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SUMMARY:Oktober Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Gesiteswissenschaften lädt zur planmäßig am 10. Oktober 2013 stattfindenden Oktober-Sitzung ein\, auf der der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt wird: \nHans-Otto Dill (MLS): \nDie Globalisierungs- und Modernisierungskonzepte Alexander von Humboldts als Komplementärbegriffe der Natur- und Sozialgeschichte\n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Dill (78) ist Romanist – Spezialist für spanische\, lateinamerikanische\, karibische und französische Literatur und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1995\, in der er seit Januar 2009 als Secretar der Sozial- und Geisteswissenschaftlichen Klasse wirkt.\n1982-1991 hatte er eine Professur für Lateinamerikanische Literaturen an der Humboldt-Universität inne\, 1989-90 eine Gastprofessur an der Georg-August-Universität Göttingen und anschließend eine ebensolche an der Universität Sao Paulo\, Brasilien. Zu Gastvorlesungsreihen und Kurzdozenturen weilte er an Universitäten in Mexiko\, Peru und Argentinien. Als Emeritus nahm er von 2002-2005 Lehraufträge an der Universität Hamburg wahr.\nEr hat ca. 200 Abhandlungen\, meist in spanischer Sprache\, in wissenschaftlichen Zeitschriften Deutschlands\, Frankreichs\, Spaniens\, Italiens\, Tschechiens\, der USA und vieler Länder Lateinamerikas sowie ein halbes Dutzend Sammelbände (mit)herausgegeben.\n1975 erhielt er den lateinamerikanischen Literaturpreis Casa de las Américas für eine Monographie über den kubanischen Dichter José Martí. Seiner umfangreichen Veröffentlichungsliste fügt er gegenwärtig die Herausgabe der Akten der von ihm organisierten Leibniz-Konferenz zum 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau zu. \nAbstract:\nDer Vortragende widerlegt anhand von biographischem und wissenschaftlichem Material die weitverbreitete Meinung\, Alexander von Humboldt sei im Unterschied zu seinem Bruder\, dem Geisteswissenschaftler Wilhelm von H.\, ein reiner Naturwissenschaftler gewesen. Er zeigt\, dass Humboldts Schriften zur Naturwissenschaft wie zu Geographie und Geologie sowie seine lateinamerikanischen Tagebücher und der dem Weltall wie dem Planeten Erde gewidmete Kosmos eine große ´Menge von Aussagen über den Menschen\, seine Geschichte und Kultur enthalten\, die über bloßes humanistisches Bildungsgut\, Alltagsweisheit und politisch-moralische Bekenntnisse weit hinausgehen. Humboldt sieht die Entwicklung der Menschheit und ihre irdische Existenz nicht als gewissermaßen zwangsläufiges Produkt der Naturgeschichte\, sondern betrachtet letztere lediglich als ein vorgegebenes Bedingungsgefüge der Sozial- und Kulturgeschichte und relativ freien Handlungsspielraum des Menschen. Dieses nicht nur allgemeine und politische\, sondern auch wissenschaftliche Interesse des Berliner Forschers für menschliche Gesellschaft\, Geschichte und Kultur datiert Dill auf die Ankunft Humboldts in Südamerika. Humboldt formuliert genuine sozial- und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse\, die besonders in der heutigen gegenwärtigen Etappe der Globalisierung von grundlegender Bedeutung für die Menschheitsentwicklung sind. Im Mittelpunkt von Humboldts gesellschaftspolitischen Erörterungen stehen vor allem Ausbeutung\, Unterdrückung und Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnisse.
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SUMMARY:Oktober-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften lädt zur planmäßig am 10. Oktober 2013 stattfindenden Oktober-Sitzung ein\, auf der der folgende Vortrag gehalten und zur Diskussion gestellt wird: \nDieter Volk (MLS): \nPersonalisierte Immuntherapie – von Phase 1 bis zur Patientstratifikation\n10.00 bis 12.00 Uhr\, Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Volk (60) ist Mediziner und Mit­glied der Leibniz-Sozietät seit 2013. Nach Promotion (1982) und Habilitation (1987) lehrt er seit 1994 an der Humboldt-Universität. Seitdem ist er Direktor des Institutes für Medizinische Immunologie der Charité;  seit 2006 auch des Berlin-Brandenburg Centrums für Regenerative Therapien. Zu Gastaufenthalten weilte er an der Freien Universität Berlin sowie in Rostock\, Leipzig und Innsbruck. Er ist Associate Editor des Amer. J. Transplant\, gehört bzw. gehörte dem Editorial Board von “Transplantation and Frontiers of Tolerance“\, dem Scientific Advisory Board der Pluristem Inc.\, dem Aufsichtsrat der ProBioGen AG\, dem SAB ITN des NIH(JDF) sowie dem Beirat der Deutschen Gesellschaft für Immunologie an. Aus seiner Feder stammen mehr als 500 Publikationen. \n  \nAbstract:\nUnkontrollierte Immunreaktionen können zu zahlreichen chronischen\, manchmal lebensbedrohenden Erkrankungen mit hohem gesundheitsökonomischen Impact führen\, wie rheumatische Erkrankungen\, Multiple Sklerose u.a. Autoimmunerkrankungen. Akute und chronische Abstoßungen sind auch das große Problem der Transplantationsmedizin. Dank moderner Technologien wurden in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Therapeutika\, zumeist Biologics\, entwickelt\, die jedoch im allgemeinen nicht zur Heilung führen. Eine dauerhafte Immunsuppression hat jedoch zahlreiche Nebenwirkungen\, so dass ein hoher Druck zur Optimierung dieser Therapieansätze besteht\, um\n–                  neue immunmodulatorische Ansätze zu entwickeln\, die eher das Immunsystem reprogrammieren als nur einfach zu supprimieren;\n–                  eine verbesserte Nutzen/Kosten-Ratio zu erzielen.\nDaher besteht ein hoher Bedarf an der Entwicklung\, Validierung und Anwendung von Biomarkern für die Begleitung immunmodulatorischer Therapien\, um\n– neue Therapien zu monitoren  (Safety\, Pharmacodynamics\, Mode-of-Action);\n– die richtigen Patienten und den richtigen Zeitpunkt zu identifizieren für einen bestimmten therapeutischen Ansatz (Stratifizierung);\n– die individuelle Sicherheit sowie Erfolg/Misserfolg neuer Therapien zu erfassen;\n– neue “Targets” zu identifizieren auf der Basis der genauen Analyse von Patienten\, bei denen therapeutische Maßnahmen versagten.\nWir berichten über die Erfahrungen eines umfangreichen Biomarkprogramms in zahlreichen Studien bis hin zur täglichen Routine. \n 
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SUMMARY:September-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zur planmäßig am 12. September 2013 stattfindenden Plenar-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zum \nEhrenkolloquium anlässlich des 80. Geburtstages von Herbert Hörz:\nMensch – Fortschritt – Humanismus\nmit Beiträgen von:\nGerhard Banse (MLS): Laudatio\nWerner Ebeling (MLS): Über das Gedächtnis des Zufalls\nJohn Erpenbeck (MLS): Neu editiert\, neu bedacht: “Dialektik der Natur im 20. Jahrhundert”\nWerner Naumann (MLS): Zur Bedeutung der statistischen Gesetzeskonzeption für die Pädagogik\nErdmute Sommerfeld (MLS): Strukturelle Informationen: Repräsentation\, Interpretation\, Reduktion\nHerbert Hörz (MLS): Schlusswort \n13.30 bis 17.00 Uhr\,\nOrt: Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal\n 
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SUMMARY:September-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt zur planmäßig am 12.September 2013 stattfindenden September-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nArne Heise (MLS) \nGovernance without government oder die Eurokrise und was mit dem europäischen Gouvernance-System nicht stimmt\n10:00 Uhr bis 12:00 Uhr; Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Heise (53) ist Wirtschaftswissenschaftler und Mit­glied der Leibniz-Sozietät seit 2007. Er hat eine Professur für VWL\, insbesondere Finanzwissenschaft und Public Governance\, an der Universität Hamburg inne. An der Universität Bremen wurde er promoviert und habilitierte er sich\, hatte Professuren an der Wirtschaftsuniversität Wien\, der Universität zu Köln inne\, ist affiliierter Professor an der Izmir University of Economics und Visiting Fellow am St. Edmund’s College der Cambridge University. \nAbstract:\nDie Weltfinanzkrise von 2008 – 2010 wird als tiefste weltweite Depression seit der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre betrachtet. Wenn sie letztlich nicht ganz so einschneidend war wie die Weltwirtschaftskrise\, dann deshalb\, so die Europäische Kommission\, weil man die Lektion der 1930er Jahre gelernt und deren Lehren insbesondere in das Europäische Governance-System institutionell eingebaut habe.\nIn dem Vortrag wird argumentiert\, dass diese Einschätzung der Kommission allzu positiv erscheint. Im Gegensatz dazu muss festgestellt werden\, dass die institutionellen Vorkehrungen des Europäischen Governance-Systems wesentlich mit dazu beigetragen haben\, dass die Weltfinanzkrise in einigen EU-Mitgliedsstaaten daraus vergleichbare Dimensionen mit der Weltwirtschaftskrise angenommen hat und deshalb eine Reform des EU-Governance-System unausweichlich ist.
