Arbeitskreis Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung diskutiert über Sándor Petöfi und Ferdinand Lassalle
Die Mitglieder und ständigen Gäste des Arbeitskreises Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung trafen sich am 28. September 2026 zu einer Arbeitsberatung. Zunächst stand der Austausch über den Stand der Arbeiten an den geplanten und angekündigten Aufsätzen auf der Tagesordnung. Neben fünf bereits eingereichten Entwürfen liegen für den geplanten Band weitere 13 Zusagen und Absichtserklärungen vor.

Diskutiert wurde der Aufsatz von François Melis über den ungarischen Revolutionär und Nationaldichter Sándor Petöfi (1823-1849). Petöfi gehörte neben dem Rechtsanwalt und Politiker Lajos Kossuth (1802-1894) zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im Revolutionsgeschehen in Ungarn. Mit seinen Gedichten trug er wesentlich zur Förderung des ungarischen Nationalbewusstseins und der revolutionären Aufbruchsstimmung bei. Obwohl er unter den Zeitgenossen in Europa damals weithin bekannt war, ist die Erinnerung an ihn in Westeuropa später verblasst. In Ungarn hat sich hingegen sein Ruf als Nationalheld erhalten. Der Beitrag wird helfen, den vorwiegend westeuropäischen Blick auf die Revolution von 1848/49 nach Osten zu erweitern.
Zur Diskussion stand außerdem ein Aufsatz über Ferdinand Lassalle und die Neue Rheinische Zeitung sowie dessen teilweise konfliktbehaftetes Verhältnis zu Karl Marx und Friedrich Engels. Auf der Basis zahlreicher Quellen konnten bisherige einseitige Urteile der historischen Überlieferung korrigiert bzw. präzisiert werden. Die Teilnehmer der Beratung schlugen dem Autor F. Melis vor, diese neuen Erkenntnisse für einen auf die Revolutionszeit konzentrierten Beitrag für den neuen Band aufzubereiten.
Die nächste Arbeitsberatung ist für den Dezember 2026 vorgesehen.
Jürgen Hofmann