Bericht über die gemeinsame Konferenz von Leibniz-Sozietät (Berlin) und Makedonischer Akademie der Wissenschaften und Künste (Skopje) im Juli 2018

Am 4. Juli 2018 führten die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin (LS) und die Makedonische Akademie der Wissenschaften und Künste in Skopje (MANU) im berühmten Einstein-Saal der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow ihre vierte gemeinsame wissenschaftliche Konferenz durch. Das Thema der Konfernz lautete:

„West-/Mitteleuropa und der Balkan im geistig-kulturellen Dialog 1900 – 1939“.

Der Präsident der LS, Gerhard Banse (mi) mit seinen Gästen von der MANU Skolpje; v.l. AM Professor Dr. Taki Fiti, Präsident der MANU, AM Frau Professorin Dr. Katica Kulavkova,  AM Professor Dr. Luan Starova, Vicepräsident, AM Professor Dr. Vitomir Mitevski

Ihr wissenschaftliches Anliegen bestand darin, jener intensiven wechselseitigen geistig-kulturellen Beeinflussung von West-/Mitteleuropa und den Ländern des Balkans nachzugehen, die Fragen nationaler wie transnationaler kultureller, literarischer und künstlerischer Identitäten ebenso einschloss wie das Wechselspiel von Tradition und Moderne, die Rezeption von Inhalten, Formen, von Stilrichtungen, Ideen, Begriffen, politisch-künstlerischen Konzepten, von Ideologien oder kulturell-theoretischen Problemen. Gefördert bzw. geprägt wurde dieser geistig-kulturelle Transfer durch die Zwiespältigkeit der historischen Situation am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hinzu kamen der zunehmende Verfall bürgerlicher Wertevorstellungen und parallel dazu die Suche nach neuen Werteidealen, ebenso das Ausbrechen aus einem fragwürdig gewordenen, sich selbst diskreditierenden Konservatismus

Den historischen Hintergrund, den entscheidenden Stimulus für die politische und soziokulturelle Entwicklung und die darin eingebundenen gesellschaftlichen Umbrüche in den 1920er/1930er Jahren bildeten die Urkatastrophe der bürgerlichen Welt, der 1. Weltkrieg, die revolutionären Erhebungen, die drei große europäische Dynastien in den Abgrund rissen und – in Russland – nach der erfolgreichen Oktoberrevolution von 1917 das Tor für den Aufbau einer völlig neuen Gesellschaftsordnung öffneten und Europa veränderten, und schließlich das Aufkommen totalitärer Regimes.

Das Jahrhundert der Massen und sozialen Bewegungen war gekennzeichnet durch eine Dichotomie von Hoffnung und Verzagtheit, von Friedenssehnsucht und Zurückweichen vor politischer Gewalt und Kriegstreiberei. Diese beinahe krankhafte, die europäische Gesellschaft länderübergreifend erfassende Neurasthenie, dieser allgemeine Spannungszustand, verbunden mit der Suche nach neuen Wegen oder einfach nur nach etwas zu erahnenden Unbestimmtem, waren schon weit vor dem 1. Weltkrieg zu beobachten und erreichten in den 1930er Jahren einen neuen Höhepunkt. Das Gefühl der Unbeständigkeit, das Schweben zwischen Abgelebtem und zu erwartendem Neuen verlangten nach adäquaten Ausdrucksformen im geistig-kulturellen Bereich, in Philosophie, Kunst, Literatur, Theater, Musik.

Zwischen dem Balkan und West- und Mitteleuropa gab es seit jeher einen Kulturtransfer, der aber nach der Befreiung der Balkanländer vom osmanischen Joch besonders intensiv wurde und in den Jahren vor und nach dem 1. Weltkrieg kulminierte. Er war und ist als ein unununterbrochener, horizontaler wie vertikaler diskursiver Dialog zwischen den Kulturen zu verstehen.

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Professor Dr. Gerhard Banse, Präsident der Leibniz-Sozietät, betonte in seiner Eröffnugsrede eben diese Besonderheiten des Kulturtransfers zwischen Südost-, West- und Mitteleuropa, dessen wissenschaftliche Erforschung immer noch Lücken hat. Dass sich die LS gemeinsam mit der MANU solchen geistesgeschichtlichen Desideraten zuwendet, liegt ganz im Interesse der Kooperation beider wissenschaftlichger Einrichtungen. Banse begrüßte herzlich die makedonischen Gäste: AM Herrn Professor Dr. Taki Fiti, Präsident der MANU, ihren Vizepräsidenten AM Herrn Professor Dr. Luan Starova, AM Frau Professorin Dr. Katica Kulavkova und AM Herrn Professor Dr. Vitomir Mitevski, ebenso Herrn Professor Dr. Horst Klinkmann, Mitglied der Manu und Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der LS sowie einer der „Väter“ der nun schon über zehn Jahre dauernden Zusammenarbeit von LS und MANU. Er dankte darüber hinaus Herrn Professor Dr. Armin Jähne und seiner Ehefrau Dr. Svoboda Jähne, Herrn Professor Dr. Heinz-Jürgen Rothe und Herrn Dr. Klaus Buttker für die inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Tagung.

Es folgten die Grußworte von AM Taki Fiti und dem Altpräsidenten der LS Herrn Professor Dr. Dieter B. Herrmann. Herr Taki Fiti verwies auf die langjährige, seit dem 8. November 2007 dauernde fruchtbare Kooperation beider wissenschaftlichen Institutionen, die sich in vier gemeinsamen Koferenzen und vier zweisprachigen Bänden „Auseindersetzungen/Raspri“ niederschlugen, darunter die wichtige, ganz im wissenschaftlichen Trend liegende Tagung zum 1. Weltkrieg auf dem Balkan, die 2014 in Berlin stattfand. Im Zusammenhang mit der heutigen Veranstaltung gratulierte er der LS zu ihrem 25jährigen Jubiläum und gab der Hoffnung auf künftige gute Zusammenarbeit Audruck. Das Grußwort von Herrn Herrmann, der wegen einer Auslandsreise nicht an der Tagung teilnehmen konnte, las Vizepräsident Jähne vor. Auch Herrmann bezog sich neben den beiden Jubiläen, das 50jährige Bestehen der MANU (2017) und das 25jährige Bestehen der LS (2018), auf die sich seit 2007 gut entwickelten wissenschaftlichen Kontakte von LS und MANU. Er wünschte sich im Rahmen der Tagung intensive Gespräche zur Vertiefung persönlicher Kontakte und zur Planung weiterer gemeinsamer wissenschaftlicher Aktivitäten. Im Anschluss trug Frau Professorin Dr. Angela Richter das Grußwort von Herrn Herrmann in makedonischer Sprache vor.

Frau Angela Richter moderierte auch die Vormittagssitzung.

