Klassensitzung SGW als Ehrenkolloquium für Dorothee Röseberg und Ulrich Busch
11. Juni - 15:30 - 17:30
Programm
Grußwort: Gerda Haßler (MLS)
Michael Thomas (Berlin, MLS): Laudatio auf Ulrich Busch
Christa Luft (Berlin, MLS): Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx
Françoise Knopper (Toulouse) : Laudatio auf Dorothée Röseberg
Christoph Vatter (Jena): Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision
Ulrich Busch und Dorothee Röseberg
Abstracts der wissenschaftlichen Vorträge
Christa Luft Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx
Die Autorin fragt in ihrem Beitrag nach Herausforderungen, die sich aus der Coronapandemie und dem Ukrainekrieg insbesondere für die ökonomische Wissenschaft ergeben. Beide Ereignisse haben die Schwachstellen des kapitalistischen Systems und der vorherrschenden ökonomischen Theorien unübersehbar offengelegt. Heute dominieren mit wenigen Ausnahmen unter den hunderten von VWL-Lehrstühlen in Deutschland solche mit der Vorherrschaft neoklassischer Theorien und unzureichender, ja schmaler Präsenz heterodoxer, darunter auch marxistischer Ansätze, mit mehr Mikro-als Makoökonomie, also einer Lehre, die vorrangig von mathematischen Modellen und betriebswirtschaftlichen Techniken geprägt ist und die die makroökonomische Sicht, die soziale, ökologische, humanitäre ethische und auch sicherheitspolitische Belange einschließen muss, verdrängt. Eine ihrer Schlussfolgerungen ist daher die notwendige Rückbesinnung auf MARXSCHE Thesen, nicht als bloße Dogmen, sondern als Quelle für Erkenntnisgewinn und Handlungsoptionen. Die Kriegs- und Krisensituation gibt der Kapitalismuskritik Impulse. Was wir in der Pandemie- und Kriegszeit erlebten und erleben, belegt, wie hoch aktuell viele der Marxschen Erkenntnisse heute sind.
Christoph Vatter (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision
Die deutsch-französischen Kulturbeziehungen sind geprägt von einer reichen Vielfalt an institutionellen und zivilgesellschaftlichen Verflechtungen. Für die Akteure dieses Beziehungsgeflechts stellt die Zugehörigkeit zu diesem „franco-allemand“ einen zentralen Motivations- und Identifikationsfaktor dar, der als positiv und historisch bedeutsam empfunden wird. Das „franco-allemand“ hat ein großes Entfaltungspotenzial in vielfältigen Bereichen entwickelt, unter anderem auch mit eigenständigen Ansätzen zur interkulturellen Zusammenarbeit und Wirtschaftskommunikation. Doch in jüngerer Zeit gerät dieses produktive Verhältnis zunehmend in eine Krise, welche die Tragfähigkeit des dominanten Versöhnungsnarrativs in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen in Frage stellt. Der Vortrag nähert sich dem Phänomen des „franco-allemand“ aus Perspektive des sozialen Imaginierens an und beleuchtet aktuelle Dynamiken und zukünftige Perspektiven der interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.
Biographische Informationen zu den Referenten
Ulrich Busch (MLS) studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Finanzökonomie, wurde 1976 zum Dr. oec. promoviert und habilitierte sich 1984 auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. 1987 wurde er zum ord. Dozenten für Politische Ökonomie berufen. Nach 1990 wirkte er aktiv an der Umstrukturierung der wirtschaftswissen-schaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit. Bis zum Eintritt in den Ruhe-stand war er als Dozent und Leiter wissenschaftlicher Projekte an der Humboldt-Universität, der Technischen Universität Berlin sowie an anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im privaten Bankwesen tätig. Seine Arbeitsschwer-punkte sind Geldtheorie, Transformation sowie ökonomische Aspekte der deut-schen Vereinigung.
Gerda Haßler (MLS) studierte Romanistik und Slavistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte 1978 mit einer Arbeit zu Sprachtheorien der Aufklärung. 1984 erfolgte die Habilitation für allgemeine Sprachwissenschaft mit einer Arbeit zur Entwicklung des semantischen Wertbegriffs vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Sie war von 1993 bis 2020 Universitätsprofessorin für Linguistik und angewandte Sprachwissenschaft (Romanistik) an der Universität Potsdam, davon sechs Jahre Prorektorin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind funktionale Grammatik und Pragmatik der romanischen Sprachen, Geschichte der Sprachwissenschaft und des Sprachbewusstseins vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Diskurstraditionen und ihre Ausprägung in Kollokationen und Begriffsformationen.
