Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
begründet 1700 als Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften
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15. September 2026

Einladung zur Teilnahme am nächsten Arbeitszyklus des Arbeitskreises Gesellschaftsanalyse zum Thema Künstliche Intelligenz

Hans-Christoph Hobohm Gesellschaftsanalyse und Klassen Thomas.M

Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse“ trifft sich am 16.10. um 14.00 Uhr zu einer ersten Diskussions- und Abstimmungsrunde für den nächsten Arbeitszyklus.

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der Pariser Kommune 8A (unmittelbar am Ostbahnhof), Seminarraum 1

Zeit: 14.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr

Interessierte aus der Sozietät an diesem Thema (kurz: KI und Gesellschaft) sind sowohl zu dieser ersten Sitzung wie evtl. weitere Teilnahme herzlich eingeladen! Das kann für den vorgesehenen Arbeitszyklus auch einzelne Themen bzw. Schwerpunkte betreffen. Solche wären längerfristig abzusprechen. Bei Interesse an der Teilnahme am 16.10 bitte ich um eine kurze Rückmeldung (an: Thomas.Micha@t-online.de).

Eine noch sehr allgemeine thematische Orientierung findet sich hier.

Michael Thomas

 

15. September 2026

Bericht über das Ehrenkolloquium zum 80. Geburtstag von Gerhard Banse am 10. September 2026

Hans-Christoph Hobohm Allgemeine Technologie, Ehrungen Banse.G, Dienel.H-L, Egbert.B, Hartmann.E, Klinkmann.H, Meier.B, Methling.W, Pfaff.G, Thomas.M

Blick ins Auditorium des Kolloquiums (Foto: Björn Egbert)

Am 10. September 2026 fand ein Kolloquium zu Ehren des langjährigen früheren Präsidenten der Leibniz-Sozietät Gerhard Banse statt, der am 28. Juli 2026 seinen 80. Geburtstag beging. In einem Seminarraum der Universität Potsdam auf dem Campus Griebnitzsee begrüßte der Vizepräsident der Leibniz-Sozietät Wolfgang Methling etwa 60 Mitglieder und Freunde der Sozietät sowie Familienangehörige des Jubilars, die vor Ort teilnahmen oder sich per Zoom zugeschaltet hatten.

In seiner Eröffnung ging Wolfgang Methling auf die außergewöhnliche Lebensleistung von Gerhard Banse ein. Er spannte dabei den Bogen von den wissenschaftlichen Anfängen des Jubilars über dessen Wirken als Präsident der Leibniz-Sozietät bis hin zu den heutigen Aktivitäten. In seinen Ausführungen verwies er auf die hohe nationale und internationale Wertschätzung des Geehrten und auf dessen in die Sozietät eingebrachten Wissensfundus wie vielfältige Erfahrungen.  

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung, die von Michael Thomas moderiert wurde, folgten zwei Laudationes zu Ehren des Jubilars.

In einer ersten Laudatio mit dem Titel „Gerhard Banse – Wanderer zwischen Technikwissenschaften und Philosophie“ würdigte Gerhard Pfaff den wissenschaftlichen Werdegang von Gerhard Banse, der im Laufe seines Berufslebens auf dem Gebiet der Technikphilosophie, und hier speziell in der Allgemeinen Technologie und der Allgemeinen Technikwissenschaft sowie der Technikfolgenabschätzung, herausragende Leistungen vollbracht hat. Die Laudatio zeigte den Lebens- und Entwicklungsweg von Gerhard Banse auf, der vom Lehrer an einer achtklassigen Dorfschule zum Präsidenten der Leibniz-Sozietät führte. In der Laudatio wurde zudem hervorgehoben, in welch vorbildlicher Weise sich Gerhard Banse seit seiner Zuwahl in die Leibniz-Sozietät im Jahr 2000 als Mitglied, Vizepräsident, Präsident und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät engagierte und noch engagiert. Im Jahr 2016 wurde der Jubilar für seinen unermüdlichen Einsatz in der Gelehrtengesellschaft mit der Ehrenurkunde der Leibniz-Sozietät ausgezeichnet.

In einer zweiten Laudatio mit dem Titel „Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit Gerhard Banse“ ging Horst Klinkmann auf die gemeinsamen Jahre mit dem Jubilar ein. Er stellte unter anderem fest, dass Gerhard Banseals Technikphilosoph immer das Verhältnis von Mensch, Technik und Gesellschaft in den Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit gestellt hat und insbesondere danach fragte, wie technische Entwicklungen das menschliche Denken und Handeln verändern und welche Verantwortung daraus erwächst. Horst Klinkmannverwies auf etwa 400 Publikationen des Jubilars, von denen über 100 in den Zeitschriften der Leibniz-Sozietät erschienen sind (17 Bände der „Sitzungsberichte“ (mit)herausgegeben, 19 Bände der „Abhandlungen“ (mit)herausgegeben, 41 inhaltliche Beiträge für die „Sitzungsberichte“, 25 inhaltliche Beiträge für die „Abhandlungen“).

Den Laudationes folgten mehrere Fachvorträge mit Bezug zum wissenschaftlichen Wirken wie auch generell zu Person und Lebensleistung von Gerhard Banse.

