Bericht zum Vortrag von Dr. Olaf Hellmuth „Was treibt unser Wetter an? Ein phänomenologischer Exkurs“

Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltete ihre öffentliche Oktober-Plenarveranstaltung am 8.10.2026 zum Thema „Was treibt unser Wetter an? Ein phänomenologischer Exkurs“.
Referent hierzu war Dr. Olaf Hellmuth, dessen Fokus in der Forschung auf den Gebieten Physik der Atmosphäre und Hygrometrie liegt. Die Veranstaltung fand im Ratssaal des Historischen Rathauses Berlin-Friedrichshagen statt.
Einleitend begrüßte Gerda Haßler, Präsidentin der Leibniz-Sozietät, die Teilnehmenden und stellte den Referenten vor. Olaf Hellmuth absolvierte von 1978 bis 1979 eine Berufsausbildung zum Feinmechaniker im VEB Carl Zeiss Jena. 1979 nahm er eine fliegerische Ausbildung an der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA auf. Von 1980 bis 1987 studierte er Physik und Meteorologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er 1985 das Diplom und 1987 die Promotion A zur satellitengestützten Parametrisierung der Feuchtkonvektion erwarb. Von 1987 bis 1990 war Olaf Hellmuth als Synoptiker und Satellitenmeteorologe in der Zentralen Flugwetterwarte der NVA tätig. 1990 und 1991 arbeitete er als Fernerkundler am Institut für Kosmosforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR. Später führte er diese Tätigkeit in gleicher Funktion in einem Ingeniuerbüro für Geoinformatik sowie als freiberuflicher Gutachter für umweltmeteorologische Fragestellungen aus. Von 1996 bis zu seinem Ruhestand 2024 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS) in Leipzig mit den Arbeitsschwerpunkten Grenzschicht-, Aerosol- und Wolkenphysik. Seit 2025 beschäftigt er sich als „Citizen Scientist“ mit der Bestimmung der Verdunstung im Rahmen des Umwelt- und Naturschutzes. Seit 2017 ist Olaf Hellmuth Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
Der Vortrag von Olaf Hellmuth stellte ausgehend vom Modell der „Photonenmühle Erde“ (Ebeling, 1989) im ersten Teil die Einbettung des irdischen Wettergeschehens in die kosmische Energiekaskade, welche die Evolution antreibt, dar.
Im zweiten Teil des Vortrages wurde anhand von Folgerungen aus dem 1. Hauptsatz der Thermodynamik und dem 2. Newtonschen Axiom in einem rotierenden Bezugssystem das System der Allgemeinen Zirkulation der Erde phänomenologisch abgeleitet. Auf dieser Grundlage wurden das für seine globalen Auswirkungen bekannte Wetterphänomen El Nino sowie die als „Omega-Lage“ und „Vb-Lage“ bekannten Hochdruck- und Tiefdruckgebiete erläutert, die mit extremen Hitzewellen bzw. Starkniederschlägen in Europa verbunden sind. Anhand von bekannten Befunden aus der atmosphärischen Wellentheorie wurde dargelegt, wie die Persistenz solcher Extremwetterlagen durch den meridionalen Temperaturgradienten zwischen Äquator und Pol beeinflusst wird.
Im dritten Teil des Vortrages wurden die Grundlagen der Numerischen Wettervorhersage sowie die Besonderheiten und Konsequenzen erläutert, die sich (a) aus dem Parametrisierungsproblem und (b) dem „Lorenz-Charakter“ (Lorenz, 1963) der zugrundeliegenden Modellgleichungen ergeben. Letzterer wurde anhand des Ersatzmodells des sogenannten Lorenzschen Wasserrades illustriert. Der Vortrag endete mit einem Ausblick auf das Potential der „Künstlichen Intelligenz“ für die Wettervorhersage.
Das starke Interesse der Teilnehmenden an den Ausführungen von Olaf Hellmuth bestätigte sich durch die nachfolgende intensive Diskussion.
Gerhard Pfaff