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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nZoom-Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66246447598?pwd=L2J5aPEcaNXxWEDl2vpQE0MaZQA6hC.1\nMeeting-ID: 662 4644 7598 \nVortrag: \nThomas Naumann (DESY\, Zeuthen)\nUniversum – Multiversum: Hatte Gott eine Wahl?\nZur Feinabstimmung der Naturkonstanten\nAbstract: \nEinstein sagte einmal\, was ihn am meisten interessiere sei die Frage\, ob Gott die Welt hätte anders machen können. Unsere Existenz hängt von einer Vielzahl von Größen ab\, deren genaue Abstimmung das Leben in unserer Welt überhaupt erst ermöglicht. Dazu gehören die Zahl der Raumdimensionen\, die Dichte des Universums\, die Stärke der Kräfte und die Massen der Teilchen. Die Hypothese von einem Multiversum könnte Leibniz’ Frage\, ob wir in der „besten aller Welten” leben\, beantworten und das rätselhafte Feintuning so vieler Eigenschaften unserer Welt erklären. \nVita: \nProf. Thomas Naumann ist Teilchenphysiker. Er arbeitet am größten Forschungsprojekt der Menschheit\, dem 27 km langen Large Hadron Collider LHC des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf. Geboren 1953 in Dresden\, studierte er bis 1975 an der Technischen Universität seiner Heimatstadt Physik.\nDanach untersuchte er am Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen bei Berlin und ab 1992 am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY die Eigenschaften der Kernkraft. Sein Experiment ATLAS war 2012 an der Entdeckung des Higgs-Teilchens beteiligt.\nThomas Naumann leitete bis 2019 die Gruppe Teilchenphysik des DESY in Zeuthen und lehrte als Honorarprofessor an der Universität Leipzig. \n 
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63570625303?pwd=7338rQK0CGOcnoJqyRLmWv7LZL7WOp.1\nMeeting-ID: 635 7062 5303 \nVortrag: \nWolf R. Eisentraut (Berlin) \nSchöpfertum gefangen im Zentralismus – zur wechselvollen Geschichte der Architektur in einer vergangenen Republik \nAbstract: \nDer Vortrag gibt einen Überblick auf die wechselvolle Geschichte der Architektur in der DDR\, über Zusammenhänge und Gegensätze von politischen Vorgaben und individuellem Wirken der Akteure. Es wird anhand von Beispielen der mehrfache inhaltliche Wechsel der offiziellen Vorgaben und deren Auswirkungen auf das architektonische Schaffen dargestellt. Im Vortrag wird auch darauf eingegangen\, welche Rolle die Architekten spielten und wie sie in das staatlich gelenkte Wirtschaftssystem eingebunden waren. Erstmals erfährt die Architektur- und Baugeschichte der nun abgeschlossenen Periode eine systematische Gliederung in vier Dezennien\, in eine synchronistische Übersicht mündend. Darüber hinaus erfolgen Betrachtungen zu bleibenden Werken und zur Vergänglichkeit der baulichen Artefakte sowie zum Umgang der gegenwärtigen Gesellschaft mit ihrem Erbe aus der vergangenen Zeit\, der auch grundsätzliche Fragen zur Nachhaltigkeit aufwirft. Die Thematik wird angereichert und illustriert mit der Darlegung eigener Beiträge des Referenten zu Städtebau und Architektur in den relevanten Zeitabschnitten\, nicht ohne einen Blick auf gegenwärtiges Bauen zu richten. Die Baugeschichte wird anhand von Bildern zu ikonischen Bauten des jeweiligen Zeitabschnittes erfassbar gemacht. \nDer Vortrag stützt sich in großen Teilen auf das vom Referenten 2023 vorgelegte Buch zu einer ähnlichen Thematik und mündet in die Frage\, ob es eine sozialistische Architektur gegeben hat. \nVita: \nWolf R. Eisentraut\, am 1. 12. 1943 in Chemnitz geboren\, absolvierte nach dem Abitur in Plauen eine Maurerlehre und studierte von 1963 bis 1968 Architektur sowie Ingenieurpädagogik an der Technischen Universität Dresden. Erste Berufserfahrungen als Architekt gewann er bei Hermann Henselmann als Mitarbeiter an Entwürfen für Stadtzentren und Hochhäuser sowie später als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Wohnungsbau der Bauakademie der DDR. 1972 war er unter Leitung von Heinz Graffunder am Entwurf zum Palast der Republik in Berlin beteiligt. Bei diesem Projekt verantwortete er die Planung des Mittelteils dieses repräsentativen Gebäudes\, insbesondere der großen Foyerhalle und des Theaters im Palast\, für das er später  Bühnenbilder und Ausstattungen entwarf. Im Hauptberuf ging er 1976 in das Baukombinat Ingenieurhochbau Berlin und leitete dort ein Entwurfskollektiv. Bei dieser Tätigkeit gelangen ihm in Abkehr von damals verordneten Typenprojekten individuelle Architekturschöpfungen wie eine Schule für Körperbehinderte in Berlin-Lichtenberg. Aus dieser Periode resultieren aber vor allem auch mehrere Zentren mit Handels- und Kulturbauten in Berliner Neubaugebieten\, so Kaufhäuser\, Bibliotheken\, ein Kino\, eine Galerie\, ein Kulturhaus und viele Gaststätten – alle eingebettet im städtebaulichen Entwurf und realisiert im Hochbau\, so u. a. am Helene-Weigel-Platz und im Zentrum von Berlin-Marzahn. \nDaneben war Wolf R. Eisentraut wissenschaftlich tätig\, promovierte 1984 zum Dr.-Ing. und wurde nach seiner Habilitation 1986 zum Professor an die Technischen Universität Dresden berufen\, wobei er die praktische Entwurfs- und Bautätigkeit parallel weiterführte. Das führte dann schließlich 1991 zur Gründung eines eigenen Entwurfs- und Planungsbüros in Dresden und Berlin. In diesem Rahmen entstanden städtebauliche Planungen und überwiegend Wohn- und Kulturbauten in Berlin\, und an anderen Orten\, vom  Sächsischen Vogtland über den Brocken bis an die Nord- und Ostsee. \nWie schon während der Planungstätigkeit berufsbegleitend\, widmete sich Wolf R. Eisentraut nach 2018 beratender und publizistischer Tätigkeit. In seinem 2023 beim Lukas-Verlag erschienen Buch „Zweifach war des Bauens Lust“ stellt er auf unterhaltsame Weise die wechselvolle Baugeschichte der DDR und seine eigenen Beiträge dazu dar.
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SUMMARY:Plenum Februar
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät \nZeit: 13.30 bis 15.30 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nauch über Zoom. \nOttmar Ette (MLS) \nDer Romanist als Romancier. „Zwei deutsche Leben“ und „Mein Name sei Amo“ von und mit Ottmar Ette\nAbstract: \nIm Zentrum der Lesung stehen die beiden Romane „Zwei deutsche Leben“ und „Mein Name sei Amo“. Im anschließenden Gespräch stehen Fragen des Verhältnisses zur Geschichte und die Bedeutung eines kritischen Verhältnisses zur Geschichte ebenso im Zentrum wie die dunkle Seite der europäischen Aufklärung\, die Grenzen von Wissen und Wissenschaft sowie ganz allgemein das Spannungsverhältnis zwischen akademischem und literarischem Schreiben in Gegenwart und Zukunft. \nCV: \nOttmar Ette war drei Jahrzehnte lang Romanist und Komparatist an der Universität Potsdam und ist Projektleiter eines akademischen Langzeitvorhabens an der BBAW (bis Ende 2032) sowie Gründungsdirektor eines  Forschungszentrums in Changsha\, China. Er verfasste zahlreiche Bände über Roland Barthes\, Alexander von Humboldt\, Transareale Studien\, über Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft sowie acht Bände seiner Vorlesungen; seine Bücher wurden ins Englische\, Französische\, Spanische\, Portugiesische und Chinesische übersetzt. Er war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin\, ist Mitglied mehrerer Akademien und wurde zum Honorary Member der Modern Language Association in den USA gewählt. Als Schriftsteller hat er die Romane „Zwei deutsche  Leben“ und „Mein Name sei Amo“ vorgelegt. \n 
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DESCRIPTION:Veranstaltungsort: Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestraße 87\, 12587 Berlin – bzw. hybrid. Zoom: \nhttps://us06web.zoom.us/j/87629608973?pwd=YDbDwgTGVZvQbhubJIZB3IUpDhbzc4.1\nMeeting-ID: 876 2960 8973\nKenncode: 617951 \nDieter Segert\, MLS \nEine Ordnung gemeinsamer Sicherheit in Europa – Analysen des Helsinki-Friedensprozesses und seines Scheiterns\nAbstrakt \nVor 50 Jahren hatte die Konferenz von Helsinki einen Prozess angestoßen\, der auf das geregelte friedliche Zusammenleben in Europa gerichtet war. Er hatte u.a. durch die Ostverträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und ihren osteuropäischen Nachbarn Impulse erhalten. Abrüstungs- und Rüstungsbegrenzungsverträge zwischen der Sowjetunion und den USA folgten. 1990 mit der Charta von Paris schien die europäische Friedensordnung auf Dauer errichtet zu sein. Aber schon Ende des betreffenden Jahrzehnts zeigten sich die ersten Risse in ihrem Fundament. Die Kündigung des ABM-Vertrages 2002 durch die USA war der Beginn eines Abbaus erreichter Verträge wie auch der schrittweisen Zerstörung von Vertrauen zwischen Russland und dem Westen. Er gipfelte im Krieg Russlands gegen die Ukraine\, der gleichzeitig ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland ist. \nZwei Fragen stehen im Mittelpunkt des Vortrags: Wer trägt für diese destruktive Entwicklung die Verantwortung\, oder anders gefragt: was wurde durch die Entscheidungen Russlands verursacht und was durch Akteure des „Westens“? Was sind die Bedingungen dafür\, um diesen Geschichtsbruch zu reparieren und zu einer Ordnung gemeinsamer Sicherheit zurückzukehren? \nLebenslauf \nDieter Segert (geb. 1952 in Salzwedel) studierte Philosophie an der HUB und der MGU. Er arbeitete seit 1978 an der Sektion marxistisch-leninistische Philosophie an der Berliner Humboldt-Universität und wurde dort 1989 zum Professor berufen. Seit 1985 bemühte er sich gemeinsam u.a. mit Uwe-Jens Heuer um die Gründung der Politikwissenschaft als universitäre Disziplin\, was aber erst Ende 1989 gelang. 1990-1992 war er an der Gründung des Fachbereichs für Sozialwissenschaften an der HUB beteiligt und wurde zum Prodekan gewählt. 1993 wurde Segert auf 5 Jahre befristet zum C3-Professor für Vergleichende Politikwissenschaft (Schwerpunkt Osteuropa) berufen. Nach der Arbeit als Gastprofessor an der Prager Karlsuniversität und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn wurde er 2005 an die Universität Wien auf eine unbefristete Professur für die Analyse von Transformationsprozessen in Osteuropa berufen. Seit 2008 ist Dieter Segert Mitglied der Leibniz Sozietät\, 2024 wurde er zum Sekretar der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften gewählt. Die Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrarbeit sind Analyse politischer Parteien in Osteuropa\, Transformationen des osteuropäischen Staatssozialismus und sein Erbe\, Gefährdungen der liberalen Demokratie. Zu diesen Gebieten hat er umfangreich publiziert. In den letzten Jahren beschäftigt er sich intensiv mit den Konflikten im post-sowjetischen Raum. 2024 erschien das Buch „Doppelter Geschichtsbruch. Der Wandel in Osteuropa nach der Helsinki-Konferenz 1975 und die Zukunft der europäischen Sicherheit“\, bei dem er Mit-Herausgeber (zusammen mit Peter Brandt und Gert Weisskirchen) und Autor ist. Das Buch liegt dem Vortrag zugrunde.