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SUMMARY:September-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften lädt zur planmäßig am 12. September 2013 stattfindenden September-Sitzung ein\, auf der der folgende Vortrag präsentiert und zur Diskussion gestellt wird \nJörg Matschullat (TU Freiberg): \nGeochemie und Klimaforschung. Prozesse auf verschiedenen Zeit- und Raumskalen\n10.00 bis 12.00 Uhr\,\nRathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Matschullat ist Geowissenschaftler. Früh kam er mit Menschen diverser Kontinente in Berührung und war u.a. motiviert\, Fremdsprachen zu lernen und die Welt kennenzulernen. Das Geologiestudium\, zunächst in Clausthal-Zellerfeld\, später bis zum Abschluss in Tübingen (1983) unterstützte beides. Teilweise längere Arbeitsaufenthalte in Brasilien\, den Kapverdischen Inseln\, Ghana\, Griechenland und Südindien prägten ihn zum Teil wesentlich. Neben den Geowissenschaften faszinierten jedoch auch andere Fachbereiche\, und so suchte er sich ein eigenes interdisziplinäres Studium zusammen.\nSeit dem Promotionsstudium an der Universität Göttingen (1984 bis 1989) und den anschließenden Jahren als Post-Doc\, wiederum an der TU Clausthal und in Heidelberg standen umweltgeochemische Arbeiten in stark interdisziplinären Projekt(verbünden) im Vordergrund.\nNach Habilitation in Geologie und Mineralogie (1995) und der Berufung (1999) auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Geoökologie an der TU Bergakademie Freiberg (heute Geochemie und Geoökologie) weitete sich das Forschungsfeld nochmals und umfasst heute auf den ersten Blick so heterogen anmutende Bereiche wie Atmosphären- und (regionale) Klimaforschung\, Analytische und Umweltgeochemie sowie Nachhaltigkeitsfragen. Neben nach wie vor laufenden Arbeiten in Brasilien sind Aktivitäten vor allem mit Kollegen in Australien\, Japan und Kanada hinzugekommen.\nDekan der Fakultät für Geowissenschaften\, Geotechnik und Bergbau war er von Dezember 2009 bis März 2013. Er ist Mitglied im Klimanetzwerk Sachsen. \nAbstract:\nDas vielleicht bislang klügste Buch zum Thema Kimawandel wurde 2009 von Mike Hulme veröffentlicht: „Why we disagree about climate change …“ („Warum Klimawandel für Streit sorgt. Kontroversen\, Tatenlosigkeit und Chancen verstehen“). Nach einer kurzen und wohl ungewöhnlichen Einführung zum Thema Klimawandel wird an mehreren konkreten Beispielen gezeigt\, wie der Fokus auf einzelne Raum- oder Zeitskalen schnell den Blick zu trüben vermag\, wenn es darum geht\, Prozesse im System Erde richtig zu verstehen. Dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf naturwissenschaftlichen Aspekten\, andere wichtige Sichtweisen der Wirklichkeit werden allenfalls gestreift.\nNebel- und Regentropfen werden dabei ebenso eine Rolle spielen wie Partikel in der Atmosphäre\, ein kleines Bundesland wie Sachsen ebenso wie ein Blick auf Mittelosteuropa und die ganze Nordhemisphäre. Und zur Illustration der Bedeutung von Skalen im Verständnis von Prozessen\, die auch uns Menschen zum Teil intensiv betreffen\, werden schließlich gar ressourcenbezogene Beispiele diskutiert – wie finden wir Lagerstätten und wie finden wir heraus\, ob Berlin eine saubere oder eine von Schadstoffen belastete Stadt ist? Auch hier geht es von der lokalen Raumskale bis zur kontinentalen – und am Ende hofft der Vortragende\, der Zuhörerschaft einige Anregungen gegeben zu haben\, dass es sich lohnt\, dieselben Gegenstände bzw. Fragen und Herausforderungen mit unterschiedlichen Brillen zu betrachten. \n 
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DESCRIPTION:Der traditionelle Leibniz-Tag 2013 steht unter dem Motto: \n20-jähriges Bestehen der Gelehrtengesellschaft Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin als e.V. – Rückblick auf einen schwierigen aber erfolgreichen Entwicklungsabschnitt\nEinladung und Tagesordnung\n04. Juli 2013 10:00 Uhr bis 17.00 Uhr \n 
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SUMMARY:Sitzung des Arbeitskreises "Gesellschaftsanalyse und Klassen"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis “Gesellschaftsanalyse und Klassen” trifft sich zu seiner nächsten Sitzung \nam Freitag\, den 14. Juni um 15.00 bis 17:00 Uhr. \nOrt: BISS e.V. Pettenkoferstraße 16 – 18 \nDiskutiert wird das geänderte Thema \nWachstum und Wachstumskritik\nVortrag: MLS Dr. U. Busch: Wachstumsverzicht oder moderates Wachstum? Zum Disput zwischen Ökonomen und Nichtökonomen \nDazu begleitende Arbeit als Download \nEs Interessenten wenden sich für weitere Informationen bitte an MLS Michael Thomas (thomas@biss-online.de)
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SUMMARY:Juni-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zur planmäßig am 13. Juni 2013 stattfindenden Plenar-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zum \nKolloquium „Schwerhörigkeit und Tinnitus“\n\n13.30 bis 15.30 Uhr\, Ort: Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nHeidi Olze (Charité Berlin): Therapie der Schwerhörigkeit \nC.V.:\nFrau Prof. Olze ist Ärztin. Seit dem Studium in Berlin arbeitet sie an der HNO-Klinik der Charité: 1992-1998 als Assistenzärztin\, seit 1999 als Fach-\, seit 2002 als Oberärztin\, seit 2003 als Leitende Oberärztin und Stellvertretende Klinikdirektorin der HNO-Klinik der Charité (Campus Virchow-Klinikum) und seit 2010 als Direktorin der HNO-Klinik der Charité-Universitätsmedizin Berlin\, Campus Virchow Klinikum (CVK) und Charité Campus Mitte (CCM). Im April 2012 wurde sie zur Außerplanmäßigen Professorin ernannt. Zusätzlich hat sie sich für Plastische Operationen\, in Allergologie\, als Health Care Managerin und als Medizindidaktikerin qualifiziert. Sie gehört der Deutschen Gesellschaft für Hals-\, Nasen- und Ohrenheilkunde\, Kopf- und Hals-Chirurgie\, der Otorhinolaryngologischen Gesellschaft zu Berlin\, der Deutschen sowie der Berlin- Brandenburger Cochlear-Implant-Gesellschaft\, der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI)\, dem Network of Excellence: Global Allergy and Asthma European Network sowie der AG Klinische Immunologie\, Allergologie und Umweltmedizin der DGHNO an\, letzterer als Vorsitzende des Vorstands. Mit Kollegen in Warszawa\, Gent und Bordeaux arbeitet sie zusammen. \nAbstract:\nHörstörungen sind häufig\, betreffen alle Altersklassen und können vielfältige Ursachen haben. Das Versorgungspektrum ist breit und reicht bis zu Hörimplantaten. Bei den Cochlea-Implantaten (CI)\, ursprünglich nur für ertaubte Erwachsene und taub geborene Kinder gedacht\, hat sich in den letzten Jahren das Anwendungsspektrum stark erweitert. So werden heute auch Patienten mit Resthörfähigkeit und sogar einseitig taube Patienten erfolgreich mit diesem Implantat versorgt. Neue\, schonende Operationsmethoden und moderne Implantate erlauben die Versorgung sehr kleiner Kinder und auch über 80-jähriger Patienten.\nAn der HNO-Klinik der Charite\, wo jährlich mehr als 130 solcher Implantationen durchgeführt werden\, haben wir in den letzten Jahren zahlreiche Studien zu einer  komplexeren Beurteilung des Behandlungserfolges nach CI durchgeführt. Die CI-Versorgung führt neben der Verbesserung des Hörens und Sprachverstehens auch zu einer besseren Lebensqualität und geringerer Tinnitus- und Stressbelastung. Auch bestehende Begleiterkrankungen wie Depressivität und Ängstlichkeit besserten sich signifikant. Ältere\, über 70-jährige\, Patienten profitieren in vergleichbarer Weise wie jüngere\, wobei sich der Nutzen des CI über die Hörverbesserung hinaus auch auf soziale und psychologische Bereich erstreckt. Insgesamt stellt die Cochlea-Implantat-Versorgung heute bei entsprechender Indikation ein risikoarmes und äußerst erfolgreiches Verfahren zur Hör-Rehabilitation gehörloser bzw. hochgradig schwerhöriger Kinder und Erwachsener dar. \nBirgit Mazurek (Charité Berlin): Molekularbiologische Aspekte bei Tinnitus \nC.V.:\nFrau Prof. Mazurek ist Ärztin. Nach dem Studium in Rostock arbeitet sie seit 1995 an der HNO-Klinik der Charité\, ab 2001 als Fachärztin. Seitdem leitet sie das dortige Tinnituszentrum; seit 2004 auch das Molekularbiologische Forschungslabor der HNO-Klinik. 2007 habilitierte sie sich mit einer Arbeit über die Rolle von Hypoxie und Ischämie bei der Entstehung von Hörstörungen. \nAbstract:\nTinnitus ist definiert als subjektive Wahrnehmung eines Geräusches bei Fehlen einer äußeren Schallquelle. In der Regel geht Tinnitus mit Hörstörungen einher\, kann aber auch als unabhängiges Symptom auftreten. Die Ursachen für seine Entstehung können sehr vielseitig sein\, darunter Lärm\, ototoxische Substanzen\, Altern\, Stress\, Entzündungen und Durchblutungsstörungen.\nIn die Tinnitusentstehung sind periphere und zentrale Strukturen involviert. Wesentliche periphere Strukturen sind innere und äußere Haarzellen sowie das Spiralganglion. Wesentliche zentrale Strukturen sind die Nuclei cochlearis ventralis und dorsalis\, der Colliculus inferior\, der obere Olivenkomplex\, der Corpus geniculatum mediale und der sekundäre und primäre Cortex. Prinzipiell wird angenommen\, dass Tinnitus durch eine Dysbalance zwischen exzitatorischen und inhibitorischen Aktivitäten\, sowohl auf der Ebene von peripheren als auch zentralen Schaltstellen verursacht bzw. verstärkt wird. Damit wird das Tinnitusgeräusch als ein Phantomreiz angesehen. Daher kann er in die Gruppe der hyperaktiven Erkrankungen des auditorischen Systems eingeordnet werden.\nAufgrund dieser Erkenntnisse steht in den letzten Jahren in der Tinnitustherapie nicht mehr seine Beseitigung im Vordergrund\, sondern die Umlenkung der Wahrnehmung und subjektiven Bewertung sowie die Behandlung von Komorbiditäten. Dies führt letztendlich zu einer Kompensation und Habituation\, Verringerung des Leidensdruckes und Verbesserung der Lebensqualität.\nDie wesentliche\, bislang nicht gelöste Herausforderung besteht jedoch darin\, bei einem unter Tinnitus leidenden Patienten die individuelle Ursache zweifelsfrei zu belegen und eine individuelle Therapie anzustreben; denn Aussicht auf einen Heilungserfolg bietet nur eine ursachengerichtete Therapie.\nAls Zukunftsperspektive werden in der gesamten therapeutischen Medizin große Hoffnungen auf Fortschritte in der molekularen und zellbiologischen Therapie gesetzt\, da die derzeitigen Therapien für viele Erkrankungen unbefriedigend sind. Auf Grund des komplexen Charakters hinsichtlich der Ursachen\, der Entstehung und der klinischen Symptomatik gilt das insbesondere auch für Tinnitus.\nDie Forschung konzentriert sich daher auf neue Möglichkeiten der Protektion\, Reparatur bzw. den Ersatz der Haarzellen und der Neurone des Spiralganglions. Die enge Verknüpfung von Hörvermögen und Tinnitus lässt allerdings erwarten\, dass eine erfolgreiche Gentherapie des Hörvermögens auch Hoffnungen für neue Therapieansätze des Tinnitus ermöglicht. \nChristian Maschke (TU Berlin): Fluglärm – Schallschutz und Gesundheit \nC.V.:\nDr. Maschke ist Ingenieur. Nach dem Studium der politischen Wissenschaften sowie der Elektrotechnik (Schwerpunkt Akustik) wurde er 1992 an der TU Berlin promoviert\, wo er sich auch 1998 habilitierte. Seit 1996 ist er als unabhängiger Gutachter für Behörden\, Gerichte und Unternehmen der privaten Wirtschaft tätig. 1986 bis 1998 nahm er eine Gastprofessur an der Technischen Universität Berlin wahr\, gleichzeitig mehrere Lehraufträge an der Fachhochschule der Deutschen Bundespost\, der Humboldt-Universität und der Freien Universität Berlin. Seit 1998 ist er Privatdozent an der Technischen Universität Berlin; zur gleichen Zeit wurde er stellvertretender Leiter der Projektgruppe „Umweltbezogene Erkrankungen“ am Robert Koch-Institut und Lehrbeauftragter an der Hochschule Mittweida. Nach knapp zweijähriger Tätigkeit als Leiter des Fachgebietes „Lärm“ bei der Müller-BBM GmbH München machte er sich 2003 als beratender Ingenieur für Immissionsschutz selbstständig. Seit 2010 ist er Referent für Fluglärm im Brandenburger Landesamt für Umwelt\, Gesundheit und Verbraucherschutz.\nAus seiner Feder stammen mehr als 250 Publikationen bzw. Stellungnahmen. Er ist principal advisor bei der WHO\, Mitglied im redaktionellen Beirat der Zeitschrift “Noise & Health“ sowie aktives Mitglied im DIN-Ausschuss NALS A2. 2002 bis 2006 war er Sprecher des interdisziplinären Forschungsverbunds „Lärm & Gesundheit“ an der Technischen Universität Berlin\, 2007 bis 2010 Mitglied in der Eidgenössischen Kommission zur Beratung der Schweizer Bundesbehörden in Fragen der Lärmbekämpfung. \nAbstract:\nTrotz der Erfolge beim Reduzieren der Triebwerksgeräusche und der Umströmungsgeräusche hat die Geräuschbelastung in der Umgebung von Flughäfen und Landeplätzen aufgrund der stetigen Zunahme des Flugverkehrs zugenommen. Dieser Trend ist auch für die kommenden Jahre zu erwarten.\nVor diesem Hintergrund wird der Schutz vor lärmbedingten organischen Erkrankungen\, Belästigungen oder Funktionsstörungen zunehmend wichtiger. Darüber hinaus hat die epidemiologische Forschung auf dem Gebiet der Lärmwirkung in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Viele der bis zum Jahr 2000 publizierten Studien lassen nur einen Trend zu erhöhten Gesundheitsrisiken ab Dauerschallpegeln von 65 dB(A) erkennen. Neue Erkenntnisse liegen vor allem bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und zeigen Gesundheitsrisiken bereits bei deutlich geringeren Dauerschallpegeln.\nDa Fluglärm von oben einwirkt\, ist eine Abschirmung (z.B. Schallschutzwände) kaum möglich. Auch die Möglichkeit\, Wohn- oder Schlafräume auf die von der Schallquelle abgewandte Seite zu verlegen\, ist im Gegensatz zu Straßenverkehrs- oder Schienenlärm nicht gegeben. Kann der Flugverkehr nicht verlegt oder vermieden werden\, so verbleibt der Technische Schallschutz (Einhausung) als letzte Möglichkeit. Neben allgemeinen Anforderungen wird kurz auf die Schallschutzproblematik am Flughafen Berlin-Brandenburg eingegangen.
