Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
begründet 1700 als Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften
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2. Februar 2026

Geschäftssitzung und Tätigkeitsbericht mit Publikationsliste

Gerda Hassler Mitteilungen Geschäftssitzung, Publikationen der Mitglieder, Tätigkeitsbericht

Am 29. Januar 2025 fand 14.00 bis 16.30 die Jahresgeschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. mit folgender Tagesordnung statt:

  1. Bestätigung der Tagesordnung
  2. Bestimmung der Protokollanten und der Kassenprüfer
  3. Bericht des Präsidium
    1.   Teil: Wissenschaftliche und wissenschaftsorganisatorische Arbeit 2025
    2.   Teil: Finanzbericht 2025 und Finanzplanung 2026
  1. Bericht der Kassenprüfer
  2. Diskussion und Beschlussfassung über die Arbeit im Jahr 2025 sowie den  Finanzplan 2026
  3. Wahl der Wahlkommission zur Wahl des Schatzmeisters der Leibniz Sozietät
  4. Durchführung der Abstimmung zur Wahl des Schatzmeisters
  5. Bekanntgabe des Wahlergebnisses
  6. Sonstiges

Hier finden Sie den Tätigkeitsbericht 2025 des Präsidiums  und den

Anhang: Publikationen der Mitglieder der Leibniz-Sozietät im Jahr 2025

31. Januar 2026

Bericht über das Ehrenkolloquium für unser Gründungsmitglied Hermann Klenner

Hans-Christoph Hobohm Ehrungen, Jubiläen Haßler.G, Klenner.H, Klinkmann.H, Schöneburg.V, Segert.D

Hermann Klenner bei seiner Erwiderung anlässlich der Ehrung zu seinem 100. Geburtstag

Hermann Klenner trat am Ende des nach allgemeiner Meinung der Anwesenden sehr gelungenen Ehrenkolloquiums an das Mikrofon und dankte konzentriert und ohne Textvorlage in freier Rede für die Veranstaltung, er sei „nicht gerührt, denn das sei ja ein Gefühl und Wissenschaftler müssen denken“. Dass er das sein ganzes Leben lang erfolgreich getan hat, davon zeugen seine vielfältigen Publikationen, etwa sein 2015 erschienenes Buch „Kritik am Recht. Aktualisierende Rechtsphilosophie“. Bis heute hat er 1400 Publikationen publiziert.

In ihrem Grußwort würdigte die Präsidentin der Leibniz-Sozietät Gerda Haßler Hermann Klenner anlässlich seines hundertsten Geburtstags als außergewöhnliche moralische und intellektuelle Instanz. Sein Leben über drei Gesellschaftssysteme hinweg zeugt von Unbeugsamkeit, Integrität und der Verbindung von Rechtsdenken und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Leibniz-Sozietät verdankt ihm entscheidende Impulse, fachliche Orientierung und menschliche Ermutigung. Hermann Klenner bleibt bis ins hohe Alter wissenschaftlich produktiv, wie seine jüngsten Veröffentlichungen eindrucksvoll zeigen. Sein Denken steht für Freiheit, Verantwortung und intellektuelle Redlichkeit. Mit der Verleihung der Ehrenurkunde der Leibniz-Sozietät im Anschluss an das Grußwort wurde sein Lebenswerk, das verpflichtet und inspiriert, geehrt.

Nach der gelungenen Würdigung der Person des 100-jährigen Jubilars durch die Präsidentin folgte ein durch Volkmar Schöneburg erarbeiteter Vortrag. Er hatte den Titel „Der Rechtsstaat – ein Mythos? Oder: Was lässt die Politik vom rechtsstaatlichen Strafrecht übrig?“ und stellte sowohl eine Würdigung des Lebenswegs von Hermann Klenner dar als auch die Behandlung eines aktuellen Themas, des Verhältnisses von Politik und Recht. Aus gesundheitlichen Gründen wurde der Text durch Dieter Segert vorgelesen, der anfangs betonte, wie wichtig für ihn in seiner wissenschaftlichen Entwicklung die Kenntnisnahme rechtswissenschaftlicher und sozialphilosophischer Texte von Hermann Klenner und die Kooperation mit Rechtswissenschaftlern in der DDR wie etwa mit Uwe-Jens Heuer und Rosemarie Will war, wobei er dabei auch mit Autoren des Textes persönlich bekannt wurde.

