Rundgang auf dem Campus-Dahlem
Zur Geschichte der Wissenschaft in Berlin
Rundgang auf dem Campus-Dahlem mit unserer Kollegin Annette Vogt (Organisation: Gisela Boeck, Annette Vogt, Gerhard Pfaff)
Hans-Christoph Hobohm Boeck.G, Pfaff.G, Vogt.A
Rundgang auf dem Campus-Dahlem mit unserer Kollegin Annette Vogt (Organisation: Gisela Boeck, Annette Vogt, Gerhard Pfaff)
Hans-Christoph Hobohm Konferenzen, Veranstaltungen Langhoff.N, Methling.W, Pfaff.G, Vogt.A, Wöltge.H

Am 6. August 2026 fand das Kolloquium „Die Wiedereröffnung der Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Sommer 1946 – acht Jahrzehnte Wissenschafts- und Standort-Geschichte Berlin-Adlershof“ im Steinbeis-Haus in Berlin-Adlershof statt. Das Kolloquium wurde gemeinsam von der WISTA Management GmbH, der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V, dem Forum Adlershof e.V. und dem Kollegium Wissenschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung veranstaltet.
Vor 80 Jahren, im Sommer 1946, wurde die Preußische Akademie der Wissenschaften als Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiedereröffnet. Aus dieser Wiedereröffnung, die mit dem Befehl Nr. 187 der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) erfolgte, ging später die Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW) hervor, deren Institute den Wissenschaftsstandort Adlershof über Jahrzehnte entscheidend mitprägten.
60 Wissenschaftshistoriker, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung und Standortentwicklung referierten und diskutierten die Rolle der DAW und der AdW beim Aufbau der ostdeutschen Forschungslandschaft. Dabei wurden die wissenschaftlichen Leistungen und die nachhaltigen Spuren, die in Adlershof hinterlassen wurden, ausführlich bewertet und gewürdigt. Sowohl die Entwicklung der Forschungsakademie als institutionelles Modell als auch die Transformation wissenschaftlicher Strukturen nach 1990 standen im Brennpunkt des Interesses. Die Anregung für die Veranstaltung ging von Dr. sc. Klaus Meier aus. Die Moderation der Vorträge wurde von Dr. Wolfgang Girnus übernommen.
Prof. Dr. Norbert Langhoff (MLS), der Mitorganisator des Kolloquiums, verwies in seinen Ausführungen auf persönlichen Erfahrungen aus über sieben Jahrzehnten Standortgeschichte. WISTA-Geschäftsführer Roland Sillmann betonte in seinem Vortrag, der den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart des Standorts schlug, dass Adlershof seine heutige Stärke als international erfolgreicher Wissenschafts- und Technologiepark auch einer ausgeprägten Transformationsfähigkeit verdanke, die den Standort seit Jahrzehnten prägt und die auf die zu Zeiten der DAW und der AdW erfolgten Entwicklungen in besonderer Weise aufbauen kann. Die WISTA Management GmbH gestaltet heute die Rahmenbedingungen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, fördert Technologietransfer und unterstützt die Entstehung von neuen Kooperationen, Unternehmen und Innovationen am Standort.

Folgende Vorträge wurden gehalten und standen zur Diskussion:
Session I
Das Modell „Forschungsakademie“ braucht Institute – vom bescheidenen Startschuss für Adlershof mit der „Kulturverordnung der Deutschen Wirtschaftskommission vom 31. März 1949“ zum größten Forschungsstandort der DDR
Session II
Wissenschaftliche Exzellenzen Ostdeutschlands – Traditionslinien – Brüche – Resilienzen

Wie eng die Entwicklung des heutigen Wissenschafts- und Technologieparks mit der Geschichte der Akademie verbunden ist, wurde in den Vorträgen und Diskussionen deutlich. Viele Kompetenzen, Netzwerke und Forschungstraditionen, die Adlershof heute als einen der führenden Wissenschafts-, Technologie- und Medienstandorte Europas auszeichnen, haben ihre Wurzeln in den Instituten der DAW und der AdW. Die Veranstaltung bot demzufolge neben einem Rückblick auf die Wissenschaftsgeschichte Berlins auch eine Vorausschau in die Zukunft. Sie bestätigte, dass Innovation dort entsteht, wo Wissen bewahrt und kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Die WISTA Management GmbH, die 1994 in Adlershof ihre Tätigkeit aufnahm, gestaltet heute die Rahmenbedingungen für den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie fördert den Technologietransfer und unterstützt die Entstehung neuer Kooperationen, Unternehmen und Innovationen am Standort. Damit knüpft sie als Betreiberin des Technologieparks Adlershof an die Traditionen der vergangenen Jahrzehnte an.