Vizepräsident der LS, A.Jähne

Als erster trug Herr Armin Jähne seine einführenden Bemerkungen zum Thema der Tagung vor: „Über Kultur und Politik 1900 – 1939“. Die äußere Zeitklammer seiner Ausführungen bildeten die Weltausstellungen in Paris von 1900 und 1937. Zwei Sachverhalte rückte er dabei in den Vordergrund. Erstens, die Pariser Weltausstellung 1900 stand mit ihrem Spannungsbogen von Althergebrachtem und neuen Entwicklungen am Anfang jener doppelbödigen Zeit, die 1914 abrupt endete. In gewisser Weise traf diese Zeitcharakteristik auch auf die Weltausstellung von 1937 zu. Waren die Jahre zwischen 1900 und 1914, von denen Stefan Zweig (1881–1942) als „einer Welt von Gestern“ sprach, eine Welt der Sicherheit, des freien Reisens und des freien intereuropäischen Kulturaustauschs, so zeigten sich die 1920er/30er Jahre in Europa, einschließlich Russlands, gleichfalls als eine Periode geistig-kultureller Rastlosigkeit, als eine Periode schöpferischer Ausgelassenheit in der bildenden Kunst, im Theater, im Kabarett, in der Musik, Literatur und Architektur. Berlin wurde zum Fixpunkt all der Linien des Neuen, die hier zusammen liefen, und zum Ort, von dem vielerlei Impulse dieses Neuen europaweit ausstrahlten. Andererseits, und damit zweitens, blieben den Zeitgenossen, trotz ihres Glaubens an eine noch schönere Zukunft Europas, die dunklen Wolken nicht verborgen, die sich über dem Kontinent sammelten. Der kommende Erste Weltkrieg wetterleuchtete bereits: der Ilinden-Aufstand vom Juli 1903 in Makedonien, der Russisch-Japanische Krieg von 1904/1905, der die erste russische Revolution zur Folge hatte, der deutsche „Panthersprung“ nach Agadir 1911 und die beiden Balkankriege 1912/1913. Zudem hatten sich die Mächtekonstellationen in Europa entscheidend verändert. Und dann knatterten in die Welt des schönen Scheins, in den Optimismus und zugleich die Passivität der meisten europäischen Intellektuellen die Schüsse von Sarajevo, welche „die Welt der Sicherheit und der schöpferischen Vernunft“ (Zweig) in einer einzigen Sekunde wie ein hohles tönernes Gefäß in tausend Stücke platzen ließen. Damit kam das Aus für den die damalige Welt verbessern wollenden intellektuellen Diskurs. Zwanzig Jahre später zuckten abermals Blitze an Europas Himmel und kündigten drohendes Unheil an: 1935 engagierte sich Italien militärisch in Abessinien, seit 1936 tobte der Spanische Bürgerkrieg, 1938 erfolgte Österreichs Anschluss ans Deutsche Reich, 1939 wurden Böhmen und Mähren von Deutschland und die Karpatho-Ukraine von Ungarn besetzt. 1937 schuf Pablo Picasso (1881–1973) sein Gemälde Guernica, mit dem er persönlich auf die verbrecherische Bombardierung der Stadt reagierte, das sich aber zugleich gegen jene Zerissenheit des damaligen Europas, gegen das – wie vor dem 1. Weltkrieg – Doppelbödige der gesellschaftlichen Verfasstheit in den1930er Jahren wandte. Noch wiegten sich die meisten Menschen in Europa in Sicherheit, und doch brannte bereits der Boden unter ihren Füssen. Die Politik des Appaesements sollte das Böse eindämmen, sollte den Völkern die Angst vor dem heraufdräuenden Krieg nehmen. Namentlich die deutschen Kommunisten hatten rechtzeitig vor ihm gewarnt, aber ihre Warnungen wurden in Deutschland als „rote Propaganda“ abgetan. Deutsche Hybris und Atē (Hochmut und Verblendung) trieben 1939 Europa in seine zweite Katastrophe und stürzten das eigene Land ins Verderben. Die vier Jahrzehnte zwischen den Weltausstellungen 1900 und 1937 mit Weltkrieg, mehreren Revolutionen, dem Aufkommen faschistischer Diktaturen und der Stalinschen Willkürherrschaft in der Sowjetunion zeichnen sich durch eine besondere Intensität wechselseitiger geistig-kultureller Beeinflussung innerhalb ganz Europas und namentlich zwischen West- bzw. Mitteleuropa und den südöstlichen Balkanraum aus. Dabei ging es um nationale wie transnationale kulturelle, literarische und künstlerischer Identitäten, um das Wechselspiel von Tradition und Moderne, um die Rezeption von Inhalten, Formen, von Stilrichtungen, Ideen, Begriffen, politisch-künstlerischen Konzepten und um ihre Aneignung und Umformung. Gefördert bzw. geprägt wurde der geistig-kulturelle Transfer – historisch bedingt – durch den einerseits offenen Ideenstreit und andererseits die zunehmende Radikalisierung in der europäischen Gesellschaft. Hinzu traten der zunehmende Verfall bürgerlicher Wertevorstellungen und parallel dazu die Suche nach neuen Werteidealen, ebenso das Ausbrechen aus einem fragwürdig gewordenen Konservatismus und die sich schließlich durchsetzende Moderne.

