Januar-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät

Am 25. Januar 2018 führt die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin ihre öffentliche wissenschaftliche Plenarsitzung durch zum Thema

Staat im Ausverkauf.
Privatisierung in Deutschland

Vortagender: Tim Engartner (MLS)

Zeit: 13.30 bis 15.30 Uhr

Ort: Balkonsaal

C.V.:
Prof. Engartner ist Politikwissenschaftler und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2017. Er studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Englisch für das Lehramt in Bonn, Oxford und Köln  und wurde 2008 an der Universität zu Köln promoviert. Anschließend war er am dortigen Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften tätig. 2009 wechselte er an die Universität Duisburg-Essen, wo er zuletzt eine Juniorprofessur für Ökonomische Bildung innehatte, bevor er auf die Professur für Ökonomie und ihre Didaktik an der PH Schwäbisch Gmünd berufen wurde. Seit April 2012 ist er Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Mitglied des Direktoriums der Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL). Zudem nimmt er gegenwärtig die Aufgabe des Studiendekans wahr und fungiert als Sprecher des Graduiertenkollegs Grade Education sowie als Geschäftsführender Direktor der Goethe Lehrerakademie (GLA).
Prof. Engartner ist Träger des Deutschen Studienpreises (2006), des Förderpreises der Gregor-Louisoder-Umweltstiftung (2008), des Günter Reimann Wissenschaftspreises (2009) sowie des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre (2014). Er absolvierte durch den DAAD, die Rosa-Luxemburg-Stiftung, das Europäische Parlament sowie die Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studien- und Forschungsaufenthalte. 2015 war er als Visiting Scholar an der Columbia University. Zudem ist er Sprecher der 2016 gegründeten Gesellschaft für Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft (GSÖBW). Er gehört dem Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien (ZÖSS) an und ist Senior Fellow der stiftung neue verantwortung. Im Herausgeberkreis des International Journal of Pluralism and Economics Education arbeitet er ebenso mit wie im Beirat der Zeitschrift Gesellschaft – Wirtschaft – Politik.
Abstract:
Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bei der Deutschen Bahn – dies alles geht auch auf den großen Ausverkauf der öffentlichen Hand zurück, der in Deutschland während der Kanzlerschaft Helmut Kohls einsetzte. In der Überzeugung, dass Privatisierungen Dienstleistungen besser, billiger und bürgernäher machen sollten, schüttelt „Vater Staat“ bis heute immer mehr Aufgaben ab – wie ein Baum seine Blätter im Herbst. Anhand besonders eindrücklicher Beispiele analysiert der Vortragende in sieben Punkten – Bildung, Verkehr, Militär, Post und Telekommunikation, soziale Sicherung, Gesundheit und kommunale Versorgung – die Privatisierungen in Deutschland und ordnet sie in internationale Zusammenhänge ein. Sein Weckruf zeigt: Diese Politik, die von allen regierenden Parteien betrieben wurde und immer noch wird, ist nicht alternativlos!