Schatzmeisters der Leibniz Sozietät
  4. Durchführung der Abstimmung zur Wahl des Schatzmeisters
  5. Bekanntgabe des Wahlergebnisses
  6. Sonstiges

Hier finden Sie den Tätigkeitsbericht 2025 des Präsidiums  und den

Anhang: Publikationen der Mitglieder der Leibniz-Sozietät im Jahr 2025

31. Januar 2026

Bericht über das Ehrenkolloquium für unser Gründungsmitglied Hermann Klenner

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen, Jubiläen Haßler.G, Klenner.H, Klinkmann.H, Schöneburg.V, Segert.D

Hermann Klenner bei seiner Erwiderung anlässlich der Ehrung zu seinem 100. Geburtstag

Hermann Klenner trat am Ende des nach allgemeiner Meinung der Anwesenden sehr gelungenen Ehrenkolloquiums an das Mikrofon und dankte konzentriert und ohne Textvorlage in freier Rede für die Veranstaltung, er sei „nicht gerührt, denn das sei ja ein Gefühl und Wissenschaftler müssen denken“. Dass er das sein ganzes Leben lang erfolgreich getan hat, davon zeugen seine vielfältigen Publikationen, etwa sein 2015 erschienenes Buch „Kritik am Recht. Aktualisierende Rechtsphilosophie“. Bis heute hat er 1400 Publikationen publiziert.

In ihrem Grußwort würdigte die Präsidentin der Leibniz-Sozietät Gerda Haßler Hermann Klenner anlässlich seines hundertsten Geburtstags als außergewöhnliche moralische und intellektuelle Instanz. Sein Leben über drei Gesellschaftssysteme hinweg zeugt von Unbeugsamkeit, Integrität und der Verbindung von Rechtsdenken und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Leibniz-Sozietät verdankt ihm entscheidende Impulse, fachliche Orientierung und menschliche Ermutigung. Hermann Klenner bleibt bis ins hohe Alter wissenschaftlich produktiv, wie seine jüngsten Veröffentlichungen eindrucksvoll zeigen. Sein Denken steht für Freiheit, Verantwortung und intellektuelle Redlichkeit. Mit der Verleihung der Ehrenurkunde der Leibniz-Sozietät im Anschluss an das Grußwort wurde sein Lebenswerk, das verpflichtet und inspiriert, geehrt. WEITER

30. Januar 2026

Prof. Dr. Michael Rodi als Schatzmeister gewählt

Gerda Hassler Mitteilungen

Prof. Dr. Michael Rodi, MLS
(Photo: Jule Halsinger)

Auf der Geschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. wurde am 29. Januar 2026 Prof. Dr. Michael Rodi als Schatzmeister gewählt.

Michael Rodi war bis 2021 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanzrecht, Umwelt- und Energierecht der Universität Greifswald, wo er gegenwärtig als Sprecher des Clusters „Energie“ am Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum forscht und lehrt. 2009 gründete er das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität mit Sitz in Berlin und Greifswald, ein angewandtes Forschungs- und Beratungsinstitut zu Schlüsselfragen einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Im Oktober 2021 erhielt Rodi von der Universität Greifswald den „Greifswald Research Award“. Rodi ist ein Brückenbauer zwischen der universitären Grundlagenforschung und der angewandten Politikberatung.

Michael Rodi hat von 1977 bis 1987 Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Konstanz, Paris und München studiert und war danach in München wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Universität München. 1992 promovierte er dort zum Dr. jur.. Sechs Jahre später folgte die Habilitation in den Fächern Öffentliches Recht, Steuerrecht und Europarecht in München. 1999 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl in Greifswald und verblieb bis zu seiner Emeritierung.

Michael Rodi ist geschäftsführender und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität und leitet dort auch die IKEM-Forschungsakademie. Er ist vor allem ein Experte für Klimarecht. Weitere Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen nachhaltige Energiewirtschaft und Verkehrswesen sowie in Grundlagenfragen der Steuer- und Subventionsrechtsordnungen. Neben verschiedenen Gutachten für die Europäische Kommission beriet er von 2007 bis 2009 die vietnamesische Regierung bei der Durchführung einer ökologischen Steuerreform. 2004 wurde er in den wissenschaftlichen Beirat des Internationalen Instituts für Staatsrecht in Porto Allegre (Brasilien) aufgenommen und 2006 zum Ehrenmitglied des Brasilianischen Steuerinstituts ernannt. Seit 2025 ist er Präsident der neu gegründeten European Association of Climate Law (EACL).

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