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. (LS) in Kooperation mit der Gesellschaft für Kybernetik (GfK) \n13:30–15:30 Uhr\, Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist der folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61217206307?pwd=ibCrKPt2G2t0r2FoooxDtt5OkCqazy.1\nMeeting-ID: 612 1720 6307 \nIm Rahmen der Veranstaltung wird der Wiener-Schmidt-Preis der GfK an Erdmute Sommerfeld (MLS) und Werner Krause (MLS) verliehen. \nProgramm: \n\nBegrüßung: Gerda Haßler (Präsidentin der LS)\, Hanspeter Loewen (GfK)\nFestvortrag 1: Hermann Michael Schmidt (Versmold): “Wilhelm Dilthey – Motivator von Hermann Schmidt”\nFestvortrag 2: Siegfried Piotrowski (Präsident der GfK): “Norbert Wiener und die heutige Gesellschaft für Kybernetik”\nEhrungen mit dem Wiener-Schmidt-Preis der GfK: – Laudatio: Gerhard Pfaff (MLS) – Dankesworte der Geehrten\n\nVortrag 1: \nHermann Michael Schmidt (Versmold)  \nWilhelm Dilthey – Motivator von Hermann Schmidt \nAbstract: \nDie Kybernetik\, angetreten als fächerübergreifende Theorie von Steuerung und Regelung (N. Wiener\, W. Ross Aschby\, G. Klaus\, H. Schmidt) vertritt im Grunde zwei ganz verschiedene Anliegen. Auf der einen Seite will die Kybernetik Universalwissenschaft werden mit der Kraft\, in die Einzelfächer hineinzuwirken und dort neue nützliche Verbindungen zu stiften.   Man muss wohl sagen\, dieser Anspruch hat sich kaum erfüllt. Auf der anderen Seite haben Kybernetiker versucht\, die Beziehung zwischen dem Menschen und der (ja von ihm geschaffenen) Technik philosophisch neu zu deuten\, der Technik einen Wert für das Selbstbild des Menschen zu geben. Diesen zweiten Anspruch macht die „Allgemeine Regelkreislehre“ von Hermann Schmidt. \nDie Schriften von Hermann Schmidt enthalten knappe Hinweise auf die Klassiker\, auf Kant\, Herder\, Schleiermacher und Hegel. Was Schmidt aber versäumt\, so die Behauptung hier\, ist\, dass er sich viel ausführlicher auf die deutschen Klassiker als seine Vordenker über teleologische Kausalität hätte einlassen können. \nDer Vortrag soll zeigen\, dass die Lehre von Hermann Schmidt deutliche Gemeinsamkeiten mit der Lebensphilosophie von Wilhelm Dilthey hat\, den die Schriften von Schmidt nicht einmal erwähnen. Tatsächlich hatte Herman Schmidt als Student in Göttingen über Dilthey´s Philosophie viel gehört in der Vorlesung von Georg Misch\, des Dilthey-Herausgebers\, der dann 1923 Schmidt im Nebenfach Philosophie auch geprüft hat. In Band VII von Dilthey Ges. Schriften heißt es etwa\, recht nah bei den Begriffen von Hermann Schmidt: „Die Geschichte zeigt\, wie die Wissenschaften\, die sich auf den Menschen beziehen\, in einer beständigen Annäherung an das fernere Ziel einer Besinnung des Menschen über sich selbst begriffen sind“. \nWilhelm Dilthey (1833 – 1911) ist absolut kein Philosoph der modernen Technik. Im Gegenteil\, er sieht im Techniker des Alltags ausdrücklich den Mann des bloßen Spezialwissens nah bei Hermann Schmidt. Die Lehre von Schmidt macht allerdings das Technisieren – die moderne Technik wird durch Automaten repräsentiert – zum Hauptmerkmal der Spezies Mensch. \nVita: \nHermann Michael Schmidt studierte von 1963 bis 1969 Physik an der TU Berlin und an der Universität Göttingen (Abschluss: Diplom). 1974 promovierte in theoretischer Physik in Göttingen. In den folgenden Jahren war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Quantenchemie der TU Berlin. Von 1986 bis 1988 war er für die Hellenic Science Foundation in Athen tätig. Es folgten Tätigkeiten an der Universität Stuttgart sowie Gastaufenthalte in Torun (Polen) und in Aarhus (Dänemark). Von 2001 bis 2010 war Hermann Michael Schmidt Lehrkraft für Mathematik und Physik an der Volkshochschule in Beckum/Westfalen. Ein Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen war das Thema „Partitionen in der Störungstheorie von n-Elektronen-Wellenfunktionen“. In zahlreichen Vorträgen hat er über die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Tätigkeit berichtet. \nVortrag 2: \nSiegfried Piotrowski (GfK) \n Norbert Wiener und die heutige Gesellschaft für Kybernetik \nAbstract: \nDer kleine Beitrag anlässlich der Vergabe des Wiener-Schmidt-Preises an zwei ausgewiesene Kybernetiker der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin ist hauptsächlich auf die Zusammenfassung von Zitaten aus dem Jahr 1994 anlässlich der 100sten Geburtstage von Norbert Wiener und Hermann Schmidt ausgerichtet. Er beinhaltet aber darüber hinaus auch weiterführende Informationen zum Leben Norbert Wieners. \nMit der Kybernetik Wieners und Schmidts eng verbunden ist die Gesellschaft für Kybernetik\, auf deren Entstehungsgeschichte und Auslegung der kybernetischen Arbeitsgebiete im zweiten Teil des Vortrags eingegangen wird. \nVita: \nSiegfried Piotrowski studierte Bautechnik und war anschließend Management- und Marketingberater\, selbständiger Unternehmer und Dozent in der Erwachsenenbildung. Er ist Honorarprofessor für Produkt- und Produktionsmanagement\, einschließlich Marketing an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Lucian-Blaga-Universität Hermannstadt\, Rumänien (Universitatea “Lucian Blaga” din Sibiu). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Bildungs-\, Kommunikations- und Organisationskybernetik\, Bildungstechnologie sowie Mediologie und Eurologie. Siegfried Piotrowski ist Präsident der (Deutschen) Gesellschaft für Kybernetik e. V. (GfK).
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DESCRIPTION:Die Plenarsitzung findet im hybriden Format im Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin und per Zoom statt. \nVor dem Vortrag findet die Übergabe der Daniel-Ernst-Jablonski-Medaille an Kollegen Reinhard Greiling statt. \nVortrag von Dr. Hartwin Spenkuch \nBesinnung auf Preußen – Warnung vor Preußen.\nBundesdeutsche Debatten über Erbe und aktuelle Bedeutung eines umstrittenen Staates\nAbstract:\nIn der unmittelbaren Nachkriegszeit galt Preußen bei den Alliierten und auch Friedrich Meinecke als Nährboden für den Nationalsozialismus. In den Folgejahrzehnten war die Bewertung Preußens ein Teil der politischen Diskussion über bundesdeutsches demokratisches Selbstverständnis und wissenschaftlich ließ sich eine Opposition zwischen Preußen-Apologeten (G. Ritter\, W. Hubatsch\, H. J. Schoeps) und -Kritikern (H. Holborn\, H. Rosenberg\, F. L. Carsten\, E. Eyck) konstatieren. In eine gesellschaftliche Identitätskrise fielen die sog. „Preußenwelle“ der späten 1970er und die abwägende Berliner Preußen-Ausstellung 1981. Zeitgleich wurde in der DDR das Erbe Preußens wissenschaftlich und augenfällig aufgewertet. Seit dem Historikerstreit 1986 stand der Holocaust im Zentrum geschichtspolitischer Debatten und das Preußenjahr 2001/2002 wie der Hype um Ch. Clarks Preußenbuch 2006/07 gerieten zu Feuilleton-Intermezzi. Preußens Erbe wird in der breiten Öffentlichkeit nur noch punktuell streitig diskutiert\, zuletzt hinsichtlich Wiederaufbau und Kuppelinschrift des Berliner Stadtschlosses oder bezüglich der Potsdamer Garnisonkirche. Es gibt wissenschaftlich durchaus divergente Akzentuierungen zur historischen Rolle Preußens und neuerdings werden dessen transnationale Dimensionen vertieft rezipiert. Aber in der aktuell ubiquitären postkolonialen Debatte um deutsche Kolonialverbrechen spielt der denkbare Beitrag preußischer Traditionen dazu kaum mehr eine Rolle. Die Debatte um Preußen hat in der vereinigten Bundesrepublik 2024 kaum mehr politische Bisanz. \nCV:\ngeb. in Würzburg\nGeschichtsstudium in Würzburg\, Bielefeld und den USA (Johns Hopkins Univ. Baltimore 1984/85)\nPromotion in Bielefeld bei Jürgen Kocka 1993\nDiss. gedruckt als: „Das Preußische Herrenhaus. Adel und Bürgertum in der Ersten Kammer des Landtages (1854-1918)“\, Düsseldorf 1998\nMitarbeit am Deutschen Historischen Museum Berlin 1993/94\nSeit 1994 wiss. Mitarbeiter Berlin-Brandenburgische Akademie der Wiss.:- Forschungsprojekte zur preuß. Geschichte\nEditionen: a) Protokolle des Preuß. Staatsministeriums 1817-1934/38 (drei Regesten-Bde. zu den Jahren 1875-1900)\nb) Preußen als Kulturstaat – Editionen zur preuß. Wissenschaftspolitik in Kaiserreich und Republik\nderzeit: c) Anpassungsstrategien der später mitteleurop. Monarchie am preuß. Beispiel 1786-1918\nWiss. Gesamtdarstellung: „Preußen – eine besondere Geschichte. Staat\, Wirtschaft\, Gesellschaft und Kultur 1648-1947“\, Göttingen 2019
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67343685252?pwd=wfitLOCbwhnrQFkWtJh13S4iZbPXhn.1 \nMeeting-ID: 673 4368 5252 \n  \nKlaus Stöhr (MLS)\nKann man sich auf Pandemien vorbereiten?\nAbstract \nDie Antwort auf die Frage im Titel des Vortrags lautet: Vorbereiten auf Pandemien – ja\, verhindern von Pandemien – wohl nicht! Das ergibt sich schon aus den Lehren der Ausbrüche von Pandemien durch RNA-Viren in den letzten Jahrzehnten. Alle Erreger stammten von tierischen Vorläuferviren ab\, wurden zoonotisch auf den Menschen übertragen und benötigten häufig Jahrzehnte bis ihre Übertragungswege auf den Menschen erkannt wurden. Die Erreger wurden mehrfach auf den Menschen übertragen und waren meistens ohne wesentliche Anpassung leicht von Mensch-zu-Mensch übertragbar.\nDie Vorbereitung auf medizinischen Krisensituationen unterscheidet sich nicht wesentlich von der für andere nationale Krisen: Das Armamentarium zur Bekämpfung ist weitestgehend identisch. Wesentlich bleibt\, dass man aus Krisen lernt. Ohne Aufarbeitung wird man die Fehler der letzten Pandemie wiederholen. \nCV \nKlaus Stöhr leitete viele Jahre das WHO Global Influenza Program\, das u.a. die Viruszusammensetzung der Influenzaimpfstoffe zweimal jährlich festlegt. Er war der Pandemiebeauftragte der WHO\, der globale WHO SARS-Forschungskoordinator während des SARS-CoV1-Ausbruchs 2003 und leitete die international wissenschaftliche Forschungsgruppe\, die das Virus entdeckte. Danach arbeitete er für 10 Jahre in der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in der Industrie. Seit 2018 ist er freier Berater. \n 
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DESCRIPTION:Rainer Land:\nDer Wirtschaftliche Aufschwung Chinas als gelenkte Marktwirtschaft\nDiese Plenarsitzung findet ausschließlich als Präsenzveranstaltung im Rathaus Friedrichshagen statt. \nAbstract:\nChinas wirtschaftlicher Aufstieg ist einmalig. Vor Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 war China eins der ärmsten Länder der Welt. Heute ist es zwar keine sehr reiche Volkswirtschaft\, aber auf Platz 70\, vor Mexiko und der Türkei\, knapp hinter Bulgarien und Russland. Bemerkenswert ist vor allem das Tempo dieser Entwicklung. Das chinesische BIP stieg von 1980 bis heute auf das 57fache\, das BIP pro Kopf auf das 38 fache. Im Vergleich: Indien auf das 15fache bzw. das 7fache\, Deutschland auf das 3fache. China ist führend beim Ausbau der Erneuerbaren Energie (Photovoltaik und Windkraft)\, aber auch bei einigen wichtigen Technologien\, z.B. 5G Mobilfunknetzen und -geräten\, bei zivilen Drohnen (militärischen vielleicht auch)\, bei Elektrofahrzeugen ….\nChina verfolgt seit 20 Jahren das größte Aufforstungsprogramm der Menschheitsgeschichte\, um die Ausbreitung der Wüste Gobi zu stoppen. Es hat ein ambitioniertes Weltraumprogramm. Sozialpolitisch: Beseitigung der absoluten Armut (inzwischen erreicht)\, der Aufbau moderner Sozialsysteme (noch im Gange) und die Begrenzung des Bevölkerungswachstums (abgeschlossen) sind die wohl wichtigsten Vorhaben.\nWie konnte China das erreichen?\nIn der ersten Phase 1978 bis 2007/2015 hat China eine moderne Marktwirtschaft mit autonomen Unternehmen (Staats- und Privatunternehmen) und einem regulierten Finanzsystem aufgebaut. Anfangs stand der gelenkte Aufbau dieser Marktwirtschaft und der passenden Industrie im Mittelpunkt. Seit 2015 lenkt es die wirtschaftliche Entwicklung mittels Industriepolitik\, Kreditlenkung und Infrastrukturprogrammen. Chinas gelenkte Marktwirtschaft ist eine innovative Antwort auf das Scheitern der zentralen Planwirtschaft in China und der UdSSR und den anderen staatssozialistischen Ländern. Aber auch auf die Probleme und Krisen einer weitgehend ungelenkten wirtschaftlichen Entwicklung in den kapitalistischen Volkswirtschaften. Die gelenkte Marktwirtschaft ist kein Mittelweg zwischen Plan und Markt\, sondern ein eigenständiges volkswirtschaftliches Modell. Vorher gab es gelenkte Marktwirtschaften in USA 1938 bis 1968\, Japan 1946 bis 1989\, Westdeutschland bis 1973\, auch EU. Im Westen wurde die gelenkte Marktwirtschaft durch ein finanzkapitalistisches Wirtschaftsregime ersetzt bzw. abgelöst.