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SUMMARY:10. Symposium Allgemeine Technologie – eine Bestandsaufnahme
DESCRIPTION:Arbeitskreis Allgemeine Technologie in Kooperation mit dem Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler (VBIW) und dem Leibniz-Institut für interdisziplinäre Studien (LIFIS) \n10. Symposium Allgemeine Technologie – eine Bestandsaufnahme \n10.00 bis 17.00 Uhr \nOrt: Universität Potsdam\, Campus Griebnitzsee\, Haus 6\, Raum S 13 \nFlyer zum Symposium \nVorbereitendes Material (Abstracts der Vorträge etc.)
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SUMMARY:November-Plenum
DESCRIPTION:Toon Van Hal (MLS) \nWarum war Leibniz an den Sprachen der Welt interessiert? \nOrt: Historischer Ratssaal des Rathauses Friedrichshagen\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin (Nähe S-Bahnhof Friedrichshagen)\nDie Sitzung findet auch als ZOOM-Meeting statt. \nAbstract \nMein Beitrag versucht einen kurzen Überblick über Leibniz’ Interesse an den Sprachen der Welt zu vermitteln. Auch deshalb\, weil Leibniz als einer der letzten Universalgelehrten in die Geschichte eingegangen ist\, wird seine intensive Beschäftigung mit Sprachen von seinen Biographen oft nicht wahrgenommen\, oder anderen Wissenschaftsbereichen untergeordnet. In der spezialisierten Leibnizforschung teilen manche Wissenschaftler die Überzeugung\, dass für Leibniz Sprache eine einheitliche Größe sei. Andere vermuten\, dass sein Interesse an den Sprachen der Welt nicht eng mit seinen sprachphilosophischen Projekten verknüpft war. Mit Hilfe einer korpusbasierten Methode (unter besonderer Berücksichtigung von Kollokationen) wird versucht\, Leibniz’ Beschäftigung mit den Sprachen der Welt vor dem Hintergrund seines wissenschaftlichen Gesamtwerks zu kontextualisieren. \nKurzvita  \nToon Van Hal (*1981) studierte alte Sprachen und Geschichte in Antwerpen\, Leuven\, Louvain-la-Neuve und Oslo. 2008 promovierte er mit einer Dissertation zum Sprachvergleich in der frühen Neuzeit. Derzeit lehrt er griechische Sprachwissenschaft sowie Geschichte des sprachlichen Denkens an der Universität Leuven. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entstehung und den Wandel von Grundbegriffen im Denken über Sprache(n) von der Antike bis zum 19. Jahrhundert. \n 
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SUMMARY:November-Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 10. November 2022 \n10:00–12:00 Uhr\nDie Sitzung findet als Zoom-Videoveranstaltung statt. Die Einwahldaten sind die folgenden:\nhttps://tu-darmstadt.zoom.us/j/62195618219?pwd=emh2a3NmbEtmMkwvbnUvaVlLT3RKdz09\nMeeting-ID: 621 9561 8219 \nVortrag: \nCharli Kruse (MLS):\nDas Phänomen der Zellkulturen und ihre Nutzung als neue Rohstoffquelle\nAbstract: \nObwohl Zellen in der Kultur bereits seit vielen Jahren für viele biologische und medizinische Fragestellungen als wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Untersuchungsobjekt verwendet werden\, ist über die genauen Regulationsmechanismen der Zellen in dieser artifiziellen Umgebung sehr wenig bekannt. Anhand der Kulturnahme von terminal ausdifferenzierten exokrinen Pankreaszellen konnte gezeigt werden\, dass diese Zellen\, die im Organismus nur noch die Aufgabe haben\, Verdauungsenzyme zu produzieren\, unter Zellkulturbedingungen ihren Phänotyp komplett ändern. Dabei stellen sie ihre Genexpression innerhalb weniger Tage dramatisch um. Als Resultat entstehen Zellen\, die deutliche Eigenschaften von Stamm- oder Progenitorzellen aufweisen.\nAuch wenn wir noch wenig über die dabei ablaufenden molekularen und zellulären Prozesse wissen\, können diese Zellen bereits jetzt für vielfältige Anwendungen genutzt werden. Allein durch die Fähigkeit der Proliferation über viele Generationen hinweg wird es möglich\, aus wenigen Zellen große Mengen an Biomasse zu produzieren. Diese Fähigkeit soll dazu beitragen sogenannte Clean Meat Produkte zu erzeugen. Dabei geht es darum\, Fleischersatzprodukte aus Zellen zu generieren. Dieser Trend hält bereits seit einigen Jahren an und verstärkt sich nach wie vor permanent. Der entscheidende Punkt für diese Entwicklung wird die technologische Machbarkeit der Biomasseproduktion in großen Mengen sein. Sollte dies gelingen\, wird man über eine neue Rohstoffquelle verfügen\, deren Möglichkeiten gerade erst ausgetestet werden. \nVita: \nProf. Dr. Charli Kruse ist Biologe mit einer Promotion im Fachbereich Zoologie und einer Habilitation im Fachbereich „Molekulare Biologie“. Von 2007 bis 2011 war er APL-Professor und seit 2011 hat er eine W3-Professur an der Universität zu Lübeck inne. Dort ist er Direktor des Instituts für Medizinische und Marine Biotechnologie (IMMB). Ab 2004 leitete Charli Kruse zusätzlich die Arbeitsgruppe „Zelldifferenzierung und Zelltechnologie“ des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) an der Universität zu Lübeck. Von 2008 bis 2012 war er Standortleiter der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB)\, deren Institutsleiter er von 2012 bis 2022 war. Im Rahmen des Aufbaus der EMB hat er eine Vielzahl von öffentlichen und industriellen Forschungsprojekten geleitet. Seine Expertise liegt sowohl im Fachbereich Fischphysiologie und Aquakultur als auch speziell in der Isolierung\, Handhabung und Manipulation von lebenden Zellen. Seit März 2022 ist er Co-Founder und wissenschaftlicher Leiter der CellTec Systems GmbH (Ausgründung des Fraunhofer-Instituts Lübeck und der Universität zu Lübeck). Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. \n 
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SUMMARY:November-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Nicola McLelland (Nottingham\, MLS) \nDeutschlernen in Großbritannien seit 1500: die Geschichte einer Beziehung \nOrt: Historischer Ratssaal des Rathauses Friedrichshagen\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin (Nähe S-Bahnhof Friedrichshagen)\nDie Sitzung findet auch als ZOOM-Meeting statt. \nAbstract \nDie Geschichte der anglo-deutschen Beziehungen ist lang und nicht immer einfach: von mittelalterlichen Hanse-Kaufleuten in London bis zum Brexit des 21. Jahrhunderts\, über eine deutsche Dynastie\, die den britischen Thron bestieg\, bis hin zu zwei Weltkriegen und einem geteilten und später wieder vereinten Deutschland innerhalb der EU. \nIn diesem Vortrag arbeite ich die Geschichte auf\, wie Deutsch in guten und in schlechten Zeiten den Engländern mehr oder weniger erfolgreich beigebracht wurde. Ich lege dabei ein besonderes Augenmerk auf die sich im Laufe der Zeit immer neu gestaltenden Darstellungen von Deutsch und seiner/n Kultur(en) – darunter auch das Problem\, wie man über Deutschland im Nationalsozialismus spricht. Zuerst werde ich Martin Aedlers katastrophal erfolglose erste Grammatik des Deutschen für Englischsprachige (1680) vorstellen\,  werde dann die Entdeckung von Deutsch im 18. Jahrhundert im Land der Dichter und Denker verfolgen sowie den späteren Erfolg von Deutsch als – trotz aller Wechselfälle – zweiter Fremdsprache in Großbritannien im 19. und 20. Jahrhundert\, bis hin zu heutigen Bemühungen\, das Interesse an Deutsch in einer post-Brexit-Welt\, wo „everyone speaks English“\, aufrechtzuerhalten. \n  \nKurzvita \nNicola McLelland ist Professorin für Germanistik und Geschichte der Sprachwissenschaft an der University of Nottingham\, England. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die Geschichte des Sprachlehrens und -lernens. Unter anderem hat sie zwei Monographien zu diesem Thema veröffentlicht: German Through English Eyes. The history of teaching and learning German in England\, 1500-2000 (Harrassowitz\, 2015\, open access) und Teaching and Learning Foreign Languages. A history of language education\, assessment and policy in Britain (Routledge\, 2017). Im Jahr 2020 wurde ihr der Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis für herausragende Arbeiten auf den Gebieten der germanistischen Literatur- und Sprachwissenschaft\, Deutsch als Fremdsprache sowie Deutschlandstudien verliehen.
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SUMMARY:2. Workshop zur Vorbereitung der Generalversammlung der IUGG
DESCRIPTION:2. Workshop\nZur Einstimmung auf die Generalversammlung der Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik\,\nJuli 2023 in Berlin \nam Freitag\, 4. November 2022\n14:00 Uhr bis 16:30 Uhr\nOnline-Videokonferenz via Zoom (s.u.) \nDer Workshop ist eine gemeinsame Veranstaltung von NKGG\, GFZ und Leibniz-Sozietät\nGastgeber ist das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam\n\nModeration: Prof. Dr. Jürgen Müller\n(Vorsitzender NKGG\, Leibniz Universität Hannover)\nProgramm \n14:00             Begrüßung\nProf. Dr. Jürgen Müller (Leibniz Universität Hannover) und\nDr. Dietrich Spänkuch (GeoMUWA\, Leibniz-Sozietät) \n14:15             Wissenschaftliche Vorträge:\n \nWarum uns das Eis unter den Fingern zerrinnt – Gletschereis und Klimawandel\nProf. Dr. Olaf Eisen (AWI Bremerhaven) \nNatürliche und induzierte Seismizität in Deutschland – ein Überblick\nDr. Thomas Plenefisch (BGR Hannover) \n15:15             Pause \n15:30            Abbildung der elektrischen Leitfähigkeit des Untergrundes auf unterschiedlichen Skalen mithilfe der Magnetotellurik\nPriv. Doz. Dr. Ute Weckmann (GFZ Potsdam) \n16:00             Stand der Vorbereitung zur IUGG-Generalversammlung 2023\nProf. Dr. Dr. Harald Schuh (Vors. LOK IUGG-GA2023\, GFZ Potsdam) \n16:20             Weitere gemeinsame Aktivitäten und Diskussion  \n16:30             Ende der Veranstaltung \n  \n\nZom-Link: \nhttps://gfz-potsdam-de.zoom.us/j/65428336902?pwd=Vi9mVmpiT0oxc3FSZVVtUjdDKy93Zz0 \nMeeting-ID: 654 2833 6902\n\nKenncode: 117580\n 
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SUMMARY:Übersetzen in der DDR: Eine verflochtene Geschichte
DESCRIPTION:Denkwerkstatt: 4. & 5. November 2022 \nProf. Dr. Larisa Schippel \nVeranstaltungsort:\nInstitut für Slawistik und Hungarologie\, Dorotheenstr. 65\, 10117 Berlin\, Raum 5.57.\nDie Tagung findet hybrid statt. Für den Zoom-Link wenden Sie sich bitte an: sabine.lefevre@rz.hu-berlin.de \nLink zum Flyer und zum Programm der Veranstaltung
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SUMMARY:Jahrestagung der Leibniz-Sozietät: Sprache – Diskurse – Meinungsbildung
DESCRIPTION:Jahrestagung der Leibniz-Sozietät\nSprache – Diskurse – Meinungsbildung\nEinladung und Programm \nMaterial zur Jahrestagung (mit Abstracts und CV der Referentinnen und Referenten) \nEs besteht auch die Möglichkeit einer online-Teilnahme. \nmit Beiträgen von: \nGerda Haßler (Potsdam\, MLS): Das Thema Sprache und Meinungsbildung in der Geschichte Berliner Akademie und in der heutigen Sprachwissenschaft \nMartin Reisigl (Wien): Meinungs- und Wissensformation im Diskurs – Eine diskurshistorische Annäherung \nOttmar Ette (Potsdam\, MLS): Die Tropen der Diskurse und die Diskurse der Tropen. Zur Erfindung und Findung der Amerikas \nJürgen Erfurt (Frankfurt am Main/Berlin\, MLS): Über legitime Sprache und sprachliche Legitimität \nMartina Drescher (Bayreuth): Meinungsbildung durch Gerüchte? Eine diskursanalytische Fallstudie zum Covid-19-Diskurs aus Kamerun \nMonika Schwarz-Friesel (TU Berlin): Toxische Sprache und geistige Gewalt. Wie judenfeindliche Denk- und Gefühlsmuster seit Jahrhunderten unsere Kommunikation prägen \nMichael Thomas (Berlin\, MLS): Das Schweigen der Männer und die hilflose Soziologie. Politische Diskurse\, Leitbegriffe und wissenschaftliche (Selbst-)Begrenzungen in Zeiten des Umbruchs \nConstanze Spieß (Marburg): Populistischer Sprachgebrauch an der Grenze zu sprachlicher Gewalt – Zur Debattenpraxis im deutschen Bundestag (nur nachmittag) \nDorothée Röseberg (Halle/Berlin\, MLS): Kulturmuster als Heuristik zwischen Sprache\, Diskurs und sozialer Praxis. Das Beispiel „formation de la raison“
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SUMMARY:Oktober Plenum: Kolloquium zur Verleihung des Wiener-Schmidt-Preises an Klaus Fuchs-Kittowski und Horst Völz
DESCRIPTION:Plenum in Kooperation mit der Gesellschaft für Kyberrnetik \nKolloquium zur Verleihung des Wiener-Schmidt-Preises an Klaus Fuchs-Kittowski und Horst Völz \nVortrag von Prof. Dr. Vincent Brannigan \nDisaster on the Man-Machine Interface: The Importance of Cybernetics\nHumans are the tool making animals. In particular we can make tools that kill us. While sometimes\, as with weapons\, this is the intention\, more often it is consequence of the tool and how it is used. From the code of Hammurabi we have recognized the need to control such creations. But the failure to control is the core of cybernetic disasters. From the TITANIC to the 737 MAX\, humans of great skill have created lethally defective machines. Only by careful analysis of such failures can we improve our human understanding of this problem. Prof. Fuchs-Kittowski has contributed greatly to the understanding of the human machine interface and helps point the way forward. \nWir Menschen sind Tiere\, die Werkzeuge herstellen. Vor allem können wir Werkzeuge herstellen\, die uns töten. Manchmal ist dies\, wie bei Waffen\, beabsichtigt\, häufiger ist es die Folge des Werkzeugs und seiner Verwendung. Seit dem Gesetzbuch von Hammurabi wissen wir\, dass wir solche Kreationen kontrollieren müssen. Aber das Versagen der Kontrolle ist der Kern der kybernetischen Katastrophen. Von der TITANIC bis zur 737 MAX haben Menschen mit großem Geschick tödlich fehlerhafte Maschinen geschaffen. Nur durch eine sorgfältige Analyse solcher Fehler können wir unser menschliches Verständnis für dieses Problem verbessern. Prof. Fuchs-Kittowski hat viel zum Verständnis der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine beigetragen und hilft damit\, den Weg in die Zukunft zu weisen. \nZur Person: \nVincent Brannigan (Prof. Dr. jur.) ist Professor Emeritus an der Clark School of Engineering at the University of Maryland College Park Maryland USA. Seine Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der sozialen Kontrolle von Technologien. Dabei arbeitet er international in vielen Bereichen des Rechts und der Technik. Ein Hauptaugenmerk seiner Forschung liegt auf Sicherheitsvorschriften. Zu seinen Projekten gehören Waldbrände\, Vulkane und Flugsicherheit\, Untersuchungen nach Katastrophen\, leistungsbezogene Vorschriften\, Befehl und Kontrolle bei Notfallevakuierungen\, Risiko-Nutzen-Analysen bei der Krebsvorsorge\, Ethik im Ingenieurwesen\, Produktsicherheit sowie das Zusammenspiel von Produkthaftung und staatlicher Regulierung. Er war Gastdozent an deutschen und britischen Universitäten und forscht weiter an neuen Technologien. \nanschl. Podiumsdiskussion mit Kirsten Bock\, Annette Grathoff\, Hans-Jörg Kreowski und Siegfried Piotrowski \nLaudationes/Ehrungen: Klaus Fuchs-Kittowski und Horst Völz \n 
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DESCRIPTION:Die Sitzung findet als Zoom-Videoveranstaltung statt. Die Einwahldaten sind folgende: \nEinladungslink: https://tu-darmstadt.zoom.us/j/61558208091?pwd=QUZaaUVOUGNRTnRPRDFsaVJjYTQ0UT09 – Meeting-ID: 615 5820 8091\n\nVortrag:\nMatthias Deutsch (Agora Energiewende): \n12 Thesen zu Wasserstoff und seine Bedeutung für die Energiepolitik\nAbstract: \nDer russische Angriff auf die Ukraine hat eine Zeitenwende in Europa eingeläutet\, die auch für die Energiepolitik folgenreich ist. Die Preise für fossiles Gas haben ungekannte Höhen erreicht\, was spürbare Auswirkungen für Haushalte und die Wirtschaft hat. Es ist unklar\, wie hoch die Kosten und das Niveau der Versorgung mit Erdgas in Europa künftig sein werden. Damit kommt weitere Bewegung in die Diskussion um grünen Wasserstoff\, der mittel- und langfristig fossiles Gas ersetzen kann\, heute aber noch größtenteils daraus hergestellt wird. \nKlar ist: Für das Ziel der Klimaneutralität 2045 in Deutschland werden erhebliche Mengen an grünem Wasserstoff benötigt. Die hohen Gaspreise haben Auswirkungen auf den Weg dorthin: Bisher galt fossiler Wasserstoff mit CO2-Abscheidung als schnell skalierbare Brückentechnologie. Dieser Weg ist deutlich teurer geworden und grüner Wasserstoff ist relativ betrachtet schneller wettbewerbsfähig. Damit ist der Hochlauf von erneuerbarem Wasserstoff dringender denn je. Die neuen Verhältnisse verlangen umso mehr den Fokus auf No-Regret-Anwendungen\, die nur unter Einsatz von grünen Molekülen klimaneutral werden können. Mit den 12 Thesen zu Wasserstoff sollen evidenzbasierte Einschätzungen geliefert werden\, um damit die Vielfalt an Studien zu Wasserstoff in einem konsistenten Rahmen zu diskutieren. \nVita: \nMatthias Deutsch arbeitet als Programmleiter Wasserstoff bei Agora Energiewende und hat mehr als 14 Jahre Erfahrung im Energiesektor. Seine vorherige Arbeit bei Agora umfasste die Themen Klimaneutralität\, Sektorkopplung Strom-Wärme und Speicher. Er war acht Jahre bei der Prognos AG als Berater mit den Schwerpunkten Erneuerbare Energien\, Energiebedarf und Gasnetzentwicklung tätig und hat Unternehmen\, Verbände und Regierungsstellen in Deutschland und im internationalen Bereich beraten. Zuvor hat Matthias Deutsch an der Hertie School of Governance und am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gearbeitet. Nach seinem Studium des Technischen Umweltschutzes an der TU Berlin hat er an der University of Maryland School of Public Policy\, USA\, im Bereich Energie- und Umweltpolitik promoviert.