Nina Hager: Die Entwicklung von Technik und Technologien – Risiken, Chancen und Gefahren (der Vortrag konnte während des Kolloquiums nicht gehalten werden, lag aber schriftlich vor und wird im Band der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät zum Ehrenkolloquium enthalten sein)

Der Beitrag geht auf Ergebnisse der Forschungen von Gerhard Banse zur Risikoproblematik im Zusammenhang mit der Entwicklung von Technik und Technologien ein. Betrachtet wird vor allem auch, dass der Fortschritt in der Technik-/Technologieentwicklung, nicht nur im Kleinen, sondern auch zur Bewältigung anstehender globaler Probleme, neue Chancen aber auch Gefahren – bis zum Missbrauch – in sich trägt. Außerdem geht es in den Ausführungen um die Frage, inwieweit Aussagen zur Technik-/Technologieentwicklung auch für andere Bereiche verallgemeinerbar sind.

Björn Egbert: Das Internet, die Neuen Medien und deren Wechselwirkungen auf Kultur(en) und Gesellschaft im Fokus – The international Network on Cultural Diversity and New Media (CultMedia)

Menschliche Praktiken und Beziehungen unterliegen in einer sich zunehmend mediatisierenden Welt tiefgreifenden Veränderungen. Zugleich ist diese mediatisierte Welt durch veränderte menschliche Bedürfnisse, Praktiken und Beziehungen einem permanenten Wandel unterworfen. Ausgehend von dieser Prämisse und dem daraus resultierenden Bedarf an wissenschaftlichem Diskurs, wurde das CultMedia-Netzwerk insbesondere durch die Initiative Gerhard Banses im Jahr 2002 in Prag gegründet. Erfasst werden sollten Neue bzw. Digitale Medien als Form der Technik in ihrer Wechselwirkung mit Individuen und Gesellschaften sowie deren Bedürfnissen und kulturellen Gegebenheiten/Praxen. Das erfolgreiche Vorhaben über mehr als zwei Dekaden inhaltlicher und vornehmlich internationaler Auseinandersetzung ist durch zahlreiche Tagungen, Symposien, Arbeitstreffen und dazugehörige umfassende Publikationen dokumentiert. Der Beitrag von Björn Egbert stellte sowohl das Netzwerk als auch die besondere Rolle Gerhard Banses dabei vor und ging in einem Ausblick auf die aktuellen und künftigen Umwälzungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz ein.

Hans-Liudger Dienel: Bürgerbeteiligung und Citizen Science als Innovationsmotoren?

Der Beitrag hob die gewachsenen Erwartungen an Bürgerbeteiligung und Citizen Science als Innovationsförderer hervor. Bürgerbeteiligung ist inzwischen ein integraler Bestandteil des Innovationssystems, und zwar sowohl bei der Entwicklung von Innovationen, bei der Beteiligung an Innovationsstrategien und der Innovationspolitik als auch bei der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implementierung von Innovationen. In allen drei Themenfeldern ist die bürgerschaftliche Mitwirkung ein gewichtiges Thema.  Der Beitrag arbeitete den Wandel der Erwartungshaltung an Bürgerbeteiligung und Citizen Science in den letzten Jahren und die sich daraus ergebenden Chancen für die Stärkung des Innovationssystems durch Bürgerbeteiligung heraus. Eine besondere Frage war die nach der Beschleunigung bzw. Verzögerung von Innovationsprozessen durch Bürgerbeteiligung und Citizen Science. Der geforderte transdisziplinäre, problemgetriebene Praxisbezug von Innovationsprozessen durch Bürgerbeteiligung und Citizen Science werde zwar oft als Königsweg bezeichnet oder auch inszeniert, kaum aber mit dem Thema Beschleunigung verbunden; sie erscheinen als Verzögerer von Innovationsprozessen, also eher „technology arrestment“ statt „technology assessment“. Hans-Liudger Dienel stellte außerdem Beispiele erfolgreicher Beschleunigungsprozesse vor.

Elke Hartmann: Johann Beckmann und Gerhard Banse – Protagonisten einer allgemeinen technischen Bildung

Nach einer vorangestellten persönlichen Erinnerung an den Jubilar verwies der Beitrag zunächst darauf, dass die wissenschaftlichen Grundlagen einer Technikmündigkeit auf Johann Beckmann mit seiner Allgemeinen Technologie im 19. Jh. zurückgehen. Er sah dieses Wissen für Staatsbeamte bei den Gewerken, die Steuern eintreiben sollten, als essentiell an. Wolfgang Klafki forderte dann im 20. Jh. ebenfalls eine Technikmündigkeit („Neue Theorie zur Allgemeinbildung – die epochaltypischen Schlüsselprobleme“). Dazwischen liegen grundlegende Arbeiten zur Allgemeinen Technologie von Karl Karmarsch, Johann Heinrich Moritz von Poppe,Horst Wolffgramm, Günter Ropohl und anderen, die Modelle zum Beschreiben und Ordnen von Wissen und Gesetzmäßigkeiten auch im Verständnis einer Metatheorie der Technik geschaffen haben. Der Einfluss, den die Arbeiten von Gerhard Banse auf die wissenschaftliche Grundlegung einer technischen Allgemeinbildung hatten und noch haben, wurde im Beitrag ebenso herausgestellt wie dessen wichtige Rolle als Impulsgeber für „vernetzte“ relevante Diskurse.