\nDie chinesische Variante\, die in China selbst als Sozialistische Marktwirtschaft mit chinesischen Markmalen bezeichnet wird\, ist in China selbst entwickelt worden. Aber nicht auf der Grundlage eines vorausgesetzten theoretischen Konzepts\, sondern schrittweise durch „Mosaikevolution“. Westliche und japanische Erfahrungen wurden studiert und selektiv kopiert. Steine ertastend den Fluss überqueren. Dabei ging einiges schief\, z.B. 1988/1989\, aber Fehler wurden korrigiert und bislang ist der Weg erfolgreich. Auch wenn es aktuell wieder Probleme gibt: Immobilienkrise\, Jugendarbeitslosigkeit.\nDrei Komponenten sind wichtig für eine gelenkte Marktwirtschaft:\n1. Geteilte Ziele und Grundkonsens in der Bevölkerung\, d.h. alle relevanten sozialen Gruppen einbeziehend.\n2. Geteilte Ziele\, die fortschreitend aktualisiert und weiterentwickelt werden. Dafür gibt es in China Fünfjahrpläne\, die aber keine direktiven Vorgaben sind\, sondern Entwicklungsrichtungen\, die angestrebt werden. Weitere Programme der technologischen Entwicklung (z.B. Made in China 2025)\, der sozialen und kulturellen Entwicklung.\n3. Instrumente\, mit denen die Entwicklung gelenkt wird:\n• Infrastrukturprogramme\, die den Rahmen für bestimmte Entwicklungen geben. Wissenschaft\, Bildung\, Verkehr\, international: Seitenstraße\, Belt-and-Road.\n• Kreditlenkung\, anfangs über meist staatliche Banken\, heute über öffentlich-private Lenkungsfonds (Guidance Funds). Regulierte Finanzmärkte.\n• FuE Politik\n• Regionalpolitik. In China ist die Region (die Provinzen und Kommunen) die wichtigste Ebene der Wirtschaftsentwicklung. 85 Prozent der Ausgaben werden von ihnen kontrolliert.\nSeit 2025 versucht China einen Pfadwechsel. Von der Werkstatt der Welt\, exportorientierte Strategie durch Weiterentwicklung westlicher Technologien und Managementkonzepte. Zu einem neuen Regime innovationsbasierter wirtschaftlicher Entwicklung. Elemente:\n• Innovationen\, führend in einigen wesentlichen Technologien werden. Vor allem Elektronik\, Datenverarbeitung\, Energie\, Recycling.\n• Binnenmarktorientierung. Infrastruktur und Konsum der eigenen Bevölkerung. Export bleibt wichtig\, aber Handelsbilanzüberschuss geht zurück.\n• Alternatives Globalisierungskonzept: Belt&Road-Initiative. Infrastruktur aufbauen für dann selbsttragende Projekte mit internationalen Partnern.\nWas ist sozialistisch am Chinas Wirtschaft? Spannende Diskussion! \nWissenschaftliche Biografie\nSiehe auch www.rel-texte.de \nRainer Land\, geb. 1952\, Rentner\, wohnt in Berlin.\nStudium der Philosophie und der Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin.\nAbschluss Dipl. phil. und Dr. sc. oec. (1984)\n1988-1990: Reformprojekt moderner Sozialismus\n1990-1991: Industriesoziologische Studien zu Transformation der DDR-Kombinate\n1992-1998: Zum Verhältnis von SED-Reformer und Bürgerbewegung in Ostdeutschland\nNeugründung des Thünen-Instituts e.V. in Mecklenburg Vorpommern. Untersuchungen zur Transformation von Agrarbetrieben und Umbrüchen im ländlichen Raum\nAb 2005-2010: Sozioökonomische Berichterstattung mit dem SOFI Göttingen und anderen Instituten. Speziell: Makroökonomische Entwicklung\, Teilhabekapitalismus und Ostdeutschland.\n2012 bis 2018: Ökokapital. Wie könnte ein ökologisches Regime wirtschaftlicher Entwicklung aufgebaut werden?\nSeit 2019: Forschung zur gelenkten Marktwirtschaft vor allem in China. \n 
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 13. Juni 2024 \n13:30–15:30 Uhr\, Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nVortrag: \nMichael Succow (Greifswald) \nNasse Moore braucht das Land!\nAbstract: \nMoore gehören zu den bedeutendsten CO2-Senken unserer Biosphäre. Das gilt aber nur\, solange die Pflanzendecke des Moores Wasserüberschuss aufweist und der sich aufbauende Torfkörper sauerstofffrei bleibt. Jede Form der Entwässerung kehrt dieses Prinzip um! Trockengelegte Moore verursachen in Deutschland 37 Prozent aller landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen\, bei einem Anteil von sieben Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche.  \nIm Laufe der nacheiszeitlichen Vegetationsentwicklung wurde Mitteleuropa mit Ausnahme der Hochlagen der Gebirge von einer geschlossenen Waldlandschaft eingenommen\, nur unterbrochen von offenen Wasserflächen und Mooren. Dichte Wälder schufen mit ihrer Verdunstung zusammen mit Gewässern und Mooren ein humides\, kühlendes Klima. Aufgrund des Klimas zeigten Moore insbesondere im Mittelalter („Kleine Eiszeit“) ein gutes Wachstum\, also hohe Torfakkumulation. Die ursprüngliche Moorfläche in Deutschland dürfte mehr als fünf Prozent der Landfläche betragen haben. In allen vier nördlichen Bundesländern (Schleswig-Holstein\, Niedersachsen\, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg) waren mehr als zehn Prozent der Landfläche mit Mooren bedeckt. \nAktueller Zustand der Moore in Deutschland – Eine Verlustbilanz \nTorfabbau und agrarische Moornutzung nach Entwässerung führten zu großen Moorbodenverlusten insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  Von der Gesamtfläche organischer Böden in Deutschland werden derzeit über 90 Prozent weiterhin entwässert und sind mehr oder weniger in Nutzung\, nur ca. vier Prozent bilden noch oder wieder Torf! Dabei handelt es sich vor allem um Moore im Voralpenraum\, in den Mittelgebirgen und einige große\, wiedervernässte Moore in Norddeutschland. Die entwässerten Moore Deutschlands verursachen derzeit jährlich 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente\, das sind sieben Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland (UBA 2021). Damit erzeugen Moore als relativ kleine Landflächen sehr hohe Emissionen. Besonders augenfällig ist das bei den landwirtschaftlich genutzten Mooren: die Klimafolgekosten der derzeitigen entwässerungsbasierten landwirtschaftlichen Moorbodennutzung in Deutschland belaufen sich auf jährlich 7\,2 Milliarden Euro – das entspricht der Netto-­Wertschöpfung der gesamten deutschen Land­wirtschaft im Jahr 2018 (BfN-Skripten 616\, 2021). \nLösungen: Wiedervernässung und Paludikultur \nDie Wiedervernässung von Mooren\, also die Anhebung der Wasserstände bis zur Geländeoberkante\, reduziert die Treibhausgasemissionen erheblich. In einem moorreichen und industriearmen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern bietet die Moorwiedervernässung das Potenzial\, bis zu 30 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Der Erhalt der Moorböden als Kohlenstoffspeicher und perspektivisch das Wiederherstellen als Kohlenstoffsenken in unserer Kulturlandschaft ist eines der wichtigsten und effizientesten Handlungsfelder im Rahmen eines naturbasierten Klimaschutzes. \nDabei muss uns bewusst sein\, dass diese „neuen Moore“ aufgrund der degradierten Oberböden\, hoher Nährstofflasten und des gestörten Landschaftswasserhaushalts nicht denen gleichen\, die sie vorher waren.  Alternative Nutzungsformen für revitalisierte Moore und winterlicher Überstau sind notwendig\, um den „Selbst-Oligotrophierungseffekt“ eines wachsenden Moores in einer aktuell überernährten Landschaft zu beschleunigen. Für viele der wiedererstellten semiaquatischen Ökosysteme ist mit dem Ansatz der „Paludikultur“ eine ganze Palette von alternativen Nutzungsformen bei gleichzeitigem Torferhalt bzw.  allmählicher erneuter Torfbildung gegeben\, verbunden mit der Hoffnung auf Wiederkehr der einst hier herrschenden Biodiversität. \nHerausforderungen \nGroße Aufgaben stehen vor uns\, um zu einer „klimaneutralen Landnutzung“ als einzig zukunftsfähiger Form umzusteuern. Wachsende\, funktionstüchtige Moore spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Dafür müssen die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden: Die EU­-Agrarförderungen stehen derzeit noch immer ohne Einschränkungen für entwässerte landwirtschaftlich genutzte Moore zur Verfügung. Damit werden öffentliche Gelder für eine Landnutzung bereitgestellt\, die hohe gesellschaftliche Kosten verursacht und den europäischen und nationalen Zielen zum Klimaschutz\, Gewässerschutz und Biodiversitätserhalt konträr entgegensteht.  In vielen Fällen ist die Wertschöpfung auf Moorböden zudem so gering\, dass die Bewirtschaftung erst durch die hohen gesellschaftlichen Transferzahlungen wirtschaftlich tragfähig wird.  Im Gegensatz dazu werden Paludikulturen durch die aktuellen agrarpolitischen Rahmenbedingungen stark benachteiligt\, da sie zumeist nicht als beihilfefähig angesehen werden.  In der nächsten Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2023 wird sich dies zum Glück ändern. \nUm die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen\, müssen umgehend so viele Moore wie möglich wiedervernässt werden\, soweit dafür noch genügend Wasser verfügbar ist. Neben den verringerten Emissionen\, einer hohen Verdunstung und damit Kühlung ist die rasche Besiedelung derartiger Feuchtgebiete durch gefährdete\, selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu erwarten. Wiedervernässte Moore haben auch eine wachsende Bedeutung für den naturorientierten Tourismus. In diesem Sinne: neue\, nasse Moore braucht das Land – um die Natur und unserer selbst willen! \nVita: \nAls Sohn eines Landwirts wurde Michael Succow am 21. April 1941 in Lüdersdorf im Osten Brandenburgs geboren. Auf dem Hof seiner Eltern hatte er die Schafe zu hüten. Er begann mit 13 Jahren\, seine Naturbeobachtungen aufzuschreiben. Inzwischen sind es zwölf Tagebücher\, die von der einstigen biologischen Vielfalt in der bäuerlichen Kulturlandschaft zeugen. Während der Jugendzeit entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zu den Pionieren des ostdeutschen Naturschutzes\, dem Ehepaar Kretschmann in Bad Freienwalde. \nSeinen Neigungen folgend studierte Michael Succow von 1960-65 Biologie an der Universität Greifswald. Im Zuge des “Prager Frühlings” musste er allerdings seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent aufgeben und sich “in der Produktion bewähren”. \nVon 1969-73 arbeitete er als Standorterkunder im VE Meliorationskombinat Bad Freienwalde daran mit\, neue Flächen für die landwirtschaftliche Intensivierung zu erschließen. Dennoch konnte er 1970 “nebenher” seine Dissertation mit dem Thema „Die Vegetation der nordmecklenburgischen Flusstalmoore und ihre anthropogene Umwandlung“ abschließen und an der Universität Greifswald promovieren. \nAb 1974 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften der DDR tätig. Eine Rückkehr an eine Universität wurde Michael Succow mehrfach verwehrt\, obwohl er 1981 seine Habilitationsschrift “Landschaftsökologische Kennzeichnung und Typisierung der Moore der DDR“ an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften verteidigte. \nSein Engagement vor allem im ehrenamtlichen Natur- und Umweltschutz im Rahmen des Kulturbundes der DDR war in dieser Zeit wesentlicher Teil seines Lebens. Als Folge wurde er im Januar 1990 im neu strukturierten Ministerium zum Stellvertretenden Minister für Natur-\, Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR\, nachdem die Bürgerbewegungen schon im Herbst 1989 die Schaffung eines eigenen Ministeriums für Naturschutz gefordert hatten. Michael Succow war zuständig für den Naturressourcenschutz und die Landnutzungsplanung – Felder\, die es bislang so nicht gab. In diesem Amt gelang ihm gemeinsam mit dem von ihm ins Ministerium geholten Freund*innen und Weggefährt*innen der Coup\, das sogenannte “Nationalparkprogramm” zu initiieren. Bereits im März 1990 konnten knapp 12% des DDR-Territoriums einstweilig durch den Ministerrat als Großschutzgebiete ausgewiesen werden. Es waren insbesondere bisherige Staatsjagdgebiete\, Grenzsicherungsräume und Truppenübungsplätze. Bis zur Wiedervereinigung gelang es\, davon fast die Hälfte als Biosphärenreservate\, Nationalparke und Naturparke neuer Prägung mit eigenen Verwaltungen in den Einigungsvertrag einzubringen und damit endgültig zu sichern. In den neu entstandenen Bundesländern schafften es die Regierungen in den folgenden Jahren\, auch die restlichen einstweilig gesicherten Flächen in Großschutzgebiete zu überführen. \nIm Jahr 1992 erfolgte Michael Succows Berufung zum Universitätsprofessor an die Universität Greifswald. Als Direktor des Botanischen Institutes und des Botanischen Gartens\, das er durch die Einwerbung von vier Stiftungsprofessuren zu einem interdisziplinären Lehr- und Forschungsinstitut ausbaute\, entwickelte er den für Deutschland neuen Studiengang Landschaftsökologie und Naturschutz. Es begann eine erfolgreiche moorkundliche sowie landschaftsökologisch-naturschutzorientierte Forschungstätigkeit im In- und Ausland. Das bedeutete die Intensivierung der bereits 1990 begonnenen Arbeit zum Schutz bzw. zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen in Transformationsländern des Ostens\, der Mongolei und China. Es konnten zahlreiche Naturschutzgroßprojekte initiiert werden. UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiete in Kamtschatka\, im Lena-Delta\, in Kasachstan und der Kaukasus-Region\, Biosphärenreservate der UNESCO in Kirgisistan\, Kasachstan und Usbekistan sowie Nationalparke in der Mongolei\, in Georgien\, in Russland und Belarus sind das Ergebnis. \n1997 wurde Michael Succow der Alternative Nobelpreis der Right Livelihood Award Foundation verliehen. Mit dem Preisgeld gründete er 1999 die Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur. Bis heute ist er international sowie national im Naturschutz aktiv\, vor allem beim Moor- und Klimaschutz\, der Etablierung von Biosphärenreservaten und Welterbegebieten und in Deutschland insbesondere für eine zukunftsfähige\, das heißt ökologisch orientierte Landnutzung. \nMehr Informationen: www.succow-stiftung.de
