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SUMMARY:November-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt für den 12. November 2015 zu ihrer Klassensitzung ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nGerhard Banse (MLS): \nÜber den Umgang mit Unbestimmtheit\n10.00 bis 12.00 Uhr; Ort: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Banse ist Technikphilosoph und gehört der Leibniz-Sozietät seit 2000 an; seit 2012 ist er deren Präsident. Nach Pädagogik-Studium und Doktorat arbeitete er von 1974 bis 1999 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW)\, am Lehrstuhl Technikphilosophie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und am Institut für Philosophie der Universität Potsdam. Von 1999 bis 2011 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des KIT – Karlsruher Institut für Technologie\, Campus Nord (ehemals Forschungszentrum Karlsruhe GmbH). Derzeit ist er Senior-Wissenschaftler an der EA European Academy of Innovation and Technology Assessment Bad Neuenahr-Ahrweiler.\nNach der Promotion (1974) und der Habilitation (1981) wurde er 1988 zum Professor für Philosophie an der AdW ernannt. 2000 erfolgten die Bestellung zum Honorarprofessor für Allgemeine Technikwissenschaft an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus sowie die Berufung zum Gastprofessor an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Matej-Bel-Universität Banská Bystrica (Slowakische Republik)\, 2011 die Ernennung zum Professor e.h. der Schlesischen Universität Katowice (Polen). Darüber hinaus lehrte er an der Humboldt-Universität zu Berlin\, der TH Wismar und der Technischen Hochschule (Polytechnikum) Rzeszów (Polen).\nEr ist als Herausgeber\, Mitherausgeber\, Autor oder Mitautor an über 400 Buch- und Zeitschriftenpublikationen beteiligt. \nAbstract:\n„Unbestimmtheit“ war und ist ein zentraler Topos der Reflexion über die Lebenswelt. Entsprechend vielfältig sind die (wissenschaftlichen) Denkansätze\, die auf ihr Verständnis und den Umgang mit ihr\, ihre „Reduzierung“ oder gar „Überwindung“ gerichtet sind. Einer dieser Denkansätze ist die (interdisziplinäre) Risikoforschung\, auf die im Vortrag näher eingegangen wird.\nZentral sind dabei folgende Einsichten/Überlegungen:\nUnbestimmtheit kann bedeuten\, dass zwischen (Handlungs-)Absicht und (Handlungs-)Ergebnis keine direkten Ursache-Wirkungs-Beziehungen bestehen oder dass man nicht über entsprechendes Wissen verfügt (unvollständige Information).\nRisiko kann gefasst werden als Chance zum Gelingen eines Vorhabens oder seines Misslingens. Risikohandeln schließt ein\, dass eine Handlung in Übereinstimmung mit den gehegten Absichten abgeschlossen wird oder nicht; die Unbestimmtheit\, ob das Ziel erreichbar ist\, wird bewusst in Kauf genommen. Risikowissen ist Wissen für den (auch methodischen) Umgang mit dieser Unbestimmtheit zukünftiger Zustände\, es bezieht sich auf die (Ab-)Schätzung von Eintrittshäufigkeiten oder von Eintrittswahrscheinlichkeiten\, auf die Ereignisvoraussage\, die Handlungsauswahl und die (möglichen) Handlungsfolgen.\nRisiko ist immer Chance und Gefahr zugleich: Chance\, ein angestrebtes Ziel zu erreichen\, bei dem etwas zu gewinnen versprochen oder in Aussicht gestellt wurde; Gefahr\, dass man etwas Existierendes zur Disposition stellt\, beschädigt oder verliert. Beides sind Möglichkeiten\, die sich (erst) zukünftig als Handlungsfolgen einstellen oder als Wirkungen ergeben können: Während in der Gegenwart zu entscheiden und zu handeln ist\, stellen sich die Wirkungen der Handlung erst zukünftig ein.\nReduzierung\, Limitierung oder Eingrenzung der Unbestimmtheit sowohl hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit (ursachenorientiert) als auch des zu erwartenden Schadensausmaßes (wirkungsorientiert)\, d.h. eine zielgerichtete Einflussnahme und produktive Handhabung („Beherrschung“) von Unbestimmtheit ist präventiv durch verschiedene Vorgehensweisen möglich. Dabei wird „Mehrdeutigkeit“ nicht in erster Linie in „Eindeutigkeit“ überführt\, „Zufälligkeit“ nicht auf „Notwendigkeit“ zurückgeführt – obwohl das nicht ausgeschlossen ist –\, sondern als „eindeutig“ und „wohlbestimmt“ gefasst und behandelt. Auf diese Weise wird vor allem ein methodischer Gewinn erzielt\, erlaubt doch diese „Idealisierung“ und „Reduktion“ (die allerdings immer auch eine „Ausblendung“ – möglicherweise relevanter Zusammenhänge o.ä. – ist!) die Anwendung spezifischer Methoden und ermöglicht (erst) einen rationalen Zugriff auf Situationen unvollständiger Information.\nDies kann jedoch nicht verhindern\, dass ein Leben unter Unbestimmtheit (in einem unbestimmten Ausmaß!) als Normalität verbleibt.
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SUMMARY:Raumfahrthistorisches Kolloquium 2015
DESCRIPTION:Das Raumfahrthistorische Kolloquium 2015 findet als gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V (DGLR)\,  des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfart (DLR)\, des Deutschen Technikmuseums Berlin (Archenhold Sternwarte) und der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. am 31. Oktober 2015 in Berlin statt. \nArchenhold-Sternwarte Berlin-Treptow\, Alt-Treptow 1 – 12435 Berlin;\nSamstag\, 31. Oktober 2015\, 10 – 14 Uhr \nEinladung und Programm
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SUMMARY:Workshop des AK "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Prinzip Einfachheit“ lädt für den 22. Oktober 2015 zu einem Workshop ein. Es wird der folgende Vortrag vorgestellt und diskutiert: \nHeidemarie Salevsky (MLS) und Dr. Ina Müller (Mainz): \nDas Sensitivitätsmodell Prof. Vester® – ein einfaches Programm zur Lösung komplexer Probleme (mit Anwendungsbeispielen aus der Translatologie)\n22. Oktober 2015; 10.30 bis 12.30 Uhr \nÄnderung: Ort: Raum 505 \nC.V.:\nProf. Dr. Salevsky ist Translatologin und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2013. Nach dem Studium in Berlin\, Moskau und Leipzig sammelte sie zehn Jahre lang praktische Erfahrungen als Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin für Russisch und Englisch. 1972-1996 war sie in der Ausbildung von Sprachmittlern an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. 1983 erwarb sie ihre erste Promotion B und wurde 1984 zur ordentlichen Dozentin für Translationswissenschaft am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Dessen Abteilung Translationswissenschaft leitete sie von 1990 bis 1996. Danach wirkte sie bis 2009 als Professorin für Translationswissenschaft und Fachkommunikation an der Hochschule Magdeburg-Stendal. 1989 gründete sie das dortige Forschungsseminar\, das bis 2009 auf 77 Veranstaltungen\, darunter mehrere internationale Konferenzen\, zurückblicken kann. Zehn Jahre lang vertrat sie das Fach Translatologie im Scholarly Forum der United Bible Societies. Hier leitete sie das interdisziplinäre UBS-Forschungsprojekt “Planning\, Management and Evaluation of Bible Translation Projects”\, wobei sie das “Sensitivitätsmodell Prof. Vester®” erfolgreich anwandte. 2010-2011 hatte sie eine Professur an der Okan University Istanbul inne. Zu Gastprofessuren weilte sie an den Universitäten Heidelberg\, New York/Binghamton\, Innsbruck\, Wien sowie an der Boğaziçi University Istanbul. Gastvorlesungen und Vorträge hielt sie in über 20 Ländern. \nDr. Müller studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Russisch und Serbokroatisch (Dipl.-Übersetzerin). 1997-2002 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Magdeburg-Stendal tätig. 2007 wurde sie an der Universität Hildesheim zur Fachkommunikation (unter Anwendung des Sensitivitätsmodells Prof. Vester®) promoviert. Nach Studienaufenthalten in den USA und Russland ist sie seit 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz. \nAbstract:\nDas Sensitivitätsmodell Prof. Vester® bietet eine Anleitung zu einem neuen Umgang mit Komplexität\, basierend auf Fuzzy Logic. Dabei geht es zunächst um die Reduktion der Komplexität des zu untersuchenden Systems auf einen Variablensatz von ca. 20 – 40 Schlüsselfaktoren\, auf der nächsten Ebene um deren Wechselwirkungen innerhalb des Systems und schließlich um die Bewertung mit Blick auf Selbstregulation\, Flexibilität und Steuerbarkeit. Ziel ist das Aufzeigen von Lösungsstrategien aus dem jeweiligen Systemzusammenhang heraus. Das Lizenzprogramm findet Anwendung u. a. in der Unternehmensführung und im Qualitätsmanagement\, in der Energiewirtschaft\, in der Medizintechnik\, der Autoindustrie\, bei Umweltprojekten\, im Sport sowie für GPS.\nWie Strategiefehler vermieden und optimale Lösungen für konkrete komplexe Probleme gefunden werden können\, wird am Beispiel von gescheitertem interkulturellem Wissenstransfer durch übersetzte Abstracts in US-amerikanischen technischen Fachzeitschriften aufgezeigt (Ausgangssprachen: Deutsch und Russisch). Präsentiert werden – neben den einzelnen Arbeitsschritten des Programms – die mit Hilfe des Sensitivitätsmodells gefundenen Lösungsmöglichkeiten.
