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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 11. Dezember 2025 \n10.00–11:30 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/65618290748?pwd=JbeupZMqC6IOCHb5mmFRjEplH5nkLi.1\nMeeting-ID: 656 1829 0748 \nVortrag: \nDr. Gisela Boeck (MLS) \n“Die Dissertation […] ist jedenfalls eine der besten\, die unserer Sektion vorgelegen haben\, sie bekundet die Befähigung der Verfasserin zu selbstständiger Forschung in zweifelloser Weise.” – Über die ersten Chemikerinnen \nAbstract: \nIm Vortrag werden die ersten Frauen vorgestellt\, die mit einer chemischen Arbeit promoviert wurden. Aufgrund der späten Öffnung der deutschen Universitäten für Frauen findet man diese vor allem in der Schweiz\, speziell in Zürich. Dort hatten Frauen schon seit den 1840er-Jahren die Möglichkeit\, als Gasthörerinnen an der universitären Lehre zu partizipieren. Die ersten Chemikerinnen kamen aus unterschiedlichen Ländern – wie Lydia Sesemann (1845–1925) aus Finnland\, Rachel Lloyd (1839–1900) aus den USA\, Olga Wohlbrück (1864–?) aus Sachsen oder Geertruida van Maarseveen (1873–1943) aus den Niederlanden. Ihre Dissertationen beschäftigten sich mit Problemen aus der organischen oder anorganischen sowie der physikalischen Chemie. In Deutschland gab es zwar auch schon 1874 mit Julia V. Lermontova (1847–1919) die Promotion einer russischen Chemikerin\, allerdings wurde Clara Immerwahr (1870–1915) dann die erste deutsche Chemikerin\, die schließlich 1900 in Deutschland promovieren konnte. Die Anzahl der promovierten Frauen steigt deutlich nach 1910. Doch nur wenigen gelang es\, eine akademische Karriere zu verfolgen. Das sowie der Weg zur Promotion wird für einige der Frauen im Vortrag nachgezeichnet. \nVita: \nGisela Boeck (*1954 / MLS) studierte an der Universität Rostock Chemie. Sie promovierte 1981 mit der Arbeit „Quantenchemische Berechnungen zur Thermodynamik chemischer Gleichgewichte“. Von 1981 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie in Rostock. Von 2004 bis 2020 leitete sie die Chemieausbildung für Studierende medizinischer Studiengänge an der Universität Rostock. Für ihre Lehre wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Gisela Boeck ist Autorin mehrerer Chemielehrbücher und war viele Jahre Sachverständige für Chemie am Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen in Mainz. Darüber hinaus übernahm sie die Lehrveranstaltungen „Geschichte der Chemie“ für Chemiestudiengänge und zeitweise auch „Geschichte der Naturwissenschaften“ für das Historische Institut. 2021 und 2022 wurde sie als Visiting Professor an der Technischen Universität Riga mit der Lehre zur Geschichte der Chemie betraut. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Rezeption des Periodensystems in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Arbeiten von Lothar Meyer (1830–1895)\, die Entwicklung der Chemie an der Universität Rostock und im Mecklenburger Raum\, das Schicksal jüdischer Chemikerinnen und Chemiker sowie der Werdegang der ersten Doktorinnen auf dem Gebiet der Chemie. Von 2006 bis 2013 und von 2018 bis 2022 war sie Beisitzerin im Vorstand der GDCh-Fachgruppe „Geschichte der Chemie“\, die sie seit 2023 leitet. Seit 2025 ist Gisela Boeck Mitglied der Leibniz-Sozietät.
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63706274259?pwd=Vm9HNYoRwdxhdOifKbqe358OD7tlso.1\nMeeting-ID: 637 0627 4259 \n\nMit der Sitzung ehrt die Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät ihre Mitglieder Karl-Heinz Bernhardt und Dietrich Spänkuch zum 90. Geburtstag. \nVortrag: \nProf. Dr. Klaus Dethloff (MLS) \nUrsachen und Unsicherheiten des Klimawandels – Die letzten 90 Jahre \nAbstract: \nAuf der Basis der Reanalysedaten ERA5 1940 bis 2025 werden die Veränderungen der letzten neun Jahrzehnte im Klimasystem der Erde analysiert\, die durch komplexe nichtlineare Wechselwirkungen bestimmt sind. Um das komplizierte Zusammenspiel von Änderungen in der Konzentration von Treibhausgasen und Aerosolen mit dynamischen Variabilitätsmoden des Systems zu beschreiben\, werden Ensemblesimulationen mit Erdsystemmodellen verwendet. Der Vergleich dieser Simulationen mit der Realität bestätigt die bedeutende Rolle von Treibhausgaszunahmen bei der arktischen Erwärmung. Neben der tropischen Anregung planetarer Variabilitätsmoden beeinflussen auch gekoppelte tropo- und stratosphärische Prozesse der Arktis die nordhemisphärischen Telekonnektionsmuster. Diese führen zu Änderungen der dominierenden atmosphärischen Zirkulationsregime und bestimmen den Klimawandel. Die gegenwärtig besten Modelle unterschätzen die intern generierte Variabilität und müssen durch datenbasierte Parametrisierungen verbessert werden\, um die bestehenden Unsicherheiten der Zukunftsszenarien zu reduzieren. \nVita: \nKlaus Dethloff (MLS seit 2016) wurde 1950 in Kämmerich\, Mecklenburg geboren. Nach seinem Physikstudium 1968 bis 1973 an der Universität Rostock wurde er Forschungsstudent am ZISTP der Akademie der Wissenschaften der DDR in Kühlungsborn und promovierte 1979 in theoretischer Physik mit der Arbeit “Zur Bestimmung der zonalen Zirkulation der Tropo- und Stratosphäre auf der Grundlage der Impuls-Wärmequellen”. Ab 1992 baute er die Atmosphärenmodellierung an der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener Instituts (AWI) Bremerhaven auf und habilitierte sich an der Sektion Physik der Humboldt-Universität zu Berlin. 1997 wurde er Professor für Atmosphärenphysik am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam. Von 1997 bis 2016 arbeitete er als Sektionsleiter “Atmosphärische Zirkulationen” am AWI Potsdam und installierte das internationale  MOSAiC Projekt eines driftenden Eisobservatoriums\, an dessen Realisierung er in den Jahren 2019 bis 2020 als Koleiter beteiligt war. \nDie Laudationen für die beiden Jubilare werden von Nina Hager (MLS) für Karl-Heinz Bernhardt und Olaf Hellmuth (MLS) für Dietrich Spänkuch gehalten.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. März 2026 \nSitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Daten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/62972605833?pwd=bvbMck7RoyOPjX8QABBNf9ALaKudN8.1\nMeeting-ID: 629 7260 5833 \nHinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2026 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden.\n\nVortrag: \nBernhard Weßling (MLS\, Jersbek) \nEntropie als Kriterium für Nachhaltigkeit\nAbstract: \nDrei Aspekte sind die Motivation für die Entwicklung des Konzepts\, das im Vortrag vorgestellt wird: \n\n„Nachhaltigkeit“ ist ein inflationär und im Wesentlichen für politisches und kommerzielles Marketing missbrauchter Begriff geworden.\nThermodynamik und v.a. Entropie werden nur sehr eingeschränkt und zumeist falsch verstanden\, die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik ist so gut wie unbekannt\, selbst bei Naturwissenschaftlern.