Frau Professorin Katica Kulavkova, MANU

Das nächste Referat hielt Frau Katica Kulavkova. Sie sprach über die „Interkulturelle Strategie als Form der Kulturökonomie“. Ihre sehr aktuellen und kontrovers zu diskutierenden Ausführungen gingen weit über das Tagungsthema hinaus. Die aufgeworfenen Fragen waren nicht allein für Makedonien bedeutsam, sondern besaßen eine gesamteuropäische Dimension. Schlüsselwörter waren Wirtschaftlichkeit, Lukrativität, Interkultur, gemeinsames Gut, Religion, multiethnische Demokratie, Mehrsprachigkeit und der Schriftsteller Borislav Petković. Nach der Klärung einiger semantischer Aspekte des Begriffs Ökonomie nahm Frau Kulavkova unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit (oder Nutzen) Stellung zur gesellschaftlich notwendigen Harmonisierung der Beziehungen von Staat und Gesellschaft, von einzelnen, lokalen und allgemeinen Vorhaben und Bedürfnissen mit dem Zweck, die praktischste, vernünftigste und realisierbarste Lösung zu finden. In diesem Sinne ist die Ökonomie per definitionem überindividuell, transethnisch, sie kann gar eines der akzeptabelsten interkulturellen Instrumentarien in multikulturellen Staaten sein. In diesem Zusammenhang verwies sie auf den Roman von Radoslav Petković „Ausgezeichnete Erinnerung an den Tod“ (2009), in welchem die Interpretation ökonomischer Nützlichkeit am Beispiel höherer religiöser Prinzipien aktualisiert wird. Erinnert sei nur an die Geschichte von Jakob und Esau. Jakobs Betrug an seinem Vater und Bruder, seine Sünde, wurde vom heiligen Basilius dahingehend interpretiert, dass der Schaden der individuellen Sünde kleiner sei als der allgemeine höhere Gewinn (Benefiz), den die Menschheit von dieser Sünde hat. Weitere Probleme, die Frau Kulavkova erörterte, waren die Frage, ob „die Geschichte die Mutter des Wissens“ ist, eine von den Zeitgenossen heute gern vergessene Maxime, und ob es nicht besser (ökonomischer) wäre, aus ihr zu lernen, oder Fragen wie nach der Wirtschaftlichkeit und Rationalität in allen Sphären der Ordnung und des Funktionierens des Staates (Was ist ökonomisch, was ist ökonomischer und was ist am ökonomischsten?). So ist es vernünftiger, weil ökonomisch (Kostenfrage!), in die Harmonisierung der interethnischen Unterschiede und in Konfliktprävention zu investieren, als Bürgerkriege und militärische Interventionen zuzulassen und dann an den Folgen der Konflikte zu arbeiten. In die Vereitelung der Gründe zu investieren, die zu Massenmigrationen führen, zu Fachkräfte-Export und Flüchtlingskrisen, ist besser als demographische Turbolenzen zu fördern oder langfristig und ineffizient die Folgen von Flüchtlings-Migranten-Krisen zu finanzieren und zu beseitigen. Und, so insistierte Frau Kulavkova weiter, warum ist es wichtiger, politisch korrekt zu sein als nach der Wahrheit zu suchen, um auf diese Weise ökonomische, zivilisierte, humane und gerechte Lösungen zu finden sowie – bei rationalem, vernünftigem Verhalten der Politiker – vielen Tragödien, Verlusten und Regressionen vorzubeugen. Weitere Darlegungen befassten sich u.a. mit der Trivialisierung von kulturellen Identitäten, mit einem vulgären kulturellen und religiösen Utilitarismus, mit interethnischen und interreligiösen Spannungen im sozialen und existentiellen Bereich, mit der Zerstückelung von staatlichen und gesellschaftlichen Strukturen bis hin zu neueren Formen der Balkanisierung, der Libanisierung und Zyperisierung, auch mit der Unwirtschaftlichkeit multikultureller Sprachenpolitik und der notwendigen Umkehr vom Multikulturismus zum Interkulturismus, wobei das Konzept des Interkulturismus auf den Bürger- und Menschenrechten der Individuen beruht und Kohäsion und Integration ermöglicht und nicht die Segregation der Gesellschaft und die Ineffizienz des Staates fördert. Letzten Endes ließ sie keinen Zweifel, dass ein Staat, der die Absicht hat, sich zu entwickeln und zu überleben, das Prinzip der Wirtschaftlichkeit im Bereich der Finanzen, der Verwaltung und Kultur respektieren muss. Nur so kann das Risiko von extremer Lukrativität für Nichtregierungsorganisationen, soziale (Partizipanten) und ethnische Gruppen vermieden werden, das an Irrationalität grenzt.

Hans-Otto Dill, MLS

Herr Hans-Otto Dill referierte zum Thema „Der rumänische Ursprung der französischen Moderne: Dadaismus, Surrealismus, absurdes Theater – Theater von Tzara bis Ionescu“ („Die rumänischen Begründer der modernen westeuropäischen Literatur“) und kam dabei zu folgenden nachdenkenswerten, mitunter überraschenden Ergebnissen. Erstens prägen kultureller Reichtum und Vielfalt des Balkan auch seine Literaturen, Musiken und Künste infolge ihrer Durchmischung aus antikem Erbe, regionaler Folklore und westeuropäischem Kulturimport. Das schlug sich aber nicht in europäischer Anerkennung dortiger Schriftsteller und in der Publikation und Übersetzung ihrer Werke nieder, was für diese Autoren mit geringer Leserschaft, viel Analphabetismus in ihren Ländern und niedriger Auflagenhöhe wiederum ein klares Manko bedeutete. Zweitens weckte die kulturelle, literarische und künstlerische Attraktivität und Modernität Westeuropas, beginnend im frühaufklärerischen 18. und kulminierend im positivistischen 19. Jahrhundert, ein geradezu rituelles Reisebedürfnis balkanischer Intellektueller nach Westeuropa und ganz speziell nach Frankreich als Inkarnation und gern nachgeahmtes Vorbild balkanischer und überhaupt osteuropäischer Kunstadepten. Der Dramatiker Eugen Jonescu erklärte in seiner Literaturgeschichte Rumäniens, rumänische Autoren fänden bei den maßgebenden Westeuropäern keine Beachtung, da dort niemand die kleinen Balkansprachen kenne: der Lyriker Eminescu sei gewiss einer der größten Lyriker der Welt, und Ian Luca Caragiale, das Vorbild Jonescus, sei vielleicht der größte unbekannte Dramatiker, der zum ewigen Vergessen bestimmt war, weil er in einer Sprache ohne weltweite Verbreitung schrieb. Drittens ging es nach Herrn Dills Meinung nicht so sehr nur um die fehlende Rezeption durch westeuropäische Kenner, sondern um ihre mangelnde Reproduktion, Übersetzung, Herausgabe, Rezension und Distribution auf den großen Weltmärkten der Literatur, die von den allmächtigen westeuropäischen und USA-Verlags- und Medienhäusern privilegiert und kontrolliert werden, die als ideologische Zensoren im Auftrag der geistigen Großmächte fungieren und die Kulturwirtschaft ökonomisch – auch mittels des von ihr beherrschten Medien-Feuilletons – monopolisieren. Literatur als ästhetische Kultur und Mittel zum Kennenlernen anderer Völker ist nicht mehr marktfähig. Den Ausweg für die fremdsprachlich gebildeten Autoren Rumäniens bildete die Flucht nach vorn, indem sie statt in der Muttersprache im vorherrschenden Französisch schrieben, was allein nicht reichte. Sie mussten auch in das intellektuelle und kulturelle Ambiente Westeuropas eindringen, u.a. über ungewohnt sensationelle Neuerungen als quasi Exotismen. Diese Infiltration begann, viertens, mit dem „Dadaismus“ des rumänischen Lyrikers Tristan Tzara unter den während des ersten Weltkrieges in die neutrale Schweiz exilierten deutschen und französischen Kriegsgegnern 1917 im Züricher Cabaret Voltaire. „Dada“ bedeutet französisch „Steckenpferd“, eine asemantische Zufallsnamensgebung für eine neue literarische Richtung. Tzara zeigte in diesem Taufakt mit verbundenen Augen im Dictionnaire Larousse auf das Wort „dada“. Tzara wurde danach Herausgeber der französischen Zeitschrift Dada und Verfasser von sieben dadaistischen Manifesten. 1919 hielt Tzara in Weimar die Leichenrede auf den Dadaismus. Die europäische Literaturmoderne des 20. Jahrhunderts entstand, fünftens, nicht wie fälschlich angenommen, im industriell und technisch fortgeschrittenen Westen, sondern war eher eine kulturelle Kompensation des notorischen wirtschaftlichen Rückstands der kleinen Länder außerhalb Mittel- und Westeuropas durch kulturelle Höchstleistungen. Sechstens, der 1908 im rumänischen Slatina geborene rumänische Französischlehrer Eugenio Ionescu war durch seine francophone Mutter früh mit der französischen Sprache verbunden und wurde nach dem 2. Weltkrieg Miturheber des Pariser absurden Theaters als damals modernster gesellschafts-, sprach- und denkkritischer Instanz in Opposition sowohl zum traditionellen Theater wie zum damals die französischen Bühnen beherrschenden Existentialismus Sartres. Er bildete mit zwei weiteren Nichtfranzosen – dem Iren Samuel Beckett („Warten auf Godeau“) und dem Russen Arthure Adamov („Endspiel“) – ein das französische Theater beherrschendes Triumvirat. Siebtens hatte die Rumänien-Abteilung des Romanischen Instituts der Humboldt-Universität eine besonders enge Beziehung zum absurden Theater. Eine Studententruppe unter dem Rumänistikstudenten Dieter Hallervorden spielte damals rumänisches Theater. Dessen studentische Inszenierungen setzte Hans-Otto Dill dann fort, u.a. mit „Die kahle Sängerin“ von Jonesco. Ionescu wird gemeinhin als französischer Dichter rumänischer Herkunft, also als Franzose, bezeichnet (und damit denationalisiert). Sogar sein Name wurde zu Ionesco französiert, weil die rumänische Silbe „-cu“ im Französischen eine unanständige, fäkalische Bedeutung hat. Die francophonen Stücke des Rumänen behandeln keine authetisch-rumänischen oder balkanischen Themen, weil sie mit Blick auf den monokulturell gebildeten und interessierten französischen Leser geschrieben wurden, die sich für Rumänien und die Geschichte und Probleme dieses Landes und des Balkans in keiner Weise interessierten. Deshalb sind diese von einem Rumänen für Franzosen geschriebenen Texte inhaltlich und kulturell keine genuin rumänische Literatur, sondern gehören schlicht zum westeuropäischen mainstream, im Unterschied zu den beiden großen obengenannten rumänischen Autoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts Eminescu und Caragiale.

