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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nZoom-Einladungslink: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67923566496?pwd=skwiQtPCMw2NIbQETrR4tbNIfM8GUS.1\nMeeting-ID: 679 2356 6496 \n  \nVortrag: \nProf. Dr. Jochen Kolb (MLS) \nDie Energiewende und die Transformation zur Kreislaufwirtschaft benötigen viel mehr Bergbau \nAbstract: \nEuropas industrielle Entwicklung und der Green Deal sind maßgeblich von einer zuverlässigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen abhängig. Die jüngsten globalen Entwicklungen sowie die politischen Reaktionen auf Krieg\, Pandemie und wirtschaftliche Rivalitäten zeigen\, wie fragil viele Lieferketten sind. Gleichzeitig möchte Europa den Klimawandel und die Umweltverschmutzung durch die Maßnahmen des Green Deal sowie die Energie- und Mobilitätswende bekämpfen. Das gesellschaftliche Interesse an einer verantwortungsvollen Gewinnung mineralischer Rohstoffe wächst stetig. Die Bemühungen vieler Länder und Unternehmen\, ihre Emissionen auf Netto-Null zu reduzieren\, führen zu einer massiven Einführung verschiedenster sauberer Energietechnologien\, von denen viele auf kritische Rohstoffe angewiesen sind. Ein typisches Elektrofahrzeug benötigt beispielsweise sechsmal mehr Hochtechnologiemetalle als ein konventionelles Fahrzeug. Seit 2010 ist die durchschnittliche Menge an Metallen und Industriemineralen\, die für eine neue Einheit installierter Stromerzeugungskapazität benötigt wird\, um 50 % gestiegen\, da der Anteil erneuerbarer Energien zugenommen hat. Der Wandel hin zu einer Gesellschaft mit geringerem Umwelt- und CO₂-Fußabdruck hängt daher von einer gesicherten Versorgung nicht nur mit größeren Mengen an Rohstoffen\, sondern auch mit einer größeren Vielfalt an Rohstoffen ab. Sowohl aktuelle als auch historische Versorgungs- und Investitionspläne für kritische Rohstoffe und Industrieminerale in Europa reichen nicht aus\, um den Übergang zu sauberen Energietechnologien zu unterstützen. Darüber hinaus verbraucht der konventionelle Bergbau große Mengen an Energie und hat stets Auswirkungen auf die Umwelt. Allein die Zerkleinerung verursacht mehr als 50 % des Energieverbrauchs eines Bergwerks und macht mindestens 3 % der weltweiten Stromerzeugung aus. Die meisten Metalle und Baustoffe\, die für unser tägliches Leben benötigt werden\, stammen nach wie vor aus Primärrohstoffen\, die durch konventionellen Bergbau aus Erzvorkommen gewonnen werden. Trotz der vergleichsweise hohen Recyclingquoten einiger Metalle wie Eisen (Fe)\, Nickel (Ni)\, Kobalt (Co) und Zinn (Sn) von über 50 % bleiben Importe unverzichtbar\, um die stetig steigende Nachfrage zu decken. Die meisten Bergwerke\, Aufbereitungsanlagen\, Schmelzwerke und Raffinerien befinden sich jedoch nicht in Europa. Gleichzeitig stehen wirtschaftliches Wachstum\, die Energie- und Mobilitätswende sowie ein steigender Ressourcenverbrauch in einem positiven Zusammenhang. Folglich sind die europäische Wirtschaft und der Green Deal in hohem Maße von importierten Rohstoffen abhängig\, die häufig aus politisch und wirtschaftlich instabilen Ländern mit niedrigen Umweltstandards stammen. Die Folgen sind instabile Lieferketten\, Umweltverschmutzung\, ein erhöhter CO₂-Fußabdruck sowie prekäre Beschäftigungsverhältnisse in den Bergbauländern. Eine gesicherte Rohstoffversorgung muss daher auf vier Säulen beruhen: Primärrohstoffgewinnung in Europa\, Recycling\, Aufbau vollständiger Wertschöpfungsketten innerhalb der EU und sichere Lieferketten aus Ländern außerhalb Europas. Die größte Herausforderung besteht darin\, das öffentliche Bewusstsein für diese Herausforderungen zu stärken und die gesellschaftliche Akzeptanz für Projekte der Rohstoffindustrie zu fördern. \nVita: \nJochen Kolb ist Professor für Geochemie und Lagerstättenkunde am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und leitet die Technologie Transfereinheit Analytik und Rohstoffe im KIT Campus Transfer. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in verschiedenen Aspekten der wirtschaftsgeologischen Forschung\, einschließlich kritischer Rohstoffe\, Metallgewinnung aus Wasser und ökologischer sowie gesellschaftlicher Aspekte des Bergbaus. Seit 2016 arbeitet er in Projekten zur Geochemie unterschiedlicher Geothermalwässer und zu Methoden der Lithiumextraktion im Oberrheingraben und im Norddeutschen Becken. Nach dem Studium der Geologie und Paläontologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main wechselte er für die Promotion und eine wissenschaftliche Assistenz an die RWTH Aachen\, wo er auch im Institut für Mineralogie und Lagerstättenlehre habilitierte. Vor seinem Ruf ans KIT war er 10 Jahre erst als Wissenschaftler und dann als Professor beim Geologischen Dienst von Dänemark und Grönland beschäftigt und war assoziierter Professor an der Universität Kopenhagen. \nEr war vier Jahre lang Sprecher des Lenkungsausschusses des THINKTANK „Industrielle Ressourcenstrategien“\, ist Sprecher für Georessourcen am KIT-Zentrum Klima und Umwelt\, Stellvertretender Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler und Gründungsmitglied der wissenschaftlichen Sektion Energie & Rohstoffe FUTURE (Forschung und Technologie für Untergrund\, Rohstoffe & Energie) in der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV). Er ist darüber hinaus Mitglied verschiedener professioneller und interdisziplinärer Initiativen. Seit 2026 ist Jochen Kolb Mitglied der Leibniz-Sozietät.
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahldaten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61550163559?pwd=0QhWSL5K3WmjXQKbxFLasJjESsgDDb.1 \n  \nVortrag: \nOlaf Scupin (MLS)\, Diana Düring\, Lisa Schotte (alle Ernst-Abbe-Hochschule Jena)\, Karen Reichl (SRH Wald-Klinikum Gera) \nErziehungsanstalten der Rheinischen Missionsgesellschaft während der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia. \nAbstract: \nIm Rahmen des Gesamtprojektes „Rolle der Krankenpflege in der Kolonialgeschichte Deutschlands“ wurde eine weitere Differenzierung des Gegenstandsbereichs vorgenommen. \nZunächst wurde untersucht\, welche Motivationen und Erwartungen Frauen im Deutschen Kaiserreich bewegten\, zwischen 1885 bis 1915 in einer deutschen Kolonie tätig zu werden bzw. auszureisen. Es soll ein Einblick in die arbeits- und sozialpolitischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts versucht werden\, vor dessen Hintergrund sich ein traditionell nach „innen“ definiertes Frauen- und Familienverständnis hin zu einer nach „außen“ orientierten „Kulturträgerin“ in den deutschen Kolonien veränderte. \nDer Vortrag gibt weiterhin Einblick in Fragestellungen und Recherchen zu Kindheiten während der deutschen Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Im Zentrum steht die Frage\, wie Kindheit(en) unter kolonialer Herrschaft geprägt wurden und welche Institutionen\, Akteure und sozialen Ordnungen den Alltag sowie das Aufwachsen von Kindern beeinflussten. \nObwohl die bisherige Forschung zur deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika zahlreiche Aspekte von Mission\, Bildung\, Gewalt und Herrschaft untersucht hat\, bleiben Kindheiten häufig randständig oder erscheinen nur ausschnitthaft. Insbesondere fehlt bislang eine zusammenhängende Betrachtung der Lebensumstände von Kindern sowie der Bedeutung von Erziehungs- und Bildungsinstitutionen für das Aufwachsen unter kolonialen Bedingungen. Der Vortrag setzt an diesen Leerstellen an und diskutiert Kindheiten als bislang wenig beachtete Dimension deutscher kolonialer Gesellschafts- und Herrschaftsgeschichte. \nZugleich thematisiert der Beitrag die Quellenlage: Welche historischen Materialien geben Auskunft über Kindheiten\, und wie ist mit den spezifischen Überlieferungslücken\, Perspektivierungen und Asymmetrien kolonialer Archive umzugehen? \nIn Bezug auf erste Ergebnisse liegt ein Fokus auf Erziehungsanstalten für „halbweiße“ Kinder   und einem („Herero“-)Waisenhaus der Rheinischen Missionsgesellschaft. Anhand dieser Einrichtungen werden Kindheiten im Umfeld der Mission untersucht. Der Vortrag versteht sich damit als Beitrag zu einer differenzierten Geschichte kolonialer Kindheiten und ihrer Erforschung. \nVitae: \nProf. Dr. Olaf Scupin \nAusbildung zum Krankenpfleger und Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster/Westf.). Qualifizierung zur Leitung des Pflegedienstes. Von 1995 bis 2005 Direktor in 3 Kliniken. \nStudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Neubrandenburg. 2003 Promotion am Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 Professor am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) mit dem Berufungsgebiet „Pflegemanagement“. Seit 2009 Direktor am Institut für Coaching und Organisationsberatung der EAH Jena. Lehre in den Fachbereichen Betriebswirtschaft\, Sozialwesen und SciTec. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Humanontogenetik. Seit 2017 Direktor für Pflegeentwicklung am Deutschen Zentrum für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg/Thüringen. Seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \nProf. Dr. Diana Düring \nStudium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Erfurt mit Abschluss als Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin (FH). Promotionsstipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Jugendhilfe im Wandel“ an der TU Dortmund. Seit 2014 Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit dem Berufungsgebiet „Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe“. Seit 2025 Schwerpunktprofessur Lehre im Themenfeld „historisch-politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit“. Lehrtätigkeit am Fachbereich Sozialwesen sowie am Fachbereich Gesundheit und Pflege. Ehrenamtliches und fachpolitisches Engagement unter anderem im Vorstand des Kinderschutzbundes Thüringen sowie in der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen e. V. (IGfH). \nLisa Schotte\, M.A. \nBachelorstudium der Sozialen Arbeit an der TH Georg Simon Ohm Nürnberg (Abschluss 2023). Darauf aufbauend das Masterstudium der Sozialen Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Abschluss 2025). Anschließende Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesundheit und Pflege im Rahmen eines Drittmittelprojekts sowie als Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Schwerpunktprofessur bei Prof.in Düring am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