\nIn der Klimaforschung und der Diskussion um klimastabilisierende Maßnahmen spielt Thermodynamik praktisch keine Rolle.\n\nIm Vortrag wird gezeigt\, wie Entropie im nicht-gleichgewichts-thermodynamischen Rahmen sehr lebensnah verstanden und vermittelt werden kann. Auf dieser Basis wird eine umfassend definierte Nachhaltigkeit – die Erhaltung der Lebensgrundlagen auf der Erde – mit dem Nachhaltigkeits-Kriterium „Entropie“ vorgestellt. Das Kriterium ist objektiv\, und die Ergebnisse sind nach Anwendung des Kriteriums falsifizierbar. Es wird gezeigt\, dass \n\n„klimaneutral“ nicht automatisch auch „nachhaltig“ ist;\ntechnologische Maßnahmen zur Klimastabilisierung (Erniedrigung der CO2-Konzentration der Atmosphäre) in extremer Form nicht-nachhaltig sind.\n\nNachhaltige Vorgehensweisen (natürliche und zu renaturierende Ökosysteme sowie Biolandwirtschaft) werden kurz vorgestellt. \nVita: \nBernhard Weßling promovierte 1977\, forschte danach in Polymerchemie\, Kolloidwissenschaft und Thermodynamik\, zugleich tätig als Chemieunternehmer. Er entwickelte eine neue\, nicht-gleichgewichtsthermodynamische Theorie für kolloidale Systeme und das weltweit erste organische Metall. Es wird seither industriell in großem Maßstab verwendet. Er ist im Natur- und Artenschutz aktiv\, ist nebenberuflich Investor in einem Biolandwirtschaftsbetrieb und war bis Juni 2025 einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Nachhaltigkeit spielte auch in seinem Chemie-Unternehmen eine zentrale Rolle. Bernhard Weßling ist seit 2025 Mitglied der Leibniz-Sozietät. Seit 2020 ist er als Sachbuchautor tätig (siehe www.bernhard-wessling.com).
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 9. April 2026 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67080724974?pwd=jYv65eVoFXV9K1YpM750E1rKbyMqdc.1 \n\nVortrag: \nErnst-Peter Jeremias (MLS) \nMobilitätspolitik im Koalitionsvergleich 2021–2029: Ziele auf der Überholspur oder nur Standstreifen? \nAbstract: \nKernaussage: Weltweit ist Elektromobilität 2026 ein industrieller Mainstream. In Deutschland reicht der technische Hochlauf jedoch noch nicht aus\, weil nachhaltige Mobilität mehr verlangt als elektrische Antriebe: weniger privater Pkw-Besitz\, mehr ÖPNV\, mehr geteilte Nutzung\, mehr erneuerbarer Strom und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. \nGlobal wächst die Elektromobilität weiter dynamisch. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden 2024 weltweit mehr als 17 Millionen Elektroautos verkauft; für 2025 wurde bereits ein Anteil von mehr als einem Viertel aller Neuwagen erwartet. China bestimmt dabei Kosten\, Skalierung und Batterietechnik\, Europa folgt unter deutlich höherem Wettbewerbsdruck. \nAuch in Europa und Deutschland zeigt sich ein klarer Fortschritt. In der EU lag der BEV-Anteil (Battery Electric Vehicle) 2025 bei 17\,4 Prozent\, im Januar 2026 bereits bei 19\,3 Prozent. In Deutschland waren zum 1. Januar 2026 gut 2\,03 Millionen batterieelektrische Pkw zugelassen; zugleich standen Anfang Februar 2026 rund 196.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Damit verbessert sich die technische Basis der Elektromobilität sichtbar. \nTrotzdem bleibt der Verkehrssektor klimapolitisch das Sorgenkind. Die aktuellen Projektionsdaten des Umweltbundesamtes zeigen für den Verkehr bis 2030 weiterhin eine deutliche Zielverfehlung. Der Grund liegt nicht nur im Antrieb\, sondern in der Struktur: Der motorisierte Individualverkehr dominiert den Alltag weiterhin\, besonders im ländlichen Raum. Ein privates Elektroauto ist ökologisch zwar besser als ein Verbrenner\, löst aber weder das Problem geringer Auslastung noch den hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch des Systems. Das Thema löst aber auch einen Spannungskonflikt zwischen deutscher Industriepolitik\, insbesondere in der Automobilindustrie und der Klimapolitik aus. \nDie aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Krieges verdeutlicht diese Verwundbarkeit zusätzlich. Die Benzinpreise stiegen im März 2026 binnen weniger Tage wieder auf deutlich über 2 Euro je Liter. Das spricht nicht gegen die Verkehrswende\, sondern für ihre Beschleunigung. Nachhaltig wird Mobilität jedoch erst dann\, wenn Elektrifizierung mit Modal Shift\, Carsharing\, erneuerbaren Energien\, stationärer Zweitnutzung von Fahrzeugbatterien und hochwertigem Recycling kritischer Rohstoffe verbunden wird. \nGerade im ländlichen Raum zeigt das Pilotprojekt FleckoMobil\, worauf es praktisch ankommt: Das Fahrzeugkonzept ist technisch überzeugend und energieeffizient\, die wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt aber an Auslastung\, einfacher Nutzung\, lokaler Unterstützung und tragfähigen Organisationsstrukturen. \nDie Zukunft der Mobilität bis 2035 entscheidet sich deshalb nicht allein an der Batterie\, sondern an der Frage\, ob Deutschland den Schritt vom privaten Besitzauto zu einem integrierten\, geteilten und erneuerbar betriebenen Mobilitätssystem schafft. \nQuellenhinweis (Auswahl): IEA Global EV Outlook 2025; ACEA Pkw-Neuzulassungen 2025/Januar 2026; KBA Fahrzeugbestand 1.1.2026; Bundesnetzagentur Ladeinfrastruktur 1.2.2026; Umweltbundesamt Projektionsdaten 2026; ADAC Spritpreisentwicklung März 2026; FleckoMobil-Berichte 2025/2026. \n  \nVita: \nErnst-Peter Jeremias absolvierte nach einer Berufsausbildung mit Abitur bei Bergmann-Borsig/Görlitzer Maschinenbau ein Studium der Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung an der Ingenieurhochschule Zittau. Er schloss das Studium zunächst als Hochschulingenieur ab und erwarb 1976 den Abschluss als Diplom-Ingenieur auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik. Von 1976 bis 1980 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Reaktorwärmetechnik am Kernkraftwerk Rheinsberg tätig\, anschließend bis 1991 als Gruppenleiter auf diesem Fachgebiet. 1988 promovierte er zum Dr.-Ing. an der Akademie der Wissenschaften der DDR am Kernforschungszentrum Rossendorf auf dem Gebiet Thermodynamik von Druckwasserreaktoren. Von 1991 bis 1994 war er geschäftsführender Gesellschafter der entec Planungsgesellschaft GbR. Von 1994 bis 2018 wirkte er als geschäftsführender Gesellschafter der tetra ingenieure GmbH\, einer Planungs- und Beratungsgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik sowie Gebäude- und Versorgungstechnik; bis Juni 2023 war er Gesellschafter dieses Unternehmens. Heute ist er als selbstständiger Berater tätig\, mit den fachlichen Schwerpunkten Sektorenkopplung\, Elektromobilität und integrierte Energiesysteme. Seit 2020 ist er zudem freiberuflicher Dozent bei der Handwerkskammer Potsdam im Themenfeld Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Ernst-Peter Jeremias ist seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Er ist stellvertretender Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften und mit Dr. Norbert Mertzsch gemeinsam Leiter des Arbeitskreise Energie\, Mensch und Zivilisation in der Leibniz Sozietät.