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SUMMARY:Oktober-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Oktober-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät wird durchgeführt als \nEhrenkolloquium anlässlich des 75. Geburtstages von Dietmar Linke\nEinladung und Programm \nLothar Kolditz(MLS): Laudatio \nC.V.:\nProf. Kolditz ist Chemiker. Er wurde 1969 zum Korrespondierenden\, 1972 zum Ordentlichen Mitglied der 1700 von Leibniz begründeten Gelehrtengesellschaft gewählt\, der heutigen Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.\nNach Promotion (1954) und Habilitation (1957) war er 1957 – 1959 Professor mit Lehrauftrag für Spezialgebiete der anorganischen Chemie und Radiochemie an der Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg\, 1959 – 1962 Professor mit vollem Lehrauftrag für anorganische Chemie und Direktor des Anorganisch-Chemischen Instituts der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie 1962 – 1980 Professor mit Lehrstuhl für anorganische Chemie und Direktor des I. Chemischen Instituts der Humboldt-Universität. 1972 – 1980 leitete er die Sektion Chemie der Humboldt-Universität und 1980 – 1990 das Zentralinstitut für Anorganische Chemie der Akademie der Wissenschaften der DDR. \n  \nWolfgang Schiller (MLS): Über das Sintern von Low Temperature Co-fired Ceramics (LTCC-Werkstoffen)\n \nC.V.:\nProf. Schiller ist Festkörperchemiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2005. Er studierte Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1971 wurde er dort bei Lothar Kolditz auf dem Gebiet der anorganischen Chemie zum Dr. rer. nat. promoviert. Von 1971 bis 1992 war er im Zentralinstitut für anorganische Chemie (ZIAC) der AdW der DDR im Bereich „Glas und Keramik“ tätig und leitete dort seit 1981 eine Arbeitsgruppe\, die sich mit glaskeramischen Kompositen (von Keramovitronen bis zu LTCC-Werkstoffen) befasste.\nVon 1992 bis 2009 arbeitete er in der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Dort leitete er zunächst das Labor „Funktionskeramik“ und ab 1999 den Fachbereich „Hochleistungskeramik“. Neue LTCC-Werkstoffe sowie deren Anwendung in der Hybrid- Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik waren auch in der BAM ein Schwerpunkt seiner Forschung. Hierbei arbeitete er im Rahmen von Verbundprojekten mit den führenden Unternehmen auf diesem Gebiet (Bosch\, CeramTec\, Heraeus\, Siemens u.a.) zusammen.\n2010 gründete er die Fa. „ChemieFol“ und ist seitdem als wissenschaftlich-technischer Berater mehrerer Firmen für Chemie in der Keramik tätig.\nWolfgang Schiller ist Gründungsmitglied des Zentrums für Mikrosystemtechnik in Berlin-Adlershof (ZEMI) und war langjährig Vorstandsmitglied der DKG. \nAbstract:\nDer globale Trend zur Miniaturisierung und Funktionserweiterung mikroelektronischer Baugruppen und Systeme erfordert deutliche Fortschritte bei der Aufbau- und Verbindungstechnik. Eines der gegenwärtig innovativsten Konzepte basiert auf der LTCC-Multilayer-Folientechnik. Diese zeichnet sich durch eine Reihe von werkstoff- und technologieseitig begründeten Vorteilen aus\, die sie für viele neue Anwendungen\, z. B. in der Mikrosystemtechnik und Sensorik\, interessant macht.\nLTCC sind dichte\, metallisierbare keramische Komposit-Werkstoffe aus kristallinem\, keramischem Pulver und Glas mit Sintertemperaturen zumeist unterhalb 1000°C. Diese liegen im Bereich des Sinterns solcher Metalle bzw. Metallpulver\, die eine hohe elektrische Leitfähigkeit haben und als Feinlinien-Leiterbahnen auf der Oberfläche und/oder im Innern des Werkstoffs (bei Multilayern) fungieren können.\nDer innovative Erfolg der LTCC-Multilayer-Technologie basiert aus werkstoffwissenschaftlicher Sicht vorrangig auf:\n– der Weiterentwicklung des Komposit-Prinzips;\n– der stofflichen Vielfalt der Einsatzstoffe und dem variablen Volumenverhältnis Kristallphase/Glas;\n– Möglichkeiten zur gesteuerten Kristallisation der Glasphase und Bildung von funktionsbestimmenden Reaktionsprodukten beim Sintern sowie der\n– Erschließung neuer Synthesewege für Einsatzstoffe und neuer Sinterkonzepte.\nEine Weiterentwicklung des keramischen Komposit-Prinzips ist sowohl durch Einbeziehung neuer funktionstragender kristalliner Stoffe als auch durch deutliche Reduzierung des Glasanteils möglich. Man gelangt dabei in das Feld der glasgebundenen Keramiken (Glass Bonded Ceramics\, GBC).\nIm Vortrag werden die Vorgänge beim Flüssigphasesintern diskutiert und eine Übersicht zu den verschiedenen Syntheseprinzipien für LTCC-Werkstoffe gegeben. Der überwiegende Teil kommerzieller LTCC-Werkstoffe gehört zum Typ der glaskeramischen Komposite (GCC). Deshalb wird speziell eingegangen auf das Sintern solcher Komposite aus Korund und CaO-Al2O3-B2O3-SiO2-Glas\, die bei der Herstellung von LTCC-Modulen für die KFZ-Elektronik eine wichtige Rolle spielen. \nFritz Scholz (MLS): Elektrochemie in den Zeiten einer geteilten Welt \nC.V.:\nProf. Scholz ist Chemiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2013. Er hat von 1974 – 1978 an der Humboldt-Universität zu Berlin Chemie studiert\, wurde dort promoviert und hat sich dort habilitiert. 1993 wurde er dort Professor für Angewandte Analytische Chemie und Umweltchemie. Seit 1998 ist er Professor für Analytische Chemie und Umweltchemie an der Universität Greifswald. 1987 und 1989 war er Gastwissenschaftler bei Prof. A. M. Bond in Australien. Sein Arbeitsgebiet war von Beginn an die Elektroanalytik\, erweiterte sich aber im Laufe der Jahre auf Grundfragen der Elektrochemie\, wie beispielsweise die Mechanismen festkörperelektrochemischer Reaktionen (insbesondere thermodynamische Fragen) und das elektrochemische Verhalten von biologisch relevanten Vesikeln.\nVon ihm erschienen über 320 wissenschaftliche Publikationen\, davon 25 Bücher (teils als Autor\, teils als Herausgeber). Er ist Gründer (1997) und Herausgeber des „Journal of Solid State Electrochemistry“\, der Buchserie „Monographs in Electrochemistry“\, und Gründer (2014) und Herausgeber der Zeitschrift „ChemTexts – The Textbook Journal of Chemistry“.  Seine Arbeiten wurden über 6500mal zitiert. Auch mehrere Aufsätze zur Wissenschaftsgeschichte hat er publiziert. Seine internationalen Kooperationen reichen von Brasilien\, Chile\, Frankreich\, Spanien\, Polen\, Kroatien\, Mazedonien\, Russland\, Kasachstan\, Türkei\, Indien bis Australien. \nAbstract:\nDie Zeit zwischen dem 2. Weltkrieg und den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts wird als Zeit des kalten Krieges\, als Zeit des Eisernen Vorhangs und Zeit einer geteilten Welt bezeichnet. Trotz\, vielleicht sogar wegen\, der damit einhergegangenen Probleme\, war es eine Zeit intensiver Entwicklungen in den Wissenschaften\, einschließlich der Elektrochemie. Ost-Europa spielte dabei eine besondere Rolle\, weil dort die führenden wissenschaftlichen Gruppen arbeiteten: in Prag der Arbeitskreis des Nobelpreisträgers Jaroslav Heyrovský\, in Moskau der Arbeitskreis von Alexander Naumovich Frumkin\, in Warschau der von Wiktor Kemula\, und viele andere exzellente Gruppen in Alma Ata\, Budapest\, Donetsk\, Dresden\, Kazan\, Kiev\, Kishinev\, Novosibirsk\, Riga\, Sofia\, Sverdlovsk\, Tomsk\, Tyumen\, Vilnius\, um nur einige zu nennen.\nDie Zeit der geteilten Welt war besonders ungünstig für die internationale Zusammenarbeit. Persönliche Kontakte zwischen Wissenschaftlern in West und Ost unterlagen großen Einschränkungen. Trotzdem kannten die Wissenschaftler die Arbeiten ihrer Kollegen auf der anderen Seite\, mit Ausnahme der geheimen Forschung\, recht gut. In dem Buch “Electrochemistry in a divided world” berichten Autoren aus 11 Ländern (Bulgarien\, Kanada\, der Tschechischen Republik\, Deutschland\, Israel\, Litauen\, Polen\, Russland\, Großbritannien\, der Ukraine\, und den USA) über die entscheidenden Entwicklungen der Elektrochemie auf der Basis von biographischem Material und persönlicher Kenntnis. Das Buch soll das Verständnis für die inneren Entwicklungslinien der Elektrochemie als Ergebnis glücklicher persönlicher Gegebenheiten und objektiver Bedingungen erleichtern. Die Autoren haben dabei den Schwerpunkt auf die menschliche Seite der Forschung gelegt und versucht\, die Persönlichkeiten der Wissenschaftler und ihre Lebensbedingungen zu schildern\, weil gerade diese Seiten im Westen kaum bekannt sind.\nIm Vortrag werden exemplarisch Wissenschaftler vorgestellt\, die das Bild der modernen Elektrochemie und Elektroanalytik geprägt haben. \n13.30 bis 16.30 Uhr; Ort: BVV-Saal \n 
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DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt für den 08. Oktober 2015 zu ihrer Klassensitzung ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nChrista Luft (MLS):\n \nDas Dilemma der Neoklassik – Wider die geistige Monokultur\, für Pluralität in der ökonomischen Wissenschaft\n10.00 bis 12.00 Uhr; Ort: Balkonsaal \nC.V.:\nFrau Prof. Luft hat Außen- und Weltwirtschaft studiert. Sie wurde 1987 zum Korrespondierenden Mitglied der 1700 von Leibniz in Berlin begründeten Gelehrtengesellschaft gewählt\, der heutigen Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.\nLange Jahre war sie an der Berliner Hochschule für Ökonomie (HfÖ)\, der größten wirtschaftswissenschaftlichen Lehr- und Forschungseinrichtung der DDR\, tätig\, zuletzt als Rektorin. Von 1978 bis 1981 arbeitete sie als Stellvertretende Direktorin des Internationalen Ökonomischen Forschungsinstituts beim Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe in Moskau. Im Wendeherbst 1989 wurde sie in die Regierung Modrow berufen und mit dem Amt einer Stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates für den Bereich Wirtschaft betraut. Nach Abwicklung der HfÖ im Jahre 1991 war sie Dozentin an dem von ihr in Berlin mitbegründeten Institut für Internationale Bildung e. V. und hielt Gastvorträge an Hohen Schulen im In- und Ausland. Von 1994 bis 2002 gehörte Christa Luft als direkt gewählte Abgeordnete dem Deutschen Bundestag an und war haushaltspolitische Sprecherin der PDS-Fraktion. Sie ist Mitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Seit Ende 2002 arbeitet sie als freischaffende Publizistin. Aus ihrer Feder stammen nach 1990 sieben Bücher\, vor allem zur Transformation der ostdeutschen Wirtschaft. Ihr „Treuhandreport“ wurde u.a. bei Orell Füssli in der Schweiz herausgegeben und ins Koreanische übersetzt. Mitgewirkt hat sie an mehreren Publikationen zur Theorieentwicklung im Kontext der Krise. \nAbstract:\nIm Zentrum des Vortrages steht die in der Volkswirtschaftslehre vorherrschende neoklassische Denkschule\, gespiegelt im Kontext der jüngsten großen Krise. Folgende Befunde sind der Referentin wichtig:\n– Dogmen wie die Gleichgewichtsdokrin und das Austeritätsaxiom lösen keine Probleme\, sondern verschärfen sie.\n– Unter den Studierenden wächst die Kritik an der paradigmatischen Enge ihres Faches\, sie fordern Pluralität\, alternative Theorieansätze.\n– Auch in der Ökonomenzunft wird die Einseitigkeit ökonomischen Denkens zunehmend thematisiert.\n– Auf drängende Probleme wie die hierzulande und weltweit wachsende Ungleichheit mit ihren Folgen gibt die vorherrschende Schule keine Antwort.\n– Die Neoklassik sieht den Hauptgrund für Krisen in außerökonomischen Faktoren. Der von Marx als „Überakkumulation“ beschriebene Vorgang bleibt außer Betracht.\nStatt eines scheinbar unpolitischen Ökonomismus („Economics“) wird eine politische Ökonomie gebraucht\, die von einem Gesellschaftsbezug der Wirtschaft ausgeht und sich nicht auf die betriebswirtschaftliche Logik reduziert. Dabei geht es nicht um die Wiederbelebung von -ismen\, sondern um Nutzung des problemlösungsorientierten Instrumentariums\, das in den Heterodoxien angelegt ist.