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DESCRIPTION:Swetlana Mengel (MLS) \nZur Bedeutung der sprachlich-kulturellen Situation für die Herausbildung einer Literatursprache am Beispiel Russlands zu Beginn des 18. Jahrhunderts \n(mit einem Seitenblick zum heutigen Ukrainischen)  \n Nach der bekannten tradierten Auffassung liegt der modernen russischen Standardsprache ein System von Normen zugrunde\, welches in der Russischen Grammatik M.V. Lomonosovs (1755) als eine gewisse Kombination von russischen und kirchenslavischen Elementen erstmalig kodifiziert wurde. \nDer Lomonosovschen Grammatik ging jedoch eine ganze Reihe von Versuchen voraus\, die die Herausbildung einer „neueren russischen Literatursprache“ anstrebten\, um die besondere sprachlich-kulturelle Situation in Russland am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts\, die ihren Niederschlag in der Schriftlichkeit des 11. bis 17. Jahrhunderts fand\, zu überwinden. Eine besondere Rolle spielten hingegen die Bemühungen ausländischer Gelehrter und ihre alternativen\, sich auf westeuropäische philologische und pragmatische Traditionen stützenden\, grammatischen Konzepte. Zu berücksichtigen ist dabei auch\, dass die Voraussetzungen für eine Literatur- bzw. Standardsprache nicht allein durch das Erstellen von entsprechenden Grammatiken\, sondern auch durch das Vorhandensein vergleichbarer Textproduktion und des Mediums für ihre Verbreitung erfüllt sind. \nDem Beitrag ausländischer Gelehrter zur Herausbildung der „neueren russischen Literatur-sprache“\, der bereits am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts in diesem Zusammenhang geleistet wurde\, widmet sich der vorliegende Vortrag. Dabei wird anfangs zur Verdeutlichung des Begriffs der sprachlich-kulturellen Situation und ihrer Besonderheit in Russland zu Beginn des 18. Jh. ein kurzer Blick auf das moderne Ukrainische und seine Entstehung im Vergleich zum Russischen geworfen. \nProf. Dr. Swetlana Mengel \nE-Mail: swetlana.mengel@slavistik.uni-halle.de\nHomepages: [1] http://www.slavistik.uni-halle.de/mitarbeiterinnen/44287_64610/; [2] http://www.forschung-sachsenanhalt.de/index.php3?PHPSESSID=cvg05oavgdora8s9acg3l3e254&option=menu_suchanzeige&reset=empty&menu_r_search=Swetlana+Mengel \nProfessorin für Slavische Philologie / Sprachwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (em.) \nForschungsschwerpunkte: \n\nAlternative Konzepte westeuropäischer Grammatikschreiber und Übersetzer zu russischer (Standard)Sprache im 17. und frühen 18. Jahrhundert\nSlavische Übersetzungen hallescher Pietisten im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts\nAllgemeine und slavistische Theorie der Wortbildung\, Wortbildungsnorm und ihre Erscheinungsformen\, Wortbildungssynonymie\nEntwicklung der slavischen Schrift- und Standardsprachen in ihren Besonderheiten; Normierungsprozesse auf der Textebene; Probleme der Bibelübersetzungen aus dem Griechischen ins Altkirchenslavische\nEntwicklung und Besonderheiten der russischen Sprache in der Diaspora\nRussisch in interkultureller Kommunikation. Zertifizierung der Sprachkenntnisse\n\nPublikationen:  \nüber 110 Publikationen. Darunter: 11 Bücher (Monographien und Editionen)\, mehrere Beträge in Zeitschriften der internationalen A-Kategorie (INT1: Russian Linguistics\, Voprosy jazykoznanija u.a.) und B-Kategorie (INT2: Zeitschrift für Slawistik u.a.) sowie Lexikonartikel (z.B. in Handbooks of Linguistics and Communication Science – HSK) \nHerausgebertätigkeit:  \nSchriftenreihe “SLAVICA VARIA HALENSIA”\, LIT-Verlag\, Münster – Hamburg – London  (mit A. Richter); insgesamt 12 Bände (s. unter http://www.slavistik.uni halle.de/publikationen/) \n\nweitere Herausgaben im Universitätsverlag der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (s. Homepage [1]-[2])\n\n Mitgliedschaften\, Gremienarbeit und weitere Aktivitäten: \n\nMitglied der Kommission für slawische Wortbildung beim Internationalen Slawistenkomitee\nDirektorin des Halleschen Zertifizierungszentrums für Russisch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
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SUMMARY:AK Europa
DESCRIPTION:Alle Interessierten sind herzlich zu der nächsten Sitzung des Arbeitskreis „Europa-Selbstverständnisse und Perspektivenvielfalt“ eingeladen. \nFrau Prof. Dr. Swetlana Mengel (MLS) wird einen Vortrag zu folgendem Thema halten: \n“Mentalität-Konzept-Sprache. Ein Analysebogen von der Sprachphilosophie Wilhelm von Humboldts zur kognitiven Linguistik. Am Beispiel der Selbst- und Fremdbenennungen bei den Slaven (mit einem speziellen Hinblick zu Russland und Ukraine)“.\nDie Sitzung findet am 19.09.22 um 14.00 Uhr in der Fa. GEFEG im Storkower Bogen\, Storkower Straße 207 statt. \nAbstract: \nIn dem Vortrag wird ein Versuch unternommen\, den Fokus auf das Verständnis und Selbstverständnis Europas und seiner Bewohner in ihrer Mentalität\, Kultur und Geschichte aus der sprachwissenschaftlichen bzw. sprachlichen Sicht zu legen\, und zwar am Beispiel der Selbst- und Fremdbenennungen in der Slavia – einer der zahlreichsten europäischen Völkergruppe\, die in ihrer Bedeutung angesichts aktueller und vergangener politischer Ereignisse\, Revolutionen\, Kriege u.ä. im europäischen Kontext durchaus nicht zu unterschätzen ist.\nNach einer vereinfachten überblicksartigen Darstellung allgemeiner theoretischer sprachwissenschaftlicher Grundlagen\, in der es versucht wird\, einen Bogen von Humboldtscher Sprachphilosophie zur modernen kognitiven Linguistik zu schlagen\, konzentriert sich der Vortrag auf die Verfahren und Benennungsmuster in ihrer mentalitätsabhängigen und kulturell sowie geschichtlich bedingten Beschaffenheit\, die in Selbst- und Fremdbenennungen der Slaven zum Einsatz kommen\, um diese anschließend – rückblickend auf aktuelle politische Ereignisse und den von Putin entfachten vermeintlichen „Brüderkrieg“ in Europa – noch einmal in Hinblick auf Russland und Ukraine zu demonstrieren\, bevor das Fazit zur Problematik des Vortrags gezogen wird.