Bernd Meier: Gestaltete Technikphilosophie in der akademischen Lehre zur Ausbildung von Lehrkräften für den Technikunterricht

Der Beitrag bot einen Rückblick auf frühere Veranstaltungen der Leibniz-Sozietät zu Ehren von „runden“ und „halbrunden“ Geburtstagen von Gerhard Banse. Die über 20 Jahre reichende Rückschau verdeutlichte, dass bei diesen Ereignissen vor allem Bezüge auf die wissenschaftlichen Leistungen des Jubilars genommen wurden. Der Beitrag von Bernd Meier widmete sich im Hauptteil speziell der akademischen Lehre des Jubilars. An Beispielen wurden vor allem die besonderen Fähigkeiten von Gerhard Banse zur lehrkonzeptionellen Arbeit, zur Hinführung auf das Thema, zur Konzentration auf das Wesentliche und zur didaktischen Reduktion belegt. Ein Überblick zur studentischen Veranstaltungskritik rundete den Beitrag über einen allseits angesehenen Wissenschaftsmethodiker und -didaktiker ab.

Dirk Laßner: Der „Leibnizianer“ Gerhard Banse: Naturwissenschaftler, Präsident und Protagonist

Der Beitrag unterstrich, dass Gerhard Banse zu den wichtigen Stimmen der Technikphilosophie in Deutschland gehört. Ausgehend vom Begriff „Leibnizianer“ versuchte er, einen Bezug zum Wirken des Jubilars herzustellen. Diesen sah der Vortragende unter anderem in der kritischen Auseinandersetzung von Gerhard Banse mit den Folgen von Technikentwicklungen. Zudem hob Dirk Laßner die sachliche Objektivität des Jubilars, die Suche nach optimalen Lösungen und den wissenschaftlich fundierten Rationalismus hervor. Er würdigte das Engagement von Gerhard Banse als Mitglied und Präsident der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, als Vorsitzender der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät, als Gründungsmitglied des Leibniz-Instituts für Interdisziplinäre Studien e.V. (LIFIS) und als Wissenschaftler, der die praktische Anwendung neuer Erkenntnisse immer gefördert und umgesetzt hat.

Dankesworte und Erinnerungen von Gerhard Banse anlässlich des Kolloquiums zu seinem 80. Geburtstag (Foto: Hobohm)

Abschließend bedankte sich Gerhard Banse mit dem Beitrag „Technikphilosophie als Beruf(ung)“ für die ihm mit dem Kolloquium erwiesene Ehrung. Er ging in seinen Ausführungen auf seine wichtigsten Lebensstationen, auf wissenschaftliche Lehrer in Technologie, Philosophie und Pädagogik sowie auf seine Wirkungsstätten und Publikationen ein. Außerdem bedankte er sich bei seiner Familie, bei Wegbegleitern und Freunden. Er endete mit einem Zitat von Max Weber:

„Die wissenschaftliche Arbeit ist eingespannt in den Ablauf des Fortschritts. […] Jeder von uns […] in der Wissenschaft weiß, daß das, was er gearbeitet hat, in 10, 20, 50 Jahren veraltet ist. Das ist das Schicksal, ja: das ist der Sinn der Arbeit der Wissenschaft […] jede wissenschaftliche ‚Erfüllung‘ bedeutet neue ‚Fragen‘ und will überboten werden und veralten. Damit hat sich jeder abzufinden, der der Wissenschaft dienen will. […] Wir können nicht arbeiten, ohne zu hoffen, daß andere weiterkommen werden als wir.“ (Max Weber: Wissenschaft als Beruf [1919]. Stuttgart 1991, S. 248-249). Damit fand das Kolloquium einen würdigen, nach vorn weisenden Abschluss.

Publikation der Beiträge

Es ist vorgesehen, die Laudationes und Vorträge in einem Band der „Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften“ zu publizieren.

Gerhard Pfaff

Die Vortragenden des Kolloquiums von links: Michael Thomas, Björn Egbert, Wolfgang Methling, Hans-Liudger Dienel, Elke Hartmann, Horst Klinkmann, Gerhard Banse, Bernd Meier, Gerhard Pfaff (Foto: Hans-Christoph Hobohm)
2. September 2026

Neue Publikation unter Mitwirkung unseres Mitglieds Viktor Jakupec

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Jakupec.V

Cover Kelly, Jakupec, McKay 2026

KELLY, Max, Viktor JAKUPEC und John MCKAY, 2026. BRICS and the Changing World Order: Power Shifts, Multipolarity, and Global Governance. 1st ed. 2026. (Global Power Shift; 41). Cham: Springer Nature Switzerland; Imprint: Springer (2026). 207 S.; 96,29 € (eBook ISBN 978-3-032-30032-4) bzw. 128,39 € (Hardcover Book ISBN 978-3-032-30030-0); DOI: 10.1007/978-3-032-30030-0; Inhaltsübersicht

Nach seinen drei Monographien zu Problemen des Ukrainekriegs

Viktor Jakupec: Dynamics of the Ukraine War. Diplomatic Challenges and Geopolitical Uncertainties. Springer International Publishing 2024 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-52444-8<<)

Viktor Jakupec (2024): The West’s Response to the Ukraine War – Military Struggles, NATO Challenges, and the Reimagining of Global Politics. Springer International Publishing 2024 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-031-83428-8<<).

Viktor Jakupec: The EU’s Strategic Dilemma in the Ukraine War: Sanctions, Military Aid, and the Struggle for Coherence in Foreign Policy. Springer International Publishing 2025 (siehe >> https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-032-01595-2<<).

die inzwischen alle auch als KI-Übersetzung in deutscher Sprache erschienen sind, widmet sich der australische Wissenschaftler nun in einem Gemeinschaftswerk in Kooperation mit seinen Kollegen Max Kelly und John McKay (alle Deakin University) der informellen Vereinigung der Gründerstaaten (2009) Brasilien, Russland, Indien und der Volksrepublik China. Die Vereinigung wurde 2010 um Südafrika, die 2024 um Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie 2025 Indonesien erweitert.