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SUMMARY:Kolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer
DESCRIPTION:Flyer zum Kolloquium (aktualisiert) \nKolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer\nGemeinsame Veranstaltung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\, Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\, Arbeitskreis „GeoMUWA“ und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung\, Alfred-Wegener-Institut\, Forschungsstelle Potsdam \n09.30: Prof. Gerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät\, Grußwort \n09.45: Prof. Cornelia Lüdecke\, Uni Hamburg: Georg v. Neumayer – der Visionär \n10.30: Dr. Dietrich Spänkuch\, MLS: Georg v. Neumayer – der Macher \n11.15-11.45 Kaffeepause \n11.45: Dr. Hartwig Gernandt und Dr. Diedrich Fritzsche\, AWI: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom \n12.30: Prof. Heinz Miller\, AWI: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam \n13.15-14.15 Mittagspause \n14.15: Dr. Uwe Nixdorf\, AWI: Die Neumayer-Station des AWI \n15.00: Dr. Dörthe Handorf\, AWI: Klimawandel in Arktis und Antarktis \n15.45-16.15 Kaffeepause \n16.15: Prof. Benjamin Rabe\, AWI: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System \n16.50: Prof. Klaus Dethloff\, MLS & AWI: Polarforschung im nächsten IPY \n17.20: Dr. Dietrich Spänkuch MLS: Veröffentlichung der Vorträge im Jubiläumsband der Leibniz-Sozietät \nAbstracts der Vorträge:\nLüdecke\, C.: Georg Neumayer – der Visionär\nDer Pfälzer Georg Neumayer (1826–1909) begann zunächst 1844 ein Mathematik- und Physikstudium an der Kgl. Polytechnischen und Ingenieursschule in München\, das jedoch 1848 durch die Revolution in Bayern unterbrochen wurde\, als sein Vater ihn zur Überbrückung der Unruhen nach Tirol schickte. In dieser Zeit weckte James Clark Ross‘ (1800–1862) Bericht über seine Suche nach dem Magnetpol auf der Südhemisphäre Neumayers künftiges Interesse\, das Erdmagnetfeld und die noch weitgehend unbekannte Antarktis zu erforschen. Nach seinem Ingenieurexamen absolvierte er 1849/50 ein wegweisendes Praktikum bei Johann von Lamont (1805–1879) auf der Sternwarte in Bogenhausen bei München.\nLamont hatte eine der ersten magnetischen Messstationen in Europa eingerichtet und gerade ein Handbuch des Erdmagnetismus veröffentlicht. Er führte Neumayer in seine vielfältigen wissenschaftlichen Arbeiten wie z.B. die exakte Zeitbestimmung ein. Neben der magnetischen Landesvermessung Bayerns hatte Lamont ein meteorologisches Messnetz mit dem Ziel eingerichtet\, die Sternwarte zum meteorologischen Zentrum des Königreichs auszubauen. Er analysierte die Daten und publizierte die Ergebnisse im „Astronomischen Kalender für das Königreich Bayern“ und in den „Annalen der Königlichen Sternwarte bei München“. Zudem hatte er meteorologische Daten der Herrnhuter Brüdergemeine aus Grönland und Labrador ausgewertet Finanzielle Einschränkungen hatten zur Einrichtung einer Werkstatt für Feinmechanik geführt\, in der Lamont neue Instrumente wie den magnetischen Reisetheodolit oder Registriergeräte entwickelte sowie Thermometer eichte. Zudem diskutierten sie sicherlich auch über den neuesten Vorschlag\, eine „wandernde Sternwarte“ mit Personal nach Chile zu senden\, um dort 1850 und 1852 die untere Konjunktion der Venus zur Bestimmung des Erdabstands von der Sonne (Astronomische Einheit) zu beobachten\, oder Matthew Fontaine Maurys (1806-1873) Idee\, zum Wohle der Schifffahrt meteorologische Daten aus Logbüchern zu sammeln.\nObwohl Neumayer nur wenige Monate am Observatorium verbrachte\, prägte Lamonts Einfluss sein weiteres Leben als Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator. Zunächst wurde er Matrose und erwarb große Kenntnisse in der nautischen Astronomie\, mit denen er 1851 innerhalb von zwei Monaten an der Navigationsschule von Charles Rümker in Hamburg seine Steuermannsprüfung ablegte. Nachdem sein Wunsch\, in der Marine zu dienen\, nicht erfüllt wurde\, heuerte er auf einem Handelsschiff an und gelangte nach Australien. Nach einem 2-jährigen Aufenthalt kehrte er 1854 nach Deutschland zurück mit dem Ziel\, in Melbourne ein meteorologisches und magnetisches Observatorium einzurichten.\n1857 segelte Neumayer wieder nach Melbourne\, wo er mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Königs Maximilian II das „Flagstaff Observatory for Physics of the Earth“ auf dem Flagstaff Hill gründete. Hier folgte er in allen Belangen den Anregungen seines wissenschaftlichen Mentors Lamont\, indem er nicht nur ein meteorologisches Messnetz und magnetische Stationen einrichtete\, sondern auch nautische Instrumente reparierte und einen registrierenden Meteorographen zur Bestimmung von Meteorbahnen entwickelte. Zudem führte er täglich eine exakte Bestimmung der Mittagszeit (12 Uhr) für den Zeitball im Hafen durch. Daneben folgte er Maurys Anregung\, meteorologische Angaben aus Logbüchern zu sammeln\, um daraus günstige Segelrouten abzuleiten. Außerdem führte er auf mehreren Reisen (1858-1864) die erste magnetische Vermessung von Victoria durch.\nAls Neumayer 1864 nach Deutschland zurückkehrte und 1872-1875 Hydrograph der Admiralität in Berlin wurde\, plante er für die Weltumsegelung der „MS Gazelle“ die Beobachtung des Venusdurchgangs im Jahr 1874 auf den Kerguelen mit ein und setzte später während des ersten Internationalen Polarjahres die Beobachtung des 2. Venusdurchgangs auf Südgeorgien im Jahr 1882 durch. Auf diese Weise trieb er die meteorologischen und magnetischen Untersuchungen immer weiter nach Süden\, bis schließlich sein Motto „Auf zum Südpol“ von der deutschen Südpolarexpedition (1901-1903) unter Erich von Drygalski realisiert wurde. Lamonts Saat war aufgegangen \nSpänkuch\, D.: Georg Neumayer – der Macher\nDer Vortrag behandelt das letzte Lebensdrittel Georg Neumayers\, beginnend mit seiner Ernennung zum Leiter der Deutschen Seewarte\, die er dank seines Organisationstalents und seiner internationalen Verbindungen unter Mitwirkung fähiger und kollegialer Mitarbeiter zu einer führenden und international anerkannten nautischen und meteorologischen Institution entwickelte\, die seit dem 16. Februar 1876 tägliche Wetterkarten bereitstellte\, Segelschiffe und später Dampfer bei der Routenplanung beriet und auch weitere nautische und meteorologische Dienstleistungen bereitstellte. Trotz der amtlichen Belastung als Leiter der Deutschen Seewarte war Neumayer auf weiteren Nebenschauplätzen aktiv\, so bei der Organisation des ersten Internationalen Polarjahres 1882/1883\, bei der Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft 1883 und bei der Vorbereitung der ersten deutschen Antarktisexpedition 1901 bis 1903\, die von Erich von Drygalski geleitet wurde. Neumayer blieb auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 1903 und Rückkehr in seine pfälzische Heimat noch wissenschaftlich aktiv. \nGernandt\, H. und D. Fritzsche: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom\nDer ostdeutsche Polarforschungsstrom entsprang vor etwa 70 Jahren unter völlig anderen Zeitumständen und mündete vor 35 Jahren in den Polarforschungsstrom der neuen Bundesrepublik Deutschland. Eine Erkenntnis des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGJ) von 1957/58 war\, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Südpolarregion im Rahmen eines Antarktisvertrages\, unterzeichnet 1959\, langfristig fortzusetzen und wissenschaftliche Fragestellungen im Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) zu diskutieren. Dieses Antarktische Vertragssystem funktioniert bis heute.\nDie ostdeutschen Unternehmungen im Rahmen sowjetischer Antarktisexpeditionen (SAE) koordinierte zunächst das Nationalkomitee für das Internationale Geophysikalische Jahr (NK IGJ)\, ab 1962 das NK für Geodäsie und Geophysik (NKGG). Vom Generalsekretär der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) wurde bestätigt\, dass die Fachgruppen des NK wissenschaftliche Fragestellungen auf internationaler Ebene bearbeiten durften. Die erste Gruppe mit drei Wissenschaftlern überwinterte an der Station Mirny von 1959 bis 1961. In der Folge arbeiteten bis in die 1970er Jahre Wissenschaftler und Techniker dort und auch an den Stationen Vostok und Molodjozhnaya der SAE.