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SUMMARY:Juni Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften lädt zur planmäßig am 13.Juni 2013 stattfindenden Juni-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nEkkehard Diemann (MLS): Johannes Kunckel und das Gold \n10.00 bis 12.00 Uhr\, Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Diemann (69) ist Chemiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2004. Nach Studium in Göttingen und Promotion in Dortmund ist er seit 1977 an der Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld tätig (Schwerpunkte: Anorganische und Analytische Chemie\, Chemieunterricht). Er ist Gastprofessor an der Fakultät für Exakte Wissenschaften an der Nationaluniversität La Plata (Argentinien) und war Gastwissenschaftler am Dalian Institute of Chemical Physics der Academia Sinica. Seit 2007 ist er Honorarprofessor an seiner Fakultät. \nAbstract:\nDer Vortrag beschäftigt sich nach einer kurzen Kulturgeschichte des Goldes und Informationen zur Person von Johannes Kunckel (1630 -1703) mit den von Kunckel in seinem Buch „Collegium physico-chymicum experimentale“ 1716 publizierten Vorstellungen über die Prozesse\, die sich bei der Herstellung von Goldrubinglas abspielen. Später haben sich dann so bedeutende Wissenschaftler wie J. J. Berzelius\, M. Faraday und R. Zsigmondy (Nobelpreis 1925) mit diesem Thema beschäftigt\, das bis in die neueste Zeit aktuell geblieben ist. Was wissen wir heute mehr\, als Johannes Kunckel schon wusste?
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SUMMARY:Juni-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt zur planmäßig am 13. Juni 2013 stattfindenden Juni-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nJörg Roesler (MLS): Counterfactual History. Ihre Anwendung auf die Erforschung  und Darstellung der DDR-Geschichte \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin\, Rathaus Tiergarten; Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Roesler (72) ist Wirtschaftswissenschaftler und Mit­glied der Leibniz-Sozietät seit 1996. Er studierte ab 1959 Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität\, arbeitete am dortigen Institut für Wirtschaftsgeschichte und ab 1974 am von Jürgen Kuczynski gegründeten Akademieinstitut in Berlin. Er hielt Vorlesungen zur Wirtschaftsgeschichte der DDR\, Deutschlands und des Auslands\, forschte zur Industriegeschichte der DDR und zur Wirtschaftsgeschichte der sozialistischen Länder. Nach 1991 untersuchte er die Transformation in Ostdeutschland und in den osteuropäischen Ländern. Seine Lehrtätigkeit setzte er bis 2006 fort\, u. a. an der Universität der Künste\, Berlin\, und als Gastprofessor in Kanada und den USA. \nAbstract:\nIn den USA entstanden\, hat der Zweig der Kontrafaktischen Geschichte\, auch als Eventualgeschichte\, virtuelle Geschichte oder „Geschichte im Konjunktiv“ bezeichnet\, unter deutschen Historikern als Forschungsmethode seit Mitte der 1980er Jahre Anhänger gefunden. Die Eventualgeschichte hat sich zur Aufgabe gemacht\, auf Alternativen zur geschehenen Entwicklung\, die nicht realisiert wurden\, aufmerksam zu machen. Sie kann\, sofern sie bestimmte Regeln einhält\, die im Beitrag vorgestellt werden\, dazu benutzt werden\, die durch die traditionelle Historiografie gewonnene Kenntnis über den realen Geschichtsverlauf zu ergänzen und zu bereichern. Die Counterfactual History dient dabei nicht nur zur besseren Ausleuchtung der Realgeschichte\, sondern auch der wünschenswerten Korrektur der Realgeschichtsschreibung\, da sie geeignet ist\, einer der Realgeschichte innewohnenden Schwäche\, dem Hang vor allem ihrer Zeitgeschichtsschreibung zur teleologischen Geschichtsbetrachtung wirkungsvoll zu begegnen. Besonders angeraten ist ihre Anwendung auf die DDR-Geschichte\, deren „Aufarbeiter“ sie – ausgehend von deren Ende – gern als vierzigjährige Geschichte eines unvermeidlichen „Untergangs auf Raten“ darstellen. Mit Hilfe der Counterfactual History lässt sich begreifen\, dass für die DDR durchaus die Möglichkeit bestand\, nur einige wenige Jahre\, aber auch deutlich weitaus länger als vier Jahrzehnte zu existieren.
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SUMMARY:Ankündigung: Jahrestagung der Leibniz-Sozietät 2013
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. veranstaltet zusammen mit dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität Potsdam eine wissenschaftliche Tagung\, die in die Reihe der Jahrestagungen der Leibniz-Sozietät als Jahrestagung 2013 eingeordent ist. \nThema:\n„Inklusion und Integration“ \nDie Veranstalter verweisen mit Freude auf eine Reihe sehr erlesener Referenten und möchten insbesondere auf den Vortrag der \nMinisterin Dr. Martina Münch (Potsdam)\nzum Thema:\n“Bildungspolitische Implikationen der Inklusion“ \nhinweisen. \nDownload Vorläufiges Programm\nEinladung-Flyer
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SUMMARY:Mai-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zur planmäßig am 16. Mail 2013 stattfindenden Plenar-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nPeter Brandt (Hagen): Zur Verfassungsrechtsproblematik in Europa \n13.30 bis 15.30 Uhr; Berlin Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Brandt (64) ist Politikwissenschaftler. Nach dem Studium der Geschichte\, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre sowie der Promotion an der FU Berlin arbeitete er ebendort als Assistent sowie als freier Publizist bis zur Habilitation. Seit 1989 hat er an der FernUniversität Hagen eine Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte inne; seit 2002 ist er dort auch Direktor des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften. Er ist Mitglied des Vorstands der Friedrich-Ebert-Stiftung und Sprecher des Kuratoriums der Deutschen Gesellschaft. 2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.\nAm vierbändigen “Handbuch der europäischen Verfassungsgeschichte” ist er als Mitherausgeber beteiligt\, außerdem gibt er das Online-Magazin „Globkult“ heraus. Er ist Autor zahlreicher Buch- und Zeitschriftenpublikationen zu diversen Themen der europäischen\, insbesondere der mittel- und nordeuropäischen Geschichte seit dem 17. Jahrhundert; allein in den letzten fünf Jahren kam er auf 21 Veröffentlichungen. \nAbstract:\nSeit 2004/06 erscheint unter der Mitherausgeberschaft des Referenten das „Handbuch der europäischen Verfassungsgeschichte im 19. Jahrhundert“ mit Quellen-CD-ROM. Neben den vier Bänden für den Zeitraum von etwa 1770 bis 1914 wird eine zweite Reihe für das 20. und frühe 21. Jh. vorbereitet.\nDer Vortrag fußt auf der Konzeption des Handbuch-Projekts\, dem ein erweiterter und empirischer\, an die Gesellschaftsentwicklung angebundener Verfassungsbegriff\, die flächendeckende Behandlung ganz Europas (einschließlich Russlands und des Osmanischen Reiches)\, ein einheitliches Raster mit zwölf gleichbleibenden Gliederungspunkten (wie „Wahlrecht“ und “Finanzen“) der diversen Länderbeiträge sowie die Verbindung von Darstellung und Dokumentation zugrunde liegen.\nDas 19. Jh. war das Jahrhundert des Konstitutionalismus schlechthin. An seinem Anfang stand der Durchbruch zur Verfassungsstaatlichkeit im modernen Sinn überhaupt\, an seinem Ende der sich abzeichnende Durchbruch zum Parlamentarismus und – nicht damit identisch – zur politischen Demokratie (auch wenn diese zwischen den späten 20er und den frühen 40er Jahren des 20. Jh. noch einmal in die Defensive geriet). Dabei lassen sich\, trotz aller nationalstaatlichen Eigenentwicklungen\, Diskrepanzen und Ungleichzeitigkeiten\, so etwas wie große europaweite Verbindungslinien\, etwa in Gestalt bestimmter Verfassungswellen und auch Verfassungsregionen\, ausmachen.\nVerfassungsgeschichte ist nicht zuletzt Verfassungs-Rechtsgeschichte (sowohl im formellen wie im materiellen Sinn)\, wobei das Recht als eine eigene\, relativ autonome und auf die anderen Bereiche zurückwirkende Sphäre des gesellschaftlichen Lebens verstanden wird. Verfassungsgeschichte kann aber nicht in der Verfassungs-Rechtsgeschichte aufgehen\, wenn sie auch nur die Entwicklung der politischen Strukturen im engeren Sinn untersuchen will. Darüber hinaus muss sie das Spannungsverhältnis thematisieren\, das sich seit dem 18. Jh. zwischen der Beharrungstendenz des rechtlich oder gewohnheitsrechtlich fixierten politischen Systems und der Dynamik des permanenten\, sich beschleunigenden wirtschaftlich-sozialen Wandels auftat. Von daher würde sich die Teildisziplin Verfassungsgeschichte nicht so sehr durch die Ausgrenzung der sozialen Strukturen und Prozesse\, sondern durch den spezifischen Gesichtspunkt\, unter dem die gesellschaftliche Entwicklung betrachtet wird\, von anderen Teildisziplinen wie der Sozialgeschichte und der Politikgeschichte unterscheiden.