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SUMMARY:Oktober-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften lädt zun ihrer Oktober-Sitzung am 08. Oktober 2015 ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nThomas Groth (MLS):\nNutzung von Glykanan zur Kontrolle des Verhaltens von Zellen auf Biomaterialien \n10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Groth ist Biologe und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2014. Er studierte Biologie mit der Spezialisierung Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin bei Prof. Roland Glaser und schloss sein Diplom 1985 ab. Nach dem Studium wechselte er an die Berliner Charité\, wo er 1991 über die Hämokompatibilität von Biomaterialien im Fach Biophysik zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Nach mehrjähriger Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Biomaterialien der Charité wechselte er 1994 an das Institut für Chemie des GKSS Forschungszentrum zu Prof. Dieter Paul\, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Abteilungsleiter bis 2004 tätig war. Während dieser Zeit habilitierte er bei Prof. Burkhardt Micheel an der Universität Potsdam auf dem Arbeitsgebiet von Polymermembranen für bioartifizielle Organe und Biokompatibilität von Materialien.\n2004 wurde er zum ordentlichen Professor auf dem Gebiet der Biomedizinischen Materialien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt seitdem auf der Entwicklung biomimetischer Oberflächenbeschichtungen für Biomaterialien im Bereich des Tissue Engineerings. Im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit war er an der Gründung des Start-Up Unternehmens SurfArc in Dänemark beteiligt\, das eine innovative Methode zur Oberflächenbeschichtung von Biomaterialien entwickelt hat. Er ist als Erfinder an mehr als 15 Patenten beteiligt und hat ca. 180 Veröffentlichungen in Zeitschriften und Büchern publiziert. Seit September 2015 ist er auch Präsident der Europäischen Gesellschaft für Künstliche Organe (ESAO)\, einer der größten Berufsvereinigungen auf dem Gebiet des künstlichen Organersatzes weltweit. \nAbstract:\nNeben den Proteinen spielen Zucker bzw. Glykane eine bedeutsame Rolle im Organismus nicht nur als Energiereservoir und strukturgebende Komponenten\, sondern auch als Träger von Informationen\, die das Verhalten von Zellen und Geweben beeinflussen. Hier sind sogenannte Glykosaminoglykane (GAG) wie z.B. Heparansulfat oder Hyaluronsäuren von großer Bedeutung\, die durch Wechselwirkung mit Proteinen indirekt oder durch Interaktion mit Zellrezeptoren direkt Adhäsion\, Migration\, Wachstum und Differenzierung von Zellen steuern. GAG spielen auch bei Wundheilungsvorgängen eine wichtige Rolle\, weshalb diese auch als Biomaterialien beim sogenannten Tissue Engineering\, der Herstellung bioartifiziellen Ersatzes geschädigter Gewebe\, wie Knochen oder Knorpel Anwendung finden.\nUm dies zu ermöglichen\, können Oxidation oder Thiolierung als einfache chemische Verfahren genutzt werden\, um GAG kovalent an Materialoberflächen zu koppeln. Daneben können auch adsorptive Beschichtungen mit der Layer-by-Layer-Methode für die Generierung stabiler\, bioaktiver Multischichten genutzt werden. Im Rahmen des Vortrages werden Effekte der chemischen Aktvierung und Immobilisierung auf die Bioaktivität der GAG vorgestellt\, wobei insbesondere Untersuchungen mit Zellen erfolgten.\nEin Nachteil von GAG aus biotechnologischen oder tierischen Quellen ist deren starke Variabilität hinsichtlich chemischer Zusammensetzung und Bioaktivität. Deshalb wurden in Kooperation mit Partnern der TU Dresden Derivate der Cellulose und von Chitosan mit GAG-analogem Verhalten synthetisiert\, wobei insbesondere Cellulosesulfate eine spezifische mitogene und osteogene Bioaktivität in Zellkulturexperimenten aufwiesen. Schlussendlich wurde in Zusammenarbeit mit Kollegen der ETH Zürich gezeigt\, das oxidierte GAG für die Herstellung von Hydrogelen zur Einbettung von mesenchymalen Stammzellen geeignet sind\, um Gewebssphäroide für die Regeneration von Knorpeldefekten zu erzeugen.\nDamit bieten GAG und GAG-analoge Polysaccharide vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im Bereich bioaktiver Beschichtungen von Implantatmaterialien und Hydrogelen für die Behandlung von Defekten verschiedener Organe und Gewebe.
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SUMMARY:Workshop des AK Gesellschaftsanalyse und Klassen
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis Gesellschaftsanalyse und Klassen lädt für den 11. September 2015 ein zu einem \nWorkshop: Transformationsforschung\n14.00 bis 17.00 Uhr; Ort: Balkonsaal \nEinladung und Programm \nInformation
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SUMMARY:Ehrenkolloquium anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Dr. Hans-Otto Dill
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt ein zur öffentlichen September-Plenarsitzung am 10. 09.2015. Die Sitzung wird als Ehrenkolloquium  aus Anlass des 80. Geburtstages von MLS Hans-Otto Dill veranstaltet. Sie trägt den Titel: \n“Philologie & Philosphie – Welt und Region in der Wissenschaft”\n10. September 2015\, 10.00 bis 17.00 Uhr. Anschließend lädt der Jubilar zu einem “Programmausklang” ein. \nOrt: Wirtshaus Schildhorn\, Straße am Schildhorn 4a\, Berlin \nEinladungsflyer
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SUMMARY:Plenum: Leibniz-Tag 2015
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zum traditionellen \nLeibniz-Tag 2015 am 02. Juli 2015\nein\, auf dem Bilanz über die Arbeit der zurückliegenden Berichtsperiode gezogen\, die zugewählten Mitglieder vorgestellt\, verdiente Wissenschaftler ausgezeichnet und die Vorhaben der nächsten Zeit umrissen werden: \n02. Juli 2015\, 10.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Bunsensaal der WISTA Management GmbH\, Volmerstraße 2\, 12489 Berlin (Anfahrt: s. Google-Karte unten) \nEinladung
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SUMMARY:Sitzung des AK Gesellschaftsanalyse und Klassen
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis “Gesellschaftsanalyse und Klassen” lädt für den 26. 06. 2015 zur öffentlichen Sitzung ein. \nOrt: Rosa-Luxemburg-Stiftung (Franz-Mehring-Platz 1)\, Seminarraum 1\nZeit: Beginn 13:00 Uhr \nInhaltliche Informationen \n 
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SUMMARY:Juni-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt ein zur öffentlichen Juni-Plenarsitzung am 11.Juni 2015. Es wird der folgende Vortrag gehlten und zur Diskussion gestellt: \nProf. Dr. Peer Pasternack (Halle):\nAufarbeitung\, Dokumentation und Erforschung der DDR-Wissenschaftsgeschichte seit 1990 \n11. Juni 2015\, 13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Pasternack ist Sozialwissenschaftler und Zeithistoriker. Nach dem Studium an der Universität Leipzig und der Promotion (1998) an der Universität Oldenburg habilitierte er sich 2005 am FB Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. Seit 1991 gibt er die Zeitschrift „hochschule ost. leipziger beiträge zu hochschule & wissenschaft“ heraus\, die seit 2002 den Titel „die hochschule. journal für wissenschaft und bildung“ trägt. 1996 – 2001 arbeitete er als Hochschulforscher und Forschungskoordinator am Institut für Hochschulforschung (HoF) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2002 – 2003 war er Staatssekretär für Wissenschaft im Senat von Berlin. Seit 2004 ist er Forschungsdirektor\, jetzt Direktor des Instituts für Hochschulforschung (HoF). Aus seiner Feder stammen 26 monografische Veröffentlichungen und rund 450 Artikel. \nAbstract:\nSeit 1990 sind rund 3500 selbstständige Publikationen (Bücher\, Forschungsberichte und dgl.) zur Geschichte der DDR-Wissenschaft erschienen. Hinzu kommen noch ca. 500 selbstständige Publikationen zum Umbau der ostdeutschen Wissenschaftslandschaft nach 1989. Damit gilt auch für diesen Bereich: Es gibt keinen historischen Gegenstand\, der 25 Jahre nach seinem Versinken derart intensiv dokumentiert und erforscht ist wie die DDR. Zugleich ist kaum jemand in der Lage\, die rund 900 000 publizierten Druckseiten zur DDR-Wissenschaftsgeschichte zu lesen. Daher kann man sich glücklich schätzen\, wenn jemand in der Lage ist\, dieses Literaturmassiv zu ordnen und einzuordnen. Dies versucht Prof. Pasternack in seinem Vortrag.