Hermann Klenner hat, wie die Präsidentin anfangs ihrer Würdigung beschrieb, in drei Gesellschaftssystemen gelebt. Er hat sich als Wissenschaftler in der DDR, im schwierigen Prozess der deutschen Einheit und in der Bundesrepublik Verdienste erworben. Dabei stammten die Beulen auf seinem Helm in der DDR, wie es in dem bekannten Witz treffend formuliert wurde, von seinen eigenen Genossen. In der Bundesrepublik stammten die Zumutungen dann von anderen und deren Vorurteilen, beschrieben durch Schöneburg in der Schilderung des Auftretens Hermann Klenners als Zeuge vor einer Enquetekommission des Bundestages zur „Aufarbeitung“ der DDR-Geschichte.

Schöneburgs Vortrag ging auf wichtige Stationen der wissenschaftlichen Entwicklung und menschlichen Bewährung ein, sein Studium der Rechtswissenschaft in Halle und seine Mitwirkung an den ersten Lehrplänen für rechtswissenschaftliche Studiengänge in der DDR in den frühen 1950er Jahren, seine Tätigkeit als Dozent und Professor an der Humboldt-Universität, seine Arbeit an der Akademie der Wissenschaften, überwiegend auf dem Gebiet der Rechtsphilosophie, sein Engagement bei der Transformation der AdW 1990-91, also seinen Kampf gegen deren Abwicklung an der Seite ihres ersten gewählten Präsidenten Horst Klinkmann. Horst Klinkmann vermochte diese gemeinsame Anstrengung in seinem Beitrag zur Würdigung des Jubilars in einprägsame Worte zu fassen. Beide beschritten gemeinsam am Ende der DDR Neuland, gerufen von den Kollegen, nicht aus eigenem Antrieb, aber dann doch sehr aktiv. Verhindern konnten sie die Abwicklung der AdW nicht. Klenner verwies jedoch in seinem Schlusswort darauf, dass diese Niederlage ihn in seinen Überzeugungen davon, was gesellschaftlich notwendig und wissenschaftlich geboten ist, nur bestärkt habe. Ein Ausdruck dessen war, dass er gemeinsam mit anderen Kollegen 1993 die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin gründete.

Der wissenschaftliche Gegenstand des Vortrags von Volkmar Schöneburg, der seit 1996 gewähltes Mitglied unserer Sozietät ist, war das rechtsstaatliche Strafrecht, das in der europäischen Aufklärung in der Auseinandersetzung mit der vorher herrschenden Willkür und Gewalt bei der Bestrafung von Tätern entstanden ist. Es war auch eine Abkehr von der Gesinnungsjustiz, also der Bestrafung von den Herrschenden nicht gefallenden Überzeugungen. Dessen Substanz wurde umfassend erläutert: Es basiert auf der Achtung auch der Rechte des Beschuldigten, etwa der Unschuldsvermutung bis zum Urteil, dem Recht auf einen Anwalt, die Angemessenheit von Tat und Strafe. Das Rückwirkungsverbot, also das Gebot, nur das zu bestrafen, was durch geltendes Recht vor der Tat bereits verboten war, hat hier ebenso seinen Platz wie die genaue Abwägung, welches soziale Verhalten eigentlich strafbar ist. Das Strafrecht darf nicht nur Mittel, es muss vor allem Maß der Politik sein. Im Strafrecht ist das zu übersetzen in die Aussage: Die strafende Staatsmacht trifft auf die Gegenmacht des rechtsstaatlichen Strafrechts. Dass dies eine Idealvorstellung und keineswegs garantierte Realität ist, wurde umfangreich am Verhältnis von Politik und Strafrecht in der bundesdeutschen Gegenwart erläutert. Schöneburg kritisierte den beobachtbaren Übergang von einer „post-crime logic“ zu einer „pre-crime logic“. Die möglichen Straftaten in der Zukunft interessierten mehr als die tatsächlich begangenen. Jene auch als „Gefahrenabwehr-Konzept“ zu bezeichnende Tendenz würde gerade das gefährden, was sie zu schützen behauptete, die Freiheitsrechte der Bürger. Mit Rudolf von Jherings Worten wird Klenners Lebensmaxime am Ende zitiert: „Es gibt keine Selbstverwirklichung von Recht und Gerechtigkeit. […] Wer die von Oben betriebene Rechtsentwicklung nicht durch eine Rechtsentwicklung von Unten zu konterkarieren und daher für seine eigenen Rechte zu kämpfen bereit ist, der wird seiner Pflicht weder gegen sich selbst noch gegenüber der Gesellschaft gerecht.“