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SUMMARY:Mai-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt zur planmäßig am 16. Mai 2013 stattfindenden Mai-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nNorman Paech (Hamburg): Das Recht zum Krieg – zu neuen Entwicklungen in der Völkerrechtsdiskussion der BRD \n10.00 bis 12.00 Uhr\, Berlin\, Rathaus Tiergarten\, Ort: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Paech (75) ist Rechtswissenschaftler. Nach dem Studium der Geschichte und des Rechts an den Universitäten Tübingen\, München\, Paris und Hamburg (Promotion 1965) absolvierte er noch ein Zusatzstudium am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik Berlin. Das befähigte ihn zur Arbeit im Bundesministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in Bonn (1968 bis 1972). Danach war er für zwei Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW) in Hamburg. 1975 wurde er zum Professor für Politische Wissenschaft an der Einstufigen Juristenausbildung der Universität Hamburg berufen\, 1982 zum Professor für öffentliches Recht an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg.\n1969 bis 2001 war er SPD-Mitglied\, 1972 bis 1973 gehörte er dem Juso-Landesvorstand Hamburg an. 1977 bis 1986 war er der Vorsitzende der Vereinigung demokratischer Juristen (VDJ) in der BRD. 2007 trat er der Partei DIE LINKE bei\, war 2005-2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und Außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE.\nProf. Paech engagiert sich außer in der VDJ in der “Freundschaftsgesellschaft Vietnam-BRD”\, im Wissenschaftlichen Beirat von “International Association of Lawyers against Nuclear Armement” (IALANA) und von “International Physicians for the Prevention of Nuclear War” (IPPNW) sowie bei Attac und im Auschwitz-Komitee.\nJüngste Veröffentlichung: Paech\, Stuby\, Machtpolitik und Völkerrecht in den internationalen Beziehungen\, VSA-Verlag\, Hamburg 2013. \nAbstract:\nDie Epoche seit dem Untergang der Sowjetunion und der Auflösung des Machtgleichgewichts zwischen Ost und West wird durch eine stärkere militärische Interventionspolitik der atlantischen Mächte weltweit gekennzeichnet. Die erhoffte „Friedensdividende“ hat sich nicht eingestellt.\nDie strenge Eingrenzung staatlicher Gewaltausübung durch Kriegsverbot (Briand-Kellogg-Vertrag 1928) und Gewaltverbot (UNO-Charta 1945) widerspricht den Plänen nach Neuordnung der postkolonialen Welt.\nWissenschaft und Politik arbeiten durch die Wiedereinführung alter (humanitäre Intervention) und Formulierung neuer (responsibility to protect\, Antiterrorkampf) Rechtfertigungskonstruktionen daran\, die engen Regeln des Kriegsverbots durchlässig zu gestalten\, um die Differenz zwischen rüstungstechnologischer Kriegsfähigkeit und juristischer Kriegsmöglichkeit zu überwinden.\nDie jahrzehntelange Förderung und Zusammenarbeit mit nachkolonialen korrupten und kriminellen Eliten und Regierungen hat sich nicht als dauerhaft erwiesen. Ihre Beseitigung ruft die alten Kolonialmächte auf den Plan\, die ihre nach wie vor bestehenden ökonomischen und strategischen Interessen auch militärisch sichern wollen. Deshalb erklären alle Militärstrategien der atlantischen Mächte die Sicherung ihrer Handels- und Rohstoffinteressen zur legitimen Aufgabe der Streitkräfte.\nDas Bemühen\, den Entzug des staatlichen Gewaltmonopols und seine Übertragung auf die UNO zu lockern und das alte Recht auf Krieg wieder zu öffnen\, spiegelt die alte koloniale Konfrontation wieder. Denn wo der Schutz vor der übermächtigen militärischen Gewalt nur noch durch das Recht möglich ist\, zerstört die Erosion dieses Rechts die Sicherheit und Souveränität der schwachen Staaten.
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SUMMARY:Mai-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften lädt zur planmäßig am 16. Mai 2013 stattfindenden Mai-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nChristian Kohlert (MLS): Sicherheit gegen Produktfälschung – wissenschaftlich-technische Mittel/Methoden gegen Plagiate und Produktpiraterie \n10.00 Uhr\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1\, 10551 Berlin (U-Bahnhof Turmstraße)\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Kohlert (59) ist Verfahrenstechniker und  Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2011. Nach dem Studium an der TH Merseburg und einer Tätigkeit am Leningrader Technologischen Institut (Promotion 1978) war er bis 1991 wissenschaftlicher Oberassistent an der TH Merseburg. Seitdem arbeitet er bei der Klöckner Pentaplast GmbH in Montabaur: zunächst als Entwicklungsingenieur\, seit 2005 als Direktor für Prozesstechnologie sowie als Projektmanager Russland.\n1998 berief ihn die TU St.Petersburg zum Ehrenprofessor; seit 2008 gehört er der Internationalen Akademie der Wissenschaften des Hochschulwesens (IHEAS) mit Sitz in Moskau an. Er verfügt über 8 russische und 27 internationale Patente\, ist Autor von 7 Büchern oder Buchbeiträgen und 49 Artikeln und hat bisher 18 Dissertationen sowie 100 Diplom- und Masterarbeiten betreut. \nAbstract:\nProduktfälschung ist heute kein Kavaliersdelikt mehr\, werden doch teure Forschungsaufwendungen nicht in Verkaufsmengen umgesetzt\, gehen Nutzeffekte für die Kunden verloren und kommen Arzneimittel mit fehlenden oder minderwertigen Wirkstoffen in Umlauf.\nDer Schutz von Produkten gegen Fälschung steht deshalb heute im Mittelpunkt vieler Diskussionen und Entwicklungen. Damit ist sowohl der Schutz eigener Produkte\, wie Kreditkarten\, elektronische Erzeugnisse oder Tonträger\, als auch der Schutz von Produkten vermittels der Verpackung – z.B. wirkungsvolle Pharmaprodukte oder hochwertige Lebensmittel – zu verstehen.\nDer Markt fordert deshalb zu Recht einen Fälschungsschutz\, der sich auf einfache Weise in das Produkt oder die Verpackung einbringen lässt sowie es erlaubt\, die Originalität des Produktes leicht und eindeutig wiederzuerkennen.\nKlöckner Pentaplast als der führende Hersteller von innovativen Hartfolien für Verpackungszwecke und technische Anwendungen beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Aufgabe\, Verpackungsfolien so zu kennzeichnen\, dass sie wiedererkennbar für den Folienhersteller und nutzbar als Produktschutz für den Verarbeiter werden. Dazu wurden herkömmliche Systeme auf ihre Anwendbarkeit geprüft\, eigene Ideen entwickelt und großtechnisch umgesetzt.
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SUMMARY:15th Leibniz Conference of Advanced Science
DESCRIPTION:Das Leibniz-Institut für interdisziplinäre Studien e. V. veranstaltet die 15th Leibniz Conference of Advanced Science unter dem Thema: \n“Erneuerbare Energien 2013”\nam 2. und 3. Mai 2013;\nOrt: Forum Adlershof\, Rudower Chaussee 24\, 12489 Berlin
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SUMMARY:Sitzung des Arbeitskreises “Gesellschaftsanalyse und Klassen”
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis “Gesellschaftsanalyse und Klassen” trifft sich zu seiner nächsten Sitzung \nam Freitag\, den 19. April um 15.00 Uhr. \nOrt: BISS e.V. Pettenkoferstraße 16 – 18 \nDiskutiert wird mit PD Dr. habil. Raj Kollmorgen (Universität Jena) zur vergleichenden Transformationsforschung. \nInteressenten wenden sich für Texte oder/und weitere Informationen bitte an Michael Thomas (thomas@biss-online.de)
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SUMMARY:Eugen-Goldstein Kolloquium "Wissenschaft und Öffentlichkeit"
DESCRIPTION:Wissenschaftliches Kolloquium anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Berliner URANIA \nGemeinsame Veranstaltung der URANIA Berlin und der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin Weitere Einzelheiten: \nProgramm \n \nEinladung \n  \n 
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SUMMARY:April-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät lädt zur planmäßig am 11. April 2013 stattfindenden Plenar-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nPeter Fleissner (MLS):\n Gegen den Strich gebürstet – Anwendungen der Marxschen Arbeitswerttheorie auf moderne Volkswirtschaften \nAchtung:\nVeranstaltungsort: Rathaus-Mitte\, Karl-Marx-Allee 31; BVV-Saal\, 13.30 Uhr \nC.V.:\nProf. Fleissner (69) ist Sozialkybernetiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2002. Ab 1971 arbeitete er als Abteilungsleiter für Ökonomie am Institut für Höhere Studien in Wien\, ab 1973-1989 als Senior Researcher und von 1978 bis 1989 als stellvertretender Direktor des Instituts für sozio-ökonomische Entwicklungsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 1974-1982 war er Teilzeit-Mitarbeiter des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien\, von 1990 bis 2006 Ordinarius für Sozialkybernetik an der Technischen Universität Wien.\n1997 bis 2000 leitete er als Beamter auf Zeit die Abteilung “Technology\, Employment\, Competitiveness and Society” des Instituts für Prospektive Technologische Studien (IPTS) der Europäischen Kommission in Sevilla\, danach war er bis 2004 Abteilungsleiter für die Europäische Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Wien.\nDerzeit lebt er im Ruhestand in Wien\, arbeitet aber weiter als freier Konsulent und als Lektor an der Fakultät für Forschung und Fortbildung des Instituts für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt. 2006 war er in Shanghai Mitbegründer der “World Association of Political Economics” (WAPE)\, die eine internationale Zeitschrift “World Review of Political Economics” herausgibt. Er ist Vorsitzender der NGO transform!at.\nSeine Arbeitsgebiete sind Informationsgesellschaft\, Arbeitswerttheorie und mathematische Simulationsmodelle. Weitere Informationen unter: http://peter.fleissner.org/homepage/default.htm \nAbstract:\nAls toter Hund bereits von der wissenschaftlichen Tagesordnung verbannt\, zeigt sich Marx in seiner Wirtschaftstheorie als überraschend vital und brauchbar. Nicht nur die von ihm aufgezeigte Neigung kapitalistischer Ökonomien zu krisenhaftem Verhalten erfährt ihre Bestätigung. Wendet man die Marxsche Arbeitswertlehre auf gegenwärtige Volkswirtschaften an\, sind gute Vorhersagen der empirisch beobachteten relativen Preise möglich. Anhand der jüngsten österreichischen Input-Output Tafeln wird gezeigt\, dass die Marxsche Theorie der Produktionspreise die Umsätze der einzelnen Wirtschaftszweige mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit prognostizieren kann. Seine Überlegungen zu einfacher und komplizierter Arbeit bestehen ebenfalls den Test mit empirischen Daten. Schließlich wird gezeigt\, dass das Marxsche Konzept der Arbeitswerte für Dienstleistungen Widersprüche enthält. Eine verbesserte Berechnungsmethode wird präsentiert und auf österreichische Wirtschaftsdaten angewendet.