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DESCRIPTION:Raiko Krauß (MLS) \nDer Beginn der sesshaften Lebensweise in Europa und deren Folgen\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/68752161205?pwd=N0VBMzBpWStwd05DL09WSTBOU2JGQT09\nMeeting ID: 687 5216 1205 \nAbstract: \nNachdem der Mensch die längste Zeit der Kulturgeschichte seine Subsistenz als umherschweifender Jäger\, Sammler und Fischer bestritten hatte\, bedingte die Einführung der Landwirtschaft während des Neolithikums seine permanente Ansiedlung an einem Ort. Nahezu alle Innovationen\, die unser heutiges Leben ausmachen\, haben ihre Wurzeln in diesem fundamentalen Wandel\, darunter die Metallurgie\, der Rad-und-Wagen-Komplex sowie die Bewässerungs- und Pflugwirtschaft. Auch Keramikproduktion und Hausbautechniken wurden durch die Sesshaftigkeit befördert. Während man in den älteren Epochen der Steinzeit weit überwiegend Ressourcen nutzte\, die in der Umwelt auf natürliche Weise vorkommen\, ging man im Neolithikum dazu über\, die Mehrzahl der Lebensmittel zu produzieren\, indem man ausgewählte Pflanzen kultivierte und Tiere\, die sich dazu eigneten\, domestizierte. Letzteres bot dann auch die Grundlage für die Nutzung der tierischen Arbeitskraft. Im Vortrag sollen einige Aspekte dieses kulturhistorisch bedeutsamen Überganges von der umherschweifenden zur sesshaften Lebensweise anhand ausgewählter Forschungsergebnisse des Referenten Raiko Krauß für Mittel- und Südosteuropa nachgezeichnet werden. \nVita: \nRaiko Krauß (*1973) studierte von 1994 bis 2000 Ur- und Frühgeschichte sowie Klassische Archäologie. Außerdem belegte er Kurse in Philosophie\, Klassischer Philologie und Vergleichender und Indogermanischer Sprachwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und an der Freien Universität Berlin. 2004 schloss er seine Promotion in Prähistorischer Archäologie an der Freien Universität Berlin ab. Nach einer Redaktionstätigkeit für das Sächsische Landesamt für Archäologie in Dresden und einem Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts forschte er von 2005 bis 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts sowie als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Seit 2008 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhardt Karls Universität Tübingen. 2015 erfolgte die Habilitation an dieser Universität sowie die Zuerkennung der Venia Legendi für das Fach „Ur- und Frühgeschichte“. Seit 2018 ist Raiko Krauß außerplanmäßiger Professor für Mittel- und Südosteuropäische Ur- und Frühgeschichte in Tübingen. In den folgenden Jahren erfuhr seine Forschungstätigkeit eine Förderung im Rahmen des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft. \nRaiko Krauß ist Vorsitzender der Berliner Gesellschaft für Anthropologie\, Ethnologie und Urgeschichte\, Vize-Präsident der Deutsch-Bulgarischen Gesellschaft\, Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und seit dem Frühjahr 2023 gewähltes Mitglied der Leibniz Sozietät zu Berlin.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 14. Dezember 2023 \n13:30–15:30 Uhr\, Plenum der Leibniz-Sozietät\, Historischer Rathaussaal im Rathaus Friedrichshagen \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nEine online-Teilnahme ist  möglich. \nVortrag: \nBernhard Weßling (Jersbek) \nZufall\, Komplexität und das Wesen der Zeit: miteinander verbundene Phänomene\nAbstract: \n“Wie kommt der Zufall in unsere Welt?” ist eine Frage\, die viele Menschen\, darunter auch Naturwissenschaftler und Philosophen\, immer wieder bewegt und die bis heute als nicht befriedigend beantwortet anzusehen ist. Der Zufall wird häufig auf die Eigenschaften der Quanten (der Elementarteilchen) zurückgeführt\, was im Verlauf des Vortrags kritisch beleuchtet wird.  Die Frage nach dem Wesen der Zeit wird sicher allgemein als “ungelöst” bezeichnet. Hierzu gibt es extrem divergierende Ansichten\, von “die Zeit ist eine Illusion” bis hin zu “die Richtung des Zeitpfeils in unserem Universum verlangt aus Symmetriegründen zumindest ein anderes Universum mit entgegengesetztem Zeitpfeil” – auch diese werden kritisch hinterfragt. Es wird deutlich\, dass Zufall\, Komplexität und das Wesen der Zeit miteinander verbundene Phänomene sind\, und zwar deshalb\, weil unsere Welt thermodynamisch betrachtet ein Nicht-Gleichgewichts-System ist bzw. aus unendlich vielen kleinen\, großen und gigantischen Nicht-Gleichgewichts-Systemen besteht. Die häufig geäußerte Sicht\, wonach alles Mögliche “im Gleichgewicht” sein solle bzw. wieder dorthin zurückgeführt werden müsse\, ist eine Illusion. Weder die Ökosysteme\, noch die Wirtschaft\, die Finanzsysteme oder das Klima sind jemals im Gleichgewicht gewesen. Und das ist gut so\, denn sonst gäbe es uns nicht. Die wissenschaftliche Grundlage ist die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik von Ilya Prigogine (Nobelpreis 1977)\, die im Vortrag nur angerissen werden kann – das aber für alle Zuhörerinnen und Zuhörer mit unterschiedlicher Vorbildung vollkommen allgemeinverständlich. Der Vortrag spricht deshalb auch die philosophischen Implikationen dieser Gedanken an. Grundlage des Vortrags ist sein Buch “Was für ein Zufall! Über Unvorhersehbarkeit\, Komplexität und das Wesen der Zeit” (SpringerNature 2022). \nVita: \nBernhard Weßling (*1951) studierte Chemie (Abschluss als Diplomchemiker\, zusätzlich studierte er mehrere Semester Biologie) und promovierte 1977 in Naturstoffchemie zum Dr. rer. nat. Im Anschluss an die Universität hat er hauptberuflich als forschender\, neue Technologien entwickelnder Chemiker und Unternehmer gearbeitet. Dabei entdeckte und vermarktete er weltweit erstmalig eine vollständig neue Stoffklasse\, ein „Organisches Metall“ (ein Nanometall\, eine Spezialform elektrisch leitfähiger Polymere). Er erforschte die dazu notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen dieser Stoffe sowie die kolloidchemischen und physikalischen Besonderheiten von Dispersionen\, die für die Herstellung der neuen leitfähigen Polymere von großer Bedeutung sind. Die damit verbundene Grundlagenforschung führte auch zu zwei umfassenden neuen Theorien\, eine auf dem Gebiet der Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik von Dispersionen und Emulsionen und eine auf dem Gebiet der Turbulenz nicht-newtonscher Flüssigkeiten. Bernhard Weßling hat über 150 wissenschaftliche und technische Fachartikel veröffentlicht und mehr als 30 Patente angemeldet. \nAls Sachbuchautor veröffentlichte Bernhard Weßling ein Buch über seine ehrenamtliche Kranich-Verhaltensforschung und damit im Zusammenhang stehende Artenschutzprojekte sowie eine populärwissenschaftliche Einführung in die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik. Ein weiteres von ihm veröffentlichtes Buch befasst sich mit interkulturellen Erfahrungen in China\, wo Bernhard Weßling von 2005 an für 13 Jahre lebte und arbeitete. In dieser Zeit erlernte er auch die chinesische Sprache und führte das „Organische Metall“ in die Elektronik-Industrie ein – die bislang wichtigste industrielle Anwendung dieses Materials. Sein neuestes Buch trägt den Titel “Was für ein Zufall! Über Unvorhersehbarkeit\, Komplexität und das Wesen der Zeit”.
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DESCRIPTION:Die Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom.us/j/67689935109?pwd=OU5CSnZmTE9FWVBabStab1hjU1FmQT09\nMeeting-ID: 676 8993 5109 \nJonas Schmidt-Chanasit (MLS) \n Geflügelte Tiger und bunte Hörnchen: Werden wir uns an Epidemien mit exotischen Viren gewöhnen müssen? \nAbstract:\nDurch Arthropoden übertragene Viren (Arboviren) sind ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem. Weltweit sind Arboviren für 17 % aller Infektionskrankheiten und ca. 1 Million Todesfälle verantwortlich. Arbovirosen können durch über 100 verschiedene Arboviren hervorgerufen werden. In den letzten Jahren haben sich insbesondere Stechmücken-übertragenen Arboviren mit dem Reise- und Warenverkehr weltweit stark ausgebreitet und Pandemien und Epidemien hervorgerufen. Vom Nationalen Referenzzentrum für Tropische Infektionserreger am Bernhard-Nocht-Institut wird ein breites diagnostisches Erregerspektrum angeboten\, welches u. a. in den Tropen vorkommende aber auch mittlerweile in Deutschland nachgewiesene Arboviren umfasst. Für viele dieser viralen Erreger gibt es nur wenige etablierte Untersuchungsverfahren\, zudem sind Kenntnisse über diese Infektionen in Deutschland gering. Anhand von aktuellen klinischen und diagnostischen Fällen werden im Vortrag einige ausgewählte Arbovirosen vorgestellt. Außerdem wird ein aktueller Überblick über die Klinik\, Diagnostik und Epidemiologie dieser Erkrankungen gegeben. \nVita:\nJonas Schmidt-Chanasit (geb. 1979 in Berlin-Pankow) studierte zwischen 2000 und 2006 Humanmedizin an der Charité in Berlin und wurde 2006 zum Dr. med. promoviert. Während der Erarbeitung der Dissertation war er als Gastwissenschaftler an der Kasetsart-Universität in Bangkok tätig. Anschließend arbeitete er als Postdoktorand am Institut für Medizinische Virologie der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und habilitierte sich dort 2010 im Fach Virologie. Seit 2010 leitet er das Kooperationszentrum der WHO für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. Nach Rufen an die Universitäten Greifswald und Frankfurt am Main ist er seit 2018 Inhaber des Lehrstuhls für Arbovirologie an der Universität Hamburg und Leiter der Abteilung für Arbovirologie und Entomologie am BNITM. Die von Jonas Schmidt-Chanasit geleiteten Forschungsgruppen befassen sich mit Emerging und Re-Emerging Viruses (z. B. Ebola-Virus\, Borna-Virus\, Zika-Virus\, Chikungunya-Virus oder Usutu-Virus). Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den durch Stechmücken und andere saugstechende Gliederfüßer übertragenen Viren (Arboviren). Insbesondere wird die Interaktion zwischen Arboviren und ihren Vektoren erforscht und wie diese die Virusevolution beeinflusst. Darüber hinaus werden in den Forschungsgruppen Modelle entwickelt\, um Arbovirus-Epidemien besser vorhersagen zu können. \n 