Die Veranstaltung, die sehr gut besucht war, im Saal und an den Computern zu Hause, wurde von den anwesenden Mitgliedern der Sozietät und Gästen als erinnerungswürdig bewertet. Dazu trug auch bei, dass Hermann Klenner gewissermaßen zweimal vertreten war, in Person und als Portraitbüste. Die Künstlerin Christiane Rössler hat zwischen 2009 und 2019 22 Köpfe von Künstlern und Wissenschaftlern geschaffen und die Büste von Hermann Klenner mitgebracht. Sie hielt über ihren Schaffensprozess eine schöne Rede auf der Veranstaltung. Ein Buch über dieses Köpfe-Werk ist mit Unterstützung der Leibniz-Sozietät veröffentlicht worden.

Der Vormittag glitt dann hinüber in einem Empfang im Ratskeller, wo sich die Teilnehmenden mit dem Jubilar und seiner Lebenspartnerin Roswitha März sowie untereinander bei Sekt, Brezeln und leckeren Süßigkeiten austauschten.

Dieter Segert

Ein paar Fotoimpressionen aus der Veranstaltung:

Blick in den Raum, in der ersten Reihe von rechts nach links Hermann Klenner, Roswitha März, Horst Klinkmann
Übergabe der Ehrenurkunde
Horst Klinkmann während seiner würdigenden Worte
Die Künstlerin Christiane Rößler und die von ihr angefertigte Büste von Hermann Klenner
Gruppenbild der Beteiligten
Volkmar Schöneburg (2. von links) beim Sektempfang im Gespräch
30. Januar 2026

Prof. Dr. Michael Rodi als Schatzmeister gewählt

Gerda Hassler Mitteilungen

Prof. Dr. Michael Rodi, MLS
(Photo: Jule Halsinger)

Auf der Geschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. wurde am 29. Januar 2026 Prof. Dr. Michael Rodi als Schatzmeister gewählt.

Michael Rodi war bis 2021 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanzrecht, Umwelt- und Energierecht der Universität Greifswald, wo er gegenwärtig als Sprecher des Clusters „Energie“ am Interdisziplinären Forschungszentrum Ostseeraum forscht und lehrt. 2009 gründete er das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität mit Sitz in Berlin und Greifswald, ein angewandtes Forschungs- und Beratungsinstitut zu Schlüsselfragen einer zukunftsfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Im Oktober 2021 erhielt Rodi von der Universität Greifswald den „Greifswald Research Award“. Rodi ist ein Brückenbauer zwischen der universitären Grundlagenforschung und der angewandten Politikberatung.

Michael Rodi hat von 1977 bis 1987 Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Konstanz, Paris und München studiert und war danach in München wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Universität München. 1992 promovierte er dort zum Dr. jur.. Sechs Jahre später folgte die Habilitation in den Fächern Öffentliches Recht, Steuerrecht und Europarecht in München. 1999 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl in Greifswald und verblieb bis zu seiner Emeritierung.

Michael Rodi ist geschäftsführender und wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität und leitet dort auch die IKEM-Forschungsakademie. Er ist vor allem ein Experte für Klimarecht. Weitere Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen nachhaltige Energiewirtschaft und Verkehrswesen sowie in Grundlagenfragen der Steuer- und Subventionsrechtsordnungen. Neben verschiedenen Gutachten für die Europäische Kommission beriet er von 2007 bis 2009 die vietnamesische Regierung bei der Durchführung einer ökologischen Steuerreform. 2004 wurde er in den wissenschaftlichen Beirat des Internationalen Instituts für Staatsrecht in Porto Allegre (Brasilien) aufgenommen und 2006 zum Ehrenmitglied des Brasilianischen Steuerinstituts ernannt. Seit 2025 ist er Präsident der neu gegründeten European Association of Climate Law (EACL).