\nIm Rahme der Akademiereform (1968-1972) kam es zu Veränderungen der Wissenschaftslandschaft der DDR. Das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) in Potsdam wurde ab 1972 die Leiteinrichtung für die ostdeutsche Polarforschung. Ihre Koordinierungsaufgaben umfassten vor allem die logistische Absicherung der Expeditionsarbeiten und die Abstimmungen mit der SAE. 1974 unterzeichnete die DDR den Antarktisvertrag. Dieser Schritt beflügelte die Überlegungen\, mit einer eigenen Forschungsbasis umfangreichere und langfristigere Forschungsvorhaben in der Antarktis in Angriff zu nehmen.\nAm 21. April 1976 begann der wissenschaftliche Betrieb der ersten permanent besetzten deutschen Antarktisstation. Sie war das bisher aufwändigste Vorhaben und entwickelte sich zum Zentrum geowissenschaftlicher Forschungen. Im Verlaufe von 17 Überwinterungen bis 1993 arbeiteten etwa 100 Wissenschaftler\, Ingenieure und Techniker an der Station\, die nach Georg Forster benannt wurde\, nachdem die DDR als 20. Mitglied im Oktober 1987 einstimmig in die Konsultativrunde der Antarktisvertragsstaaten aufgenommen worden war. An der sowjetischen Station Bellingshausen werden seit 1979 kontinuierlich faunistische und populationsstatistische Studien durchgeführt\, die von Biologen der Forschungsstelle für Wirbeltierforschung und der Universität Jena begonnen wurden. Geologen der Bergakademie Freiberg und vom ZIPE beteiligten sich 1972 und 1974 an geologischen Feldarbeiten der SAE und setzten dies ab 1977 regelmäßig fort.\nMit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endete die Zuständigkeit des ZIPE. Der wissenschaftliche Betrieb an der Georg-Forster-Station wurde 1992/93 eingestellt. Die Ballonsondierungen mit elektrochemischen Ozonsonden und die troposphärischen Aerosolmessungen mit Spektrometern werden seitdem an den Neumayer-Stationen II und III auf dem Ekström-Schelfeis bis heute fortgesetzt.\nDer Rückbau der Stationsanlagen wurde nach den Regeln des 1991 unterzeichneten Umweltschutzprotokolls vom AWI zusammen mit der SAE organisiert und dem SCAR 1994 und dem ATCM 1996 berichtet. \nMiller\, H.: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam\nDie Entwicklung der westdeutschen Polarforschung ist gekennzeichnet von einzelnen größeren Ereignissen\, die bis heute nachwirken und auch immer mit Persönlichkeiten verbunden sind. Im Vortrag wird – ohne die Vollständigkeit zu erreichen – versucht diese Entwicklung aufzuzeigen. An wissenschaftlichen Ergebnissen wird gezeigt\, daß die heutige Polarforschung auf einer breiten Basis und langjähriger Erfahrung ruht. \nNixdorf\, U.: Die Neumayer-Station des AWI\nDer Vortrag zur Neumayer Station des AWI skizziert verschiedene Aspekte der Station. Diese umfassen Schlaglichter von der Standortsuche und -auswahl\, dem Bau der Station\, dem Leben als Überwinterer an der Georg-von-Neumayer Station bis hin zur Weiterentwicklung zur heutigen Neumayer Station III.\nDarüber hinaus wird die Rolle der Station als logistische Basis für Arbeiten auf dem Inlandeis Plateau gewürdigt. Schließlich werden Highlights der wissenschaftlichen Observatorien der Geophysik/Glaziologie\, der Meteorologie und des Spurenstoffobservatoriums gezeigt\, sowie ausgewählte Beispiele von assoziierten Projekten an der Neumayer Station gezeigt. \nHandorf\, D.: Klimawandel in Arktis und Antarktis\nDer Klimawandel verändert die Polarregionen in einem noch nie dagewesenen Tempo\, was weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem hat. Jedoch reagieren die Arktis und die Antarktis auf unterschiedliche Weise. In der Arktis ist eine um den Faktor 2-4 stärkere Erwärmung als im globalen Mittel zu beobachten\, was mit einem dramatischen Rückgang des Meereises verbunden ist\, und „arktische Verstärkung“ bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigt die Antarktis eine komplexere und regional vielfältigere Reaktion auf den globalen Klimawandel\, die durch die einzigartige Geografie eines vom Ozean umgebenen Kontinents\, die Dynamik des Südlichen Ozeans und die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre\, Ozean und Eisschilden geprägt ist. Dennoch haben sich in den letzten Jahren auch im antarktischen System erhebliche Veränderungen gezeigt\, darunter ein starker Rückgang der antarktischen Meereisausdehnung und zunehmender Massenverlust in Teilen des antarktischen Eisschildes. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die physikalischen Mechanismen\, die den Klimawandel in beiden Polarregionen antreiben\, und betrachtet dabei Gemeinsamkeiten und wichtige Unterschiede zwischen der Arktis und der Antarktis. Besonderes Augenmerk wird auf klimarelevante atmosphärische und Oberflächenprozesse sowie auf Rückkopplungsmechanismen gelegt\, die für die polare Verstärkung von Bedeutung sind. Im Vortrag wird auch auf die Herausforderungen bei der Vorhersage künftiger Veränderungen in den Polarregionen eingegangen\, und es wird erörtert\, warum Veränderungen in den Polarregionen über die hohen Breitengrade hinaus von Bedeutung sind und auch das Wetter und Klima in den mittleren Breiten beeinflussen. \nRabe\, B.: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System\nDie atlantische meridionale Umwälzströmung (AMOC)\, die vom globalen thermohalinen Zirkulationssystem angetrieben wird\, ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems. Forschungsergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC wahrscheinlich in einem instabilen Zustand befindet\, der bereits bei geringfügigen Veränderungen im Süßwasserhaushalt zu starken Schwankungen im Transport und in den Strömungswegen führen kann. Aktuelle Modellergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um bis zu 50 % verlangsamen könnte. Gleichzeitig könnte sich die Umwälzströmung in den Nordischen Meeren in den ersten 50 Jahren nach einem erhöhten Süßwassereintrag sogar verstärken\, während sie danach zusammen mit der AMOC zusammenbricht. Es wurden verschiedene Beobachtungs- und Modellstudien zur Variabilität des arktischen Süßwassers im Arktischen Ozean und zum möglichen Export von Anomalien in den Nordatlantik veröffentlicht\, die die Frage aufwerfen\, wie sich das System in Zukunft wahrscheinlich verhalten wird. Gleichzeitig lassen sich Anomalien im oberen Teil der AMOC beobachten\, die vom Nordatlantik in den Arktischen Ozean fließen. Der Vortrag stellt mehrere Publikationen zum aktuellen Wissensstand und den vorhergesagten Änderungen vor. \nDethloff\, K.: Polarforschung im nächsten IPY 2032-33\nNach dem 1. IPY von 1882-83 folgten 1932-33 das 2. Polarjahr\, 1957-58 das 3. IPY\, bekannter als Internationales Geophysikalisches Jahr und 2007-08 das 4. IPY. Zur Zeit wird das 5. Internationale Polarjahr 2032-33 geplant. Das 2019-20 durchgeführte MOSAiC Projekt stellt eine hervorragende Blaupause für die Erforschung des gekoppelten Klimasystems der Arktis dar und kann die Planungen für das 5. IPY enorm befruchten. Zu den bisher vorgeschlagenen IPY5 Schwerpunkten gehören die Rolle der Arktis im globalen Erdsystem\, die Beobachtung und Vorhersage künftiger Klimadynamiken und die Reaktionen der Ökosysteme. Die Arktis stellt auch in Zukunft die Region mit den größten Vorhersagefehlern in Wettervorhersagemodellen und globalen Klimamodellen dar. Zur Reduktion dieser Modellfehler und zur Entwicklung verbesserter Parametrisierungen sind arktisweite Beobachtungen mit Datenassimilation des Atmosphäre-Ozean-Eissystems besonders im arktischen Polarwinter erforderlich. Es wird deshalb vorgeschlagen\, im IPY5 Zeitraum ein Netz von 5 permanent arbeitenden Eisbrechern im Amerikanischen Becken\, im Eurasischen Becken\, in der Transpolardrift\, in der Barentssee und der Fram-Strasse zu installieren\, die Messungen des gekoppelten Klimasystems ähnlich zu denen im MOSAiC Projekt durchführen. Diese können durch spezielle Messkampagnen begleitet werden und müssen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem ECMWF und NCEP erfolgen. \n 
