Veranstaltungs-Ankündigung: Ein und ein halbes Jahrhundert internationale Zusammenarbeit der Geodäten und Geophysiker

Peter Knoll Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften, Mitteilungen Jähn.S
Der Botschaftsrat in der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland, Herr Alexander Rusinov, informierte gestern die Leibniz-Sozietät, dass der Leiter der Goskorporazija Roskosmos mit einem offiziellen Schreiben dem Helden der Sowjetunion, Helden der DDR, Flieger-Kosmonauten Generalmajor Sigmund Jähn herzlich zum 40. Jahrestag seines Fluges im Rahmen der Weltraummission „UdSSR-DDR“ gratuliert und dass er das Schreiben Herrn Jähn am Jubiläumstag persönlich übergeben wird.

Herr Rusinov hat gestern bereits der Leibniz-Sozietät die Kopie des Glückwunschschreibens übergeben, damit es auf der Website der Leibniz-Sozietät veröffentlicht werden kann. Die Übergabe ist eine Folge der Konferenz „Menschen im Weltraum“, die die Leibniz-Sozietät am 17.05.2018 aus Anlass des 40. Jahrestages der Weltraummission mit Sigmund Jähn durchgeführt hat.
Peter Knoll Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum-, Astrowissenschaften, Mitteilungen Jähn.S, Kautzleben.H
Die Weltraummission „UdSSR-DDR“ begann am 26.08.1978 mit dem Start des sowjetischen Zubringerraumschiffes „Sojus-31“, wurde an Bord der sowjetischen Orbitalstation „Saljut-6“ ausgeführt und endete am 03.09.1978 mit der Landung des Zubringerraumschiffes „Sojus-29“. Mit der Ausführung beauftragt waren die beiden Kosmonauten Valerij F. Bykovskij als Kommandant und Sigmund Jähn als Forschungskosmonaut. Sie bildeten die dritte Gastbesatzung der sowjetischen Station mit einem Ausländer.
Die Stammbesatzung der Orbitalstation während der Weltraummission „UdSSR-DDR“ bildeten die beiden Kosmonauten Vladimir V. Kovaljonok als Kommandant und Aleksandr S. Ivančenkov als Bordingenieur. Das dritte Foto zeigt die vier Kosmonauten gemeinsam an Bord von „Saljut-6“.

Peter Knoll Aus der Sozietaet, Konferenzen, Veranstaltungen Banse.G, Fiti.T
Am 4. Juli 2018 führten die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin (LS) und die Makedonische Akademie der Wissenschaften und Künste in Skopje (MANU) im berühmten Einstein-Saal der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow ihre vierte gemeinsame wissenschaftliche Konferenz durch. Das Thema der Konfernz lautete:
„West-/Mitteleuropa und der Balkan im geistig-kulturellen Dialog 1900 – 1939“.

Ihr wissenschaftliches Anliegen bestand darin, jener intensiven wechselseitigen geistig-kulturellen Beeinflussung von West-/Mitteleuropa und den Ländern des Balkans nachzugehen, die Fragen nationaler wie transnationaler kultureller, literarischer und künstlerischer Identitäten ebenso einschloss wie das Wechselspiel von Tradition und Moderne, die Rezeption von Inhalten, Formen, von Stilrichtungen, Ideen, Begriffen, politisch-künstlerischen Konzepten, von Ideologien oder kulturell-theoretischen Problemen. Gefördert bzw. geprägt wurde dieser geistig-kulturelle Transfer durch die Zwiespältigkeit der historischen Situation am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hinzu kamen der zunehmende Verfall bürgerlicher Wertevorstellungen und parallel dazu die Suche nach neuen Werteidealen, ebenso das Ausbrechen aus einem fragwürdig gewordenen, sich selbst diskreditierenden Konservatismus
Den historischen Hintergrund, den entscheidenden Stimulus für die politische und soziokulturelle Entwicklung und die darin eingebundenen gesellschaftlichen Umbrüche in den 1920er/1930er Jahren bildeten die Urkatastrophe der bürgerlichen Welt, der 1. Weltkrieg, die revolutionären Erhebungen, die drei große europäische Dynastien in den Abgrund rissen und – in Russland – nach der erfolgreichen Oktoberrevolution von 1917 das Tor für den Aufbau einer völlig neuen Gesellschaftsordnung öffneten und Europa veränderten, und schließlich das Aufkommen totalitärer Regimes.
Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied,
den Philosophen
Prof. Dr. Domenico Losurdo
der am 28. Juni 2018 im Alter von 77 Jahren verstorben ist.

