Hohe Ehrung für unser Mitglied Prof. Dr. Georg Bretthauer

VDI-Präsident Lutz Eckstein (re.) überreicht die Grashof-Denkmünze und die Ehrenurkunde an Georg Bretthauer, MLS (li.)
(Foto: © bundesfoto/Bernd Lammel, Quelle:VDI)

Prof. Dr. Georg Bretthauer hat am 25. Mai 2023 auf dem Deutschen Ingenieurtag (DIT) die höchste Auszeichnung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), die Grashof-Denkmünze, erhalten. Der auf dem Gebiet der Mess- und Automatisierungstechnik national und international bekannte Wissenschaftler wurde mit dieser Auszeichnung für seine bedeutenden Forschungsleistungen geehrt, die er u.a. für die Entwicklung von automatisierungstechnischen und mechatronischen Systemen sowie medizintechnischen Applikationen erbracht hat.

Die Grashof-Denkmünze wurde 1894 zum Andenken an Franz Grashof, den Mitbegründer und ersten Direktor des VDI von 1856 bis 1890, gestiftet. Sie wurde seither an 103 Persönlichkeiten als Anerkennung und Dank für hervorragende wissenschaftliche oder berufliche Leistungen auf technischem Gebiet verliehen. Nach Winfried Oppelt (1912-1999, Auszeichnung mit der Grashof-Denkmünze im Jahr 1971) ist Georg Bretthauer der zweite Regelungstechniker, der mit dieser hohen Auszeichnung geehrt wurde. Der Auszeichnungsvorschlag war von der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) eingebracht worden. In der Begründung zur Auszeichnung heißt es: „Georg Bretthauer wird mit der Grashof-Denkmünze ausgezeichnet, weil er in seiner beruflichen Laufbahn wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Ingenieurwissenschaften gesetzt hat. Er hat sich Verdienste für die Einführung des Fachgebiets der Mechatronik als universitäre Studienrichtung sowie der Einführung der Studienrichtung Medizintechnik im universitären Bereich in Deutschland erworben. Georg Bretthauer hat bedeutende wissenschaftliche Ergebnisse u.a. für die Entwicklung von automatisierungstechnischen und mechatronischen Systemen sowie medizintechnischen Applikationen hervorgebracht. Er steht für interdisziplinäres Arbeiten, was durch 72 Patente in 11 Patentgruppen deutlich wird. Über sein umfangreiches ehrenamtliches Wirken hat Georg Bretthauer einen großen, nachhaltigen Beitrag für die Community-Bildung der Ingenieur*innen in der Automatisierungstechnik geleistet.“

Georg Bretthauer ist seit vielen Jahren als Professor an der Universität Karlsruhe, als Leiter des Instituts für Angewandte Informatik/Automatisierungstechnik (AIA) sowie als Leiter des Instituts für Angewandte Informatik (IAI) des Forschungszentrums Karlsruhe (heute gemeinsam das Karlsruher Institut für Technologie, KIT) tätig. In seiner beruflichen Tätigkeit hat er sich stets für eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Arbeitsweise eingesetzt. Zu besonderer Anerkennung gelangte er dabei in der medizinischen Fachwelt. Die Auszeichnung mit der Ehrendoktorwürde der Medizinischen Universität Graz ist ein Beispiel dafür. Unter der Betreuung von Georg Bretthauer promovierten 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Außerdem führte er 11 Habilitanden zum erfolgreichen Abschluss.

Als Herausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift „at Automatisierungstechnik“ (Verlag de Gruyter Oldenbourg) von 2002 bis 2018 hat sich Georg Bretthauer bleibende Verdienste erworben. Im Herausgeberbeirat der Zeitschrift hat er die Aufnahme neuer strategischer Felder von Forschung und industrieller Umsetzung angeregt. Beispiele hierfür sind „Industrie 4.0“, „Cyberphysikalische Systeme“, „Elektromobilität“, „Autonomes Fahren“, „Big Data und Automatisierung“, „Bio-Inspired Computing“ oder „Kognitive Landwirtschaft“. Zahlreiche ehrenamtliche Funktionen des mit der Grashof-Denkmünze Ausgezeichneten wären an dieser Stelle zu erwähnen. Von diesen sollen hier nur der Vorsitz in der GMA (2000–2003), die Mitgliedschaft im Wissenschaftlichen Beirat des VDI (2000–2006) und die Mitgliedschaft im VDE-Vorstand (2000–2003) genannt werden.

Die Leibniz-Sozietät, deren Mitglied Georg Bretthauer seit 2003 ist, gratuliert dem Geehrten herzlich zur Auszeichnung mit der Grashof-Denkmünze und wünscht ihm Gesundheit sowie weiterhin Freude und Erfolg bei all seinen wissenschaftlichen Aktivitäten.

Gerhard Pfaff