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SUMMARY:Wissenschaftliches Kolloquium „Technik und Literatur“; Änderung des Ortes!!
DESCRIPTION:Am 08. Dezember 2017 fürht die Leibniz-Sozietät ein öffentliches wissenschaftliches Kolloquium durch zum Thema \nTechnik und Literatur\nzu Ehren von Wolfgang Coy anlässlich seines 70. Geburtstages\nDie Einladung geht gesondert zu. \nZeit: 10:00 bis 17.00 Uhr \nÄnderung des Ortes:\nHavemann-Saal\, Rathaus Mitte\, Karl-Marx-Allee 31\, 10178 Berlin \nWissenschaftliches Programm (Stand: 22.11.2017)
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SUMMARY:Dezember-Sitzung des Plenums der Leibniz-Soztietät
DESCRIPTION:Am 07. Dezember 2017 führt die Leibnitz-Sozietät ihre öffentliche wissenschaftliche Plenarsitzung als Kolloquium durch zum Thema \nMenschliche Informationsverarbeitung – interdisziplinäre Analyse und Anwendung\nzu Ehren des 90. Geburtstages von Friedhart Klix \nmit Beiträgen von Herbert Hörz\, Bodo Krause\, Werner Krause\, Heinz-Jürgen Rothe und Erdmute Sommerfeld \nZeit: 13.30 bis 15.30 Uhr \nOrt: BVV-Saal \nVortragsprogramm \nVortrag Prof. Dr. Herbert Hörz: Kognitive Psychologie\, neue Technologien und Philosophie – Friedhart Klix: Vordenker für eine komplexe Persönlichkeitstheorie\nC.V.:\nProf. Hörz ist Wissenschaftsphilosoph und -historiker. Er wurde 1973 zum Korrespondierenden\, 1977 zum Ordentlichen Mitglied der 1700 von Leibniz in Berlin begründeten Gelehrtengesellschaft gewählt\, der heutigen Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. 1999 – 2006 war er deren Präsident\, seit 2009 ist er ihr Ehrenpräsident.\nNach der Promotion in Philosophie/Physik (1960) und der Habilitation (1962) an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) erhielt er 1965 eine Professur für philosophische Probleme der Naturwissenschaften an der Humboldt-Universität. 1972 – 1989 leitete er den Bereich „Philosophische Fragen der Wissenschaftsentwicklung“ am Institut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1989 – 1992 war er Vizepräsident der AdW der DDR für die Gelehrtensozietät\, danach bis 1995 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW)\, Gruppe „Wissenschaftshistorische Studien“.\nSeine Spezialgebiete sind Methodologie\, Erkenntnistheorie\, Geschichte der Wissenschaften und interdisziplinäre Beziehungen zwischen Natur-\, Technik-\, Geistes- und Sozialwissenschaften. Er edierte drei Bände mit der Korrespondenz von Hermann v. Helmholtz. Zu Vorträgen weilte er in den USA\, China\, Japan und den Ländern Ost- und Westeuropas\, zu Gastprofessuren in Moskau und Graz.\nAbstract:\nFriedhart Klix\, als kognitiver Psychologe wissenschaftlich international ausgewiesen\, war philosophisch umfassend gebildet\, ein dialektischer Denker und an einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit Wissenschaftsphilosophen interessiert. Er verfolgte aufmerksam die Entwicklung neuer Technologien (Digitalisierung). Als Vordenker einer komplexen Theorie der Persönlichkeit befasste er sich mit dem Verhältnis von Philosophie\, Psychologie und Einzelwissenschaften. Er stellte sich der Frage: Quo vadis Psychologie? Nun geht es um Zukunftsvisionen und Persönlichkeitspsychologie: Kann man Gedanken lesen? Wird künstliche Intelligenz zum Mittel der Entmenschlichung des Menschen? Klix nutzte zwei Erkenntniswege\, die auch aktuell zu gehen sind: Elementaranalysen (Bottom-up) sind mit philosophisch orientierten Einsichten (top-down) zu verbinden. \n  \nVortrag Prof. Dr. Bodo Krause: Interdisziplinarität in der experimentellen Psychologie – Erinnerungen an Friedhart Klix\nC.V.:\nProf. Krause ist Mathematiker\, Psychologe und Kognitionswissenschaftler sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2001.\nNach dem Mathematik-Studium wurde er 1966 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin\, wo er 1970 auf dem Gebiet  der Mathematischen Psychologie promoviert und zum Oberassistenten befördert wurde. Die Promotion B (= Habilitation) erfolgte 1980\, die Berufung zum Hochschuldozenten für Allgemeine Psychologie 1983. 1986 wurde er zum außerordentlichen Professor berufen\, 1992 zum Universitätsprofessor ernannt.\nSeit den 1970er Jahren befasst er sich mit kognitiven Strukturen und Prozessen.\nAbstract:\nEin interdisziplinärer und systemisch orientierter Zugang zur experimentellen Psychologie war ein wesentliches Kennzeichen des Wirkens von Friedhart Klix. Dies stimmte mit dem naturwissenschaftlichen Zeitgeist überein\, der durch die Entwicklungen in der Informationstheorie und Kybernetik geprägt war.\nIch will versuchen aufzuzeigen\, wie und in welchem Ausmaß sich richtungsweisende Impulse von Friedhart Klix auf meine wissenschaftliche Entwicklung und darüber hinaus in der Entwicklung der experimentellen Psychologie ausgewirkt haben und noch heute Aktualität besitzen. Dies soll aus meiner persönlichen Sicht anhand von drei Orientierungen erfolgen\, die Friedhart Klix mir in der ersten Phase meiner Tätigkeit nahe legte. Insbesondere will ich dabei verdeutlichen\, dass diese interdisziplinäre Sichtweise dazu führte\, das Methodenspektrum für die experimentelle Psychologie zu erweitern und damit fachliche Fortschritte und die Theorieentwicklung zu ermöglichen:\na) der Orientierung auf die Faktorenanalyse als einem multiplen statistischen Modell für die Aufklärung von Komponenten intelligenten Verhaltens und den daraus folgenden multivariaten und hierarchischen Ansätzen\,\nb) der Orientierung auf die strukturellen und semantischen Zusammenhänge\, die psychischem Verhalten und psychischen Prozessen zugrunde liegen und\nc) der Orientierung auf physiologische und neuronale Grundlagen psychischer Prozesse\, insbesondere die neurokognitive Modellierung.\nMit diesen Orientierungen wird gleichzeitig deutlich\, dass Friedhart Klix\, der als Psychologe auch Vorlesungen in Mathematik und Physiologie besuchte\, psychisches Geschehen systemisch als einen Prozess verstand\, der durch die interdisziplinären Verflechtungen mit den aktuellen Entwicklungen in der Informationstheorie\, der Kybernetik und den neuronalen Grundlagen des Verhaltens zu analysieren ist. Sein Buch „Information und Verhalten“ (1971) gilt bis heute als ein Standardwerk der experimentellen Psychologie und kennzeichnet die fundamentale Bedeutung von Information und (organismischer) Informationsverarbeitung für die Psychologie als Wissenschaft des Erlebens\, Verhaltens und seiner Entwicklung. Der Untertitel macht dies deutlich: „Kybernetische Aspekte der organismischen Informationsverarbeitung\, Einführung in naturwissenschaftliche Grundlagen der Allgemeinen Psychologie.“\nMit meiner Auswahl werden andere wesentliche Wirkungsfelder von Friedhart Klix hier ausgeblendet\, wie z.B. die von ihm initiierte Fachrichtung „Ingenieurpsychologie“ an der HU oder das von ihm mit initiierte internationale Netzwerk Man-Computer-Interaction-Research (MACINTER)\, das eine internationale Einbindung unserer Forschungsansätze ermöglichte. \n  \nVortrag Prof. Dr. Werner Krause: Gesetz und Experiment in der Psychologie“ – zum Gedenken an Friedhart Klix\, der am 13.10.2017 90 Jahre geworden wäre\n C.V.:\nProf. Krause ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1999. Nach dem Studium der Medizinischen Elektronik\, Radiologischen Technik und Theoretischen Physik an der Technischen Universität Ilmenau arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Hirnforschungsinstitut der Universität Leipzig und am Psychologischen Institut der Humboldt-Universität Berlin\, wo er 1969 promoviert wurde. Es folgten die Leitung der Abteilung Problemlösen am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Deutschen Akademie der Wissenschaften (später Akademie der Wissenschaften der DDR) sowie die Habilitation (1978) an der Humboldt-Universität. 1987 wurde er auf den Lehrstuhl Allgemeine Psychologie II der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen; 1990 bis 1992 war er dort Dekan; in der Zeit zwischen 1988 und 1992 hielt er zusätzlich Gastvorlesungen an den Universitäten Fribourg/Schweiz und Würzburg; 2003 wurde er emeritiert.\nNeben dem Buch „Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht“ (Göttingen 2000) publizierte er zahlreiche Originalbeiträge zur menschlichen Informationsverarbeitung.\nAbstract:\nAusgehend von dem 1961 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stattgefundenen Kolloquium  „Gesetz und Experiment in der Psychologie“ \, auf dem Friedhart Klix in seinem gleichnamigen Vortrag Entwicklungstendenzen für eine Theoretische Psychologie vorweggenommen hat\, wird sein wissenschaftlicher Werdegang skizziert\, der von einer spezifischen Komponentenanalyse über eine Prozessanalyse  bis hin zu modularen Einheiten der menschlichen Informationsverarbeitung\, den Universalien des Denkens reicht. Eine mentale Grammatik\, die die Einheiten verknüpft\, bleibt als Aufgabe für die nächste Generation.