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\, Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDonnerstag\, den 11. Mai 2023: 13:30–15:30 Uhr\, \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link zu der Veranstaltung ist folgender:\nhttps://us02web.zoom.us/j/84391947951?pwd=aWhxWEF0Y2MwaTJOU1VsTjFVeFp3UT09\nMeeting-ID: 843 9194 7951  –  Kenncode: 393887 \nVortrag: \nGert Wörheide (LMU München) \nKorallenriffe: Ein Ökosystem in Gefahr\nAbstract: \nKorallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen auf unserem Planeten und übernehmen vielfältige wichtige ökologische und sozioökonomische Funktionen (z. B.\, Artenvielfalt\, Küstenschutz\, Fischerei\, Tourismus\, „Blaue Apotheke“) – mehr als eine halbe Milliarde Menschen sind direkt von Korallenriffen abhängig. Allerdings sind insbesondere die tropischen Warmwasserriffe stark bedroht\, weit mehr als 30% gelten bereits als verloren. Vor allem die Erhöhung der Meerestemperatur in den letzten Jahrzehnten im Zusammenspiel mit Überfischung und Verschmutzung der Meere\, u. a. durch Plastikmüll\, gelten als Hauptfaktoren\, die marine Lebensräume und insbesondere Korallenriffe in eine unsichere Zukunft führen. Werden wir diesen Schatz für nachfolgende Generationen bewahren können? \nVita: \nProf. Dr. Gert Wörheide ist Lehrstuhlinhaber für Paläontologie und Geobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sowie Direktor der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie und des Paläontologischen Museums in München. Er promovierte Anfang 1998 an der Universität Göttingen und kehrte 2002 nach einem PostDoc am Queensland Museum und der University of Queensland in Brisbane (Australien) als Juniorprofessor für Molekulare Geobiologie nach Göttingen zurück. Im Jahr 2008 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl an der LMU München. Er diente der Fakultät für Geowissenschaften der LMU von 2011 bis 2021 als Dekan und Prodekan. 2013 war er Mitbegründer des internationalen Masterstudiengangs “Geobiology & Paleobiology” an der LMU. Seit 2019 ist er gewähltes Mitglied der Academia Europea\, der Europäischen Akademie der Wissenschaften. Die Forschungen seiner Arbeitsgruppe konzentrieren sich auf die Biodiversität und Evolution tropischer Korallenriff-Organismen und ihrer Symbionten\, sowie auf die Evolution der Biomineralisation\, mit besonderem Fokus auf Schwämmen und (Okto)Korallen. Er hat mehr als 200 Artikel in führenden internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. \nMehr zur Forschung von Gert Wörheide findet sich unter http://www.geobiology.eu
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 13. April 2023 \n13:30–15:30 Uhr\, Plenum der Leibniz-Sozietät\, Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom.us/j/62894295898?pwd=QXF4M2NLTk9CejcwdVFIQ1h1M3Btdz09\nMeeting-ID: 628 9429 5898 \n\nVortrag: \nClaudia Stolle (MLS) \nWie hoch reicht die Atmosphäre und wo beginnt der Weltraum?\nAbstract: \nMeteorologie\, ja natürlich\, die brauchen wir\, weil Wettervorhersagen für die untere Atmosphäre\, die Troposphäre\, eine wichtige Komponente in unserem Leben sind\, vom Privaten ins Arbeitsleben. Aber auch\, weil die Bewertung von Extremwetterereignissen im Klimawandel an Gewicht gewinnt. Die Bedeutung der Meteorologie geht jedoch noch viel weiter\, bis an die Grenze\, bei der die Atmosphäre auf den Weltraum trifft\, in ca. 100 km Höhe\, und sogar bis in den Weltraum hinein. Es kann beobachtet werden\, dass unser Wetter “hier unten”\, das Wetter “da oben” signifikant mitbestimmt\, also die Atmosphäre zwischen unten und oben gekoppelt ist. Auch Langzeitveränderungen\, in Form einer deutlichen Abkühlung\, sind in diesen Höhen messbar. Somit ist diese Region auch ein wichtiger Klimaindikator. Auf der anderen Seite hat die solare Strahlung zusammen mit unserem Erdmagnetfeld dort direkten Einfluss\, und bringt die Luft zum Glühen. Gerade in einer Zeit der wachsenden gesellschaftlichen und kommerziellen Nutzung des Weltraumes\, zum Beispiel durch Satelliten für Kommunikation und Fernerkundung\, müssen wir die Verbindung Atmosphäre-Weltraum besser verstehen lernen. \nVita: \nClaudia Stolle hat 1998 ihr Vordiplom in Meteorologie an der Universität Leipzig und im Jahr 2000 ihr Diplom im Thema “Ozean\, Atmosphäre und Umwelt” an der Universität Toulouse III und am CNRS in Toulouse absolviert. Sie war zwischen 2000 und 2004 Promotionsstudentin am Institut für Meteorologie an der Universität Leipzig\, wo sie 2005 zum Thema “Tomographie in der Ionosphären” promovierte. In dieser Zeit verbrachte sie drei Monate\, gefördert durch ein Marie-Curie-Stipendium der EU\, am Sodankylä Geophysical Observatory in Nordfinnland. Zwischen 2004 und 2010 verbrachte sie ihre Postdoc-Zeit am GFZ Potsdam und befasste sich mit den Veränderungen des Erdmagnetfeldes durch ionosphärische Ströme. 2010 bis 2013 war sie Wissenschaftlerin an der Technischen Universität Dänemark in Kopenhagen\, wo sie mit einem Netzwerk von geomagnetischen Bodenstationen in Grönland arbeitete und die Vorbereitung der ESA Swarm Satelliten-Mission mit begleitete. 2013 wechselte sie an das GFZ Potsdam als Leiterin der Sektion Geomagnetismus und Professorin für Geomagnetismus an der Universität Potsdam\, wo sie das DFG-Schwerpunktprogramm “Dynamic Earth” leitete. Seit 2021 ist Claudia Stolle Direktorin des Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik und Professorin für Atmosphärenphysik an der Universität Rostock. In 2022\, erhielt sie die Auszeichnung der “William B. Hanson Lecture” durch die American Geophysical Union. Im gleichen Jahr wurde sie Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
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DESCRIPTION:Andrea Komlosy (MLS) \nKo-Referent: Thomas Kuczynski (Berlin) \nZeitenwende: Aufbruch ins kybernetische Zeitalter \n13.30 bis 16.00 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen \nauch in Zoom. \nAbstract \nDie Wiener Wirtschaftshistorikerin Andrea Komlosy (MLS) erläutert die Thesen ihres neuen Buches\, indem sie die stattfindenden Umbrüche unseres Zeitalters in Theorien zyklischer ökonomischer Wellen (Kondratieff\, Schumpeter\, Wallerstein) sowie eines hegemonialen Wandels (vom transatlantisch-amerikanischen zum pazifisch-chinesischen) einordnet. \nMit der flächendeckenden Nutzung von Informationstechnologien ist der Mensch in das kybernetische Zeitalter eingetreten\, da damit die Steuerung und Regelung mittels Rückkopplungseffekten möglich geworden ist. Der menschliche Körper liefert dafür die Verhaltensdaten. Er wird im Arbeitsprozess und im Alltag mit der Maschine synchronisiert. Durch die Covid-Pandemie wurde diese Entwicklung nochmals enorm beschleunigt. Der Vortrag bettet die Zeitenwende vom industriellen zum kybernetischen Zeitalter in die großen Krisen und Übergänge der Menschheitsgeschichte ein. \nAls Ko-Referent wird der Berliner Wirtschaftshistoriker Thomas Kuczynski dazu Stellung nehmen. \nCV \nAndrea Komlosy\, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Wien und am Institut für Höhere Studien Wien\, Promotion 1984\, Habilitation 2002\, lehrt am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien\, seit 2023 im „Ruhestand“. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Fragen zu ungleicher Entwicklung in lokalen\, regionalen\, nationalen und globalen Kontexten sowie globale Arbeitsgeschichte. Sie ist Vorsitzende des Vereins für Geschichte des Weltsystems und Mitherausgeberin der „Zeitschrift für Weltgeschichte“ (ZWG). Jüngst erschienen: „Zeitenwende. Corona\, Big Data und die kybernetische Zukunft“ (2022) sowie (gemeinsam mit Klemens Kaps) Hg. „Immanuel Wallerstein und die Rezeption der Weltsystem-Analyse im deutschen Sprachraum (ZWG-Schwerpunkt 22\, 1+2\, http://www.vgws.org/index.php?article_id=1) \n 
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\, \nOrt: BVV-Saal im Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1\, 10551 Berlin \nDonnerstag\, den 9. Februar 2023 – 13:30–15:30 Uhr\, \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom.us/j/61418120784?pwd=OGovWWNLcGJKTlZDdlFwemhiVXg4UT09\nMeeting-ID: 614 1812 0784\n \n  \nVortrag: \nDetlev Möller (MLS) \nGeschichte der atmosphärischen Chemie des Sauerstoffs\nAbstract: \nVor einem Vierteljahrtausend wurde das Gas Sauerstoff (O2) entdeckt: 1772 von Scheele (genannt „Feuerluft“) und unabhängig von ihm 1774 von Priestley (genannt „dephlogisticated air“). Aber erst Lavoisier erkannte durch Wiederholung aller bisherigen Experimente die grundlegende chemische Bedeutung des Sauerstoffs\, gab ihm 1780 den Namen oxygéne und baute unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse das Fundament der „modernen“ Chemie auf. Im Vortrag wird zunächst auf die Vorgeschichte der Entdeckung des Sauerstoffs eingegangen; die Untersuchung der Gase und die Phlogiston-Theorie. Sauerstoff stand lange Zeit für die „Luftgüte“. Eudiometrie (Messung des Sauerstoffgehaltes der Luft als Güteprobe) und erste Luftanalysen spielten eine wichtige Rolle. Erste Versuche der Reaktion zwischen Sauerstoff und Wasserstoff (Cavendish\, Watt) werden vorgestellt und auf die „water controversy“ des 19. Jahrhunderts wird eingegangen. Sauerstoff existiert in der Atmosphäre auch als Ozon (O3)\, entdeckt von Schönbein im Jahr 1839. Der lange Weg bis zur Klärung seiner Konstitution (Houzeau\, Andrews\, u.a.)\, seine Eigenschaften und die Rolle in der Atmosphäre werden im Vortrag gleichfalls beschrieben. Der Vortrag geht ebenfalls auf die Themen Ozonometrie\, Ozon und Gesundheit\, Bildung und Zerfall ein. Die Irrtümer und Erkenntnisse des 19. Jahrhunderts werden gegenübergestellt. Die wichtigsten Entdeckungen des 20. Jahrhunderts zum Sauerstoff werden beschrieben; die Ozonschicht\, die Klimatologie des Ozons\, die Bildung bodennahen Ozons\, der Anstieg des bodennahen Ozons und die Abnahme des stratosphärischen Ozons („Ozonloch“). Abschließend wird darauf eingegangen\, wie wichtig das Wissen um die Forschung unserer wissenschaftlichen Vorgänger für gegenwärtige Forscher ist – um Irrtümer und unnötige Wiederholungen zu vermeiden sowie um die „richtigen“ Fragen zu stellen. \nVita: \nDetlev Möller studierte Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) mit nachfolgendem Forschungsstudium und der Promotion 1972. Anschließend war er bis 1974 wissenschaftlicher Assistent an der HUB. Im gleichen Jahr wechselte er zur Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW) in die Umweltforschung und begann seine Arbeiten zur Luftverunreinigung (Waldschäden) und Luftchemie (Schwefeldioxid\, Ammoniak\, Stickstoffoxide\, Niederschlagschemie und „saurer Regen“). Er gehörte zu den ersten Forschern in Europa\, die sich der Modellierung der Chemie in atmosphärischen Tropfen (Regen und Wolken) zuwandten. Ab 1989 folgten umfangreiche Forschungsarbeiten zum Ozon\, zum Wasserstoffperoxid sowie zur salpetrigen Säure und 1991 der Aufbau der wolkenchemischen Messstation auf dem Brocken\, die bis 2010 in Betrieb blieb.\nAb 1987 hielt Detlev Möller Vorlesungen an der HUB und ab 1991 an der Freien Universität Berlin (FUB). 1989 wurde er Abteilungsleiter an der AdW. Ab 1992 leitete er die Außenstelle Luftchemie der Fraunhofer-Gesellschaft in Berlin-Adlershof. 1994 erfolgte die Umhabilitation und Detlev Möller wurde Privatdozent im Bereich Meteorologie an der FUB. Zudem erhielt er einen Ruf auf die C4-Professur für Luftchemie und Luftreinhaltung an der Technischen Universität Cottbus. Er war als Gastwissenschaftler an wissenschaftlichen Einrichtungen in mehreren Ländern tätig\, so in Ungarn (1985)\, in der Sowjetunion (1989)\, in China (1998)\, in Frankreich (1999) und in Japan (2005). Er ist Alleinautor von vier Monographien und Autor verschiedener weiterer Publikationen. Seit 1997 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Außerdem gehört er der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften an.
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DESCRIPTION:Wim Coudenys (MLS) \nRussia\, a country with a future… or a past?\nThe Russian invasion of Ukraine in February 2022 not only severely shook the world-order that had emerged after 1989-1991\, but equally re-established the image of Russia as the existential foe of Europe/the West. However\, it is Russia itself that most vehemently propagates this image as justification for its behaviour\, whereas the war goals in Ukraine remain undefined. The same applies to Russia itself: instead of projecting a future for the nation\, it relies on models from the past to justify the reigning regime and its politics. In this lecture\, I want to explore the origins of the Europe-Russia / East-West dichotomy\, how this transpired in 19th and 20th century Russian history\, and how a selective reading of the past prepared the ground for the present war. \nWim Coudenys is associate professor of Russian and European history at the University of Leuven (KU Leuven). He specializes in the fields of Russian historiography\, the Russian emigration and Belgian-Russian relations. His latest books include a biography of the Russian military attaché to Belgium during World War I (2017)\, a history of the Russian emigration in Belgium (2019) and Fallen Far from the Fatherland. Russian Victims of the First World War in Belgium (2022). He currently runs projects on the preservation of cultural heritage in the Russian emigration\, and on the relationship between Orthodox and Catholics in the Russian emigration.\nhttps://www.arts.kuleuven.be/english/our-staff/zap/wimcoudenys \nThis lecture will be given in English\, but you can ask your questions in German or Russian.