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SUMMARY:April-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften lädt zur planmäßig am 11. April 2013 stattfindenden April-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nErdmute Sommerfeld (MLS) & Werner Krause (MLS):\n„Objektiv\, aber speziell“: Psychologie als Naturwissenschaft \nAchtung:\nVeranstaltungsort Rathaus-Mitte\, Karl-Marx-Alle 31\, Raum 121\, 10.00 Uhr \nC.V.:\nFrau Prof. Sommerfeld ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2004. Nach dem Studium der Physik an der Technischen Hochschule Magdeburg arbeitete sie von 1969 bis 1991 an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin\, später Akademie der Wissenschaften der DDR\, am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse – mit dem Forschungsschwerpunkt „Mathematisch-psychologische Elementaranalyse der menschlichen Informationsverarbeitung“ (Promotion 1979 zum Dr. rer. nat.). Von 1985 bis zur Abwicklung der Akademie der Wissenschaften leitete sie die Abteilung “Mathematische Modellierung und Simulation kognitiver Prozesse”\, danach die Projektgruppe “Mathematische Psychologie” im Rahmen des Wissenschaftler-Integrations-Programms (WIP). Nach der Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin 1993 war sie wissenschaftliche Oberassistentin am Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1994 erhielt sie den Ruf auf die Dozentur “Methoden der Psychologie” der Universität Leipzig und wurde 2003 zur Außerplanmäßigen Professorin ernannt.\nIn der International Society for Psychophysics war sie die Vorsitzende des Programm- und Organisationskomitees für den “Fechner Day 2001” in Leipzig – das Internationale Symposium zu Ehren des 200. Geburtstages von G. Th. Fechner\, des Begründers der Psychophysik und Wegbereiters für die experimentelle Psychologie.\nZu ihren Veröffentlichungen gehören mehrere Bücher sowie zahlreiche Fachartikel zur Modellierung und Analyse kognitiver Strukturen und Prozesse. \nProf. Krause ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1999. Nach dem Studium der Medizinischen Elektronik\, Radiologischen Technik und Theoretischen Physik an der Technischen Universität Ilmenau arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Hirnforschungsinstitut der Universität Leipzig und am Psychologischen Institut der Humboldt-Universität Berlin\, wo er 1969 promoviert wurde. Es folgten die Leitung der Abteilung Problemlösen am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Deutschen Akademie der Wissenschaften (später Akademie der Wissenschaften der DDR) sowie die Habilitation (1978). 1987 wurde er auf den Lehrstuhl Allgemeine Psychologie II der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen; 1990 bis 1992 war er dort Dekan; 2003 wurde er emeritiert.\nIn seinen zahlreichen Originalbeiträgen und den von ihm (mit-)herausgegebenen Büchern geht es vorzugsweise um die menschliche Informationsverarbeitung sowie um das Verhältnis von Psychologie und Naturwissenschaften. \nAbstract:\nDer Vortrag knüpft an den Vortrag von Helga und Lothar Sprung „Einheit in der Vielfalt. Zur Entwicklung der Psychologie im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften“ vom Oktober 2012 an.\nEine besonders wichtige Phase für die Entwicklung der Psychologie begann mit den Anfängen der griechischen Naturphilosophie. In dieser Zeit wurden Theorien und Hypothesen entwickelt\, die heute noch für die Psychologie von grundlegender Bedeutung sind. Sie konnten jedoch mit den damaligen Methoden nicht überprüft werden. Ein notwendiger Paradigmenwechsel und der Transfer von Theorien und Untersuchungsmethoden aus naturwissenschaftlichen Disziplinen und der Mathematik führten zur Entwicklung der Psychologie als Einzelwissenschaft auf naturwissenschaftlicher Grundlage.\nFür den Vortrag haben die Autoren drei theoretische Ansätze aus der griechischen Naturphilosophie ausgewählt\, die sich auf Grundprinzipien des Denkens beziehen. Das betrifft die Schwerpunkte „Formale Logik und Schlussprozesse“\, „Kategorienbildung“ und „Einheitenbildung“. An ausgewählten Paradigmen zeigen sie\, wie man in der heutigen Psychologie solche Prinzipien der menschlichen Informationsverarbeitung auf der Basis naturwissenschaftlicher Methoden und mit Hilfe der Mathematik experimentell untersuchen kann und welche Ergebnisse dabei erzielt wurden. Dabei werden Fortschritte und Grenzen der Psychologie als Naturwissenschaft aufgezeigt.
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SUMMARY:April-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften lädt zur planmäßig am 11. April 2013 stattfindenden April-Sitzung ein\, auf der zur wissenschaftlichen Diskussion aufgerufen wird zu einem Vortrag: \nHeinz Kautzleben (MLS):\n“Erde und Kosmos im Blickfeld der in Berlin ansässigen\, 1700 gegründeten Gelehrtengesellschaft“ \nKlasse Naturwissenschaften: 10.00 Uhr\, Rathaus Mitte\, Karl-Marx-Allee 31\, BVV-Saal \nC.V.:\nProfessor Kautzleben (79) ist Geophysiker. Er wurde 1979 zum Korrespondierenden\, 1987 zum Ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR\, genauer: ihrer Gelehrtengesellschaft\, gewählt. 1992/93 war er beteiligt an der Umwandlung dieser 1700 auf Initiative von Leibniz in Berlin gegründeten Gelehrtengesellschaft zum eingetragenen Verein\, der ab 2007 Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. heißt. Er ist Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.\nProf. Kautzleben war ab 1957 auf seinem engeren und weiteren Fachgebiet forschend und forschungsleitend in Forschungseinrichtungen der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin\, ab 1972: Akademie der Wissenschaften der DDR\, tätig\, wobei er sich auch für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit engagierte:  1975 bis 1990 als Stellvertretender Vorsitzender der Problemkommission „Planetare Geophysik“ der Akademien der sozialistischen Länder\, 1984 bis 1990 als Leiter des Forschungsbereiches Geo- und Kosmoswissenschaften der AdW der DDR und 1987 bis 1991 als 2. Vizepräsident der International Association of Geodesy.\nIm Rahmen der Leibniz-Sozietät befasst er sich mit der Methodologie und der Geschichte der Geowissenschaften und ist seit 2001 Sprecher des Arbeitskreises Geo-\, Montan-\, Umwelt-\, Weltraum- und Astrowissenschaften. \n Abstract:\nSo wie die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin nunmehr als Körperschaft privaten Rechts die Gelehrtengesellschaft fortführt\, die 1700 auf Initiative von Gottfried Wilhelm Leibniz vom damaligen Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. als „Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften“ gestiftet wurde und seitdem in der Hauptstadt Berlin ansässig ist\, und so wie sie die Wissenschaft in den Traditionen dieser Gelehrtengesellschaft fördert\, so strebt der Arbeitskreis Geo-\, Montan-\, Umwelt-\, Weltraum- und Astrowissenschaften der Leibniz-Sozietät an\, auf den von ihm vertretenen Gebieten die Traditionen der Gelehrtengesellschaft zu erschließen und gemäß diesen Traditionen die von ihm vertretenen Gebiete zu fördern. Zu den Maximen dieser Traditionen gehört: Theorie mit der Praxis verbinden\, den Bedürfnissen des Landes entsprechen\, in der Weltwissenschaft mitreden. Im Vortrag wird über die mehr als zehnjährige Tätigkeit des Arbeitskreises berichtet.