\nAm Ende seines Lebens packte er noch einmal große Themen an: die evolutionäre Begründung kognitiver Prozesse sowie die Herausbildung von Weltbildern in der Geschichte. Ein geplantes Buch\, das sich mit der Wandlung von Weltbildern in der Geschichte befassen sollte\, konnte er nicht mehr fertigstellen. \n  \nVortrag Prof. Dr. Heinz-Jürgen Rothe: Mensch-Maschine-Systeme in der Industrie 4.0.\nZur Aktualität der ingenieurpsychologischen Arbeiten von Friedhart Klix\nC.V.:\nProf. Rothe ist Arbeitspsychologe und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2009. Nach dem Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) arbeitete er zunächst als Wissenschaftlicher Assistent unter Leitung von F. Klix im Bereich Grundlagen der Kybernetik am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Akademie der Wissenschaften der DDR und ab 1973 unter Leitung von K.-P. Timpe im Lehrbereich Arbeits- und Ingenieurpsychologie der Sektion Psychologie der HUB. Arbeitsschwerpunkt war die menschliche Informationsverarbeitung bei der Mensch-Maschine-Interaktion. 1977 wurde er mit einer Arbeit über Analysen der Informationsaufnahme in simulierten Leitständen promoviert. Nach einer zweijährigen Beratertätigkeit an der Psychologischen Fakultät der Universität Havanna (1983-1985) konzentrierte sich seine wissenschaftliche Arbeit auf methodische Zugänge zur Erfassung und Repräsentation von Expertenwissen im Vorfeld der Entwicklung wissensbasierter Systeme. 1991 habilitierte er sich an der Universität Kassel. Nach Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Kassel\, Leipzig und Trier wechselte er 1995 an das neu gegründete Institut für Psychologie der Universität Potsdam. Neben der Fortsetzung seiner Arbeiten zur Diagnose berufsspezifischen Wissens bei Arbeitspersonen hat er sich an den von A.-M. Metz geleiteten Forschungsarbeiten zur Analyse psychischer Belastungen in Arbeitsprozessen und zum betrieblichen Gesundheitsmanagement beteiligt.\nAbstract:\nMit dem Schlagwort Industrie 4.0 wird eine in den Industrieländern beginnende technisch-technologische Entwicklung bezeichnet\, die durch die Verknüpfung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit Produktionsprozessen charakterisiert ist und zu einer weiteren Automatisierung von Arbeitssystemen führen wird. In sog. cyber-physischen Systemen werden immer mehr bisher von Menschen ausgeführte Informationsverarbeitungsprozesse und daraus resultierende Eingriffshandlungen in reale Prozesse von technischen Komponenten übernommen. Beim Menschen verbleiben aber Überwachungs- und Kontrollfunktionen. Ausgehend von diesem Entwicklungsprozess wird im Beitrag dargestellt\, dass Friedhart Klix bereits 1971 auf der Grundlage einer differenzierten Analyse der damals in verschiedenen industriellen Bereichen zu findenden automatisierten Arbeitssysteme das Gemeinsame der Arbeitssituationen in Bezug auf die Anforderungen an den Menschen herausgearbeitet hat. Aus ingenieurpsychologischer Sicht charakterisierte er unabhängig vom Automatisierungsgrad die Arbeit als Mensch-Maschine-Interaktion. Die Definition von Mensch-Maschine-Systemen trifft auch für die Arbeit in und mit cyber-physischen Systemen zu. Im Weiteren wird dann an Hand von zwei konstitutiven Definitionsaspekten deren Relevanz für gegenwärtige Forschungen diskutiert:\n(1) Die grundlegenden Erkenntnisse\, dass menschliches Verhalten „den Gesetzen der gesellschaftlich geformten organismischen Informationsverarbeitung unterliegt“ und technische Systeme „physikalischen Gesetzen der elektronischen Informationsverarbeitung“ folgen\, werden hinsichtlich der Rolle von Computern mit künstlicher Intelligenz in cyber-physischen Systemen erörtert.\n(2) Die Erkenntnis\, dass Mensch und Maschine „für die Zeit ihrer Verbindung wechselseitig Information in kodierter Form aufnehmen“\, führt zu der Frage nach den Möglichkeiten zur Optimierung des Informationsaustausches\, die eingeschränkt auf die Informationsdarbietung für den Menschen betrachtet wird.\nWährend zu (1) mehr offene Probleme als Antworten vorliegen\, sind zu (2) bereits umfangreiche Forschungen durchgeführt worden. Im Beitrag wird gezeigt\, dass die theoretische Basis dieser Forschungen die zweistufige Kodierungstheorie von Friedhart Klix darstellt. Danach werden auf der ersten Stufe technisch-technologische Prozessmerkmale in physikalische Zustandsänderungen (Kodes) umgesetzt\, die auf der 2. Stufe in der Lage sind\, Erregungsvorgänge in den Rezeptorfeldern der Sinnesorgane hervorzurufen. Aus dem Gedächtnis muss der Mensch dann die vorher erlernte Bedeutung der Kodezeichen abrufen und daraus die realen Prozessmerkmale erschließen. Im Ergebnis von Simulationsexperimenten wurden zur Übermittlung von Informationen an den Menschen sowohl visuelle als auch akustische Kodes entwickelt und Richtlinien für deren Gestaltung zur Gewährleistung einer schnellen und fehlerfreien Wahrnehmbarkeit erarbeitet. Diese beziehen sich auf die 2. Kodierungsstufe. Neue Erkenntnisse zur Umsetzung des Industrie- 4.0-Konzeptes kann die Ingenieurpsychologie aber nur erbringen\, wenn sie sich in ihren künftigen Forschungen zur Optimierung des Informationsaustausches in Mensch-Maschine-Systemen auf die 1. Kodierungsstufe im Klix´schen Sinne konzentriert. Dazu werden abschließend im Beitrag Vorschläge zur Diskussion gestellt. \n  \nVortrag Prof. Dr. Erdmute Sommerfeld: Die Klix-Operationen und Prozeduren: anforderungsinvariant  und mathematisch exakt\nC.V.:\nFrau Prof. Sommerfeld ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2004. Nach dem Studium der Physik an der Technischen Hochschule Magdeburg arbeitete sie von 1969 bis 1991 an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin\, später Akademie der Wissenschaften der DDR\, am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse – mit dem Forschungsschwerpunkt „Mathematisch-psychologische Elementaranalyse der menschlichen Informationsverarbeitung“ (Promotion 1979 zum Dr. rer. nat.). Von 1985 bis zur Abwicklung der Akademie der Wissenschaften leitete sie die Abteilung “Mathematische Modellierung und Simulation kognitiver Prozesse”\, danach die Projektgruppe “Mathematische Psychologie” im Rahmen des Wissenschaftler-Integrations-Programms (WIP). Sie hielt Gastvorlesungen  an den Universitäten  Jena\, Bochum\, Braunschweig und Leuven (Belgien). Nach der Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin 1993 war sie wissenschaftliche Oberassistentin am Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1994 erhielt sie den Ruf auf die Dozentur “Methoden der Psychologie” der Universität Leipzig und wurde 2003 zur Außerplanmäßigen Professorin ernannt.\nIn der International Society for Psychophysics war sie die Vorsitzende des Programm- und Organisationskomitees für den “Fechner Day 2001” in Leipzig – das Internationale Symposium zu Ehren des 200. Geburtstages von G. Th. Fechner\, dem Begründer der Psychophysik und Wegbereiter für die experimentelle Psychologie.\nSie publizierte das Buch „Kognitive Strukturen“ (Münster\, New York\, 1994) sowie zahlreiche Fachartikel zur Modellierung und Analyse kognitiver Strukturen und Prozesse.\nAbstract:\nAusgangspunkt  ist die Menge der kognitiven Operationen und Prozeduren\, die Friedhart Klix in elementaren Wahrnehmungsprozessen bis hin zu komplexen Problemlösungsprozessen empirisch aufgezeigt hat (1990\, 1992). Darüber hinaus hat er diese Denkoperationen durch ihre evolutionäre Herausbildung begründet (1993). Sie stellen Basisprozesse in der menschlichen Informationsverarbeitung dar.\nIm Vortrag werden kognitive Operationen von der theoretisch- systematischen Seite her definiert. Mit Hilfe des damit entwickelten  Modellansatzes zur Systematisierung und Formalisierung kognitiver Strukturtransformationen werden die Klix-Denkoperationen  systematisiert und mathematisch exakt beschrieben. Auf dieser Grundlage wird gezeigt\, dass Operationen\, die in der menschlichen Informationsverarbeitung empirisch besonders häufig auftreten\, generelle formale Eigenschaften besitzen – gekennzeichnet durch ausgezeichnete Veränderungen von Information und Struktur. Dabei werden formale Beziehungen aufgezeigt zwischen den Klix-Operationen  und Operationen aus Modellansätzen aus der Literatur sowie empirisch nachgewiesenen Operationen. Bei den bisher analysierten Operationen kann  gezeigt werden\, dass diese prinzipiell durch die Klix-Operationen und -Prozeduren ausgedrückt werden können.