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DESCRIPTION:Sonia Combe (Centre Marc Bloch – Berlin\, Humboldt Universität) \nDie Loyalität zwischen Schweigen und Sprechen als soziales Verhalten von kritischen Marxisten in Gesellschaften sowjetischen Typs \n13.30 bis 16.00 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 87 \nAbstract\nAus Anlass des Erscheinens der deutschen Übersetzung ihres Buches « Loyal um jeden Preis. Linientreue Dissidenten im Sozialismus » (Ch. Link Verlag 2022) hält Sonia Combe am 8. Dezember 2022 einen Plenarvortrag in der Leibniz-Sozietät. Begleitet wird der Vortrag durch eine Lesung von Auszügen aus dem Buch und einem Gespräch mit der Übersetzerin Dorothee Röseberg.\nDas Phänomen der Loyalität wird am Beispiel der sogenannten “Linientreuen Dissidenten” analysiert. Mit diesem Oxymoron soll die Spannung zwischen Überzeugungen und Verhalten zum Ausdruck gebracht werden\, die eine Gruppe von Intellektuellen und Künstlern in der DDR charakterisierte. Die meisten dieser linientreuen Dissidenten waren Remigranten\, die dem politischen Regime als intellektuelle Stütze dienten. Sie traten innerhalb der Partei oder in Gremien wie dem Schriftstellerverband oder in der Akademie der Künste kritisch auf\, aber sie schwiegen im öffentlichen Raum\, nach außen und überlieferten der nächsten Generation eine “Ethik des Schweigens”\, mit der sie erst ganz am Ende des Regimes brachen. In der postkommunistischen Geschichtsschreibung gibt es nur wenige Studien über sie\, obwohl man die (wenn auch nur scheinbare) Stabilität der DDR erst verstehen kann\, wenn man ihre Rolle analysiert.\nDie Ergebnisse dieser Forschungsarbeit stützen sich sowohl auf die Auswertung von Archivquellen (von Partei\, Schriftstellerverband\, der Akademie der Künste\, Akademie der Wissenschaften und von Stasi-Akten) als auch auf Biografien\, Autobiografien und Romane. Schließlich wurden in den 1980er Jahren Interviews geführt\, deren Auswertung in das Buch einging. \nCV\nSonia Combe ist Historikerin der Zeitgeschichte. Sie promovierte 1981 an der Sorbonne. Bis 2017 war sie an der Université Paris-Nanterre und am CNRS tätig. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte bezieht sich auf das Verhältnis von Geschichtsschreibung und kollektiven Erinnerungen in osteuropäischen Gesellschaften. Nach dem Ende der sowjetisch dominierten Welt\, setzt sie sich mit der Umschreibung von Geschichte auseinander.\n2017 erschien ihr Buch « Ein Leben gegen ein anderes. Buchenwald und seine Nachgeschichte » (Neofelis Verlag)\, eine Reaktion auf die revisionistische Geschichtschreibung des Antifaschismus in der postkommunistischen Historiographie.\nIhre letzten Artikel (in Deutschland) sind : « Buchenwald und seine fragwürdige Nachgeschichte »  (BpB\, 6/4/2022) und « Die DDR auf der Anklagebank » (BpB\, 31/1/2022)\nHeute ist sie assozierte Wissenschaftlerin am Centre Marc Bloch (CNRS-Humboldt-Universität). \nzur Publikation: \nNeue Publikation: Sonia Combe: Loyal um jeden Preis. „Linientreue Dissidenten“ im Sozialismus. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Dorothée Röseberg. Ch. Links Verlag\, Berlin 2022 – Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. (leibnizsozietaet.de)
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DESCRIPTION:10.00 bis 17.00 Uhr\nOrt: Archenhold-Sternwarte\, Einstein-Saal\, Alt-Treptow 1\, 12435 Berlin
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SUMMARY:Mai-Plenum
DESCRIPTION:Die Plenumsveranstaltung der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin findet am 12. Mai\, 13:30 Uhr im Historischen Ratssaal des Rathauses Friedrichshagen zu folgendem Thema statt: \nEin Dokument der Astronomie und der Kulturgeschichte.\nDie astronomische Uhr der Nikolaikirche Stralsund von 1394 \nReferent:  \n Jürgen Hamel (MLS) \n Abstract: \nDie astronomische Monumentaluhr in der Nikolaikirche Stralsund\, entworfen von Nikolaus Lilienfeld\, wurde am 6. Dezember 1394 geweiht. Sie zeugt nicht nur von genauer Kenntnis der Astronomie der Zeit\, sondern auch vom Umgang mit astronomischen Instrumenten. Die Uhr ist mit der Gestaltung des Zifferblattes mit künstlerisch meisterlichen Darstellungen bedeutender Gelehrter der Zeit sowie einer präzisen Wiedergabe der Himmelskreise und von Merksätzen aus Philosophie und Himmelskunde ein einzigartiges Werk der Astronomie und der Kulturgeschichte. \nCV: \nDr. phil. Jürgen Hamel studierte Philosophie und Geschichte in Leipzig und promovierte mit einer Arbeit zur Geschichte der Astrophysik. Viele Jahre war er tätig an der Archenhold-Sternwarte bei Prof. Dieter B. Herrmann. Seine Schwerpunkte sind die Geschichte der Astronomie im späten Mittelalter\, der Renaissance\, um 1800\, die Geschichte astronomischer Beobachtungsinstrumente und die Verbindungen zwischen Astronomie und Kulturgeschichte. Hamel war Mitherausgeber der gesammelten Werke von Copernicus und Kepler an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und arbeitete an zahlreichen Museen an der Konzipierung von Ausstellungen. \nIn neuerer Zeit wandte sich Hamel der Geschichte Pommerns im 13. bis 16. Jahrhundert zu. Er ist Mitherausgeber der Schriftenreihe „Acta Historica Astronomiae“ sowie Chefredakteur der Zeitschrift „Astronomie+Raumfahrt im Unterricht“ und der „Baltischen Studien“\, wissenschaftliches Jahrbuch für Geschichte Pommerns. \n 
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SUMMARY:April-Plenum
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltet ihre öffentliche April-Plenarveranstaltung am 7. April 2022 mit einem Vortrag zum Thema \nZu weit\, zu hoch\, zu heiß\, zu kalt – wenn der Mensch an seine Grenzen kommt  \nVortragender: Prof. Dr. med. Hanns-Christian Gunga \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract: \nUmweltfaktoren (Luftdruck\, Luftfeuchtigkeit\, Temperatur\, Licht\, Gravitation) beeinflussen entscheidend den Bauplan und die Funktionsfähigkeit von Organismen einschließlich des Menschen\, vor allem extremen Umwelten. Dies wird im Vortrag anhand von Untersuchungen erläutert\, die unter terrestrischen und Mikro-g Bedingungen im All durchgeführt wurden. Es werden hierbei sowohl die physiologischen Veränderungen als auch psychische Probleme bedingt durch Isolation und Confinement (Beengtsein) behandelt. Ferner werden Lösungsmöglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit unter extremen Umweltbedingungen aufgezeigt und deren Bedeutung für die aktuelle klinische Medizin hervorgehoben. \nVita: \nProf. Dr. med. Dipl. geol. Hanns-Christian Gunga studierte Geologie-Paläontologie und Humanmedizin in Münster und an der Freien Universität Berlin (Diplom 1980\, Promotion 1989\, Habilitation 1997). Seit 2000 ist er Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin und Extreme Umwelten an der Charité Universitätsmedizin Berlin\, seit 2004 Universitätsprofessor an der gleichnamigen Institution und Gastprofessor in China (Xi’an) und Chile (Antofagasta) tätig. Seit 2008 ist er Mitglied im Programmausschuss des DLR und z. Zt. in der Funktion des Vorsitzenden Forschung unter Weltraumbedingungen (FuW). Prof. Gunga war an mehreren Raumfahrtmissionen des DLR als PI und Co-PI beteiligt (D2\, MIR\, ISS)\, ist im Augenblick u. a. PI des laufenden Experiments “Circadian Rhythms” auf der ISS sowie PI im DFG Research Unit 2936 „Climate change and Health in Subsaharan Africa (SSA).
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SUMMARY:März Plenum
DESCRIPTION:Gerda Haßler (MLS)\nEmergenz\, Transformation und Obsoleszens von Begriffen und Methoden am Beispiel der\nGeschichte der Sprachwissenschaft \nOrt: \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract \nIn der Geschichte der Sprachwissenschaft tauchen ständig neue Begriffe und Methoden auf\, die für Eigenschaften des Objekts Sprache\, aber auch für neue Sichtweisen der Wissenschaftler stehen. Vielfach erscheinen diese Begriffe und Methoden jedoch nicht aus dem Nichts\, sondern haben eine lange\, mitunter sogar jahrhundertelange Vorgeschichte und werden durch eine besonders günstige Platzierung bei einem Autor prominent\, der damit – oft ungewollt – einen Referenztext geschaffen hat. Sobald der Referenztext rezipiert wird\, findet Transformation statt\, die wir als Anpassung an neue Zusammenhänge\, theoretische Kontexte und empirische Daten verstehen. Schließlich kann es auch zum Vergessen von Begriffen und Methoden kommen\, das in den letzten Jahren mit Blick auf mehrere Wissenschaftsdisziplinen untersucht wurde. Besonders interessant sind dabei die Gründe dieses Vergessens\, die in den vergessenen Begriffen und Methoden selbst (Vergessenspotential)\, aber auch beim Wissenschaftler als Subjekt liegen können (Vergessenwollen) oder von außen auferlegt sein können (Vergessenmachen). Der Prozess der Emergenz\, Transformation und Obsoleszenz liegt nicht in allen Fällen komplett vor\, vielfach lässt er sich jedoch als Bestandteil einer Art Spirale auffassen\, in der obsolet gewordene Methoden durch neue\, emergierende ersetzt werden. Diese Prozesse sollen zum Beispiel anhand des Begriffs des ‘Lautgesetzes’ aus der Methode der Junggrammatiker und des Begriffs der ‘Opposition’ aus der strukturellen Linguistik beschrieben werden. Abschließend können auch im Verlauf befindliche Prozesse und Neuerungen in der Linguistik unter dem Gesichtspunkt der Emergenz\, Transformation und Obsoleszenz betrachtet werden. \nDer Vortrag soll auch Anlass für die Frage sein\, ob vergleichbare Prozesse in anderen Wissenschaften festgestellt werden können. \nLink zum CV der Referentin: \nhttps://leibnizsozietaet.de/prof-dr-gerda-hassler/ \n  \nModeration Kerstin Störl
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SUMMARY:Ehrenkolloquium
DESCRIPTION:Kolloquium der Leibniz-Sozietät am 17.2.2022 zu Ehren der Sozietäts-Mitglieder \nW. Ebeling\, A. Jähne\, W. Kriesel und H.-J. Rothe \nOrt: Berlin\, Cedio-Konferenzraum\, Storkower Bogen \n1. Programm \n10.00 Uhr \nEröffnung  Gerda Haßler (Präsidentin der Leibniz-Sozietät) \nMusikalische Einführung \n10.30 Uhr \nModeration Gerhard Pfaff (MLS) \nLaudatio zum 80. Geburtstag von Armin Jähne Gerhard Banse (MLS) \nDer römische Donaulimes als UNESCO-Weltkulturerbe Andreas Schwarcz (MLS) \nDankesworte Armin Jähne (MLS) \nLaudatio zum 80. Geburtstag von Werner Kriesel Tilo Heimbold (Leipzig) \nEin Meilenstein der Automatik/Informatik – Industrielle Kommunikation auf der Sensor-Aktuator-Ebene Dietmar Telschow\, Tilo Heimbold\, Dirk Lippik (Leipzig) \nDankesworte Werner Kriesel (MLS) \n12.30 Uhr     Mittagspause \n14.00 Uhr \nLaudatio zum 85. Geburtstag von Werner Ebeling Lutz-Günther Fleischer (Vizepräsident MLS) \nStrukturbildung und Kipppunkte in Ökosystemen und Klima Ulrike Feudel (Oldenburg) \nDankesworte Werner Ebeling (MLS) \nLaudatio zum 75. Geburtstag von Heinz-Jürgen Rothe Erdmute Sommerfeldt (MLS) \nArbeitspsychologie im Spannungsfeld zwischen allgemeinpsychologischen Theorien\, interdisziplinären Bezügen und praktischem Nutzen Anna-Marie Metz (Potsdam) \nDankesworte Heinz-Jürgen Rothe (MLS) \nSchlusswort / Abschluss des Kolloquiums Gerda Haßler (Präsidentin der Leibniz-Sozietät) \n  \n2. Abstracts und Curriculum vitae \nDer römische Donaulimes als UNESCO-Weltkulturerbe \nAndreas Schwarcz (MLS) \nZusammenfassung: \nDer Donaulimes war traditionell einer der wichtigsten Abschnitte des römischen Grenzsystems. Er erstreckte sich über eine Gesamtlänge von 2888 km von Eining in Bayern bis zur Donaumündung am Schwarzen Meer. Seine strategische Bedeutung lag an der oberen und mittleren Donau im Schutz Italiens gegen Bedrohungen aus dem Norden\, an der unteren Donau im Schutz Griechenlands und Kleinasiens\, in der Spätantike dann speziell in der Sicherung Konstantinopels gegen Angriffe aus dem Barbaricum nördlich der Donau. Die Grundlagen dieses Befestigungsgürtels an einem der großen europäischen Hauptflüsse wurden bereits in den Anfängen des Prinzipats unter der Herrschaft des Augustus gelegt. Über die Jahrhunderte wurde er ausgebaut und umgestaltet\, an der oberen Donau gehalten bis zur Zeit der Herrschaft Odoakers\, an der unteren Donau mit einer letzten Befestigungsphase in der Zeit Kaiser Justinians I. und bis zur Ankunft der Slaven. Die Sicherung des Limes als UNESCO-Weltkulturerbe setzte mit der Anerkennung des Hadrianswalls in Großbritannien im Jahr 1987 ein. Im Jahr 2005 folgten der Obergermanisch-rätische Limes und die Anerkennung des gesamten Limes als erstes potentielles serielles Weltkulturerbe in seiner gesamten Länge von fast 6000 km in 20 Ländern. Damals begannen auch die ersten Vorarbeiten für die Einreichung des Donaulimes im Rahmen eines internationalen Projekts\, mit dem 2008 der Antoninuswall in Schottland erfolgreich eingereicht wurde. Seither laufen die Vorbereitungen in Bulgarien\, Deutschland\, Kroatien\, Österreich\, Rumänien\, Serbien\, der Slowakei und Ungarn. 