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SUMMARY:Juni-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt für den 11. Juni 2015 zu ihrer Juni-Sitzung ein. Es wird der folgende Vortrag hehalten und zur Diskussion gestellt: \nBrigitte Kahl (MLS):\nMit Paulus im Pergamonmuseum. Die „schwache messianische Kraft“ in der Brechung des Steins. \n11. Juni 2015\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nFrau Prof. Kahl ist Professorin fűr Neues Testament am Union Theological Seminary in New York und Associate Professor am Religion Department der Columbia University sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2014. Sie hat in Leipzig und Berlin Theologie studiert und nach ihrer Promotion/Habilitation seit 1989 an der Humboldt-Universität als Dozentin gelehrt. 1997 erhielt sie einen Ruf als Professorin an die Universität Paderborn. Seit 1998 unterrichtet sie in New York.\nBrigitte Kahl ist eine interdisziplinär arbeitende Theologin\, die sich vor allem durch ihre Beiträge zu imperialer Ikonographie und biblischer Hermeneutik internationales Ansehen erworben hat\, speziell im Bereich der Paulus-Interpretation. Ihre Arbeit hatte in den USA eine impulsgebende Funktion für die Neubewertung des Römischen Reiches und seiner Bildsprache in der Interpretation neutestamentlicher Texte; sie ist heute eine der führenden Vertreterinnen von „visueller Exegese“ und imperiumskritischer Paulus-Auslegung. Die von ihr begründete Methodik einer “Kritischen Re-Imagination” liest antike Bilder und Monumente in ihrer Intertextualität mit biblischen Texten ­ ein Ansatz\, den sie in einer Re-Lektüre des Galaterbriefes im semiotischen Bezugsrahmen des Pergamon-Altars entwickelte. \nAbstract:\nPergamon und Paulus sind in ihrer Bedeutung fűreinander bislang weitgehend unentdeckt geblieben\, sowohl in der Theologie wie in der Kunstgeschichte. Dabei liegt eine Verbindung nahe. Der große Fries mit der mythologischen Schlacht der Götter gegen die Giganten\, dem der Pergamonaltar seinen Weltruhm verdankt\, setzt im realhistorischen Kontext den paulinischen Galatern ein Monument ihrer Niederlage. Als barbarische Erbfeinde hellenistisch-römischer Zivilisation weltweit gefűrchtet\, wurden die keltischen Immigranten in Kleinasien vom pergamenischen Königshaus im Verbund mit Rom im 3. und 2. vorchristlichen Jahrhundert in die Knie gezwungen. Die in höchster kűnstlerischer und konzeptioneller Vollendung gestaltete Gigantenschlacht des Pergamonaltars űberhöht diesen Sieg als Erlösung von Chaos\, Barbarei und Gottlosigkeit – und weist den Geschlagenen ihren Platz in der gesetzmäßigen Ordung der Dinge zu.\nEtwa zweihundert Jahre später schreibt Paulus seinen Galaterbrief\, das wohl folgenreichste Stűck seiner Korrespondenz und die Magna Charta der lutherischen Reformation\, an die Nachfahren der pergamenischen „Giganten“ in der nach ihnen benannten römischen Provinz Galatien im Zentrum der heutigen Tűrkei. Und wieder geht es um die Frage des Gesetzes und der gesetzten Ordnung. Die paulinische Logik jedoch ist radikal gegenläufig. In großer Nähe zu Walter Benjamins schwacher messianischer Kraft liegt Erlösung nicht im Sieg\, sondern im Mit-Sein mit den Unerlösten\, Geschlagenen\, Anderen.\nDen Galaterbrief vor dem Pergamonaltar zu lesen ist ein Lese-Experiment\, das in dieser Art noch nicht unternommen worden ist. Es bringt zwei „Erz-Monumente“ deutscher und okzidentaler Geschichte neu zur Sprache.
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SUMMARY:Juni-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften lädt zun ihrer Juni-Sitzung am 11. Juni 2015 ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nHorst Kant (MLS):\nDie Entdeckung der nuklearen Energie – einige wissenschaftshistorische Betrachtungen \n11. Juni 2015\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nDr. Kant ist Physiker und Wissenschaftshistoriker sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2014. Nach dem Studium der Physik sowie der Wissenschaftstheorie und -geschichte (Promotion 1973) arbeitete er zunächst fünf Jahre als wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität zu Berlin und dann 13 Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wissenschaftsgeschichte an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Nach dessen Auflösung war er am Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und -theorie tätig\, seit 1995 am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (seit 2013 als Gast). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Physik im 19. und 20. Jahrhundert (speziell Sozial-\, Institutional- und Personengeschichte)\, Geschichte der Radioaktivität und der Kernphysik\, Entwicklung der Physik in Berlin sowie die Geschichte der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft. Publiziert hat er u.a. über Alfred Nobel\, J. Robert Oppenheimer und Abram F. Ioffe sowie zur Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Institute für Physik und für Chemie.\nAbstract:\nSeit Anfang des 20. Jh. beschäftigte man sich mit dem Aufbau der Atome und den Eigenschaften ihrer Bausteine. Die ersten Atommodelle entstanden um 1910. Das Jahr 1932 wurde zu einem Schlüsseljahr in der Entwicklung der Kernphysik\, und die Frage der Umwandlung von Atomkernen rückte ins Blickfeld der Forschung. Zwar verneinten noch führende Physiker wie Albert Einstein oder Ernest Rutherford die Möglichkeit der Energiegewinnung aus dem Atomkern\, doch kamen die beiden Möglichkeiten nuklearer Energiegewinnung zum Ende der 1930er Jahre schlagartig ins Blickfeld: Hans Bethe und Carl Friedrich von Weizsäcker erklärten 1937/38 unabhängig voneinander die Kernfusion als Quelle der Sternenergie\, Otto Hahn und Fritz Straßmann entdeckten Ende 1938 bei ihren radiochemischen Untersuchungen über die Umwandlung schwerer Atomkerne die Kernspaltung\, deren physikalische Erklärung Lise Meitner und Otto Robert Frisch kurz darauf lieferten. Die damalige politische Weltsituation führte dazu\, dass beide Energiegewinnungs-Prozesse zuerst in Waffensystemen (unkontrolliert) umgesetzt wurden: die Kernspaltung in der Atombombe (1945)\, die Kernfusion in der Wasserstoffbombe (1952). Voraussetzung für eine Atombombe ist ein Kernreaktor – ihn konnte bereits Ende 1942 Enrico Fermi realisieren; das erste kommerzielle Atomkraftwerk ging 1954 ans Netz. Ein kommerzieller Kernfusionsreaktor wird kaum vor 2050 zu erwarten sein. In der öffentlichen Diskussion stehen heute vor allem die Gefahren der Kernenergie im Vordergrund.\nDer Vortrag konzentriert sich auf die Historie von den Anfängen bis zur Entdeckung von Kernfusion und Kernspaltung.\n 
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SUMMARY:Mai-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zur öffentlichen Plenarsitzung für den 07. Mai 2015 ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nHans-Joachim Gießmann (Hamburg/Berlin):\n„Infrastrukturen des Friedens“ – notwendig\, möglich\, illusorisch? \n07. Mai 2015\, 13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Gießmann ist Philosoph und Politikwissenschaftler. Nach dem Studium der Amerikanistik war er von 1981 bis 1990 am IPW tätig. 1981 wurde er in Philosophie promoviert\, 1987 habilitierte er sich im Fach Politische Wissenschaft. 1989/90 beriet er das Neue Forum am Runden Tisch zu Fragen der Abrüstung; anschließend arbeitete er als Referent für Abgeordnete der Volkskammer und des Deutschen Bundestages. Von 1991 bis 2008 war er am Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik tätig\, zuletzt als Stellvertretender Wissenschaftlicher Direktor. Außerdem ist er seit 1995 Privatdozent an der Universität Hamburg und wurde dort 2001 zum Professor ernannt. Von 2008 bis 2012 leitete er das Berghof-Forschungszentrum in Berlin; seit 2012 ist er Geschäftsführender Direktor der Berghof Foundation.\nSeit 2000 sitzt er im Direktorium des Europäischen Master-Studiengangs Menschenrechte und Demokratisierung. Von 2009 – 2014 war er Mitglied bzw. leitete den Global Agenda Council on Terrorism des Weltwirtschaftsforums in Davos. Seit 2009 gehört er dem Beirat Zivile Krisenprävention des Auswärtigen Amtes an. Er hat mehr als 40 Bücher und mehr als 300 wissenschaftliche Aufsätze in einem Dutzend Sprachen verfasst. Gastprofessuren hatte er in New York\, Shanghai und Wrocław. \nAbstract:\nÜber die Ursachen von Kriegen ist Vieles bekannt. Gewaltkulturen und Kriegsökonomie gelten etwa als Triebkräfte für die Entstehung von Kriegen. Warum aber halten Menschen Frieden? Hat auch der Frieden erkennbare\, tieferliegende Ursachen\, Katalysatoren und Strukturen? Wie ist zu erklären\, dass sich vergleichbar arme und reiche Staaten im Binnenverhältnis wie in den Beziehungen zueinander unterschiedlich friedlich verhalten? Könnte das bessere Verständnis dafür\, was den Frieden strukturell konstituiert\, den Konfliktparteien dabei helfen\, maßgeschneiderte Strategien der Friedensförderung zu entwickeln? Oder steht diesem Ansinnen entgegen\, dass dasselbe Konzept in einem Fall tauglich ist\, in einem anderen jedoch versagt?\nDer Vortrag stellt die Frage nach der Stärkung von „Infrastrukturen des Friedens“. Vorgestellt werden bisherige Erfahrungen sowie konzeptionelle und praktische Überlegungen zur Weiterentwicklung dieses neuen Ansatzes im Rahmen der Vereinten Nationen.