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SUMMARY:September-Plenum
DESCRIPTION:Vortrag von John Erpenbeck (MLS) / Werner Sauter (MLS) \n„Kann man Werte wirklich trainieren?“ Vorstellung einer Buchpublikation \nZum Thema Werteentwicklung\, Wertetraining: \nWir leben in einer Wertegesellschaft. Wir erleben mit Erstaunen und manchmal mit Entsetzen\, wie die Wertegesellschaft die Wissensgesellschaft – geprägt von durchgreifender Digitalisierung\, Wissensexplosion und Bildungsexpansion – aushebelt\, überrollt\, dominiert und zuweilen ins Absurde abdrängt. Nationalistisch begründete Werteurteile bremsen massiv den Welthandel. Illiberale Werteorientierungen ruinieren demokratische Grundsätze. Kriegsbegeisterung\, Hass und Identitäres feiern Urständ. Subjektivistische Wertehaltungen erzeugen Kriegsgefahr. Gleichzeitig entwickeln sich aber auch neue\, positive Werteeinstellungen in Bereichen wie Ökonomie\, Ökologie\, Politik und Menschenrechte.\nAll unser rasend wachsendes Wissen\, alle erfolgreich wachsenden Wissenschaften können keine Antworten darauf geben\, wie unsere Zukunft aussehen wird. Es gibt keinen Wertekompass zur Zukunft. Über je mehr Wissen wir verfügen\, desto wichtiger werden Werte\, um in dieser Überfülle Fakten zu finden und Entscheidungen zu treffen. Die Wertegesellschaft ist von größerer Mächtigkeit als die Wissensgesellschaft.\nWerte lassen sich als Ordner der Selbstorganisation individuellen und sozialen menschlichen Handelns beschreiben. Das erlaubt es\, die Geschichte aller bisherigen Gesellschaften als Geschichte von Werteauseinandersetzungen zwischen Klassen\, Völkern\, Nationen und ihren Traditionen\, Kulturen\, Weltanschauungen oder Religionen zu begreifen. Damit lassen sich Wege gezielter Werteentwicklung in Gesellschaft und Wirtschaft auf der Ebene von Individuen wie auf der von Teams\, Unternehmen und Netzwerken beschreiben. Es werden Möglichkeiten der Werteentwicklung in Arbeitsprozessen in Unternehmen und Organisationen\, im Coaching und Mentoring\, in spezifischen Trainings wie durch Bildung und Weiterbildung erfasst.\nDass wir in einer Wertegesellschaft leben hat zumindest drei Konsequenzen:\n(1) Informationen\, Erkenntnisse sind wahr oder falsch: Werte sind niemals wahr oder falsch. Sie sind Handlungen und Situationen angemessen – oder auch nicht. Das lässt sich erst nach deren Wirksamwerden entscheiden.  Wer behauptet\, über wahre Werte zu verfügen\, will sie durchsetzen\, oder betrügen.\n(2) Grundwerte sind inkommensurabel\, untereinander nicht zu vergleichen\, etwa ethische und politische Werte.\n(3) Die Verinnerlichung\, die Interiorisation von Werten\, ihre Umwandlung in eigene Emotionen und Motivationen wird zum Zentrum jeder gezielten Werteentwicklung\, jedes Wertetrainings\, ohne sie sind Werte wertlos. \nJohn Erpenbeck ist Mitglied der Leibniz Sozietät seit ihrer Begründung – sicher nicht das aktivste Mitglied\, aber ebenso sicher eines der vom Sinn und der Mission der Sozietät am überzeugtesten.\nErpenbeck lehrt Wissens- und Kompetenzmanagement an der Steinbeis Universität Berlin/Herrenberg. Er studierte Physik mit der Spezialisierung Biophysik und arbeitete zunächst als Experimentalphysiker am Institut für Biophysik der Akademie der Wissenschaften der DDR. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Ministerium für Wissenschaft und Technik im Bereich Kernforschung/ Kosmosforschung. Fast zwei Jahrzehnte war er anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR im Bereich von Prof. Herbert Hörz\, befasst mit den Schwerpunkten philosophische\, historische und wissenschaftstheoretische Probleme der Psychologie kognitiver\, emotional-motivationaler und volitiver Prozesse.\n1978 wurde er Dr. sc. phil. 1984 wurde er zum Professor ernannt. Ab 1991 war er an der Förderungsgesellschaft wissenschaftlicher Neuvorhaben mbH der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie tätig. 1993 bis 1994 ging er als Research Professor an das Center for Philosophy of Science in Pittsburgh\, danach war er Professor an der Universität Potsdam im Bereich von Prof. Hans-Peter Krüger.\nVon 1998 bis 2007 war er im Projekt Lernkultur Kompetenzentwicklung (ABWF/QUEM) wissenschaftlich und leitend aktiv. Seit 2007 hat er den Lehrstuhl Wissens- und Kompetenzmanagement an der SIBE im Verbund der Steinbeis-Hochschule Berlin inne.\nGemeinsam mit Prof. Dr. Volker Heyse hat er die Kompetenzerfassungs-Systeme KODE® und KODE®X entwickelt\, zusammen mit Roman Sauter sowie Prof. Dr. Werner Sauter die Werteerfassungs-Systeme KODE®W sowie ValCom®. Zusammen mit letzterem\, ebenfalls Mitglied unserer Sozietät\, hat er seit 2018 zu den Themen Wertungen\, Werte\, Wertemessung\, Werteentwicklung\, Wertetraining 6 Bücher verfasst und auch diesen Vortrag abgestimmt. \n 
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SUMMARY:September Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Michael Krautblatter (MLS) \nOrt: Mohrenstraße 40/41\, Raum 415 \nAlpine Naturgefahren im Klimawandel und Perspektiven der Vorhersage \nAbstract: \nAlpine Naturgefahren haben schon heute eine erhebliche ökonomische und sicherheitstechnische Bedeutung im Alpenraum. Verschiedene Prozesse die zu Alpinen Naturgefahren führen\, nehmen in den letzten Jahrzehnten an Intensität und Häufigkeit deutlich zu. Dies ist insbesondere auf häufigere Starkniederschlagsereignisse und die Veränderung hochalpiner Geosysteme durch Gletscher- und Permafroständerungen zurückzuführen. Im Vortrag werden die Veränderungen der Gletscher- und Permafrostsysteme (am Beispiel von Zugspitze und Ötztal) sowie von Steinschlägen\, Murgängen und Felsstürzen beleuchtet. Anhand einer viertausendjährigen Murgangchronologie am Plansee (Österreich) wird gezeigt\, dass in den letzten einhundert Jahren die Häufigkeit von Murgängen um ein Mehrfaches zugenommen hat. Mit Hilfe von Fels-Eis-mechanischen Modellen\, die auf Temperaturen reagieren\, werden Versuche unternommen\, zukünftige Entwicklungen von Felsstabilitäten zu modellieren. Im Projekt AlpSenseRely werden Vorhersagetechniken entwickelt\, um alpine Naturgefahren besser vorhersehen zu können. Ein prominentes Objekt dabei ist der Hochvogel in den Allgäuer Alpen\, an dem umfangreiche Mess- und Sendetechnik für den Alpenraum erprobt wird. \nVita: \nMichael Krautblatter bekleidet die Professur für Analyse\, Monitoring und Frühwarnung von Hangbewegungen an der TU München. Er studierte Geographie und Geologie an den Universitäten Passau\, Erlangen und Durham (UK). Anschließend forschte er an den Universitäten Erlangen\, Oxford (UK) und Bonn und promovierte 2009 in Bonn mit Auszeichnung über Permafrost in alpinen Felswänden und deren Destabilisierung. Als Dozent in der Geomorphologie- und Umweltforschungsgruppe in Bonn baute er die „PermaSlope“ Doktoranden-Gruppe auf und etablierte ein Gefrierlabor. Michael Krautblatter untersucht seit 2004 Naturgefahren\, Hangbewegungen und Permafrost­systeme. Zentrale Themen sind die nicht-invasive Quantifizierung und das Monitoring von Permafrost in instabilen Fels- und Lockergesteinshängen\, die Quantifizierung von Magnitude\, Frequenz und Interkonnektivität von Hangbewegungen sowie die Vorhersage von Hangbewegungen basierend auf Schwellenwerten\, mechanischen Modellen und Systemverständnis. Theorie-\, Feld-\, Labor- und Modell-basierte Forschungen werden gegenwärtig in internationalen Projekten in den Alpen und der Arktis durchgeführt. Die Hangbewegungsgruppe der TU München\, in die Michael Krautblatter stark involviert ist\, erforscht kurz-\, mittel- und langfristige Vorhersagemöglichkeiten für alpine Hangbewegungen.
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SUMMARY:September-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Christa Luft (MLS) \n„Grund und Boden – keine Ware wie jede andere. Vorschläge für eine soziale Bodenordnung“ \nDer Boden ist keine Ware wie jede andere\, kein normales Konsumgut. Er ist begrenzt verfügbar\, nicht beliebig reproduzier- oder vermehrbar. Wie Luft und Wasser ist er ein Grundlebensmittel und damit unentbehrlich für jeden Menschen. Die Crux: Seine Verfügbarkeit ist begrenzt\, das Privateigentum daran aber nicht. Angesichts der zerstörerischen gesellschaftlichen Wirkungen ist das ein nach Auflösung drängender Widerspruch. Dass der Boden privat sein muss\, ist nicht naturgegeben\, es ist in Gesetzen niedergeschrieben\, und die sind von Menschen gemacht und können geändert werden. Für eine neue\, eine gemeinwohlorientierte Bodenordnung werden Vorschläge unterbreitet. \n Christa Luft ist Diplomökonomin. Sie lehrte an der Berliner Hochschule für Ökonomie und war dort zuletzt Rektorin. Einige Jahre arbeitete sie in Moskau an einem Internationalen Ökonomischen Forschungsinstitut.  Im Wendeherbst 1989 wurde sie in die Regierung Modrow berufen und mit dem Bereich Wirtschaft betraut. Nach Abwicklung der HfÖ anno 1991 wirkte sie als  Dozentin in Weiterbildungsinstituten und als freischaffende Publizistin. Von 1994 bis 2002 gehörte sie als direkt gewählte Abgeordnete dem Deutschen Bundestag und dessen Wirtschaftsausschuss an. Sie ist Mitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung\, der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften  und des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät.
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SUMMARY:Leibniz-Tag 2022
DESCRIPTION:10.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Archenhold-Sternwarte\, Einstein-Saal\, Alt-Treptow 1\, 12435 Berlin
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SUMMARY:Juni-Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften führt ihre öffentliche\, wissenschaftliche Juni-Sitzung am 9. Juni 2022 in der Zeit von 10:00 bis 12.00 Uhr im Historischen Ratssaal des Rathauses Friedrichshagen mit folgender Tagesordnung durch: \nZu Beginn der Klassensitzung Buchvorstellung durch Ekkehard Höxtermann (MLS):\n„Das Buch der Natur“ – Erinnerungen an Walter Kirsche (1920 bis 2008) \nKurze Präsentation eines neu erschienenen Supplementbandes der Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \n\nAnschließend hält \nMichael Kaasch (MLS) einen Vortrag über: \nZur Anatomiegeschichte und Neuronentheorie im Lebenswerk des Berliner Anatomen Walter Kirsche (1920–2008) \nAbstract: \nIm Jahr 2020 wurde der 100. Geburtstag von Walter Kirsche (1920–2008) – Professor für Anatomie an der Humboldt-Universität zu Berlin\, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina sowie bekannter Naturschützer in der DDR – begangen. Der Vortrag untersucht die Bedeutung der Anatomie- und Biologiegeschichte für sein Wirken als Forscher und Hochschullehrer. Hierbei bildet der Einsatz von Kirsche für die Neuronentheorie des spanischen Nobelpreisträgers Santiago Ramón y Cajal (1852–1934) in der Auseinandersetzung mit alternativen Konzepten im Fachdiskurs der deutschsprachigen Anatomie der 1950er und 1960er Jahre einen besonderen Schwerpunkt. Die Analyse behandelt an einer seinerzeit wirkungsmächtigen\, mittlerweile aber vergessenen wissenschaftlichen Kontroverse Fragen der Produktion und Durchsetzung von neuem Wissen im Forschungsprozess\, versucht Schwierigkeiten beim Umgang mit wissenschaftlichen Aussagen im historischen Kontext herauszuarbeiten und stellt ein zeittypisches Forschernetzwerk um Kirsche und die von ihm geleitete Zeitschrift für mikroskopisch-anatomische Forschung vor. Für das vielfältige Wirken Walter Kirsches zeigt sich im Spiegel innerwissenschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse die fortdauernde Anschlussfähigkeit seiner vielfältigen Bemühungen zu aktuellen Diskussionen über Formen und Resultate forscherischer Wissensproduktion. \nVita: \nDr. Michael Kaasch ist Biologe\, Biologiehistoriker und wissenschaftlicher Redakteur der Schriften der Deutschen Akademie der Naturforscher – Nationale Akademie der Wissenschaften. Schwerpunkt seiner Forschungen sind die Biologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts\, die wissenschaftliche Biographik und die Historie Gelehrter Gesellschaften und wissenschaftlicher Akademien. \nVon 1981 bis 1986 studierte er Biologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Er schloss sein Studium als Diplom-Biologe (Spezialisierung Genetik) ab. 1989 promovierte er zum Dr. rer. nat. an der MLU mit einem Thema zur DNA-Polymerase III von Escherichia coli. 1989 war er Mitbegründer des Unabhängigen Institutes für Umweltfragen (UfU Halle/Berlin). Von 1992 bis 1996 war er Mitglied des Vorstands\, 1993 amtierender Vorstandsvorsitzender dieses Institutes. Seit 1989 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter (Redakteur) an der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina Halle (Saale). Hier trägt er die Verantwortung für verschiedene Publikationen: Nova Acta Leopoldina (Fachgebiete Biowissenschaften\, Medizin usw.)\, Jahrbuch\, Acta Historica Leopoldina. Seit 2020 ist Michael Kasch Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. \n\nAm Ende der Klassensitzung findet die \nNeuwahl des Sekretars der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät \nstatt. Hieran nehmen nur die anwesenden Mitglieder der Klasse teil.
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SUMMARY:Juni-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Beachten Sie bitte die veränderte Anfangszeit: 9:30 Uhr \nZoom-Konferenz: Zugangsdaten s.u. \nAndreas F. Kelletat (Mainz / Germersheim) \nWem gehört der übersetzte Text? Überlegungen zu einem historisch-sammelbiographischen Forschungs- und Editionsprojekt \nModeration Kerstin Störl \nDie Literaturen der Welt kennen wir alle fast ausschließlich aus Übersetzungen. Denn wer schon dürfte von sich behaupten\, alles oder zumindest vieles im jeweiligen Urtext lesen zu können? Das gut 3000 Jahre alte Gilgamesch-Epos oder die Hexameter-Gesänge Homers\, Dantes Divina Comedia\, die Romane von Cervantes\, Sterne\, Flaubert\, Dostojewski\, Sienkiewicz\, Hamsun\, Mahfus\, Saramago oder Orhan Pamuk? Wem verdanken wir die Kenntnis dieser Texte? Zuallererst den Übersetzern. Und was wissen wir von ihnen? In seltenen Fällen merken wir uns die Namen\, ausgenommen die von Dichter-Übersetzern wie Voß\, A. W. Schlegel\, Rilke oder Celan. Unsere Wissenslücken im Bereich der Literatur- und Kulturgeschichte des Übersetzens soll das digitale und online frei zugängliche Germersheimer Übersetzerlexikon (www.uelex.de) schließen\, in dem seit 2015 umfangreiche „Übersetzerporträts“ veröffentlicht werden. Im Vortrag geht es um Konzeption und Perspektiven dieses translationshistorischen Projekts. \nAndreas F. Kelletat\, geb. 1954 in Hamburg\, ab 1977 Studium in Köln (Germanistik\, Osteuropäische Geschichte\, Skandinavistik mit Fennistik)\, Dissertation (1983) über J.G. Herder als Übersetzer. 1984–1993 Lehrtätigkeit an der Universität Vaasa (Finnland)\, von 1993–2020 Leiter des Arbeitsbereichs Interkulturelle Germanistik am Fachbereich Translations-\, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz/Germersheim. Betreuung von gut 1000 Diplom- und MA-Abschlussarbeiten sowie ca. 25 kultur-\, literatur- und translationswissenschaftlichen Dissertationen. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Übersetzens (1700–heute)\, Übersetzerforschung\, Exilliteratur (1933–1950)\, deutsch-nordosteuropäische Kulturbeziehungen\, Interpretation zeitgenössischer Lyrik. Seit 2008 auch mehrere Veröffentlichungen fußnotenfreier Texte (Erzählungen\, Romane). Ehrendoktor der Universitäten Riga (2000)\, Kaunas (2010) und Wolgograd (2019). (Internetseite: www.andreas-f-kelletat.de). \n\n\n\nÜber diesen Link können Sie direkt dem Zoom-Meeting beitreten\nhttps://univienna.zoom.us/j/2844516344?pwd=c29palJIU1h1d1ZaQ1pURS8vQUs1dz09\n\nSie können auch über den Zoom-Client teilnehmen\, wenn Sie folgende Daten verwenden\nMeeting-ID: 284 451 6344\nKenncode: 7GG10U \nSie können auch per Telefon an der Sitzung teilnehmen. Einwahl nach aktuellem Standort \nKenncode: 051512\nMeeting-ID: 284 451 6344 \nBei Fragen wenden Sie sich bitte an den ZID-Servicedesk unter:https://servicedesk.univie.ac.at/plugins/servlet/desk/category/stufole
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SUMMARY:Kolloquium Arbeitskreis Energie\, Mensch und Zivilisation