Die Autoren stellen in ihrer wissenschaftlichen Analyse BRICS nicht nur, als Zusammenschluss aufstrebender Volkswirtschaften dar, sondern kennzeichnen die Vereinigung BRICS als analytischer Ausgangspunkt für die Untersuchung eines grundlegenden Wandels der internationalen Ordnung. BRICS dient als Fall und zugleich als Fokus, um die gegenwärtige Transformation der Weltordnung, der Machtverteilung und der globalen Welt zu erfassen.

Viktor Jakupec, Max Kelly und John McKay gehen in ihrem Werk „BRICS and the Changing World Order – Power Shifts, Multipolarity, and Global Governanceder“ zielgerichtet der Frage nach, inwieweit sich das internationale System gegenwärtig von einer überwiegend westlich geprägten Ordnung zu einer stärker multipolaren Struktur entwickelt. Hierzu verbinden sie Perspektiven der internationalen Beziehungen und der politischen Ökonomie und untersuchen das Wechselverhältnis zwischen Machtverschiebungen, wirtschaftlicher Staatskunst, geopolitischer Konkurrenz und globaler Steuerung von Systemen.

Das Buch wendet sich für alle an der Debatte über die Zukunft der regelbasierten internationalen Ordnung, die wachsende Bedeutung des Globalen Südens sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer Reform bestehender internationaler Institutionen Interessierten.

30. August 2026

INTERNETZEITSCHRIFT Leibniz Online, Nr. 61 (2026)

Nina Hager Leibniz Online Altenberend.J, Brandt.P, Czasny.K., Dietrich. J-W, Haßler.G, Kamm.B, Krüger.H-P, Segert.D

DOI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61
DOI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61

Jahrgang 2026 ● Nummer 61

DOI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61

OI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61
DOI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61
OI: 10.53201/LEIBNIZONLINE61

Gerda Haßler: Die Leibniz-Sozietät ─ Forum historisch informierter Wissenschaftsreflexion. Bericht der Präsidentin der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. zum Leibniz-Tag 2026

Peter Brandt: Der Ukraine-Krieg und die neue Welt(un)ordnung. Festvortrag auf dem Leibniz-Tag derLeibniz-Sozietät am 2. Juli 2026 in Berlin

Hans-Peter Krüger: Vom Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit in öffentlich-rechtlichen Medien. Intellektuelle Aufgaben in der fragmentierten Öffentlichkeit

Dieter Segert: Schranken und Möglichkeiten der Erkenntnis von Gesellschaft auf Grundlage der marxistischen Geschichtsauffassung dargestellt am Beispiel des „Sozialismusprojekts“

Johannes W. Dietrich, Julia Altenberend:: Allostase und allostatische Last – Grenzgänge zwischen Gesundheit und Krankheit

Birgit Kamm: Biorefinery research to upgrade the fractionation product kraft lignin

Karl Czasny: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Zum Weltbild eines bekannten Physik-Erklärers

Link zu Nr. 61

25. August 2026

Neue Publikation unseres Mitglieds Michael Köhler

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Köhler.M.

Schon im Februar diesen Jahres erschien bei Jenny Stanford Publishing: „Entropy and Sustainability“, ein Buch von Michael Köhler, das sich mit dem Entropiebegriff und dem Zusammenhang von Entropie, Entropieexport und Nachhaltigkeit beschäftigt. Ein Thema, das die Leibniz-Sozietät immer wieder beschäftigt. Die jetzt vorgelegte Publikation ist die erweiterte Übersetzung seines deutschen Buches aus dem Jahre 2019.

Köhler, Michael: Entropy and Sustainability: Challenges of Future Energy and Material Management from a Thermodynamic Point of View. Singapore: Jenny Stanford Publishing Pte. Ltd., 2026. 234 S. – ISBN 978-981-5129-99-1 (Hardcover), ISBN 978-1-003-74889-2 (eBook), DOI: 10.1201/9781003748892

Der Klappentext beschreibt das Buch folgendermaßen:

The conversion of the recent resource-wasting world economy to a sustainable economic system protecting global resources and habitats is crucial for the further development of humankind. This book introduces the physical basics and the importance of entropy for living beings, machines, computers, industrial facilities, ecological systems, and the earth as a whole. Readers of this book are encouraged to see the universal applicability of the entropy concept and the urgent need to estimate the fundamental importance of entropy for natural and technical processes. The key role of these processes has to be understood and recognized in order to coming to an intelligent adaptation on the arrow of time, which allows the conversion of all non-sustainable production processes into a global sustainable economy in a dynamical world.

Eine Leseprobe finden Sie auf den Seiten des Verlags.

9. August 2026

Bericht zum Kolloquium „Die Wiedereröffnung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Sommer 1946 – acht Jahrzehnte Wissenschafts- und Standort-Geschichte Berlin-Adlershof“ am 6. August 2026

Hans-Christoph Hobohm Konferenzen, Veranstaltungen Langhoff.N, Methling.W, Pfaff.G, Vogt.A, Wöltge.H

Prof. Dr. Norbert Langhoff (MLS) bei seinem Eröffnungsvortrag (Foto: Gert Kommichau)

Am 6. August 2026 fand das Kolloquium „Die Wiedereröffnung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Sommer 1946 – acht Jahrzehnte Wissenschafts- und Standort-Geschichte Berlin-Adlershof“ im Steinbeis-Haus in Berlin-Adlershof statt. Das Kolloquium wurde gemeinsam von der WISTA Management GmbH, der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V, dem Forum Adlershof e.V. und dem Kollegium Wissenschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstaltet.