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66954610702?pwd=AIXPIn9pDuKLVRPhGBRuIqPNC3taIi.1 \nVortrag: \nReinhard Witzlau (Gransee) \nDie Feuertaufe für den Zeigertelegrafen von Werner von Siemens und Johann Georg Halske im Jahr 1849 \nAbstract: \nBereits in den Jahren 1846/47 entwickelte und baute Werner von Siemens (1816-1892) in Zusammenarbeit mit Johann Georg Halske (1814-1890) einen neuartigen Zeigertelegrafen mit Selbstunterbrechung. Die Feuertaufe hatte dieser Telegraf bei seinem Einsatz auf der elektromagnetischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main im Jahr 1849 zu bestehen. In einer Rekordzeit von nur acht Monaten baute ab August 1848 die noch junge Firma Siemens & Halske die damals längste elektromagnetische Ferntelegrafenlinie Europas über eine Länge von ca. 657 km. Die notwendigen Drahtleitungen wurden sowohl unterirdisch als auch oberirdisch verlegt. Auf den insgesamt zunächst neun Stationen wurden zur Übertragung der Nachrichten Zeigertelegrafen der gleichen Firma eingesetzt. Der Probetrieb auf dieser Telegrafenlinie begann im Februar 1849. Dadurch war es möglich\, Nachrichten von der in der Frankfurter Paulskirche tagenden deutschen Nationalversammlung in nur einer Stunde nach Berlin zu übertragen. Im Oktober 1849 erfolgte die Freigabe dieser Linie für die Übertragung von Privatdepeschen. \nIm Vortrag werden die Entwicklung der elektromagnetischen Telegrafie in Preußen sowie der Aufbau und die Wirkungsweise des Zeigertelegrafen von Siemens & Halske aufgezeigt. Des Weiteren werden Erfahrungen beim Einsatz dieses Telegrafen in den Jahren 1847 bis 1849 erläutert. Im Fokus steht dabei vor allem die Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main. \nVita: \nDr. Reinhard Witzlau ist Diplomlehrer für Physik und Mathematik und war bis 2023 als Lehrer und Schulleiter an der Werner-von-Siemens-Schule in Gransee tätig. Er promovierte im Bereich der Geschichte der Naturwissenschaften zu Peter Apian und dem wissenschaftlichen Instrumentenbau in der Renaissance an der Brandenburgischen Landeshochschule in Potsdam. Seit fast 20 Jahren beschäftigt er sich auch mit dem Leben und Werk von Werner von Siemens und Johann Georg Halske. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Der Zeigertelegraf von Werner Siemens und Johann Georg Halske aus den Jahren 1846/ 1847“\, „Der praktische Mechanikus Johann Georg Halske“ und „Werner von Siemens. Ideen und Ansichten“. \nReinhard Witzlau ist Mitglied im Arbeitskreis „Astronomiegeschichte“ der Astronomischen Gesellschaft (German Astronomical Society) und der Deutschen Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte. Seit 2005 arbeitet er mit dem Siemens Historical Institute (Siemens AG\, Berlin) zusammen.