DESCRIPTION:„Die Energiewende 2.0: Im Fokus die Infrastruktur“\nOrganisation: Ernst-Peter Jeremias & Norbert Mertzsch (MLS). Arbeitskreis Energie\, Mensch und Zivilisation\nLeibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. und Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler e. V. (vbiw) \n10.00 bis 16.15 Uhr\nOrt: Archenholdsternwarte\, kleiner Saal\, Alt-Treptow 1\, 12435 Berlin\n\nDas ausführliche Gesamtprogramm der Tagung finden Sie hier.\nAnliegen von Kolloquium und Expertendiskurs \nIn der Jahrtausende währenden Entwicklung der Menschheit konnte der Mensch seit dem Beginn des Gebrauchs des Feuers bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts im Wesentlichen nur auf Einkommensenergien zurückgreifen. Dabei spielte der nachwachsende Rohstoff Holz neben der Wasserkraft und der Windkraft die dominierende Rolle. Erst danach dominierte die Verwendung von Vermögensenergien\, wie Kohle und Erdöl. Der sich dadurch ergebende Anstieg der Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre mit gravierenden Einflüssen auf das Klimasystem der Erde erzwingt nun wieder die Rückkehr zur vorrangigen Nutzung von Einkommensenergien. Diese Rückbesinnung auf die vorrangige Nutzung von Einkommensenergien wird in Deutschland mit dem Begriff Energiewende umschrieben. \nDabei schrieb Werner Siemens bereits 1879 “Es gehört sogar kein allzu kühner Flug der Phantasie dazu\, um sich eine Zukunft auszumalen\, in der die Menschheit die lebendige Kraft\, welche die Sonnenstrahlen der Erde in ungemessenem Betrag zuführen\, und die sich aus zum Theil im Wind- und in den Wasserfällen zur direkten Benutzung zur Verfügung stellt\, mit Hülfe des elektrischen Stromes zur Herstellung alles nöthigen Brennstoffs verwendet und die für ihre Kindheit von der Natur vorsichtig aufgestapelten Kohlenlager ohne Nachteil zu entbehren lernt!” [1]. \nAusgehend von der 5. Jahrestagung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. im Jahre 2012 zum Thema “Energiewende – Produktivkraftentwicklung und Gesellschaftsvertrag”\, der bereits verschiedene Veranstaltungen und Diskussionen vorausgingen\, wurden in den letzten Jahren verschiedene Aspekte der Energiewende systematisch betrachtet. Dafür stehen u.a.: \n\nKolloquium zu Aspekten der Energiewende in Deutschland: Erneuerbare Energieträger – Eigenschaftsprofile\, Probleme und realistische Perspektiven ihrer Nutzung unter den Bedingungen Deutschlands am 11. Oktober 2012\nKolloquium zum Thema „Energiespeichertechnologien: Notwendigkeiten\, Problemspektren\, wissenschaftlich-technische Entwicklungen und Perspektiven“ am Dezember 2013\nKolloquium zum Thema: “Energiewende 2.0 – Die ambivalente „Wärme“ im Fokus der Wissenschaft und Wirtschaft\, der Technik und Technologie” am Mai 2017\nÖffentliche Disputation zum Thema: „Die Energiewende 2.0: Essentielle wissenschaftlich-technische\, soziale und politische Herausforderungen“ am 12. April 2018\nÖffentliche Disputation zum Thema: „Die Energiewende 2.0 – Im Fokus: Die kardinale Effektivität und Effizienz“ am 06. Dezember 2018.\nKolloquium und Disputation zum Thema: “Die Energiewende 2.0: Im Fokus die Mobilität” am 07.05.2021\nMit dem Kolloquium zum Thema: “Die Energiewende 2.0: Im Fokus die Infrastruktur” wird erneut eine wichtige Komponente der Energiewende beleuchtet.\n\nZiel der vorgesehenen Veranstaltung ist es\, die Probleme der für eine erfolgreiche Energiewende notwendigen Infrastruktur zu diskutieren. Das betrifft insbesondere die notwendigen Netze für die Verteilung von Elektroenergie\, Gase und Wärmeenergie\, aber auch die zugehörigen Speicher\, da Einkommensenergien meistens nicht synchron zum Verbrauch erzeugt werden können. \nSchwerpunkte der Vorträge sind: \n\nDie zukünftige Energiebedarfs- und Deckungsstruktur Deutschlands im internationalen Verbund als Basis der komplexen gesellschaftliche Daseinsvorsorge\nEnergieinfrastruktur als Daseinsvorsorge – globale Probleme\, lokale Lösungen\nStrom-\, Wasserstoff- und Wärmenetz der Zukunft\nStromnetze als zentrale Energieinfrastruktur\nEntwicklungstendenzen bei der Wärmeversorgung mit Wärmenetzen\nSpeicher in der Energieinfrastruktur.\n\nEs ist vorgesehen die Vorträge und die Ergebnisse des Expertendiskurs in einem “Sitzungsbericht der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften” oder in Leibniz Online zu publizieren. \nDas Symposium wird vom Senat der Stadt Berlin finanziell gefördert. \n[1]      Witzlau\, Reinhard (2016):Werner von Siemens Ideen & Ansichten. Gransee. Edition Schwarzdruck \n\n \nProgramm\n„Die Energiewende 2.0: Im Fokus die Infrastruktur“ \n10:00 Uhr – 10:10 Uhr  \nEröffnung und Begrüßung\nProf. Dr. Lutz-Günther Fleischer Vizepräsident der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \n10:10 Uhr – 13:00 Uhr\nModeration\nProf. Dr. Wolfgang Methling (MLS) \nEinführung:\nDie Energiewende 2.0: Herausfordernde holistische Entwicklungen\, essentielle Funktionen und sie organisierende komplexe Strukturen im kritischen Fokus.\nProf. Dr. Lutz-Günther Fleischer (MLS) \nVorträge  \nDie zukünftige Energiebedarfs- und Deckungsstruktur Deutschlands im internationalen Verbund als Basis der komplexen gesellschaftliche Daseinsvorsorge (keynote speech)\nReferent:         Prof. Dr. Frank Behrendt (acatech Mitglied)\nSprecher des Innovationszentrum Energie (IZE) der TU Berlin \nEnergieinfrastruktur als Daseinsvorsorge – globale Probleme\, lokale Lösungen\nReferent:         Dipl.-Ing. Thoralf Uebach\nGeschäftsführer Stadtwerke Neuruppin und stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Berlin/Brandenburg des VKU \nStrom-\, Wasserstoff- und Wärmenetz der Zukunft\nReferentin:      Dr. Barbara Saerbeck\nProjektleiterin Grundsatzfragen\, Agora Energiewende \nDiskussion \n13.00 Uhr – 14.00 Uhr Mittagspause  \n14.00 Uhr – 16.00 Uhr  \nVorträge\nModeration\nProf. Dr. Wolfgang Methling (MLS) \nSmart Grid als Grundlage der Energiewende: Leitansätze für Europa\nReferent:         Prof.  Dr.-Ing. Kai Strunz\nLeiter des Fachgebietes Energieversorgungsnetze und Integration Erneuerbarer Energien\, TU Berlin \nEntwicklungstendenzen bei der Wärmeversorgung mit Wärmenetzen\nReferenten:      Dipl.-Ing. Kerstin Becker\, Dr.-Ing. Ernst-Peter Jeremias (MLS) \nSpeicher in der Energieinfrastruktur\nReferent:         Dr. Norbert Mertzsch (MLS) \nDiskussion \n16:00 – 16:15 Uhr\nSchlusswort\nDr. Norbert Mertzsch (MLS\, VBIW) \nDas ausführliche Gesamtprogramm der Tagung finden Sie hier.
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DESCRIPTION:Die Plenumsveranstaltung der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin findet am 12. Mai\, 13:30 Uhr im Historischen Ratssaal des Rathauses Friedrichshagen zu folgendem Thema statt: \nEin Dokument der Astronomie und der Kulturgeschichte.\nDie astronomische Uhr der Nikolaikirche Stralsund von 1394 \nReferent:  \n Jürgen Hamel (MLS) \n Abstract: \nDie astronomische Monumentaluhr in der Nikolaikirche Stralsund\, entworfen von Nikolaus Lilienfeld\, wurde am 6. Dezember 1394 geweiht. Sie zeugt nicht nur von genauer Kenntnis der Astronomie der Zeit\, sondern auch vom Umgang mit astronomischen Instrumenten. Die Uhr ist mit der Gestaltung des Zifferblattes mit künstlerisch meisterlichen Darstellungen bedeutender Gelehrter der Zeit sowie einer präzisen Wiedergabe der Himmelskreise und von Merksätzen aus Philosophie und Himmelskunde ein einzigartiges Werk der Astronomie und der Kulturgeschichte. \nCV: \nDr. phil. Jürgen Hamel studierte Philosophie und Geschichte in Leipzig und promovierte mit einer Arbeit zur Geschichte der Astrophysik. Viele Jahre war er tätig an der Archenhold-Sternwarte bei Prof. Dieter B. Herrmann. Seine Schwerpunkte sind die Geschichte der Astronomie im späten Mittelalter\, der Renaissance\, um 1800\, die Geschichte astronomischer Beobachtungsinstrumente und die Verbindungen zwischen Astronomie und Kulturgeschichte. Hamel war Mitherausgeber der gesammelten Werke von Copernicus und Kepler an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und arbeitete an zahlreichen Museen an der Konzipierung von Ausstellungen. \nIn neuerer Zeit wandte sich Hamel der Geschichte Pommerns im 13. bis 16. Jahrhundert zu. Er ist Mitherausgeber der Schriftenreihe „Acta Historica Astronomiae“ sowie Chefredakteur der Zeitschrift „Astronomie+Raumfahrt im Unterricht“ und der „Baltischen Studien“\, wissenschaftliches Jahrbuch für Geschichte Pommerns. \n 
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SUMMARY:Geschäftssitzung (nichtöffentliche Veranstaltung)
DESCRIPTION:Geschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin  \nAm 12. Mai 2022 findet in Übereinstimmung mit § 10 des Statuts eine Geschäftssitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin statt. \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 86\, 12587 Berlin\, Historischer Ratssaal \nBeginn: 13.00 Uhr \nEinziger Tagesordnungspunkt ist die Beschlussfassung über die neue Satzung der Leibniz-Sozietät. \n  \nProf. Dr. Gerda Haßler
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SUMMARY:Mai-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Teresa Valiente Catter (MLS) \nImaynataq yachachkanchik. Imaynataq yachachichkaniku. Lernen und Lehre in indigenen Quechua-Gemeinschaften Perus“ \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 86\, 12587 Berlin\, Historischer Ratssaal \nModeration: Kerstin Störl \nAbstract \nDie UNESCO hat das Jahrzehnt 2022-2032 zur Dekade der indigenen Sprachen erklärt. Seit ca. 45 Jahren wird mit indigenen Bevölkerungsgruppen in lateinamerikanischen Ländern die interkulturelle zweisprachige Erziehung\, IZE\, durchgeführt. Am Beispiel von Peru wird ein Prozess beleuchtet\, dessen Wurzeln im 16. Jahrhundert. liegen. Zur Durchsetzung der Hispanisierung und der Christianisierung sollten damals im Rahmen der Kolonialpolitik die lokalen Sprachen verdrängt bzw. die kulturellen Gewohnheiten umgestellt werden. Im 21. Jahrhundert befürwortet die Sprachenpolitik die systematische Verwendung sowohl der indigenen Muttersprache als auch des Spanischen im Lehr- und Lernprozess durch die IZE. Die Anwendung dieser Methode soll zur Beseitigung des Analphabetismus\, zur Förderung der Zweisprachigkeit\, zur Entwicklung der indigenen Sprachen\, zur Erhaltung der kulturellen Identität und zum Ausbau des interkulturellen Verständnisses beitragen. Faktisch ist allerdings ein allgemeiner Rückgang der indigenen Sprachen zu Gunsten der spanischen Sprache festzustellen. Hat die IZE versagt? Welche Sichtweisen sind unberücksichtigt geblieben? Welche Perspektiven hat die IZE? Das sind Kernfragen in der aktuellen Diskussion\, nicht nur für Peru\, sondern für alle modernen multikulturellen Gesellschaften im globalen Kontext. \n  \nCV   \n Dr. Teresa Valiente Catter. Promotion an der Freien Universität Berlin im Fach Anthropologie mit Schwerpunkt Andine Ethnologie (Altamerikanistik). Bildungsberaterin in Projekten der internationalen Zusammenarbeit (GTZ/GIZ und EU) im Bildungsbereich im Zusammenhang mit zweisprachigen interkulturellen Erziehungsprojekten. Lehrbeauftragte im Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin mit Schwerpunkt indigene Sprachen und Kulturen und an der FH-Bielefeld mit Schwerpunkt Bildung im interkulturellen Vergleich. Forschungsschwerpunkt: indigene Kindheit im Bildungsbereich\, andine Ethnographie\, Interkulturalität\, indigene Sprachen. Leiterin der Quechua-Forschungsgruppe „Rimasqa Rimana“ an der Freien Universität Berlin und seit 2021 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \nPublikationen (Auswahl) \nIn Edition 2022: \nFriedrich der Große\, Estéban Quispe Chambi und das Wunder der Kartoffelknolle. In: Berührungen zwischen Lateinamerika und Deutschland – ein interdisziplinärer Streifzug. Herausgegeben von Kerstin Störl und Sandra Wolf. Peter Lang Verlag. \nIn Edition 2022: \nOf monsters\, barbarians and hapiyñuñu in Peru – Early colonial period. Anthropological perspective of concepts. In: Embodiment and Representation. Papers of the Workshop of International Networking „Embodiment and Representation“\, University of Vienna / Leibniz Society of Sciences Berlin. Herausgegeben von Kerstin Störl. Peter Lang Verlag \n2021: Poder y niñez andina en la perspectiva de fuentes coloniales entre 1540 y 1620. (Power and Andean childhood in the sight of colonial sources between 1540 and 1620). In: García Palacios\, Mariana und Teresa Valiente Catter (Koordinierung): Imágenes\, voces y prácticas de la niñez en América Latina: perspectivas antropológicas sobre procesos y experiencias del pasado y del presente. Indiana 38.1: 19 – 50. Berlin: Iberoamerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz. \n2019: Kinder in der Migration. Nach Berlin bin ich nur zu Besuch gekommen …. Und bin hier geblieben. In: Anna Waramkoska & Mehmet Öztürk (Hrsg.) Man hat Arbeitskräfte gerufen\, … es kamen Schriftsteller. Band 2: Geschichte und Geschichten: S. 221 – 232. Berlin: Peter Lang Verlag. \n2019: Comunicación\, rivalidad y reciprocidad en la región andina. El kasarasiri en la zona del lago Titicaca en el Perú. En: Teresa Valiente Catter\, Kerstin Störl & Eva Gugenberger (eds.): La reciprocidad entre lengua y cultura en las sociedades andinas. Berlin: Peter Lang Verlag. \n2019: Experiencia(s) extrema(s) andina(s). Rumita\, yakuta\, allpata ima qachachiyaspam purin. ¡Lliwta!. Indiana 36.1. Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz. \n2016: Tinkuy. Encuentro de contrarios o diferentes. Una mirada en las fuentes. En: Teresa Valiente Catter & Cristina Villari (organizadoras) Dossier: Culturas y lenguas en contacto: Dinámicas culturales y lealtad lingüística entre quechua y castellano en la región andina.  Indiana 33.1:  199-222. Iberoamerikanisches Institut. Preußischer Kulturbesitz.  Berlin: Gebr. Mann Verlag. \n2016: (mit Michael Dürr): Bilingual Intercultural Education in the Andes. In: Sustaining Indigenous Knowledge: Learning Tools and Community Initiatives for Preserving Endangered Languages and Local Cultural Heritage\, edited by Erich Kasten and Tjeerd de Graaf 2013: 249-258. Fürstenberg/Havel: Kulturstiftung Sibirien. 2013. \n2015: (mit Wolfgang Küper): „Das Bildungssystem Ecuadors unter besonderer Berücksichtigung der Interkulturellen Zweisprachigen Erziehung“. In: Verónica Oelsner\, Claudia Richter (Editoras): Bildung in Lateinamerika. Strukturen\, Entwicklungen\, Herausforderungen. Editorial Wachsmann\, 2015: 119-142. Münster – New York. \n2013: Representación y liderazgo: apreciación antropológica de dos procesos de consulta popular. En: Sabine Speiser (editora) (2013): Representatividad y legitimidad de organizaciones y representantes indígenas. Un debate abierto: pp.90-113. Cooperación Alemana\, BMZ; Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit\, GIZ. Quito\, Ecuador. \n2012: Intercultural bilingual education in Nicaragua: Use of languages\, a model for contextualisation and improving the quality of educacion. UNESCO-International Review of Education. Vol. 57\, Issue 5 (2012); page 721-735. 2013. \nhttp://www.springerlink.com/content/0187028864726330/fulltext.pdf \n2008: (Mitautorin) Die Welt in unserer Schule. Globales Lernen im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung  in der Ganztagsschule. Handout zur Fachtagung  am 24. September 2008 in Berlin. Aus der Praxis für die Praxis. ASET e.V. In Kooperation mit DED-Schulprogramm Berlin\, EPIZ Berlin\,  Servicestelle BnE – Programmwerkstatt und Serviceagentur Ganztägig Lernen. Berlin. \n2005 (mit Utta von Gleich): Interkulturelle Zweisprachige Erziehung im vielsprachigen und plurikulturellen Ecuador. In: Ecuador. Welt der Vielfalt\, 2005: 137-156. Edition Länderseminare. Horlemann Verlag. Bad Honnef. \n2001 (Herausgeberin\, mit Wolfgang Küper) Adult Education in Afrika und Latin America. Intercultural Experiences in a Multicultural Encounter. Lima. \n  \n 
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SUMMARY:Mai-Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Mai-Sitzung der Klasse NWTW der Leibniz-Sozietät \n12. Mai 2022 – 9.30 bis 11.30 Uhr \nDie Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche Mai-Sitzung am 12. Mai 2022 in der Zeit von 9.30 bis 11.30 Uhr als ZOOM-Meeting durch zum Thema: \nHantaviruses: a story of (not only) mice and men\nZoom-Daten: \nhttps://tu-darmstadt.zoom.us/j/61394646405?pwd=d0kzWWk2b3JyMHV6TWZPN25TOFUxdz09 \nMeeting-ID: 613 9464 6405 \nBitte beachten Sie die veränderte Anfangszeit. \nVortragender: Dr. Boris Klempa (MLS) \nAbstract: \nHantaviruses are emerging zoonotic viruses. Their reservoir hosts are small mammals\, particularly rodents. Virus transmission to humans occurs via inhalation of aerosolized rodent urine\, saliva\, and feces. Hantaviruses cause two human diseases\, “Hemorrhagic Fever with Renal Syndrome” (HFRS) in Asia and Europe and “Hantavirus Cardiopulmonary Syndrome” (HCPS) in the Americas with case fatality rates of up to 35–50%. \nNumerous new hantavirus discoveries occurred during the last 15 years. Consequently\, the dogmatic view on hantaviruses as rodent-borne viruses had to be re-considered because most of the newfound hantaviruses were found in non-rodent hosts such as shrews\, moles\, and even bats. \nSignificant epidemiological findings were obtained also in Europe. Sochi virus has been recently identified as a new genotype of the Dobrava-Belgrade hantavirus species (DOBV) which causes life-threatening HFRS cases in the Black Sea coast area of the European part of Russia. DOBV is the most virulent hantavirus in Europe which is hosted by several species of the genus Apodemus. Phylogenetic analyses and in vitro experiments showed that genetic reassortment of the genomic segments\, well known for influenza for viruses\, most likely occurred during DOBV evolution. \nAlthough several important chapters have been added during the last decades\, it is obvious that the story of hantaviruses is not over. Hantaviruses remain to be a serious health threat for humans\, leading to fatal diseases. \nVita: \nBoris Klempa\, DSc. (1976) is an internationally recognized expert in the field of molecular evolution and ecology of zoonotic viruses transmitted to humans from small mammals and ticks. He is currently affiliated as a principal investigator and head of Department of Virus Ecology at the Institute of Virology\, Biomedical Research Center of the Slovak Academy of Sciences in Bratislava. \nHe studied biology at the Comenius University in Bratislava. He then obtained his PhD at the Humboldt University in Berlin in 2004 where he worked at the Charité Universitätsmedizin under the supervision of Prof. Dr. Detlev H. Krüger. \nHis particular interests are molecular evolution and epidemiology of hantaviruses\, important human pathogens causing hemorrhagic fever with renal syndrome. He started this research during his time at the Institute of Virology\, Charité Universitätsmedizin where he altogether spent 18 years. He was involved in discoveries of the first hantaviruses from Africa and is recognized for his pioneering work in the field of identification of new hantaviruses in non-conventional hosts such as shrews\, moles\, or bats. He also significantly contributed to molecular epidemiologic characterization of hantaviruses in Central Europe and Russia.