Françoise Knopper ist emeritierte Professorin der Universität Toulouse Jean Jaurès und spezialisiert auf Germanistik, Kulturwissenschaften, Reiseliteratur und Aufklärung. Sie lebt und arbeitet in Berlin sowie in Castelnau‑le‑Lez. Von 1994 bis 2012 leitete sie das Forschungszentrum Centre de Recherches et d’Études Germaniques an den Universitäten Toulouse und Montpellier sowie das Institut Institut de Recherche Pluridisciplinaire en Arts Lettres Langues, das die Leibniz-Sozietät mit dem Kooperationspreis auszeichnete. Zwischen 2005 und 2015 war sie Mitträgerin mehrerer Projekte des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne an der Universität Halle‑Wittenberg, eines französischen Forschungsnetzwerks, das die deutsch-französische Wissenschaftskooperation stärkt. Seit 2018 gibt sie gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothee Röseberg die Onlinezeitschrift Symposium culture@Kultur heraus. Zu ihren jüngeren Buchpublikationen zählen der Band Expression artistique et cicatrices de la Première Guerre mondiale (2021, mit Gilles Buscot) sowie Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften, Bd. 8 (Schwabe, 2025). Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Studien zur Reiseliteratur, zur deutsch‑französischen Kulturgeschichte und zur Literatur der Aufklärung. Im Jahr 2025 hielt sie Vorträge in Wrocław über reisende Frauen der Aufklärung, in Montpellier über die Figur der Griselda und ebenfalls in Montpellier über Erinnerungstourismus und die fotografischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs in den Michelin‑Führern.
Christa Luft (MLS) zählt seit 1993 zu den prominentesten und aktivsten Mitgliedern der Leibniz-Sozietät. Als erfahrene Hochschullehrerin, Politikerin und Ökonomin mit dem Spezialgebiet Außenwirtschaftstheorie und – politik hat sie über mehr als drei Jahrzehnte in hervorragender Art und Weise dabei mitgewirkt, das wissenschaftliche Leben der Sozietät inhaltlich zu gestalten und durch eigene Beiträge maßgeblich zu bereichern. Es sei zum Beispiel an ihre Festrede auf dem Leibniz-Tag 2023 erinnert: Von der „Zeitenwende“ zum Epochenbruch. Symptome, Kritik und Herausforderungen für die ökonomische Wissenschaft sowie an ihren Vortrag Georessource Boden – irdene Grundlage menschlicher Existenz, der im Sitzungsband des Rohstoff-Kolloquium 2022 veröffentlicht ist. Frau Professor Luft verfügt über sehr gute und enge Kontakte zu Wissenschaftlern innerhalb und außerhalb der Sozietät. So hat sie z. B. die deutsch-französischen Studientage 2023 für französische Germanisten und Deutschlehrer mit ihrem Vortrag zur Treuhand bereichert, der ein außerordentlich positives Echo, auch in der französischen Presse, fand. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass die Leibniz-Sozietät heute in Teilen der französischen Öffentlichkeit bekannt ist und geschätzt wird. Zugleich hat sie in dem Zeitzeugenprojekt mitgewirkt, bei dem es um Erinnerungen an wissenschaftliche Kooperationen und Begegnungen von Franzosen und Deutschen in der DDR, in der Zeit des Kalten Krieges geht. Insgesamt hat Christa Luft durch Ihr beachtliches wissenschaftliches und publizistisches Engagement im In- und Ausland dazu beigetragen, das Ansehen der Leibniz-Sozietät zu stärken und deren Existenz auch in der Zukunft zu sichern.
Dorothee Röseberg (MLS) studierte an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Kultur-wissenschaftlerin und Romanistin. Nach einer Tätigkeit als Professorin für Landes- und Kulturwissenschaft Romanistik an der Technischen Universität Chemnitz war sie 1997–2017 Professorin für Romanische Kulturwissenschaft an der Martin-Lu-ther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte, Theorie und Methoden fremdsprachlicher Kulturwissenschaft, Interkulturalitäts- und Transferforschung, Fremdheit und kulturelle Konflikte, Erinnerungskulturen, kulturraumbezogene Arbeiten zu Frankreich und Deutschland/DDR, vergleichende Bildungsphilosophie und Praxis, gemeinsame Erinnerungsorte, Laïcité, Bilder vom anderen.