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SUMMARY:Kolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer
DESCRIPTION:Flyer zum Kolloquium (aktualisiert) \nKolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer\nGemeinsame Veranstaltung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\, Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\, Arbeitskreis „GeoMUWA“ und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung\, Alfred-Wegener-Institut\, Forschungsstelle Potsdam \n09.30: Prof. Gerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät\, Grußwort \n09.45: Prof. Cornelia Lüdecke\, Uni Hamburg: Georg v. Neumayer – der Visionär \n10.30: Dr. Dietrich Spänkuch\, MLS: Georg v. Neumayer – der Macher \n11.15-11.45 Kaffeepause \n11.45: Dr. Hartwig Gernandt und Dr. Diedrich Fritzsche\, AWI: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom \n12.30: Prof. Heinz Miller\, AWI: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam \n13.15-14.15 Mittagspause \n14.15: Dr. Uwe Nixdorf\, AWI: Die Neumayer-Station des AWI \n15.00: Dr. Dörthe Handorf\, AWI: Klimawandel in Arktis und Antarktis \n15.45-16.15 Kaffeepause \n16.15: Prof. Benjamin Rabe\, AWI: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System \n16.50: Prof. Klaus Dethloff\, MLS & AWI: Polarforschung im nächsten IPY \n17.20: Dr. Dietrich Spänkuch MLS: Veröffentlichung der Vorträge im Jubiläumsband der Leibniz-Sozietät \nAbstracts der Vorträge:\nLüdecke\, C.: Georg Neumayer – der Visionär\nDer Pfälzer Georg Neumayer (1826–1909) begann zunächst 1844 ein Mathematik- und Physikstudium an der Kgl. Polytechnischen und Ingenieursschule in München\, das jedoch 1848 durch die Revolution in Bayern unterbrochen wurde\, als sein Vater ihn zur Überbrückung der Unruhen nach Tirol schickte. In dieser Zeit weckte James Clark Ross‘ (1800–1862) Bericht über seine Suche nach dem Magnetpol auf der Südhemisphäre Neumayers künftiges Interesse\, das Erdmagnetfeld und die noch weitgehend unbekannte Antarktis zu erforschen. Nach seinem Ingenieurexamen absolvierte er 1849/50 ein wegweisendes Praktikum bei Johann von Lamont (1805–1879) auf der Sternwarte in Bogenhausen bei München.\nLamont hatte eine der ersten magnetischen Messstationen in Europa eingerichtet und gerade ein Handbuch des Erdmagnetismus veröffentlicht. Er führte Neumayer in seine vielfältigen wissenschaftlichen Arbeiten wie z.B. die exakte Zeitbestimmung ein. Neben der magnetischen Landesvermessung Bayerns hatte Lamont ein meteorologisches Messnetz mit dem Ziel eingerichtet\, die Sternwarte zum meteorologischen Zentrum des Königreichs auszubauen. Er analysierte die Daten und publizierte die Ergebnisse im „Astronomischen Kalender für das Königreich Bayern“ und in den „Annalen der Königlichen Sternwarte bei München“. Zudem hatte er meteorologische Daten der Herrnhuter Brüdergemeine aus Grönland und Labrador ausgewertet Finanzielle Einschränkungen hatten zur Einrichtung einer Werkstatt für Feinmechanik geführt\, in der Lamont neue Instrumente wie den magnetischen Reisetheodolit oder Registriergeräte entwickelte sowie Thermometer eichte. Zudem diskutierten sie sicherlich auch über den neuesten Vorschlag\, eine „wandernde Sternwarte“ mit Personal nach Chile zu senden\, um dort 1850 und 1852 die untere Konjunktion der Venus zur Bestimmung des Erdabstands von der Sonne (Astronomische Einheit) zu beobachten\, oder Matthew Fontaine Maurys (1806-1873) Idee\, zum Wohle der Schifffahrt meteorologische Daten aus Logbüchern zu sammeln.\nObwohl Neumayer nur wenige Monate am Observatorium verbrachte\, prägte Lamonts Einfluss sein weiteres Leben als Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator. Zunächst wurde er Matrose und erwarb große Kenntnisse in der nautischen Astronomie\, mit denen er 1851 innerhalb von zwei Monaten an der Navigationsschule von Charles Rümker in Hamburg seine Steuermannsprüfung ablegte. Nachdem sein Wunsch\, in der Marine zu dienen\, nicht erfüllt wurde\, heuerte er auf einem Handelsschiff an und gelangte nach Australien. Nach einem 2-jährigen Aufenthalt kehrte er 1854 nach Deutschland zurück mit dem Ziel\, in Melbourne ein meteorologisches und magnetisches Observatorium einzurichten.\n1857 segelte Neumayer wieder nach Melbourne\, wo er mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Königs Maximilian II das „Flagstaff Observatory for Physics of the Earth“ auf dem Flagstaff Hill gründete. Hier folgte er in allen Belangen den Anregungen seines wissenschaftlichen Mentors Lamont\, indem er nicht nur ein meteorologisches Messnetz und magnetische Stationen einrichtete\, sondern auch nautische Instrumente reparierte und einen registrierenden Meteorographen zur Bestimmung von Meteorbahnen entwickelte. Zudem führte er täglich eine exakte Bestimmung der Mittagszeit (12 Uhr) für den Zeitball im Hafen durch. Daneben folgte er Maurys Anregung\, meteorologische Angaben aus Logbüchern zu sammeln\, um daraus günstige Segelrouten abzuleiten. Außerdem führte er auf mehreren Reisen (1858-1864) die erste magnetische Vermessung von Victoria durch.\nAls Neumayer 1864 nach Deutschland zurückkehrte und 1872-1875 Hydrograph der Admiralität in Berlin wurde\, plante er für die Weltumsegelung der „MS Gazelle“ die Beobachtung des Venusdurchgangs im Jahr 1874 auf den Kerguelen mit ein und setzte später während des ersten Internationalen Polarjahres die Beobachtung des 2. Venusdurchgangs auf Südgeorgien im Jahr 1882 durch. Auf diese Weise trieb er die meteorologischen und magnetischen Untersuchungen immer weiter nach Süden\, bis schließlich sein Motto „Auf zum Südpol“ von der deutschen Südpolarexpedition (1901-1903) unter Erich von Drygalski realisiert wurde. Lamonts Saat war aufgegangen \nSpänkuch\, D.: Georg Neumayer – der Macher\nDer Vortrag behandelt das letzte Lebensdrittel Georg Neumayers\, beginnend mit seiner Ernennung zum Leiter der Deutschen Seewarte\, die er dank seines Organisationstalents und seiner internationalen Verbindungen unter Mitwirkung fähiger und kollegialer Mitarbeiter zu einer führenden und international anerkannten nautischen und meteorologischen Institution entwickelte\, die seit dem 16. Februar 1876 tägliche Wetterkarten bereitstellte\, Segelschiffe und später Dampfer bei der Routenplanung beriet und auch weitere nautische und meteorologische Dienstleistungen bereitstellte. Trotz der amtlichen Belastung als Leiter der Deutschen Seewarte war Neumayer auf weiteren Nebenschauplätzen aktiv\, so bei der Organisation des ersten Internationalen Polarjahres 1882/1883\, bei der Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft 1883 und bei der Vorbereitung der ersten deutschen Antarktisexpedition 1901 bis 1903\, die von Erich von Drygalski geleitet wurde. Neumayer blieb auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 1903 und Rückkehr in seine pfälzische Heimat noch wissenschaftlich aktiv. \nGernandt\, H. und D. Fritzsche: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom\nDer ostdeutsche Polarforschungsstrom entsprang vor etwa 70 Jahren unter völlig anderen Zeitumständen und mündete vor 35 Jahren in den Polarforschungsstrom der neuen Bundesrepublik Deutschland. Eine Erkenntnis des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGJ) von 1957/58 war\, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Südpolarregion im Rahmen eines Antarktisvertrages\, unterzeichnet 1959\, langfristig fortzusetzen und wissenschaftliche Fragestellungen im Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) zu diskutieren. Dieses Antarktische Vertragssystem funktioniert bis heute.