Sein Philosophiestudium an der Universität Urbino (Italien) schloß Domenico Losurdo 1963 mit der Dissertation über Karl Rosenkranz ab, einem Schüler Hegels. Anschließend war er dort als Hochschullehrer für Geschichte der Philosophie tätig. Zeitweise übter er die Funktion des Dekans der Philosophischen Fakultät aus. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Forschungen waren die Entwicklung des philosophischen Denkens von Kant bis Marx und der nach 1848 revolutionären und antirevolutionären geistigen Bewegungen in Deutschland, ganz im Sinne von Georg Lukács. In einer größeren Rezension ( Henny Hübner, München) zu seiner Schrift „Von Hegel zu Hitler? Geschichte und Kritik eines Zerrbildes“ (2015) heißt es, dass es aus Losurdos Sicht mythologisch und unwissenschaftlich ist, „die Geschichte Deutschlands unter das Negativvorzeichen einer Entwicklung auf den Nazismus hin zu stellen, auch wenn sich der Nazismus in Deutschland und in Italien aus historischen Gründen manifestierte. Hier war die Affinität zu einer sozialen Form der Emanzipation am größten und wurde in vorgezogener Weise niedergeprügelt. Die deutschen Nazisten werden sich auf den englischen Sozialdarwinismus berufen, was viel zu wenig Beachtung fand und allein von Hannah Arendt untersucht wurde. Ob es sich dabei um eine kontinuierliche oder eine diskontinuierliche Entwicklung handelt… bleibt offen, als historische Ausgangsposition setzt Losurdo nur die bürgerliche Revolution von 1848 an“. Seine Arbeit „Hegel, Marx und die Ontologie des gesellschaftlichen Seins“ (Zeitschrift für marxistische Erneuerung, Juni 2011) gehört genauso in den Reigen dieser Forschungen wie die Beschäftigung mit der Person und dem Werk von Friedrich Nietzsche.
Verdienstvolles Wirken unseres Mitglieds Waltraud Seidel-Höppner – Neue Buchpublikation über Wilhelm Weitling erschienen:
Wilhelm Weitling (1808-1871) auf zwei Kontinenten in Daten
Zeittafel, gesammelt und zusammengestellt von Waltraud Seidel-Höppner (MLS), Berlin 2018, Selbstverlag

Die komplette Ausgabe ist auch im Internet verfügbar:
http://wilhelm-weitling.de/W.%20Weitling%20DRUCK.pdf
Diese Zeittafel dokumentiert politische und theoretische Vorgaben und die historische Leistung des Magdeburger Schneidergesellen und politischen, organisatorischen und theoretischen Wortführers der deutschen Arbeiterbewegung Wilhelm Weitling (1808- 1871). Ihm verdanken der “Bund der Gerechtigkeit”, ab 1838 die erste sozialpolitische Organisation deutscher Frühproletarier (proletarisierter Handwerksgesellen) in Europa, und deutschamerikanische Arbeiter in 21 Staaten der USA ab 1850 ihren “Arbeiterbund” und ihr erstes sozialpolitisches Befreiungsprogramm einer künftigen “Republik der Arbeiter“. Zehn Jahre vor der bürgerlichen Revolution in den deutschen Staaten von 1848 fordert er eine “Soziale Republik” mit gleichen sozialen, kulturellen und politischen Rechten und Pflichten für Männer und Frauen und Privilegien für technische Neuerer und Erfinder. Den vom frühen Industrie- und Bankkapital ausgebeuteten amerikanischen Arbeitern empfiehlt er kooperative Formen der Produktion und des Austauschs.
Kerstin Störl (MLS)
Klassensekretarin für Sozial- und Geisteswissenschaften
Peter Knoll Publikationen, Sitzungsberichte
Der Band 135-2018 der Sitzungsbereichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften ist erschienen zum Thema
Plenarveranstaltung der Leibniz-Sozietät:
Menschliche Informationsverarbeitung – interdisziplinäre Analyse und Anwendung –
Dezember 2017
anlässlich seines 90. Geburtstages
Herausgegeben von Werner Krause und Erdmute Sommerfeld
trafo-Verlag der Wissenschaften, Berlin, 2018, 180 S., ISBN 978-3-86464-157-2