Vor 80 Jahren, im Sommer 1946, wurde die Preußische Akademie der Wissenschaften als Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiedereröffnet. Aus dieser Wiedereröffnung, die mit dem Befehl Nr. 187 der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) erfolgte, ging später die Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW) hervor, deren Institute den Wissenschaftsstandort Adlershof über Jahrzehnte entscheidend mitprägten.

60 Wissenschaftshistoriker, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Standort­entwicklung referierten und diskutierten die Rolle der DAW und der AdW beim Aufbau der ostdeutschen Forschungslandschaft. Dabei wurden die wissenschaftlichen Leistungen und die nachhaltigen Spuren, die in Adlershof hinterlassen wurden, ausführlich bewertet und gewürdigt. Sowohl die Entwicklung der Forschungsakademie als institutionelles Modell als auch die Transformation wissenschaftlicher Strukturen nach 1990 standen im Brennpunkt des Interesses. Die Anregung für die Veranstaltung ging von Dr. sc. Klaus Meier aus. Die Moderation der Vorträge wurde von Dr. Wolfgang Girnus übernommen.

Prof. Dr. Norbert Langhoff (MLS), der Mitorganisator des Kolloquiums, verwies in seinen Ausführungen auf persönlichen Erfahrungen aus über sieben Jahrzehnten Standortgeschichte. WISTA-Geschäftsführer Roland Sillmann betonte in seinem Vortrag, der den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart des Standorts schlug, dass Adlershof seine heutige Stärke als international erfolgreicher Wissenschafts- und Technologiepark auch einer ausgeprägten Transformationsfähigkeit verdanke, die den Standort seit Jahrzehnten prägt und die auf die zu Zeiten der DAW und der AdW erfolgten Entwicklungen in besonderer Weise aufbauen kann. Die WISTA Management GmbH gestaltet heute die Rahmenbedingungen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, fördert Technologietransfer und unterstützt die Entstehung von neuen Kooperationen, Unternehmen und Innovationen am Standort.

Ort der Tagung: Steinbeis Haus in Adlershof (Foto: Gert Kommichau)

Folgende Vorträge wurden gehalten und standen zur Diskussion:

Session I

Das Modell „Forschungsakademie“ braucht Institute – vom bescheidenen Startschuss für Adlershof mit der „Kulturverordnung der Deutschen Wirtschaftskommission vom 31. März 1949“ zum größten Forschungsstandort der DDR

  • Prof. Dr. Norbert Langhoff (MLS): Persönliche Reminiszenzen aus über sieben Jahrzehnten Standortgeschichte
  • Dr. sc. Klaus Meier: Die Akademie der Wissenschaften zu Berlin (ab 1972 AdW der DDR) und das Institut für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaft
  • Dr. Peter Strunk: Zur Geschichte des Standortes Adlershof in der Zeit von 1945 bis Mitte der 1950er Jahre – Wissenschaft, Volkspolizei, Wachregiment und DFF
  • Prof. Dr. Annette Vogt (MLS): Wissenschaftlerinnen der Akademie von 1946 bis 1991

Session II

Wissenschaftliche Exzellenzen Ostdeutschlands – Traditionslinien – Brüche – Resilienzen

  • Dr. Wolfgang Girnus: Betrachtungen eines Wissenschaftshistorikers zum Forschungsfeld Akademie
  • Roland Sillmann: Adlershof – transformationserfahrener Zukunftsstandort
  • Dr. Herbert Wöltge (MLS): Prof. Horst Klinkmann – die Abwicklung der AdW 1990/91 – Zwänge und Folgen für die Wissenschaftskultur
  • Prof. Dr. Gerhard Pfaff (MLS): Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. – eine Gelehrtengesellschaft im Wandel
  • Prof. Dr. Wolfgang Methling (MLS): Die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR – zum Umgang mit DDR-Wissenschaft nach der Wende
Blick in den Tagungsraum im Steinbeis-Haus in Berlin-Adlershof (Foto: Gert Kommichau)

Wie eng die Entwicklung des heutigen Wissenschafts- und Technologieparks mit der Geschichte der Akademie verbunden ist, wurde in den Vorträgen und Diskussionen deutlich. Viele Kompetenzen, Netzwerke und Forschungstraditionen, die Adlershof heute als einen der führenden Wissenschafts-, Technologie- und Medienstandorte Europas auszeichnen, haben ihre Wurzeln in den Instituten der DAW und der AdW. Die Veranstaltung bot demzufolge neben einem Rückblick auf die Wissenschaftsgeschichte Berlins auch eine Vorausschau in die Zukunft. Sie bestätigte, dass Innovation dort entsteht, wo Wissen bewahrt und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Die WISTA Management GmbH, die 1994 in Adlershof ihre Tätigkeit aufnahm, gestaltet heute die Rahmenbedingungen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie fördert den Technologietransfer und unterstützt die Entstehung neuer Kooperationen, Unternehmen und Innovationen am Standort. Damit knüpft sie als Betreiberin des Technologieparks Adlershof an die Traditionen der vergangenen Jahrzehnte an.

Die Organisatoren danken der WISTA Management GmbH für die Unterstützung bei der Durchführung des Kolloquiums, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Pausenversorgung.