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SUMMARY:Tagung des Arbeitskreises "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis “Prinzip Einfacheit” lädt ein zu einer Arbeitstagung mit Vortrag und Diskussion  zum Thema: \nLutz-Günther Fleischer (MLS):\nInformation und Entropien: Komplexe Werk- und Denkzeuge des Prinzips Einfachheit \nAbstract \nDer Arbeitskreis ‚Prinzip Einfachheit‘ der Leibniz-Sozietät hat sich unter verschiedenen Blickwinkeln mit der Einfachheit als Wirk-\, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip auseinandergesetzt und dazu gut begründete Standpunkte sowie ver-allgemeinerungsfähige Erkenntnisse publiziert. (siehe vor allem: E. Sommerfeld et al.\, 2011; R. März\, 2011; W. Ebeling\, 2012). Einige dieser inhaltlichen Ergebnisse und offenen Fragen werden in die Betrachtungen einbezogen – revisited. \nDas methodische und praktische Problem des kontextuell zielgerichteten Vereinfachens stellt sich aus den speziellen Perspektiven der einzelnen Wissenschaftsgebiete – und grenzüberschreitend inter- sowie transdisziplinär – für komplexe Real- und Theoriensysteme mit ihrer Vielzahl und Vielfalt von Elementen und Relationen sowie deren gefächterte Funktionalitäten unter strukturellen und funktionellen Aspekten. Es besitzt maßgebliche wissenschaftliche und naturgemäß wesentliche weltanschauliche Facetten. \nDie exponierten\, originär physikalischen\, inzwischen – aus guten Gründen – ihrem Ursprungsfeld entwachsenen (aber in ihm stetig verwurzelten) Begriffe (ggf. Grö-ßen) Informationen und Entropien fungieren als komplexe Werk- und Denkzeuge des Prinzips Einfachheit. Obwohl beide Kategorien einem Trilemma unterliegen (oder vielleicht sogar wegen der Mehrdeutigkeit und ihrer Vielfalt in der Tiefenstruktur) gehören sie in jeglicher Technologie als komplexe Werk- und Denkzeuge zum Ensemble der maßgeblichen Arbeitsmittel. Technologien subsumieren generell den Modus\, die Art und Weise\, die Verfahren und Strategien\, mit denen der affektiv\, aktional (sensomotorisch) und kognitiv agierende Mensch mit ihm natürlich gegebenen (physischen\, psychischen) oder eigens dafür geschaffenen (artifiziellen) Mitteln und Methoden (Arbeitsmitteln)\, die Arbeitsgegenstände: Stoffe\, Energien\, Informationen bearbeitet\, verarbeitet und umwandelt. Informationen sind sowohl unverzichtbare Arbeitsmittel\, als auch Arbeitsgenstand. Das gilt in ausgezeichneter Weise für den Spezialfall der sich konsolidierenden Kognitionstechnologien. In ihrem Gefolge nimmt der Mensch Informationen aus seiner Umgebung auf\, be-und verarbeitet sie intern und extern\, orientiert und reguliert sein Handeln demgemäß (Informationswech-sel/Kognition) Technologien erscheinen – in ihrer Einheit von Ontischem und Logischem – als Dualität von handlungsorientierten\, objektiv-realen Prozess-Systemen (Sachsystemen) und erkenntnisorientierten\, akkumulierenden und systematisierenden Wissens-Systemen (Theoriensystemen). Sie bilden stets funktionsbestimmte\, ganzheitlich operierende\, hoch komplexe\, dynamische Gesamtheiten/Ganzheiten mit typischen\, gegebenen oder geschaffenen\, Kooperations- und Organisationsformen zwischen ihren konstituierenden\, integrierten Subsystemen. \nVereinfachungen führenin der Regel auf das\, in den zu untersuchenden Zusammen-hängen Wesentliche\, möglichst zudem teilweise Bekannte\, auf Analoges\, Ähnliches\, auf Pendants\, kreative Metaphern etc.\, zurück. Sie sind immer final. Zielführend können u.a. das Formalisieren\, Modellieren\, Differenzieren/Integrieren\, Minimieren/Maximieren\, Separieren/Komplexieren\, Konkretisieren/Abstrahieren sein. Leicht nachvollziehbar ist z.B. jede Abstraktion/Konkretisierung eine intensionale/extensionale Reduktion der betroffenen Designate. Die präzisierende\, inhaltsanreicherende Konkretisierung verengt wesensgemäß den extensionalen Bezugsrahmen der erfassten Sachverhalte\, der Aussagen\, der Lexeme etc. Andererseits erweitert die Abstraktion die extensionale Bezugnahme und vereinfacht die Intension. \nAlle vorangehend angeführten Maßnahmen des Vereinfachens betreffen vornehmlich die kognitive Komplexität. Die Anzahl der strukturellen/funktionellen Einflussgrößen und der Interdependenzen zwischen ihnen herabzusetzen und damit den Komplexitätsgrad (vermutlich genauer: die Kompliziertheit) effektiv zu verringern\, ist in Erkenntnis- und Gestaltungsprozessen realistisch und zielführend\, aber auch anspruchsvoll. Richtig gelesen spricht Mancherlei für J. W. v. Goethes Diagnose in ‚Maximen und Reflexionen‘: „Alles ist einfacher\, als man denken kann\, zugleich verschränkter\, als es zu begreifen ist“ \nFür die quantifizierenden Proceduren des Vereinfachens bedingen sich die experi-mentelle und die mathematische Methode im produktiven Verbund. \nEntropien und Informationen sind originär zwei Grundgrößen der Physik und verallgemeinert zwei fundamentale ‚Perspektiven‘ unter denen Entitäten erfasst werden. Beide tragen einen Doppelcharakter: sind modus-operandi-Systeme’ sowie ‚opus operantis‘\, reflektieren phänomenologisch und/oder statistisch folglich die Art und Weise der Veränderungen\, widerspiegeln deren Prozesscharakter\, die Prozessrichtung\, bewerten die Effekte\, die Ergebnisse des Wirkens. \nEntropien sind generell makroskopische Zustandsgrößen\, zeitliche Mittelwerte und speziell (d.h. hier\, im Sinne der Statistik) Maße für die Menge aller Möglichkeiten im beobachteten Mikrostatus eines Systems\, dadurch Maßstäbe für ‚unvorhersehbare Aktualitäten‘\, für Defizite an Informationen z.B. über die gleichermaßen wahrscheinlichen Mikrozustände\, für ein Quantum an Informationen\, das erforderlich ist\, um die Erkenntnise über den Mikrostatus zu spezifizieren. \nDie experimentell gestützte Gleichung für die Boltzmann/Planck‘sche-Entropie SBP (einem geometrischen Mittelwert der Unbestimmtheit) gehört zu den fundamentalen\, also nicht nur thermodynamisch relevanten\, Postulaten der statistischen Theorie der Materie. Sie bot und bietet die Basis für Analoga. \nDie in Zuständen und naturalen Prozessen miteinander formal und real verbundenen Tatbestände sowie Aussagen der Entropien und Informationen sind exponierte objektive Struktur- und Wertmaße sowohl der faktisch-strukturellen Komplexität der Realien als auch der kognitiven Komplexität ihrer dialektischen Widerspiegelungen (d.h. der Erkenntnisprozesse selbst und daraus resultierender Erkenntnisse – des praktischen und theoretischen Wissens) \nEntropien und Informationen fungieren in diesem Sinn in verschiedenen theoretischen Systemen und in unterschiedlichen Ausprägungen als Explikate solcher Begriffspaare\, wie Bestimmtheit/Unbestimmtheit\, Ordnung/Unordnung\, Wert/Wertlosigkeit. Beide dienen der Aufklärung und Bewertung der Struktur von Informationsträgern\, quantifizieren statistisch die Vorhersagbarkeit von ‚Bewegungen‘ (Veränderungen überhaupt) und Entwicklungen. Sie berücksichtigen\, dass in den Sphären des Mannigfaltigen und Vielfältigen das wirklich Unterscheidbare – das Faktische\, das Aktuelle – prinzipiell und wesensgemäß nicht mit dem möglich Unterscheidbaren – dem Potenziellen– kongruent ist. \nWie alle Explikationen zielen sie grundsätzlich auf Präzisierung\, Verständlichkeit\, sachgerechte Quantifizierung sowie Attraktivität und Effektivität ihrer symbolischen Konstrukte. Das gilt im herausgehobenem Maß für die Antonyme Bestimmtheit/Unbestimmtheit bzw. Ordnung/Unordnung\, deren Ursachen\, Widerspiegelungen\, Nutzens- und Gefahrenmomente (Risiken). \nDer strukturtheoretische Begriff Ordnung bezieht sich auf den realen (faktischen\, aktuellen) Zustand des Systems\, seine Organisation\, d.h. die Existenz (den Aufbau und die Erhaltung) nicht zufälliger\, räumlicher\, zeitlicher und raumzeitlicher Muster aus Untereinheiten der jeweiligen Systeme\, mit spezifischen stofflichen\, energetischen und informationellen Strukturen\, die Funktionalitäten realisieren. \nDie Strukturbildung\, -bewertung und der Strukturerhalt gehören zu den zentralen Problemen der Wissenschaft damit auch der\, in den diskutierten Zusammenhängen hauptsächlich in Anspruch genommenen\, Thermodynamik\, Informations- und Systemtheorie. \nIm ersten Teil des Beitrages werden Überlegungen zu grundlegenden Begriffen und Begriffspaaren des Themas\, wie Struktur\, Prozess\, Entropie\, Information\, Komplexität-Elementarität; Kompliziertheit-Einfachheit; Ordnung-Unordnung; Bestimmtheit-Unbestimmtheit innerhalb des relevanten hochdimensionalen Begriffsgefüges vorgestellt. Sowohl für Experten als auch für gebildete Laien sind erfahrungsgemäß die phänomenologischen Bedeutungen der Begriffe von hauptsächlichem Interesse. \nDer zweite Teil ist primär auf die syntaktisch Information fokussiert. Ihr Verhältnis zu den komplementären\, nur theoretisch zu trennenden\, Komponenten semantische und pragmatische Information wird angesprochen. Die strukturelle Information\, die im Sinne von informatio: ‚sich-in-Form-bringen‘\, ‚strukturiert sein‘\, allen Informationsträgern (das sind simultan Energieträger-darunter stoffliche Strukturen) eigen ist\, fundiert die realen Systeme und deren gedanklich-theoretischen Korrelate bis zu den mathematischen Konstrukten.In dem Kontext gilt Weizsäckers Erkenntnis: „Der Informationsbegriff ist nämlich etwas\, was sich auf ein wissendes Subjekt bezieht\, auf Fragen\, die dieses Subjekt hat\, auf die Antwort\, die es dafür gewinnt\,\, aber es ist in objektiver Weise subjektbezogen\, und für alle Subjekte\, die dassselbe Wissen oder dieselbe Methode haben\, Wissen zu erwerben\, ist auch das Resultat dasselbe\, und dieses ist der objektive Gehalt“ (Weizsäcker\, 1972) \nDer dritte Teil skizziert am Beispiel der thermisch induzierten Strukturgenese bei der Sol-Gel-Umwandlung (Phasenübergang mit Netzwerkbildung) einer physikalisch-chemisch hinreichend charakterisierten Gelatine\, die Leistungsfähigkeit eines statistisch begründeten Modellsystems aus entropiebasierten dimensionslosen Größen (Strukturfaktor\, Dissipationsfaktor\, Entropieproduktion; Informationsentropie bzw. im ‚Ereignisbild‘ der Zuverlässigkeitstheorie : Überlebens- und Ausfallwahrscheinlichkeit) Die Darstellung basiert auf rheologischen Daten\, die für das viskoelastische Medium mit eigenen Messungen im Oszillalationsmodus ermittelt wurden. (Fleischer\, 2008) \nLiteratur: \nSommerfeld\, E.\, Hörz\, H.\, Krause\, H. (Hrsg.); \, Einfachheit als Wirk-\, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip\, In: Sitzungsberichte Leibniz-Sozietät\, Bd. 108\, Berlin 2011. \nMärz\, R.\, Schöne Einfachheit als (Ver)führung in der Mathematik\, Vortrag im Ar-beitskreis ‚Prinzip Einfachheit‘\, 24.03.2011 \nEbeling; W.\, Ist Evolution vom Einfachen zum Komplexen gerichtet? –Über Emergenz und Werte\, Vortrag im Arbeitskreis ‚Prinzip Einfachheit‘\, 22.03.2012 \nv. Weizsäcker\, C. F.: Vorbereitende Diskussionsbemerkungen\, Nova Acta Leopoldina 37/1(206)\, 503\, Leipzig 1972\, Joh. Ambrosius Barth. \nFleischer\, L.-G.\, Verallgemeinertes technologisches Fachwissen und konkretisiertes Orientierungswissen im Stoffmodul der Materialtechnik zur Konstituierung einer allgemeinen Stofftheorie – Tendenzen und Probleme\, In: Sitzungsberichte Leibniz-Sozietät\, Bd. 99\, Berlin 2008\, S.60 ff.