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SUMMARY:Dezember-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Am 07. Dezember 2017 führt die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften ihre Dezember-Sitzung durch zum Thema \nDie Finanzierung des Kulturstaats in Preußen im Spannungsfeld zwischen Staat und Kommunen 1800 – 1933\nVortragender: Reinhold Zilch (MLS) \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nDr. Zilch wurde 1976 als Wirtschaftshistoriker zur finanziellen Vorbereitung Deutschlands auf den Ersten Weltkrieg promoviert. Die Habilitationsschrift von 1990 war den Währungsverhältnissen in den Generalgouvernements Belgien und Russisch-Polen von 1914 bis 1918 gewidmet. Von 1979 bis 2015 arbeitete er an der Berliner Akademie zum Deutschen Reich zwischen 1900 und 1918 und\, seit Beginn der 1990er Jahre\, zu Preußen-Deutschland im ‚langen 19. Jahrhundert’ an der von ihm initiierten und bis 1998 geleiteten Arbeitsstelle „Protokolle des preußischen Staatsministeriums“\, später im Projekt „Preußen als Kulturstaat“. Derzeit ist der Referent mit der Vorbereitung eines DFG-Projektes zur Rolle des von 1913 bis 1916 amtierenden Staatssekretärs im Auswärtigen Amt Gottlieb von Jagow in den Kriegsschulddebatten nach 1918 befasst.\nSeit den 80er Jahren führten ihn Archivreisen\, Vorträge und wissenschaftliche Kontakte nach Belgien\, Bulgarien\, Estland\, Großbritannien\, Italien\, Polen\, Ungarn sowie in die USA. Sein numismatisches Interesse am 19. und 20. Jh. sowie an dem Problem der Nationalikonographie schlugen sich nicht nur in zahlreichen Aufsätzen sowie einem Kinderbuch zur Geschichte des Geldes nieder\, sondern auch in der Mitherausgeberschaft der Zeitschrift „Numismatische Beiträge“ von 1984 bis 1990.\nAbstract:\nPreußen\, Synonym für einen Militär- und Beamtenstaat\, verzeichnete ab dem ersten Drittel des 19. Jh. einen bemerkenswerten Aufschwung zum Kulturstaat. Das war keine Entwicklung der geistig-materiellen Sphäre nur aus sich selbst heraus und im Selbstlauf\, sondern verlangte ebenso große materielle und finanzielle Mittel. Bedeutende Summen kamen aus dem Staatshaushalt\, wofür eine Reihe weitblickender Beamter und Politiker wichtige Weichenstellungen schuf bzw. gesellschaftliche Entwicklungen aufgriff und ihnen Raum bot. Neben Grundfinanzierungen und Nothilfen wurden v.a. ausgewählte Sektoren sowie ‚Leuchtturmprojekte‘ bedacht\, die dann bis in die Provinzen ausstrahlten.\nDas Bildungs- und Kulturniveau der breiten Bevölkerungsschichten im ganzen Land wurde jedoch vor allem durch das Engagement der Kommunen sowie der einzelnen Bürger über Steuern\, Gebühren\, individuelle Aufwendungen und auch von Stiftungen gehoben.\nZiel des Vortrages ist es\, dieses bisher von der Forschung kaum beachtete Zusammenwirken näher zu beleuchten und auch nach Schlussfolgerungen für die Finanzierung des Kulturstaats heute zu fragen.
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SUMMARY:Dezember-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Am 07. Dezember 2017 führt die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften ihre öffentliche wissenschaftliche Dezember-Sitzung durch zum Thema \nBiomedizinische Grundlagenforschung und Artenschutz – wie kann eine hochbedrohte Tierart vor dem Aussterben gerettet werden?\nVortragende: Katarina Jewgenow (MLS) \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nFrau Prof. Jewgenow ist Reproduktionsbiologin und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2016. Nach dem Studium an der Humboldt Universität zu Berlin arbeitete sie 1982 – 1991 in der Forschungsstelle für Wirbeltierforschung der AdW der DDR\, dem späteren Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung\, wo sie seit 1996 die Abteilung Reproduktionsbiologie leitet und 1989 promoviert wurde. Nach der Habilitation (1999\, TU München) wurde sie 2000 die Stellvertretende Institutsdirektorin; seit 2009 hat sie eine Apl. Professur inne.\nSie beschäftigt sich vor allem mit Zellphysiologie der weiblichen und männlichen Gameten; mit In-vitro-Reifung und Befruchtung von Säugeroozyten; mit saisonaler Spermatogenese bei Wildtieren; mit Genomkonservierung durch Kryokonservierung; mit nicht-invasivem Monitoring von Hormonen bei Wildtieren sowie mit assistierter Reproduktion/ Reproduktionskontrolle bei Zoo- und Wildtieren. Der Society for Study of Reproduction und der German Society for Reproduction Medicine gehört sie als Mitglied an. Ihre Publikationsliste umfasst außer 6 Buchkapiteln weitere 141 Posten.\nAbstract:\nDer Erhalt der Biodiversität auf unserem Planeten wurde 2000 durch die Vereinten Nationen als eines von acht UN-Milleniumszielen definiert und steht damit gleichwertig in einer Reihe mit Armutsbekämpfung\, Schaffung einer friedlichen Welt\, Sicherung der Ernährung und Klimaschutz. Der gegenwärtige Verlust an Biodiversität ist alarmierend. Die Zahl der Tierarten z.B. ging innerhalb der letzten 40 Jahre um 58% zurück.\nFür Wildtiere können die anthropogenen Veränderungen ganz unterschiedliche Folgen haben\, und die großen Raubtiere sind als Endglieder der Nahrungskette am stärksten betroffen. Von den 36 weltweit vorkommenden Katzenarten stehen 26 als gefährdet oder bedroht auf der Roten Liste der IUCN. Neben der anthropogenen Veränderung der Umwelt trägt der direkten Konflikt mit dem Menschen (z.B. illegale Bejagung\, Übergriffe auf Farmtiere\, Übertragung von Krankheiten) zum Artenrückgang bei. Dies führt zur Isolierung der Populationen und zur Einschränkung ihrer genetischen Variabilität mit vorhersehbaren Konsequenzen für ihre Existenz („Vortex of extinction“). Wichtige Maßnahmen\, Tierarten aus dieser Gefahr zu retten\, sind\, neben Programmen zur Restauration von Habitaten\, spezielle Ex-situ-Zuchtprogramme.\nDer in Europa beheimatete Pardelluchs ist die am stärksten bedrohte Katzenart weltweit. Sein Verbreitungsgebiet war auf zwei isolierte Restpopulationen zusammengeschrumpft\, deren Größe mit weniger als 200 Individuen bereits unterkritisch für das Überleben der Art war. Deshalb wurden die internationalen Bemühungen zum Schutz und zur Rekonstruktion der Habitate verstärkt und ein wissenschaftliches Erhaltungszuchtprogramm etabliert. Im Rahmen dieses “Iberian Lynx Conservation Breeding Programm” (ILCBP) werden Tiere aus der freien Wildbahn entnommen\, um diese in Gefangenschaft für eine Wiederauswilderung zu züchten. Das ILCBP hat 2004 mit 6 Wildfängen begonnen. Mittlerweile leben schon >250 Tiere in vier verschiedenen Zuchtzentren in Spanien und Portugal. Bis 2016 wurden 236 Tiere im Zuchtprogramm geboren und davon 125 ausgewildert. Der freilebende Bestand an Iberischen Luchsen ist somit auf mehr als 400 Tiere angestiegen.\nDas ILCBP bietet auch hervorragende Möglichkeiten zur Grundlagenforschung\, inklusive der Etablierung von modernen Techniken der assistierten Reproduktion. Im Vortrag wird demonstriert\, wie biomedizinische Erkenntnisse zur Verbesserung des Zuchtprogrammes beitragen konnten und wie die Forschung am Luchs auch reproduktionsbiologische Phänomene bei Säugetieren aufdecken konnte.
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SUMMARY:Wissenschaftliche Sitzung des Arbeitskreises "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Am 23. November 2017 führt der Arbeitskreis „Prinzip Einfachheit“ eine öffentliche wissenschaftliche Sitzung durch zum Thema \nEinfachheit\, Wahrheit und Schönheit\nVortragender: Thomas Naumann (Zeuthen) \nZeit: 10.30 bis 12.30 Uhr \nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Naumann ist Teilchenphysiker und arbeitet am größten Forschungsprojekt der Menschheit\, dem 27 km langen Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf. Er studierte bis 1975 Physik an der Technischen Universität seiner Heimatstadt. Ab 1975 untersuchte er am Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschaften der DDR in Zeuthen bei Berlin die starken Wechselwirkungen von Elementarteilchen. 1980 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert\, und seit 1992 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY. Am Elektron-Proton-Speicherring HERA des DESY arbeitete ab 1987 daran\, die Struktur des Protons präzise zu messen.\nProf. Naumann ist stellvertretender Leiter des DESY-Standorts in Zeuthen und lehrt seit 2005 als Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Seit 2006 ist er Mitglied des ATLAS-Experiments am Large Hadron Collider LHC des CERN. Außerdem betreut er die deutsche Öffentlichkeitsarbeit für CERN und den LHC.\nAbstract:\nSimplex sigillum veri – Das Einfache ist das Siegel des Wahren\, lautet eine Inschrift im Physikhörsaal der Universität Göttingen. Aber sind Einfachheit und Schönheit ein zuverlässiges Kriterium der Wahrheit? Können Vereinfachung\, Reduktion und Abstraktion\, das Streben nach Eleganz\, Effizienz und Minimalität nicht auch den Erkenntnisprozess behindern? Was verbindet Einfachheit mit Symmetrie und Schönheit? Ist Einfachheit der Weg oder das Ziel der Erkenntnis?\nSymmetrien sind Ausdruck von Ordnung und Harmonie des Kosmos. Sie liegen vielen Gesetzen der Physik zugrunde. Dennoch beruht unsere Welt auf fundamentalen Asymmetrien: So laufen die Evolution des Universums und des Lebens vorwärts und nicht rückwärts. Unsere Welt besteht aus Materie und nicht aus Antimaterie. Es gibt freie elektrische\, aber keine freien magnetischen Ladungen\, und eine Symmetriebrechung des Higgs-Feldes erzeugt die Massen der Elementarteilchen.\nEinfache Prinzipien können komplizierte Strukturen generieren. So sind die abstrakten Symmetrien der Teilchenphysik Grundlage der über tausend Elementarteilchen\, hochkomplexe und wunderschöne fraktale Strukturen beruhen auf einfachsten Formeln. Deshalb werden wir die Dialektik von Symmetrie und Asymmetrie\, von Einfachheit und Kompliziertheit\, von Elementarem und Komplexem detailliert untersuchen.\nSchließlich gehen wir der hochaktuellen Frage nach\, ob elementare Begriffe wie Raum und Zeit nicht etwa emergente Phänomene komplexerer Strukturen sind.