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66954610702?pwd=AIXPIn9pDuKLVRPhGBRuIqPNC3taIi.1 \nVortrag: \nReinhard Witzlau (Gransee) \nDie Feuertaufe für den Zeigertelegrafen von Werner von Siemens und Johann Georg Halske im Jahr 1849 \nAbstract: \nBereits in den Jahren 1846/47 entwickelte und baute Werner von Siemens (1816-1892) in Zusammenarbeit mit Johann Georg Halske (1814-1890) einen neuartigen Zeigertelegrafen mit Selbstunterbrechung. Die Feuertaufe hatte dieser Telegraf bei seinem Einsatz auf der elektromagnetischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main im Jahr 1849 zu bestehen. In einer Rekordzeit von nur acht Monaten baute ab August 1848 die noch junge Firma Siemens & Halske die damals längste elektromagnetische Ferntelegrafenlinie Europas über eine Länge von ca. 657 km. Die notwendigen Drahtleitungen wurden sowohl unterirdisch als auch oberirdisch verlegt. Auf den insgesamt zunächst neun Stationen wurden zur Übertragung der Nachrichten Zeigertelegrafen der gleichen Firma eingesetzt. Der Probetrieb auf dieser Telegrafenlinie begann im Februar 1849. Dadurch war es möglich\, Nachrichten von der in der Frankfurter Paulskirche tagenden deutschen Nationalversammlung in nur einer Stunde nach Berlin zu übertragen. Im Oktober 1849 erfolgte die Freigabe dieser Linie für die Übertragung von Privatdepeschen. \nIm Vortrag werden die Entwicklung der elektromagnetischen Telegrafie in Preußen sowie der Aufbau und die Wirkungsweise des Zeigertelegrafen von Siemens & Halske aufgezeigt. Des Weiteren werden Erfahrungen beim Einsatz dieses Telegrafen in den Jahren 1847 bis 1849 erläutert. Im Fokus steht dabei vor allem die Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main. \nVita: \nDr. Reinhard Witzlau ist Diplomlehrer für Physik und Mathematik und war bis 2023 als Lehrer und Schulleiter an der Werner-von-Siemens-Schule in Gransee tätig. Er promovierte im Bereich der Geschichte der Naturwissenschaften zu Peter Apian und dem wissenschaftlichen Instrumentenbau in der Renaissance an der Brandenburgischen Landeshochschule in Potsdam. Seit fast 20 Jahren beschäftigt er sich auch mit dem Leben und Werk von Werner von Siemens und Johann Georg Halske. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Der Zeigertelegraf von Werner Siemens und Johann Georg Halske aus den Jahren 1846/ 1847“\, „Der praktische Mechanikus Johann Georg Halske“ und „Werner von Siemens. Ideen und Ansichten“. \nReinhard Witzlau ist Mitglied im Arbeitskreis „Astronomiegeschichte“ der Astronomischen Gesellschaft (German Astronomical Society) und der Deutschen Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte. Seit 2005 arbeitet er mit dem Siemens Historical Institute (Siemens AG\, Berlin) zusammen.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 9. April 2026 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67080724974?pwd=jYv65eVoFXV9K1YpM750E1rKbyMqdc.1 \n\nVortrag: \nErnst-Peter Jeremias (MLS) \nMobilitätspolitik im Koalitionsvergleich 2021–2029: Ziele auf der Überholspur oder nur Standstreifen? \nAbstract: \nKernaussage: Weltweit ist Elektromobilität 2026 ein industrieller Mainstream. In Deutschland reicht der technische Hochlauf jedoch noch nicht aus\, weil nachhaltige Mobilität mehr verlangt als elektrische Antriebe: weniger privater Pkw-Besitz\, mehr ÖPNV\, mehr geteilte Nutzung\, mehr erneuerbarer Strom und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. \nGlobal wächst die Elektromobilität weiter dynamisch. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden 2024 weltweit mehr als 17 Millionen Elektroautos verkauft; für 2025 wurde bereits ein Anteil von mehr als einem Viertel aller Neuwagen erwartet. China bestimmt dabei Kosten\, Skalierung und Batterietechnik\, Europa folgt unter deutlich höherem Wettbewerbsdruck. \nAuch in Europa und Deutschland zeigt sich ein klarer Fortschritt. In der EU lag der BEV-Anteil (Battery Electric Vehicle) 2025 bei 17\,4 Prozent\, im Januar 2026 bereits bei 19\,3 Prozent. In Deutschland waren zum 1. Januar 2026 gut 2\,03 Millionen batterieelektrische Pkw zugelassen; zugleich standen Anfang Februar 2026 rund 196.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Damit verbessert sich die technische Basis der Elektromobilität sichtbar. \nTrotzdem bleibt der Verkehrssektor klimapolitisch das Sorgenkind. Die aktuellen Projektionsdaten des Umweltbundesamtes zeigen für den Verkehr bis 2030 weiterhin eine deutliche Zielverfehlung. Der Grund liegt nicht nur im Antrieb\, sondern in der Struktur: Der motorisierte Individualverkehr dominiert den Alltag weiterhin\, besonders im ländlichen Raum. Ein privates Elektroauto ist ökologisch zwar besser als ein Verbrenner\, löst aber weder das Problem geringer Auslastung noch den hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch des Systems. Das Thema löst aber auch einen Spannungskonflikt zwischen deutscher Industriepolitik\, insbesondere in der Automobilindustrie und der Klimapolitik aus. \nDie aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Krieges verdeutlicht diese Verwundbarkeit zusätzlich. Die Benzinpreise stiegen im März 2026 binnen weniger Tage wieder auf deutlich über 2 Euro je Liter. Das spricht nicht gegen die Verkehrswende\, sondern für ihre Beschleunigung. Nachhaltig wird Mobilität jedoch erst dann\, wenn Elektrifizierung mit Modal Shift\, Carsharing\, erneuerbaren Energien\, stationärer Zweitnutzung von Fahrzeugbatterien und hochwertigem Recycling kritischer Rohstoffe verbunden wird. \nGerade im ländlichen Raum zeigt das Pilotprojekt FleckoMobil\, worauf es praktisch ankommt: Das Fahrzeugkonzept ist technisch überzeugend und energieeffizient\, die wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt aber an Auslastung\, einfacher Nutzung\, lokaler Unterstützung und tragfähigen Organisationsstrukturen. \nDie Zukunft der Mobilität bis 2035 entscheidet sich deshalb nicht allein an der Batterie\, sondern an der Frage\, ob Deutschland den Schritt vom privaten Besitzauto zu einem integrierten\, geteilten und erneuerbar betriebenen Mobilitätssystem schafft. \nQuellenhinweis (Auswahl): IEA Global EV Outlook 2025; ACEA Pkw-Neuzulassungen 2025/Januar 2026; KBA Fahrzeugbestand 1.1.2026; Bundesnetzagentur Ladeinfrastruktur 1.2.2026; Umweltbundesamt Projektionsdaten 2026; ADAC Spritpreisentwicklung März 2026; FleckoMobil-Berichte 2025/2026. \n  \nVita: \nErnst-Peter Jeremias absolvierte nach einer Berufsausbildung mit Abitur bei Bergmann-Borsig/Görlitzer Maschinenbau ein Studium der Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung an der Ingenieurhochschule Zittau. Er schloss das Studium zunächst als Hochschulingenieur ab und erwarb 1976 den Abschluss als Diplom-Ingenieur auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik. Von 1976 bis 1980 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Reaktorwärmetechnik am Kernkraftwerk Rheinsberg tätig\, anschließend bis 1991 als Gruppenleiter auf diesem Fachgebiet. 1988 promovierte er zum Dr.-Ing. an der Akademie der Wissenschaften der DDR am Kernforschungszentrum Rossendorf auf dem Gebiet Thermodynamik von Druckwasserreaktoren. Von 1991 bis 1994 war er geschäftsführender Gesellschafter der entec Planungsgesellschaft GbR. Von 1994 bis 2018 wirkte er als geschäftsführender Gesellschafter der tetra ingenieure GmbH\, einer Planungs- und Beratungsgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik sowie Gebäude- und Versorgungstechnik; bis Juni 2023 war er Gesellschafter dieses Unternehmens. Heute ist er als selbstständiger Berater tätig\, mit den fachlichen Schwerpunkten Sektorenkopplung\, Elektromobilität und integrierte Energiesysteme. Seit 2020 ist er zudem freiberuflicher Dozent bei der Handwerkskammer Potsdam im Themenfeld Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Ernst-Peter Jeremias ist seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Er ist stellvertretender Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften und mit Dr. Norbert Mertzsch gemeinsam Leiter des Arbeitskreise Energie\, Mensch und Zivilisation in der Leibniz Sozietät.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. März 2026 \nSitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Daten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/62972605833?pwd=bvbMck7RoyOPjX8QABBNf9ALaKudN8.1\nMeeting-ID: 629 7260 5833 \nHinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2026 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden.\n\nVortrag: \nBernhard Weßling (MLS\, Jersbek) \nEntropie als Kriterium für Nachhaltigkeit\nAbstract: \nDrei Aspekte sind die Motivation für die Entwicklung des Konzepts\, das im Vortrag vorgestellt wird: \n\n„Nachhaltigkeit“ ist ein inflationär und im Wesentlichen für politisches und kommerzielles Marketing missbrauchter Begriff geworden.\nThermodynamik und v.a. Entropie werden nur sehr eingeschränkt und zumeist falsch verstanden\, die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik ist so gut wie unbekannt\, selbst bei Naturwissenschaftlern.\nIn der Klimaforschung und der Diskussion um klimastabilisierende Maßnahmen spielt Thermodynamik praktisch keine Rolle.\n\nIm Vortrag wird gezeigt\, wie Entropie im nicht-gleichgewichts-thermodynamischen Rahmen sehr lebensnah verstanden und vermittelt werden kann. Auf dieser Basis wird eine umfassend definierte Nachhaltigkeit – die Erhaltung der Lebensgrundlagen auf der Erde – mit dem Nachhaltigkeits-Kriterium „Entropie“ vorgestellt. Das Kriterium ist objektiv\, und die Ergebnisse sind nach Anwendung des Kriteriums falsifizierbar. Es wird gezeigt\, dass \n\n„klimaneutral“ nicht automatisch auch „nachhaltig“ ist;\ntechnologische Maßnahmen zur Klimastabilisierung (Erniedrigung der CO2-Konzentration der Atmosphäre) in extremer Form nicht-nachhaltig sind.\n\nNachhaltige Vorgehensweisen (natürliche und zu renaturierende Ökosysteme sowie Biolandwirtschaft) werden kurz vorgestellt. \nVita: \nBernhard Weßling promovierte 1977\, forschte danach in Polymerchemie\, Kolloidwissenschaft und Thermodynamik\, zugleich tätig als Chemieunternehmer. Er entwickelte eine neue\, nicht-gleichgewichtsthermodynamische Theorie für kolloidale Systeme und das weltweit erste organische Metall. Es wird seither industriell in großem Maßstab verwendet. Er ist im Natur- und Artenschutz aktiv\, ist nebenberuflich Investor in einem Biolandwirtschaftsbetrieb und war bis Juni 2025 einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Nachhaltigkeit spielte auch in seinem Chemie-Unternehmen eine zentrale Rolle. Bernhard Weßling ist seit 2025 Mitglied der Leibniz-Sozietät. Seit 2020 ist er als Sachbuchautor tätig (siehe www.bernhard-wessling.com).