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SUMMARY:Geschäftssitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt ihre Mitrglieder zur nicht öffentlichen Veranstaltung am 07.Mai 2015 ein: \nGeschäftssitzung\n07. Mai 2015\, 12.30 bis 13.30 Uhr und 15.30 bis 16.00 Uhr\,\nOrt: BVV-Saal. \nDie Einladungen geht gesondert zu
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SUMMARY:Mai-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften veranstaltet ihre Mai-Sitzung am 07. Mai 2015. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nMichael Brie (MLS):\nKarl Polanyi – Denker der Großen Transformationen \n07. Mai 2015\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Brie ist Philosoph und Politikwissenschaftler sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2013. Nach Promotion (1980) und Habilitation (= Promotion B\, 1985) lehrte er bis 1989 Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete am Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR mit\, wobei er 1987-1990 am Reformprojekt „Moderner Sozialismus“ mitwirkte. 1990 wurde er zum Professor für Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität berufen; 1994 bis 1999 arbeitete er an Projekten der Max-Planck-Gesellschaft und der Volkswagenstiftung und war Gastwissenschaftler am Wissenschaftszentrum für Sozialwissenschaften in Berlin. Seit 1999 ist er einer der Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Stiftung\, wo er das Institut für Gesellschaftsanalyse aufgebaut hat. Seine Tätigkeitsschwerpunkte sind jetzt Transformationsforschung sowie Theorie und Geschichte des Sozialismus. \nAbstract:\nIn jeder größeren Krise des Kapitalismus wird das Werk von Karl Polanyi\, maßgeblich „The Great Transformation“ von 1944\, wieder neu rezipiert. Der sozialwissenschaftliche und publizistische Krisendiskurs seit 2008 macht in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Karl Polanyi ist vor allem als Denker der „Doppelbewegung“ bekannt: Jeder Versuch\, eine Gesellschaft in eine Marktgesellschaft zu verwandeln\, in der die Grundgüter der Gesellschaft (Arbeit\, Natur\, Geld und Kultur) vornehmlich als Waren behandelt werden\, erzeuge eine Gegenbewegung des sozialen Schutzes dieser Güter und der Gesellschaft.\nDiese Rezeption verführt dazu\, nur den Sozialreformer Polanyi ins Auge zu fassen. Polanyi studierte aber zum einen jene Große Transformation\, die den Kapitalismus im ausgehenden 18. und frühen 19. Jh. hervorbrachte\, und er sah mit den großen Krisen der 1920er und 1930er Jahre des 20. Jh. die Zivilisation vor einer neuen Transformation\, die über den Kapitalismus hinaus\, zu einem demokratischen Sozialismus führen müsse\, sollen Freiheit und Demokratie bewahrt werden. Diese sozialistische Dimension des Denkens Polanyis ist weitgehend vergessen. Der Vortrag wird Ursprünge dieses Denkens und wesentliche Konturen einer transformatorischen Strategie über den Kapitalismus hinaus im Werk Polanyis aufzeigen.
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SUMMARY:Mai-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften veranstaltet ihre Mai-Sitzung am 07.Mai 2015. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nGudrun Scholz (MLS):\nMechanochemie fluoridischer Festkörper – von der mechanischen Aktivierung zur mechanisch stimulierten Synthese \n07. Mai 2015\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nFrau Dr. Scholz ist Chemikerin und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2014. Nach der Promotion auf quantenchemischem Gebiet (1984) an der Humboldt-Universität zu Berlin wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Zentralinstitut für Anorganische Chemie der AdW der DDR (1984 – 1991)\, gefolgt von einer Tätigkeit am Zentrum für Anorganische Polymere (KAI e.V.\, Berlin) (1992-1993). 1994 kehrte sie an die HU Berlin zurück und begann Arbeiten auf dem Gebiet der Magnetresonanz (Festkörper-ESR) und später Festkörper-NMR. 2004 habilitierte sie sich auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie und ist seitdem Privatdozentin am Institut für Chemie der HU Berlin und Leiterin des Festkörper-NMR-Labors. Mit ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit verbunden waren Arbeitsaufenthalte als „visiting scholar“ am Argonne National Lab. (USA) sowie als Gastdozentin und Gastprofessorin an der Université du Maine (Le Mans\, Frankreich).\nIhre wissenschaftlichen Interessen sind gerichtet auf die Spezies-Identifizierung in nanostrukturierten fluoridischen Festkörpern und deren Bildungsmechanismen\, insbesondere bei mechanochemischen Synthesen. Diese Arbeiten werden mit Teilprojekten sowohl im Sonderforschungsbereich 1109 (HU Berlin) als auch im Graduiertenkolleg 1582/2 (FU\, HU Berlin) gefördert. Die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegen in 132 Publikationen dokumentiert vor. \nAbstract:\nMechanochemische Reaktionen werden als Alternative zu konventionellen chemischen Syntheserouten für die Präparation neuer Materialien zunehmend genutzt. Dabei sind Kugelmühlen ohne zusätzliche Lösungsmittel in der Mechanochemie weit verbreitet. Das betrifft nicht nur die Zerkleinerung von Materialien bis zu Partikelgrößen im nm-Bereich\, sondern auch die Synthese von anorganischen und organischen Materialien sowie anorganisch-organischen Hybridmaterialien.\nIm Vortrag wird nach einem kurzen historischen Überblick zur Entwicklung der Mechanochemie zunächst auf die Besonderheiten mechanochemischer Reaktionen und die daraus resultierenden Konsequenzen\, einschließlich der apparativen Ausrüstung\, eingegangen.\nSchwerpunkt des Vortrages bilden Ergebnisse zur Mechanochemie fluoridischer Festkörper\, insbesondere von Erdalkalimetallfluoriden. Hier bietet die mechanochemische Synthese\, die von uns 2012 erstmalig publiziert wurde\, einen sehr einfachen\, schnellen\, direkten und lösungsmittelfreien Zugang zu nanokristallinen Erdalkalimetallfluoriden.\nMX2 + 2 NH4F   →  MF2  + 2 NH3 + 2 HX                       (1)\nDie so erzeugten nanokristallinen Proben haben erstaunlich hohe Fluoridionenleitfähigkeiten\, deutlich höher als die vergleichbarer mikrokristalliner Proben. Die Anionenleitfähigkeiten werden zusätzlich beeinflusst\, wenn es gelingt\, feste Lösungen verschiedener Fluoride herzustellen\, die über Hochenergie-Kugelmühlen ebenfalls zugänglich sind. Abschließend wird ein Ausblick auf laufende Arbeiten zur mechanochemischen Synthese von fluorhaltigen Koordinationspolymeren der Erdalkalimetalle gegeben.