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SUMMARY:Wissenschaftliche Sitzung des Arbeitskreises "Gesellschaftsanalyse und Klassen"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse“ lädt ein zu einem Workshop \n„Reallabore und Transformation“ \nZeit: Freitag\, 17. November 2017\, 14.00 – 17.00  \nOrt: Rathaus Tiergarten (Matthilde-Jacob-Platz 1\, 10531 Berlin – Nähe U-Bahnhof Turmstraße)\, Kleiner Saal (Erdgeschoss)   \n  \nEinladung und Programm \n 
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SUMMARY:November-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche Plenar-Sitzung am 09. November 2017 durch zum Thema \nDie Russische Revolution 1917 in der Geschichtsschreibung\, besonders der russischen\, der letzten Jahrzehnte\nVortragender: Horst Schützler (Berlin) \nZeit: 13.30 bis 15.30 Uhr \nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Schützler studierte von 1954 bis 1958 Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er spezialisierte sich im Fachgebiet Geschichte der UdSSR.\nVon 1958 bis 1992 war er an der Fachrichtung bzw. Sektion Geschichte bzw. am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität in Lehre\, Forschung und Wissenschaftsorganisation als Assistent/Oberassistent\, ab 1971 als Dozent (1963 Promotion A\, 1978 Promotion B) und ab 1981 als ordentlicher Professor sowie 1979 bis 1990 als Leiter des Bereichs Geschichte der UdSSR und des sozialistischen Weltsystems tätig.\nEr lehrte\, forschte und publizierte zur Geschichte Russlands\, der Sowjetunion und der deutsch-russischen/sowjetischen Beziehungen. Studienaufenthalte in der Sowjetunion waren dazu hilfreich.\nThematische Schwerpunkte der letzten zwei Jahrzehnte waren die russische Historiographie zur Geschichte der Sowjetunion\, speziell zur Russischen Revolution 1917 und zur Darstellung des Großen Vaterländischen Krieges in der Geschichtsschreibung und Publizistik Russlands.\nProf. Schützler arbeitete in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien sowie ehrenamtlich in gesellschaftlichen Funktionen\, so von 1980 bis 1990 als Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft der Humboldt-Universität und zuletzt (bis März 2017) als Stellvertretender Vorsitzender der „Berliner Freunde der Völker Russlands e. V.“. Im April 2011 ehrte ihn der Präsident der Russischen Föderation\, Dmitri Medwedjew\, mit der Puschkin- Medaille.\nAbstract:\nDas Jubiläum der Russischen Revolution vor 100 Jahren steht derzeit mit vielen Veranstaltungen\, Publikationen und Medienbeiträgen im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dabei fällt auf\, dass zumeist der Blick auf Russland\, das Geburtsland dieser Revolution\, unterbleibt. Was aber denkt\, diskutiert und schreibt man im heutigen Russland über diese Revolution und ihre weltgeschichtlichen Wirkungen?\nIm Rahmen genereller Betrachtungen zur Geschichtsschreibung wird dieser Frage schwerpunktmäßig nachgegangen. Dabei wird deutlich: Eine temporäre Rückbesinnung  auf die „Große Russische Revolution“\, in der Februar- und Oktoberrevolution sowie der Bürgerkrieg eingebunden sind\, steht in russischer Geschichtsschreibung und -betrachtung im Zeichen politisch gewollter „nationaler Aussöhnung“ zur Konsolidierung der Gesellschaft\, in der man eine Revolution nicht zulassen darf.
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SUMMARY:November-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche November- Sitzung am 09. November 2017 durch zum Thema \n  \nBig Data und das Management von Forschungsdaten in einer digital geprägten Informationsinfrastruktur\nVortragender: Peter Schirmbacher (MLS) \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Schirmbacher ist Informatiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2017. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin hat er seit September 1974 mit unterschiedlichen Aufgaben in deren Rechenzentrum gearbeitet – seit 1990 als dessen Direktor\, später\, nach der Umwandlung in den Computer- und Medienservice (CMS)\, als Wissenschaftlicher Direktor. 1989 wurde er auf dem Gebiet der angewandten Informatik promoviert; 2006 erhielt er die Professur für Informationsmanagement am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität. Die Lehrtätigkeit hier setzt er auch nach der Emeritierung fort.\n25 Jahre lang hat er sich für den Aufbau und Betrieb der Computerinfrastruktur im akademischen und administrativen Bereich der Universität eingesetzt und die hierbei gewonnenen Erkenntnisse dem akademischen Nachwuchs vermittelt\, insbesondere:\nInformationsmanagement in wissenschaftlichen Einrichtungen\,\nelektronisches Publizieren und Aufbau von Repositorien sowie\nUmgang mit digitalen Forschungsdaten und Gestaltung von virtuellen Forschungsumgebungen.\nIn dem Zusammenhang hat er zahlreiche DFG- und BMBF-Projekte geleitet. Seit 1990 vertritt er die Humboldt-Universität im Verein zur Unterstützung des Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein)\, seit 2011 gehört er dessen Verwaltungsrat an. In mehreren Organisationen und Arbeitsgruppen hat er mitgewirkt\, so bis heute in der HRK-Arbeitsgruppe „Zukunft der Digitalen Information in Lehre und Forschung“. Dass dabei zahlreiche Publikationen entstanden sind\, versteht sich am Rande.\nAbstract:\nDer Vortrag verfolgt das Ziel\, zunächst den Wandel der Gestaltung von Informationsinfrastrukturen in einer Wissenschaftswelt darzustellen\, die immer mehr durch die Digitalisierung und die Vernetzung geprägt ist.\nEin Teil dieser Veränderungen lässt sich am Umgang mit Forschungsdaten sehr gut dokumentieren. Es geht darum\, das allgemeine Verständnis zum Umgang mit Forschungsdaten zu wecken\, Beispiele zu bringen und auf die vielen bisher nicht gelösten Probleme hinzuweisen. Diese wären z. B. die Wahrung der Qualität von Forschungsdaten und der sie beschreibenden Metadaten\, das Forschungsdatenmanagement\, der Aufbau von Forschungsdaten-Repositories\, die Gestaltung von Informationsinfrastrukturen.\nDer Umgang mit Forschungsdaten hat drei Dimensionen: Eine wissenschaftspolitische\, eine organisatorische und eine technische Dimension. Natürlich können diese Themen teilweise nur angerissen werden\, wobei jedoch der Versuch unternommen wird\, den gegenwärtigen Stand zu beschreiben und sich andeutende Entwicklungslinien aufzuzeigen. Die einzelnen Themenkomplexe werden auf der Grundlage der Ergebnisse einer umfangreichen Befragung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Humboldt-Universität dargestellt.
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SUMMARY:November-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche November-Sitzung am 09. November 2017 durch zum Thema \n  \nErdbebengefährdung und seismische Überwachung der Istanbul-Marmara-Region in der Türkei: Historische Seismizität und neueste Messverfahren\nVortragender: Marco Bohnhoff (Potsdam) \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Bohnhoff ist Leiter der Sektion 4.2 ‚Geomechanik und Rheologie‘ am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) Potsdam und Professor für Experimentelle und Bohrloch-Seismologie an der Freien Universität Berlin. In seiner Forschungsarbeit beschäftigt er sich vor allem mit der skalenübergreifenden Analyse von Bruchprozessen. Schwerpunkte liegen dabei auf der induzierten Seismizität – dem Auftreten von Erdbeben durch menschliche Eingriffe in den Untergrund – und auf der Entstehung von Erdbeben entlang von tektonischen Plattengrenzen\, wie der Nordanatolischen Verwerfung.\nNach einer Ausbildung zum Energie-Elektroniker und einem Studium der Geophysik wurde er 2000 an der Universität Hamburg promoviert; 2006 folgte die Habilitation an der Ruhr-Universität Bochum. 2003 kam er als Wissenschaftlicher Angestellter ans GFZ. Von 2007 bis 2009 war er im Rahmen eines Heisenberg-Stipendiums Visiting Scholar am Institut für Geophysik der Universität Stanford\, Kalifornien/USA. Prof. Bohnhoff ist zertifizierter Manager\, war von 2010 bis 2016 Leiter einer Helmholtz-Hochschulnachwuchsgruppe am GFZ und Sprecher der GFZ-Zukunftskommission von 2013 bis 2015.\nAbstract:\nDie Istanbul-Marmara-Region im Nordwesten der Türkei mit mehr als 15 Mill. Einwohnern sieht sich einer hohen Wahrscheinlichkeit für ein Erdbeben der Magnitude 7 oder stärker ausgesetzt. Um die vor einem Starkbeben ablaufenden Prozesse an einer kritisch geladenen Verwerfungszone besser zu verstehen und somit die seismische Gefährdung und das daraus abzuleitende Risiko quantifizieren zu können\, wurde in den vergangenen Jahren unter der Federführung des Potsdamer Helmholtz-Zentrums GFZ gemeinsam mit dem Türkischen Katastrophenschutz AFAD das bohrlochgestützte Erdbebenobservatorium GONAF errichtet. GONAF-Messdaten liefern nun wichtige Information und erlauben\, potenzielle Erdbebenszenarien abzuleiten.\nDer Vortrag gibt eine Übersicht über die laufenden Forschungsaktivitäten und den aktuellen Kenntnisstand zum Thema und setzt die aktuellen Forschungsarbeiten in den Kontext zu historischer Seismizität in der Region.
