Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied, den Physiker Prof. Dr. Armin Uhlmann, der am 11. Januar 2026 in Leipzig verstorben ist

(Foto: Privatbesitz)
Prof. Dr. Armin Uhlmann wurde am 19. Februar 1930 in Chemnitz geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1949 bis 1954 Mathematik und Physik an der Universität Leipzig. Anschließend wurde er 1957 mit einer Arbeit über Normierte Divisorfunktionen am Mathematischen Institut der Universität Leipzig bei Erich Kähler promoviert. 1960 folgte die Habilitation in theoretischer Physik mit der Schrift „Über den Begriff der Energie bei gekrümmter Raum-Zeit-Mannigfaltigkeit“. Von 1958 bis 1960 absolvierte er eine Assistentenzeit an der Universität Jena, bevor er anschließend bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1995 an der Universität Leipzig tätig war. Dort wirkte er seit 1962 als Professor für theoretische Physik und hatte im Laufe der Jahre verschiedene Leitungsfunktionen inne. Unter anderem war er von 1970 bis 1973 Direktor der Sektion Physik. Am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna war er von 1965 bis 1967 Gastprofessor. Von 1973 bis 1975 leitete er dort den Forschungsbereich „Axiomatische Quantenfeldtheorie“.
1970 wurde Armin Uhlmann korrespondierendes und 1972 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) bzw. der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW). Für seine Arbeiten zur Axiomatik und zur algebraischen Behandlung quantentheoretischer Probleme erhielt er 1973 den Nationalpreis der DDR III. Klasse für Wissenschaft und Technik. 1981 wurde Armin Uhlmann ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Seit 1993 war er Mitglied der Leibniz-Sozietät und gehörte damit zu den Gründungsmitgliedern unserer Gelehrtengesellschaft.
Armin Uhlmann war einer der wichtigsten Vertreter der mathematischen und theoretischen Physik der DDR. Seine national und international stark beachteten Arbeiten und Veröffentlichungen beschäftigten sich mit den Grundlagen der Quantentheorie, der Quantenfeldfeldtheorie, der Elementarteilchenphysik und der statistischen Mechanik. In zahlreichen Publikationen in Fachzeitschriften und Büchern teilte er die Ergebnisse seiner Forschungstätigkeit mit Kolleginnen und Kollegen seines Fachgebietes sowie mit Studierenden. Zu seinen wichtigen Veröffentlichungen zählen die Fachbücher „Dissipative motion in state spaces“ (mit P. M. Alberti, Teubner, Leipzig, 1981), „Stochasticity and partial order: double stochastic maps and unitary mixing“ (mit P. M. Alberti, Deutscher Verlag der Wiss., Berlin, 1981) und „Die Grammatik der Quantenwelt: Quantenphysik – Zufall – Zustandsraum“ (Edition am Gutenbergplatz, Leipzig, 2017).
Mit Armin Uhlmann verliert unsere Gelehrtengesellschaft einen geschätzten Kollegen, der vor allem auf den Gebieten Quantentheorie und mathematische Physik bedeutende wissenschaftliche Beiträge geleistet hat. Wir werden Armin Uhlmann ein ehrendes Andenken bewahren.
Gerhard Pfaff