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63706274259?pwd=Vm9HNYoRwdxhdOifKbqe358OD7tlso.1\nMeeting-ID: 637 0627 4259 \n\nMit der Sitzung ehrt die Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät ihre Mitglieder Karl-Heinz Bernhardt und Dietrich Spänkuch zum 90. Geburtstag. \nVortrag: \nProf. Dr. Klaus Dethloff (MLS) \nUrsachen und Unsicherheiten des Klimawandels – Die letzten 90 Jahre \nAbstract: \nAuf der Basis der Reanalysedaten ERA5 1940 bis 2025 werden die Veränderungen der letzten neun Jahrzehnte im Klimasystem der Erde analysiert\, die durch komplexe nichtlineare Wechselwirkungen bestimmt sind. Um das komplizierte Zusammenspiel von Änderungen in der Konzentration von Treibhausgasen und Aerosolen mit dynamischen Variabilitätsmoden des Systems zu beschreiben\, werden Ensemblesimulationen mit Erdsystemmodellen verwendet. Der Vergleich dieser Simulationen mit der Realität bestätigt die bedeutende Rolle von Treibhausgaszunahmen bei der arktischen Erwärmung. Neben der tropischen Anregung planetarer Variabilitätsmoden beeinflussen auch gekoppelte tropo- und stratosphärische Prozesse der Arktis die nordhemisphärischen Telekonnektionsmuster. Diese führen zu Änderungen der dominierenden atmosphärischen Zirkulationsregime und bestimmen den Klimawandel. Die gegenwärtig besten Modelle unterschätzen die intern generierte Variabilität und müssen durch datenbasierte Parametrisierungen verbessert werden\, um die bestehenden Unsicherheiten der Zukunftsszenarien zu reduzieren. \nVita: \nKlaus Dethloff (MLS seit 2016) wurde 1950 in Kämmerich\, Mecklenburg geboren. Nach seinem Physikstudium 1968 bis 1973 an der Universität Rostock wurde er Forschungsstudent am ZISTP der Akademie der Wissenschaften der DDR in Kühlungsborn und promovierte 1979 in theoretischer Physik mit der Arbeit “Zur Bestimmung der zonalen Zirkulation der Tropo- und Stratosphäre auf der Grundlage der Impuls-Wärmequellen”. Ab 1992 baute er die Atmosphärenmodellierung an der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener Instituts (AWI) Bremerhaven auf und habilitierte sich an der Sektion Physik der Humboldt-Universität zu Berlin. 1997 wurde er Professor für Atmosphärenphysik am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam. Von 1997 bis 2016 arbeitete er als Sektionsleiter “Atmosphärische Zirkulationen” am AWI Potsdam und installierte das internationale  MOSAiC Projekt eines driftenden Eisobservatoriums\, an dessen Realisierung er in den Jahren 2019 bis 2020 als Koleiter beteiligt war. \nDie Laudationen für die beiden Jubilare werden von Nina Hager (MLS) für Karl-Heinz Bernhardt und Olaf Hellmuth (MLS) für Dietrich Spänkuch gehalten.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 11. Dezember 2025 \n10.00–11:30 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/65618290748?pwd=JbeupZMqC6IOCHb5mmFRjEplH5nkLi.1\nMeeting-ID: 656 1829 0748 \nVortrag: \nDr. Gisela Boeck (MLS) \n“Die Dissertation […] ist jedenfalls eine der besten\, die unserer Sektion vorgelegen haben\, sie bekundet die Befähigung der Verfasserin zu selbstständiger Forschung in zweifelloser Weise.” – Über die ersten Chemikerinnen \nAbstract: \nIm Vortrag werden die ersten Frauen vorgestellt\, die mit einer chemischen Arbeit promoviert wurden. Aufgrund der späten Öffnung der deutschen Universitäten für Frauen findet man diese vor allem in der Schweiz\, speziell in Zürich. Dort hatten Frauen schon seit den 1840er-Jahren die Möglichkeit\, als Gasthörerinnen an der universitären Lehre zu partizipieren. Die ersten Chemikerinnen kamen aus unterschiedlichen Ländern – wie Lydia Sesemann (1845–1925) aus Finnland\, Rachel Lloyd (1839–1900) aus den USA\, Olga Wohlbrück (1864–?) aus Sachsen oder Geertruida van Maarseveen (1873–1943) aus den Niederlanden. Ihre Dissertationen beschäftigten sich mit Problemen aus der organischen oder anorganischen sowie der physikalischen Chemie. In Deutschland gab es zwar auch schon 1874 mit Julia V. Lermontova (1847–1919) die Promotion einer russischen Chemikerin\, allerdings wurde Clara Immerwahr (1870–1915) dann die erste deutsche Chemikerin\, die schließlich 1900 in Deutschland promovieren konnte. Die Anzahl der promovierten Frauen steigt deutlich nach 1910. Doch nur wenigen gelang es\, eine akademische Karriere zu verfolgen. Das sowie der Weg zur Promotion wird für einige der Frauen im Vortrag nachgezeichnet. \nVita: \nGisela Boeck (*1954 / MLS) studierte an der Universität Rostock Chemie. Sie promovierte 1981 mit der Arbeit „Quantenchemische Berechnungen zur Thermodynamik chemischer Gleichgewichte“. Von 1981 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie in Rostock. Von 2004 bis 2020 leitete sie die Chemieausbildung für Studierende medizinischer Studiengänge an der Universität Rostock. Für ihre Lehre wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Gisela Boeck ist Autorin mehrerer Chemielehrbücher und war viele Jahre Sachverständige für Chemie am Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen in Mainz. Darüber hinaus übernahm sie die Lehrveranstaltungen „Geschichte der Chemie“ für Chemiestudiengänge und zeitweise auch „Geschichte der Naturwissenschaften“ für das Historische Institut. 2021 und 2022 wurde sie als Visiting Professor an der Technischen Universität Riga mit der Lehre zur Geschichte der Chemie betraut. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Rezeption des Periodensystems in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Arbeiten von Lothar Meyer (1830–1895)\, die Entwicklung der Chemie an der Universität Rostock und im Mecklenburger Raum\, das Schicksal jüdischer Chemikerinnen und Chemiker sowie der Werdegang der ersten Doktorinnen auf dem Gebiet der Chemie. Von 2006 bis 2013 und von 2018 bis 2022 war sie Beisitzerin im Vorstand der GDCh-Fachgruppe „Geschichte der Chemie“\, die sie seit 2023 leitet. Seit 2025 ist Gisela Boeck Mitglied der Leibniz-Sozietät.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 13. November 2025 \n15:30–18:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften in Kooperation mit der Gesellschaft für Kybernetik (GfK) \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/68499748652?pwd=RVcIQDiIxbFMWvxzJrBWOQ0YCho9ao.1\nMeeting-ID: 684 9974 8652 \nIm Rahmen der Veranstaltung wird der Heinz-von-Foerster-Preis an Wolfgang Hofkirchner (MLS) verliehen. \nProgramm: \nBegrüßung\, Einführung: Gerhard Pfaff (MLS)\, Hanspeter Loewen (GfK) \nFestvortrag: Frank Adloff (Universität Hamburg) \nZukunft als Katastrophe? Wirkliches und Mögliches in der Klimakrise\nVerleihung des Heinz-von-Foerster-Preises für Organisationskybernetik an Wolfgang Hofkirchner (MLS) \nLaudatio: Christian Fuchs (MLS\, Universität Paderborn) \nDankesworte des Geehrten \nUmtrunk \nVortrag: \nFrank Adloff (Universität Hamburg) \nZukunft als Katastrophe? Wirkliches und Mögliches in der Klimakrise \nAbstract: \nDie Zukunft ist zwar offen\, aber sicher nicht rosig: Während die Emissionen steigen und die Politik versagt\, steuern wir momentan auf eine Ära der „Klimabarbarei“ zu – eine Zukunft der Exklusionen und Grausamkeiten im Umgang mit der Katastrophe. In dieser Situation sind die Wissenschaften aufgefordert\, sowohl die reale Gefahr gesellschaftlicher Zusammenbrüche analytisch ernst zu nehmen als auch gesellschaftspolitische Handlungsperspektiven zu entwerfen. Anstelle unrealistischer Masterpläne für eine „Große Transformation“ plädiert der Vortrag für eine hybride Strategie: eine kreative Bricolage aus ökologischer Modernisierung\, Nischenexperimenten und langfristigen Transformationsbemühungen. Es geht darum\, den Möglichkeitsraum zwischen technokratischem Optimismus und apokalyptischem Defätismus auszuloten. \nVita: \nFrank Adloff ist Professor für Soziologie an der Universität Hamburg und dort einer der Leiter der DFG-Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Konvivialität und Gabe\, Gesellschaft und Natur\, Nachhaltigkeit\, Zivilgesellschaft und alternatives Wirtschaften. Aktuelle Publikation: Wirkliches und Mögliches in der Klimakrise. Die Sozialwissenschaften im ökologischen Wandel. Bielefeld: transcript (2026)
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 11. September 2025 \n15:30–17:15 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/64719506866?pwd=Ao1HuaaJ0ZSvE0gVG0Qrka9C3PPy2j.1\nMeeting-ID: 647 1950 6866 \nVortrag: \nDr. Norbert Mertzsch (MLS) \nEntwicklungstendenzen bei nichtmetallisch-anorganischen Baustoffen \nAbstract: \nFür die Errichtung\, die Nutzung und den Erhalt von Gebäuden sind erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen erforderlich. Damit ist der Bau- und Gebäudesektor weltweit für einen hohen Anteil des Energieverbrauchs und der klimaschädlichen Emissionen verantwortlich. Um bis 2050 das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen\, den Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau zu halten\, sind im Bausektor deutliche Anstrengungen nötig die CO2-Emissionen zu senken. So ist das Potential von Bauten aus Holz und anderen biogenen Rohstoffen\, die als langfristige Kohlenstoffsenke dienen sollen\, voll auszunutzen. \nDarüber hinaus ist die Emission von Kohlendioxid bei der Produktion von anorganischen Baustoffen\, die nach wie vor eine zentrale Rolle spielen werden\, deutlich zu reduzieren. Das betrifft insbesondere die Herstellung des wichtigsten Bindemittels\, den Zement. Dazu kommen die verstärkte Nutzung von neuen\, innovativen Bindemitteln mit deutlich geringeren CO2-Emissionen bei der Herstellung\, die Nutzung von Verbundbaustoffen mit geringen CO2-Emissionen bei der Herstellung und die Verwendung von Recyclingmaterial. \nIm Vortrag soll auf einige Entwicklungstendenzen bei der Herstellung ausgewählter nichtmetallisch-anorganischer Baustoffe und Verbundbaustoffen eingegangen werden\, die aus der Vielzahl der derzeit laufenden Entwicklungen und Veröffentlichungen ausgewählt wurden. \nVita: \nNorbert Mertzsch absolvierte neben dem Abitur eine Lehre als Elektromontageschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Potsdam Von 1968 bis 1972 studierte er Chemie an der Technischen Hochschule für Chemie „Carl Schorlemmer“ (Abschluss Diplom-Chemiker). Von 1972 bis 1985 war er im VEB Stickstoffwerk Piesteritz tätig. 1976 erfolgte der Abschluss als Fachchemiker für Analytik und Spektroskopie an der Karl-Marx-Universität Leipzig). 1984 promovierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Dr. rer. nat.). Von 1985 bis 2013 übte er verantwortliche Tätigkeiten im Kernkraftwerk Rheinsberg aus. Seither ist er im Ruhestand. Bis 2019 war er aber auch freier Mitarbeiter der Firma tetra ingenieure GmbH in Neuruppin. \nSeit 2018 ist Norbert Mertzsch Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Lange Jahre war er auch Mitglied des Vereins Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler (VBIW). Dabei übernahm Verantwortung als Vorsitzender des Vereins und Leiter des Regionalvereins Nordwestbrandenburg sowie Leiter des Arbeitskreises Umweltschutz / Erneuerbare Energien (bis zur Auflösung des Vereins Ende 2022). Er ist Mitglied der Brandenburgischen Ingenieurkammer und war von 2019 bis 2023 Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften.