21. Januar 2026

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied, den Physiker Prof. Dr. Armin Uhlmann, der am 11. Januar 2026 in Leipzig verstorben ist

Hans-Christoph Hobohm Nekrologe Uhlmann.A

Prof. Dr. Armin Uhlmann (MLS), 1930-2026
(Foto: Privatbesitz)

Prof. Dr. Armin Uhlmann wurde am 19. Februar 1930 in Chemnitz geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1949 bis 1954 Mathematik und Physik an der Universität Leipzig. Anschließend wurde er 1957 mit einer Arbeit über Normierte Divisorfunktionen am Mathematischen Institut der Universität Leipzig bei Erich Kähler promoviert. 1960 folgte die Habilitation in theoretischer Physik mit der Schrift „Über den Begriff der Energie bei gekrümmter Raum-Zeit-Mannigfaltigkeit“. Von 1958 bis 1960 absolvierte er eine Assistentenzeit an der Universität Jena, bevor er anschließend bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1995 an der Universität Leipzig tätig war. Dort wirkte er seit 1962 als Professor für theoretische Physik und hatte im Laufe der Jahre verschiedene Leitungsfunktionen inne. Unter anderem war er von 1970 bis 1973 Direktor der Sektion Physik. Am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna war er von 1965 bis 1967 Gastprofessor. Von 1973 bis 1975 leitete er dort den Forschungsbereich „Axiomatische Quantenfeldtheorie“.

1970 wurde Armin Uhlmann korrespondierendes und 1972 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) bzw. der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW). Für seine Arbeiten zur Axiomatik und zur algebraischen Behandlung quantentheoretischer Probleme erhielt er 1973 den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik. 1981 wurde Armin Uhlmann ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1993 war er Mitglied der Leibniz-Sozietät und gehörte damit zu den Gründungsmitgliedern unserer Gelehrtengesellschaft.

Armin Uhlmann war einer der wichtigsten Vertreter der mathematischen und theoretischen Physik der DDR. Seine national und international stark beachteten Arbeiten und Veröffentlichungen beschäftigten sich mit den Grundlagen der Quantentheorie, der Quantenfeldfeldtheorie, der Elementarteilchenphysik und der statistischen Mechanik. In zahlreichen Publikationen in Fachzeitschriften und Büchern teilte er die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit mit Kolleginnen und Kollegen seines Fachgebietes sowie mit Studierenden. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen die Fachbücher „Dissipative motion in state spaces“ (mit P. M. Alberti, Teubner, Leipzig, 1981), „Stochasticity and partial order: double stochastic maps and unitary mixing“ (mit P. M. Alberti, Deutscher Verlag der Wiss., Berlin, 1981) und „Die Grammatik der Quantenwelt: Quantenphysik – Zufall – Zustandsraum“ (Edition am Gutenbergplatz, Leipzig, 2017).

Mit Armin Uhlmann verliert unsere Gelehrtengesellschaft einen geschätzten Kollegen, der vor allem auf den Gebieten Quantentheorie und mathematische Physik bedeutende wissenschaftliche Beiträge geleistet hat. Wir werden Armin Uhlmann ein ehrendes Andenken bewahren.

Gerhard Pfaff

13. Januar 2026

Prof. Dr. Michael Hupfer (MLS) ist seit 1.1.2026 neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL)

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder Hupfer.M

Prof. Dr. Michael Hupfer, MLS (Foto: IGB)

Mit Beginn diesen Jahres ist Michael Hupfer neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL). Die DGL ist eine der wichtigsten nationalen Fachgesellschaften für die Forschung an Binnengewässern sowie an der Schnittstelle zur Wasserwirtschaft.

Michael Hupfer ist Forschungsgruppenleiter*in
Forschungsgruppe Biogeochemische Prozesse in Sedimenten und Seenrestaurierung am IGB (Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Standort Müggelsee). Als Präsident der DGL betont er in einem Interview wie wichtig das Thema Wasser in Zukunft sein wird:

Wasserbezogene Katastrophen nehmen zu, ebenso wie stoffliche Belastungen und die Fremdnutzung von Wasserressourcen. In unserer Region haben wir besonders wenig Niederschlag. Vieles ist seit langem bekannt, findet aber trotzdem oft keinen angemessenen Widerhall in Management und Politik. Das kann frustrierend sein. Was meiner Erfahrung nach hilft, ist sich zu positionieren und für eine Sache beharrlich zu werben. Man sollte nicht gleich aufgeben, sondern argumentieren, Vertrauen aufbauen und Fachleute in den Behörden unterstützen. Das kostet Wissenschaftler*innen Zeit und ein Engagement, die im geltenden wissenschaftlichen System nicht sichtbar sind und nicht belohnt werden. (Quelle: IGB)

Die Leibniz-Sozietät wünscht ihrem Mitglied viel Erfolg für die neue Aufgabe!