Gerhard Pfaff

9. August 2026

Neue Publikation unseres Mitglieds Klaus Dethloff

Hans-Christoph Hobohm Mitteilungen

Dethloff, Klaus: Klimahybris. Zwischen Realität und Simulation. Berlin, Heidelberg: Springer, 2026. – Electronic ISBN 978-3-662-73324-0; Print ISBN 978-3-662-73323-3; DOI https://doi.org/10.1007/978-3-662-73324-0

Menschliche Selbstüberschätzung zeigt sich im anhaltenden Glauben an unbegrenztes Wachstum und in der Verdrängung der Folgen menschlicher Eingriffe in das Klimasystem. Selbst bei globalen Nullemissionen lassen Erdsystemmodelle weitere Klimaveränderungen erwarten, da CO₂ im komplexen Zusammenspiel von Atmosphäre, Ozeanen und Land nur langsam abgebaut wird. Gleichzeitig bleiben zentrale Prozesse – etwa bei atmosphärischen Telekonnektionsmustern und in der Ozeanzirkulation – mit Unsicherheiten behaftet.

Wachstums- und Konsumorientierung erschweren die Entwicklung nachhaltiger Lebensweisen, während geopolitische Konflikte Klimafragen zunehmend in den Hintergrund drängen. Der Übergang zu nichtfossiler Energie ist im Gange, bringt jedoch erhebliche soziale Spannungen mit sich. Ohne mehr Verteilungsgerechtigkeit und die globale Ausrichtung auf einen ökologischen Umbau droht dieser Wandel zu scheitern.

Dieses Buch stellt verbreitete Narrative zur Klimakrise kritisch zur Diskussion und macht ihre wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische Komplexität sichtbar. Es zeigt, dass die Krise aus dem alltäglichen Handeln von Milliarden Menschen entsteht – und dass tragfähige Lösungen tiefgreifende ökonomische Veränderungen erfordern. Zugleich wird deutlich: Dauerhafte politische Rivalität steht im Widerspruch zu den globalen Herausforderungen unserer Zeit. Nur durch Kooperation und ein neues Verständnis von Verantwortung lässt sich eine lebenswerte Zukunft sichern.

9. August 2026

Neue Publikation unseres Mitglieds Werner Naumann

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Naumann.W

Naumann, Werner: Allgemeine Erziehungswissenschaft – ein transdisziplinäres Konzept als theoretische Grundlage für pädagogische Handlungswissenschaften. Berlin: Logos, 2026.- ISBN 978-3-8325-6101-7. – 130 Seiten, 28.00 €
https://doi.org/10.30819/6101, PDF – OpenAccess

Werner Naumann schreibt im Vorwort zu seinem Alterswerk: Die vorliegende Schrift „ist ein Versuch, in möglichst kurzer Form das zu übermitteln, was der Autor für die Belange der Lehrer- und Erzieherausbildung für brauchbar hält.“ Sie sei gegründet auf eine Konzeption, die sein Hochschullehrer Herbert Schaller entwickelt und vertreten hat. Außerdem habe Naumann die freigewordene Zeit nach dem Ende seiner Tätigkeit in der Sozialakademie Mecklenburg-Vorpommern e. V. im Jahre 2002 dazu genutzt, aktuelle pädagogische Literatur aus der Bundesrepublik, Schweiz und Österreich zu lesen, um „seinen Überblick über den Entwicklungsstand der Erziehungswissenschaften zu erweitern“. Und er habe „die Diskussionen in der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zum Prinzip der Einfachheit und vor allem zum Prinzip der Transdisziplinarität“ in seiner Publikation angewendet, „zumal es bisher in den Erziehungswissenschaften wenig beachtet worden ist“.

Das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Bilanz seines Arbeitslebens liegt nun in 128 Seiten gedruckt im Logos Verlag Berlin vor, der in seiner Verlagsankündigung außer auf die Druckausgabe darauf hinweist, dass das Buch als Open-Access-Datei vorliegt und von jedem Interessierten kostenfrei als pdf-Datei gelesen werden kann. Der Link zur Verlagsankündigung ist hier.

Nach einer knappen Skizze der Problemlage führt ein Kapitel in den Gegenstand der Erziehungswissenschaft und den Erzieherbegriff ein, dabei ergänzt er den Erziehungsbegriff seines Lehrers Schaller. Erziehung ziele auf Persönlichkeitsentwicklung durch „Selbstveränderung des Menschen in der Tätigkeit“ (S. 8-9). Danach folgen Kapitel über Gesellschaft und Erziehung, zu den Strukturelementen der Erziehung, den Erziehungsprozessen und ihrer Dynamik, zu pädagogischen Prinzipien und deren Grenzen, sowie ein ausführliches Literaturverzeichnis.

