Demographischer Wandel und Geburtenrückgang in Deutschland. Übergang zu Praktiken der Kinderwunschbehandlung durch die medizinisch assistierte Reproduktionstechnologien (MAR) am Beispiel der PID und PND.
Befinden wir uns auf dem Weg der selektiven Reproduktion?
Mit dem Begriff des demographischen Wandels verbinden sich strukturelle und dynamische Veränderungen der Bevölkerung seit den 1970er Jahren in Deutschland. Besonders deutlich treten diese Veränderungen im Heirats- und des generativen Verhaltens zutage. Hinsichtlich des generativen Verhaltens beobachten wir einen Anstieg in der Inanspruchnahme der MAR in den Jahren zwischen 1998 und 2024.
Das Konzept der risikobehafteten öffentlichen Gesundheit (Public Health) und die Einstufung von ca. 80-90% aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften schließt das Angebot genetischer Beratung und Untersuchungen von möglichen vererbbaren Krankheiten des künftigen Kindes ein. Die erwähnten Verfahren, die Präimplementationsdiagnostik (PID) und die Pränataldiagnostik (PND) werden sowohl in der MAR als auch bei der natürlichen Fortpflanzung angewandt. Beide reproduktionsmedizinische Verfahren in Verbindung mit der genetischen Diagnostik stellen werdende Eltern selbstbestimmt und frei entscheiden zu können, ob sie ein „gesundes“ oder ein wahrscheinlich erbkrankes Kind haben möchten.
Vita
Jochen Fleischhacker studierte von 1976 bis 1980 Wirtschaftswissenschaften und Demographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im ersten Drittel des Jahres 1980 weilte er zu einem Studienaufenthalt in Indien/Delhi/Kalkutta/Bombay/Trivandrum, zur Materialsammlung der Volkszählung. Seit dem Jahr 1980 bis 1997 war Jochen Fleischhacker Wissenschaftlicher Assistent, Sektion Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl Demographie an der HUB. 1981 verteidigte er seine Promotion zu sozioökonomischen Ursachen und Folgen des raschen Bevölkerungswachstums auf dem indischen Subkontinent in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und 1990 erhielt er die Facultas Docendi im Fach Demographie.
Zwischen 1997 und 2002 war Jochen Fleischhacker Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe Projects on the History of Demographic Thinking am Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock. Beginnend mit dem Sommersemester 2003 bis zum Sommersemester 2020 war er Lehrbeauftragter für Demographie an der Hochschule für Wirtschaft und Technik, Berlin.
Seit 2022 ist Jochen Fleischhacker Mitglied der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
Sitzung der Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften im
Rathaus Friedrichshagen, Historischer Ratssaal, Bölschestr. 87, 12587 Berlin
Die Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:
https://us06web.zoom.us/j/85989366711?pwd=Wo8tswqE6my81O5HEsHjGyO0JYLRaM.1
Meeting-ID 859 8936 6711
Kenncode 208615
Vortrag:
Jochen Fleischhacker (MLS)
Demographischer Wandel und Geburtenrückgang in Deutschland. Übergang zu Praktiken der Kinderwunschbehandlung durch die medizinisch assistierte Reproduktionstechnologien (MAR) am Beispiel der PID und PND.
Befinden wir uns auf dem Weg der selektiven Reproduktion?
Mit dem Begriff des demographischen Wandels verbinden sich strukturelle und dynamische Veränderungen der Bevölkerung seit den 1970er Jahren in Deutschland. Besonders deutlich treten diese Veränderungen im Heirats- und des generativen Verhaltens zutage. Hinsichtlich des generativen Verhaltens beobachten wir einen Anstieg in der Inanspruchnahme der MAR in den Jahren zwischen 1998 und 2024.
Das Konzept der risikobehafteten öffentlichen Gesundheit (Public Health) und die Einstufung von ca. 80-90% aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften schließt das Angebot genetischer Beratung und Untersuchungen von möglichen vererbbaren Krankheiten des künftigen Kindes ein. Die erwähnten Verfahren, die Präimplementationsdiagnostik (PID) und die Pränataldiagnostik (PND) werden sowohl in der MAR als auch bei der natürlichen Fortpflanzung angewandt. Beide reproduktionsmedizinische Verfahren in Verbindung mit der genetischen Diagnostik stellen werdende Eltern selbstbestimmt und frei entscheiden zu können, ob sie ein „gesundes“ oder ein wahrscheinlich erbkrankes Kind haben möchten.
Vita
Jochen Fleischhacker studierte von 1976 bis 1980 Wirtschaftswissenschaften und Demographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im ersten Drittel des Jahres 1980 weilte er zu einem Studienaufenthalt in Indien/Delhi/Kalkutta/Bombay/Trivandrum, zur Materialsammlung der Volkszählung. Seit dem Jahr 1980 bis 1997 war Jochen Fleischhacker Wissenschaftlicher Assistent, Sektion Wirtschaftswissenschaften, Lehrstuhl Demographie an der HUB. 1981 verteidigte er seine Promotion zu sozioökonomischen Ursachen und Folgen des raschen Bevölkerungswachstums auf dem indischen Subkontinent in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und 1990 erhielt er die Facultas Docendi im Fach Demographie.
Zwischen 1997 und 2002 war Jochen Fleischhacker Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe Projects on the History of Demographic Thinking am Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock. Beginnend mit dem Sommersemester 2003 bis zum Sommersemester 2020 war er Lehrbeauftragter für Demographie an der Hochschule für Wirtschaft und Technik, Berlin.
Seit 2022 ist Jochen Fleischhacker Mitglied der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
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