Klenner-cropped
5. Januar 2026

Wir gratulieren unserem Mitglied Prof. Dr. Hermann Klenner zum 100. Geburtstag!

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Personalia

Sehr geehrter, lieber Herr Kollege Klenner,

zu Ihrem 100. Geburtstag übermittelt Ihnen die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin ihre herzlichsten Glückwünsche. Hundert Jahre – das ist eine Lebensspanne, die nicht nur Respekt einfordert, sondern in Ihrem Fall auch Staunen hervorruft: Staunen darüber, wie ungebrochen klar, wie unerschrocken präzise und wie geistreich pointiert Sie bis heute in die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten eingreifen.

Sie haben das seltene Talent, philosophische Schärfe mit juristischer Genauigkeit zu verbinden – und beides mit einer humanistischen Haltung, die nie modisch, sondern immer notwendig war. Ihre Arbeiten zur Rechtsphilosophie, zur Geschichte der Menschenrechte und zur Dialektik des Rechts gehören längst zum festen Bestand des kritischen Denkens in Deutschland und weit darüber hinaus. Generationen von Forschenden haben an Ihren Texten gelernt, dass intellektuelle Redlichkeit und argumentative Eleganz keine Gegensätze sind.

Für die Leibniz-Sozietät waren und sind Sie weit mehr als ein Mitglied: Sie sind ein Orientierungspunkt. Ein Gelehrter, der zeigt, dass wissenschaftliche Autorität nicht aus Lautstärke entsteht, sondern aus Haltung. Und ein Kollege, der mit feinem Humor und unbestechlicher Urteilskraft immer wieder Maßstäbe gesetzt hat.

Zu Ihrem 100. Geburtstag danken wir Ihnen für Ihr Lebenswerk, für Ihre unbeirrbare Stimme und für die inspirierende Klarheit, mit der Sie uns bis heute begleiten. Möge dieser Tag Ihnen Freude bereiten – und möge Ihr Denken weiterhin wirken, wie es das seit Jahrzehnten tut: anregend, herausfordernd und befreiend.

Mit größter Hochachtung und herzlichen Grüßen
Gerda Haßler

31. Dezember 2025

Neue Publikation unseres Mitglieds Johannes W. Dietrich

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Dietrich. J-W

Hoermann, Rudolf/Dietrich, Johannes W. (Hrsg.) (2025): Hypothyroidism – A Paradigm Shift. Singapur, Springer Singapore. XXIII, 178 Seiten. 25 Abb. – Hardcover ISBN: 978-981-96-3681-5 (EUR 149,79), Softcover ISBN: 978-981-96-3684-6, eBook ISBN: 978-981-96-3682-2 (EUR 117,69). DOI: 10.1007/978-981-96-3682-2.

Dieses Werk bietet eine umfassende Darstellung der Regulation der Hypothalamus‑Hypophysen‑Schilddrüsen‑Achse und der Homöostase des Schilddrüsensystems. Es entwickelt einen konzeptionellen Rahmen, der neue Perspektiven auf die Diagnose und Behandlung der Hypothyreose eröffnet und zugleich bestehende therapeutische Ansätze kritisch hinterfragt. Besonderes Augenmerk gilt Patientinnen und Patienten, die trotz etablierter Levothyroxin‑Therapie weiterhin Symptome zeigen. Diese bislang wenig verstandene Konstellation, die in der Literatur als Syndrom T oder SORSHOT bezeichnet wird, erfährt aktuell ein zunehmendes wissenschaftliches Interesse.