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SUMMARY:April-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt ein zur öffentlichen April-Plenarsitzung am 09. April 2015. Die Sitzung wird als Ehrenkolloquium veranstaltet. \n“… dass Vernunft in der Geschichte sei.”\nEhrenkolloquium zum 85. Geburtstag von Wolfgang Eichhorn (MLS)\n09. April 2015\, 13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nProgramm: (Moderation Prof. Dr. Hans-Otto Dill) \nEröffnung: Prof. Dr. Gerhard Banse\, Präsident der Leibniz-Sozietät \n\nHerbert Wöltge (Berlin\, ML): Laudatio: Wolfgang Eichhorn – Initiator und Gestalter der Leibniz-Sozietät\nWolfgang Küttler (Berlin\, ML): Formation\, Revolution und Transformation. Wie ist vernünftige Geschichtsgestaltung möglich?\nHelga Schultz (Berlin\, ML): Über Tradition und Geschichte in postmodernen Zeiten\nMatthias Middell (Leipzig\, ML): Neue Diskussionen um die Erklärung der Französischen Revolution\n\nSchlusswort: der Jubilar \n 
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SUMMARY:April-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften veranstaltet ihre April Sitzung am 09.April 2015. Es wird der Folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt. \nRaj Kollmorgen (MLS):\nNach der Moderne kommt die (Neo-)Moderne? Theoretisch-konzeptuelle und zeitdignostische Überlegungen zur modernen Gesellschaft \n09. April\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Kollmorgen ist Soziologe und Gesellschaftstheoretiker sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2013. Nach dem Studium der Philosophie\, der Gesellschaftswissenschaften und der Volkswirtschaftslehre wurde er 1999 in Soziologie promoviert. Die Habilitation erfolgte 2010.\nZwischen 1992 und 2013 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter\, Assistent\, Dozent und Professor an verschiedenen Einrichtungen u.a. in Halle\, Berlin\, Jena\, Magdeburg\, Toronto\, Erfurt und Cluj-Napoca (Rumänien). Seit März 2013 hat er die Professur für Management sozialen Wandels an der HS Zittau/Görlitz inne und leitet da den Master-Studiengang „Management sozialen Wandels“. Hier geht es ihm vor allem um Theorie und Empirie sozialen Wandels\, Sozialstruktur- und Ungleichheitsanalyse\, Stadt- und Regionalforschung\, politische Soziologie\, Organisationssoziologie\, Methoden empirischer Sozialforschung sowie Europäisierungs- und Globalisierungsforschung.\nSeine Forschungsschwerpunkte sind Postsozialistische und sozial-ökologische Transformationen\, Transformationen moderner Gesellschaften und Prozesse sozialen Wandels\, politische Soziologie sozialer Ungleichheit\, Europäisierungsprozesse sowie Sozial- und Gesellschaftstheorie. \nAbstract:\nObgleich Theorien der modernen Gesellschaft auf eine lange Tradition zurückblicken können\, sind sie nicht veraltet\, sondern gehören auch heute zum Kanon soziologischer „Großtheorien“ und zeitdiagnostischer Deutungsversuche.\nDabei erlebte der soziologische Modernediskurs in den vergangenen dreißig Jahren elektrisierende Wenden. Während in den 1980er Jahren die These einer aufkommenden Postmoderne dominierte\, erfuhren nach dem Epochenumbruch 1989 klassisch orientierte Modernisierungs- und Modernetheorien eine furiose Renaissance. Zugleich wurden Versuche gestartet\, die tradierten Thesen und Modelle zeitdiagnostisch umzuarbeiten. Prominent waren und sind Konzeptionen der „reflexiven Modernisierung“ oder „Zweiten Moderne“\, wie sie etwa von Anthony Giddens und Ulrich Beck seit den frühen 1990er Jahren elaboriert wurden. Die heutige Lage in der Debatte um moderne Gesellschaften ist unübersichtlich. Ansätze\, die den (epochalen) Bruch zwischen „Erster“ und „Zweiter Moderne“ thematisieren\, werden von Konzeptualisierungen kritisiert\, die eher Kontinuitäten identifizieren. Kulturell ansetzende Modellierungen konkurrieren mit neomarxistischen oder institutionenfundierten Zugängen. Mindestens eine Orientierung teilen aber alle hegemonialen Modernetheorien der Gegenwart: Der „Westen“ ist ihnen Hort und aktueller Impulsgeber der Moderneentwicklung\, wohingegen der „Osten“ und der „Süden“ als Peripherie oder Gegenprojekte fungieren.\nDer Vortrag setzt an dieser Lagebestimmung an und unternimmt einerseits den Versuch\, die Theorie moderner Gesellschaften in zeitdiagnostischer Absicht kritisch zu reformieren\, wobei die Ideen dreier historischer Moderneformationen sowie der gegenwärtig wirkmächtigen Neomoderne im Zentrum stehen. Andererseits wird deren Kontur und Entwicklungslogik unter ausdrücklichem Einbezug von Gesellschaftsentwicklungen in der südlichen und vor allem östlichen (Semi-)Peripherie der Weltgesellschaft diskutiert. Auch die Gegenwartsmoderne und ihre Zukunft lässt sich nur als globale (Neo-)Moderne angemessen thematisieren und begreifen.
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SUMMARY:April Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften veranstaltet ihre April-Sitzung am  09.April 2015.\nEs wird der folgende Vortrag gehalten und diskutiert: \n Lothar Kolditz (MLS): \nDie große Datenflut – Theorien\, Modelle und Berechenbarkeit \n09. April 2015\, 10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Kolditz ist Chemiker. Er wurde 1969 zum Korrespondierenden\, 1972 zum Ordentlichen Mitglied der 1700 von Leibniz begründeten Gelehrtengesellschaft gewählt\, der heutigen Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.\nNach Promotion (1954) und Habilitation (1957) war er 1957 – 1959 Professor mit Lehrauftrag für Spezialgebiete der anorganischen Chemie und Radiochemie an der Technischen Hochschule für Chemie Leuna-Merseburg\, 1959 – 1962 Professor mit vollem Lehrauftrag für anorganische Chemie und Direktor des Anorganisch-Chemischen Instituts der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie 1962 – 1980 Professor mit Lehrstuhl für anorganische Chemie und Direktor des I. Chemischen Instituts der Humboldt-Universität. 1972 – 1980 leitete er die Sektion Chemie der Humboldt-Universität und 1980 – 1990 das Zentralinstitut für Anorganische Chemie der Akademie der Wissenschaften der DDR. \nAbstract:\nUnser Zeitalter ist durch Big Data geprägt\, und damit ist die digitale Revolution im Gange\, die nach über 200 Jahren auf die industrielle Revolution folgt. Wie zu Anfang jeder Revolution gibt es Einschätzungen\, die noch nicht genügend abgeklärt sind und vor euphorischer Begeisterung über das Ziel hinaus schießen.\nSo vertritt Chris Anderson  [1\, S.124/130] in einem Beitrag zum Buch „Big Data – das neue Versprechen der Allwissenheit“ die Meinung\, dass durch die Datenflut und die Supercomputer das Ende der Theorie herbeigeführt wird und die wissenschaftliche Herangehensweise mit Hypothesenbildung\, Theorien-  und Modellentwicklung veraltet ist. Stephen Wolfram  (A New Kind of Science 2002) [vgl. 2\, S.103] kommt angesichts der Leistungsfähigkeit von Supercomputern zu der Meinung\, dass Computereinsätze an die Stelle von mathematischen Beweisen und Theorien treten werden und Problemlösungen empirisch zu finden seien.\nDiese Ansichten verkennen den ordnenden Charakter von Theorien und Modellen und beachten nicht\, dass diese Regeln enthalten oder auch Gesetze\, die ein bestimmter für ihr Gebiet zutreffender Datensatz befolgt.\nAus Theorien folgen Bilder für die Realität\, die Modelle genannt und verifiziert oder falsifiziert werden können. Im Ergebnis dieses Prozesses werden Modelle und übergeordnete Theorien korrigiert und der Realität weiter angenähert. Theorien und Modelle treffen immer nur für einen bestimmten Bereich zu\, dessen Grenzen anzugeben sind.\nFür die Auswertung der Daten muss dem Computer eine Vorschrift gegeben werden\, die einer bloßen empirischen Auswertung übergeordnet ist. Ohne Anweisung für den Computer kann es zu Musterentwicklung kommen\, aber nicht zu verwertbaren Theorien.\nAuf die ordnende Funktion von Theorien und Modellen bei Datensammlungen kann trotz Supercomputer nicht verzichtet werden\, eine Auffassung\, die auch Klaus Mainzer [2] in seinem Buch „Die Berechnung der Welt – von der Weltformel zu Big Data“ teilt.\nZu Computerexperimenten hat Gabriele Gramelsberger [3] ein Buch vorgelegt\, das analytisch die historische Entwicklung des Rechnens im Hinblick auf den heutigen Computereinsatz sehr gut beleuchtet. Die Computerexperimente\, die sie beschreibt\, verarbeiten Messwerte und sollen als geordnete Computerexperimente bezeichnet werden im Gegensatz zu den empirischen ungeordneten Experimenten  Wolframs.\nDie Auswertung der allgemein im Netz vorhandenen Daten sind durch Suchfunktionen gegeben\, die sich in ständiger Weiterentwicklung befinden. Sie beziehen sich nicht nur auf naturwissenschaftliche und technische Bereiche\, sondern haben längst auch das Gebiet der Sozial- und Geisteswissenschaften erobert.\nAngesichts der hohen Rechenkapazität der Supercomputer oder von im Netzwerk zusammengeschlossenen Computern ergibt sich die Frage\, ob Grenzen der Berechenbarkeit existieren.  Diese Betrachtung erfolgt nicht ausschließlich nach den Regeln der Berechenbarkeitstheorie der theoretischen Informatik\, die an Maschinen gebunden ist. Von Maschinen soll vielmehr abstrahiert werden. Es wird der Unvollständigkeitssatz von Kurt Gödel einbezogen sowie die Chaostheorie. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage nach der Weltformel erörtert.\nLiteratur\n[1] Big Data  – das neue Versprechen der Allwissenheit\, Redaktion Heinrich Geiselberger und Tobias Moorstedt\, Suhrkamp Verlag Berlin 2013\, 309 S.\n[2] Klaus Mainzer\, die Berechnung der Welt – von der Weltformel zu Big Data\, Verlag C.H. Beck\, München 2014\, 352 S.\n[3] Gabriele Gramelsberger\, Computerexperimente – zum Wandel der Wissenschaft im Zeitalter des Computers\, transscript Verlag Bielefeld 2010\, 313 S.
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SUMMARY:Gemeinsame Tagung der Leibniz-Sozietät\, der Deutschen Gesellschaft für Kybernetik und der
DESCRIPTION:Gemeinsame Tagung der Leibniz-Sozietät\, der Deutschen Gesellschaft für Kybernetik und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin\nzum Thema. \nInformatik und Gesellschaft – Entstehen von Information\, Ermöglichen von Wissen für kreativ lernende Organisationen \n30. und 31. März 2015\, 09.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Hochschule für Technik und Wirtschaft \nEinladung und Programm
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SUMMARY:Sitzung des AK Gesellschaftsanalyse und Klassen
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis “Gesellschaftsanalyse und Klassen” lädt für den 27. 03. 2015 zur öffentlichen Sitzung ein. \nThema:\nGlobale Transformation \nOrt: Rathaus Tiergarten\, Balkonsaal\nZeit: 14:30 nbis 18:00 Uhr \nEinladung und Ablauf.