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SUMMARY:Kolloquium: „Technische Bildung und berufliche Orientierung im Wandel ...
DESCRIPTION:Am 13. Oktober 2017 führt die Leibniz-Sozietät ein öffentliches wissenschaftliches Kolloquium durch zum Thema \n „Technische Bildung und berufliche Orientierung im Wandel – Rückblicke\, Einblicke\, Ausblicke“\nanlässlich der Verabschiedung von Vizepräsident Bernd Meier aus dem aktiven Hochschuldienst\n \nZeit: 14.00 bis 17.00 Uhr \nOrt: Hörsaal 2\, Haus 6\, Campus Griebnitzsee\, Universität Potsdam\, August-Bebel-Str. 89\,\n14482 Potsdam \nEinladung und Programm im Flyer
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SUMMARY:Abendveranstaltung der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
DESCRIPTION:Am gleichen Tag wie die Veranstaltungen der Leibniz-Sozietät in Zusammenarbeit mit der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf findet \nam 12.10.2017  um 17:30 Uhr eine Abendveranstaltung statt. \nMLS Dr. Reinhold Zilch spricht zum Thema \n“Der Kaulsdorf-Biesdorfer Rübenzuckeranbau und seine Folgen für einen geordneten Umweltschutz”\nVeranstaltungsort: Stadtteilzentrum  Biesdorf\, Alt-Biesdorf 15\, 12683 Berlin (Anmeldung: s. www.stiftung-schloss-biesdorf.de/aktuell/) \nKurzes Exposé des Vortrages
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SUMMARY:Plenarveranstaltung in Kooperation mit der Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.
DESCRIPTION:Am 12. Oktober 2017 findet ein Kolloquium in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie und dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie in der Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.statt \nzum Thema \n“Historisches und Aktuelles zur Arzneimittelforschung“ zu Ehren von Peter Oehme anlässlich seines 80. Geburtstages\n13.30 bis 18.00 Uhr \nEinzelheiten und Programm finden Sie im Flyer \nOrt: Schloss Biesdorf\, Vortragssaal\, Alt-Biesdorf 55\, 12683 Berlin; \nStiftung Ost-West-Begegnugsstätte Schloss Biesdorf e.V.
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SUMMARY:Plenarveranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
DESCRIPTION:Am 12. Oktober 2017 findet eine Plenarveranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf statt zum Thema \nMartin Luther. Historische Leistung\, Wirkung und Wertung – 500 Jahre nach Beginn der Reformation.\nVortragender: Adolf Laube (MLS) \nEinzelheite finden Sie im aktuellen Flyer\, \nOrt: Schloss Biesdorf\, Vortragssaal\, Alt-Biesdorf 55\, 12683 Berlin; \nStiftung Ost-West-Begegnugsstätte Schloss Biesdorf e.V. \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nC.V.:\nProf. Laube ist Historiker und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1994. Nach dem Studium arbeitete er neun Jahre lang als Redakteur der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft in Berlin und wurde 1963 nach außerplanmäßiger Aspirantur zum Dr. phil. promoviert. Ab 1967 war er an der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig: ab 1967 als Forschungsgruppenleiter\, nach der Promotion zum Dr. sc. (1971) als Bereichsleiter am Zentralinstitut für Geschichte. 1975 wurde er zum Professor ernannt.  1987-1989 fungierte er als Stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Gesellschaftswissenschaften\, 1990 als gewählter Sekretär für Sozial- und Geisteswissenschaften der AdW.\nNach der Abwicklung der AdW war er zunächst zwei Jahre lang Projektleiter bei KAI e.V. Ab 1993 bis zum Ruhestand (1998) arbeitete er am Institut für Historische Theologie der Universität Halle-Wittenberg. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Publikationen im In- und Ausland zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit\, zur Geschichte der Reformation und des Bauernkrieges\, darunter eine achtbändige Edition von Flugschriften für und gegen die Reformation.\nAbstract:\nBei historischen Jubiläen wird in der Regel aus dem zu gedenkenden Ereignis das herausgefiltert bzw. hineininterpretiert\, was zeitgenössischen Belangen dient. Der Vortrag wendet sich hingegen dem historischen Ereignis selbst zu\, fragt\, worum es vor 500 Jahren ging und warum dabei vorrangig Luthers zu gedenken ist. Gefragt werden wird nach den gesellschaftlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen für die historischen Wirkungen Luthers\, nach den bis heute wirkenden umstürzenden und für die katholische Kirche nach wie vor inakzeptablen Elementen in Luthers Theologie\, nach seinen unmittelbar gesellschaftlich-politischen Reformvorstellungen\, nach der unterschiedlichen Rezeption seiner Auffassungen in der Reformationsbewegung\, nach den Gründen für sein eigenes Verhalten in der Bewegung\, seine Parteinahme gegen die kämpfenden Bauern und für die Fürsten\, im Unterschied zu anderen reformatorischen Theologen wie etwa Thomas Müntzer. Gewürdigt wird Martin Luther – bei aller persönlichen und zeitgebundenen Widersprüchlichkeit – als Auslöser eines historischen Umbruchs\, dessen wir auch nach 500 Jahren noch zu Recht gedenken.
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SUMMARY:Gemeinsame Tagung der Leibniz-Sozietät\, des Alfred Wegener Instituts-Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und des Deutschen Arktisbüros
DESCRIPTION:Die  Leibniz-Sozietät\, das Alfred Wegener Instituts-Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung – und das Deutsche Arktisbüro führen am 05. Oktober 2017 eine gemeinsame Tagung zum Thema durch \nDie Arktis in der globalisierten Welt\nDas wissenschaftliche Programm wird in Kürze bekannt gegeben; die Einladung geht gesondert zu. \nZeit: 10.00 bis 18.30 Uhr \nOrt: Hörsaal Haus H\, Wissenschaftspark Albert Einstein\, Telegrafenberg\, 14473 Potsdam \nAnmeldungen nimmt entgegen Frau Sabine Helbig (e-mail. Sabine.Helbig@awi.de). \nProgramm \ns.a. Ankündigung des German Arctic Office
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SUMMARY:Tagung der Arbeitskreise „Emergente Systeme“ und „Gesellschaftsanalyse und Klassen“
DESCRIPTION:Die Arbeitskreise „Emergente Systeme“ und „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ führen eine gemeinsame öffentliche wissenschaftliche Tagung am 21. /22. September 2017 durch. \nEinzelheiten und wissenschaftlichers Programm werden in Kürze bekannt gegeben. \nOrt: Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin
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SUMMARY:Tagung des Instituts für Design Science  München in Kooperation mit der HTW Berlin\, dem Bertalanffy-Zentrum Wien und der Leibniz- Sozietät
DESCRIPTION:September 2017\n\nEine gemeinsame Tagung des Instituts für Design Science  München in Kooperation mit der HTW Berlin\, dem Bertalanffy-Zentrum Wien und der Leibniz- Sozietät fondet zum Thema\n \n„Rationale und irrationale Diskurse im Zeitalter der Digitalisierung“\nfindet am 21. September 2017 von 10:00 bis 17:00 Uhr in der Hochschulr für Technik und Wirtschaft in 12459 Berlin\, Wilheminenhofstr. 75A\, Hörsaal G002 statt. \nEinladung und Programm \n 
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SUMMARY:September-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die September-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät wird am 14. September 2017 als öffentliche wissenschaftliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltung durchgeführt zum Thema\n \n\n\nDie Genese sedimentären Edelopals.\nVortragender: Hennes Obermeyer (MLS) \n13.30 bis 17.00 Uhr \nOrt: BVV-Saal\, Berlin\, Rathaus Tiergarten \nC.V.:\nDr. Obermeyer ist Geologe und seit 2017 Mitglied der Leibniz Sozietät. Er studierte von 1981 bis 1987 an der Universität (T.H.) Karlsruhe. Anschließend arbeitete er zunächst als Hydrogeologe und Umweltgeologe. Die Promotion erfolgte auf der Basis einer Industriedissertation an der Universität Heidelberg 1995. Seine Tätigkeit als Freelancer führte ihn quer durch alle geowissenschaftlichen Fachgebiete und um die ganze Welt. Seiner Ansicht nach ist „die Beschäftigung mit dem Planeten Erde zu schön\, um sich nur auf Teilaspekte zu kaprizieren“ So pflegt er in seinen geowissenschaftlichen Projekten ganzheitliche Ansätze\, die stets auch Individuum und Gesellschaft einbeziehen.\nHeute ist Dr. Obermeyer wissenschaftlicher Leiter und Vorstand eines genossenschaftlichen Instituts für Geo- und Materialwissenschaften.\nAbstract:\nWeit verbreitet ist die Vorstellung\, Opal würde aus stagnierenden Grundwässern ausfallen\, die infolge Verdampfung an Silikat übersättigt sind. Das erfordert sehr lange Bildungszeiträume. Dieser Vorstellung widersprechen nicht nur fundamentale chemische und mineralogische Gesetze\, sondern auch Opalfunde in rezenten Böden sowie erfolgreiche Versuche\, Edelopal im Labor zu züchten.\nMikroskopische und elektronenmikroskopische Untersuchungen an opalführenden Goethit-Konkretionen (boulder opal) zeigen\, daß die Konkretionen und der Opal gleichzeitig entstanden sind. Ein derartiger Entstehungsprozess setzt die Oxidation von Pyrit voraus. Geländebefund und Modellrechnungen unterstützen folgendes Genesemodell:\nOpal ist das Nebenprodukt eines Redox-Prozesses\, bei dem das Mineral Pyrit/Markasit durch artesisch aufsteigendes Grundwasser (Temperatur 60 bis 90°C\, pH 9\,5-11\, Silicium-Gehalt > 120 mg/l) zu Goethit oxidiert wird. Durch die pH-Verschiebung wird das Löslichkeitsprodukt des Opal schlagartig überschritten\, und Opal fällt kolloidal aus. Eisenhydroxid in kolloidaler Form\, später als Goethit mineralisiert\, umgibt den Opal und schützt ihn.\nDie Bedingungen für einen solchen Prozess sind im Großen Artesischen Becken (GAB) Australiens gegeben: Pyrit und Markasit sind in euxinischen Sedimenten entstanden. Das alkalische temperierte Grundwasser entstammt den im GAB versenkten Tonen\, die auf tektonische Kompression empfindlich mit der Abgabe von Wasser reagieren.\nDie Opallagerstätten sind an fossilen mount springs und tiefreichenden Verwerfungen orientiert.  Damit geben sich Ansätze zur regionalen Exploration. Kleinräumig können die opalführenden Horizonte durch Lokalisierung der Goethit-Boulder mit dem Georadar erkannt werden.\nDas Genesemodell impliziert nicht nur kurze Bildungszeiträume\, es lässt auch erkennen\, daß die Opalisierung geeigneter Sedimente zu unterschiedlichen Zeiten erfolgt ist und rezent nicht abgeschlossen sein muss.