\nDie ostdeutschen Unternehmungen im Rahmen sowjetischer Antarktisexpeditionen (SAE) koordinierte zunächst das Nationalkomitee für das Internationale Geophysikalische Jahr (NK IGJ)\, ab 1962 das NK für Geodäsie und Geophysik (NKGG). Vom Generalsekretär der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) wurde bestätigt\, dass die Fachgruppen des NK wissenschaftliche Fragestellungen auf internationaler Ebene bearbeiten durften. Die erste Gruppe mit drei Wissenschaftlern überwinterte an der Station Mirny von 1959 bis 1961. In der Folge arbeiteten bis in die 1970er Jahre Wissenschaftler und Techniker dort und auch an den Stationen Vostok und Molodjozhnaya der SAE.\nIm Rahme der Akademiereform (1968-1972) kam es zu Veränderungen der Wissenschaftslandschaft der DDR. Das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) in Potsdam wurde ab 1972 die Leiteinrichtung für die ostdeutsche Polarforschung. Ihre Koordinierungsaufgaben umfassten vor allem die logistische Absicherung der Expeditionsarbeiten und die Abstimmungen mit der SAE. 1974 unterzeichnete die DDR den Antarktisvertrag. Dieser Schritt beflügelte die Überlegungen\, mit einer eigenen Forschungsbasis umfangreichere und langfristigere Forschungsvorhaben in der Antarktis in Angriff zu nehmen.\nAm 21. April 1976 begann der wissenschaftliche Betrieb der ersten permanent besetzten deutschen Antarktisstation. Sie war das bisher aufwändigste Vorhaben und entwickelte sich zum Zentrum geowissenschaftlicher Forschungen. Im Verlaufe von 17 Überwinterungen bis 1993 arbeiteten etwa 100 Wissenschaftler\, Ingenieure und Techniker an der Station\, die nach Georg Forster benannt wurde\, nachdem die DDR als 20. Mitglied im Oktober 1987 einstimmig in die Konsultativrunde der Antarktisvertragsstaaten aufgenommen worden war. An der sowjetischen Station Bellingshausen werden seit 1979 kontinuierlich faunistische und populationsstatistische Studien durchgeführt\, die von Biologen der Forschungsstelle für Wirbeltierforschung und der Universität Jena begonnen wurden. Geologen der Bergakademie Freiberg und vom ZIPE beteiligten sich 1972 und 1974 an geologischen Feldarbeiten der SAE und setzten dies ab 1977 regelmäßig fort.\nMit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endete die Zuständigkeit des ZIPE. Der wissenschaftliche Betrieb an der Georg-Forster-Station wurde 1992/93 eingestellt. Die Ballonsondierungen mit elektrochemischen Ozonsonden und die troposphärischen Aerosolmessungen mit Spektrometern werden seitdem an den Neumayer-Stationen II und III auf dem Ekström-Schelfeis bis heute fortgesetzt.\nDer Rückbau der Stationsanlagen wurde nach den Regeln des 1991 unterzeichneten Umweltschutzprotokolls vom AWI zusammen mit der SAE organisiert und dem SCAR 1994 und dem ATCM 1996 berichtet. \nMiller\, H.: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam\nDie Entwicklung der westdeutschen Polarforschung ist gekennzeichnet von einzelnen größeren Ereignissen\, die bis heute nachwirken und auch immer mit Persönlichkeiten verbunden sind. Im Vortrag wird – ohne die Vollständigkeit zu erreichen – versucht diese Entwicklung aufzuzeigen. An wissenschaftlichen Ergebnissen wird gezeigt\, daß die heutige Polarforschung auf einer breiten Basis und langjähriger Erfahrung ruht. \nNixdorf\, U.: Die Neumayer-Station des AWI\nDer Vortrag zur Neumayer Station des AWI skizziert verschiedene Aspekte der Station. Diese umfassen Schlaglichter von der Standortsuche und -auswahl\, dem Bau der Station\, dem Leben als Überwinterer an der Georg-von-Neumayer Station bis hin zur Weiterentwicklung zur heutigen Neumayer Station III.\nDarüber hinaus wird die Rolle der Station als logistische Basis für Arbeiten auf dem Inlandeis Plateau gewürdigt. Schließlich werden Highlights der wissenschaftlichen Observatorien der Geophysik/Glaziologie\, der Meteorologie und des Spurenstoffobservatoriums gezeigt\, sowie ausgewählte Beispiele von assoziierten Projekten an der Neumayer Station gezeigt. \nHandorf\, D.: Klimawandel in Arktis und Antarktis\nDer Klimawandel verändert die Polarregionen in einem noch nie dagewesenen Tempo\, was weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem hat. Jedoch reagieren die Arktis und die Antarktis auf unterschiedliche Weise. In der Arktis ist eine um den Faktor 2-4 stärkere Erwärmung als im globalen Mittel zu beobachten\, was mit einem dramatischen Rückgang des Meereises verbunden ist\, und „arktische Verstärkung“ bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigt die Antarktis eine komplexere und regional vielfältigere Reaktion auf den globalen Klimawandel\, die durch die einzigartige Geografie eines vom Ozean umgebenen Kontinents\, die Dynamik des Südlichen Ozeans und die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre\, Ozean und Eisschilden geprägt ist. Dennoch haben sich in den letzten Jahren auch im antarktischen System erhebliche Veränderungen gezeigt\, darunter ein starker Rückgang der antarktischen Meereisausdehnung und zunehmender Massenverlust in Teilen des antarktischen Eisschildes. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die physikalischen Mechanismen\, die den Klimawandel in beiden Polarregionen antreiben\, und betrachtet dabei Gemeinsamkeiten und wichtige Unterschiede zwischen der Arktis und der Antarktis. Besonderes Augenmerk wird auf klimarelevante atmosphärische und Oberflächenprozesse sowie auf Rückkopplungsmechanismen gelegt\, die für die polare Verstärkung von Bedeutung sind. Im Vortrag wird auch auf die Herausforderungen bei der Vorhersage künftiger Veränderungen in den Polarregionen eingegangen\, und es wird erörtert\, warum Veränderungen in den Polarregionen über die hohen Breitengrade hinaus von Bedeutung sind und auch das Wetter und Klima in den mittleren Breiten beeinflussen. \nRabe\, B.: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System\nDie atlantische meridionale Umwälzströmung (AMOC)\, die vom globalen thermohalinen Zirkulationssystem angetrieben wird\, ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems. Forschungsergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC wahrscheinlich in einem instabilen Zustand befindet\, der bereits bei geringfügigen Veränderungen im Süßwasserhaushalt zu starken Schwankungen im Transport und in den Strömungswegen führen kann. Aktuelle Modellergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um bis zu 50 % verlangsamen könnte. Gleichzeitig könnte sich die Umwälzströmung in den Nordischen Meeren in den ersten 50 Jahren nach einem erhöhten Süßwassereintrag sogar verstärken\, während sie danach zusammen mit der AMOC zusammenbricht. Es wurden verschiedene Beobachtungs- und Modellstudien zur Variabilität des arktischen Süßwassers im Arktischen Ozean und zum möglichen Export von Anomalien in den Nordatlantik veröffentlicht\, die die Frage aufwerfen\, wie sich das System in Zukunft wahrscheinlich verhalten wird. Gleichzeitig lassen sich Anomalien im oberen Teil der AMOC beobachten\, die vom Nordatlantik in den Arktischen Ozean fließen. Der Vortrag stellt mehrere Publikationen zum aktuellen Wissensstand und den vorhergesagten Änderungen vor. \nDethloff\, K.: Polarforschung im nächsten IPY 2032-33\nNach dem 1. IPY von 1882-83 folgten 1932-33 das 2. Polarjahr\, 1957-58 das 3. IPY\, bekannter als Internationales Geophysikalisches Jahr und 2007-08 das 4. IPY. Zur Zeit wird das 5. Internationale Polarjahr 2032-33 geplant. Das 2019-20 durchgeführte MOSAiC Projekt stellt eine hervorragende Blaupause für die Erforschung des gekoppelten Klimasystems der Arktis dar und kann die Planungen für das 5. IPY enorm befruchten. Zu den bisher vorgeschlagenen IPY5 Schwerpunkten gehören die Rolle der Arktis im globalen Erdsystem\, die Beobachtung und Vorhersage künftiger Klimadynamiken und die Reaktionen der Ökosysteme. Die Arktis stellt auch in Zukunft die Region mit den größten Vorhersagefehlern in Wettervorhersagemodellen und globalen Klimamodellen dar. Zur Reduktion dieser Modellfehler und zur Entwicklung verbesserter Parametrisierungen sind arktisweite Beobachtungen mit Datenassimilation des Atmosphäre-Ozean-Eissystems besonders im arktischen Polarwinter erforderlich. Es wird deshalb vorgeschlagen\, im IPY5 Zeitraum ein Netz von 5 permanent arbeitenden Eisbrechern im Amerikanischen Becken\, im Eurasischen Becken\, in der Transpolardrift\, in der Barentssee und der Fram-Strasse zu installieren\, die Messungen des gekoppelten Klimasystems ähnlich zu denen im MOSAiC Projekt durchführen. Diese können durch spezielle Messkampagnen begleitet werden und müssen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem ECMWF und NCEP erfolgen. \n 
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahldaten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61550163559?pwd=0QhWSL5K3WmjXQKbxFLasJjESsgDDb.1 \n  \nVortrag: \nOlaf Scupin (MLS)\, Diana Düring\, Lisa Schotte (alle Ernst-Abbe-Hochschule Jena)\, Karen Reichl (SRH Wald-Klinikum Gera) \nErziehungsanstalten der Rheinischen Missionsgesellschaft während der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia. \nAbstract: \nIm Rahmen des Gesamtprojektes „Rolle der Krankenpflege in der Kolonialgeschichte Deutschlands“ wurde eine weitere Differenzierung des Gegenstandsbereichs vorgenommen. \nZunächst wurde untersucht\, welche Motivationen und Erwartungen Frauen im Deutschen Kaiserreich bewegten\, zwischen 1885 bis 1915 in einer deutschen Kolonie tätig zu werden bzw. auszureisen. Es soll ein Einblick in die arbeits- und sozialpolitischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts versucht werden\, vor dessen Hintergrund sich ein traditionell nach „innen“ definiertes Frauen- und Familienverständnis hin zu einer nach „außen“ orientierten „Kulturträgerin“ in den deutschen Kolonien veränderte. \nDer Vortrag gibt weiterhin Einblick in Fragestellungen und Recherchen zu Kindheiten während der deutschen Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Im Zentrum steht die Frage\, wie Kindheit(en) unter kolonialer Herrschaft geprägt wurden und welche Institutionen\, Akteure und sozialen Ordnungen den Alltag sowie das Aufwachsen von Kindern beeinflussten. \nObwohl die bisherige Forschung zur deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika zahlreiche Aspekte von Mission\, Bildung\, Gewalt und Herrschaft untersucht hat\, bleiben Kindheiten häufig randständig oder erscheinen nur ausschnitthaft. Insbesondere fehlt bislang eine zusammenhängende Betrachtung der Lebensumstände von Kindern sowie der Bedeutung von Erziehungs- und Bildungsinstitutionen für das Aufwachsen unter kolonialen Bedingungen. Der Vortrag setzt an diesen Leerstellen an und diskutiert Kindheiten als bislang wenig beachtete Dimension deutscher kolonialer Gesellschafts- und Herrschaftsgeschichte. \nZugleich thematisiert der Beitrag die Quellenlage: Welche historischen Materialien geben Auskunft über Kindheiten\, und wie ist mit den spezifischen Überlieferungslücken\, Perspektivierungen und Asymmetrien kolonialer Archive umzugehen? \nIn Bezug auf erste Ergebnisse liegt ein Fokus auf Erziehungsanstalten für „halbweiße“ Kinder   und einem („Herero“-)Waisenhaus der Rheinischen Missionsgesellschaft. Anhand dieser Einrichtungen werden Kindheiten im Umfeld der Mission untersucht. Der Vortrag versteht sich damit als Beitrag zu einer differenzierten Geschichte kolonialer Kindheiten und ihrer Erforschung. \nVitae: \nProf. Dr. Olaf Scupin \nAusbildung zum Krankenpfleger und Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster/Westf.). Qualifizierung zur Leitung des Pflegedienstes. Von 1995 bis 2005 Direktor in 3 Kliniken. \nStudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Neubrandenburg. 2003 Promotion am Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 Professor am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) mit dem Berufungsgebiet „Pflegemanagement“. Seit 2009 Direktor am Institut für Coaching und Organisationsberatung der EAH Jena. Lehre in den Fachbereichen Betriebswirtschaft\, Sozialwesen und SciTec. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Humanontogenetik. Seit 2017 Direktor für Pflegeentwicklung am Deutschen Zentrum für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg/Thüringen. Seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \nProf. Dr. Diana Düring \nStudium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Erfurt mit Abschluss als Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin (FH). Promotionsstipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Jugendhilfe im Wandel“ an der TU Dortmund. Seit 2014 Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit dem Berufungsgebiet „Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe“. Seit 2025 Schwerpunktprofessur Lehre im Themenfeld „historisch-politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit“. Lehrtätigkeit am Fachbereich Sozialwesen sowie am Fachbereich Gesundheit und Pflege. Ehrenamtliches und fachpolitisches Engagement unter anderem im Vorstand des Kinderschutzbundes Thüringen sowie in der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen e. V. (IGfH). \nLisa Schotte\, M.A. \nBachelorstudium der Sozialen Arbeit an der TH Georg Simon Ohm Nürnberg (Abschluss 2023). Darauf aufbauend das Masterstudium der Sozialen Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Abschluss 2025). Anschließende Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesundheit und Pflege im Rahmen eines Drittmittelprojekts sowie als Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Schwerpunktprofessur bei Prof.in Düring am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nZoom-Einladungslink: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67923566496?pwd=skwiQtPCMw2NIbQETrR4tbNIfM8GUS.1\nMeeting-ID: 679 2356 6496 \n  \nVortrag: \nProf. Dr. Jochen Kolb (MLS) \nDie Energiewende und die Transformation zur Kreislaufwirtschaft benötigen viel mehr Bergbau \nAbstract: \nEuropas industrielle Entwicklung und der Green Deal sind maßgeblich von einer zuverlässigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen abhängig. Die jüngsten globalen Entwicklungen sowie die politischen Reaktionen auf Krieg\, Pandemie und wirtschaftliche Rivalitäten zeigen\, wie fragil viele Lieferketten sind. Gleichzeitig möchte Europa den Klimawandel und die Umweltverschmutzung durch die Maßnahmen des Green Deal sowie die Energie- und Mobilitätswende bekämpfen. Das gesellschaftliche Interesse an einer verantwortungsvollen Gewinnung mineralischer Rohstoffe wächst stetig. Die Bemühungen vieler Länder und Unternehmen\, ihre Emissionen auf Netto-Null zu reduzieren\, führen zu einer massiven Einführung verschiedenster sauberer Energietechnologien\, von denen viele auf kritische Rohstoffe angewiesen sind. Ein typisches Elektrofahrzeug benötigt beispielsweise sechsmal mehr Hochtechnologiemetalle als ein konventionelles Fahrzeug. Seit 2010 ist die durchschnittliche Menge an Metallen und Industriemineralen\, die für eine neue Einheit installierter Stromerzeugungskapazität benötigt wird\, um 50 % gestiegen\, da der Anteil erneuerbarer Energien zugenommen hat. Der Wandel hin zu einer Gesellschaft mit geringerem Umwelt- und CO₂-Fußabdruck hängt daher von einer gesicherten Versorgung nicht nur mit größeren Mengen an Rohstoffen\, sondern auch mit einer größeren Vielfalt an Rohstoffen ab. Sowohl aktuelle als auch historische Versorgungs- und Investitionspläne für kritische Rohstoffe und Industrieminerale in Europa reichen nicht aus\, um den Übergang zu sauberen Energietechnologien zu unterstützen. Darüber hinaus verbraucht der konventionelle Bergbau große Mengen an Energie und hat stets Auswirkungen auf die Umwelt. Allein die Zerkleinerung verursacht mehr als 50 % des Energieverbrauchs eines Bergwerks und macht mindestens 3 % der weltweiten Stromerzeugung aus. Die meisten Metalle und Baustoffe\, die für unser tägliches Leben benötigt werden\, stammen nach wie vor aus Primärrohstoffen\, die durch konventionellen Bergbau aus Erzvorkommen gewonnen werden. Trotz der vergleichsweise hohen Recyclingquoten einiger Metalle wie Eisen (Fe)\, Nickel (Ni)\, Kobalt (Co) und Zinn (Sn) von über 50 % bleiben Importe unverzichtbar\, um die stetig steigende Nachfrage zu decken. Die meisten Bergwerke\, Aufbereitungsanlagen\, Schmelzwerke und Raffinerien befinden sich jedoch nicht in Europa. Gleichzeitig stehen wirtschaftliches Wachstum\, die Energie- und Mobilitätswende sowie ein steigender Ressourcenverbrauch in einem positiven Zusammenhang. Folglich sind die europäische Wirtschaft und der Green Deal in hohem Maße von importierten Rohstoffen abhängig\, die häufig aus politisch und wirtschaftlich instabilen Ländern mit niedrigen Umweltstandards stammen. Die Folgen sind instabile Lieferketten\, Umweltverschmutzung\, ein erhöhter CO₂-Fußabdruck sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse in den Bergbauländern. Eine gesicherte Rohstoffversorgung muss daher auf vier Säulen beruhen: Primärrohstoffgewinnung in Europa\, Recycling\, Aufbau vollständiger Wertschöpfungsketten innerhalb der EU und sichere Lieferketten aus Ländern außerhalb Europas. Die größte Herausforderung besteht darin\, das öffentliche Bewusstsein für diese Herausforderungen zu stärken und die gesellschaftliche Akzeptanz für Projekte der Rohstoffindustrie zu fördern. \nVita: \nJochen Kolb ist Professor für Geochemie und Lagerstättenkunde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und leitet die Technologie Transfereinheit Analytik und Rohstoffe im KIT Campus Transfer. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Aspekten der wirtschaftsgeologischen Forschung\, einschließlich kritischer Rohstoffe\, Metallgewinnung aus Wasser und ökologischer sowie gesellschaftlicher Aspekte des Bergbaus. Seit 2016 arbeitet er in Projekten zur Geochemie unterschiedlicher Geothermalwässer und zu Methoden der Lithiumextraktion im Oberrheingraben und im Norddeutschen Becken. Nach dem Studium der Geologie und Paläontologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main wechselte er für die Promotion und eine wissenschaftliche Assistenz an die RWTH Aachen\, wo er auch im Institut für Mineralogie und Lagerstättenlehre habilitierte. Vor seinem Ruf ans KIT war er 10 Jahre erst als Wissenschaftler und dann als Professor beim Geologischen Dienst von Dänemark und Grönland beschäftigt und war assoziierter Professor an der Universität Kopenhagen. \nEr war vier Jahre lang Sprecher des Lenkungsausschusses des THINKTANK „Industrielle Ressourcenstrategien“\, ist Sprecher für Georessourcen am KIT-Zentrum Klima und Umwelt\, Stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler und Gründungsmitglied der wissenschaftlichen Sektion Energie & Rohstoffe FUTURE (Forschung und Technologie für Untergrund\, Rohstoffe & Energie) in der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV). 