Prof. Vitomir Mitevski, MANU

Herr Vitomir Mitevski wandte sich in seinem in englischer Sprache gehaltenen Vortrag „K. Misirkov and Macedonia in the beginning XX century and today“ einer interessanten, aber auch umstrittenen Persönlichkeit aus dem makedonischen Geistesleben und deren Ansichten über Makedonien, das makedonische Volk und seine Sprache und eben auch über die Frage der Nation zu. Der makedonische Philologe, Philosoph, Historiker, Ethnologe, Publizist und Übersetzer Krste (Krastju) Petkov Misirkov (1874–1926, gest. in Sofia), eigentlich Lehrer, durchlief mehrere Lebensstationen. Geboren im Ägäischen Makedonien (heute Griechenland), ging er schon bald nach Sofia, dann 1891 nach Belgrad, später nach Odessa und Poltava, wo er ein Priesterseminar besuchte, um schließlich die Historisch-Philologische Fakultät an der Universität in St. Peterburg mit Erfolg zu absolvieren. Schon frühzeitig trat er für die makedonische kulturelle, sprachliche und nationale Eigenständigkeit ein, war also ein durchaus radikal zu nennender Anhänger des so genannten „Makedonismus“, von dessen Positionen er sich nachfolgend etwas entfernte, aber nie den endgültigen Bruch mit ihm vollzog. In seinem bedeutsamsten Werk „Za makedonckite raboti“ („Über die makedonische Frage“), erschienen 1903 in Sofia (2003 in Skopje wieder aufgelegt), äußerte er seine Gedanken über die Geschichte der makedonischgen Slawen, über die Entwicklung ihrer Sprache, und er begründete ihr Recht auf eine eigenständige makedonische Literatursprache. Dass in diesem Zusammenhang auch die Frage der Nation und ihren Kriterien aufgeworfen wurde, ist nur konsequent. Eben diese von Misirkov behandelte Problematik – Sprache und Nation – analysierte unter damaligen und heutigen Gesichtspunkten in seinem klar strukturierten Vortrag Herr Mitevski. Noch 1924 hatte sich Misirkov ein wiederholtes Mal mit der Frage der Nationalität der Makedonier und der Rolle beschäftigt, die diese Frage in der Geschichte Makedoniens spielt und spielen wird. Mehrere Entwicklungsstufen hielt er für gegeben: die Verquickung von Religion und Nationalbewusstsein, die noch vor 1877/78 zu einer geistigen Einheit von Makedonen, Bulgaren, Mösiern und Thraken führte, wogegen Serbien Front machte, sich Makedonien (Wardarmakedonien) im Zuge der Balkankriege einverleibte und die Frage im Sinne des makedonischen Separatismus entschied. Die Bulgaren opponierten zwar, hielten sich ansonsten mit nationalen Forderungen weitgehend zurück. Misirkovs Fazit: „Wir werden mehr Makedonier als Bulgaren sein, aber Makedonier mit einem Nationalbewußtsein, das sich von dem der Serben unterscheidet, mit eigener geschichtlicher Vergangenheit, mit eigener Literatursprache, gemeinsam mit der bulgarischen, mit einer eigenen makedonisch-bulgarischen Nationalschule, mit einer Nationalkirche…“ (in: Zeitung „20. Juli“, Nr. 5, 11. Mai 1924).