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SUMMARY:AK Gesellschaftsanalyse
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse“ lädt nach langer Unterbrechung zu seiner nächsten Sitzung als Präsenzveranstaltung ein. \nZeit: Freitag\, 6. Mai 2022\, 14.00 – 16.30 \nOrt: Rathaus Tiergarten (Matthilde-Jacob-Platz 1\, 10531 Berlin – Nähe U-Bahnhof Turmstraße)\, Balkonsaal (1. Etage) \nGesellschaftsanalyse im Allgemeinen und speziell zu Transformation oder sozialem Wandel ist von den aktuellen Konflikten und dem Krieg in der Ukraine betroffen und herausgefordert. Das gilt auch für den Arbeitskreis. Zugleich zeigt sich auch mit den grundlegend veränderten ökonomischen und politischen Konstellationen wie gleichfalls zugespitzte Herausforderungen gesellschaftlicher\, globaler Entwicklung\, dass schon lange drängende Fragen der zukunftsfähigen menschlichen Existenzweise ihre Relevanz über diesen Krieg hinaus behalten. Wie ist ein friedliches\, ein nachhaltiges Leben auf diesem Planeten möglich? \nDas ist eine sehr allgemeine Formulierung für Fragen sehr unterschiedlicher und breit gefächerter Zukunftsdebatten unter Leitbegriffen wie Transformation\, Postwachstum\, Degrowth oder auch Postkapitalismus\, Neosozialismus etc.. \nFrank Adler (MLS) hat mit seinem kürzlich erschienenen Buch \n„Wachstumskritik\, Postwachstum\, Degrowth. Wegweiser aus der (kapitalistischen) Zivilisationskrise“ \neinen umfassenden Überblick über die vielfältigen Strömungen\, über die unterschiedlichen Diskurse und Szenen vorgenommen. Er wird das Buch entlang u. a. folgender Fragen vorstellen: Was ist die zentrale Idee von Postwachstum/Degrowth und seine Spezifik gegenüber anderen Ansätzen einer sozialökologischen Transformation? Welche Antworten auf die Risiken der kapitalistischen Spätmoderne\, welche Alternativvisionen\, Wege und Strategien werden vorgeschlagen? Wie hat sich der wachstumskritische Diskurs seit den 1960er Jahren entwickelt? \nWas wird „von links“ kritisiert an PW/D? Welche politischen Chancen könnte dieses Konzept haben – Ansatzpunkte\, Widerstände\, Akteure\, Allianzen…? \nDer ca. 40minütigen Buchvorstellung schließt sich als Einsteuerung in die Diskussion  ein Kommentar von Frank-Thomas Koch (BISS e.V.) an. \nInformationen zum Buch und ausführliche Leseproben unter \nhttps://www.oekom.de/buch/wachstumskritik-postwachstum-degrowth-9783962383640. Rezensionsexemplare sind über presse@oekom.de erhältlich. \nIm Anschluss an die Buchvorstellung soll ein kurzer Austausch über mögliche weitere Sitzungen und über anstehende Vorhaben des Arbeitskreises erfolgen. \n  \nDr. Michael Thomas \n 
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SUMMARY:Jour fixe „Europa im 21. Jahrhundert“
DESCRIPTION:Ankündigung Jour fixe „Europa im 21. Jahrhundert“ \nDer Arbeitskreis „Europa-Selbstverständnisse und Perspektivenvielfalt“ veranstaltet einen Jour fixe zum Thema „Europa im 21. Jahrhundert“. Er findet am 25.04.2022\, ab 14 Uhr in Fa. GEFEG\, Storkower Bogen\, Storkower Str. 207 statt. Wir laden alle interessierten Mitglieder der Leibniz-Sozietät herzlich ein\, mit uns über die folgenden Fragen um drei Themenschwerpunkte zu diskutieren: \n\nWann endete das „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm)\, und reicht der Jahrhundertbegriff\, um eine sich ankündigende Epochenwende angemessen zu erfassen? Denn die Ankunft im 21. Jahrhundert bedeutet zuallererst\, neue Fragen an die Vergangenheit\, auch an diejenige der letzten dreißig Jahre zu stellen. Wie gehen wir mit der Tatsache um\, dass sich gerade Zukunftserwartungen dramatisch verändern? Dass sich als Illusion erwiesen hat\, was im Jahr 1989 geschichtsphilosophische Prognosen („Ende der Geschichte“) vorausgesagt haben? Da war einerseits die Annahme eines weitgehend friedlich erfolgenden Zusammenbruchs der europäischen Nachkriegsordnung (Schlussakte von Helsinki 1975). Da war andererseits das Wunschdenken über einen letztlich problemlosen Übergang von Sozialismus-Varianten\, mit und ohne sowjetische Vorherrschaft\, hin zu einem „nachholenden“ Kapitalismus neoliberaler Marktwirtschaft und spätmoderner Demokratie – mit populistischen und nationalistischen Gegentendenzen. Die Frage steht im Raum\, wie trügerisch der Ausblick auf ein angebliches neues Zeitalter west-östlicher Ideenkonkurrenz (Demokratie gegen Autokratie) oder von „Weltordnungsentwürfen künftiger globaler Netzwerke“ (Zhao Tingyang) tatsächlich ist. Muss es nicht\, angesichts der ökologischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert\, vorrangig um einen globalen Wettstreit zwischen ökonomischen\, politischen und soziokulturellen Entwicklungsmodellen gehen\, die auf „Prinzipien ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit“ (Thomas Piketty) beruhen?\nWie kann Europa als historischer Erfahrungsraum und als semantisches Bedeutungsfeld\, in allen seinen aktuellen Verschiebungen vor allem zwischen West-Mittel- und Osteuropa bis zu Russland\, auf neue Weise historisiert werden? Anstelle von überheblichen „Siegerarchitekturen“ oder „bereinigten Geschichtsdarstellungen“ (Pankay Mishra) der westeuropäisch-westlichen Vergangenheit sind komplexe Analysen gefragt\, die das einzigartige Geschichtsexperiment einer industriekapitalistischen und materialistischen Zivilisation gleichermaßen als unvergleichlichen Aufstieg von Wissenschaften\, Technologien\, Kulturen und als brutale Chronik von Zerstörung\, Entwurzelung\, Unterdrückung und imperialer Expansion zu erfassen vermögen\, ganz im Sinne von Marx‘ Fortschrittsmetapher des barbarischen heidnischen Götzen. Welche Begrifflichkeiten haben sich dafür bisher bewährt und welche sind erst noch zu finden\, z.B. für die Umbrüche im mittel- und ost/südosteuropäischen Raum? Welchen Umgang finden wir für das seit 1989 nicht neu definierte Konzept des „Westens“ und\, im jetzigen 21. Jahrhundert\, für die Machtstrategien eines imperial auftretenden Nationalismus in Russland?\nWie ist endgültig ein Blickwechsel zu erreichen? Gemeint ist der Wechsel vom Eurozentrismuszum Dezentrieren von (West-)Europaund die konsequente Einbeziehung sowohl innereuropäischer als auch postkolonialer Perspektiven\, mit denen historisches Wissen aus Lateinamerika\, Afrika\, Asien und vor allem aus China in eine immer noch – nicht zuletzt durch den unkritischen Gebrauch bestimmter Begriffe und Paradigmen – europäisierte bzw. verwestlichte Weltgeschichte einfließen können? Erst mit einer solchem grundlegenden Veränderung überlieferter Perspektiven werden die vielfältigen Möglichkeiten einer im 21. Jahrhundert neu entstehenden Welt entdeckt können.\n\n  \nMonika Walter \nDieter Segert \n 
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SUMMARY:April-Plenum
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltet ihre öffentliche April-Plenarveranstaltung am 7. April 2022 mit einem Vortrag zum Thema \nZu weit\, zu hoch\, zu heiß\, zu kalt – wenn der Mensch an seine Grenzen kommt  \nVortragender: Prof. Dr. med. Hanns-Christian Gunga \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract: \nUmweltfaktoren (Luftdruck\, Luftfeuchtigkeit\, Temperatur\, Licht\, Gravitation) beeinflussen entscheidend den Bauplan und die Funktionsfähigkeit von Organismen einschließlich des Menschen\, vor allem extremen Umwelten. Dies wird im Vortrag anhand von Untersuchungen erläutert\, die unter terrestrischen und Mikro-g Bedingungen im All durchgeführt wurden. Es werden hierbei sowohl die physiologischen Veränderungen als auch psychische Probleme bedingt durch Isolation und Confinement (Beengtsein) behandelt. Ferner werden Lösungsmöglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit unter extremen Umweltbedingungen aufgezeigt und deren Bedeutung für die aktuelle klinische Medizin hervorgehoben. \nVita: \nProf. Dr. med. Dipl. geol. Hanns-Christian Gunga studierte Geologie-Paläontologie und Humanmedizin in Münster und an der Freien Universität Berlin (Diplom 1980\, Promotion 1989\, Habilitation 1997). Seit 2000 ist er Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin und Extreme Umwelten an der Charité Universitätsmedizin Berlin\, seit 2004 Universitätsprofessor an der gleichnamigen Institution und Gastprofessor in China (Xi’an) und Chile (Antofagasta) tätig. Seit 2008 ist er Mitglied im Programmausschuss des DLR und z. Zt. in der Funktion des Vorsitzenden Forschung unter Weltraumbedingungen (FuW). Prof. Gunga war an mehreren Raumfahrtmissionen des DLR als PI und Co-PI beteiligt (D2\, MIR\, ISS)\, ist im Augenblick u. a. PI des laufenden Experiments “Circadian Rhythms” auf der ISS sowie PI im DFG Research Unit 2936 „Climate change and Health in Subsaharan Africa (SSA).