2020 fiel die Entscheidung\, zunächst den oberen Donaulimes in Bayern\, Österreich und der Slowakei („western Segment“) einzureichen\, der am 30. Juli 2021 als UNESCO-WHS anerkannt wurde. Während auch in den anderen Donaustaaten die Einreichung weiter vorbereitet wird\, bereiten Deutschland und die Niederlande auch die Anerkennung des Limes am Oberrhein vor. \nKurz-CV: \nAndreas Schwarcz (*1952) studierte von 1971-1973 Wirtschafts- und Planungsmathematik an der TU Wien. In den darauffolgenden Jahren bis 1984 absolvierte er ein Doktoratsstudium für Geschichte\, Alte Geschichte und Anglistik sowie ein Lehramtsstudium für Geschichte und Anglistik an der Universität Wien. 1984 promovierte er mit einer Dissertation über Reichsangehörige Personen gotischer Herkunft. Von 1984-1997 war er als Universitätsassistent am Institut für österreichische Geschichtsforschung tätig. Am Ende dieser Zeit habilitierte er sich mit einer Arbeit aus dem Gebiet für Mittelalterliche Geschichte und Hilfswissenschaften. Gleichzeitig wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt. In den darauffolgenden Jahren war er Stellvertreter des Direktors sowie Geschäftsführender Direktor des Institutes für österreichische Geschichtsforschung\, Mitglied des Gründungskonvents der Universität Wien\, Vorstand des Institutes für Geschichte der Universität Wien sowie Visiting Professor an der Georgetown University Washington D. C. (USA). Seit 2017 ist er im Ruhestand. \nAndreas Schwarcz ist seit 1999 Präsident der Freunde des Hauses Wittgenstein Wien und Präsident des Vereins für Gesellschaftswissenschaftliche Forschung. Im Jahr 2002 wurde er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Zu seinen weiteren Mitgliedschaften und Funktionen zählen die des Vorsitzenden der Fachgruppe der Universitäts- und FachhochschullehrerInnen im Bund Sozialdemokratischer AkademikerInnen Österreich\, die des Mitglieds des Vorstands des Fördervereines des Volksbildungshauses Urania und die des Schriftführers im Vorstand der „Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Akademie der Wissenschaften“ (ÖAW). Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden mehrfach geehrt\, so mit der Kyrill und Method-Verdienstmedaille des Kulturministeriums der Republik Bulgarien und dem Orden „Der Reiter von Madara“ Zweiter Stufe in Silber der Republik Bulgarien. \n  \nEin Meilenstein der Automatik/Informatik – Industrielle Kommunikation auf der Sensor-Aktuator-Ebene \nDietmar Telschow\, Tilo Heimbold\, Dirk Lippik (Leipzig) \nZusammenfassung: \nDie digitale Kommunikationstechnik für industrielle Automatisierungssysteme gelangte seit den 1975er Jahren auf den internationalen Markt\, basierend auf den Netzwerken WAN sowie LAN der Informatik. Seit 1985 wurden am Lehrstuhl von Prof. Werner Kriesel in Leipzig Kommunikationssysteme für die Industrieautomation als eigenständig wirksame Strukturen verstanden und entwickelt\, später als Mehrebenen-System Field Area Network FAN eingeordnet unterhalb der WAN / LAN-Ebenen. \nIm Vortag werden hierzu die technischen Entwicklungsetappen der Automatik / Informatik dargestellt. Ausgehend von der Entwicklung erster (Einchip-) Mikroprozessoren in den 1970er Jahren und damit realisierbarer speicherprogrammierbarer Steuerungen (SPS) führte die Entwicklung zu lokalen Netzwerken und in der Folge zu einer eigenständigen Industriekommunikation in Mehrebenen-Strukturen für die Automation. An industriellen Beispielen\, beginnend bei TDC 2000 (Fa. Honeywell\, USA) über PROFIBUS/ PROFINET und der direkten Mitarbeit an der Entwicklung des Feldbussystems AS-Interface für die Sensor-Aktuator-Ebene werden im Vortrag die neuen Möglichkeiten vernetzter verteilter Intelligenz präsentiert. Eigenfunktionen\, Überwachung\, Diagnose und Therapiesteuerung mit adaptiven Algorithmen sowie Künstliche Intelligenz führen so zu einem Paradigmenwechsel bei Industrie 4.0 Anwendungen. \nIn zahlreichen (Buch-) Publikationen wurden die Ergebnisse der Grundlagenforschung bis zur Umsetzung in industriellen Anwendungen veröffentlicht. In 40-jähriger Arbeit des Teams Kriesel wurde ein Meilenstein der Industriekommunikation in praxisnaher Forschung und akademischer Lehre geschaffen\, der zusammen mit der Industrie weltweiten Masseneinsatz und Breitenanwendung erreichte\, sich zum Weltmarkführer entwickelte und gegenwärtig als AS-Interface in 2. Generation auf den Markt gelangt. \nKurz-CV: \nDietmar Telschow (*1956) studierte von 1974-1978 an der TH Magdeburg\, Sektion Technische Kybernetik und Elektrotechnik\, Fachrichtung Automatisierungstechnik mit Abschluss als Diplomingenieur. Danach begann er eine Industrietätigkeit im Chemieanlagenbau Leipzig/Grimma mit Delegation an den Industrie-Hochschul-Komplex der TH Leipzig und dortiger Forschungstätigkeit im Team von Werner Kriesel. Ab 1990 arbeitete er an der Grundlagen- und Industrieentwicklung sowie Weiterentwicklung des Sensor-Aktuator-Systems AS-Interface\, speziell an einem Erdschlusswächter\, an der Doppeladresserkennung und an einem adaptiven Busabschluss. Er ist Mitinhaber von Patenten und mitbeteiligt am Aufbau eines nach DIN EN17025 akkreditierten weltweit einzigen Prüflabors für alle elektrischen AS-Interface-Komponenten. In diesem Zusammenhang arbeitete er in zahlreichen Arbeitsgruppen der Nutzerorganisation „AS-International Association“ und entwickelte spezifischer Test- und Diagnose-Tools. \nAuch nach Gründung der HTWK Leipzig aus der TH Leipzig im Jahr 1993 setzte er seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten fort. In diesem Rahmen erfolgten zahlreiche Publikationen zu industriellen Kommunikationssystemen in Buchform\, Fachzeitschriften und Kongressvorträgen. Nach 15-jährigem Einsatzerfolg von AS-Interface und erfolgreich abgeschlossener Grundlagenforschung leitete er als Ideengeber die Umsetzung durch die Industrie in eine 2. Generation ein. Damit gelang es\, digitale Übertragungstechniken in die industrielle Feldebene zu übertragen (aktuell Markteinführung). \n  \nStrukturbildung und Kipppunkte in Ökosystemen und Klima \nUlrike Feudel (Oldenburg) \nZusammenfassung: \nViele natürliche Phänomene werden durch die nichtlineare Wechselwirkung unterschiedlicher physikalischer\, chemischer oder biologischer Größen hervorgerufen. Diese Nichtlinearitäten führen dazu\, dass solche Systeme eine besonders komplexe\, teilweise nicht vorhersagbare zeitliche Dynamik hervorbringen oder die Fähigkeit besitzen\, spontan zeitliche\, räumliche oder raum-zeitliche Strukturen auszubilden. \nIm Mittelpunkt der vorgestellten Untersuchungen steht die Dynamik eines Systems\, das heißt dessen zeitliche bzw. raumzeitliche Entwicklung oft auch unter dem Einfluss äußerer Antriebskräfte wie z. B. dem Klimawandel. Die Dynamik kann dabei bei fixierten Umweltbedingungen ganz unterschiedliche Formen annehmen: Das System kann in ein Gleichgewicht kommen\, eine periodische oder quasiperiodische Bewegung ausführen oder auch durch eine chaotische Dynamik charakterisiert werden. Für ein räumlich ausgedehntes System würde man homogene Zustände\, wo alle Größen homogen im Raum verteilt sind\, zeitunabhängige inhomogene Verteilungen (stationäre Muster) oder raumzeitlich veränderliche Muster beobachten. \nVon besonderem Interesse sind jedoch plötzliche Änderungen der Dynamik\, wenn entweder die internen Parameter des Systems oder der äußere Antrieb so verändert werden\, dass kritische Schwellwerte überschritten werden. Betrachtet man als Beispiel aus der Umweltphysik den atlantischen Teil der thermohalinen Ozeanzirkulation – einer großräumigen\, durch Dichteunterschiede angetriebenen Zirkulation – dann kann diese z. B. im heutigen Zustand sein\, in dem permanent Wärme aus dem Süden in die nördliche Hemisphäre transportiert wird und dort an die Atmosphäre abgegeben wird oder aber in einem Zustand\, wo diese Zirkulation stark geschwächt ist oder gar zum Erliegen kommt. Ein Kipp-Übergang von dem einem in den anderen Zustand\, der langfristig mit einer Abkühlung des Klimas in West- und Nordeuropa verbunden wäre\, könnte auftreten\, wenn der Antrieb durch den globalen Klimawandel verändert würde. Ähnlich drastische Übergangsphänomene beobachtet man in Ökosystemen\, wo Klima- oder Landnutzungsänderungen zu einem Verlust von Arten oder gar zum Zusammenbruch ganzer Ökosysteme führen können. Gegenstand der Ausführungen ist es\, aufzuzeigen\, unter welchen Bedingungen ein solcher Übergang stattfinden würde und welche Mechanismen für diese Kippphänomene verantwortlich sind. \nKurz-CV: \nUlrike Feudel (*1957) studierte von 1976-1981 Physik an der Humboldt-Universität Berlin (HUB). In den folgenden Jahren war sie u. a. wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Akademie der Wissenschaften der DDR und in einer Max-Planck-Gruppe an der Universität Potsdam. 1986 schloss sie ihre Promotion zum Dr. rer. nat. an der HUB und 1996 ihre Habilitation zum Dr. rer. nat habil. an der Universität Potsdam ab. Seit 2000 ist sie Universitätsprofessorin für Theoretische Physik/Komplexe Systeme am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Von 2005-2007 war sie Direktorin des ICBM. Forschungsaufenthalte führten sie u. a. an die University of Maryland at College Park (USA)\, an die University of California at Santa Barbara (USA) und an die Eötvös Lorand Universität Budapest (Ungarn). Sie ist Editor von “Nonlinear Processes in Geophysics” und war lange Jahre Associate Editor von “Mathematical Biosciences and Engineering”. \nIm Laufe ihrer beruflichen Entwicklung wurde Ulrike Feudel immer wieder geehrt und für ihre wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet\, so u. a. mit einem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft\, der Burgers-Professur für Fluiddynamik der University Maryland at College Park\, dem Distinguished Scientist Fellowship der Akademie der Wissenschaften Ungarns und der Lewis Fry Richardson Medaille der European Geosciences Union. \n  \nArbeitspsychologie im Spannungsfeld zwischen allgemeinpsychologischen Theorien\, interdisziplinären Bezügen und praktischem Nutzen \nAnna-Marie Metz (Potsdam) \nZusammenfassung: \nArbeitspsychologie gilt im Kanon der Psychologie gemeinhin als „Angewandte“ Wissenschaft. Was aber wird „angewendet“? Im Beitrag wird zum Einen die notwendige Verankerung in und der mittelbare praktische Nutzen von allgemeinpsychologischen Erkenntnissen exemplarisch in Bezug auf die Forschungen von Heinz-Jürgen Rothe als langjährigem Mitarbeiter von Friedhart Klix dargestellt.\nZum anderen werden an ausgewählten Beispielen aus dem breiten Forschungsfeld zum Zusammenhang zwischen (Erwerbs-)Arbeit und Gesundheit die außerordentlichen Vorzüge trans- und interdisziplinärer Kooperation mit arbeitsmedizinischen\, physiologischen und epidemiologischen Disziplinen behandelt. An einem Beispiel wird demonstriert\, wie aus einer derartigen Synopsis über das Streben nach Erkenntnisgewinn hinaus die Transformation in unmittelbar praktisch nutzbare Analyse- und Interventionstools gelingen kann. \nKurz-CV: \nAnna-Marie Metz (*1940) promovierte nach ihrem Psychologiestudium und einer Aspirantur an der Humboldt-Universität Berlin 1968 mit einem psychophysiologischen Thema.  Von 1968–1990 war sie im Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie in der Arbeitsmedizin tätig\, seit 1970 am Zentralinstitut für Arbeitsmedizin der DDR in Berlin-Lichtenberg\, mit den Arbeitsschwerpunkten Entwicklung und Erprobung von belastungsmessenden Verfahren\, epidemiologische Studien zum Zusammenhang von psychischen Belastungen und Gesundheitszustand\, interdisziplinäre experimentelle Forschung zur Wirkung physikalischer Faktoren der Arbeitsumgebung auf Leistung und Befinden sowie psychophysiologische experimentelle Forschung (evozierte Potentiale der bioelektrischen Hirnaktivität) zu Bezugsystemen in der Wahrnehmung\, zur Aufgabenschwierigkeit und zum Arbeitsgedächtnis. \n1983 erfolgte die Habilitation an der Technischen Universität Dresden. Von 1990-1994 war Anna-Marie Metz am Zentrum für Arbeits- und Umweltmedizin Berlin tätig\, wobei sie neben den dortigen Lehrtätigkeiten auch Vertretungen an der TU Dresden\, der TU Berlin und der Universität Potsdam wahrnahm. Von 1995–2007 hatte sie eine Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie im Institut für Psychologie der Universität Potsdam inne. \n  \n(MLS = Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V.) \nFür das Kolloquium gelten die am 17.02.2022 aktuellen SARS-CoV2-Infektionsschutzmaßnahmen für Berlin (Stand 16.01.2022: 2G Plus). \n 
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SUMMARY:Februar-Plenarsitzung
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltet ihre öffentliche Februar-Plenarveranstaltung am 10.02.2022 als ZOOM-Meeting mit einem Vortrag zum Thema \nBiopharmazeutika und Protein-Konjugate:\nNeue Ansätze für den gerichteten Wirkstofftransport \n  \nReferent: Prof. Dr. Christian P.  R. Hackenberger \nC.V: \nChristian P.  R. Hackenberger studierte Chemie an der Universität Freiburg und der UW Madison/Wisconson und promovierte an der RTWH Aachen. Nach einem Postdoc-Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gründete er 2005 als Emmy-Noether-Stipendiat eine eigene Forschungsgruppe an der Freien Universität Berlin. 2012 wurde er Leibniz-Humboldt-Professor für Chemische Biologie am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und der Humboldt-Universität zu Berlin. \nSeine Gruppe entwickelt chemische Strategien zur Funktionalisierung von Proteinen und Antikörpern mithilfe hochselektiver chemischer Reaktionen\, um proteinbasierte Therapeutika gegen Krebs\, Alzheimer und Virusinfektionen zu generieren. Er ist Mitbegründer des Münchner Unternehmens Tubulis\, das mit Technologien aus seinem Labor besser verträgliche Krebsmedikamente entwickelt. Im Jahr 2018 wurde Christian der Leonidas Zervas Award der Eurpean Peptide Society verliehen und im Jahr 2020 erhielt er als erster Empfänger den Falling Walls Breakthrough of the Year Award in den Life Sciences\, in Anerkennung seiner Beiträge zur Entwicklung von Biopharmazeutika der nächsten Generation. \nAbstract: \n Die Hackenberger Gruppe am FMP vereint Chemiker\, Biochemiker und Biophysiker\, um neue chemische und biochemische Methoden für die gezielte Modifikation von Peptiden\, Proteinen und Antikörpern zu entwickeln. Die so erhaltenen Biokonjugate werden für die Beantwortung biologischer Fragestellungen aus der Grundlagenforschung verwendet\, sie dienen gleichzeitig aber auch als neue Biopharmazeutika für pharmazeutische Anwendungen. \nIn meinem Vortrag werde ich einige ausgewählte Beispiele aus meinem Labor vorstellen\, die diesen Ansatz verdeutlichen. So gelang es uns kürzlich sowohl ein neues chemisches als auch ein enzymatisches Verfahren für die Herstellung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (engl. Antibody-Drug-Conjugates\, ADCs) zu publizieren\, das neue für den Patienten besser verträgliche Medikamente für die Krebstherapie in Aussicht stellt und gleichzeitig zur Gründung des sehr erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Unternehmens Tubulis® (www.tubulis.com) geführt hat. Des Weiteren konnten wir ein neues Verfahren beschreiben\, dass die Zellgängigkeit von Proteinen und Antikörpern ermöglicht und damit völlig neue Ansätze für den intrazellulären Wirkstofftransport aufweist. Ebenso gelang es uns in Zusammenarbeit mit fast allen wissenschaftlichen Institutionen in Berlin neuartige strukturell definierte Inhibitoren gegen Influenza-Viren auf Protein-Basis zu beschreiben. \n  \nDatum  und Veranstaltungsort: \n10. Februar 2022 – 13:30 – 16:00. \nDas Plenum wird als Zoom-Meeting durchgeführt:\nhttps://us02web.zoom.us/j/85657830272?pwd=TTQ1c2FIOGIxZVF3cThpUi9IaElrUT09\nMeeting-ID: 856 5783 0272\nKenncode: 849186