Frau Dr. Svoboda Jähne (re) mit Vicepräsident Prof. Dr. Dr. Luan Starova

Den Abschluss der Vormittagssitzung bildete der Beitrag von Frau Svoboda und Herrn Armin Jähne über den „Symbolismus in der bulgarischen Malerei“. Symbolistische Kunst bzw. Malerei gibt es in fast allen Epochen. Der Symbolismus, von dem hier – bezogen auf Bulgarien – die Rede war, trat als breite bildkünstlerische, auch literarische Strömung in den Jahren von etwa 1880 bis zum 1. Weltkrieg in Erscheinung, zuerst in Frankreich, dann in den anderen west- und mitteleuropäischen Ländern und erfasste schließlich auch die Länder auf dem Balkan. Der Symbolismus in der europäischen Malerei war ein Gegenentwurf zu einer Welt, die spürbare gesellschaftliche Wandlungen erlebt hatte und doch bestimmten Konventionen und Traditionen stark verbunden blieb. Er stand in einer bewussten Gegnerschaft zum positivistischen Realismus, zum mechanisch-akademischen und sensualistischen Realismus und damit – auf ambivalente Weise – zum Impressionismus, akademischen Naturalismus und Historismus. Insofern hatte der Symbolismus auch eine weltanschauliche Seite. War der französische Realismus im 19. Jahrhundert eine Art von Erkennungsmerkmal eines vorhandenen sozialen Bewusstseins, so lockerte sich dieser mehr oder weniger direkte Realitätsbezug gegen Ende des 19. Jahrhunderts, um Zweifeln an der Stabilität und Beständigkeit der bestehenden bürgerlichen Ordnung und ihren geistig-kulturellen wie zivilisatorischen Werten Platz zu machen. Der bulgarische Kunstkritiker Nikolai Rainov drückte es 1923 mit einem bemerkenswerten Literaturvergleich so aus. Sicherlich gibt es auch im Symbolismus einen Realismus, „aber das ist der Realismus Dostojewskis und nicht der von (Emile) Zola“, ein, anders gesagt, psychologisierender Realismus, womit Rainov dem Problem sehr nahe kommt. Folgende Problemkreise rückten die beiden Autoren in den Vordergrund ihrer Betrachtungen: Erstens, das Aufkommen des Symbolismus wurde gefördert durch – als „Moden“ – die gesellschaftliche Akzeptanz von Okkultismus, Spiritismus, Obskurantismus und Esoterik. Hinzu kamen wissenschaftliche bzw. pseudowissenschaftliche Neuerungen bzw. Praktiken wie die Hypnose und Psychoanalyse. Zweitens, der Symbolismus suchte nach unverfälschten, urspünglichen Formen, nach Archetypen künstlerischen Ausdrucks wie Frauen mit ihrer erotischen Ausstrahlung (weniger Männer), Schlangen, Adler, Stier, Meer, Wald, Höhlen, Drachen, Satyrn, den Tod in vielerlei Gestalt und anderem mehr. Der Symbolismus verließ sichtlich die Welt des Realen und beschritt den Weg ins Reich der Transzendenz. Drittens, während bei den slawischen Völkern Ost- und Mitteleuropas, Russland eingeschlossen, der Symbolismus in den bildenden Künsten recht gut erforscht ist, bestanden auf dem Balkan beträchtliche Lücken, die sich erst seit etwa zwei Jahrzehnten allmählich schließen. Viertens, nach der Befreiung Bulgariens 1878 vom osmanischen Joch fehlten dort Kunstschulen und insbesondere Kunstpädagogen. Deshalb musste auf ausländische Hilfe zurückgegriffen werden. Helfer waren die Tschechen Ivan Mărkvička, der vierzig Jahre Bulgarien die Treue hielt, und Jaroslav Vešin, der Pole Anton Piotrowski (Pjotrowsky) und der aus Litauen/Russland stammende Bildhauer Boris Schatz. Fünftens, der Symbolismus war keine in der bulgarischen Kunst vorherrschende und keine einheitliche stilistische Richtung. Namentlich Jugendstil und Symbolismus waren derart eng verschmolzen, dass eine klare Trennung beider oftmals schwerfällt. Auch besaßen die symbolistischen bulgarischen Maler kein verbindliches künstlerisches Programm und keine theoretische Plattform. Charakteristisch für sie ist die Hinwendung zur Welt des Phantastischen, des individuell-subjektiven Empfindens und Surrealen, zur Suche nach ewigen transzendentalen Werten. Sechstens, Symbolisten wie Boris Charalampiev Georgiev (1888–1962), Ivan Milevs (1897–1927), Charalampi Konstantinov Tačev (1875–1941), Nikola Michajlov (1876–1960), Nikola Atanasov Kožucharov (1892–1971), Georgij Atanasov (1876–1951), Aleksandăr Božinov (1878–1968), Boris Denev (1883–1969), Aleksandăr Mutafov (1879–1957), Goschka Dacov (1884–1917), Stefan Badžov (1883–1953), Christo Berberov (1875–1948) oder Petăr Dačev (1898–1968) hatten Studienaufenthalte in Turin, Prag, Wien, Rom, Turin, München, Paris, London oder wenigstens Istanbul (Ausnahme Ivan Milev) bei renommierten Malpädagogen absolviert. Namentlich die Münchener Kunstakademie zog in jener Zeit die Jugend Ost- und Südosteuropas an sich. Untersetzt wurde der Vortrag mit digital präsentierten Bildern aus den Schaffen der zuletzt genannten Künstler.

Die sich anschließende Diskussion rankte sich vor allem um zwei Schwerpunkte. Der erste knüpfte an die Referate von Frau Kulavkova und Herrn Mitevski an. Dabei ging es übergreifend um das Problem der Nation vor gut 100 Jahren (Mitevski/Misirkov), um ihre Definition, ihre Rolle heute und den Umgang mit ihr. Einigkeit herrschte in dem Punkt, dass die Nation als solche ihre Bedeutung auch gegenwärtig nicht verloren hat und sie einem vereinten Europa nicht im Wege steht, sondern im Gegenteil sein Fundament und die Grundlage seiner Vielfalt bilden muss. Ungeachtet ihrer Existenz früher und jetzt, war die Kultur Europas immer schon gesamteuropäisch, ob nun vom antiken Griechenland und Byzanz oder von Rom ausgehend, was zu zeigen auch Anliegen der heutigen Konferenz war. Im Zusammenhang mit der Sprachenpolitik in Makedonien tauchte in der Diskussion der Begriff der „Staatssprache“ (nicht Amtssprache!) auf, der sich in multilingualen Gesellschaften die andern Sprachen unterzuordnen hätten – nicht im Sinne ihrer Diskriminierung, sondern unter einem ökonomischen Gesichtspunkt, denn eine für alle verbindliche Sprache stellt auch einen enormen Wirtschaftsfaktor dar. Debattiert wurde weiterhin über – heute oftmals unterschätzt – die Rolle der geschichtlichen Überlieferung und der daraus zu ziehenden Lehren, über – als auf Frage aufgeworfen – die genetische Struktur von Völkern oder Nationen und Mentalitäten von Nationen oder Volksgruppen. Auch solche Fragen, wie etwa bei Mehrsprachigkeit die Spracherziehung (Sprachkultur) in den Schulen erfolgen soll, wurden besprochen. Die zweite Diskussionsebene – weniger breit – bildeten die Vorträge von Herrn Dill und Frau/Herrn Jähne, wobei die konkreten kulturellen Interferenzen zwischen West-, Mittel- und Südosteuropa im Vordergrund standen. Erstaunlich z.B. war, dass rumänische Schriftsteller den Umweg über Frankreich oder die Schweiz brauchten, um literarische Neuerungen, die nicht von rumäischen Boden ausgingen, durchzustzen und international Anerkennung zu finden. War es nun Rumänien oder Frankreich, dem hier der Primat literarischer Kreativität gehörte? Ähnlich ließ sich auch die Frage hinsichtlich des Symbolismus in der bulgarischen Malerei stellen. War er nur dem Besuch von Kunstschulen in Deutschland, Frankreich und Italien geschuldet, gab es doch daneben und unabhängig davon auch die direkte Rezeption von Werken symbolisitscher westlicher Künstler wie Böcklin, F. Hodler oder Klimt. Die intensive Debatte, oft kontrovers geführt, dauerte bis in die Mittagspause hinein und musste deshalb abgebrochen werden.