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DESCRIPTION:Jürgen Erfurt (MLS) \nSprachwissenschaftliche Zugriffe auf Transkulturalität \nModeration Kerstin Störl \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract:  \nForschungen zur Transkulturalität untersuchen die kulturellen Verflechtungs- und Austauschprozesse und den Wandel des Kulturellen im Zeitalter von Globalisierung\, verstanden als eine lange Periode der Geschichte der Menschheit\, die mit der Herausbildung von Groß- und Kolonialreichen einsetzt\, die eine Zäsur mit der Herausbildung nationalstaatlichen Denkens und Handelns erfährt und ihren vorläufigen Höhepunkt in der globalen Vernetzung und in der Erosion eindeutiger Grenzen erreicht\, die zuvor Staaten\, Märkte\, Zivilisationen\, Kulturen\, Lebenswelten und Menschen trennten. Für Transkulturalität\, ihre Phänomene und Prozesse interessieren sich viele Disziplinen\, die – in unvollständiger Reihung – von Anthropologie\, Denkmalpflege\, Geschichte\, in Nordamerika sehr stark die Gesundheits- und Pflegewissenschaften\, hierzulande prominent die Kommunikations-\, Kultur-\, Sprach- und Literaturwissenschaften bis zu Philosophie\, Religionswissenschaft und Soziologie reichen. Mit der Erforschung transkultureller Prozesse befasst sich zunächst der kubanische Anthropologe Fernando Ortiz (1861-1969)\, dem es darum ging\, die Bedeutung zweier Agrarprodukte – Tabak und Zucker\, ihres Anbaus und ihres Konsums – für die kubanische Gesellschaft und ihre Transformationen im Zuge des Kolonialismus\, Postkolonialismus und der Migration herauszuarbeiten. Seither wandert dieses Konzept\, das bei Ortiz (1940) noch als Gegenentwurf zum Konzept der ‚Akkulturation‘ gedacht war\, durch Räume\, Zeiten und Forschungsfelder und stellt das dar\, was Edward Said (1982) als „traveling concept“ diskutiert hat. Eine der Folgen der Wanderschaft – oder auch der mehrfachen Neuerfindung des Konzepts – besteht darin\, dass Transkulturalität heutzutage von nicht wenigen KulturtheoretikerInnen in ein Stufenmodell bzw. ein Modell der Ablösung von Großkonzepten des Managements kultureller Konflikte gezwungen wird. Auf die monokulturelle Imago des Nationalstaats folgten demnach – in quasi linearer Abfolge – zunächst ein Konzept der Bikulturalität\, dann der Multikulturalität\, dann der Interkulturalität\, gegenwärtig der Transkulturalität … und künftig vielleicht so etwas wie der Hyperkulturalität. \nDas Problem liegt auf der Hand: weder lassen sich mit einem solchen Stufenmodell die immer weiter sich ausdifferenzierenden Prozesse der kulturellen Verflechtung\, des Austauschs\, des Konflikts im Zuge von Mobilität\, Migration und Kontakt von Menschen verstehen\, noch wird das analytische\, und noch viel weniger das theoretische und letztlich auch das handlungsleitende Potential ausgereizt\, das sich mit den einzelnen Konzepten verbinden lässt. \nIn meinem Vortrag möchte ich skizzieren\, wie die Grundzüge einer Theorie der Transkulturalität aussehen können und welche Schlüsselkonzepte darin zum Tragen kommen: Ungleichheit\, Differenz und Emergenz (vgl. Erfurt 2021). In einem weiteren Schritt geht es mir als Sprachwissenschaftler darum\, die Bedeutung von Sprache im Kontext von transkulturellen Verflechtungen sichtbar zu machen und zu zeigen\, wie Sprache\, methodisch kontrolliert\, in die Analyse von transkulturellen Prozessen einfließt. Denn eines scheint festzustehen\, dass Transkulturalität im hohen Maße auf die mit Sprache verbundenen Prozesse des Austauschs von Akteuren und der Verflechtung ihres Handelns angewiesen ist und dass die Mehrsprachigkeit in prominenter Weise einen Türöffner für die Beschäftigung mit Transkulturalität darstellt. Diese Prozesse treiben die Veränderung – auch – der Sprachen\, Sprachpraktiken und sprachlichen Verhältnisse an. Bedenkt man hierbei den Nexus von Sprache(n) und Kultur(n)\, der sich auf vielfältige Weise artikuliert\, so wird deutlich\, dass transkulturelle Prozesse und Perspektiven auch den Blick auf die Sprache in dem Sinne verändern\, dass sich mehr und mehr die Aufmerksamkeit auf „SprecherInnen in Bewegung“ (Erfurt/Gessinger 2022)\, d.h. auf sprachlich interagierende\, mobile Subjekte in von Mehrsprachigkeit geprägten Räumen richtet. \n  \nCV\nJürgen Erfurt \, geb. 1954 in Arnstadt\, ist Romanist und Sprachwissenschaftler. Er lehrte und forschte bis 2020 am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Erfurt studierte von 1973 bis 1977 Romanistik und Sprachwissenschaft (Französisch\, Rumänisch\, Spanisch) an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach einem Forschungsstudium der Rumänistik in Leipzig und Bukarest unter Leitung von Klaus  Bochmann wurde er 1981 in Leipzig mit einer Dissertation zum Rumänischen im 19. Jahrhundert promoviert. 1985 und 1986 absolvierte er ein dreisemestriges Studium der Hochschulpädagogik. Seine 1986 verteidigte Dissertation B (Habilitation) zum Französischen war text- und diskursanalytisch ausgerichtet. Erfurt wurde 1987 als ordentlicher Dozent für französische Sprachwissenschaft an der Universität Leipzig zum Hochschullehrer berufen. In den Jahren nach 1989 war er sowohl an der Universität Leipzig als auch als Gastwissenschaftler und Gastprofessor an anderen Universitäten (Oldenburg\, Erfurt\, Frankfurt am Main\, Essen\, Tübingen) tätig\, darunter von 1993 bis 1994 am Ontario Institute for Studies in Education in Toronto (Kanada). 1996 erhielt er den Ruf auf die Professur (C4) für Romanistische Linguistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main\, wo er bis zu seiner Pensionierung im April 2020 tätig war. Erfurt war mehrfach Gastprofessor in Kanada und den USA. \nWissenschaftliches Wirken\nErfurt veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zu vielen Themen der romanistischen Linguistik\, der Soziolinguistik und der Mehrsprachigkeitsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte erstrecken sich auf Untersuchungen zu Sprachgeschichte und Sprachwandel romanischer Sprachen\, hierbei auch auf die Rolle von Schrift und Schriftlichkeit im Sprachwandelgeschehen\, die Sprachpolitik in romanischsprachigen Ländern\, die Herausbildung von standardsprachlichen Varietäten romanischer Sprachen\, darunter jene in der kanadischen Provinz Québec und der Republik Moldau. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Forschungen zur Frankophonie\, den sprachlichen Verhältnissen und der Sprachpraxis frankophoner Minderheiten in Kanada und in anderen Regionen. Für diese Untersuchungen zentral sind neben der Französischsprachigkeit die Phänomene von Mehrsprachigkeit und Migration\, denen sich Erfurt in mehreren Fallstudien in Deutschland\, Kanada\, Frankreich und der Republik Moldau widmete. Hierbei geht er der Frage nach\, mit welchen Modellen\, Problemen und Konflikten das Sprachenlernen im schulischen Kontext und darüber hinaus in der sprachlichen Erziehung zu Mehrsprachigkeit verbunden ist. Schließlich sind\, ausgehend von seinen Forschungserfahrungen in Kanada und in anderen romanischsprachigen Räumen\, die Untersuchungen zum Problemfeld sprachlicher Mischungsprozesse sowie zur Interkulturalität und Transkulturalität zu nennen.
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SUMMARY:April-Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche April-Sitzung am 7. April 2022 in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr via Zoom (s.u.) statt durch zum Thema \nAktivierung von Zellen an der Grenzfläche zwischen Blut und Biomaterialien\nVortragende: Prof. Dr. Viktoria Weber (MLS) \nAbstract:\nIn zahlreichen in der Medizin verwendeten Verfahren kommt es zum direkten Kontakt von Blut mit verschiedenen Materialien. Dieser kann innerhalb des Körpers erfolgen\, etwa bei Herzklappen oder Stents\, oder außerhalb\, wie bei Verfahren der Dialyse oder bei Oxygenationsmembranen. \nBeim Kontakt von Blut mit Biomaterialien kommt es innerhalb von Sekunden zu einer Adsorption von Proteinen\, wodurch eine neue\, dynamische Oberfläche entsteht\, mit der Blutplättchen und Immunzellen in Kontakt treten. Die Zusammensetzung dieser neu entstehenden Proteinschicht und damit die an dieser Oberfläche ablaufenden Aktivierungsvorgänge hängen maßgeblich von der Art des Biomaterials ab. Die Erkennung dieser Oberflächen als körperfremd kann zu einer Reihe von zellulären Reaktionen führen\, welche die Funktion des jeweiligen Medizinproduktes beeinträchtigen und Thrombosen\, Embolien\, oder Entzündungsreaktionen auslösen können. \nDie Frage\, warum verschiedene Biomaterialien unterschiedliche Aktivierungsvorgänge auslösen\, ist daher ein spannendes und wichtiges Forschungsgebiet. Am Beispiel extrakorporaler Absorptionsverfahren werden in diesem Vortrag Mechanismen der zellulären Aktivierung und ihre möglichen Folgen dargestellt sowie die Möglichkeiten zur Entwicklung von Systemen mit hoher Blutverträglichkeit beleuchtet. \nVita:\nViktoria Weber studierte Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien (Promotion 1993) und erwarb ihre Habilitation für das Fach Biochemie ebenfalls an der Universität für Bodenkultur (2008). Seit 1999 ist sie an der Universität für Weiterbildung Krems (Donau-Universität Krems) tätig\, wo sie seit 2010 eine Professur für Medizinische Biochemie innehat und das Department für Biomedizinische Forschung leitet. Seit 2011 war sie Vizerektorin für Forschung und seit 2021 Vizerektorin für Forschung und nachhaltige Entwicklung. Sie ist gegenwärtig Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Künstliche Organe (ESAO) und Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT). Viktoria Weber war an mehreren Europäischen Projekten auf dem Gebiet der therapeutischen Apherese sowie der Sepsis beteiligt und leitete von 2013-2019 das CD-Labor für Innovative Therapieansätze in der Sepsis. Ihre Forschungsinteressen gelten der Grenzfläche zwischen Blut und Biomaterialien\, der Aktivierung von Plättchen und Immunzellen während des Kontakts von Blut mit Biomaterialien\, sowie extrazellulären Vesikeln und ihren Rollen in der Gerinnung und Immunmodulation. Mit ihrer Gruppe entwickelte sie eine Reihe von Methoden zur Charakterisierung des zellulären Ursprungs und der Funktion extrazellulärer Vesikel insbesondere in der Sepsis. \nKoordinaten für die Teilnahme an der Online Sitzung:\nZoom-Meeting: \nhttps://donau-uni.zoom.us/j/69196849157?pwd=YlZacHJzeGFlOThYRldHYll2bC9ydz09 \nMeeting-ID: 691 9684 9157 \nKenncode: 791894 \n 
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SUMMARY:"Kritische Rohstoffe" - Tagung des Arbeitskreises GeoMUWA
DESCRIPTION:Tagung: „Kritische Rohstoffe\, Gewinnung bis Entsorgung: Die Geowissenschaften als Problemlöser“\nveranstaltet von der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. \nOrganisation und Moderation: Reinhard Greiling & Gerhard Pfaff (MLS*)\nDo. 17. März 2022 – 12.30 bis 18.00 Uhr\nOrt: Rathaus Berlin-Tiergarten\, Balkonsaal \nProgramm \nEröffnung und Begrüßung \nGerda Haßler (Präsidentin der Leibniz-Sozietät) \nTeil 1: Rohstoffe und Energiewende\nRohstoffverfügbarkeit und Energiewende. Christoph Hilgers (KIT Karlsruhe & ThinkTank Industrielle Ressourcenstrategien) \nLithium for UK – Lithium for Europe: Research in Progress. Reimar Seltmann (MLS) \nLithiumextraktion aus Geothermalwässern im Oberrheingraben. Jens C. Grimmer (GeoThermal Engineering GmbH Karlsruhe) \n  \nTeil 2: Rohstoffexploration und Entsorgung\nAerogeophysikalische Rohstofferkundung in der Mongolei – ein Projekt im Rahmen der Deutsch-Mongolischen Rohstoffpartnerschaft. Rainer Herd (TU Cottbus-Senftenberg) \nMineral Systems Analysis – von der Entstehung der Freiberger Silbergänge zur Entwicklung innovativer Explorationsvektoren. Mathias Burisch (TU Bergakademie Freiberg & Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie Freiberg)  \nVorstellung\, Arbeit und erste Resultate des H2020 GREENPEG Rohstoffexplorationsprojektes. Axel Müller (MLS) \nDie sichere Endlagerung wärmeerzeugender Nuklearabfälle. Hennes Obermeyer (MLS) \n  \n(*) MLS: Mitglied der Leibniz-Sozietät \nFlyer der Tagung zum Download \n\nAbstracts und Curricula vitae\n  \nRohstoffverfügbarkeit und Energiewende\nProf. Dr. Christoph Hilgers (KIT Karlsruhe & ThinkTank Industrielle Ressourcenstrategien) \nZusammenfassung: \nDie deutsche Energiewende\, die damit assoziierte die Mobilitätswende und der geplante Umbau des exportorientierten Industriestandorts Deutschland bedingen einen stark steigenden Rohstoffbedarf mit neuen Lieferketten. Gleichzeitig wird sich der Energie- und Rohstoffbedarf der Welt aufgrund steigender Weltbevölkerung und wachsendem Wohlstand weiter erhöhen. China\, Indien und Russland werden 2060 den Wohlstand der EU-4 (Deutschland\, Frankreich\, Italien\, UK) mit ihren dann mehr als 3 Mrd. Menschen erreichen (OECD 2019). Fossile Energien und Kernenergie werden 2050 voraussichtlich 60% (95 PWh) der Weltenergie decken und die geförderte Menge an Erdgas wird bis 2050 (47 PWh) weiter steigen (DNV 2019). Die Gewinnung von metallischen Erzen wird global von 2\,6 Gt (1970)\, 9 Gt (2019) auf 20 Gt (2060) anwachsen (OECD 2019). Da Rohstoffmengen und Anforderungen an Rohstoffqualität auch zukünftig nicht allein durch Recycling zu decken sind\, werden neben Deutschland und der EU auch andere Länder\, die die Energie- und Mobilitätswende sowie den Umbau der Industrie umsetzen wollen\, Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs implementieren müssen. \nAnlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie benötigen etwa 9x mehr (Erdgas vs. onshore Wind) und batteriebetriebene Autos etwa 6x mehr Rohstoffmenge als konventionelle Autos. Entsprechend müssen die Lagerstätten gefunden und die Jahresproduktion von Gewinnung\, Verhüttung und Raffination je nach Element und Studie erhöht werden (z. B. World Bank Group 2017\, IEA 2021). Da die Rohstoffe eine hohe Länderkonzentration aufweisen und die Raffinadeproduktion hauptsächlich in China liegt\, ist eine Diversifizierung mit resilienten Lieferketten herausfordernd. \nBei fortschreitender Innovation von Exploration und Gewinnung\, Bergbau- und Aufbereitungstechnik ist ein geologischer Rohstoffmangel nicht absehbar. Die Recyclingquote kann erhöht\, neue Technologien entwickelt und eine kurzfristige Lagerhaltung sichergestellt werden\, wenn Verhüttung und Raffination zur Verfügung stehen. Dennoch wird die Verfügbarkeit von Energie und Rohstoffen eingeschränkt. Der Globalisierung einer vernetzten Wirtschaft\, globalem Austausch von transportierten Gütern\, von Kapital und von Menschen in einem freien Markt steht nun eine Änderung des globalen Machtgefüges mit zunehmenden nationalistischen und protektionistischen Entwicklungen gegenüber. \nOb Deutschland und die EU neben zahlreichen Analysen und Studien auch Bedingungen schaffen\, auch zukünftig einer wettbewerbsorientierten Marktwirtschaft den Zugang zu Rohstoffen zu ermöglichen\, bleibt abzuwarten. \nEU 2020. Critical materials for strategic technologies and sectors in the EU – a foresight study. 