Die einzelnen Kapitel führen systematisch in die Grundlagen und klinischen Aspekte der Hypothyreose ein – von Definition und Pathophysiologie über typische klinische Präsentationen bis hin zu Mechanismen der endokrinen Regulation. Thematische Schwerpunkte liegen unter anderem auf dem Jodstoffwechsel, der Schilddrüsenhormonsignalisierung sowie den komplexen Rückkopplungsprozessen innerhalb der Hypothalamus‑Hypophysen‑Schilddrüsen‑Achse. Beiträge ausgewiesener Fachautorinnen und ‑autoren zeigen, wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in diagnostische und therapeutische Überlegungen einfließen können und welche Faktoren erklären, warum manche Betroffene auf Standardbehandlungen unzureichend ansprechen.

Das Buch richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner, Forschende und klinisch tätige Fachkräfte mit Interesse an Schilddrüsenerkrankungen. Es eignet sich ebenso für Allgemeinmediziner sowie für informierte Patientinnen und Patienten, die ein vertieftes Verständnis der Erkrankung anstreben. Für angehende Endokrinologinnen und Endokrinologen bietet es eine fundierte Einführung, die sowohl curricularen Anforderungen entspricht als auch aktuelle Entwicklungen der Schilddrüsenforschung berücksichtigt. Insgesamt stellt das Werk eine differenzierte Ressource für alle dar, die sich mit der Verbesserung der Versorgung im Bereich der Endokrinologie befassen.

30. Dezember 2025

Bericht über das Raumfahrthistorische Kolloquium 2025

Hans-Christoph Hobohm Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften Spahn.F, Spänkuch.D

Das Raumfahrthistorische Kolloquium 2025 von Stiftung Planetarium Berlin, der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V., der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth e. V. und dem Sächsischen Verein für historisches Fluggerät e.V. fand am 29.11. wie stets in der Archenhold-Sternwarte statt, diesmal aber wegen technischer Schwierigkeiten nicht im historischen Einstein-Saal, sondern im Kleinen Hörsaal. Organisiert wurde es auch diesmal von Dr. Christian Gritzner (DGLR Lilienthal-Oberth e. V.), Dr. Olaf Przybilski (Sächsischer Verein für historisches Fluggerät e. V.) und MLS Dietrich Spänkuch. Letzterer begrüßte die knapp 50 Teilnehmer, ausdrücklich auch im Namen der Stiftung Planetarium Berlin. Nach Erläuterung der zukünftigen Publikationspolitik, die am Ende des Berichts ausführlich erörtert wird, eröffnete er die Vormittagssitzung. WEITER

24. Dezember 2025

Bericht vom Dezember Plenum

Hans-Christoph Hobohm Plenum Kaschke.M

Vermessung des Augenhintergrundes mit Optischer Kohärenztomographie
Vermessung des Augenhintergrundes mit Optischer Kohärenztomographie

Bericht zum Vortrag von Prof. Dr. Michael Kaschke „Digitalisierung in Medizintechnik und Gesundheitsversorgung“

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltete ihre öffentliche Dezember-Plenarveranstaltung am 11.12.2025 zum Thema „Digitalisierung in Medizintechnik und Gesundheitsversorgung“.

Referent hierzu war Prof. Dr. Michael Kaschke (MLS), der vor allem durch seine wissenschaftlichen Beiträge auf den Gebieten Medizin- und Halbleitertechnik sowie Optoelektronik bekannt ist. Die Veranstaltung fand im historischen Ratssaal des Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt. WEITER

Szene vom Weihnachtsmarkt in Potsdam (Foto Haßler)
20. Dezember 2025

Gruß zum Jahresausklang

Hans-Christoph Hobohm Mitteilungen Haßler.G

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Förderer und Freunde der Leibniz-Sozietät,

ein bewegtes Jahr liegt hinter uns. Wir haben wissenschaftliche Vorträge gehört, Publikationen herausgegeben und neue Mitglieder aufgenommen, die unsere Gemeinschaft bereichern. Dabei wurde deutlich, dass die Stärke der Leibniz-Sozietät nicht allein in den einzelnen Leistungen liegt, sondern im Zusammenwirken vieler Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Gründergeneration hat mit Mut und Weitsicht die Grundlagen geschaffen, auf denen wir heute stehen. Die mittlere Generation trägt durch ihre kontinuierliche Arbeit und ihr organisatorisches Engagement die Sozietät im Alltag. Und die jüngeren Mitglieder bringen neue Perspektiven, Themen und Methoden ein, die unsere Arbeit lebendig halten und in die Zukunft führen. Dieses Miteinander über Generationen hinweg ist ein besonderes Kennzeichen unserer Sozietät und macht sie zu einem Ort des produktiven Austauschs und der kollegialen Verbundenheit.

