Hohe Ehrung für unser Mitglied Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga

Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga, Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin und Extreme Umwelten Berlin (ZWMB) und Mitglied der Leibniz-Sozietät hat am 21.12.2022 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Der bekannte Mediziner und Geologe wurde mit dieser Auszeichnung für seine Forschungsleistungen zu den Auswirkungen von extremen Umweltbedingungen auf den Menschen geehrt. Mit seinen herausragenden Arbeiten hat sich Hanns-Christian Gunga um die Wissenschaft generell, aber besonders auch um den Wissenschaftsstandort Berlin verdient gemacht. Der Verdienstorden wurde ihm von der Berliner Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote überreicht.
Hanns-Christian Gunga war nach dem Studium der Geologie, Paläontologie und Medizin zunächst an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig und wirkte dann mehr als drei Jahrzehnte an der Freien Universität Berlin und an der Charité. Als Facharzt für Physiologie spezialisierte er sich früh auf die Bereiche Weltraummedizin und Extreme Umwelten. 2004 wurde er als Professor an das Institut für Physiologie der Charité berufen. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat er das Wissen um die Physiologie des Menschen mit seinen wissenschaftlichen Untersuchungen und einer Vielzahl von Publikationen, darunter Fachbücher und populärwissenschaftliche Bücher, entscheidend bereichert. Er hat die Physiologie des Menschen dabei immer in ihrer Interaktion mit der Umwelt betrachtet. Im Bereich Weltraummedizin hat er bahnbrechende Akzente gesetzt. Seit 2000 hat er das Zentrum für Weltraummedizin und Extreme Umwelten Berlin an der Charité in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf- und ausgebaut. Gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erforscht er, wie sich der menschliche Körper an außergewöhnliche Bedingungen wie Schwerelosigkeit, Hitze, Kälte, große Höhen oder auch lange Zeiten der Isolation anpasst. Zu den weithin beachteten Ergebnissen dieser Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gehören Messgeräte, die bei der bemannten Raumfahrt eingesetzt werden, so auch während der Weltraummission des deutschen Astronauten Matthias Maurer 2021/22 auf der Internationalen Raumstation ISS.
Hanns-Christian Gunga beschäftigt sich wissenschaftlich sehr intensiv mit der inneren Uhr und der Regulierung der Körpertemperatur des Menschen, sowohl unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit als auch in Bezug auf die Anpassung an den Klimawandel. Bis September 2022 war er stellvertretender Direktor des Instituts für Physiologie der Charité. Als Seniorprofessor bleibt er der Charité weiterhin eng verbunden. Sein reichhaltiges Wissen gibt er auch als Vorsitzender der Programmkommission Raumfahrt des DLR und als Mitglied verschiedener Beratungsgremien für die Europäische Weltraumbehörde ESA weiter.
Die Leibniz-Sozietät gratuliert ihrem Mitglied Hanns-Christian Gunga herzlich zur Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz und wünscht ihm Gesundheit sowie weiterhin Freude und Erfolg bei all seinen wissenschaftlichen Aktivitäten.
Gerhard Pfaff
Fernández, Hans (2022): Poéticas espectatoriales en Hispanoamérica y Brasil (1800-1847). Ilustración – emancipación – convivencias excluyentes. Berlin, Boston: de Gruyter (Mimesis, Band 95).

Wir befinden uns im Übergang vom industriellen zum kybernetischen Zeitalter. Die Wirtschaftshistorikerin Andrea Komlosy wirft dazu einen Blick zurück, um die Corona-Krise als dynamisierendes Element der Zeitenwende verständlich zu machen. Komlosy ordnet Zyklen der Konjunktur und der globalen Hegemonie sowie Epochen der Menschheitsgeschichte historischen Einschnitten zu – vom Jagen und Sammeln über die Agrarrevolution und die Industriegesellschaft bis zum aktuellen Umbruch, der ins kybernetische Zeitalter führt. Dieser Übergang korrespondiert mit einem neuen Wachstumszyklus der Ökonomie, die durch Digitalisierung, Robotik und Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine geprägt ist. Pharma, Biotech und Nanotechnologie stellen die Leitbranchen des Übergangs dar. Gleichzeitig erleben wir die Erosion der westlichen Vorherrschaft und verstärkte geopolitische Rivalität um die hegemoniale Nachfolge.







Pohle, Jörg; Lenk, Klaus (Hg.) (2021): Der Weg in die „Digitalisierung“ der Gesellschaft. Was können wir aus der Geschichte der Informatik lernen. Marburg: Metropolis. 407 Seiten • 34,80 EUR • ISBN 978-3-7316-1461-6