Die Leitung der ersten Nachmittagssitzung hatte Herr Vitomir Mitevski übernommen. Begonnen werden sollte mit dem Vortrag „Angelus Novus oder die Vorbereitung aufs Fliegen“ von Herrn Professor Dr. Georgi Stardelov, der aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Konferenz teilnehmen konnte. Das Referat (deutsche Übersetzung liegt vor) wurde ins Protokoll aufgenommen und wird im Konferenzband veröffentlicht. Das Wort hatte dann Herr Luan Starova, der zum Thema „Ein anderer Krieg zwischen Frankreich und Deutschland auf dem Balkan während des Ersten Weltkrieges. Zwischen Realität und Fiktion (am Beispiel von Makedonien und Albanien)“ sprach. Diese Arbeit verfasste Herr Starova nach eigenen Worten „nicht als Wissenschaftler und Historiker, sondern als Schriftsteller, der – inspiriert von der Realität der historischen Ereignisse – einer möglichen Totalität des historischen Prozesses im südöstlichen und westlichen Teil des Balkans … nachspürt mit Affinitäten zur Fiktion als Beweis“. Und: „Der Erzähler bevorzugt die Kraft seines literarischen Schreibens dort, wo die Historiographie von der Interessenposition der Sieger- bzw. Verliererseite … abweicht, im Sinne des französischen Schriftstellers Louis-Ferdinand Céline: ‚Krieg ist seinem Wesen etwas, das sich nicht verstehen lässt’“. Herr Starovas Referat bestand aus zwei Teilen. Im ersten stellt er die Realität des 1. Weltkrieges oder, wie er es nennt, des „Großen Krieges“, auf dem Balkan dar. Nicht sein Verlauf, nicht die militärischen Vorgänge, nicht die „kleine Kollision der Völker“ auf dem Hauptkriegsschauplatz Makedonien waren ihm dabei wichtig. Er richtete sein Augenmerk vornehmlich auf eine wenig untersuchte Seite des Krieges, die eher zivilen Charakter trägt. Frankreich und Deutschland schickten Offiziere, die im bürgerlichen Leben Wissenschaftler, Techniker oder Ingenieure waren, in die Kriegsregion, um vor Ort Vermessungen oder naturwissenschaftliche Untersuchungen vorzunehmen, so u.a. den Franzosen Jaques Bourcart, der Albanien erstmals genau kartographierte, und den Deutschen Franz Theodor Doflein, der eine Zentrale Figur in der von der deutschen Militärführung geschaffenen Makedonischen Landeskommission (Malako) war, die von dem Balkankenner Gustav Weigand geleitet wurde. Hier setzte nun der zweite Teil des Vortrages, die Fiktion, ein. Die Passion des deutschen F. D. sind Schmetterlinge. Er schließt sich einer deutsch-bulgarischen Gruppe von Offizieren an, die eine Rekogniszierung des Galičica-Gebriges zwischen dem Prespa- und dem Ochridsee vorhaben. Auf der Jagd nach seltenen Schmetterlingen, deren Populationen aus der Mittelmeerregion bis in die Gebirge der Balkanhabinsel vordringen, entfernt er sich von der Truppe. Er gerät in den Frontbereich und auf die Seite des französischen Gegners. Er wird als Spion festgenommen und dem französischen Offizier J. B. zugeführt. Zum Glück ist F. D. des Französischen mächtig. J. B. erkennt den deutschen Wissenschaftler und Kollegen, und beide beginnen einen langen wissenschaftlichen Dialog, der mit der Freilassung von F. D. endet, in der Herr Starova gleichsam einen Akt der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland erkennt.

Frau Angela Richter, MLS

Es folgte der Beitrag von Frau Angela Richter „Politisierung im Angesicht von Bedrohung – zur historischen literarischen Avantgarde auf dem Balkan“. „Die historische Avantgarde“, so Frau Richter, „ist mit ihren radikalen, auch exzessiven, experimentellen und kritischen Komponenten transnational, führte zu vielfältigen Berührungen und Verflechtungen innerhalb der internationalen Kunst- und Kulturszene in Europa, auch wenn sie in letzter Zeit auf dem Balkan, und besonders in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens erneut stark aus der nationalen Perspektive diskutiert wird“. In ihrem Beitrag ging es nicht nur um das ästhetische Experiment, um den Stilbegriff, auch nicht vordergründig um die Abkehr von „Formen eines darstellungsästhetischen Realismus“, sondern vor allem um Engagement, um Praktiken des Protests, also um Politisierung im weitesten Sinne. Die Semantik des Avantgardebegriffs verschob sich unter dem Eindruck der politischen Verhältnisse in den europäischen Ländern als eine deutliche Reaktion auf den Ersten Weltkrieg und die faschistoiden Tendenzen in den 1930er Jahren. Die totalitären Regime der 1930er Jahre besiegeln dann auch ihr vorläufiges Ende. Im Beitrag werden drei exemplarische Beispiele für literarische und literaturprogrammatische Versuche vorgestellt, die das über das rein Künstlerische hinausgehende Engagement illustrieren: Erstens, Miroslav Krležas Liebknecht-Gedicht als explizite Solidaritätsbekundung des avantgardistisches Künstlers, der sich als glühender Antimilitarist, Antiklerikaler, Kritiker politischer Mythen und europäischer Geist in die kulturellen Prozesse des 20. Jahrhunderts einmischte. Zweitens ist die Zeitschrift „Zenit“ zu nennen, deren Inhalte so manche Metarmorphose erlebten, auch die temperamentvoll ausgeführte Opposition Balkan-Europa. Frau Richter verwies darauf, dass sich die ästhetische Umwertung der Welt mit einer zunehmenden Akzentverschiebung weg von der ästhetischen Ebene und hin zur wirklichen Welt verschob, d.h. in Richtung Veränderung der Gesellschaft. Drittens sind es die Belgrader Surrealisten und ihre Gruppenbildung im Angesicht der Krise. Sie diskutierten unter dem Eindruck des immer stärker werdenden Faschismus auf programmatischer Basis mit den Vertretern der sog. „Sozialen Literatur“ um das „Wie?“ der unvermeidlichen Weltenwende, über Kunst und Revolution. Frau Richter resümiert: „Das Ende des Ersten Weltkrieges markiert nicht nur einen Umbruch im literarischen bzw. überhaupt künstlerischen Traditionsverständnis, sondern im Angesicht erlebter und sich neu anbahnender Katastrophen zugleich ein Engagement, das über das rein Künstlerische hinausgeht. Der Erste Weltkrieg ist eine Zäsur, die sich auf alle Bereiche des Lebens auswirkte. Die Tatsache, dass es sich nicht nur um reine Kunstrevolten handelte, ist auch an den Erscheinungsformen der historischen Avantgarde ist Südosteuropa zu belegen, wenn man es denn will“.

Die sich anschließende Dikussion zu beiden Referaten, die nolens volens den 1. Weltkrieg zum Hintergrund hatten, trug diesem Umstand natürlich Rechnung, zumal, was die Situation der Avantgarden in totalitären Systemen betraf, ihr Wirkungsraum in den 1920er/30er Jahren immer mehr eingschränkt wurde. Die gesellschaftliche Situation nach dem 1. Weltkrieg war eine völlig andere als in der Zeit vor 1914 und von einschneidenden Umbrüchen und einem Anwachsen sozialer Bewegungen gekennzeichnet, auch auf dem Balkan. Was den Vortrag von Herrn Starova betraf, so war die Sentenz von Séline, ob sich der Krieg in der Tat nicht verstehen lässt, zu hinterfragen. Eine befriedigende Anwort war nicht zu finden. Zum Nachdenken regte der zweite Teil seines Referats „Fiktion“ an. War die Fiktion als Alternative zur Realität des Krieges gedacht, war sie ein Spiel des Schriftstellers, stellte sie eine Vision, eine Hoffnung dar oder widerspiegelte sie ein Stück Wirklichkeit. Es gab ja tatsächlich ähnliche Situationen zwischen Freund und Feind an allen Fronten des Krieges, man denke nur an das Weihnachtsfest. Die Fiktion führte zu der Frage, inwieweit ein Roman als Geschichtsquelle dienen kann (untersucht worden ist diese Thematik noch nicht). In diesem Zusammenhang wurde an den Historiker Joachim Streisand (Humboldt-Universität) erinnert, der in den 1970er Jahren ein solches Forschungsprojekt initieren wollte. Auf jeden Fall offenbarte die „Fiktion“ den tiefen Humanismus Starovas.