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nZeit: 10 bis 13 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nZoom-Link: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63529869060?pwd=aSTwAMD5KWm508dVb0wyAaCvotouFF.1\nMeeting-ID: 635 2986 9060 \nMit der Sitzung ehrt die Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät ihr Mitglied Heinz Kautzleben zum 90. Geburtstages mit Vorträgen zur Thematik \nAktuelle Missionen der Satellitengeodäsie und Satellitenmessmethoden  \nIn der Klassensitzung werden folgende vier Vorträge gehalten: \n\nReinhard Rummel: Begegnungen mit dem Geowissenschaftler Heinz Kautzleben\nRoland Pail: Die zukünftigen Schwerefeldmissionen von NASA\, ESA und dem DLR/GFZ\nJürgen Müller: Quantensensoren auf Satelliten\nHarald Schuh: ESA’s GENESIS Mission – wissenschaftliche Notwendigkeit und gesellschaftliche Relevanz\n\nMaterial zur Klassensitzung
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Bitte beachten\, dass der Vortrag nicht im Rathaus Friedrichshagen\, sondern ausnahmsweise an der Technischen Universität Berlin stattfindet! \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: TU Berlin\, Campus Charlottenburg\, Straße des 17. Juni 135\, 10623 Berlin\, Raum H 3005 \nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61564751459?pwd=3rbLhehsnbMS6GYqGvUzyWxbr4ZmDy.1 \nMeeting-ID: 615 6475 1459 \n  \nProf. Dr. Irina Engelhardt (TU Berlin) \nSpreeWasser:N: Dürrefrühwarnung und integriertes Wasserressourcen-Management für eine langfristige Wassersicherheit in der Region Berlin-Brandenburg \nGrafik: © I. Engelhardt\nAbstract: \nIm Rahmen der Forschungstätigkeiten im Bereich Hydrogeologie der TU Berlin zeigt sich immer deutlicher die große Diskrepanz zwischen einerseits der natürlichen Erneuerung unserer Grundwasserressourcen und andererseits einem ansteigenden Bedarf an der Bereitstellung von Trink- und Brauchwasser in ausreichender Qualität und Quantität. Diese Schere wird sich im Kontext Klimawandel – wirtschaftliche Entwicklung – Braunkohleaussteig in der Region Berlin-Brandenburg noch weiter öffnen. Neben relativ einfach und schnell umsetzbaren Maßnahmen\, wie Reduktion des Wasserverbrauchs\, Waldumbau oder verbesserte Grauwassernutzung\, wird es voraussichtlich noch deutliche stärkerer\, d.h. effizienterer\, Methoden bedürfen\, um eine langfristige Trinkwassersicherheit zu gewährleisten. Eine zukunftsfähige wasserwirtschaftliche Maßnahme ist die künstliche Grundwasseranreicherung\, die in Ländern mit Wasserknappheit schon lange etabliert ist: Überschusswasser (Hochwasserwellen\, Starkregen\, aber auch gereinigtes Abwasser) kann in den tiefen Untergrund eingespeist werden und zu einem späteren Zeitpunkt\, z.B. während Trockenzeiten\, und an einem anderen Ort\, d.h. einige Kilometer weiter im Abstrom\, dann zur Entnahme aus dem Grundwasser für u.a. Brauchwasser der Industrie und Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Diese Maßnahme benötigt umfangreiches ingenieurtechnisches Wissen bei der Umsetzung\, ein hochaufgelöstes Monitoring zur Überwachung der Wasserqualität und der Wasserpfade sowie ein Umdenken bei der Genehmigung durch die zuständigen Behörden in der Anwendung des Wasserrechts und auch moderne Steuerungsinstrumente zur Akzeptanzsteigerung bei den Wassernutzern. \nVita: \nIrina Engelhardt studierte Geologie an der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Diplomarbeit wurde mit dem 1. Platz des Forschungspreises der Stiftung Steine-Erden-Bergbau und Umwelt ausgezeichnet. Von 1999 bis 2003 war sie bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover tätig. 2004 promovierte sie am Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Nach fünf Jahren Consulting-Tätigkeit im Bereich Geothermie\, Endlagerung und Wasserwirtschaft war sie von 2007 bis 2012 Wissenschaftliche Assistentin an der Technischen Universität Darmstadt\, wo sie 2014 ihre Habilitation abschloss. Von 2012 bis 2015 war Irina Engelhardt als Wissenschaftlerin am Forschungszentrum Jülich tätig. 2015 folgte sie dem Ruf der Technischen Universität Freiberg auf eine W3 Professur für Hydrogeologie und Hydrochemie als erste Professorin der Geowissenschaften seit Bestehen der Universität. 2017 wechselte sie an die Technische Universität Berlin auf den Lehrstuhl für Hydrogeologie. Irina Engelhardt forschte im Lawrence Berkeley National Laboratory der University of California (USA) und in der Commonwealth Scientific Research Organization in Perth (Australien). Seit 2021 ist sie Leiterin der Programmgruppe Hydrological Sciences der General Assembly der European Geosciences Union. Sie war Koordinatorin des mit 2.6 Mio. € vom BMBF geförderten Verbundprojektes MedWater zum Wassermanagement und zur Erhöhung der Resilienz gegenüber Dürren in Karbontagrundwasserleitern im Mittelmeerraum. Sie ist seit 2022 Koordinatorin von SpreeWasser:N zum Wassermanagement in Berlin-Brandenburg\, ein Projekt\, welches mit 3 Mio. € vom BMBF gefördert wird.
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nEkkehard Hintzsche (Kühlungsborn) \nJ.W. v. Goethe (1749 – 1832): „Die Wahlverwandtschaften“ – eine Brücke zwischen Natur- und Geisteswissenschaft \nZeit: 10 bis 12 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.  Zoom-Link: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66867200979?pwd=8oquOVZTSLRMXf4Nyd4ov25jxNU2Xz.1\nMeeting-ID: 668 6720 0979 \nAbstract: \nAnalysen und Kommentare zu Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ (1809) sind in der Literatur zahlreich vorhanden. Auch die Einzigartigkeit des im Roman vorkommenden „psychochemischen Gleichnisses“ wurde oft beschrieben und analysiert. Aber was waren die Begleitumstände (welche Art von „umgebender Atmosphäre“?)\, die ein solches Werk begünstigten\, einschließlich des Alleinstellungsmerkmals der enthaltenen Parabel in einem Liebesdrama? Warum war es Goethe möglich\, in einem literarischen Werk eine so eindrucksvolle Brücke zwischen Chemie und Philosophie zu schlagen? Und können wir einen Beitrag von Goethes Werk zur Geschichte der Chemie seiner Zeit erkennen? Goethe nutzte auf intelligente Weise die damals gebräuchliche Verwendung des Begriffs „Wahlverwandtschaften“ in Chemie und Philosophie. Die tiefgründige Suche nach Parallelen zwischen den Verhaltensweisen der Hauptfiguren des Romans und einer passenden\, symbolischen Reaktionsgleichung („Wahlverwandtschafts-Gleichung“) aus der Chemie war exklusiv und genial zugleich. Der Vortrag von Ekkehard Hintzsche setzt diese vermeintlich alleinstehenden Puzzleteile der Rahmenbedingungen zusammen und zeigt auf\, warum gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Begleitumstände für die Entstehung dieses interessanten Romans günstig waren (siehe Abbildung). \nNur ein Universalgenie wie Goethe konnte so brillant zwischen verschiedenen Wissensdisziplinen interagieren und diese logisch verbinden. Nur er war zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Lage\, die Zusammenhänge zwischen Chemie und Philosophie in einem Roman herzustellen und umfassend zu beschreiben. Heute hingegen sind viele Menschen hyperspezialisiert\, die Zeiten der Universalgenies sind längst vorbei. Umso interessanter und wichtiger ist es\, sich weiterhin mit den von Goethe beschriebenen „Wahlverwandtschaften“ zu beschäftigen und diese mit dem Wissen von heute zu interpretieren. \nVita: \nDr. Ekkehard Hintzsche studierte von 1984 bis 1989 Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Anschließend war er vier Jahre Assistent im Fachbereich Organische Chemie der MLU. Die Assistentenzeit beendete er mit der erfolgreichen Promotion im Jahr 1993. In der Zeit von 1993 bis 2020 war er auf verschiedenen Positionen in der Supply Chain Laundry & Home Care der Henkel AG & Co. KGaA tätig. Seit seinem 2020 beginnenden Ruhestand ist er Gastdozent in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen\, Instituten\, Archiven und Vereinen in Deutschland. Die von ihm dabei vertretenen Themen reichen von „1.2-Dithiinen“ über „Phänomene des Waschens“ und „Geschichte der Chemie“ (J. W. von Goethe) bis zur „Historie von Normaluhren/Die Persiluhr“.