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SUMMARY:September-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche September-Sitzung am 14. September 2017  durch zum Thema: \n  \nDas Bildungssystem der Fahranfängervorbereitung – von der intuitiven zur evidenzbasierten Systemsteuerung.\nVortragender: Dietmar Sturzbecher (MLS) \n10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Sturzbecher ist Psychologe und Soziologe sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2017. Nach dem Lehramtsstudium (Mathematik\, Physik) an der Humboldt-Universität zu Berlin arbeitete er bis 1985 als Diplomlehrer und als Dozent für Mathematikdidaktik in der Lehrerfortbildung. Dem folgte ein Promotionsstudium an der Akademie für Pädagogische Wissenschaften zu Berlin. Zwischen 1988 und 1991 war er tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehung (Berlin) und als Abteilungsleiter am Institut für Familie und Sozialpädagogik (Berlin).\n1991 erhielt er ein Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und einen Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin. Gleichzeitig wirkte er an der Gründung des Instituts für angewandte Familien-\, Kindheits- und Jugendforschung e. V. – heute ein An-Institut der Universität Potsdam – mit\, das er seitdem nebenamtlich leitet. Seit 1993 ist er in unterschiedlichen Funktionen hauptamtlich an der Universität Potsdam tätig\, wo er sich 1996 habilitierte. 2005 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Familien-\, Jugend- und Bildungssoziologie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam ernannt.\nAbstract:\nDas System der Fahranfängervorbereitung beinhaltet „alle Bedingungen und Maßnahmen\, die vom Gesetzgeber rechtlich vorgegeben oder darüber hinaus im kulturellen Kontext gezielt bereitgestellt und genutzt werden\, um das selbstständige\, sichere und eigenverantwortliche Fahren eines Kraftfahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr zu erlernen und das dafür erforderliche Wissen und Können nachzuweisen.“ Wichtige Elemente dieses Systems sind die Fahrschulausbildung\, die Fahrerlaubnisprüfung und die protektiven Sonderregelungen für Fahranfänger. Theoretisch gesehen\, stellt das System der Fahranfängervorbereitung ein Bildungssystem dar\, für das wissenschaftlich begründete Steuerungsprinzipien und pädagogisch-psychologische Steuerungsinstrumente des allgemeinbildenden Schulsystems adaptiert werden sollten (z. B. eine evidenzinformierte Steuerung und eine curriculumbasierte Ausbildung).\nEin Blick in die Geschichte der Fahranfängervorbereitung zeigt jedoch\, dass diese bis in die 2000er Jahre eher intuitiv und sporadisch unter dem Druck des Unfallgeschehens gesteuert wurde; ein verkehrspolitischer Diskurs zur evidenzbasierten Optimierung der Fahranfängervorbereitung kommt nur langsam in Gang. Gleichzeitig sind Indizien dafür erkennbar\, dass die an ihre Grenzen gelangte neokorporatistische Systemsteuerung mit den aus einer evidenzbasierten Steuerung resultierenden Entwicklungserfordernissen kollidiert. Als Zwischenbilanz ist zu konstatieren\, dass durch den Wechsel von der Input- zur Outputsteuerung und die Wirkungsorientierung der „Empirischen Wende“ mittlerweile einzelne Elemente der Fahranfängervorbereitung evidenzinformiert weiterentwickelt werden. Bisher ist es allerdings noch nicht ausreichend gelungen\, die Systemelemente in diesem Prozess zu verschränken.
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SUMMARY:September-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften lädt ein zu ihrer öffentlichen wissenschaftlichen September-Sitzung am 14. September zum Thema: \nAerosol-Wolken-Wechselwirkungen im Klimasystem der Erde –\nVersuch einer kritischen Bestandsaufnahme\n\n\nVortragender: Olaf Hellmuth (MLS)\n \n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal\, Berlin\, Rathaus Tiergarten \nC.V.:\nDr. Hellmuth ist Meteorologe und seit 2017 Mitglied der Leibniz-Sozietät. Er studierte von 1980 bis 1987 Physik und Meteorologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach arbeitete er bis 1990 als Satellitenmeteorologe und Flugwetterberater im meteorologischen Dienst der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA\, anschließend an der Satellitenbodenstation des Instituts für Kosmosforschung der AdW der DDR sowie in einem neu gegründeten Technologieunternehmen für Geoinformatik. Seit 1996 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig. Von 1985-2010 war er mit Lehraufgaben auf dem Gebiet der angewandten und theoretischen Meteorologie beauftragt.\nEr ist Mitglied des Deutschen Nationalen Komitees der International Association for the Properties of Water and Steam (IAPWS) sowie des Joint Committee on the Properties of Seawater (JCS). Neben Publikationen zur Turbulenzmodellierung\, Aerosolphysik und Feuchtemetrik arbeitet er an einer Review-Serie zur atmosphärischen Aerosolbildung\, von der die ersten vier Bände erschienen sind. \nAbstract:\nDas Wettergeschehen auf der Erde ist Teil einer atmosphärischen Energiekaskade\, die durch den Netto-Export von Entropie von der Atmosphäre in das Weltall angetrieben wird. Obwohl die Gesamtmasse des atmosphärischen Wassers nur etwa 2\,5 Milliardstel der Masse der Erdatmosphäre ausmacht\, spielt Wasser durch seine speziellen Eigenschaften eine Schlüsselrolle als Energietransformationsmedium.\nWasser kommt in der Atmosphäre in allen drei Aggregatzuständen – sowohl in stabiler als auch in metastabiler Form – vor. Wolken als kondensierte Wasserphase stellen ein sensibles Kettenglied in der Homöostase des Erdklimas dar und können sowohl Teil klimastabilisierender als auch\n-destabilisierender Rückkopplungen sein. Aerosole fungieren als Katalysatoren für die Wolkenbildung und sind damit ein Teil der Prozesskette der Phasenumwandlungen des Wassers in der Atmosphäre.\nIm ersten Teil des Vortrages werden die grundlegenden Elemente der atmosphärischen Energiekaskade\, physikalische Aspekte der Wolkenphänomenologie sowie die daraus resultierenden Rückkopplungswirkungen von Wolken im Klimasystem diskutiert. Der zweite Teil ist den katalytischen Wirkungen von Aerosolen für die Hydrometeorbildung\, Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen sowie der Prozessbeschreibung in Atmosphärenmodellen gewidmet. Im dritten Teil des Vortrages wird das Problem der “Imponderablen” bei der Modellierung von Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen auf klimatologischen Raum- und Zeitskalen behandelt. Anhand von ausgewählten Beispielen wird demonstriert\, dass es aufgrund des nach wie vor unzureichenden Signal-Rauschverhältnisses globaler Monitoring-Systeme für Aerosole und atmosphärisches Wasser derzeit unmöglich ist\, Aerosol-Wolken-Wechselwirkungen hinreichend genau zu quantifizieren. Der Vortrag endet mit spezifischen Schlussfolgerungen für die Beobachtung und Modellierung von aerosoldynamischen und wolkenmikrophysikalischen Prozessen.