Die Organisatoren danken der WISTA Management GmbH für die Unterstützung bei der Durchführung des Kolloquiums, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Pausenversorgung.
Gerhard Pfaff
Hans-Christoph Hobohm Veranstaltungen Langhoff.N, Linke.D, Methling.W, Pfaff.G, Vogt.A, Wöltge.H
Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof (WISTA), die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V., das Forum Adlershof e.V. und das Kollegium Wissenschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung
laden ein zum Kolloquium
am Donnerstag, 6. August 2026
von 10.00 bis 15.00 Uhr
im Steinbeis-Haus Berlin-Adlershof
Rudower Chaussee 28
12489 Berlin
Programm:
10.00 Uhr: Prof. Norbert Langhoff (MLS) – Begrüßung und persönliche Reminiszenzen aus über sieben Jahrzehnten Standortgeschichte
Session I
Das Modell „Forschungsakademie“ braucht Institute – vom bescheidenen Startschuss für Adlershof mit der „Kulturverordnung der Deutschen Wirtschaftskommission vom 31. März 1949“ zum größten Forschungsstandort der DDR
Nachmittagsrunde ab 13.15 Uhr
Eröffnung: WISTA-CEO Roland Sillmann: Adlershof – transformationserfahrener Zukunftsstandort
Session II
Wissenschaftliche Exzellenzen Ostdeutschlands – Traditionslinien – Brüche – Resilienzen
Diskussionsrunde zu den Beiträgen der Sessions I und II und zum Thema des Tages
Moderation Dr. Peter Strunk
Im Anschluss Smalltalk und Büchertisch.
Dr. Gerald Diesener, Leiter des Universitätsverlages Leipzig, wird mit einem Bücherstand mit ausgewählten Publikationen zur Wissenschaftsgeschichte vertreten sein (u.a. Ingolf Volker Hertel „Blühende Landschaften“; Peter Strunk „Adlershofer Geschichten“; Norbert Langhoff/Klaus Meier „Leucht-Türme. Adlershofer Hightech-Firmen und ihre Geschichte“)
Gäste sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Organisation und Einladung: Prof. Dr. Norbert Langhoff, Dr. sc. Klaus Meier, Prof. Dr. Gerhard Pfaff
Gerda Hassler Langhoff.N, Linke.D, Methling.W, Pfaff.G, Vogt.A, Wöltge.H
Mit dem Befehl 187 der Sowjetischen Militäradministration vom 1. Juli 1946 ging ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Akademie der Wissenschaften zu Berlin (ab 1972 Akademie der Wissenschaften der DDR, AdW) an den Start. Das Leben und Wirken von Tausenden von Forschenden war fortan über 45 Jahre mit dieser Akademie verbunden und hat nach der Wende die urbane Wissenschafts- und Hightech-Landschaft Adlershof nachhaltig geprägt.
6. August 2026 – Zeitzeugen, Historiker, Akteure diskutieren Aspekte von 80 Jahren
Wissenschafts- und Standortgeschichte
Veranstalter: WISTA; Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V.; Forum Adlershof e. V; Kollegium Wissenschaft der RLS
In Namen der Veranstalter freuen sich auf Ihre Teilnahme: Prof. Norbert Langhoff (MLS), Prof. Gerhard Pfaff (MLS) und Dr. Klaus Meier
Termin: Donnerstag, 6. August 2026 10.00 bis 15.00 Uhr
Tagungsort: Berlin-Adlershof, Rudower Chaussee 28 (Steinbeis Haus Berlin) im Technologiepark Adlershof
Zum Programm.
Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
Zeit: 10.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Rathaus Friedrichshagen, Historischer Ratssaal, Bölschestr. 87, 12587 Berlin
Die Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:
https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/64304816339?pwd=hyRLZKjbjkmiVTsAzNDxCq3zN4cDHa.1
Meeting-ID: 643 0481 6339
Vortrag:
Annette Vogt (MLS)
Ausstellungen über Wissenschaftler – das Beispiel der Wanderausstellung über Emil J. Gumbel (1891-1966) – Statistiker, Pazifist, Publizist
Abstract:
In der Wissenschaftsgeschichte, der Kultur- und Literaturgeschichte sowie in Museen sind Ausstellungen ein willkommenes Mittel, um neue Forschungsergebnisse vorzustellen oder an bestimmte Ereignisse und Personen – meist im Zusammenhang mit Jubiläen – zu erinnern. Ausstellungen sind eine Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen als durch Publikationen für die engere scientific community. Und Ausstellungen haben den Vorteil, durch geeignete Objekte, durch Fotos und anderes Material, die Ereignisse und Personen auch optisch sichtbar werden zu lassen. Im Idealfall ergänzen sich die Begleittexte und die Objekte bzw. Fotos.
Im Vortrag werden auf Grund eigener Erfahrungen der Referentin mit Ausstellungen einige der Möglichkeiten der Visualisierung und Propagierung skizziert sowie Schwierigkeiten, die auftreten können, benannt. Ausführlicher wird auf die Geschichte und den Aufbau der Wanderausstellung über Emil J. Gumbel (1891-1966) eingegangen. Diese Ausstellung – die English version – wird in Berlin, im Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden, Lichthof Ost, vom 24.3. bis 14.5.2025 gezeigt werden.
Vita:
Annette Vogt studierte Mathematik und Physik an der Universität Leipzig, ist Diplom-Mathematikerin und promovierte Mathematikhistorikerin. Bis 1991 war sie am Institut für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaften der AdW der DDR in Berlin tätig, von 1992 bis 1994 am Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und von 1994 bis 2018 research scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Seit 1997 hält sie Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin, seit 2014 ist sie Honorar-Professorin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der HU Berlin. Sie ist Mitglied der International Academy for History of Science (2016 Full Member) und Mitglied der Leibniz-Sozietät (seit 2020).
Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Mathematik, die Geschichte jüdischer Wissenschaftler, die Geschichte der Wissenschaftlerinnen in Europa im 19. und 20. Jh. sowie die Geschichte der Emigration und Remigration von Wissenschaftlern. Sie publizierte mehrere Bücher und über 200 Artikel.
Publikationen mit Bezug zum Vortrag:
Scherer, Matthias, Vogt, Annette (Hgg.):
Emil Julius Gumbel (1871-1966): Statistiker, Pazifist, Publizist – Im Kampf gegen Extreme und für die Weimarer Republik. Hamburg: HSU, 2024. Begleitband zur Ausstellung an der HSU Hamburg, 21.11.2023-28.3.2024, herausgegeben von der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität.
Vogt, Annette: Emil J. Gumbel – Mathematiker, Pazifist und politischer Autor. In: Sitzungsberichte, Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, Band 145 (2021), S. 145-167.
Vogt, Annette: Nicht nur Lise Meitner – Naturwissenschaftlerinnen an der Berliner Universität. In: Der lange Weg zur Chancengleichheit. Naturwissenschaftlerinnen an der Berliner Universität. Hrsg. Márta Gutsche. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin: humboldt chancengleich. fokus frau. 2014, S. 7-10; (und Autorin der 15 Poster der Ausstellung).
Vogt, Annette: From Exclusion to Acceptance, from Acceptance to Persecution (pp. 11-30); Berlin (pp. 44-54); Academic Anti-Semitism (pp. 197-212); Dismissal and Exile (pp. 213-240); all in: Transcending Tradition. Jewish Mathematicians in German-Speaking Academic Culture. Ed. by Birgit Bergmann, Moritz Epple, Ruti Ungar. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, 2012. (Dt. Springer Verlag 2009).
Vogt, Annette: Jüdische Mathematiker im deutschsprachigen Raum – Von der Ausgrenzung zur Akzeptanz, von der Akzeptanz zur Ausschließung (S. 11-32); Berlin (S. 46-56); Das Gift des Antisemitismus (S. 182-198); Vertreibung – Exil – Rückkehr? (S. 200-222). In: Birgit Bergmann, Moritz Epple (Hgg.) Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur. Heidelberg et al, Springer Verlag, 2009. (in English 2012).
Hinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2025 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden.