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nZeit: 10.00 bis 12.00 Uhr \nOrt: Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/64304816339?pwd=hyRLZKjbjkmiVTsAzNDxCq3zN4cDHa.1\nMeeting-ID: 643 0481 6339 \nVortrag: \nAnnette Vogt (MLS) \nAusstellungen über Wissenschaftler – das Beispiel der Wanderausstellung über Emil J. Gumbel (1891-1966) – Statistiker\, Pazifist\, Publizist \n Abstract: \nIn der Wissenschaftsgeschichte\, der Kultur- und Literaturgeschichte sowie in Museen sind Ausstellungen ein willkommenes Mittel\, um neue Forschungsergebnisse vorzustellen oder an bestimmte Ereignisse und Personen – meist im Zusammenhang mit Jubiläen – zu erinnern. Ausstellungen sind eine Möglichkeit\, ein breiteres Publikum zu erreichen als durch Publikationen für die engere scientific community. Und Ausstellungen haben den Vorteil\, durch geeignete Objekte\, durch Fotos und anderes Material\, die Ereignisse und Personen auch optisch sichtbar werden zu lassen. Im Idealfall ergänzen sich die Begleittexte und die Objekte bzw. Fotos. \nIm Vortrag werden auf Grund eigener Erfahrungen der Referentin mit Ausstellungen einige der Möglichkeiten der Visualisierung und Propagierung skizziert sowie Schwierigkeiten\, die auftreten können\, benannt. Ausführlicher wird auf die Geschichte und den Aufbau der Wanderausstellung über Emil J. Gumbel (1891-1966) eingegangen. Diese Ausstellung – die English version – wird in Berlin\, im Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden\, Lichthof Ost\, vom 24.3. bis 14.5.2025 gezeigt werden. \nVita: \nAnnette Vogt studierte Mathematik und Physik an der Universität Leipzig\, ist Diplom-Mathematikerin und promovierte Mathematikhistorikerin. Bis 1991 war sie am Institut für Theorie\, Geschichte und Organisation der Wissenschaften der AdW der DDR in Berlin tätig\, von 1992 bis 1994 am Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsgeschichte und von 1994 bis 2018 research scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Seit 1997 hält sie Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin\, seit 2014 ist sie Honorar-Professorin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der HU Berlin. Sie ist Mitglied der International Academy for History of Science (2016 Full Member) und Mitglied der Leibniz-Sozietät (seit 2020). \nIhre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Mathematik\, die Geschichte jüdischer Wissenschaftler\, die Geschichte der Wissenschaftlerinnen in Europa im 19. und 20. Jh. sowie die Geschichte der Emigration und Remigration von Wissenschaftlern. Sie publizierte mehrere Bücher und über 200 Artikel. \nPublikationen mit Bezug zum Vortrag: \nScherer\, Matthias\, Vogt\, Annette (Hgg.): \nEmil Julius Gumbel (1871-1966): Statistiker\, Pazifist\, Publizist – Im Kampf gegen Extreme und für die Weimarer Republik. Hamburg: HSU\, 2024. Begleitband zur Ausstellung an der HSU Hamburg\, 21.11.2023-28.3.2024\, herausgegeben von der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität. \nVogt\, Annette: Emil J. Gumbel – Mathematiker\, Pazifist und politischer Autor. In: Sitzungsberichte\, Leibniz-Sozietät der Wissenschaften\, Band 145 (2021)\, S. 145-167. \nVogt\, Annette: Nicht nur Lise Meitner – Naturwissenschaftlerinnen an der Berliner Universität. In: Der lange Weg zur Chancengleichheit. Naturwissenschaftlerinnen an der Berliner Universität. Hrsg. Márta Gutsche. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin: humboldt chancengleich. fokus frau. 2014\, S. 7-10; (und Autorin der 15 Poster der Ausstellung). \nVogt\, Annette: From Exclusion to Acceptance\, from Acceptance to Persecution (pp. 11-30); Berlin (pp. 44-54); Academic Anti-Semitism (pp. 197-212); Dismissal and Exile (pp. 213-240); all in: Transcending Tradition. Jewish Mathematicians in German-Speaking Academic Culture. Ed. by Birgit Bergmann\, Moritz Epple\, Ruti Ungar. Berlin\, Heidelberg: Springer Verlag\, 2012. (Dt. Springer Verlag 2009). \nVogt\, Annette: Jüdische Mathematiker im deutschsprachigen Raum – Von der Ausgrenzung zur Akzeptanz\, von der Akzeptanz zur Ausschließung (S. 11-32); Berlin (S. 46-56); Das Gift des Antisemitismus (S. 182-198); Vertreibung – Exil – Rückkehr? (S. 200-222). In: Birgit Bergmann\, Moritz Epple (Hgg.) Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur. Heidelberg et al\, Springer Verlag\, 2009. (in English 2012). \nHinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2025 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden. \n 
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 13. Februar 2025 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61120228539?pwd=RyNBJAAfBckZtZmC0opE3r5J5x24UQ.1\nMeeting-ID: 611 2022 8539 \nVortrag: \nProf. Dr. Hendrik Emons (MLS) \nInternationale Vergleichbarkeit von entscheidungsrelevanten Messergebnissen – vom Glauben zum Wissen \n  \nAbstract: \nResultate von wissenschaftlich-technischen Messungen dienen als Grundlage für eine Vielzahl von Entscheidungen\, z.B. bei der Herstellung von Produkten in Industrie oder Landwirtschaft\, im internationalen Handel\, bei der Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit oder im Umweltschutz. An derartige Daten werden grundsätzliche Anforderungen gestellt\, zu denen ihre Vergleichbarkeit über zeitliche und räumliche Dimensionen gehört. Bis in die jüngste Gegenwart wurde diese Vergleichbarkeit auch für Befunde aus komplexeren Analysenverfahren als gegeben angenommen\, insbesondere wenn die Messergebnisse von staatlichen oder anderen renommierten Einrichtungen bereitgestellt wurden. Dieser ‘autoritätsgläubige’ Ansatz hat sich bei näherer Überprüfung als wissenschaftlich fragwürdig und in der zunehmend globalisierten Welt als nicht universell akzeptabel erwiesen. \nDeshalb werden im Vortrag zuerst die metrologischen Grundlagen für eine Vergleichbarkeit von Messergebnissen rekapituliert. Anschließend werden daraus resultierende wissenschaftliche Herausforderungen\, insbesondere für (bio)chemische und molekularbiologische Analysen\, sowie moderne Konzepte zu deren Lösung erläutert. Dies illustrieren Beispiele aus den Bereichen medizinische Diagnostik\, Lebensmittelsicherheit und grüne Biotechnologie. Abschließend werden global anerkannte Maßnahmen und entsprechende internationale Netzwerke zur Qualitätssicherung von Messergebnissen vorgestellt. \nVita: \nHendrik Emons war bis zur Pensionierung im September 2021 Stellvertretender Direktor im Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission für das Direktorat ‘Gesundheit\, Verbraucher und Referenzmaterialien’ und Leiter der JRC-Abteilung ‘Food & Feed Compliance’ (Geel\, Belgien & Ispra\, Italien). Ab 1977 studierte er Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale und promovierte dort 1984 auf dem Gebiet der Physikalischen Chemie und Elektrochemie. 1988 erfolgte die Habilitation in Analytischer Chemie an der Universität Leipzig\, wo er anschließend als Dozent tätig war. Nach einem Feodor-Lynen Fellowship der Alexander von Humboldt-Stiftung an der University of Cincinnati (OH\, USA) ging er ans Forschungszentrum Jülich\, leitete dort das Umweltprobenbank-Projekt und war danach Stellvertretender Direktor des Instituts ‘Phytosphäre’. Seit 1995 lehrt er auch an der Universität Duisburg-Essen. 2003 wurde er an das JRC zum Aufbau eines multidisziplinären Teams berufen\, welches die Entwicklung\, Produktion\, Zertifizierung und Verteilung von Referenzmaterialien für ein breites Anwendungsspektrum realisierte: von Messungen der Schlagzähigkeit von Stahl bis zu Proteinbiomarkern in Humanserum\, von Spurenelement- bis mikrobiologischer Analytik\, von Nanopartikelmessungen bis zur GMO-Quantifizierung. Seit Juli 2016 war er im JRC für die Aktivitäten zur Lebensmittelsicherheit zuständig. Dabei führte er auch als Direktor mehrere EU-Referenz-Laboratorien und leitete Qualitätsaktivitäten für die SARS-CoV-2 Diagnostik. Er war Herausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften\, verfasste 290 wissenschaftliche Publikationen\, hielt ca. 300 Konferenz- und eingeladene Vorträge und leitete international u.a. das ISO Committee on Reference Materials. \nHendrik Emons ist seit 2008 Mitglied der Leibniz-Sozietät und seit 2010 Fellow der Royal Society of Chemistry.