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SUMMARY:Jahresgeschäftssitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die nichtöffentliche Jahresgeschäftssitzung der Leibniz-Sozietät findet statt am 26.01.2017 \n13.00 bis 14.00 Uhr: Geschäftssitzung der Klassen (NWTW: Einstein-Saal; GSW: Kleiner Saal)\n14:00 bis 17:00 Jahresgeschäftssitzung der Sozietät: Einstein-Saal \nDie Einladung geht gesondert zu
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SUMMARY:Januar-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Januar-Plenarsitzung wird als öffentliche wissenschaftliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 26.01.2017 veranstaltet zum Thema\n \nWer nur Informatik versteht …\nVortragender: Werner Zorn (MLS) \n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Archenhold Sternwarte\, Berlin-Treptow\, Alt-Treptow 1; Einstein-Saal \nC.V.:\nProf. Zorn ist Informatiker und seit 2016 Ehrenmitglied der Leibniz-Sozietät. Nach dem Studium der  Elektrotechnik an der Universität (TH) Karlsruhe arbeitete er seit 1968 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Kybernetiker  und  Informationstheoretiker Karl Steinbuch am Institut für Nachrichtenverarbeitung und Nachrichtenübertragung\, und zwar in der Forschungsgruppe „Bildverarbeitung und Zeichenerkennung“ unter der Leitung von Helmut  Kazmierczak. Nach der Promotion (1971) übernahm er 1972 die Leitung der neu geschaffenen Informatik-Rechnerabteilung (IRA) als Rechenzentrum an der Universität Karlsruhe. Er widmete sich dem Aufbau Zentralrechner-orientierter Datenverarbeitungs-Dienste an der Fakultät für Informatik und erarbeitete die  ersten systematischen Leistungsanalysen für Rechenanlagen. Mit der ersten transatlantischen Internet-E-Mail wurde er am 03. August 1984 weit über seine Fachkreise hinaus bekannt. \nAbstract:\n… versteht auch diese nicht“ – frei nach Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)\, welcher diesen Aphorismus auf die Chemie bezog. Für die Informatik gilt dies umso mehr\, als ihre Produkte zumeist Bestandteil von IT- gestützten Anwendungssystemen sind\, so dass die gründliche Kenntnis der jeweiligen Anwendungsumgebung zwingende Voraussetzung für das korrekte Funktionieren im späteren Einsatz ist. Soweit der naheliegende vordergründige Bezug.\nGedanklich sind hierbei erhebliche Distanzen zu überbrücken\, z.B. auf der technisch-naturwissenschaftlichen Ebene im Industriebereich mit der informationellen Sicht der Informatik und der materiell-energetischen Sicht im Maschinenbau\, der E-Technik oder anderen klassischen Ingenieursdisziplinen. Methodisch geht es hierbei um das Problem der Erzeugung übergreifender Gesamtmodelle sowie von „Modellen von sich Selbst“ für diverse Subsysteme.\nDie potentiell größten Distanzen bestehen jedoch auf der obersten Abstraktionsebene\, auf welcher dem Informatik-Programmierparadigma Abstrakter Datentyp und Objektorientierung die philosophisch-ontologische Vorstellung von  „Seiendem“ und „Sein“ gegenüberstehen\, über welche seit Aristoteles (384  – 322 v.Chr.) gestritten wird. In der Informatik geht es dabei konkret um das Problem der Grenzziehung zwischen „Künstlicher Intelligenz“ und „Natürlicher Intelligenz“. Zur Klärung des Unterschieds wird den Begriffspaaren Erkennen vs. Verstehen und Korrektheit vs. Wahrheit nachgegangen\, welcher für den IT-Einsatz in vielen Bereichen des heutigen und künftigen täglichen Lebens von Bedeutung ist.\nDer Vortrag versucht die genannten Probleme so darzustellen\, dass ausreichend Stoff für die anschließend vorgesehene Diskussion vorliegen sollte.
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SUMMARY:Dezember-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Dezember-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät wird am 08.12.2016 als öffentliche wissenschaftliche Vortrags- und Diskussionsveranstaltung durchgeführt zum Thema\n \nEntropiereduktion im Denken\nReferent: Werner Krause (MLS) \n13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Krause ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 1999. Nach dem Studium der Medizinischen Elektronik\, Radiologischen Technik und Theoretischen Physik an der Technischen Universität Ilmenau arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Hirnforschungsinstitut der Universität Leipzig und am Psychologischen Institut der Humboldt-Universität Berlin\, wo er 1969 promoviert wurde. Es folgten die Leitung der Abteilung Problemlösen am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Deutschen Akademie der Wissenschaften (später Akademie der Wissenschaften der DDR) sowie die Habilitation (1978) an der Humboldt-Universität. 1987 wurde er auf den Lehrstuhl Allgemeine Psychologie II der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen; 1990 bis 1992 war er dort Dekan; in der Zeit zwischen 1988 und 1992 hielt er zusätzlich Gastvorlesungen an den Universitäten Fribourg/Schweiz und Würzburg; 2003 wurde er emeritiert.\nNeben dem Buch „Denken und Gedächtnis aus naturwissenschaftlicher Sicht“ (Göttingen 2000) publizierte er zahlreiche Originalbeiträge zur menschlichen Informationsverarbeitung. \nAbstract:\nOrdnungsbildung im Denken ist eine Möglichkeit\, die menschliche Informationsverarbeitung zu beschreiben. Um die Ordnungsbildung im Denken zu quantifizieren\, sind uns die traditionellen Wege auf der Verhaltensebene und auf der internen Repräsentationsebene verschlossen.\nIm Vortrag wird ein Weg auf der neurowissenschaftlichen Ebene vorgeschlagen: Jeder kognitive Prozess ist als Mikrozustandssequenz abbildbar. Mikrozustände sind zeitlich konstante Aktivationsverteilungen im Gehirn\, zu messen mittels EEG. Aus den bedingten Wahrscheinlichkeiten der Mikrozustände wird die Entropie respektive Entropiereduktion berechnet. Es wird gezeigt\, dass sich die Verfügbarkeit von Strategien beim Denken in einer höheren Entropiereduktion äußert. Damit eröffnen sich neue Wege zum Verständnis von Denkprozessen und zu deren Messung. (Literatur: Krause\, W: Leibniz-Online\, Nr. 21\, (2016)\, https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2015/12/WKrause.pdf).
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SUMMARY:Dezember-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaft führt ihre Dezember-Sitzung am 08.12.2016 als öffentliches wissenschaftliches Kolloquium durch zum Thema: \n„Künstler\, Kunstwerk und Gesellschaft“\nzum Gedenken an Peter H. Feist\n \n10.00 bis 12.00 Uhr\nBalkonsaal \nProgramm
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DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften führt ihre Dezember-Sitzung am 08.12.2016 als öffentliches wissenschaftliches Kolloquium durch zum Thema: \n„Karl Schwarzschild – Ein deutscher Pionier der Astrophysik“\nanlässlich seines 100. Todestages\n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nWissenschaftliches Programm
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SUMMARY:Sitzung des Arbeitskreises "Gesellschaftsanalyse und Klassen"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ veranstaltet seine öffentliche wissenschaftliche Sitzung am 02. Dezember 2016 als Workshop zum Thema\n \nWorkshop Transformationsforschung\n14.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nInformationen zum Programm
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SUMMARY:Raumfahrthistorisches Kolloquium 2016
DESCRIPTION:Das Raumfahrthistorische Kolloquium 2016 findet am\nSamstag\, 26. November 2016\, 10 – 14 Uhr \nin der Archenhold-Sternwarte Berlin-Treptow\, Alt-Treptow 1 – 12435 Berlin statt. \nProgramm
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SUMMARY:Sitzung des Arbeitskreises "Gesellschaftsanalyse und Klassen"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ führt am 11. November 2016 einen öffentlichen wissenschaftlichen Workshop durch zum Projekt\n \n„Transformation und Industrie 4.0“\n10.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nEinladung und vorläufiges Programm (Stand: 12.09.2016)
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DESCRIPTION:Die November-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät wird am 10.11.2016 als öffentliche wissenschaftliche Sitzung durchgeführt zum Thema: \nMedizin und Revolution\nReferent: Wolfgang Eckhart (MLS) \n13.30 bis 15.30 Uhr\nOrt: BVV-Saal \nC.V.:\nProf. Eckart studierte seit 1971 Medizin\, Geschichte und Philosophie in Münster. 1978 verteidigte er seine Dissertation über den Wittenberger Arzt Daniel Sennert (1572–1637)\, 1986 die Habilitationsschrift über „Deutsche Ärzte in Japan und China“. Von 1988 bis 1992 war er Professor für Geschichte der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Im Jahr 1992 wurde er auf den Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Universität Heidelberg berufen. Von 1996 bis 1998 war er Präsident der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte. 2002 wurde er der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. zugewählt; seit 2009 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften. 2016 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.\nZu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Entstehung der neuzeitlichen Medizin im 16. und 17. Jahrhundert\, Medizin in der schönen Literatur\, Medizin im europäischen Kolonialimperialismus\, ärztliche Missionen\, Medizin und Krieg sowie Medizin und auswärtige Kulturpolitik in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. \nAbstract:\nRevolution und Medizin\, sicherlich kein alltägliches Vortragsthema. Der nähere Blick aber zeigt\, dass es immer wieder gerade die politisch revolutionären Bruchzonen in der europäischen Geschichte waren\, die auch der Medizin entscheidende Schübe zu einer kritischeren Positionierung in wissenschaftlicher als auch in gesellschaftspolitischer Hinsicht verliehen haben. Blicke auf die immense Bedeutung der Französischen Revolution 1789 für die Entwicklung einer kritischen\, naturwissenschaftlich orientierten Medizin\, auf die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung junger Ärzte im Umfeld des bürgerlichen Revolutionsversuchs 1848\, aber auch auf den Kampf des Rates der Volksbeauftragten um gesundheitspolitische Krisenbewältigung und Neuordnung der öffentlichen Gesundheitspflege 1918/19 zeigen dies schnell.\nIm Vortrag soll zunächst auf diese Phänomene der europäischen Medizingeschichte zwischen 1789 und 1933 eingegangen werden. Dass sich im Anschluss daran Fragen insbesondere im deutschen Kontext auch hinsichtlich politischer Brüche und ihrer Bedeutung für die Medizin 1933\, 1945/49 und 1989/90 ergeben – ganz unabhängig davon\, ob auch sie im Kontext der Zeit schon als Revolutionen zu deuten sind -\, liegt auf der Hand.