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SUMMARY:Arbeitskreis "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Prinzip Einfachheit“ veranstaltet eine Sitzung\, auf der der folgende Vortrag vorgestellt und diskutiert wird: \nProf. Dr. Dieter B. Herrmann (MLS):\nSind die Standardmodelle der Kosmologie und Elementarteilchenphysik falsch\, weil sie nicht einfach genug sind? \nam 26.03.2015\, 10.30-12.30 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Herrmann ist Physiker\, Astronom und Wissenschaftshistoriker sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1996. Nach dem Studium der Physik an der Humboldt-Universität (1957-1963) war er zunächst in der Staatlichen Zentrale für Strahlenschutz der DDR tätig. Ab 1970 leitete er die Abteilung Astronomiegeschichte an der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow. 1976 wurde er Direktor der Sternwarte und 1987 auch Gründungsdirektor des Zeiss-Großplanetariums sowie Honorarprofessor an der Humboldt-Universität. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte er sich vor allem mit der Geschichte der Astrophysik sowie mit quantitativen Methoden der Wissenschaftsgeschichte. Er ist Mitglied der Internationalen Astronomischen Union\, der Astronomischen Gesellschaft\, der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft und anderer wissenschaftlicher Organisationen. Nach seiner Emeritierung (2004) war er von 2006-2012 Präsident der Leibniz-Sozietät. Seit 2012 ist er Mitglied des Vorstandes der Berliner Urania. \nAbstract:\nDie heutigen Standardmodelle der Kosmologie und Elementarteilchenphysik werden von der überwiegenden Mehrheit der wissenschaftlichen Community als erfolgreiche Annäherungen an die wissenschaftliche Wahrheit über die Makro- und Mikrowelt betrachtet. Ungeachtet zahlreicher offener Fragen haben neuere Forschungsergebnisse\, z.B. die Analyse des Mikrowellenbackgrounds durch die Planck-Mission (2013) oder die Entdeckung des Higgs-Bosons (2012)\, weitere Bestätigungen für die Richtigkeit der Standardmodelle erbracht. Dennoch mehren sich in letzter Zeit die Stimmen durchaus profilierter Wissenschaftler\, die grundsätzliche Kritik an den etablierten Modellen äußern und sogar von einem Irrweg sprechen\, auf dem sich die Forschung seit längerem befinde. Interessant sind in diesem Zusammenhang besonders die Argumente von Alexander Unzicker\, der den etablierten Modellen mangelnde Einfachheit vorwirft und daraus auf ihre fehlende Plausibilität schließt.\nDer Vortrag versucht an Hand historischer Fallbeispiele aus Kosmologie und Elementarteilchenphysik zu klären\, ob „Einfachheit“ tatsächlich ein tragfähiges Prinzip darstellt\, das zur Entscheidung über „Richtig“ und „Falsch“ bei der naturwissenschaftlichen Hypothesenbildung geeignet ist.\nDie Analyse der Entwicklung vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltsystem ebenso wie die Versuche\, Strukturen des Planetensystems durch „harmonische Grundannahmen“ zu erfassen\, aber auch der Weg vom „Teilchenzoo“ der Elementarteilchenphysik zum gegenwärtigen Bild der Elementarteilchenphysik führen den Autor zu der Überzeugung\, dass „Einfachheit“ kein Wahrheitskriterium sein kann. Die heuristische Bedeutung von „Einfachheit“ für die Forschung wird davon jedoch nicht berührt.
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SUMMARY:19th Leibniz Conference of Advanced Science
DESCRIPTION:Das Leibniz-Institut für interdisziplinäre Studien e. V. veranstaltet seine \n19th Leibniz Conference of Advanced Science\nzum Thema\nDigitale Revolution und Industrie 4.0 im historischen Kontext\nam 19. März 2015\, 10.00 bis 18.00 Uhr\nOrt: Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme \nDie Einladung geht gesondert zu.
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SUMMARY:Jahresversammlung der "Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät"
DESCRIPTION:Die “Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät” führt ihre Jahresversammlung 2015 am 12.03.2015 in Berlin durch. \nDie Jahresversammlung ist eine nicht öffentliche Veranstaltung.\nDie Einladung geht gesondert zu.
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SUMMARY:März-Sitzung der Klassen Naturwissenschaften und Technikwissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die gemeinsame Sitzung der Klassen Naturwissencshaften und Technikwissenschaften sowie Sozial- und Geisteswissenschaften findet statt als \nKolloquium “Personalisierte Medizin”\nzu Ehren von Prof. Dr. Friedrich Jung anlässlich seines 100. Geburtstages\nMit Beiträgern von:  \nProf. Dr: Gerhard Banse\, Präsident der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin; Werner Scheler (MLS)\, Berlin;\nHorst Klinkmann (MLS)\, Rostock;\nPeter Oehme (MLS)\, Mühlenbeck;\nGisela Jacobasch (MLS)\, Wandlitz;\nRita Bernhardt (MLS)\, Saarbrücken;\nAndré Rosenthal (MLS)\, Potsdam;\nGötz Nowak (MLS)\, Erfurt\n\nVollständiges Programm Download (Stand: 05.02.2015) \n10.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal \n 
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SUMMARY:Plenum: Jahrestagung 2015
DESCRIPTION:Die Jahrestagung 2015 steht unter dem Thema: \nWirtschaft\, Arbeit\, Technik als Beitrag zur Allgemeinbildung im nationalen Kontext\nEinladung und Programm \nOrt: Universität Potsdam\, Standort Griebnitzsee\, August-Bebel-Str. 89\, Haus 06\, Hörsaal 01\n10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
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SUMMARY:Kolloquium aus Anlass des 75. Geburtstages von Erik W. Grafarend
DESCRIPTION:Ankündigung: Kolloquium der Leibniz-Sozietät zum Thema \n„Geodäsie – Mathematik – Physik – Geophysik”\naus Anlass des 75. Geburtstages von Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. mult. Erik W. Grafarend\, Mitglied der Leibniz-Sozietät\, Auswärtiges Mitglied der Finnischen und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften\, Emeritus der Universität Stuttgart \nDas Kolloquium findet am 13. Februar 2015 in Berlin statt. \nEs wird unterstützt durch die Universität Stuttgart. \nProgramm (Stand: 12.01.2015) \nAbstracts (Stand 21.11.2014) \nAls Prolog zum Kolloquium gelten die beiden Antrittsvorträge am Sitzungstag der Leibniz-Sozietät am 12. Februar 2015\, die ab 10.00 Uhr in der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften bzw. ab 13.30 Uhr im Plenum durch die im Jahre 2014 zugewählten Mitglieder der Leibniz-Sozietät \nHans Sünkel (Graz):\n„Das Geoid – theoria cum praxi et commune bonum” \nHarald Schuh (Potsdam):\n„Beiträge der Geodäsie zum besseren Verständnis von Naturgefahren und Klimaeinflüssen” \ngehalten werden. \n 
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SUMMARY:Februar-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt ein zur öffentlichen Februar-Plenarsitzung am 12. Februar 2015. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nÄnderung! \nProf. Dr. Gerald Ulrich (Berlin):\nDie Philosophie als Vermittlerin zwischen den exakten und den biologischen Naturwissenschaften\n13.30 bis 15.30 Uhr \nder ursprünglich für diesen Zeitpunkjt vorgesehene\nProlog zum Kolloquium „Geodäsie – Mathematik – Physik – Geophysik“ \nHarald Schuh (MLS):\nBeiträge der Geodäsie zum besseren Verständnis von Naturgefahren und Klimaeinflüssen\nverschhiebt sich auf  15.30 bis 17.00 Uhr \nOrt beider Vorträge: Rathaus Wedding\, Raum 444/445\, Müllerstr. 146/147 (erreichbar mit S-Ringbahn Station Wedding und U6 bis Station Leopoldplatz oder mit S-Bahn Station Friedrichstraße und U6 bis Station Leopoldplatz) \nC.V. (G. Ulrich):\nProf. Ulrich ist Neurologe und Psychiater. Nach Promotion (1970)\, Facharzt-Weiterbildung und Habilitation (1981) übernahm er 1982 die Leitung der Abteilung für Klinische Psychophysiologie an der Klinik für Neurologie und Psychiatrie der FU Berlin. Hier wurde er 1989 zum Professor ernannt. 2007 wurde ihm der Preis der Margrit-Egnér Stiftung verliehen „…für seine langjährigen Bemühungen\, die Universitätspsychiatrie zu einem kritischen Überdenken ihrer methodologischen Grundlagen zu bewegen\, was er als Voraussetzung für ihr Weiterbestehen als eigenständiges medizinisches Fach betrachtet“. Seit dem Eintritt in den Ruhestand (2008) konzentriert er sich auf Publikations- und Vortragstätigkeit. \nAbstract (G.Ulrich):\nDer Physikalismus behauptet einen vom Erkenntnisgegenstand unabhängigen Datenmonismus. Bei psycho-physischen Einheiten wie dem Menschen ist zur Vermeidung von Aporien jedoch ein Datendualismus – im Sinne einer kategorialen Unterscheidung zwischen physischen und psychischen Daten sowie deren Vermittlung – zwingend.\nPhilosophen wie Ernst Cassirer und theoretische Physiker wie Heisenberg und Schrödinger stimmen darin überein\, dass der Welt der exakten Naturwissenschaften alles mangele\, was lebensweltlich bedeutsam ist. Nach Cassirer vermag die Sprache der Naturwissenschaften nicht so etwas wie Bedeutung\, kurzum Psychisches zu transportieren\, weswegen ein naturwissenschaftlicher Dialog über Weltanschauungen unmöglich sei. „Bedeutung“ ist eine durch Zuschreibung generierte soziale Leistung und nicht im Gehirn zu verorten. Somit ist die epistemische Entgegensetzung von Funktion und Leistung unabdingbare Voraussetzung jedes anthropologischen Erkenntnisfortschrittes. Eine umkehrbar-eindeutige Zuordnung von Funktion und Leistung gibt es nur bei künstlichen\, nicht aber bei natürlichen Systemen. Nach wie vor gilt die Feststellung Gustav Fechners aus dem Jahre 1860\, wonach die Frage der Wirk-Beziehungen zwischen dem Physischen und dem Psychischen nicht Gegenstand einer pragmatisch orientierten Naturforschung sein könne. Von den Philosophen machten sich Immanuel Kant und Max Weber diese Sicht zu eigen\, von den Physiologen Emil du Bois Reymond sowie die Begründer einer wissenschaftlichen Psychiatrie und Neurologie\, Wilhelm Griesinger\, John Hughlings Jackson\, Henry Head und Henri Ey\, ebenso der Logiker bzw. Metamathematiker Kurt Gödel. Herrmann v. Helmholtz\, David Hilbert sowie die zahlreichen Vertreter eines philosophischen Funktionalismus anglo-amerikanischer Provenienz hingegen stehen dem modernen Selbstverständnis einer prinzipiellen Omnipotenz der Wissenschaften näher.