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SUMMARY:Ankündigung: März-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die März-Sitzung des Plenums findet planmäßig am 14.03.2013 statt: \nThomas Naumann (Zeuthen):\nHiggs-Jagd an der „Weltmaschine“ – Physik am Large Collider LHC des CERN \n13.30 bis 16.30 Uhr\,\nOrt: Berlin; Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Naumann (59) ist Teilchenphysiker und arbeitet am größten Forschungsprojekt der Menschheit\, dem 27 km langen Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf.\nNach dem Studium in seiner Heimatstadt Dresden arbeitete er ab 1975 am Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschaften der DDR in Zeuthen bei Berlin an Untersuchungen zu den starken Wechselwirkungen von Elementarteilchen mit. 1980 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.  Am Elektron-Proton-Speicherring HERA des DESY arbeitete er ab 1987 an der Präzisionsmessung der Strukturfunktion des Protons und der Kopplungskonstante der starken Wechselwirkung; seit 1992 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY.\nProf. Naumann war mehrere Jahre stellvertretender Leiter des DESY-Standorts in Zeuthen und lehrt seit 2005 als Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Seit 2006 ist er Mitglied des ATLAS-Experiments am Large Hadron Collider LHC des CERN. Außerdem betreut er im Auftrag des BMBF die deutsche Öffentlichkeitsarbeit für CERN und den LHC. \nAbstract:\nDer Vortragende zeigt\, welche fundamentalen Fragen der Physik das größte Forschungsprojekt der Menschheit\, der Large Hadron Collider LHC am CERN in Genf\, beantworten soll.\nDazu gehören die Suche nach dem Higgs-Teilchen als dem Ursprung der Masse und nach supersymmetrischen Teilchen als den besten Kandidaten zur Erklärung der mysteriösen Dunklen Materie im Universum.\nProf. Naumann stellt den Beschleuniger und die Experimente am CERN vor und präsentiert die neuesten Resultate der Suche nach dem Higgs-Teilchen\, nach Supersymmetrie sowie nach Extra Dimensionen unserer Welt.
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SUMMARY:Ankündigung: März-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die März-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften findet planmäßig am 14.03.2013 statt. \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin Rathaus Tiergarten; BVV-Saal \nWolfgan Coy (MLS):\nErfahrung und Berechnung – „Intelligente Maschinen“ ohne Moral oder Urteilskraft \nC.V.:\nProf. Coy (65) ist Informatiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2011. Nach dem Mathematikstudium an der Technischen Hochschule Darmstadt und der Promotion (1975) ebendort war er bis 1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Informatik der Universität Dortmund\, unterbrochen durch einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Université Paris VI und verschiedene Vertretungsprofessuren.\n1980 wurde er zum Professor für Informatik im Fachbereich Mathematik/Informatik der Universität Bremen berufen. 1996 übernahm er den neu eingerichteten Lehrstuhl für „Informatik in Bildung und Gesellschaft“ in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin\, eine Tätigkeit\, die durch einsemestrige Forschungsaufenthalte in Wien und Hanover\, NH (USA) unterbrochen wurde. Seit 2013 arbeitet er als Senior Advisor der  der Humboldt-Universität\, stellvertretender Direktor des Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik  und im Vorstand des HU-Exzellenz-Clusters „Bild-Wissen-Gestaltung“; dort leitet er eine größere Forschungsgruppe.\nWolfgang Coy ist deutscher Vertreter im Technical Comitee “Computers and Society” der wissenschaftlichen Dachorganisation International Federation for Information Procecessing und  Fellow der Gesellschaft für Informatik.\nSeine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Digitale Medien\, Bildwissenschaften\, Informatik und Gesellschaft\, Theorie der Informatik sowie Sozial- und Kulturgeschichte der Informatik. Seine aktuellen Interessen gelten vor allem philosophischen\, theoretischen und ethischen Fragen der Informatik.\nZu seinen zahlreichen Veröffentlichung gehören 13 Bücher\, die er als Autor\, Ko-Autor oder Herausgeber publiziert hat\, sowie fast 200 Aufsätze. \nAbstract:\nGesellschaftlich verantwortliches Handeln  soll das Ergebnis vernünftig begründbarer Urteile sein. Die Fähigkeit\, vernünftig und nachvollziehbar zu argumentieren\, ist ein Grundbaustein menschlicher Kommunikation. Nur mittels der Sprache können wir unsere Handlungen verteidigen und verständlich machen. Die Fähigkeiten\, zu argumentieren\, zu verstehen\, zu urteilen und zu handeln gelten als die wesentlichen Bildungsziele der modernen Gesellschaft.\nDas vergangene Jahrhundert hat eine umfassende Neuinterpretation sprachlich vermittelten Handelns durch eine doppelte Reduktion erfahren: Zum einen wurde der sprachliche Kern sprachlicher Argumente in symbolischen Logiken gesucht; zum anderen wurde die formale Logik mathematisiert und als mit Computern berechenbar und programmierbar gestaltet. Menschliche Sprache und menschliches Denken scheint damit Computern zugänglich zu werden. So werden Sprachein- und -ausgabesysteme\, Expertensysteme oder Suchmaschinen konsequent in die menschliche Kommunikation integriert.\nGleichzeitig drängt die allumfassende technische Automatisierung mehr und mehr zur Konstruktion  autonomer Systeme\, sei es als Entscheidungssysteme der Wirtschaft und der Finanzindustrie\, sei es als selbstständig agierende Roboter oder Roboterfahrzeuge – auf dem Mars oder mit unbemannten fliegenden Drohnen in umkämpften irdischen Gebieten. Solche selbstständig handelnden Systeme geraten rasch in Situationen\, die nicht nur ein reflexives Handeln nach vorgegebenen programmierten Schemata erfordern\, sondern in komplexen Situationen auch Entscheidungen mit schwer übersehbaren Folgen treffen sollen. Im Extremfall militärischer Roboter oder auch von Systemen\, die im Katastrophenschutz eingesetzt werden\, können dies Entscheidungen über Leben und Tod von Menschen sein. Können wir solchen Maschinen derartige ethische Entscheidungen überlassen oder sollten wir erkennen\, dass unsere Technik hier an eine grundsätzliche Grenze stößt?
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DESCRIPTION:Die März-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften findet planmäßig am 14.03.2013 statt. \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin Rathaus Tiergarten; Balkonsaal-Saal \nHerbert Wöltge (MLS):\nDie „Unausrottbaren“? Anmerkungen und Notizen zur Gründung der Leibniz-Sozietät \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin Rathaus Tiergarten; Balkonsaal \nC.V.:\nDr. Wöltge (79) ist Journalist und Zeithistoriker sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1993. Er war nach dem Studium der Philosophie\, Ästhetik und Volkskunde an der Humboldt-Universität zu Berlin als Journalist in verschiedenen Redaktionen populärwissenschaftlicher und wissenschaftlicher Publikationsorgane sowie als freier Wissenschaftsjournalist tätig. An der Universität Leipzig wurde er zu allgemeinen theoretischen Fragen der Öffentlichkeitsarbeit in der DDR promoviert. 1967 bis 1973 leitete er die Pressestelle im Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen der DDR\, 1975 bis 1990 die Presseabteilung der Akademie der Wissenschaften der DDR\, 1990 bis 1992 war er in der Geschäftsstelle der Gelehrtensozietät der Akademie der Wissenschaften für Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. 1990 wurde er Mitglied der Deutschen Public Relations-Gesellschaft und der Technisch-Literarischen Gesellschaft (TELI)\, der führenden Vereinigung deutscher Wissenschaftsjournalisten.\nDie Entstehung\, Gründung und weitere Entwicklung der Leibniz-Sozietät hat er über zwei Jahrzehnte als Berater\, Redakteur und Journalist begleitet. \nAbstract:\nDer Vortrag geht aus Anlass des 20jährigen Bestehens der Leibniz-Sozietät der Frage nach\, welchen Umständen es die Gelehrtengesellschaft der Akademie der Wissenschaften der DDR zu verdanken hatte\, dass sie nicht – wie andere Institutionen der DDR-Wissenschaft – mit der DDR unterging\, warum sie nach dem Beitritt unter völlig neuen Bedingungen als Gelehrtensozietät noch zwei Jahre überlebte und schließlich am 15. April 1993 als Leibniz-Sozietät neu erstand. Untersucht wird an den Bruchstellen dieser Entwicklung\, die vor allem in der Auseinandersetzung um die Formulierung von Art.38(2)Einigungsvertrag vor dessen Wirksamwerden sowie in den Versuchen der Gelehrtensozietät gesehen werden\, sich nach dem Beitritt im föderalen Umfeld und in der Berliner Landespolitik zu behaupten und Bedingungen ihrer Weiterexistenz zu erarbeiten.\nIn einem letzten Abschnitt wendet sich der Vortrag in Thesenform der Frage zu\, auf welche Umstände es zurückzuführen ist\, dass sich die Sozietät in der Wissenschaftslandschaft der Bundesrepublik halten konnte und welche Wandlungen sie erfahren hat. Er regt zu Überlegungen an\, welche Bedingungen sie heute braucht\, um weiterzuleben. Er unterstellt einen Paradigmenwechsel seit dem 300jährigen Jubiläum der Leibnizschen Akademiegründung im Jahre 2000\, der mit dem generationenbedingten Wechsel in Mitgliedschaft und Zielsetzungen verbunden ist.
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SUMMARY:Ankündigung: Diskussionsveranstaltung im Arbeitskreis Gesllschaftsanalyse und Klassen 15.02.13
DESCRIPTION:Arbeitskreis Gesellschaftsanalyse – Diskussion \nThema: Transformationsprozesse global \n15.00 bis 17.00 Uhr; Ort: BISS e. V.\, Pettenkoferstr. 16-18\, 10247 Berlin\nFür weitere Informationen bzw. Materialien bitte Nachfragen an thomas@biss-online.de.