Im Vorwort schreiben die Herausgeber:
„Eine „Psychophysik kognitiver Prozesse“ wollte Friedhart Klix schaffen. Den Begriff „Theoretische Psychologie“ hat er nie benutzt, obwohl alle seine Forschungsarbeiten einem solchen Fernziel zuzuordnen sind. Dabei ging es ihm nicht um Vorausberechnung. Klix ging es um die Rückführung des Komplexen auf das Einfache. Gleichsam axiomatisch stehen vor dem Hintergrund des Modularen elementare Prinzipien wie Vereinfachung und Invarianz im Fokus.
Anlässlich eines Ehrenkolloquiums zu seinem 90. Geburtstag haben sich Weggefährten zu Wort gemeldet. Wir haben ihre Beiträge in diesem Band zusammengestellt.
Sie geben Einblick in die Vielfalt des wissenschaftlichen Lebenswerkes von Friedhart Klix und repräsentieren zugleich die Mannigfaltigkeit der Weiterführung. …“
Der Band kann über den trafo-Wissenschaftsverlag bezogen werden.
Peter Knoll Nekrologe Wilhelmi.B
Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied,
den Physiker
Prof. Dr. Bernd Wilhelmi
der am 8. Juli 2018 im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Am 08. Juli 2018 verstarb plötzlich Professor Bernd Wilhelmi, Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, ehemaliger Professor für Angewandte Physik/Quantenelektronik und Rektor der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena.
Bernd Wilhelmi wurde am 06. Januar 1938 in Erfurt geboren, studierte von 1956-1961 Physik an der Friedrich-Schiller-Universität und arbeitete anschließend bei Max Schubert am Physikalischen Institut bzw. später an der Sektion Physik der Friedrich-Schiller-Universität, ab 1973 als Professor für Angewandte Physik/Quantenelektronik. Von 1983-1989 war Bernd Wilhelmi Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1989 wurde er als Sekretär des Wissenschaftsgebietes Physik an die Akademie der Wissenschaften der DDR berufen. Gleichzeitig leitete er einen Bereich des Zentralinstituts für Optik und Spektroskopie in Berlin. Diese Tätigkeiten übte er bis 1991 aus. Von 1992 bis 2009 war Bernd Wilhelmi Leiter des Bereiches Vorentwicklung der Jenoptik AG in Jena. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR, der Leopoldina, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin und wurde durch mehrere Ehrendoktorate im In- und Ausland gewürdigt.
Inhaltsverzeichnis
Peter Knoll Gesellschaftsanalyse und Klassen Lund.R, Tomas.M
Thema der Sitzung:
Der Arbeitskreis hat sich am 29. Juni in einer knapp dreistündigen Sitzung intensiv mit dem genannten Thema auseinandergesetzt. Dr. Rainer Land von Thuenen-Institut gab eine entsprechende thematische Einsteuerung. Neben der längeren thematischen Auseinandersetzungen zu diesem Thema war zudem die jüngste Debatte im Plenum der Sozietät ein Bezugspunkt. Auf dieser, die kontrovers und thematisch offen war, hatte Kollege Land gleichfalls referiert. Allerdings kam es von der Teilnahme her nicht zum erhofften Anschluss, einer Fortsetzung dieser angeführten Diskussion. So blieb der Arbeitskreis in einer überschaubaren Runde von zwölf Teilnehmenden. Für Intensität und Qualität der Debatte war das kein Nachteil.
Unter Bezugnahme auf neuere Initiativen – etwa das Berliner Mobilitätskonzept oder die in der Stadt abgeschlossene Enquete-Kommission zur Energiewende – wurde einführend vom Arbeitskreisleiter nochmals die Spannung zu dieser Energiewende und deren Stellenwert für ökologischen Umbau die Transformation deutlich gemacht: Gerade der versprochene „große Wurf“ und die zunehmend nur noch halbherzige Umsetzung einer Energiewende machen ihren Stellenwert fraglich und begrenzen damit einen zentralen Transformationsprozess. Insbesondere mit Blick auf die dezentral angelegte Energiewende, mit der sich eine besondere Transformationsrelevanz verbinden könnte (Beispielswiese erscheinen Beteiligungsmodelle als „dezentrales Legitimationsreservoir“), müssen neuere politische Initiativen kritisch gesehen werden.
Peter Knoll Mitteilungen, Nekrologe
Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. trauert um ihr Mitglied,
den Phsiker
Klaus-Peter Steiger
der am 23. Juli 2018 im Alter von 77 Jahren verstorben ist.

Klaus-Peter Steiger wurde am 26. 12.1940 in Stettin geboren. Von 1947 bis 1958 währte sein Schulbesuch in Vorpommern und Mecklenburg. 1959 legte er das Abitur in Halle (Saale) ab und arbeitete danach im Chemie-Großbetrieb BUNA-SCHKOPAU als Anlagenfahrer.
Von 1960 bis 1966 erfolgte das Studium am Leningrader Technischen Institut „Uljanov/Lenin“ LETI in der Fachrichtung Physik der Halbleiter und Dielektrika (Festkörperphysik). Zeitgleich von 1965 bis 1966 legte er ein Industrie- und Diplompraktikum im Werk für Fernsehelektronik Berlin ab mit dem Arbeitsgebiet Schaltmessungen an Halbleiterelektroden im Nanosekundenbereich. Die Verteidigung der Diplomarbeit am Lehrstuhl Halbleiterphysik des LETI fand 1966 mit dem Ergebnis „sehr gut“ statt.
Im Zusammenhang mit seiner Diplomarbeit entwickelte er in der Abteilung Messtechnik des Werkes für Fernsehelektronik Berlin einen Impulsgenerator mit steilen Anstiegsflanken zur Durchführung der Messungen, die nicht nur zum erfolgreichen Abschluss der Diplomarbeit in Leningrad führten, sondern auch die Auswirkung auf wirtschaftlich weitaus relevantere Messungen an Germanium- und Silicium-Schaltdioden ermöglichten.