Neue Publikation unserer Mitglieder Wolfgang Hofkirchner, Hans-Jörg Kreowski, Gerhard Pfaff und Christian Stary
Frank Fuchs-Kittowski / Wolfgang Hofkirchner / Hans-Jörg Kreowski / Gerhard Pfaff / Christian Stary (Hrsg.): Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung. Berlin: trafo Wissenschaftsverlag, 2026. 286 S.; 28,80 EUR; ISBN 978-3-86464-292-0
In der Präambel der 1945 verabschiedeten UN Charta erklären die Unterzeichnerstaaten – inzwischen fast alle in der Welt – die Menschheit vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Die Vereinten Nationen haben dieses Ziel bis heute nicht verwirklichen können. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat es weit über 100 Kriege auf der Erde gegeben. Von den aktuell stattfindenden bewaffneten Konflikten mit teils hohen Opferzahlen sind der Krieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine und der Krieg Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Iran besonders gefährlich, weil sie weltweit gravierende Auswirkungen haben und die Gefahr der Ausweitung in sich bergen. Beide Kriege zeigen zumal gegenüber früheren Kriegen einen gewaltigen Wandel in der bevorzugt eingesetzten Waffentechnologie. So werden von allen Kriegsparteien täglich Hunderte bewaffnete Drohnen abgefeuert – eine Waffe, die es ohne moderne Informationstechnik nicht gäbe. Auch spielen – weniger offensichtlich – digitalisierte Ausspähung, Überwachung und Kriegsplanung eine immer bedeutendere Rolle.
Der hier vorgelegte Band dokumentiert das Kolloquium „Wissenschaft zwischen Krieg und Frieden – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung“, das am 14. März 2025 in Berlin stattfand und vom Arbeitskreis „Emergente Systeme, Information und Gesellschaft“ der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin, von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), von The Institute for a Global Sustainable Information Society (GSIS) und vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) anlässlich des 90. Geburtstages von Klaus Fuchs-Kittowski veranstaltet wurde. Die Beiträge diskutieren moderne Waffen- und Kriegstechnik sowie verschiedene Szenarien im Kontext von Krieg und Frieden, aber auch Auswege hin zum Frieden in der Welt, wie sie beispielsweise die Idee des Digitalen Humanismus weist.
Aus dem Inhaltsverzeichnis:
Frank Fuchs-Kittowski, Wolfgang Hofkirchner, Hans-Jörg Kreowski, Gerhard Pfaff, Christian Stary: Editorial
Hans-Jörg Kreowski: Die Digitalisierung des Kriegs
Rainer Rehak: Der Mythos der „gezielten Tötung” – Zur Verantwortung von KI-gestützten Zielsystemen am Beispiel „Lavender“
Wolfgang Hofkirchner: Imperative einer Friedenslogik für die Schicksalsgemeinschaft der Menschheit
Klaus Fuchs-Kittowski: Wider den Geist einer geistlosen Zeit, die Macht der Computer und die Zerstörung der Vernunft – Verantwortung für eine menschenwürdige Technik- und Gesellschaftsentwicklung
Christian Fuchs: Klaus Fuchs-Kittowskis Radikaler Digitaler Humanismus: Ein kritischer Ansatz im Forschungsbereich Informatik und Gesellschaft
Christian Stary: Das Wechselverhältnis von digitaler Transformation und Informations- und Wissensgenerierung
Dieter Segert: Protest gegen Aufrüstung und Krieg – Fragen zu seiner politischen Wirkung
Heinrich Niemann: Nach der Pandemie – Lehren und Fragen aus ärztlicher Sicht
Joachim Wernicke: NATO-Osterweiterung seit 1989: Äußerer Eingriff und Wirtschaftszerstörung – BRD gegen DDR sowie 2+4-Vertrag
Rainer Fischbach: Das Titanic-Syndrom: Fehlsteuerung in Technik und Politik
Marianne Linke: Wie greifen Kriege in die Umwelt ein?
Gerhard Pfaff: Wanderer zwischen Naturwissenschaft, Informatik und Philosophie – Laudatio für Klaus Fuchs-Kittowski
Christiane Floyd: „Inmitten der Brandung“ – Laudatio für Klaus Fuchs-Kittowski
Klaus Fuchs-Kittowski: Replik des Gewürdigten: Philosophie – Bio-Kybernetik – Informatik