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SUMMARY:Ankündigung: Februar-Plenumssitzung
DESCRIPTION:Die Februar-Sitzung der Plenums findet planmäßig am 14.02.2013 statt: \nKarl-Friedrich Wessel (Berlin):\nIst der Mensch ein homo temporalis? \n13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: Berlin; Rathaus Tiergarten\, BVV-Saal \nC.V.: \nProf. Wessel ist Philosoph. 1977 bis 1990 leitete er in der Nachfolge von Hermann Ley den Bereich Philosophische Probleme der Natur-\, technischen und mathematischen Wissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin\, danach war er bis 2000 Leiter des Instituts für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik an der HUB\, seitdem führt er das Projekt Humanontogenetik dortselbst fort. Gemeinsam mit Günter Tembrock und Günter Dörner hat er die Humanontogenetik begründet (hervorgegangen aus dem Projekt „Biopsychosoziale Einheit Mensch“) \nAbstract: \nDem Konzept der Humanontogenetik folgend\, steht die temporale Kompetenz an der Spitze einer vorausgesetzten hierarchischen Ordnung der Kompetenzen des menschlichen Individuums. Daraus wird die Möglichkeit einer lebenslangen Entwicklung abgeleitet.\nEs wird versucht zu begründen\, dass die temporale Kompetenz der stärkste Ausdruck für das Wesen des Menschen ist; der Mensch kann als homo temporalis bezeichnet werden. \n  \n 
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SUMMARY:Ankündigung: Februar Sitzung der Klasse Naturwissenschaften
DESCRIPTION:Die Februar-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften findet planmäßig am 14.02.2013 statt \nLothar Kolditz (MLS):\nGedankenübertragung und quantenphysikalische Verschränkung \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin Rathaus Tiergarten; BVV-Saal \nVita und Abstract \n \n 
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SUMMARY:Ankündigung: Februar-Sitzung der Klasse Sozial-und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften findet planmäßig am 14.02.2013 statt. \nDietrich Mühlberg (Berlin) :\nZu aktuellen Tendenzen in den Kulturwissenschaften \n10.00 bis 12.00 Uhr; Berlin\, Rathaus Tiergarten; Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Mühlberg (76) ist Kulturwissenschaftler. Nach dem Studium der Philosophie\, Germanistik und Kunstgeschichte arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an den Universitäten Greifswald\, Sofia und Berlin (HU). Hier entwickelte er den Studiengang Kulturwissenschaft und hatte 1974 – 1996 die Professur für Kulturgeschichte inne. Sein Arbeitsschwerpunkt waren neben kulturtheoretischen Grundfragen die Kulturgeschichte des Alltags\, der unterbürgerlichen Schichten und ihrer sozialen Bewegungen. Danach war er bis 2001 am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam an Untersuchungen zur deutschen Kulturgeschichte seit 1945 und zum kulturellen Wandel nach 1990 beteiligt und hielt außerdem Lehrveranstaltungen an der HUB und an der Dresdener Internationalen Universität ab. Von 2004-2012 war er Kultursenator des Landes Sachsen-Anhalt. Er ist außerdem Vorstandsvorsitzender der Kulturinitiative ’89 (seit 1994) sowie Mitglied in wissenschaftlichen Beiräten mehrerer kultureller Einrichtungen.\nSeine Veröffentlichungen und Editionen sind der Geschichte der Arbeiterkultur und der Kultur sozialer Bewegungen gewidmet\, seit 1991 vor allem der Kulturgeschichte der SBZ/DDR (Kulturpolitik\, Zugänge zur Alltagskultur\, Sexualität\, Medienverhalten) und den kulturellen Folgen der deutschen Einheit. \nAbstract:\nDie unter dem Label “Kultur” firmierenden wissenschaftlichen Disziplinen haben sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten stark vermehrt: durch integrative Aufgabenstellungen (transdisziplinäre Projekte) wie auch durch disziplinübergreifende (interdisziplinäre) Zusammenarbeit. “Kulturelle Probleme” verlangen zu ihrer Bearbeitung die Konzepte und Methoden verschiedener Fachrichtungen\, die dabei tendenziell kulturwissenschaftliche Subdisziplinen bilden. Zugleich soll es die “kulturelle Sicht” ermöglichen\, heterogene Wissensformen und Disziplinen zusammenzuführen.\nAuslöser dieses Anstiegs waren praktische Probleme und Aufgaben\, die als kulturelle verstanden werden. Dazu gehören die wachsende kulturelle Kommunikation wie Abgrenzung als Globalisierungsfolgen. “Mentale Dispositionen” prägen politisches Handeln\, äußern sich in Nationalismus\, Rassismus und Tea-Party-Bewegung\, aber auch in zivilgesellschaftlichem Engagement für Nachhaltigkeit\, für Commens und soziale Gerechtigkeit. Tiefgreifende Umwälzungen der Kommunikationsformen änderten die kulturelle Situation ebenso wie die anhaltende Durchgestaltung aller Produktionen und Lebensbereiche. Die jüngsten Jahrzehnte brachten ein schnelles Wachstum der Kultur- und Kreativwirtschaft wie der Kulturberufe und damit auch des Ausbildungsbedarfs.\nDie Reaktionen des Wissenschaftsbetriebs sind so unübersichtlich wie das Feld der praktischen Probleme. Der Anstieg universitärer Ausbildungsmöglichkeiten ist enorm\, die anbietenden diversen “Kulturwissenschaften” bearbeiten Teilaspekte\, die verfügbaren kulturtheoretischen Entwürfe bieten vielfältige Orientierungsmöglichkeiten\, lassen aber noch keine integrierende Potenz erkennen.\nAuf Marx gegründete Gesellschaftstheorien\, die dem sozialistischen Experiment zugrunde lagen\, haben keine wirklich brauchbare Theorie der Kultur hervorgebracht. Obwohl Kulturwissenschaft als akademische Disziplin hier entstanden ist\, blieb sie marginal und für das Selbstbild der Gesellschaft ohne Bedeutung. Diskussionswürdig ist\, worauf Marxisten eine Antwort finden sollten – Perspektiven marxistischer Kulturwissenschaft heute.
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SUMMARY:Öffentliche wissenschaftliche Sitzungen im Januar 20013
DESCRIPTION:Do.\, 24. Januar 2013:\nPlenum: 10.00 Uhr\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1\, 10551 Berlin (U-Bahnhof Turmstraße)\, BVV-Saal \nVortrag Prof. Dr. Wolfgang Küttler: Das Dilemma der Wertfreiheit der Wissenschaft bei Max Weber \nC.V.:\nProf. Küttler (76) ist Historiker. Er wurde 1990 zum Korrespondierenden Mitglied der Gelehrtengesellschaft der AdW der DDR gewählt\, ist seit 1993 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. und z.Z. Ko-Vorsitzender ihres Wissenschaftlichen Beirats.\nVon 1974 bis 1991 leitete er den Wissenschaftsbereich „Theorie und Methodologie der Geschichtswissenschaft“ am Zentralinstitut für Geschichte der AdW der DDR; bis zur Emeritierung 2001 war er Mitarbeiter am Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Mehrere Bücher und zahlreiche andere Publikationen repräsentieren seine Arbeitsergebnisse auf den Gebieten Geschichtsmethodologie\, Historiographiegeschichte und Wissenschaftsgeschichte; seit Anfang 2012 ist er Mitherausgeber des “Historisch-Kritischen Wörterbuchs des Marxismus”. \n Abstract:\nMax Webers (1864-1920) Prinzip einer zwar perspektivengebundenen\, dabei aber operativ wertfrei zu haltenden Wissenschaft fasziniert bis heute durch seine Postulate der Transparenz und Unabhängigkeit wissenschaftlicher Tätigkeit. Es soll jedoch nicht der absoluten Trennung\, sondern vielmehr der kritischen Regulierung der von ihm  als unvermeidlich betrachteten Wechselbeziehung von weltanschaulicher Position\, Politik und Wissenschaft dienen\, eine Frage\, die gegenwärtig mehr denn je auch die Natur- und Technikwissenschaften angeht.\nDabei impliziert das Wertfreiheits- und Wertbeziehungspostulat durch die ambivalente Begründung einerseits im kognitiv unentscheidbaren Kampf der Werte und andererseits in der formalen Rationalität des internen Erkenntnisvorgangs zugleich das Dilemma seines Konzepts. Danach kann der Paxisbeitrag empirischer Wissenschaft jenseits zweckrationaler technischer Anwendungen in Bezug auf die Lebensqualität nur in empirischer Wertanalyse\, nicht aber in Urteilen über die Werte selbst bestehen. Dafür rekurriert Weber allein auf die subjektive Verantwortlichkeit der Akteure. Dadurch wird bei allen unbestreitbaren Vorzügen kritischer Distanz gegenüber Politik und Weltanschauung letztlich die Flanke zum “Dezisionismus”\, d.h. zur Beliebigkeit der Wertewahl und zum Relativismus in der Realitätsbeziehung geöffnet. Das betrifft gleichermaßen die Parteilichkeits-\, die Theorie- und die Sinnfrage von „Wissenschaft als Beruf“. Bei einer kritischen Analyse kommt es daher vor allem auf die Kernfrage an\, wie die leitenden Wertperspektiven entstehen und  wie sie sich zur substanziellen Erkenntnisleistung der Wissenschaften bei der Lösung von zivilisatorischern Existenzfragen verhalten.
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SUMMARY:Sitzung des Plenums\, November 2012
DESCRIPTION:Vortrag Prof. Dr. Rainer Kind (Potsdam): \n„Erdbeben – böse und gut“ \nC.V:\nProf. Kind (69) ist Geophysiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2012. Nach dem Studium der Geophysik in Hamburg (Promotion 1969) weilte er zu einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in den USA. Danach arbeitete er als Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Karlsruhe und an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. \nEine Zeitlang leitete er die Sektion „Seismologie“ am GeoForschungsZentrum Potsdam; außerdem ist er Professor für Geophysik an der FU Berlin. Er ist Fellow der American Geophysical Union\, Honorary Professor der Cornell University\, New York und saß längere Zeit dem deutschen Nationalkomitee für Geophysik und Geodäsie der Internationalen Union für Geophysik und Geodäsie vor. \nAbstract:\nErdbeben gelten allgemein als die fundamentalen Katastrophen schlechthin\, die die Basis unseres Vertrauens in eine positive Weltordnung erschüttern. Bis zur Aufklärung galten sie als Strafe Gottes. Erst mit dem Beben von Lissabon 1755 begann die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Ursachen der Erdbeben. In Deutschland wurden am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. in doppelter Hinsicht bedeutende Beiträge dazu geleistet. Ernst von Rebeur-Paschwitz begründete mit der Registrierung eines japanischen Erdbebens in Potsdam 1889 die globale Erdbebenforschung. Er erkannte sofort die Bedeutung seiner Entdeckung und schlug vor\, ein globales Netz von Erdbebenstationen zu schaffen und die Daten zentral auszuwerten. Ziel war das Sammeln von Informationen über Erdbeben als katastrophenauslösende Phänomene\, aber auch die Nutzung der Erdbebensignale zum Studium des sehr schwer zugänglichen Erdinneren. \nSelbst heute ist uns der Weltraum weit leichter zugänglich als das Erdinnere wenige Kilometer unter uns. Den zweiten bedeutenden deutschen Beitrag zur Kenntnis auch der Ursachen der Erdbeben leistete Alfred Wegener 1912 mit seiner Theorie zur Drift der Kontinente. Er entdeckte damit\, dass die Erde ein sehr dynamisches System ist\, das nur uns relativ kurzlebigen Menschen als fest erscheint. Die Bedrohung durch Erdbeben (und Tsunamis) ist im Steigen begriffen\, da die Bevölkerungsdichte gerade in hochgefährdeten Gebieten schnell wächst und oft keine ausreichende Vorsorge getroffen wird. Auch die Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist von Änderungen betroffen\, wie die Verurteilung von Wissenschaftlern in Italien im Zusammenhang mit dem Erdbeben von L’Aquila zeigt.
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