Nina Hager Sitzungsberichte Busch.U, Haßler.G, Klemme.HF, Klenner.H, Rauh.H-Ch, Vogt.A

Band 164/2024 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät ist jetzt verfügbar. Thema:
Kant und die Rezeption der Aufklärung
Jahrestagung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
am 11. April 2024
Herausgegeben von Gerda Haßler
Mit Beiträgen von Ulrich Busch, Gerda Haßler, Heiner F. Klemme, Hermann Klenner, Hans-Christoph Rauh, Annette Vogt
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Publikationen – Sitzungsberichte
Hans-Christoph Hobohm Jahrestagungen Busch.U, Haßler.G, Klemme.HF, Klenner.H, Rauh.H-Ch, Vogt.A
Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. lädt ein zur ihrer Jahrestagung zum Thema:
am 11. April 2024,
13.00 Uhr – 19.00 Uhr,
im Rathaus Friedrichshagen (Historischer Ratssaal) Bölschestraße 86, 12587 Berlin

Aus Anlass des 300. Geburtstages Immanuel Kants (22. April 1724–12. Februar 1804) widmet die Leibniz-Sozietät ihre Jahrestagung 2024 dem Thema Kant und die Rezeption der Aufklärung.
Kants Name ist untrennbar mit seiner Antwort auf die Frage „Was ist Aufklärung“ verbunden. Der „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ wurde zu einer Zeit als Aufforderung zum Selbstdenken verstanden, als die Aufklärung bereits auf zahlreiche Denker wie Locke, Leibniz, Voltaire oder Diderot zurückblicken konnte und als sie bald durch die Romantik abgelöst werden sollte. Sein sapere aude ist jedoch bis heute aktuell geblieben. Diese Aufforderung zum Mut, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, ist nicht mit der Anhäufung von Wissen gleichzusetzen, das stets relativ ist und durch die Wissenschaften erweitert und korrigiert werden kann. Wenn etwas für uns als Gegenstand erkennbar sein soll, muss es den Bedingungen menschlicher Erkenntnis in Raum und Zeit entsprechen, sonst ist es ein Ding an sich und damit für uns Menschen unerkennbar.
Wie wurde Kant in den Wissenschaften rezipiert und welche Herausforderungen brachte seine Transzendentalphilosophie für einige von ihnen mit sich? An einigen Beispielen soll diese Frage in Beiträgen der Jahrestagung behandelt werden. Kants Kritik der reinen Vernunft ist ein Meilenstein der Philosophiegeschichte, sein Begriff der menschlichen Würde prägt bis heute unsere ethischen Vorstellungen und seine Theorie des ewigen Friedens ist von hoher Aktualität. Kant entwickelte die Idee der menschlichen Geschichte als eines stetigen Fortschritts, der zwar von Rückschlägen unterbrochen ist, aber in einer globalen Weltfriedensordnung zwischen demokratischen und liberalen Rechtsstaaten ankommt. In seinem Buch Zum ewigen Frieden erwartet er, dass sich Fortschritte zunächst aus Eigeninteresse ergeben werden, weil die Folgen des Krieges zu grausam sind. Das Ergebnis der französischen Revolution, Demokratie, Republik und Volkssouveränität, schätzt er, den revolutionären Weg dahin sieht er jedoch als nicht rechtmäßig an. Der kategorische Imperativ, dass man nur nach solchen Regeln handeln soll, die auch für alle anderen gelten können, verankert unser Wollen und Handeln in der Vernunft.
Die Aufforderung zum Selbstdenken genügt insofern nicht, als sich viele zwar auf dem Weg zur Mündigkeit befinden, dabei aber noch keinen „sicheren Gang tun“ und mangels Übung bei dem Versuch des Selbstdenkens Fehler machen. Kant betonte in einem Zeitalter der Aufklärung, jedoch noch nicht in einem aufgeklärten Zeitalter zu leben. Diese Feststellung könnte bis heute Gültigkeit haben.
Hans-Christoph Hobohm Aus der Sozietaet Banse.G, Pfaff.G, Vogt.A
Auf der Seite „Über uns“ –> „Dokumente zur Geschichte der Sozietät“ finden Sie ab jetzt hier online jährlich aktualisierte Listen und Übersichten zu den Leistungen und Arbeitsergebnissen der Sozietät. Gerhard Banse, Gerhard Pfaff und Annette Vogt befüllen diese Seite kontinuierlich mit weiteren Informationen.
Sie bauen auf die beeindruckende Vorarbeit der als Band 75 der Abhandlungen vorliegenden Chronik auf und lassen damit eine dynamisch sich erweiternde historische Dokumentation der Sozietät entstehen.
Herzlichen Dank dafür!