Michael Thomas (MLS) studierte nach Berufsausbildung und Armeedienst Philosophie an der Humboldt‑Universität und promovierte über Husserls Phänomenologie. Seit 1981 arbeitete er wissenschaftlich vor allem im Bereich Soziologie. Nach 1990 war er Mitbegründer des BISS e.V. und wirkte an mehreren Universitäten sowie als Gastwissenschaftler in Deutschland und den USA. Er leitete zahlreiche Forschungsprojekte und engagierte sich in wissenschaftlichen Gremien. Seine jüngeren Arbeiten betreffen Regional‑ und Stadtentwicklung, Netzwerke, Arbeitsmärkte und soziale Innovationen. Seit 2009 ist er Mitglied der Leibniz‑Sozietät und leitet den Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ seit 15 Jahren. Zahlreiche Bände der „Abhandlungen“ und Beiträge in den„Sitzungsberichten“ dokumentieren seine Ergebnisse.
Christoph Vatter ist Professor für interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Kulturtheorie und Kommunikationsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach dem Studium der Kulturwissenschaft und interkulturellen Kommunikation, Romanistik sowie Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes und der Université Laval (Québec, Kanada) wurde er mit einer Arbeit zum Thema Gedächtnismedium Film in einem deutsch-französischen co-tutelle-Verfahren promoviert. Vor seiner Berufung nach Jena war er Juniorprofessor für interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes und nahm Professurvertretungen an der Universität der Bundeswehr München und der Martin-Luther-Universität Halle wahr. Er ist Mitglied der internationalen Forschungsgruppe Populärkultur transnational (DFG-FNR, 2018-2026) und PI im Exzellenzcluster Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining (2026-2032); von 2022 bis 2026 war er Präsident der Gesellschaft für Kanada-Studien (GKS). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören interkulturelle Kommunikation, interkulturelle Medienanalyse und Kulturwissenschaft, Populärkultur, kulturelle Diversität und Erinnerungskulturen.
Programm
Grußwort: Gerda Haßler (MLS)
Michael Thomas (Berlin, MLS): Laudatio auf Ulrich Busch
Christa Luft (Berlin, MLS): Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx
Françoise Knopper (Toulouse) : Laudatio auf Dorothée Röseberg
Christoph Vatter (Jena): Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision
Ulrich Busch und Dorothee Röseberg
Abstracts der wissenschaftlichen Vorträge
Christa Luft
Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx
Die Autorin fragt in ihrem Beitrag nach Herausforderungen, die sich aus der Coronapandemie und dem Ukrainekrieg insbesondere für die ökonomische Wissenschaft ergeben. Beide Ereignisse haben die Schwachstellen des kapitalistischen Systems und der vorherrschenden ökonomischen Theorien unübersehbar offengelegt. Heute dominieren mit wenigen Ausnahmen unter den hunderten von VWL-Lehrstühlen in Deutschland solche mit der Vorherrschaft neoklassischer Theorien und unzureichender, ja schmaler Präsenz heterodoxer, darunter auch marxistischer Ansätze, mit mehr Mikro-als Makoökonomie, also einer Lehre, die vorrangig von mathematischen Modellen und betriebswirtschaftlichen Techniken geprägt ist und die die makroökonomische Sicht, die soziale, ökologische, humanitäre ethische und auch sicherheitspolitische Belange einschließen muss, verdrängt. Eine ihrer Schlussfolgerungen ist daher die notwendige Rückbesinnung auf MARXSCHE Thesen, nicht als bloße Dogmen, sondern als Quelle für Erkenntnisgewinn und Handlungsoptionen. Die Kriegs- und Krisensituation gibt der Kapitalismuskritik Impulse. Was wir in der Pandemie- und Kriegszeit erlebten und erleben, belegt, wie hoch aktuell viele der Marxschen Erkenntnisse heute sind.