Herr Dr. Dr. Viktor Zakar

Die Moderartion der zweiten Nachmittagssitzung hatte Herr Armin Jähne übernommen. Sie wurde von Herrn Dr. Viktor Zakar eingeleitet, der die Zuhörer und die Gäste aus Skopje auf Niedersorbisch und Makedonisch begrüßte. Er referierte zum Thema „Der geistig-kulturelle Dialog der Niedersorben und Jugoslawen zwischen 1920 und 1940 am Beispiel der niedersorbischen Dichterin Mina Witkojc – ihr Briefwechsel mit jugoslawischen Intellektuellen“. Er stellte zuerst die 1893 in der Niederlausitz geborene Mina Witkojc, ihren Entwicklungsweg und ihre Lebensstationen vor (Berlin – Dienstmädchen und Arbeiterin in der Rüstungsindustrie, Bautzen – Smolerischer Verlag, Cottbus, Burg, Erfurt, Prag). 1933 wurde sie von den Nationalsozialisten mit einem Berufsverbot belegt. 1946 war sie in der Domowina angestellt. Von 1947 bis 1954 wohnte sie in Prag und danach in Chřibská (dt. Kreibitz) bei ihrer Schwester. Auf die biographischen Angaben folgte die Analyse der Quellen. Die Dokumente wurden in tschechischer, slowenischer und in beiden Varianten der damaligen serbokroatischen Sprache (Serbisch und Kroatisch) verfasst. In mehreren persönlichen Briefen wird über die Verhältnisse der Vorkriegszeit 1938/1939 und der Kriegszeit, über diesbezügliche Ängste und Hoffnungen berichtet oder zum Beispiel über das Wachstum der Stadt Belgrad im Vergleich zu Zagreb. Kernpunkte seiner weiteren Ausführungen waren die Beziehungen von Mina Witkojc zum Tschechoslowakischen Haus in Zagreb, das den Verein der Freunde der Lausitzer Sorben beherbergte, und in Belgrad, wo ebenfalls ein Verein der Freunde der Lausitzer Sorben existierte; der Kreis jener jugoslawischer Intellektueller, mit denen Mina Witkojc persönlich oder schriftlich verkehrte, u.a. Dr. Vekoslav Bučar, Dr. Josip Andrić, Ante Dukić, Franjo Šidak, Dr. Leopold Lénard und ein gewisser Vlad, der Mina auch eine Postkarte zusandte und dessen Name und unlesbarer Nachname auch in einem Brief von Franjo Šidak auftauchte, und die zum Teil panslawistische Ansichten vertraten wie L. Lénard oder V. Bučar, der Mina Witkojc 1929 in Burg besuchte und ihr als Briefreund bis ins hohe Alter treu blieb. Einen wichtigen Platz im Briefwechsel nahm Franjo Šidak ein, der mehrere Gedichte Minas wie „Wětšyk“ oder „Idylka“ vertonte. Er schrieb die längsten Briefe an Mina Witkojc. Seine bedeutendste Publikation über die Sorben ist die „Bibliographie der jugoslawischen Literatur zu den Lausitzer Sorben“. Bemerkenswert sind die von ihm beschriebenen Ängste vor dem sich schleichend nähernden Krieg. Er fürchtete dabei, dass, schlimmer als die Teilung der Tschechoslowakei, Europa ins Chaos stürzen und territorial umgestaltet werden könnte. Gegenstand der Betrachtungen von Herrn Zakar waren auch die vielen Gemeinsamkeiten der Korrespondenten, in deren Briefen der Panslawismus ständig präsent war, ebenso die, verglichen mit den Wenden/Sorben, die südslawischen Spachgruppen und ihre Problematik. Eingegangen wurde gleichfalls auf die Teilnahme von Mina Witkojc am Sokolski slet in Belgrad 1930. Als Mitglied der 33-köpfigen Delegation der Lausitzer Sorben knüpfte sie neue Kontakte und stärkte sie ihre niedersorbische Identität auf der Basis des sich aufbauenden Jugoslawismus. Für Mina Witkojc waren diese Kontakte äußerst wichtig, denn sie stimulierten über den eigenen Ethnos hinaus ihr selbstbewusster werdendes Bekenntnis zum Slawentum. Herr Zakar verwies auf die Kalamität im Schicksal der Niedersorben, sich als Slawen zu bekennen, denn ihre Unterdrückung durch Preußen (anders als in Sachsen) hatte ein Minderwertigkeitsgefühl wachsen lassen, das psychologisch bis heute nicht überwunden ist. Die früher noch ausschließlich niedersorbischen Trachten und Bräuche, zum Beispiel, werden heute von den assimilierten Sorben überwiegend als regionales deutsches Spezifikum präsentiert, ohne dass sie noch die niedersorbische Sprache sprechen. Die Sprache und ihr slawischer Charakter, die Verwandtschaft zu den polnischen, tschechischen oder südslawischen Völkern wird bis heute von den meisten eingedeutschten Nachfahren der damals Niedersorbischsprachigen bis auf die wenigen Begrüßungsfloskeln wie „Dobry źeń“ a „Witajśo do nas“ überwiegend ignoriert, was Mina Witkojc zu ihrer Zeit ändern wollte. Abschließend stellte Herr Zakar fest, dass der jugoslawisch-sorbische Dialog positive Auswirkungen auf Niedersorben wie auf Südslawen hatte. Bei Mina Witkojc führte die Kommunikation mit Südslawen, Polen und Tschechen zu einer Stärkung der eigenen ethnischen Identität, die aber mangels Akzeptanz bei der ländlichen Bevölkerung wenig Wirkung zeigte. Trotzdem spielte Mina Witkojc mit ihrer im slawischen Geist gebildeten Persönlichkeit eine Vorreiterrolle in der sorbischen Literatur, Sprache und Publizistik. Auf der Seite der Jugoslawen wirkten die Kontakte mit Mina Witkojc positiv auf die Bildung eines jugoslawischen nationalen Gefühls. Es war letztlich zu konstatieren, dass Mina Witkojc sowohl in Jugoslawien bzw. bei den Südslawen als auch in der Niederlausitz in Literatur, Publizistik und Musik ihre unauslöschlichen Spuren hinterlassen hat.