Hans-Christoph Hobohm Nekrologe Kant.H, Laitko.H, Pfaff.G, Vogt.A

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. trauert um ihr Mitglied, den Physiker und Wissenschaftshistoriker Dr. Horst Kant, der am 25. Dezember 2023 in Berlin verstorben ist
Horst Kant wurde am 22. März 1946 in Berlin geboren. Von 1960 bis 1964 besuchte er die Heinrich-Hertz-Oberschule in Berlin, die wegen ihres zusätzlichen Angebots in den Fächern Mathematik und Physik bekannt war. Nach dem Abitur studierte er von 1964 bis 1969 an der Humboldt-Universität zu Berlin Physik und schloss das Studium mit dem Diplom ab. Anschließend studierte er Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte, in jenen Jahren ein aufstrebendes Fach in der DDR, an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 1973 auf dem Gebiet der Wissenschaftsgeschichte. Von 1973 bis 1978 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent bzw. Oberassistent an der Humboldt-Universität, u. a. war er beim Prorektor für Naturwissenschaften und Technik, dem Physiker Joachim Auth (1930-2011), tätig. Von 1978 bis 1991 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theorie, Geschichte und Organisation der Wissenschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR im Bereich Wissenschaftsgeschichte, der seit 1973 von Hubert Laitko aufgebaut wurde. WEITER
Hans-Christoph Hobohm Abhandlungen, Jubiläen Banse.G, Kant.H, Pfaff.G, Vogt.A
Gerhard Banse, Horst Kant, Gerhard Pfaff, Annette Vogt (Hrsg.): 30 Jahre Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Eine Chronik. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag 2023, 341 S., zahlr. Fotos u. Abb. (Abhandlungen der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, Bd. 75); ISBN 978-3-86464-250-0; 39,80 EUR
Im April 2023 beging die Leibniz-Sozietät – gegründet 1993 als Leibniz-Sozietät e. V. und seit 2007 Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. – ihr 30-jähriges Jubiläum. Diesem Jahrestag ist die vorliegende Chronik gewidmet, denn er bietet Anlass für eine Rückschau sowie eine Zusammenstellung erbrachter Leistungen. In der Chronik werden wesentliche Aspekte der Geschichte behandelt sowie die Struktur, die Arbeitsweise und insbesondere die Leistungen der Leibniz-Sozietät in den vergangenen 30 Jahren geschildert und damit gewürdigt. Im ersten Teil werden die Hintergründe, die zur Etablierung dieser Gelehrtengesellschaft führten und an welche Traditionen sie anknüpft, ebenso wie die nachfolgenden Stufen ihrer Entwicklung bis zum heutigen Zeitpunkt skizziert, insbesondere Motive und Ziele der Gründungsmitglieder sowie wesentliche Personen, Ereignisse und Arbeitsformen. Die Leibniz-Sozietät zählt heute über 300 Mitglieder im In- und Ausland. Da wissenschaftliche Leistungen für eine Gelehrtengesellschaft essentiell sind, werden im zweiten Teil Ergebnisse des 30-jährigen Wirkens der Sozietät – insbesondere Veranstaltungen, Arbeitskreise, Projekte und Publikationen – tabellarisch dargestellt. Ergänzt wird diese Chronik durch ausgewählte Dokumente zur Geschichte der Leibniz-Sozietät sowie durch Fotos, die die vergangenen 30 Jahre in Erinnerung rufen.
Peter Knoll Ehrungen, Sitzungsberichte Blokhina.E, Dill.H-O, Fleischer.L-G, Hecht.H, Kaltwang.H-J, Kant.H, Kautzleben.H, Knoll.P, Laitko.H, Linke.D, Pfaff.G, Röseberg.D, Störl.K, Vogt.A
Band 145/2021 der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften ist jetzt verfügbar.
