Bericht zum Kolloquium in Erinnerung an Wolfgang Küttler: „Wer und was bewegt Geschichte?“

Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften hatte am 24. April 2026 zu einem Kolloquium in Erinnerung an das Gründungsmitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. in das alte Rathaus nach Berlin-Friedrichshagen eingeladen. Die Präsidentin Gerda Haßler eröffnete die Veranstaltung, begrüßte die Witwe und anwesende Vertreter der Familie sowie die Referenten und die zahlreich erschienen Teilnehmer. Sie hob noch einmal die Verdienste Wolfgang Küttlers um die Entwicklung der Leibniz-Sozietät hervor.
Den Reigen der Referenten eröffnete Lutz-Dieter Behrendt (Deggendorf), langjähriger Arbeitskollege und Freund Wolfgang Küttlers. Anhand verschiedener Episoden zeichnete er das Bild eines gebildeten, gewissenhaften, kenntnisreichen und zuverlässigen Kollegen mit Eigenheiten, aber auch mit Raum für Freundschaften und Privates. Beide waren Absolventen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und setzen ihre wissenschaftliche Laufbahn an der Karl-Marx-Universität Leipzig fort. Die wissenschaftlichen und privaten Kontakte hatten Bestand, nachdem Wolfgang Küttler seine Arbeit an der Akademie der Wissenschaften in Berlin aufnahm.
Über seine Erinnerungen an Wolfgang Küttler im Rahmen des deutsch-deutschen Geschichtsdiskurses sprach Jürgen Kocka (BBAW). Er verwies darauf, dass dieser Diskurs, lange Zeit von politischen Gegebenheiten beeinflusst, stark eingeschränkt war. Wolfgang Küttler habe, anders als viele seine Kollegen, nach 1990 die Möglichkeit gehabt weiter in Institutionen und Projekten zu arbeiten. Er sei ein Beispiel, dass trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen und Denkschulen ein konstruktiver Dialog möglich und bereichernd ist. Küttler habe seine Herkunft aus der marxistischen Denkschule nicht verleugnet, habe aber ehemalige Positionen durchaus infrage stellen können. WEITER









