Bericht zum Besuch der Peter-Sodann-Bibliothek in Staucha (Sachsen)

Nachdem im November 2024 die Leibniz-Sozietät und die Peter-Sodann-Bibliothek eG (PSB) einen Kooperationsvertrag unterzeichnet haben, fand jüngst, am 13. Oktober 2026, ein weiteres Treffen von VertreterInnen beider Institutionen im sächsischen Staucha statt. Seitens der Leibniz-Sozietät nahmen Gerda Haßler, Larisa Schippel und Jürgen Erfurt teil. Im Zentrum dieser Kooperation steht, den einzigartigen Bestand an Schriftgut aus der Zeit von 1945 bis 1990, das in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR vertrieben und publiziert wurde, auch für wissenschaftliche Zwecke zu nutzen und dabei die PSB bei der Aufbereitung und Erschließung des Buchbestands mit wissenschaftlicher Expertise zu unterstützen.

Wieder war bei diesem Treffen Gelegenheit, sich in dem beeindruckenden Bestand an Literatur umzusehen. Hauptsächlich aber ging es darum, Ideen für konkrete Projekte zu entwickeln, die mit Fördermitteln aus Stiftungsgeldern umgesetzt werden sollen. Wenn man bedenkt, dass die Sammlung der PSB inzwischen etwa eine halbe Million Bücher und Dokumente umfasst, im Gut Staucha aber noch mehr als eine Million Bücher unsortiert „[…]indenBananenkistendesWestens“ lagern und darauf warten, geprüft und bibliographisch erfasst zu werden, dann liegt es nahe, nach Wegen zu suchen, wie die zeitlich anspruchsvolle und oftmals mühsame Titelaufnahme mit moderner Software und Technik effektiviert werden kann. Ein anderes Vorhaben orientiert sich daran, dass die PSB bislang über keine fundierte und strukturierte Dokumentation ihrer Geschichte verfügt, die über den kurzen Abriss auf der Homepage und bei Wikipedia hinausgeht. Eine solche Dokumentation ist nicht nur erforderlich, um dem Motto der PSB „…wider dem Vergehen“ in Bezug auf die eigene Geschichte als Institution gerecht zu werden, sondern, mehr noch, um Perspektiven für ihren weiteren Ausbau, ihre Nutzung, regionale Ausstrahlung und nationale und internationale Vernetzung zu entwickeln.

Schon heute ist die gemeinnützige PSB die national und international umfangreichste zusammenhängende und zugängliche Sammlung von in der DDR und der SBZ vertriebener und publizierter Literatur. Zugleich ist sie bestrebt, vorhandene Lücken im Bestand zu schließen. Während in der Vergangenheit das Hauptaugenmerk auf Belletristik und auf gesellschaftsrelevanter Literatur lag, ist die Sammlung von Werken aus Medizin, Natur-, Technik-, Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften lückenhaft, darunter auch von Lehrwerken der Universitäten, Hoch-, Ingenieur- und Fachschulen.

In diesem Sinne ergeht auch an Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Aufruf zu Buchspenden aus Ihren Fachgebieten und Ihren privaten Beständen an die Peter-Sodann-Bibliothek. Die Kontaktaufnahme ist unter info@peter-sodann-genossenschaft.de möglich.

17.10.2026, Jürgen Erfurt
erfurt@em.uni-frankfurt.de