SMAD-187
31. Juli 2026

Kolloquium zum 80. Jahrestag der Wiedereröffnung der Akademie der Wissenschaften

Hans-Christoph Hobohm Veranstaltungen Langhoff.N, Linke.D, Methling.W, Pfaff.G, Vogt.A, Wöltge.H

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA), die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V., das Forum Adlershof e.V. und das Kollegium Wissenschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung

laden ein zum Kolloquium

Ein historisches Datum mit Folgen: Die Wiedereröffnung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Sommer 1946 – acht Jahrzehnte Wissenschafts- und Standortgeschichte Berlin-Adlershof

am Donnerstag, 6. August 2026

von 10.00 bis 15.00 Uhr

im Steinbeis-Haus Berlin-Adlershof

Rudower Chaussee 28
12489 Berlin

Programm:

10.00 Uhr: Prof. Norbert Langhoff (MLS) – Begrüßung und persönliche Reminiszenzen aus über sieben Jahrzehnten Standortgeschichte

Session I

Das Modell „Forschungsakademie“ braucht Institute – vom bescheidenen Startschuss für Adlershof mit der „Kulturverordnung der Deutschen Wirtschaftskommission vom  31. März 1949“ zum größten Forschungsstandort der DDR

  • Dr. sc. Klaus Meier: Die Akademie der Wissenschaften zu Berlin (ab 1972 AdW der DDR) und das Institut für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaft
  • Dr. Peter Strunk: Zur Geschichte des Standortes Adlershof in der Zeit von 1945 bis Mitte der 1950er Jahre – Wissenschaft, Volkspolizei, Wachregiment und DFF
  • Prof. Dr. Annette Vogt (MLS): Wissenschaftlerinnen der Akademie von 1946 bis 1991
  • Dr. Wolfgang Girnus: Betrachtungen eines Wissenschaftshistorikers zum Forschungsfeld Akademie

Nachmittagsrunde ab 13.15 Uhr

Eröffnung: WISTA-CEO Roland Sillmann: Adlershof – transformationserfahrener Zukunftsstandort

Session II

Wissenschaftliche Exzellenzen Ostdeutschlands – Traditionslinien – Brüche – Resilienzen

  • Prof. Dr. Dietmar Linke (MLS): Das Zentralinstitut für Anorganische Chemie (1971-1990), ein Beispiel für das Modell einer Forschungsakademie
  • Dr. Herbert Wöltge (MLS): Prof. Horst Klinkmann – die Abwicklung der AdW 1990/91 – Zwänge und Folgen für die Wissenschaftskultur
  • Prof. Dr. Gerhard Pfaff (MLS): Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. – eine Gelehrtengesellschaft im Wandel
  • Prof. Dr. Wolfgang Methling (MLS): Die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR – zum Umgang mit DDR-Wissenschaft nach der Wende

Diskussionsrunde zu den Beiträgen der Sessions I und II und zum Thema des Tages

Moderation Dr. Peter Strunk

Im Anschluss Smalltalk und Büchertisch.

Dr. Gerald Diesener, Leiter des Universitätsverlages Leipzig, wird mit einem Bücherstand mit ausgewählten Publikationen zur Wissenschaftsgeschichte vertreten sein (u.a. Ingolf Volker Hertel „Blühende Landschaften“; Peter Strunk „Adlershofer Geschichten“; Norbert Langhoff/Klaus Meier „Leucht-Türme. Adlershofer Hightech-Firmen und ihre Geschichte“)

Gäste sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Organisation und Einladung: Prof. Dr. Norbert Langhoff, Dr. sc. Klaus Meier, Prof. Dr. Gerhard Pfaff

 

27. Juli 2026

Neue Publikation unserer Präsidentin Gerda Haßler

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Haßler.G

Gerda Haßler: Evidentiality in Romance Languages. Berlin, Bruxelles, etc.: Peter Lang, 2026. – (Linguistica Philologica; 3) – 462 S., ISBN (PDF) 9783631921890; ISBN (ePUB) 9783631921906; ISBN (Hardcover) 9783631778388; DOI: 10.3726/b23560. – 79,95 EUR

Evidentialität im Spanischen, Französischen, Italienischen und Portugiesischen

Alle Sprachen verfügen über Mittel, um das epistemische Bewusstsein darüber auszudrücken, wie der Inhalt einer Botschaft zustande gekommen ist. In den romanischen Sprachen und den meisten anderen europäischen Sprachen ist diese Information jedoch nicht obligatorisch. Franz Boas (1942: 182) stellte bereits fest, dass wir Zeitungen mit weitaus mehr Vertrauen lesen würden, wenn Journalisten angeben müssten, ob sie den Inhalt ihrer Berichte aus eigener Erfahrung, aus Hörensagen oder durch eigene Schlussfolgerungen gewonnen haben. Wir nehmen diese semantische Lücke in unseren Sprachen zwar nicht wahr, können sie aber jederzeit schließen, indem wir explizite Aussagen über die Herkunft unseres Wissens machen. Dies tun wir nicht, um die Herkunft unseres Wissens aus einer bestimmten Quelle genau zu dokumentieren, sondern um die Verantwortung für den kommunizierten Inhalt zu verringern.

Markierungen der Herkunft des Sprecherwissens wurden in den letzten dreißig Jahren in zahlreichen Arbeiten untersucht. Noch immer gibt es aber keine Einigkeit darüber, welche Mittel zu den Markern der Evidentialität gehören und welche Forschungsperspektive am ehesten Erfolg bei ihrer Untersuchung und Klassifizierung verspricht. In dem Buch wird eine vergleichende funktionale Perspektive eingenommen, die sowohl lexikalische (Adverbien, Adjektive, Verben) als auch grammatische Mittel (Futur, Konditional, Imperfekt) berücksichtigt, die zur Markierung der Herkunft des Sprecherwissens verwendet werden. Evidentialität wird dabei als Information betrachtet, die nicht Bestandteil der Prädikation ist, aber angibt, ob der mitgeteilte Inhalt aus eigener Anschauung, fremder Mitteilung oder Schlussfolgerung stammt. In der Kommunikation wird vielfach nicht zwischen diesen verschiedenen Quellen unterschieden, sondern lediglich eine allgemeine evidentiell-epistemische Markierung vorgenommen.