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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nZoom-Einladungslink: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/64152753112?pwd=rbPaVbm1kHfq7fPj42mqgmbenkL2qd.1 \nMeeting-ID: 641 5275 3112 \n\nVortrag: \nDr. Hauke Hußmann (MLS) \nDie Vermessung von Planeten und Monden: Laseraltimetrie in der Planetenforschung \n\nAbstract: \nDie Laseraltimetrie ist eine leistungsstarke Methode zur Bestimmung der Topografie von Planeten\, Monden und Asteroiden. Sie ist für die Interpretation von Gravitationsfeldmessungen sowie für die Charakterisierung planetarer Oberflächen und der dort stattfindenden geologischen und geophysikalischen Prozesse von entscheidender Bedeutung. Anhand von Gezeitenmessungen und einer präzisen Bestimmung des Rotationszustands lassen sich zudem Rückschlüsse auf die innere Struktur planetarer Körper und deren Entwicklung ableiten. Die Laseraltimetrie wurde bereits auf Missionen zu Mond\, Mars\, Merkur und verschiedenen Asteroiden erfolgreich eingesetzt. Zurzeit befinden sich die ESA/JAXA Mission BepiColombo und die ESA Mission JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer) auf dem Weg zu ihren Zielen Merkur und den Eismonden des Jupiter. Beide Missionen verwenden die Laseraltimetrie\, um die Oberflächen des Merkur\, bzw. der Jupitermonde Ganymed\, Europa und Kallisto präzise zu vermessen. Im Vortrag wird ein Überblick über typische Anwendungen der Laseraltimetrie in der Planetenforschung\, insbesondere in Bezug auf Merkur und die Jupitermonde\, gegeben. Am Beispiel des BepiColombo Laser Altimeters (BELA) und des Ganymede Laser Altimeters (GALA) werden sowohl die Funktionsweise der Instrumente als auch ihre wissenschaftlichen Ziele näher erläutert. \nVita: \nHauke Hußmann studierte Physik an der Universität Osnabrück und promovierte an der Universität Münster am Institut für Planetologie zum Thema der gekoppelten thermisch-bahndynamischen Entwicklung der Jupitermonde Io und Europa. Nach Post-Doc Stationen in Münster und an der Universität São Paulo in Brasilien ist er seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Weltraumforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Berlin. Er ist dort Co-Leiter der Abteilung für Planetare Geodäsie und Geologie. Hauke Hußmann ist wissenschaftlicher Leiter des BepiColombo Laser Altimeters (BELA) der ESA Mission BepiColombo\, die 2026 ihr Ziel\, den Planeten Merkur\, erreichen wird. Seit 2013 ist er wissenschaftlicher Leiter des Ganymede Laser Altimeters (GALA)\, welches im April 2023 mit der ESA Raumsonde JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer) zum Jupitersystem gestartet ist. Er ist außerdem Co-Investigator des Subsurface Radar Instruments und des Gravity and Radio Science Teams der NASA Mission Europa Clipper. Seit 2026 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
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DESCRIPTION:Sylvie Paycha (MLS) \nVom Unendlichen zum Endlichen: Wie man dem Unendlichen Endliches entlockt \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: Rathaus Berlin-Friedrichshagen
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DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link wird rechtzeitig vor der Veranstaltung bereitgestellt. \n  \nVortrag: \nGeorg Bretthauer (MLS) \nEin Beitrag zur Geschichte der Regelungstechnik in Deutschland \nAbstract: \nDer Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der Regelungstechnik in Deutschland seit Ende der 1930er Jahre bis heute mit den in den einzelnen Epochen wichtigsten Ereignissen und Persönlichkeiten auf diesem Fachgebiet. Ausgehend von Hermann Schmidt und der „Denkschrift zur Gründung eines Institutes für Regelungstechnik in Deutschland“ im Jahre 1941 werden mit Karl Küpfmüller\, Adolf Leonhard und Rudolf Quack drei weitere Wissenschaftler vorgestellt\, die bereits vor und während des zweiten Weltkrieges wesentliche Beiträge geleistet haben. Neben diesen gehören auch Rudolf Carl Oldenbourg und Hans Sartorius zu den wichtigen Persönlichkeiten in diesem Fachgebiet. Anschließend werden mit Heinrich Kindler\, Winfried Oppelt und Otto Schäfer die Gründungsväter der ersten drei Institute für Regelungstechnik in Deutschland vorgestellt. Nachfolgend wird die Bedeutung der DFG Schwerpunktprogramme für die Entwicklung neuer Fachdisziplinen in Deutschland gezeigt und das 1960 aufgelegte DFG-Schwerpunktprogramm „Regelungstechnik“ detaillierter beschrieben. Dieses Schwerpunktprogramm gab der Regelungstechnik in der Bundesrepublik Deutschland einen gewaltigen Aufschwung und führte dazu\, dass die deutsche regelungstechnische Community weltweit wieder mit an der Spitze der Entwicklung dieses Fachgebietes rückte. Ein weiteres wichtiges Ergebnis davon war und ist die Durchführung der Regelungstechnischen Kolloquien von 1967 bis heute\, deren Organisation und Inhalte kurz skizziert werden. Abschließend werden mit Irmgard Flügge-Lotz und Eveline Gottzein zwei Pionierinnen der Regelungstechnik gewürdigt. \nVita: \nGeorg Bretthauer studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Dresden (TU Dresden). 1977 wurde er dort im Fach Steuerungs- und Regelungstechnik promoviert. Seine Habilitation erfolgte 1983 im Fach Automatisierungstechnik\, ebenfalls an der TU Dresden. Von 1970 bis 1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Regelungssysteme im Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1992 wurde er Gruppenleiter in der Einrichtung für Prozesssteuerung Dresden des FhG-Instituts für Information- und Datenverarbeitung Karlsruhe (IITB). Von 1992 bis 1997 war Georg BretthauerC4-Professor für Steuerungs- und Regelungstechnik an der TU Bergakademie Freiberg und Direktor des Institutes für Automatisierungstechnik. Von 1997 bis 2015 war er Ordinarius für Angewandte Informatik/Automatisierungstechnik an der Universität Karlsruhe und Leiter des Instituts für Angewandte Informatik/Automatisierungstechnik an der Universität Karlsruhe (heute: KIT Campus Süd) und Leiter des Instituts für Angewandte Informatik im Forschungszentrum Karlsruhe (heute: KIT Campus Nord). Er ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Organisationen und Einrichtungen sowie Ehrendoktor der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg (2012) und der Medizinischen Universität Graz (2013). Zu seinen Ehrungen gehören die Otto-Winkler-Ehrenmedaille der Gesellschaft für Mess.und Automatisierungstechnik (GMA) 2007\, der Ehrenring des Verbandes der Elektrotechnik\, Elektronik\, Informationstechnik e.V. (VDE) 2014 sowie die Grashof-Denkmünze 2023(VDI). Seit 2003 ist Georg Bretthauer Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. (MLS). \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/veranstaltungs/plenum-27/
LOCATION:Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 87
CATEGORIES:Naturwissenschaften und Technikwissenschaften,Plenum
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