Christoph Vatter (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision
Die deutsch-französischen Kulturbeziehungen sind geprägt von einer reichen Vielfalt an institutionellen und zivilgesellschaftlichen Verflechtungen. Für die Akteure dieses Beziehungsgeflechts stellt die Zugehörigkeit zu diesem „franco-allemand“ einen zentralen Motivations- und Identifikationsfaktor dar, der als positiv und historisch bedeutsam empfunden wird. Das „franco-allemand“ hat ein großes Entfaltungspotenzial in vielfältigen Bereichen entwickelt, unter anderem auch mit eigenständigen Ansätzen zur interkulturellen Zusammenarbeit und Wirtschaftskommunikation. Doch in jüngerer Zeit gerät dieses produktive Verhältnis zunehmend in eine Krise, welche die Tragfähigkeit des dominanten Versöhnungsnarrativs in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen in Frage stellt. Der Vortrag nähert sich dem Phänomen des „franco-allemand“ aus Perspektive des sozialen Imaginierens an und beleuchtet aktuelle Dynamiken und zukünftige Perspektiven der interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.
Biographische Informationen zu den Referenten
Ulrich Busch (MLS) studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Finanzökonomie, wurde 1976 zum Dr. oec. promoviert und habilitierte sich 1984 auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. 1987 wurde er zum ord. Dozenten für Politische Ökonomie berufen. Nach 1990 wirkte er aktiv an der Umstrukturierung der wirtschaftswissen-schaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit. Bis zum Eintritt in den Ruhe-stand war er als Dozent und Leiter wissenschaftlicher Projekte an der Humboldt-Universität, der Technischen Universität Berlin sowie an anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im privaten Bankwesen tätig. Seine Arbeitsschwer-punkte sind Geldtheorie, Transformation sowie ökonomische Aspekte der deut-schen Vereinigung.
Gerda Haßler (MLS) studierte Romanistik und Slavistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte 1978 mit einer Arbeit zu Sprachtheorien der Aufklärung. 1984 erfolgte die Habilitation für allgemeine Sprachwissenschaft mit einer Arbeit zur Entwicklung des semantischen Wertbegriffs vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Sie war von 1993 bis 2020 Universitätsprofessorin für Linguistik und angewandte Sprachwissenschaft (Romanistik) an der Universität Potsdam, davon sechs Jahre Prorektorin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind funktionale Grammatik und Pragmatik der romanischen Sprachen, Geschichte der Sprachwissenschaft und des Sprachbewusstseins vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Diskurstraditionen und ihre Ausprägung in Kollokationen und Begriffsformationen.
Françoise Knopper ist emeritierte Professorin der Universität Toulouse Jean Jaurès und spezialisiert auf Germanistik, Kulturwissenschaften, Reiseliteratur und Aufklärung. Sie lebt und arbeitet in Berlin sowie in Castelnau‑le‑Lez. Von 1994 bis 2012 leitete sie das Forschungszentrum Centre de Recherches et d’Études Germaniques an den Universitäten Toulouse und Montpellier sowie das Institut Institut de Recherche Pluridisciplinaire en Arts Lettres Langues, das die Leibniz-Sozietät mit dem Kooperationspreis auszeichnete. Zwischen 2005 und 2015 war sie Mitträgerin mehrerer Projekte des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne an der Universität Halle‑Wittenberg, eines französischen Forschungsnetzwerks, das die deutsch-französische Wissenschaftskooperation stärkt. Seit 2018 gibt sie gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothee Röseberg die Onlinezeitschrift Symposium culture@Kultur heraus. Zu ihren jüngeren Buchpublikationen zählen der Band Expression artistique et cicatrices de la Première Guerre mondiale (2021, mit Gilles Buscot) sowie Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften, Bd. 8 (Schwabe, 2025). Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Studien zur Reiseliteratur, zur deutsch‑französischen Kulturgeschichte und zur Literatur der Aufklärung. Im Jahr 2025 hielt sie Vorträge in Wrocław über reisende Frauen der Aufklärung, in Montpellier über die Figur der Griselda und ebenfalls in Montpellier über Erinnerungstourismus und die fotografischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs in den Michelin‑Führern.