Ein Vergleich der vier romanischen Sprachen Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch mit dem Deutschen und weiteren Sprachen verdeutlicht Unterschiede in der Grammatikalisierung einzelner evidentieller Ausdrucksmittel und in den Präferenzen ihrer Verwendung. Es wird nachgewiesen, dass der Evidentialitätsbegriff Erklärungspotential für Sprachen ohne obligatorische Evidentials hat.

Auf den Webseiten des Verlags findet man neben dem Abstract unter „Excerpt“ weitere Informationen über das Buch, wie z.B. das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe.

16. Juli 2026

Andreas Arndt: „Geschichte und Freiheitsbewusstsein“ (2015) nun auch auf Chinesisch

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Arndt.A

Das bekannte Buch unseres Mitglieds Prof. Dr. Andreas Arndt ist – nach einer Übersetzung ins Koreanische (Seoul: editus, 2021 – ISBN 979-11-91535-02-0) – nun auch auf Chinesisch erschienen: übersetzt von Li Jingxin und Hong.  Peking: Shangwu, 2026 (Reihe: Marxistische Philosophie und moderne Zivilisation) – ISBN 978-7-100-25855-5.

Wir wünschen ihm auch dort viele Leserinnen und Leser.

Das Original ist:

Arndt, Andreas: Geschichte und Freiheitsbewusstsein : zur Dialektik der Freiheit bei Hegel und Marx. Eule der Minerva-Verl., 2015. 167 S.; 978-3-943334-05-0 kart. : EUR 15.00 (DE)

Inhalt:

Zuvor 10
1. Welche Freiheit? 17
2. Bewusstsein und Realisierung von Freiheit 26
3. Nach Hegel: Entfremdungs- statt Freiheitsgeschichte 38
4. Exkurs: Phänomenologie des Geistes und Weltgeschichte 52
5. Verwirklichung der Philosophie und Realisierung der Freiheit 60
6. Bürgerliche Gesellschaft und Staat (Hegel) 77
7. Reich der Notwendigkeit und Reich der Freiheit (Marx) 93
8. Recht und Freiheit bei Marx 104
9. Exkurs: Zum Problem der Menschenrechte bei Marx 119
10. Marx und die Hegel’sche Dialektik 124
11. Das vollendete Bewusstsein der Freiheit: Die absolute Idee….134
Coda 148
Siglen 156
Literaturverzeichnis 157
Personenregister 166

16. Juli 2026

Neue Publikation unseres Mitglieds Viktor Jakupec

Hans-Christoph Hobohm Mitglieder, Publikationen Jakupec.V

Eine neue Publikation von Viktor Jakupec ist in deutscher Sprache (als KI-Übersetzung!) im Springer-Verlag erschienen.

Viktor Jakupec: „Das strategische Dilemma der EU im Ukrainekrieg – Sanktionen, Militärhilfe und der Kampf um Kohärenz in der Außenpolitik“. Cham : Springer Nature Switzerland Imprint: Springer VS , 2026. 135 S.; ISBN 978-3-032-22153-7 (Softcover, 54,99 €); ISBN 978-3-032-22154-4 (eBook, 42,99 €).

Originalversion:
Viktor Jakupec: The EU’s Strategic Dilemma in the Ukraine War: Sanctions, Military Aid, and the Struggle for Coherence in Foreign Policy. Springer Cham, 2025. (SpringerBriefs in International Relations). iv, 129 S. – ISBN: 978-3-032-01594-5 (vgl. die Meldung auf dieser Website vom 17. Juni 2025)

Aufbauend auf seinen beiden vorangegangenen und auch in deutscher Sprache vorliegenden Monografien, „Die Reaktion des Westens auf den Ukraine-Krieg – Militärische Herausforderungen, NATO-Probleme und die Neuordnung der globalen Politik (2025) und „Dynamik des Russisch-Ukrainischen Kriegs“ (2024) untersucht Viktor Jakupec (MLS) in seinem jüngsten Werk die Schnittstelle von militärischer Konfrontation und geopolitischer Transformation.  Der Autor belegt mittels einer kritischen, evidenzbasierten Analyse, dass der Krieg in der Ukraine keine stärkere EU geschmiedet hat. Vielmehr hat sich gezeigt, wie weit die Union von einer notwendigen strategischen Reife entfernt ist. Der Autor hinterfragt vorherrschende Narrative und zeichnet die fragmentierten und oft widersprüchlichen Muster westlicher und insbesondere europäischer politischer Reaktionen nach. Überaus treffend analysiert Jakupec die innenpolitischen Dilemmata der EU angesichts globaler Machtverschiebungen anhand von drei kritischen Dimensionen: Wirtschaftssanktionen, Militärhilfe und außenpolitische Kohärenz.

Das Werk gliedert sich neben der Einleitung in sechs Kapitel:

  1. Das Paradox der Sanktionen und das strategische Dilemma der EU
  2. EU-Sanktionen und der Russland-Ukraine-Krieg: Strategien und Auswirkungen
  3. Der Rettungsplan der EU: Fragmentierte Unterstützung und die Koalition der Willigen
  4. Marginalisierung der EU: Trumps Diplomatie und das strategische Versagen der EU
  5. Die existenzielle Krise der EU: Ein selbstverschuldeter Niedergang
  6. Die Einheit, die Fragmentierung und die Zukunft der EU im russisch-ukrainischen Krieg
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