AK „Gesellschaftsanalyse und Klassen“, Bericht über die Sitzung am 27.02.2015

Im Zentrum der Sitzung des Arbeitskreises am 27. Februar 2015 stand eine erste auswertende Diskussion zum neu erschienenen Buch „Transformation im 21. Jahrhundert“, welches in zwei Bänden wesentliche Erkenntnisse der Beratungen aus dem Arbeitskreis und weiterer Aktivitäten präsentiert. Mit dem erklärten Status als Arbeitsbuch soll dieses Buch zugleich Leitfaden sein für weitere Diskussionen, für die Identifizierung von offenen Fragen. Zugleich ist es Stellungnahme in einer sehr breiten Konstellation wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Diskurse.

Mit dem Ziel einer Identifizierung von zu diskutierenden Fragen wie der Verortung in aktuellen Diskursen wurden drei einführende Beiträge gehalten: Ulrich Busch gab eine Einschätzung zu dem Buch „Futuring. Transformation im Kapitalismus darüber hinaus“ (herausgegeben von Michael Brie); Wolfgang Küttler präsentierte Ansatz und einige Erkenntnisse aus dem „Handbuch Transformationsforschung“ (herausgegeben von Raj Kollmorgen, Hans-Jürgen Wagener und Wolfgang Merkel). An beiden Publikationen sind übrigens Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises bzw. der Leibniz-Sozietät beteiligt.

Der Grund für diese Einsteuerungen lag vor allem darin, dass beide kürzlich erschienenen Bücher wichtige und geeignete Referenzquellen sind für die genannte Publikation aus dem Arbeitskreis. Sie markieren gleichsam sehr kompakt gewichtige Pole in der aktuellen Debatte. Deshalb ging es in den beiden Beiträgen vor allem darum, Anregungen und wichtige Differenzen zu markieren. Dies ist in den Rezensionen der beiden genannten Kollegen nachzulesen. Die von Ulrich Busch liegt bereits vor (Berliner Debatte Initial, 25. Jg., H.4, S. 157 – 162), die von Wolfgang Küttler erscheint demnächst und ist als Manuskript verfügbar.

Der dritte Beitrag von Michael Thomas benannte in einem ersten Überblick wichtige übereinstimmende Positionen, die für die These einer „Transformation im 21. Jahrhundert“ sprechen. Dazu gehören vor allem die geteilte Überzeugung von einem epochalen Umbruch, einer Übergangsphase und der so gesetzte spezifische zeithistorische Kontext, der eben diese Transformation als besondere charakterisiert. In einem zweiten Schritt wurden einige offene Fragen und Dissens-Punkte markiert, die sich durchaus auch in unserer Publikation (eben einem Arbeitsbuch) finden. Diese betreffen gewichtige Aspekte wie etwa Ziel/Perspektive einer solchen Transformation, deren auszumachenden Beginn oder auch einige Prozesseigentümlichkeiten. Was bringt, wer bringt und wie bringt man Änderung in die Welt? Und was dabei ist, im Unterschied zu allen möglichen Formen von Wandel, Veränderung Transformation? Gerade solche offenen Fragen bzw. auch Dissens-Punkte sollen in weiteren Diskussionsrunden behandelt werden. Mit dem Ziel erfolgt zunächst eine thematische Abklärung unter den Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises. Die nächste Diskussion ist für den 8.5. angesetzt.

In einem weiteren Teil des Workshops erfolgten erste Informationen und Abstimmungen zu einem aktuellen Publikationsvorhaben, welches von Ulrich Busch, Günter Krause und Michael Thomas verantwortet wird und an dem sich Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises wie auch externe Partnerinnen und Partner beteiligen: „25 Jahre Deutsche Einheit“. Die zentrale These für diese Publikation, dass der Vereinigungsprozess einer neuen Bewertung unterzogen werden kann bzw. muss, ist vielfach inspirierend. Erste Beiträge sollen auf einer Sitzung des Arbeitskreises am 26. Juni diskutiert werden. Die Einladung an Mistreiterinnen und Mitstreiter aus der Sozietät ist ausgesprochen und bereits angekommen worden.

Über die genannte Publikation „Transformation im 21. Jahrhundert“ finden sich weitere Informationen auf der Webseite. Für Fragen zu Vorhaben und zum Arbeitskreis: thomas@biss-online.de

Michael Thomas

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