\nDie biologischen Naturwissenschaften müssen allen natürlichen Gegebenheiten\, den materiell-dinglichen wie auch den prozessual-geistigen gerecht werden. Diese Bedingung erfüllt nur der Aspektdualismus bzw. epistemische Dualismus\, der sich auf Baruch Spinoza zurückführen lässt. Er stellt die komplementäre Verschränkung der physischen und der psychischen Denkform dar. Als Paradigma der physischen Denkform kann die Newtonsche\, als Paradigma der psychischen Denkform die Goethesche Farbenlehre gelten. Heisenberg stellte die letztere als „Physik des erlebenden Erkennens“ der ersteren als der „Physik des abstrakten Erkennens“ gleichrangig gegenüber.\nNach Schrödinger konnte die Physik des abstrakten Erkennens – er spricht von der „Physik der materiellen Welt“ – bloß um den Preis konstruiert werden\, dass das Selbst und mit ihm alles Subjektive daraus entfernt wurde. \nAbstract (H.Schuh):\nDefinition und Realisierung von präzisen und stabilen Referenzrahmen spielen eine wichtige Rolle in der modernen Geodäsie\, da sie erforderlich sind\, wenn wir Veränderungen auf der Erde wie die Plattentektonik oder den globalen Meeresspiegelanstieg erfassen möchten. Es wird eine Übersicht über die verschiedenen Naturgefahren und die Phänomene globaler Veränderung gegeben\, die mittels geodätischer Verfahren beobachtet werden können.\nVerschiedene Messverfahren kommen abhängig vom räumlichen Maßstab zum Einsatz\, von geodätischen Weltraumverfahren wie GNSS (globale Navigationssatellitensysteme)\, SLR (Laserentfernungsmessungen zu Satelliten)\, VLBI (Radiointerferometrie auf langen Basislinien) und DORIS (Bahnbestimmung von Satellitenbahnen mit Hilfe des Dopplereffekts von Radiosignalen) bis zu lokalen Messungen mit geodätischen Vermessungsinstrumenten. All diese Verfahren werden in GGOS (Global Geodetic Observing System)\, dem globalen Beobachtungssystem der Internationalen Assoziation für Geodäsie (IAG) kombiniert. Das Konzept dieses integrativen Unterfangens wird vorgestellt. Anhand von Fallbeispielen wird die essentielle Rolle präziser geodätischer Daten\, genauer Analysemethoden und realistischer mathematischer und physikalischer Modelle gezeigt. \n 
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SUMMARY:Februar-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften lädt  zu Ihrer Februar-Sitzung am 12. Februar 2015 ein. Es wird der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt: \nHans Sünkel (MLS):\nDas Geoid – theoria cum praxi et commune bonum\nDie Veranstaltung ist Bestandteil des Kolloquiums aus Anlass des 75. Geburtstages von Erik W. Grafarend 13. Februar 2015  \n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Rathaus Wedding\, Rathaussaal\, Müllerstr. 146/147 (erreichbar mit S-Ringbahn Station Wedding und U6 bis Station Leopoldplatz oder mit S-Bahn Station Friedrichstraße und U6 bis Station Leopoldplatz); \nC.V.:\nProf. Sünkel ist Geodät und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2014. Nach der Promotion (1976) wurde er Research Associate am Department of Geodetic Science der Ohio State University in Columbus. Habilitiert hat er sich 1981; 1983 wurde er als ordentlicher Professor für Mathematische und Numerische Geodäsie an die TU Graz berufen. Hier wirkte er auch 2000 – 2003 als Vizerektor für Forschung und 2003 – 2011 als Rektor\, ebenso 2010 – 2011 als Vorsitzender der Österreichischen Universitätenkonferenz. Außerdem war er 1990 – 2013 Vorstand für Satellitengeodäsie am Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und 2001 – 2004 Direktor dieses Instituts.\nEr weilte zu Gastprofessuren in den USA\, in Kanada und der VR China\, ist Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien und wirkt in mehreren nationalen und internationalen Gremien mit. \nAbstract:\nDas komplexe Objekt Erde hat mannigfache Gesichter: Form und Größe\, Dichte-\, Druck- und Temperaturverteilung\, Rotationsverhalten\, dynamische Prozesse\, Magnetfeld\, Schwerefeld und dergleichen mehr. Und jede individuelle Betrachtung liefert ein ebenso individuelles Bild des Objektes Erde\, und erst die Kombination dieser Einzelbilder lässt uns Zusammenhänge erkennen\, gedanklich und schließlich mathematisch-numerisch in ihr Innenleben vordringen und so sukzessive das System Erde besser verstehen. Unsere wissenschaftliche Neugier drängt uns danach und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten sind es\, die unserem Anliegen Nachdruck verleihen. \nWenn das wissenschaftliche Hauptaugenmerk auf das Schwerefeld der Erde und seine Figur in mathematisch-physikalischer Ausprägung gelegt wird\, dann  steht das „Geoid“ im Fokus der Betrachtung. Die Geodäsie beschreibt das Geoid als eine „Äquipotentialfläche im mittleren Meeresniveau“. Sehr viel salopper könnte das Geoid als „Role Model“ gelten– eine statische Fläche\, die in guter Näherung durch die Oberfläche eines (fiktiven) ruhenden Ozeans beschrieben wird. Und besonders bodenständig könnte man sich der Wasserwage bedienen\,  diesen „Sensor“ an jedem beliebigen Punkt des Geoids in jeder beliebigen Richtung anlegen\, und er würde stets „horizontal“ melden. In diesem Sinne ist dieses „Role Model“ namens Geoid gleichsam eine globale Horizontale. \nWissenschaftliche Neugier oder vielleicht doch Notwendigkeit? Drei Antworten seien hier gegeben\, die eine Brücke spannen von der Theorie über den Weg der Praxis bis hin zur wirtschaftlichen Notwendigkeit – theoria cum praxi et commune bonum: \n\nGeoid und das Erdinnere: Wenn man von der Rotation der Erde absieht\, dann ist es die nicht ganz regelmäßige Massenverteilung des gesamten Erdkörpers\, die dem Geoid seine unregelmäßige Form verleiht\, da sich die Massenverteilung im Gravitationsfeld und folglich im Geoid abbildet. Der Umkehrschluss scheint daher naheliegend\, nämlich aus der Kenntnis des Geoids einen Blick in das Erdinnere zu wagen und zu versuchen\, aus der Wirkung „Gravitationsfeld“ auf seine Ursache „Massenverteilung“ zu schließen. Dieser erhoffte Blick ins Erdinnere ist jedoch mit einem schwierigen inversen Problem gleichzusetzen\, das nicht eindeutig ist und zur Vermeidung von Phantomlösungen zusätzliche Quelleninformation\, vor allem in Form der Laufzeit seismischer Wellen\, benötigt.\nGeoid und Meeresoberfläche: Die tatsächliche Meeresoberfläche ist von Strömungen und Oberflächenwellen gekennzeichnet\, die zahlreiche Ursachen haben: Erdrotation\, Gezeiten\, Wind\, Temperatur\, Luftdruck\, aber auch Salzgehalt\, etc. bewirken eine Dynamik der Ozeane und somit eine Abweichung der Meeresoberfläche vom ruhenden „Role model“. Und wenn die Geometrie der Ozeanoberfläche auf das (physikalisch definierte) Geoid bezogen wird\, so erhalten wir Kenntnis über die globalen Ozeanströmungen und somit auch über die Umverteilung von Wärmeenergie als bedeutende Information für die Klimaforschung.\nGeoid als Höhenbezugsfläche: Alle orthometrischen Höhen werden von diesem „Role Model“ aus gezählt. Das Geoid ist somit eine Bezugsfläche für Höhen. Und absolute Höhen hoher Genauigkeit erfordern auch eine absolute Bezugsfläche mit ebensolcher Genauigkeit. Also benötigen wir ein Geoid gleichsam als lokal horizontale Plattform\, als Bezugsfläche mit der größtmöglichen Genauigkeit.\n\nGlobale Strukturen erfordern naturgemäß globale Verfahren zu deren Bestimmung. Daher wurden seit dem Jahr 2000 gleich drei dedizierte Satellitenmissionen realisiert\, die allesamt – mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung – ein Ziel verfolgten\, nämlich die Bestimmung des Geoids: CHAMP\, GRACE und GOCE. Eine daraus abgeleitete Geoidlösung ist zwar global und hoch genau\, ihre räumliche Auflösung ist jedoch systembedingt begrenzt. Es bedarf daher regionaler Verfeinerungen auf der Basis terrestrischer Schwerefelddaten und einer konsistenten Verarbeitung durch Datenkombination. \nUnd eine Projektion in die ferne Zukunft lässt uns spekulieren\, die auf das Geoid bezogenen Höhen präzise mit Uhren (!) zu messen und nicht mehr durch Nivellement wie bisher. Raum wird also ersetzt durch Zeit\, und der allgemein-relativistische Effekt der – wenn auch extrem geringen – Frequenzabhängigkeit von Atomuhren vom jeweils lokalen Gravitationspotential wird uns dies ermöglichen. \nUnd schließlich wird das Global Geodetic Observing System der sich abzeichnenden Zukunft mit dem Geoid als integrierter global-horizontaler Plattform wird aber noch sehr viel mehr bieten: ein präzises Monitoring unseres gesamten Planeten als Grundvoraussetzung für das Verständnis seiner dynamischen Entwicklung und deren Vorhersage. Diese Weiterentwicklung beruht naturgemäß auf theoretischen Entwicklungen und deren Umsetzung in Hochtechnologie\, aber ebenso auf interdisziplinärem Handeln und intensiver internationaler Zusammenarbeit – ein Tun\, das keine Grenzen kennt – weder fachliche\, noch nationale – theoria cum praxi et commune bonum.
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/februar-sitzung-der-klasse-naturwissenschaften-und-technikwissenschaften-2/
LOCATION:Berlin\, Rathaus Wedding\, Rathenausaal\, Müllerstr. 146/147\, Rathaus Wedding\, Müllerstraße 146-147\, Berlin
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