Für Ihren Einsatz, Ihre Treue und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, danke ich Ihnen sehr herzlich. Das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder und Partner ist die Grundlage unserer Erfolge und gibt uns die Kraft, auch in schwierigen Zeiten optimistisch nach vorn zu blicken.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie für das neue Jahr Gesundheit, Kraft und Erfolg bei Ihren wissenschaftlichen Vorhaben – und persönliches Glück.

Mit herzlichen Grüßen und in kollegialer Verbundenheit

Gerda Haßler

Beitragsbild: Szene vom Weihnachtsmarkt in Potsdam (Foto Haßler)

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18. Dezember 2025

Arbeitskreis „Energie-Mensch-Zivilisation“ zur Klimapolitik

Hans-Christoph Hobohm Energie, Mensch und Zivilisation Jeremias.E-P, Mertzsch.N

Zusammenfassung einer Arbeitskreis-internen Fachdiskussion des AK EMZ zum Thema „Klimapolitik Deutschlands im November 2025“ am 25.11.2025

Die klimapolitische Lage Deutschlands im November 2025 ist von einem deutlichen Spannungsfeld zwischen langfristig ambitionierten Zielen und einer vorsichtigeren Umsetzung geprägt. Zwar bestätigt die schwarz-rote Bundesregierung weiterhin die Klimaneutralität bis 2045, doch die politischen Prioritäten haben sich verschoben: Klimaschutz ist nicht mehr dominierendes Reformprojekt, sondern eines von mehreren Politikfeldern. Der strategische Kurs setzt stärker auf „Technologieoffenheit“ und längere fossile Brücken, während verbindliche Zwischenpfade und klare Steuerungsinstrumente abgeschwächt wurden. Die Chancen für eine Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft auf zukunftsfähige Klimatechnologien im globalen Wettbewerb werden durch das Festhalten an traditionellen, global überholten Wirtschaftsstrategien geopfert. WEITER

1848-Barrikaden-Szene
15. Dezember 2025

Bericht zur Sitzung des AK Vormärz und 1848er Revolution

Hans-Christoph Hobohm Arbeitskreise, Vormärz und 48er Revolutionsforschung Hofmann.J

Arbeitskreis Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung startet mit Arbeiten für den Band 8 der „Männer und Frauen der Revolution“

Die Mitglieder und ständigen Gäste des Arbeitskreises Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung berieten am 8. Dezember 2025 über Vorschläge und Angebote für den neuen Band 8 der „Männer und Frauen der Revolution 1848/49“. Es bestand Einvernehmen, die traditionsreiche Reihe fortzusetzen. Die Beteiligten wurden gebeten, im Vorfeld der nächsten Arbeitsberatung ein Exposé ihrer geplanten Beiträge einzureichen.

Die Reihe macht es sich weiterhin zur Aufgabe, bisher unbekannte oder wenig bekannte Akteurinnen und Akteure der Revolutionsjahre 1848/49 vorzustellen, sowie zu bereits bekannten Namen neues Material zu erschließen und differenzierte Einblicke zu ermöglichen. Eine besondere Herausforderung erwächst aus Biografien von Frauen und von Angehörigen der Unterschichten, von denen oft nur wenige bzw. keine Quellen überliefert sind.

Der Arbeitskreis wird sich erneut auf die Mitwirkung zahlreicher Gäste stützen können. Die nächste Arbeitsberatung ist für den April 2026 vorgesehen.

Jürgen Hofmann

(zum Beitragsbild: „Erinnerung an den Befreiungskampf in der verhängnisvollen Nacht 18.-19. März 1848“, Kreidelithographie, koloriert, gedruckt im Verlag Winckelmann, Eigenth. v. C. Glück, Berlin, Signatur rechts unten nicht lesbar, wohl Blatt II, post-1848 und zeitgenössisch (genaues Datum unbekannt), gescannt von User:APPER, siehe https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/MRY6LN4XHOSUJMQMOUHQGDPGMCJBMYGN“ gemeinfrei via Wikipedia)

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