Thema:
Herausgegeben von
Horst Kant & Gerhard Pfaff
Mit Beiträgen von Elena Blokhina, Hans-Otto Dill, Lutz-Günther Fleischer, Hartmut Hecht, Hans-Jürgen Kaltwang, Horst Kant, Heinz Kautzleben, Peter Knoll, Hubert Laitko, Dietmar Linke, Gerhard Pfaff, Dorothee Röseberg, Kerstin Störl, Annette Vogt
Inhalt:
Horst Kant, Gerhard Pfaff
Vorwort
Lutz-Günther Fleischer
Einsichten und Ansichten – Einführung zum Ehrenkolloquium
Heinz Kautzleben
Laudatio für Prof. Dr. Peter Knoll (*1940)
Hans-Jürgen Kaltwang
Grubengasproduktion und -verwertung im Saarland vor dem Hintergrund der Energiewende
Peter Knoll
Worte des Dankes und der Erinnerung
Gerhard Pfaff
Laudatio für Prof. Dr. Dietmar Linke (*1940)
Elena Blokhina
150 Jahre des Periodensystems der Elemente
Dietmar Linke
Worte des Dankes und der Erinnerung
Dorothee Röseberg
Einführung zum zweiten Teil des Ehrenkolloquiums
Kerstin Störl
Laudatio für Prof. Dr. Hans-Otto Dill (*1935)
Hartmut Hecht
Aufklärung am Polarkreis – Die Lappland-Expedition des Pierre Louis Moreau de Maupertuis
Hans-Otto Dill
Worte des Dankes und der Erinnerung
Horst Kant
Laudatio für Prof. Dr. Hubert Laitko (*1935)
Annette Vogt
Emil J. Gumbel – Mathematiker, Pazifist und politischer Autor
Hubert Laitko
Worte des Dankes und der Erinnerung
Peter Knoll Ehrungen, Klassen, Naturwissenschaften und Technikwissenschaften, Personalia, Plenum, Sozial- und Geisteswissenschaften, Veranstaltungen Blokhina.E, Dill.H-O, Hecht.H, Kaltwang.H-J, Kant.H, Kautzleben.H, Knoll.P, Laitko.H, Linke.D, Pfaff.G, Röseberg.D, Störl.K, Vogt.A
Am 10. September 2020 fand ein Kolloquium zu Ehren von vier verdienstvollen Kollegen der Leibniz-Sozietät statt. Anlass waren die 80. Geburtstage der Kollegen Peter Knoll und Dietmar Linke sowie die 85. Geburtstage der Kollegen Hans-Otto Dill und Hubert Laitko im Jahr 2020. Alle vier Kollegen sind langjährige Mitglieder der Leibniz-Sozietät, die im Laufe von vielen Jahren wichtige Funktionen in der Gelehrtengesellschaft ausgeübt haben und sich bis heute durch besonderes Engagement und hohe Aktivität auszeichnen.
Im Vortragsraum des CEDIO-Konferenzzentrums in der Storkower Straße in Berlin begrüßte der stellvertretende Präsident der Leibniz-Sozietät Lutz-Günther Fleischer 50 Mitglieder und Freunde der Sozietät sowie Familienangehörige der vier Jubilare zur ersten Präsenzveranstaltung der Gelehrtengesellschaft seit März 2020. Die Einhaltung der durch die Corona-Pandemie notwendigen Hygienemaßnahmen machte es möglich, die Veranstaltung durchführen zu können.
Eröffnung durch den Vizepräsidenten Lutz-Günther Fleischer
In seiner Eröffnung ging Lutz-Günther Fleischer auf die außergewöhnlichen Lebensleistungen der vier mit dem Kolloquium geehrten Mitglieder der Leibniz-Sozietät ein. Er spannte dabei den Bogen von der akademischen Ehrung der vier Jubilare über aktuelle Ereignisse innerhalb der Gelehrtengesellschaft bis hin zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wissenschaft und Gesellschaft. Er verwies unter anderem darauf, dass sich am Beispiel der komplexen, vielfältigen und die Mehrheit der Menschen unmittelbar betreffenden Probleme und Herausforderungen der Corona-Pandemie zeigt, dass und wie sich die ambivalenten öffentlichen und personifizierten Debatten mit dem Wissenschaftsdiskurs verschränken. Dabei kam er zu dem Schluss, dass die Leibniz’sche „Theoria cum praxi et commune bonum“ nicht nur auf die Einheit von Theorie und experimenteller Praxis in der Forschung vor allem der empirischen Wissenschaften abzielt, sondern ebenso jede Person und die Gesellschaft in toto verpflichtet, theoriegeleitetes vernünftiges Handeln in dieser Welt zum Gemeinnutz konsequent einzusetzen.
Musikalischer Vortrag von Lewin Krella
Nach der Eröffnung spielte der junge Solocellist Lewin Krella auf seinem Instrument eindrucksvoll den 1. Satz des Cellokonzertes von Édouard Victor Antoine Lalo.