Christa Luft (MLS) zählt seit 1993 zu den prominentesten und aktivsten Mitgliedern der Leibniz-Sozietät. Als erfahrene Hochschullehrerin, Politikerin und Ökonomin mit dem Spezialgebiet Außenwirtschaftstheorie und – politik hat sie über mehr als drei Jahrzehnte in hervorragender Art und Weise dabei mitgewirkt, das wissenschaftliche Leben der Sozietät inhaltlich zu gestalten und durch eigene Beiträge maßgeblich zu bereichern. Es sei zum Beispiel an ihre Festrede auf dem Leibniz-Tag 2023 erinnert: Von der „Zeitenwende“ zum Epochenbruch. Symptome, Kritik und Herausforderungen für die ökonomische Wissenschaft sowie an ihren Vortrag Georessource Boden – irdene Grundlage menschlicher Existenz, der im Sitzungsband des Rohstoff-Kolloquium 2022 veröffentlicht ist. Frau Professor Luft verfügt über sehr gute und enge Kontakte zu Wissenschaftlern innerhalb und außerhalb der Sozietät. So hat sie z. B. die deutsch-französischen Studientage 2023 für französische Germanisten und Deutschlehrer mit ihrem Vortrag zur Treuhand bereichert, der ein außerordentlich positives Echo, auch in der französischen Presse, fand. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass die Leibniz-Sozietät heute in Teilen der französischen Öffentlichkeit bekannt ist und geschätzt wird. Zugleich hat sie in dem Zeitzeugenprojekt mitgewirkt, bei dem es um Erinnerungen an wissenschaftliche Kooperationen und Begegnungen von Franzosen und Deutschen in der DDR, in der Zeit des Kalten Krieges geht. Insgesamt hat Christa Luft durch Ihr beachtliches wissenschaftliches und publizistisches Engagement im In- und Ausland dazu beigetragen, das Ansehen der Leibniz-Sozietät zu stärken und deren Existenz auch in der Zukunft zu sichern.
Dorothee Röseberg (MLS) studierte an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Kultur-wissenschaftlerin und Romanistin. Nach einer Tätigkeit als Professorin für Landes- und Kulturwissenschaft Romanistik an der Technischen Universität Chemnitz war sie 1997–2017 Professorin für Romanische Kulturwissenschaft an der Martin-Lu-ther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte, Theorie und Methoden fremdsprachlicher Kulturwissenschaft, Interkulturalitäts- und Transferforschung, Fremdheit und kulturelle Konflikte, Erinnerungskulturen, kulturraumbezogene Arbeiten zu Frankreich und Deutschland/DDR, vergleichende Bildungsphilosophie und Praxis, gemeinsame Erinnerungsorte, Laïcité, Bilder vom anderen.
Michael Thomas (MLS) studierte nach Berufsausbildung und Armeedienst Philosophie an der Humboldt‑Universität und promovierte über Husserls Phänomenologie. Seit 1981 arbeitete er wissenschaftlich vor allem im Bereich Soziologie. Nach 1990 war er Mitbegründer des BISS e.V. und wirkte an mehreren Universitäten sowie als Gastwissenschaftler in Deutschland und den USA. Er leitete zahlreiche Forschungsprojekte und engagierte sich in wissenschaftlichen Gremien. Seine jüngeren Arbeiten betreffen Regional‑ und Stadtentwicklung, Netzwerke, Arbeitsmärkte und soziale Innovationen. Seit 2009 ist er Mitglied der Leibniz‑Sozietät und leitet den Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ seit 15 Jahren. Zahlreiche Bände der „Abhandlungen“ und Beiträge in den „Sitzungsberichten“ dokumentieren seine Ergebnisse.
Christoph Vatter ist Professor für interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Kulturtheorie und Kommunikationsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach dem Studium der Kulturwissenschaft und interkulturellen Kommunikation, Romanistik sowie Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes und der Université Laval (Québec, Kanada) wurde er mit einer Arbeit zum Thema Gedächtnismedium Film in einem deutsch-französischen co-tutelle-Verfahren promoviert. Vor seiner Berufung nach Jena war er Juniorprofessor für interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes und nahm Professurvertretungen an der Universität der Bundeswehr München und der Martin-Luther-Universität Halle wahr. Er ist Mitglied der internationalen Forschungsgruppe Populärkultur transnational (DFG-FNR, 2018-2026) und PI im Exzellenzcluster Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining (2026-2032); von 2022 bis 2026 war er Präsident der Gesellschaft für Kanada-Studien (GKS). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören interkulturelle Kommunikation, interkulturelle Medienanalyse und Kulturwissenschaft, Populärkultur, kulturelle Diversität und Erinnerungskulturen.
Details
Veranstaltungsort