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SUMMARY:Leibniz-Tag 2021
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin führt ihren traditionellen öffentlichen Leibniz-Tag in diesem Jahr in etwas abweichender Form am 25. November 2021 in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr in Berlin durch. \nWeitere Details sowie den konkrete Veranstaltungsort entnehmen Sie bitte diesem Flyer. \nLebenslauf von Prof. Dr. phil. Dr. jur. Hansjürgen Garstka \nAbstract des Festvortrags
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SUMMARY:Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin führt ihre öffentliche wissenschaftliche Plenarsitzung am 11. November 2021 in der Zeit von 13:30 bis 16:00 Uhr online durch zum Thema \nFuzzy Logic – neue methodische und sachliche Ansätze für die Analyse von Musik und anderen Künsten\nVortragender:   Prof. Dr. Hanns-Werner Heister (MLS) \n  \nAbstract: \n\nUm 1965 entwickelte Lotfi A. Zadeh die Fuzzy Logic im Kontext der Elektrotechnik als „Fuzzy-Set-Theorie“\, als Theorie der unscharfen Mengen. Neben Mengenlehre gingen vor allem Modallogik und mehrwertige Logiken\, Wahrscheinlichkeitstheorie und Informatik in das Konzept ein. Zadeh hatte von vorneherein eine interdisziplinäre Orientierung und sah Anwendungsmöglichkeiten nicht zuletzt in Kultur- und Geisteswissenschaften sowie Kunst. \n\n\nFuzzy Logic ist eine Logik des Nicht-Identität. Die zentrale Kategorie ist ‚Unschärfe‘. Sie wird gemäß einem ingenieursmäßigen Denken\, das Affinitäten zur Kunstproduktion hat\, real und materiell als unvermeidbar hingenommen\, ist aber methodisch-wissenschaftlich eingrenzbar und kann infinitesimal in Richtung Schärfe transformiert werden. Kunstspezifisch gibt es vier Hauptprinzipien (mit fünf Phänotypen) der Fuzzy Logic: Ähnlichkeit\, Schärfung 1. als Filterung und Schärfung 2. als Kristallisation\, Verwischung\, Variation. Ein neues\, kunstadäquates Konzept ist die Dialektik zwischen Schärfung und – bewusster – „Unschärfe“ durch die Verwischung. \n\n\nDiese Prinzipien und ihre oft enkaptischen Verflechtungen machen sich in allen Phasen des Kunstprozesses zwischen Einfall und Wirkung geltend. In allen Musikarten\, Klassik\, Jazz\, Pop\, Folklore durchläuft das ‚Werk‘ als dinghaft und zugleich prozesshaft drei Hauptphasen Produktion\, Reproduktion und Rezeption. Sie lassen sich differenzieren in dreizehn ‚Existenzformen‘ des Kunstwerks\, d.h. Verwandlungen des musikalischen Kunstwerks im Musikprozess. Das Werk erweist sich als ‚prozessierende Identität‘. \n\n\nDas gilt mutatis mutandis für alle Kunstwerke. Ich dekliniere sie hier im wesentlichen nur am Beispiel Musik durch. \n\nIch entwickle einige Aspekte der dialektischen Erscheinungen im Rahmen der Fuzzy Logic auch in historischer Dimension\, einschließlich der potentiellen Postulierung eines ‚Musical Turns‘ in den Wissenschaften und Überlegungen zu einer ‘Philosophie der Fuzzy Logic’. Das produktionsorientierte Denken der Fuzzy Logic kann sollte zu neuen Sichtweisen auf die Musik führen – und ebenso auf andere Künste. \nVita: \n\nHanns-Werner Heister\, *1946 in Plochingen am Neckar\, Prof. Dr. phil. habil. i.R.\, verheiratet\, fünf Kinder\, studierte Musikwissenschaft\, Germanistik und Indogermanistik/Linguistik in Tübingen\, Frankfurt a. M. und Berlin (Technische Universität)\, 1977 Promotion (bei Carl Dahlhaus)\, 1993 Habilitation an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. 1971-1992 freiberufliche Tätigkeit bei verschiedenen bundesdeutschen Rundfunkanstalten\, Zeitungen und Zeitschriften. 1992-1998 Professor für Musikkommunikation und Musikgeschichte an der Musikhochschule „Carl Maria von Weber“ Dresden\, 1998-2011 Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. \n\n\nForschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen zu: Methodologie der Musikwissenschaft; Ästhetik\, Soziologie\, Anthropologie und Geschichte der Musik; politische\, populäre und Neue Musik\, Musik im Nazismus\, im Widerstand und im Exil; Musiktheaterästhetik und -geschichte; Medien und Institutionen der Musikkultur; Musik und: Bildende Kunst\, Literatur\, Tanzkunst\, Film\, Fernsehen\, Psychoanalyse\, Mathematik\, Kybernetik\, Fuzzy Logic\, Spiel\, Gartenkunst; Stadt- und Gartenkultur. \n\n\nUnter Anderem: Das Konzert. Theorie einer Kulturform (1983)\, Jazz (1983); Vom allgemeingültigen Neuen. Analysen engagierter Musik (2006); Hintergrund Klangkunst. Ein Beitrag zur akustischen Ökologie (2010); Music and Fuzzy Logic. The Dialectics of Ideas and Realizations in the Artwork Process (Studies in Fuzziness and Soft Computing\, ed. J. Kaprzyk\, Vol. 406) (2021); In Vorbereitung: Musik und Fuzzy Logic. Die Dialektik von Idee und Realisierung im Werkprozess\, erscheint Ende 2021; Tasten\, Telegraphie\, Telephonie. Musikalische Modelle und technisch-industrielle Medien\, erscheint 2022; Autowrack\, Pädagogik und Psalterium. Ungewöhnliche Musikinstrumente im Werk Hans Werner Henzes\, erscheint 2022. \n\n\nWeiteres unter www.Hanns-Werner-Heister.de. \n\n 
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SUMMARY:Leibniz-Tag 2021 - verschoben auf November 2021
DESCRIPTION:Der Leibniz-Tag 2021 kann zum geplanten Termin leider nicht stattfinden und wird auf den 25. November 2021 verschoben.  \nDer genaue Termin und der Veranstaltungsort werden rechtzeitig bekannt gegeben. \n  \nDie Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin lädt ein zum traditionellen öffentlichen \nLeibniz-Tag 2021\nam 01. Juli 2021. \nOrt: Archenhold-Sternwarte\, Einstein-Saal\, Alt-Treptow 1\, 12435 Berlin\nZeit: 10:00 Uhr bis 17:00 \nWeitere Details werden hier rechtzeitig bekannt gegeben
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SUMMARY:Wissenschaftliche Jahrestagung der Leibniz-Sozietät 2021- verschoben auf 02.09.21
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin führt ihre \nWissenschaftliche Jahrestagung 2021\nam 03.06.2021 in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr durch zum Thema \nDas Wirken von Virchow und Helmholtz in und für Berlin\nWeitere Einzelheiten werden in Kürze hier bekannt gegeben. \nOrt: Langenbeck-Virchow-Haus\, Luisenstraße 58-59\, 10117 Berlin (wenn Präsenzmöglichkeit besteht)
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SUMMARY:Mai-Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften - Videokonferenz
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin führt ihre Mai-Plenarsitzung am 07.05. 2021 in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr gemeinsam mit dem Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler e.V. (vbiw) Berlin durch zum Thema \nDie Energiewende 2.0: Im Fokus die Mobilität\nVortragende: Norbert Mertzsch (MLS)\, Ernst-Peter Jeremias (MLS)\, Christian Hochfeld (Berlin)\, Sophia Becker (Potsdam)\, Klaus-Martin Melzer (Wildau) u.a. \nZeit: 10.00 – 16.00 Uhr\nOrt: Videokonferenz \nAbstracts\, CVs und weitere Mitteilungen: hier \nZugangsdaten: \nZoom-Meeting beitreten\nhttps://us02web.zoom.us/j/87699341280?pwd=VmNtVEYyV0trL0o0bEZwaWMrRlVkQT09 \nMeeting-ID: 876 9934 1280\nKenncode: 994805 \nKurzanleitung
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SUMMARY:Plenarsitzung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften am 22. April 2021 (Zoom-Konferenz)
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin führt am 22. April 2021 eine weitere Plenarsitzung in der Zeit von 13.30 bis 16.30 Uhr als ZOOM-Konferenz durch zum Thema \nZirkulation von Begriffen und Argumenten zwischen Naturwissenschaften und der Sprachwissenschaft\nVortragende: Gerda Haßler\,  (MLS) \nDie Zugangsdaten für die Zoom-Konferenz:\n \nhttps://us02web.zoom.us/j/82616285045?pwd=Q1cyUjB0MDV4QUhab3dEN1Y4MHNMZz09 \nMeeting-ID: 826 1628 5045\nKenncode: 288214 \nKurzanleitung \n \nAbstract:\nMorphologie\, Organismus\, Baumdiagramm sind heute Termini in der Sprachwissenschaft\, die zu unterschiedlichen Zeiten metaphorisch von naturwissenschaftlichen Sachverhalten auf sprachliche Gegebenheiten übertragen wurden. Parallel zur technischen Innovation wertete die Orientierung an den Naturwissenschaften bereits vor der Institutionalisierung der Sprachwissenschaft die Werke einzelner Sprach- und Universalgelehrter auf. Auf Beobachtung beruhende Einsichten\, das Erkennen allgemeiner Gesetzmäßigkeiten und sogar die Entwicklung von Sprechmaschinen traten dabei in den Vordergrund. Leibniz verfolgte das Programm der characteristica universalis\, hatte aber auch die Sprachwissenschaft als historische und auf die Vielfalt der Sprachen\, deren Vergleich und die Suche nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten ausgerichtete Disziplin umrissen. Die Verwendung vereinfachender biologischer Metaphern wie der organische Naturkörper oder das Leben der Sprache im 19. Jahrhundert kann jedoch nicht allein auf den Wunsch einiger Sprachwissenschaftler zurückgeführt werden\, am Aufschwung der Naturwissenschaften zu partizipieren. Während August Schleicher eine Sprache als natürlichen Organismus\, der sich aus einer undifferenzierten Zelle entfalte\, erklärte und seine aus der Lektüre Darwins gewonnenen Gedanken über das Leben und den Durchsetzungskampf der Sprachen in einem offenen Brief an Ernst Haeckel mitteilte\, ließ sich dieser seinerseits von Schleichers sprachtheoretischen Ansichten inspirieren. Andere Autoren versuchten\, dem Wesen der Sprache als natürliches\, soziales\, historisches\, biologisches und kognitives Phänomen gerecht zu werden. Während sich die Untersuchungsverfahren der Naturwissenschaften auf einen ganz anderen\, nicht erst durch Sprache konstituierten Typus von Untersuchungsgegenstand beziehen\, führte die sprachliche Wende in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu Auswirkungen auf Geistes- und Sozialwissenschaften. Auf der Basis eines Zusammenwirkens von Naturwissenschaften\, Technik und Sprachwissenschaft entstandene Sprachtechnologien sind heute ein sehr dynamischer Bereich\, der aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Eine bis heute aktuelle Frage ist die nach der Rolle von Experimenten in der Sprachwissenschaft\, die wichtige Aufschlüsse erbringen\, aber auch zu Einschränkungen des Forschungsgegenstands führen können. Die Geschichte der Sprachwissenschaft verdeutlicht die großen Möglichkeiten\, aber auch die Grenzen und Gefahren interdisziplinären Arbeitens.\n \nCV:\nGerda Haßler war von 1993 bis 2020 Professorin für Linguistik und angewandte Sprachwissenschaft am Institut für Romanistik der Universität Potsdam. Sie studierte Romanistik und Slavistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg\, promovierte dort 1978 mit einer Arbeit über Sprachtheorien der Aufklärung zur Rolle der Sprache im Erkenntnisprozess im Fach Allgemeine Sprachwissenschaft und habilitierte sich 1984 mit einer Arbeit zur Geschichte des semantischen Wertbegriffs vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Sie war Prorektorin der Universität Potsdam und Mitglied in mehreren universitären Gremien und Vorständen von Fachverbänden. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift Beiträge zur Geschichte der Sprachwissenschaft\, Mitglied im Beirat mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften und Gutachterin für forschungsfördernde Institutionen. Ihre gegenwärtigen Forschungsinteressen sind die funktionale Grammatik und Pragmatik der romanischen Sprachen\, historische Semantik und Geschichte der Sprachwissenschaft. Sie ist assoziiertes Mitglied des Laboratoire Modèles\, Dynamiques\, Corpus der Université Paris Nanterre und des Laboratoire de Recherche sur le Langage der Université Clermont Auvergne. Sie hielt Vorträge und Vorlesungen an Universitäten in Frankreich\, Spanien\, Portugal\, Italien\, Großbritannien\, Finnland\, Russland\, Peru\, Argentinien\, Brasilien\, Tunesien\, Israel\, Rumänien\, den USA\, Kanada und China. Sie ist Autorin von fünf Monographien und 340 Artikeln und hat 22 Sammelbände herausgegeben. Seit 2018 ist sie Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/plenarsitzung-der-leibniz-sozietaet-der-wissenschaften-am-22-april-2021/
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