Zum Abschluss der Konferenz nahm noch einmal Herr Hans-Otto Dill das Wort, um den rumänisch-moldawischen Zeitgenossen von Leibniz, den Gospodar Dmitrij (Dimitrie) K. Cantemir (1673-1723), als Mitglied der von Gottfried Wilhelm Leibniz gegründeten Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu würdigen. Cantemir war der erste Südosteuropäer, der am 11.07.1714 zu ihrem Mitglied gewählt wurde. Seine Berufung erfolgte aufgrund seines europaweit anerkannten Rufes als wissenschaftliche Kapazität auf dem Gebiet der Orientalistik. Herr Dill charakterisierte ihn als eine Ausnahmeerscheinung unter den seriösen Akademikern seiner Zeit. Er war kein Schreibtischmensch wie die meisten unter ihnen, sondern u.a. ein in Konstantinopel stadtbekannter virtuoser Tamborinspieler mit eigenen Kompositionen und Musiktheorien. Eine Zeitlang regierte er das halbautonome, vom Osmanischen Reich okkupierte Donaufürstentum Moldawien (mit der Hauptstadt Jaş). Cantemir trat ein für Freiheit und Fortschritt in Rumänien, für die Befreiung vom türkischen Joch und die Einheit aller rumänischen Gebiete auf dem Balkan. Er war Dichter, Wissenschaftler, Politiker und Militär und insofern eine echte späte Renaissancegestalt. Nach der Niederlage der vereinigten russisch-moldawischen Heere exilierte er nach Russland, wo ihn der Zar zum Senator im Ministerrang ernannte. Herr Dill ordnete Cantemir in seine Zeit ein (die Türken standen 1683 erneut vor Wien), referierte ausführlich über dessen wissenschaftlichen Leistungen und Verdieste, den 20-jährigen Aufenthalt als Geisel bei der Hohen Pforte in Konstantinopel und die daraus resultierenden Folgen für Cantemirs geistige und wissenschaftliche Entwicklung. Sein hohes wissenschaftliches Ansehen als Orientalist, Geograph und Kulturhistoriker verdankte Cantemir u.a. seiner auf Bitte der Berliner Akademie geschriebenen Descriptio Moldaviae, eine methodologisch innovatorische, nämlich Politik, Ethnos, Kultur und Religion in ihrer Wechselwirkung darstellende Geographie und Landeskunde seines Fürstentums, und seinem Hauptwerk, dem ebenfalls auf Latein verfassten Opus, das zwei damals wie heute aktuellen europäischen Themen gewidmet ist: (a) dem Osmanischen Reiches als politisches, nichtwestliches und nichtchristliches asiatisch-europäisches Staatskonstrukt und (b) der mit diesem Imperium assoziierten Religion des Islam. Charakteristisch für das Schaffen Cantemirs waren, wie Herr Dill betonte, sein Bemühen um Objektivität, seine Intention, der Kultur der Sarazenen gerecht zu werden, nicht in Westeuropazentrismus und Hass gegen eine fremde Ethnie, Religion und Kultur zu verfallen, und seine quellengebundene wie quellenkritische Arbeitsweise. Cantemir leistete wirklich und wahrhaftig einen substantiellen Beitrag zur Aufklärung der Westeuropäer über die politische und kulturelle Lage auf dem Balkan unter dem Halbmond und über die schwelenden Konflikte zwischen christlichem Abendland und islamischer Despotie. Seine Aufnahme in die Berliner Akademie war ein großer Gewinn für diese, weshalb ihr Secretarius Daniel E. Jablonski den gerade in Wien weilenden Leibniz am 28. Juli 1714 in einem Brief ausführlich darüber berichtete. Cantemirs Zuwahl war auch für ihn von Vorteil. Sie galt in Europa, speziell in Russland, als Garantie seiner wissenschaftlichen Bonität, und seine Mitgliedschaft gab auch den Ausschlag für die von Peter I. beabsichtigde Nominierung Cantemirs zum Präsidenten der geplanten Russischen Akademie der Wissenschaften. Doch er verstarb zuvor im 50. Lebensjahr an Diabetes.

Die nachfolgende Diskussion bezog sich in erster Linie auf den Vortrag von Herrn Zakar, der viel Neues, Unbekanntes über die Niedersorben, weniger die Obersorben, und die sorbischen Kontakte zu den Südslawen mitteilte. Dass es engere Beziehunen der Sorben zu Polen und zur Tschechoslowakei gab, war einigermaßen bekannt, dass sie aber schon in den 1920er/30er Jahren bis Zagreb und Belgrad reichten, war neu. Gefragt wurde, wie stark Mina Wotkojc panslawistisch beeinflusst war und sich ihre Panslawismus äußerte, auch wie ihr Programm zur „Gesundung“ der Niedersorben aussah. Ernüchternd war die Antwort auf die Frage, wie viele Niederlausitzer noch aktiv niedersorbisch sprechen – etwa 500! Die Diskussion zum Beitrag von Herrn Zakar beschäftigte sich zum Schluss mit den sorbischen Separationsabsichten nach 1945 (eigenes Staatsgebilde mit Hoyerswerda als Hauptstadt), denen sowjetischerseits dann ein Riegel vorgeschoben wurde. Herr Dill erhielt dankenden Zuspruch für seine Würdigung Cantemirs, die vom Moderator mit dem Zusatz ergänzt wurde, dass Cantemir als Politiker und Diplomat verantwortlich für den angesichts der Türkengefahr 1711 erfolgten Anschluss Moldawiens an Russland war.

Die Veranstaltung wurde mit dem Schlusswort von Herrn Armin Jähne beendet.

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Im Anschluss an die Konferenz hatte der Präsident der LS die aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie das Präsidium der Sozietät zu einem Empfang eingeladen, auf dem der Präsident der MANU ein Buchpräsent überreicht bekam. Hier und auf der Zusammenkunft am nächsten Abend wurde über die weitere Zusammenarbeit von LS und MANU gesprochen und für die nächste Konferenz als mehr (aber nicht ausschließlich!) naturwissenschaftliches Thema „Nachhaltige Entwicklung“ vorgeschlagen.

Die am Freitag stattgefundene Exkursion nach Potsdam rundete das Programm für die makedonischen Gäste ab, die mit der Konferenz außerordentlich zufrieden waren und die bei ihnen großen Anklang gefunden hatte.

Abschließend muss Herrn Peter Knoll gedankt werden, der für die simultane digitale Präsentation der ins Deutsche übersetzten MANU-Beiträge und einiger Bildvorlagen sorgte, und gleichfalls Herrn Heinz-Jürgen Rothe, der viele der für den reibungslosen Aufenthalt der makedonischen Gäste notwendigen organisatorischen Aufgaben übernahm. Frau Svoboda Jähne fungierte – wie schon 2014 in Berlin und 2015 in Ochrid – als bewährte Sprachbrücke. Besonderen Dank verdient auch Herr Viktor Zakar für seine Bereitschaft, während der Tagung – über sein Referat hinaus – zu dolmetschen

Blickt man auf die gemeinsamen wissenschaftlichen Konferenzen von LS und MANU 2010, 2014, 2015 und jetzt 2018 zurück, so haben seitens der LS daran teilgenommen: Herr Stefan Bollinger, Herr Hans-Otto Dill, Herr Lutz-Günther Fleischer, Herr Armin Jähne, Herr Manfred Jähnichen, Frau Angela Richter, Frau Helga Schulz, Herr Günter von Sengbusch und Herr Hilmar Walter (alle MLS) sowie Frau Svoboda Jähne, Herr Wolf Oschlies, Herr Axel Weipert und Herr Viktor Zakar.

Armin Jähne
(alle Fotos: Dietmar Linke)

P.S.: Anlässlich der Konferenz ist der Beitrag:
Dieter B. Herrmann: “Astronomers as sketchers and painters: the eye – the hand – the understanding”
den der Autor zur 3. Gemeinsamen Konferenz von Leibniz-Sozietät und Makedonischer Akademie der Wissenschaften und Künste 2015 gehalten hat (s.a.Leibniz OnlineNr. 15-2013) auch in englisch erschienen. Download hier.