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SUMMARY:November-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften führt ihre November-Sitzung als öffentliche wissenschaftliche Sitzung am 10.11.2016 durch zum Thema \nDeutsche Vernunft und angelsächsischer Verstand\nReferent: Dr. Edelbert Richter (Weimar) \n10.00 bis 12.00 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nDr. Edelbert Richter war vor der Wende Dozent an der Predigerschule in Erfurt. 1977 bis 1989 engagierte er sich in regimekritischen Gruppen sowie in der Friedens- und Ökologiebewegung; im August 1989 wurde er zum Mitbegründer des ”Demokratischen Aufbruch“. Im Januar 1990 trat er in die SPD über und gehörte der letzten Volkskammer der DDR an. 1991 bis 1994 war er Abgeordneter im Europäischen Parlament\, 1994 bis 2002 im Deutschen Bundestag. In der Grundwertekommission beim Parteivorstand der SPD arbeitete er von 1991 bis 2005 mit. Er ist Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler und seit 2004 Lehrbeauftragter für Philosophie. Zahlreiche Veröﬀentlichungen hat er vorgelegt; die jüngste trägt den gleichen Titel wie dieser Vortrag. \nAbstract:\nNach einem Vierteljahrhundert deutscher Einheit ist es an der Zeit\, einmal zu diskutieren\, was uns Deutsche eigentlich ideell verbindet\, was wir gemeinsam anstreben\, mit anderen Worten: worin unsere Identität besteht. Dabei geht es nicht um Abgrenzung gegenüber anderen Nationen\, sondern um den besonderen Beitrag\, den wir für die Zukunft der gefährdeten Menschheit leisten können.\nNun brauchen wir\, wenn uns diese Frage gestellt wird\, nicht zu spekulieren\, sondern können an gegebene Tatsachen anknüpfen. Denn wie sich beim G-7-Treﬀen in Elmau wieder gezeigt hat\, ist die Bundesrepublik faktisch in der Umweltpolitik der Vorreiter unter den großen Industrienationen. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossene Sache und das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist bisher so erfolgreich gewesen\, dass über 65 Länder in und außerhalb Europas es nachgeahmt haben.\nAllerdings ist die Frage bisher unbeantwortet\, welche historischen Gründe es denn für diese deutsche Sonderrolle gibt. Zwar ist bekannt\, dass der Schlüsselbegriﬀ ”Nachhaltigkeit“ aus der deutschen Forstwirtschaft des 17. Jahrhunderts stammt und dass die Deutschen stark durch die Romantik geprägt sind. Der Vortragende möchte jedoch eine umfassendere und tiefere Antwort geben\, indem er zeigt\, dass sich die deutsche konfessionelle und philosophische Tradition im Naturverständnis deutlich von der angelsächsischen unterscheidet. Von der Reformation bis hin zur Relativitäts- und zur Quantentheorie hat sie überwiegend einen ökologischen Sinn.
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SUMMARY:Sitzung des Arbeitskreises "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis „Prinzip Einfachheit“ führt am 27. Oktober 2016 seine öffentliche wissenschaftliche Sitzung durch zum Thema:\n \n\nEinfachheit in der Pädagogik\, insbesondere in der Didaktik\nVortragender: Franz Prüß (MLS)\nZeit: 10.30 bis 12.30 Uhr\nOrt: Balkonsaal \nC.V.:\nProf. Prüß ist Diplomlehrer und Erziehungswissenschaftler sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2012. Von 1992 bis 1994 war er Professor für Sozialpädagogik und Sprecher des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Rostock\, seit 1994 bis zur Emeritierung 2011 Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik und schulbezogene Bereiche der Sozialpädagogik im Institut für Erziehungswissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.\n1998 gründete er das Zentrum für Lehrerbildung der Universität Greifswald und wurde dessen Geschäftsführender Sprecher. Er leitete mehrere Forschungsgruppen und Projekte\, so zur Schulentwicklung\, zur Suchtprävention\, zur Kooperation von Schule und Jugendhilfe und zu Jugendproblemen in der Russischen Föderation. Sein Hauptforschungsgebiet ist der Zusammenhang von optimaler Förderung des Einzelnen und Gruppenentwicklungen. Er organisierte mehrere internationale Fachtagungen zur Entwicklung der Sozialpädagogik/Sozialarbeit in Mittel- und Osteuropa\, zur Entwicklung der Schulsozialarbeit sowie zur Entwicklung von Ganztagsschulen. Zu Lehraufenthalten weilte er in  Polen und in der Russischen Föderation; an der Staatlichen Pädagogischen Universität Omsk hatte er eine Gastprofessur inne. Im Internationalen Bund (IB) ist er Mitglied des Präsidiums. \nAbstract:\nBei der Bildung und Erziehung handelt es sich um ein komplexes und kompliziertes Prozessgeschehen. Viele Wirkfaktoren und Operationen der Prozessbeteiligten spielen dabei eine Rolle\, die nur über vereinfachende Modellvorstellungen kommunizierbar gemacht werden können.\nDementsprechend hat es in der Vergangenheit in der Entwicklung der Pädagogik und ihren Teildisziplinen viele Versuche gegeben\, diese Komplexität zu erfassen und begründete Komplexitätsreduktionen vorzunehmen. So sind für die Planung\, Gestaltung und Reflexion von Unterricht diverse Konzepte entwickelt und didaktische Modelle entworfen worden. Das geschah aus bildungstheoretischer\, lehr-lern-theoretischer und auch aus kommunikationstheoretischer Sicht. Im Unterschied zu den Fachdidaktiken\, zur pädagogisch-psychologisch orientierten Professions- und Professionalisierungsforschung und zur pädagogisch-psychologischen Lehr-Lernforschung muss die Allgemeine Didaktik bezüglich des Unterrichts die zentrale Disziplin sein\, die die Gesamtheit der didaktischen Fragestellungen in ihrer Komplexität in den Blick nimmt und diese als transdisziplinäre Wissenschaft in Kooperation mit ihren Bezugswissenschaften und zugleich auch eigenständig untersucht. In der Vergangenheit wurden auf der Grundlage verschiedener wissenschaftstheoretischer Positionen Modelle entwickelt\, die aber zumeist die Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit von Unterrichtsprozessen nicht adäquat erfassen konnten. Die Allgemeine Didaktik muss auf der Grundlage einer entwickelten Allgemeinen Pädagogik diesen – auch methodologisch bedeutsamen –Referenzrahmen zur Verfügung stellen bzw. lehrbar machen.\nDer Vortragende ist nach Auswertung vielfältiger wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Analyse existierender didaktischer Modelle der Auffassung\, dass eine strukturelle und funktionale Betrachtung pädagogischer Prozesse eine adäquate Abbildung ihrer Komplexität ermöglicht\, die Vorschläge zur Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen begründet. Dazu ist erforderlich:\n• Wesen und Inhalt\, Struktur und Funktionen der Erziehung in gesellschaftlichen Reproduktions- und individuellen Entwicklungsprozessen zu bestimmen\, um zu klaren Vorstellungen von Pädagogik zu gelangen;\n• die Struktur- und Funktionselemente von Erziehung bzw. Unterricht zu definieren sowie durch transdisziplinäre Forschungen die einzelnen Struktur und Funktionselemente theoretisch zu bestimmen und konkret-historisch zu beschreiben;\n• die gesetzmäßigen Relationen zwischen den Struktur- und Funktionselementen aufzudecken\, um unter Nutzung der statistischen Gesetzeskonzeption und gültiger Zielvorstellungen pädagogische Prinzipien und Regeln formulieren zu können. Sie sind das Fundament für Handlungsorientierungen\, die pädagogischen Prozessen Zielstrebigkeit und Systematik verleihen\, indem sie helfen\, ein optimales Bedingungsgefüge und Aktivitätsniveau für Persönlichkeitsentwicklung zu schaffen.\nDas Kategoriensystem\, das die Struktur- und Funktionselemente der Erziehung bzw. des Unterrichts widerspiegelt\, sowie die Prinzipien zur Gestaltung effektiver Strukturen und zur optimalen Realisierung der Funktionen bilden das Grundgerüst der Pädagogik und ihrer Disziplinen in wissenschaftlich begründeter Einfachheit.\nDie Nutzung des Prinzips der Einfachheit für die Entwicklung der erziehungswissenschaftlichen Disziplinen ist zu unterscheiden von didaktischen Vereinfachungen wissenschaftlicher Erkenntnissysteme im Interesse des Prinzips der Fasslichkeit des Unterrichtsinhalts\, das die Überwindung von Schwierigkeiten durch die Schüler mit einschließt. Die Erarbeitung didaktischer Vereinfachungen gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Fach­didaktiken. \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/sitzung-des-arbeitskreises-prinzip-einfachheit-2/
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