98 pp.\nIEA 2021. The Role of Critical World Energy Outlook Special Report Minerals in Clean Energy Transitions. 283 pp. https://www.iea.org/reports/the-role-of-critical-minerals-in-clean-energy-transitions\nMarscheider-Weidemann et al. 2021. Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2021. DERA Rohstoffinformationen. 366 pp.\nWorld Bank Group 2017. The growing role of minerals and metals for a low carbon future. World Bank Group\, EGPS (Extractives Global Programmatic). 92 pp.\nOECD 2019. Global Material Resources Outlook to 2060: Economic Drivers and Environmental Consequences\, OECD Publishing\, Paris. \nKurz-CV: \nProf. Dr. Christoph Hilgers leitet den Lehrstuhl für Strukturgeologie und Tektonik und ist geschäftsführender Direktor des Instituts für Angewandte Geowissenschaften am KIT. Seine Interessen sind Energiesysteme\, Rohstoffeffizienz\, Vorhersage von Reservoir-Qualitäten\, transnationale Hochschulbildung sowie Prozess- und strategische Analysen. Nach dem Studium der Geologie an der RWTH Aachen und der Angewandten Strukturgeologie & Gesteinsmechanik am Imperial College London arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der RWTH Aachen\, von wo aus er an das WZL\, Qualitätsmanagement & Fertigungsmesstechnik wechselte. Dort entwickelte er die GUtech Oman als Teil der OES LLC\, die er anschließend in Muskat\, Oman\, aufbaute und leitete. Vor seinem Ruf an das KIT war er Professor für Reservoir-Petrologie an der RWTH Aachen. \nEr ist Mitglied verschiedener professioneller und interdisziplinärer Initiativen wie dem ThinkTank Industrielle Ressourcenstrategien\, RohstoffWissen e.V. und der wissenschaftlichen Gesellschaft für die Up- und Downstream Industrie DGMK e.V. \n  \nLithium for UK – Lithium for Europe: Research in Progress\nProf. Dr. Reimar Seltmann (MLS) \nZusammenfassung: \nLithium is essential for all existing and near-term commercial electric vehicle battery technologies and for efficient energy storage and is thus considered the “gateway element” to a zero carbon future. It is therefore vital that the supply chain focuses on sourcing lithium in a secure\, sustainable manner to support its battery manufacturing and zero-carbon ambitions. An important result of recent research in both European and national scale is that Cornwall (SW England) was identified as one of the most promising areas for a future lithium extraction and production industry. Cornwall currently ranks as one of the most economically-deprived regions in Europe. It is therefore expected that the development of lithium resources in Cornwall will create a significant boost to economic activity and regional productivity. \nThe “Lithium for UK” (Li4UK) project was commissioned to assess the feasibility of producing battery quality lithium from UK sources and to evaluate the potential for building a critical new industry for Britain. Currently\, the majority of the world’s lithium is produced in South America and Australia\, and is then shipped to China for processing into lithium chemicals for the manufacture of lithium-ion batteries (LIB). Such production has a high associated carbon footprint and also means battery manufacturers worldwide are heavily reliant on China for a metal which is fundamental to the energy transition towards a green economy. Importantly\, there is currently no commercial production of battery quality lithium in the whole of Europe. \nThe beneficiation of Lithium ore (Li mica in granites\, spodumene and petalite in pegmatites\, Li borate in volcano-sedimentary units\, direct lithium extraction from brines or geothermal waters) over concentrate to battery grade lithium carbonate or lithium hydroxide is more energy intensive the more purification cycles are required\, with grinding of rocks representing the bottleneck causing highest carbon footprint in the flow sheets. \nDevelopment of main lithium projects takes more than 7 years from exploration to production. The most significant projects (Jadar / Serbia\, Cinovec – Zinnwald / Czech – German Erzgebirge\, St.Austell / Cornwall\, San Jose / Spain\, Keliber / Finland\, Wolfsberg / Austria\, Goncalo & Mina do Barroso / Portugal\, Leinster / Ireland\, Upper Rhine Graben / Germany) are in various project development stages (scoping\, pre-/feasibility\, bankable feasibility to definite feasibility study)\, but production lies years ahead. In best case scenario\, European Li resources will be contributing to domestic supply and reducing import dependence\, but it cannot be expected that supply can cover the exploding bulk demand. \nKurz-CV: \nProf. Dr. Reimar Seltmann PhD MSc SEGF MLS IAGOD-HLM (PhD 1987 Bergakademie Freiberg) is a Research Leader in Ore Deposits and Petrology at the Natural History Museum\, London\, U.K.\, and Founder/Head of CERCAMS (Centre for Russian and Central Eurasian Mineral Studies) in NHM’s Earth Sciences Department and the NHM Centre for Resourcing the Green Economy. \nHe has almost 40 years of experience in studies of the anatomy of ore-bearing granitic systems of Transeurasian metallogenic belts\, with special interest in fluid-saturation textures and magmatic-hydrothermal transition processes of granite-ore systems. His mineral deposits research covers a wide range\, encompassing economic geology\, igneous petrology\, processing mineralogy (geometallurgy) of critical rare materials\, and geochemistry of mineralized felsic systems\, with regional focus on geodynamic and metallogenic processes in ore districts of collisional belts and extensional settings. Published case studies cover mostly rare metal Li-F granites\, rare metal pegmatites and porphyry mineral systems of European Variscides and Uralides-Altaids (Central Asian Orogenic Belt). His track record counts more than 500 research papers to date\, including more than 130 publications in peer-review journals (Scopus h-38) and more than 20 edited reference books. \nReimar Seltmann is a member of the Leibniz Society of Sciences in Berlin since 2011\, an Honorary Life Member of IAGOD\, and SEG Fellow. He holds multiple positions as Visiting Professor in Kazakhstan and China and is an Adjunct Associate Professor of Trinity College\, University of Dublin\, Ireland. He has co-/led NHM research in several projects: IUGS-IGCP (four 5-year grants since 1997) and INTAS network research\, EC h2020 funded FAME\, UKRI FBC funded Li4UK. He is currently a Co-Investigator on the NERC projects FAMOS and LiFT. \n  \nLithiumextraktion aus Geothermalwässern im Oberrheingraben\nDr. Jens C. Grimmer (GeoThermal Engineering GmbH Karlsruhe) \nZusammenfassung: \nDie derzeitige Produktion von Lithium erfolgt überwiegend aus Salzsee-Solen arider Gebiete orogener Hochplateaus wie dem Altiplano-Puna Plateau (Chile\, Argentinien\, Bolivien) und dem Qaidam-Tibet Plateau (China) und aus Festgesteinen gut aufgeschlossener pegmatitreicher Granitgebiete (Australien\, Kanada\, Simbabwe u.a.). Die deutsche Lithium-Importquote beträgt derzeit 100 %. Ein neues Verfahren zur heimischen Produktion von Lithium bieten die Geothermie-Kraftwerke im Oberrheingraben. Für eine wirtschaftliche Produktion bieten sich Anlagen-interne technisch-energetische Ressourcen in einem integrierten Kreislaufbetrieb unter Ausnutzung der hohen Fließraten an\, wobei unerwünschte chemische Ausfällungen und damit verbundener Entsorgungsaufwand minimiert werden. Die Konzentrationen liegen zwischen 150 ppm und 200 ppm und bilden mit den jeweils erzielbaren Fließraten in den derzeit fünf aktiven Geothermie-Anlagen des Oberrheingrabens (Bruchsal\, Insheim\, Landau\, Rittershoffen\, Soultz-sous-Forêts) ein jährliches Gesamtpotenzial von ca. 1500 Tonnen an gewinnbarem elementarem Lithium\, entsprechend ca. 8000 Tonnen Lithiumkarbonat. Eine heimische Lithiumproduktion reduziert globale Abhängigkeiten und ermöglicht den Aufbau europäischer Wertschöpfungsketten. Zuflüsse geothermischer Fluide in die Bohrungen\, die eine bemerkenswerte stoffliche Ähnlichkeit aufweisen\, lassen sich aus Bruchzonen im kristallinen Sockel und in den triassischen Sedimenten nachweisen. Alterationsexperimente von Granitoiden mit hochsalinaren Lösungen deuten auf eine Herkunft des Lithiums sowie der anderen Elemente aus Fluid-Gesteinswechselwirkungen hin. Hinweise auf eine ausschließlich marine Herkunft lassen sich aus publizierten Daten nicht ableiten. \nKurz-CV: \nDr. Jens C. Grimmer beendete sein Geologie-Studium an der Fridericiana-Universität Karlsruhe (TH) 1998 mit einer Diplomarbeit zur Geologie und Tektonik der nördlichen Lechtaldecke. Von 1998-2002 arbeitete er an seiner Doktorarbeit über Tektonik und Thermochronologie des Yangtze\, die er mit dem Titel Dr. rer. nat. abschloss. In den folgenden Jahren war er Mitarbeiter in einem Industrieprojekt in einer Arbeitsgruppe für Petrologie und Lagerstättenkunde an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg\, wissenschaftlicher Angestellter in einer Arbeitsgruppe für Strukturgeologie und Tektonophysik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg\, wissenschaftlicher Angestellter in der Abteilung Strukturgeologie und Tektonophysik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und an der Fridericiana-Universität Karlsruhe sowie in der Abteilung Geothermie am KIT. 2017 habilitierte er in Karlsruhe mit der Arbeit „Tectonic evolution of the central Scandinavian Caledonides“. Seit 2018 ist er als wissenschaftlicher Angestellter in der Abteilung Geothermie und Reservoir-Technologie am Institut für Angewandte Geowissenschaften des KIT und seit 2019 zusätzlich als Senior Geologist bei der Geothermal Engineering GmbH in Karlsruhe tätig. \n  \nAerogeophysikalische Rohstofferkundung in der Mongolei – ein Projekt im Rahmen der Deutsch-Mongolischen Rohstoffpartnerschaft\nProf. Dr. Rainer Herd (TU Cottbus-Senftenberg) \nZusammenfassung: \nAus verschiedenen Gründen hat der Lehrstuhl Rohstoff- und Ressourcenwirtschaft der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit internationalen Partnern ein Multisensor-Airborne-Erkundungssystem auf der Basis eines Ultraleichtflugzeugs entwickelt. \nMultisensor Airborne Erkundungssystem\nIm Rahmen der “Deutsch-Mongolischen Rohstoffpartnerschaft” wurde dieses System für Rohstofferkundungen in die Mongolei transportiert. \nIm Verlauf des Projekts hatte das Projekt-Team mit unterschiedlichen technischen\, administrativen und klimatischen Bedingungen zu kämpfen. Während der Untersuchungskampagne 2019 wurden 2000 Linienkilometer in zwei Gebieten (Zentralgobi und Hangai-Gebirge) vermessen. Die Ergebnisse zeigen\, dass luftgestützte Rohstofferkundungen mit einem Ultraleichtflugzeug in der Mongolei möglich und kostengünstig sind. \nKurz-CV: \nProf. Dr. Rainer Herd ist Leiter des Lehrstuhls Rohstoff- und Ressourcenwirtschaft an der BTU Cottbus-Senftenberg. Er studierte Geologie an der Technischen Universität Darmstadt und im Zweitstudium Geophysik an der Universität Frankfurt/Main. Nach dem Diplom in Geologie arbeitete er als Explorationsgeologe in Europa\, Mittelamerika\, West- und Ostafrika bevor er den wissenschaftlichen Weg einschlug und mit einer rohstoffgeologischen Arbeit über Ostsibirien promovierte. Nach einer Juniorprofessur wurde Rainer Herd 2009 Leiter des Lehrstuhls Rohstoff- und Ressourcenwirtschaft. Seine wissenschaftlichen Interessen liegen u.a. im Bereich der Entwicklung von Rohstofferkundungskonzepten und der Weiterentwicklung von Erkundungsmethoden. \n  \nMineral Systems Analysis – von der Entstehung der Freiberger Silbergänge zur Entwicklung innovativer Explorationsvektoren\nDr. Mathias Burisch (TU Bergakademie Freiberg & Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie Freiberg) \nZusammenfassung: \nMineral Systems Analysis ist ein holistischer wissenschaftlicher Ansatz\, der darauf abzielt\, die Summe der geologischen Prozesse zu verstehen\, die für die Bildung\, Veränderung und Erhaltung von Lagerstätten entscheidend sind. Als Fallstudie dient in diesem Vortrag der Freiberger Gangdistrikt\, in dem seit kurzem durch die Firma Excellon Resources wieder aktiv auf Silber erkundet wird. Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen\, dass es sich bei den Freiberger Ag-Pb-Zn-(Au)-(In)-Gängen um ein magmatisch-hydrothermales System handelt\, welches viele Ähnlichkeiten zu bedeutenden Silberlagerstätten wie z. B. die in Fresnillo\, Mexiko hat. Mit Flüssigkeitseinschlussuntersuchungen konnten Abkühlung\, Aufkochen und CO2-Entgasung als wichtigste erzbildende Parameter definiert werden. Die damit einhergehenden Veränderungen der Fluidbedingungen führen zu einer vertikalen mineralogischen Zonierung innerhalb der Gänge. Basierend auf diesen Erkenntnissen konnten innovative Explorationsvektoren definiert werden\, um Bereiche mit hohem Rohstoffpotential in solchen Systemen zu identifizieren. \nKurz-CV: \nDr. Mathias Burisch-Hassel studierte von 2007-2012 Geowissenschaften an der Albert-Ludwigs-UniversitätFreiburg. In seiner Bachelorarbeit behandelte er die Fluoritinspektion in der Göscheneralp\, in der Masterarbeit die Wirtsgesteinsalteration und Spaltmineralbildung in der Planggenstock-Kristallhöhle. Von 2013-2016 arbeitete er an der Eberhard-Karls-University Tübingen an seiner Doktorarbeit über Erzbildungsprozesse in hydrothermalen Lagerstätten\, die er mit dem Titel Dr. rer. nat. abschloss. In seiner Habilitation\, die er 2021 an der TU Bergakademie Freiberg abschloss bearbeitete er hydrothermale Mineralsysteme Mitteleuropas in Form von Fallstudien aus dem Erzgebirge und dem Schwarzwald. \nFür seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt Mathias Burisch-Hassel 2020 den Victor-Moritz-Goldschmidt-Preis der Deutsche Mineralogischen Gesellschaft und den Waldemar-Lindgren-Award der Society of Economic Geologists. \n  \nVorstellung\, Arbeit und erste Resultate des H2020 GREENPEG Rohstoffexplorationsprojektes\nProf. Dr. Axel Müller (MLS) \nZusammenfassung: \nDas GREENPEG-Projekt\, das vom Horizont 2020 Programm der Europäischen Kommission “Klimaschutz\, Umwelt\, Ressourceneffizienz und Rohstoffe” finanziert wird\, hat das Ziel\, multimethodische Explorationswerkzeuge und -abläufe zur Identifizierung von europäischen\, oberflächennahen Pegmatit-Lagerstätten zu entwickeln. Das Konsortium des viereinhalbjährigen Projektes\, das im Mai 2020 startete\, umfasst drei Explorationsdienste und Bergbaubetreiber\, einen staatlichen geologischen Dienst\, drei Beratungsunternehmen und fünf akademische Forschungs- und Lehrinstitute aus acht europäischen Ländern. Das Naturkundemuseum der Universität Oslo koordiniert das Projekt. \nZielrohstoffe von GREENPEG sind Lithium\, hochreiner Quarz und metallisches Silizium\, keramischer Feldspat\, Seltenerdenelemente\, Tantal\, Beryllium und Cäsium\, die in der Natur in Pegmatiten\, ein grobkristallines\, magmatisches Gestein\, konzentriert sind. Silizium und Lithium sind momentan zwei der gefragtesten Metalle für die Realisierung der grünen Technologie\, da diese für die Photovoltaik bzw. die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien unverzichtbar sind. Bisher wurden keine Explorationsstrategien für Pegmatit-Erzlagerstätten entwickelt\, da die ökonomische Nachfrage gering war. Darüber hinaus gab es aufgrund technischer Herausforderungen eine extrem niedrige Entdeckungsrate für Pegmatit-Lagerstätten. GREENPEG wird neue Werkzeuge entwickelt bzw. konventionelle Methoden anpassen\, auf die Exploration von verschiedenen Pegmatit-Typen in unterschiedlichen geographischen Umgebungen\, um den Explorationserfolg zu erhöhen und die ökologischen und sozialen Auswirkungen zu verringern. Die entwickelten Methoden werden für die Kommerzialisierung in drei europäischen Demonstrationsstandorten getestet und optimiert. Die Demonstrationsstandorte sind Wolfsberg in Österreich\, Süd-Leinster in Irland und Tysfjord in Norwegen. GREENPEG ist ein Pionierprojekt\, das den Fokus der Explorationsstrategien und -technologien von großvolumigen Erzen geringer Qualität hin zu kleinvolumigen Erzen hoher Qualität richten wird. Dieser Vortrag erläutert den methodischen Ansatz von GREENPEG und bietet einen Ausblick auf das grüne Technologiezeitalter aus der Perspektive des GREENPEG Konsortiums. \nKurz-CV: \nProf. Dr. Axel Müller ist Leiter der Forschungsgruppe Mineralogie am Naturkundemuseum der Universität Oslo in Norwegen. Nach Abschluss seiner Doktorarbeit an der Universität Göttingen über die Spurenelementchemie des Quarzes und seiner geologischen Anwendung im Jahre 2000\, forschte er im Rahmen eines Marie Skłodowska-Curie Stipendiums über die Genese von Seltenen-Metall-Lagerstätten am Natural History Museum in London. Von 2004-2015 arbeitete er als Explorationsgeologe für den Geologischen Dienst von Norwegen und für ein Jahr für das Bergbau- und Aufbereitungsunternehmen The Quartz Corp in den USA. Seit 2015 ist er am Naturkundemuseum in Oslo tätig. Seine momentanen Forschungsinteressen gelten der Lagerstätten-Genese von kritischen Rohstoffen (Si\, Li\, Be\, Sc\, Ta\, Seltenerdelemente)\, die unabdingbar für die Energiewende sind. Seit 2014 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \n  \nDie sichere Endlagerung wärmeerzeugender Nuklearabfälle\nDr. Hennes Obermeyer (MLS) \nZusammenfassung: \nDie sichere Ablagerung radiotoxischer Abfälle erfordert\, besonders da technische Maßnahmen über den geforderten Sicherungszeittraum von einer Million Jahre nicht evaluiert werden können\, vor allem ein schlüssiges Konzept der geologischen Barriere. Nach Jahrzehnten erfolglosen Experimentierens mit ungeeigneten Deponierungsmethoden (Asse-II) in ungeeigneten Barriere-Situationen (Asse-II\, Schacht Konrad\, Salzstock Gorleben) ist mit dem Standortauswahlgesetz erstmals ein Kriterienkatalog für die Anforderungen an eine geologische Barriere entstanden. Es ist jedoch abzusehen\, dass die Anforderungen dieses Gesetzes auf deutschem Gebiet nicht erfüllt werden können. \nKombiniert man die Forderung mächtiger Steinsalzformationen\, geringpermeabler Gebirgsdurchlässigkeiten und einem geologischen Untergrund\, der sich die nächsten Millionen Jahren nicht hebt\, so drängen sich an großen Blattverschiebungen orientierte Pull-Apart-Strukturen als Lösungsansatz förmlich auf. \nBei dem an der Aqaba-Levante-Blattverschiebung orientierten Tote-Meer-Pull-Apart sind die Voraussetzungen für die Ablagerungen kritischer Abfälle so ideal\, dass es als Goldstandard für eine geologische Barriere betrachtet werden kann. Die Aqaba-Levante-Blattverschiebung ist eine durch die Gegenuhrzeiger-Bewegung der arabischen Halbinsel seit dem Oligozän aktive sinistrale Blattverschiebung mit einem nachgewiesenen Versatz von 106 km. An jedem Linksversatz der Blattverschiebung sind transtensive Pull-Aparts entstanden\, deren Randstörungen die Erdkruste vollständig durchschlagen und das Beckeninnere bis in große Tiefen absenken. \nIm Tote-Meer-Becken finden sich unter den bis zu 3 bis 4 km Meter mächtigen tonig-mergeligen Sedimenten der Amora-\, aka Lisan-Formation das Salinar der Sedom-Formation. In dem auf jordanischer Seite gelegenen Sedom-Diapir wurde das Salinar in Bohrungen bis zu 4430 m erkundet ohne die Liegendgrenze zu erreichen. Die seismische Liegendgrenze liegt zwischen 5200 und 7000 m. Bei einer Höhenlage des Toten Meers von -400 m unter Meeresspiegel ist das Tote Meer sowohl die Vorflut für alle Oberflächengewässer\, als auch für das Grundwasser. Alleine der geringe Wärmefluss von 30 bis 50 mW/m² zeigt\, dass kein Grundwasser\, sondern lediglich Formationswasser vorhanden ist. Selbst innerhalb des Fluidkörpers der Tote-Meer-Sole findet infolge der Dichtegradienten keine Durchmischung statt. \nDas Tote-Meer-Becken stellt unter den beschrieben tektonischen\, lithologischen\, hydrogeologischen und orographischen Bedingungen den optimalen Zustand einer geologischen Barriere dar. An diesem Goldstandard werden sich weltweit alle anderen Endlagersituationen messen lassen müssen. \nKurz-CV: \nDr. Hennes Obermeyer hat an der TU Karlsruhe und der Universität Heidelberg Geologie studiert. Seine Arbeiten in den 1980 und 1990er Jahren über den Einfluss von Hausmülldeponien auf die Güte des Grundwassers trugen maßgeblich dazu bei\, die Deponierung von Frischmüll in Deutschland zu beenden. Er ist seitdem in verschiedenen Positionen als beratender und unabhängiger Sachverständiger unterwegs. \nHennes Obermeyer hat die Anwendung der natürlichen elektromagnetischen Strahlung für (u. a.) geologische Probleme wesentlich befördert. Dazu und zu anderen geowissenschaftlichen Themen verfasste er eine Reihe wichtiger Publikationen. Er ist heute Vorstand einer genossenschaftlichen Vereinigung von naturwissenschaftlichen und technischen Sachverständigen in Karlsruhe. Seit 2017 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \n  \nOrganisation und Moderation der Tagung: Reinhard O. Greiling (MLS)\, Gerhard Pfaff (MLS) \nStand: 07.02.2022 \n  \n 
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SUMMARY:März Plenum
DESCRIPTION:Gerda Haßler (MLS)\nEmergenz\, Transformation und Obsoleszens von Begriffen und Methoden am Beispiel der\nGeschichte der Sprachwissenschaft \nOrt: \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract \nIn der Geschichte der Sprachwissenschaft tauchen ständig neue Begriffe und Methoden auf\, die für Eigenschaften des Objekts Sprache\, aber auch für neue Sichtweisen der Wissenschaftler stehen. Vielfach erscheinen diese Begriffe und Methoden jedoch nicht aus dem Nichts\, sondern haben eine lange\, mitunter sogar jahrhundertelange Vorgeschichte und werden durch eine besonders günstige Platzierung bei einem Autor prominent\, der damit – oft ungewollt – einen Referenztext geschaffen hat. Sobald der Referenztext rezipiert wird\, findet Transformation statt\, die wir als Anpassung an neue Zusammenhänge\, theoretische Kontexte und empirische Daten verstehen. Schließlich kann es auch zum Vergessen von Begriffen und Methoden kommen\, das in den letzten Jahren mit Blick auf mehrere Wissenschaftsdisziplinen untersucht wurde. Besonders interessant sind dabei die Gründe dieses Vergessens\, die in den vergessenen Begriffen und Methoden selbst (Vergessenspotential)\, aber auch beim Wissenschaftler als Subjekt liegen können (Vergessenwollen) oder von außen auferlegt sein können (Vergessenmachen). Der Prozess der Emergenz\, Transformation und Obsoleszenz liegt nicht in allen Fällen komplett vor\, vielfach lässt er sich jedoch als Bestandteil einer Art Spirale auffassen\, in der obsolet gewordene Methoden durch neue\, emergierende ersetzt werden. Diese Prozesse sollen zum Beispiel anhand des Begriffs des ‘Lautgesetzes’ aus der Methode der Junggrammatiker und des Begriffs der ‘Opposition’ aus der strukturellen Linguistik beschrieben werden. Abschließend können auch im Verlauf befindliche Prozesse und Neuerungen in der Linguistik unter dem Gesichtspunkt der Emergenz\, Transformation und Obsoleszenz betrachtet werden. \nDer Vortrag soll auch Anlass für die Frage sein\, ob vergleichbare Prozesse in anderen Wissenschaften festgestellt werden können. \nLink zum CV der Referentin: \nhttps://leibnizsozietaet.de/prof-dr-gerda-hassler/ \n  \nModeration Kerstin Störl
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/plenum/
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SUMMARY:März-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften hält ihre März Sitzung online ab (via Zoom\, Zugangsdaten finden Sie hier sobald sie vorliegen). \nThema: \nDie Rechte der Natur als Konzeption starker Nachhaltigkeit?\nReferent:  \nDr. Stefan Knauß (MLS)\, Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg\, Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiV) \nOrt:\nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract\nChristopher Stone hat in Should trees have standing? (1972) erstmalig explizit vorgeschlagen\, „Wäldern\, Ozeanen\, Flüssen und anderen sogenannten Naturobjekten – ja\, der natürlichen Umwelt insgesamt – eigene Rechte zu verleihen“. Seit 2006 gab es über 100 Initiativen in 24 Ländern derartige Rechte der Natur\, in geltendes Recht zu integrieren (Vgl. United Nations\, Harmony with Nature). Prominentestes Beispiel ist die Verfassung von Ecuador (2008). Sie benennt die Natur neben Menschen und Körperschaften als Rechtsträger (Art. 10)\, schreibt ihr ein Recht auf Existenz und Regeneration (Art. 71) zu\, das unabhängig von menschlichen Rechten gilt (Art. 71) und von allen Menschen weltweit eingeklagt werden darf (Art. 73) (Vgl. Knauß 2020). Nach einer Einführung in die Theorie und Praxis der Rechte der Natur wird die Frage behandelt\, ob es sich bei den Rechten der Natur um eine besondere Form starker Nachhaltigkeithandelt oder nicht (Döring & Ott 2001)? \nLiteratur: \nDöring\, R.\, & Ott\, K. (2001). Nachhaltigkeitskonzepte. Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik\, 2(3)\, 315-342. https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/34760. \nKnauß\, S. (2020). Pachamama als Ökosystemintegrität–Die Rechte der Natur in der Verfassung von Ecuador und ihre umweltethische Rechtfertigung. Zeitschrift Für Praktische Philosophie\, 7(2). https://www.praktische-philosophie.org/knauszlig-2020.html \nStone\, C. D. (1972). Should Trees Have Standing–Toward Legal Rights for Natural Objects. S. CAl. l. rev.\, 45\, 450. https://heinonline.org/HOL/LandingPage?handle=hein.journals/scal45&div=17&id=&page \nUnited Nations (2020). Harmony with Nature – Chronology. http://www.harmonywithnatureun.org/chronology/. \n  \nAkademischer Lebenslauf \nArbeitsgebiete \n\nRechtsphilosophie (Menschenrechte\, humanitäre Interventionen\, Rechte der Natur)\nPolitische Philosophie (interkulturelle und de-koloniale Philosophie\, Lateinamerika)\nEthik (Bio- und Umweltethik)\n\nAusbildung \n2015                Promotion MLU Halle-Wittenberg\, Philosophie\, Note: magna cum laude\, (1\,0) \n2003-2009       Magister Artium (M.A.)\, MLU Halle\, Catania und Parma\, Politikwissenschaft\, Medien- und Kommunikationswissenschaft und Philosophie\, Note: gut\, (1\,7) \n  \nBeruflicher Werdegang \nseit 2022         Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)\, Leipzig \nseit 2021         Wissenschaftlicher Mitarbeiter (100%)\, Geographie\, MLU Halle \n2019-2021      Associated Junior Fellow\, Max-Weber-Kolleg\, Erfurt \n2017-2020      Wissenschaftlicher Mitarbeiter (100%)\, Philosophie\, DFG-Eigene Stelle\, Erfurt \n2016-2017      Wissenschaftlicher Mitarbeiter (100%)\, Philosophie\, MLU Halle \n2015-2016      Post Doc Research Fellow\, Gesellschaft und Kultur in Bewegung\, Halle \n2010-2014      PhD\, Graduiertenschule\, Gesellschaft und Kultur in Bewegung\, Halle \n2010                Wissenschaftlicher Mitarbeiter (50%)\, Politikwissenschaft\, MLU Halle \n  \nGastaufenthalte \n2020                New Zealand Centre for Environmental Law\, University of Auckland \n2019                PYDLOS\, Universidad de Cuenca \n2019                Universitá di Parma \n2018                Emory University\, Atlanta \n2016                PYDLOS\, Universidad de Cuenca \n2014-2015      Universitá Federico II\, Neapel \n2012                Centro de Investigaciones Filosoficas (CIF)\, Buenos Aires \n2011                Instituto Gino Germani\, Universidad de Buenos Aires (UBA) \n2010                Universidad de Bahia\, Salvador da Bahia \n2009-2010      Universitá di Catania\, Catania \n  \nMitgliedschaften \nDeutsche Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) \nLeibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin (gewähltes Mitglied) \nInternational Association for Environmental Philosophy (IAEP) \nInternational Society for Environmental Ethics (ISEE) \nAssociation for Philosophy and Literature (APL) \n  \nKontakt \nstefan.knauss@geo.uni-halle.de | Researchgate | Twitter | Facebook | LinkedIn \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/klassensitzung-sgw-2/
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