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. Dezember 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist der folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66838234283?pwd=WI4CBEoaI45AS3a6hmaDceyEEEtQNz.1\nMeeting-ID: 668 3823 4283 \nVortrag: \nGeorg Guggenberger (MLS) \nBöden als Klimaregulativ – Möglichkeiten und Grenzen \nAbstract: \nBöden spielen als zentraler Bestandteil der sog. ‚critical zone‘ eine zentrale Rolle für das Wohlergehen menschlicher Gesellschaften. Auf Böden werden nicht nur >90% unserer Lebensmittel produziert. Verwitterung und Bodenbildung sind ein zentraler Prozess\, der zu der für höheres Leben geeigneten Temperatur auf der Erde geführt hat. Auch heutzutage spielt die Funktion von Böden als Kohlenstoffsenke und -quelle eine wesentliche Rolle als Klimaregulativ und es liegt an dessen Nutzung\, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Im Vortrag werden zunächst aktuelle Kenntnisse zur Bildung und Stabilisierung der organischen Bodensubstanz vorgestellt. Darauf aufbauend werden Möglichkeiten diskutiert\, wie nachhaltiges Bodenmanagement zu einem Aufbau an organischer Bodensubstanz und generell zu einem gesünderen Boden führen kann. Dies wird an drei Fallbeispielen in Deutschland\, dem Amazonastiefland und der eurasischen Steppe illustriert. Dabei werden auch klar die Grenzen von Böden als Kohlenstoffsenke aufgezeigt. Abschließend erfolgt noch ein Ausflug in arktische Ökosysteme\, wo die durch die Permafrostdegradation ausgelösten Prozesse eine sehr große CO2– und CH4-Freisetzung auslösen können. \nVita: \nGeorg Guggenberger ist Diplom-Geoökologe und hat an der Universität Bayreuth 1992 promoviert und 1998 habilitiert\, jeweils im Fach Bodenkunde. Nach einem Auslandsaufenthalt an der Colorado State University übernahm er von 2002 bis 2008 eine C3-Professur für Bodenbiologie und Bodenökologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und besetzt seit 2008 eine W3-Professur Bodenchemie an der Leibniz-Universität Hannover. Georg Guggenberger betrachtet Böden in ihrer gesamten Vielfalt von polaren Ökosystemen bis in die Tropen. Treibender Faktor ist dabei die Reaktion von Böden auf den Klimawandel sowie die menschliche Nutzung. Neben der Aufklärung von wichtigen Prozessen\, insbesondere im Hinblick auf die Rolle von Böden als Kohlenstoffsenke und -quelle\, spielen Management-Aspekte eine zunehmende Rolle in seiner Forschung. Ihm geht es hierbei insbesondere um den Nexus von Landwirtschaft und Klimawandel und inwiefern biologische Prozesse für ein nachhaltiges und regeneratives Boden- und Landmanagement genutzt werden können. Neben Grundlagenforschung kommen hier in jüngerer Zeit auch verstärkt alternative Ansätze zur Wissensgenerierung\, wie Reallabore\, zum Einsatz. Georg Guggenberger hat mehr als 230 begutachtete Publikationen veröffentlicht; sein derzeitiger H-Index ist 75. Seine wichtigsten Auszeichnungen sind der CULTURA-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. für zukunftsgerechte Landnutzung (2017) und die Philippe Duchaufour-Medaille der Europäischen Geophysikalischen Union. Georg Guggenberger war von 2016 bis 2019 Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und ist derzeit Senator der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
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SUMMARY:Raumfahrthistorisches Kolloquium 2024
DESCRIPTION:Gemeinsame Veranstaltung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\, der Stiftung Planetarium Berlin und der\nDeutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt Lilienthal-Oberth \nRaumfahrthistorisches Kolloquium 2024\nam 30. November 2024\n10.00 Uhr – 17.00 Uhr\nim\nEinstein-Saal der Archenhold-Sternwarte\nAlt-Treptow 1\, 12435 Berlin \nProgramm:\nBegrüßung und Einleitung:\nDipl.-Ing. Stefan Gotthold\n(Stiftung Planetarium Berlin)\n10.00 Uhr – 10.1 0 Uhr \nVorträge\nModeration: Dr. Christian Gritzner \n10.10 – 10.45\nMichael Schumann\nEtappen der Raumfahrtgeschichte im Spiegel der Philosophie des 20. Jahrhunderts \n10.45 – 11.20\nDr. Wolfgang Both\nDie Berichte von Alexander B. Scherschewsky an den sowjetischen Geheimdienst 1929-1931 \n11.20 – 11.55\nMichael Tilgner\nEinsteins Relativitätstheorie und die Raumfahrtpioniere \n12.00 – 13.00\nMittagspause \nVorträge\nModeration: Dr. Dietrich Spänkuch\, MLS \n13.00 – 13.45\nProf. Dr. Dieter Oertel u. a.\nAbbildende Weltraumsensoren aus Berlin-Adlershof. Gestern -Heute – Morgen. Ein beachtliches Erbe des Instituts für Kosmosforschung der AdW der DDR \n13.50 – 14.35\nDr. Marie-Luise Heuser\nFrühgeschichte rotierender Weltraumhabitate – Fantastische Möglichkeit und futuristische Wirklichkeit \n14.40 – 15.15\nKaffeepause \n15.15 – 16.00\nProf. Dr. Hanns-Christian Gunga\, MLS\nNathan Zuntz – ein Pionier der Raumfahrtmedizin \n16.00 – 16.10\nStefan Gotthold\nSchlusswort \n16.10 – 17.00\nGet together \nAbstracts und Vitae der Autoren:\nWolfgang Both \nDie Berichte von Alexander B. Scherschewsky an den sowjetischen Geheimdienst 1929-1931 \nAlexander Scherschewsky arbeitete seit 1928 direkt für Hermann Oberth. So fertigte er Zeichnungen für die Neuauflage von Oberths Buch und las Korrektur. Als Oberth die Möglichkeit bekam\, im Rahmen seiner Beratertätigkeit für den Film “Frau im Mond” erste experimentelle Arbeiten an einem Raketenmotor durchzuführen\, war Scherschewsky sein erster Assistent. Scherschewsky ließ sich vom militärischen Geheimdienst der Roten Armee GRU rekrutieren und berichtete bis zu seiner Rückkehr nach Moskau/Leningrad in mindestens 32 Reports über technische Details der frühen Raketenentwicklung in Deutschland von Oberth über Nebel\, Poggensee\, Tiling\, Heyland\, das Heereswaffenamt und andere. \nWolfgang Both (*1950) war nach dem Studium der Informationstechnik an der Technischen Hochschule Ilmenau (Diplom 1973) und Assistenzzeit (Promotion Dr.-Ing. 1979) am Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie in Berlin-Adlershof beschäftigt. Im Rahmen der Industrieforschung wurden optoelektronische Bauelemente entwickelt. 1991 wechselte er zum Projektträger für Informationstechnik des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und 1994 in die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft. In beiden Institutionen war er für Technologieförderprogramme in seinem Fachgebiet zuständig. Seit 2015 ist er im Ruhestand und widmet sich seinen Interessen Science fiction und Raumfahrtgeschichte. Er ist Autor mehrerer Bücher und Artikel zu diesen Themen. Im Jahr 2020 erschien das Standardwerk „Kulturaufgabe Weltraumschiff“ über die frühe Raketenentwicklung im Zeitraum 1923 – 1933. \n  \nHanns-Christian Gunga \nLeben und Werk der Berliner Physiologen Nathan Zuntz (1847-1920) \nNathan Zuntz (1847-1920) war Professor für Tierphysiologie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin von 1881-1918. Er führte bahnbrechende Laboruntersuchungen an Menschen und Tieren zu den Veränderungen des Stoffwechsels in Ruhe und Arbeit durch. Zu diesem Zweck entwickelte er 1885 zusammen mit August Julius Geppert (1856-1937) den berühmten “Zuntz-Geppert’schen Respirationsapparat” und erfand u.a. das Laufband\, welches er später noch für Herz-Kreislauf-Untersuchungen durch einen Röntgen-Apparat ergänzte. In den frühen 1890er Jahren erweiterte Zuntz seine Forschungen auf das Gebiet der Höhenphysiologie. Für die Untersuchungen auf diesem Gebiet erfand Zuntz ein Messgerät zur Erfassung des Gasaustauschs in der Höhe. Eine Zusammenfassung dieser Studien veröffentlichte Zuntz 1906 in dem berühmten Buch “Höhenklima und Bergwanderungen”. Einige Jahre später unternahm Zuntz weitere Expeditionen auf die Kanarischen Inseln und führte bis 1914 Studien in Luftschiffen und Flugzeugen durch. Nathan Zuntz deckte ein erstaunlich breites Spektrum an Forschungsgebieten ab: Stoffwechsel\, Ernährung\, Atmung\, Blutgase\, Herz-Kreislauf-\, Sport- und Höhenphysiologie waren die Hauptthemen. Er wurde dreimal für den Nobelpreis vorgeschlagen und hat mehrere nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Zuntz ging 1918 in den Ruhestand und starb am 22. März 1920 in Berlin. Er kann als einer der wichtigsten Wissenschaftler in der Geschichte der Ernährung\, der Höhenphysiologie und der Luffahrtmedizin angesehen werden. \nHanns-Christian Gunga (*1954) studierte zunächst Geologie und Paläontologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Diplom 1980) und anschließend Humanmedizin dortselbst sowie an der Freien Universität Berlin (Staatsexamen 1987\, Promotion 1989\, Habilitation 1997\, Facharzt für Physiologie 2000). Als Dipl.- Geol. arbeitete er von 1980 bis 1982 an Photogeologischen Studien zu den Verwerfungen auf den Hochlandplateaus der Mondoberfläche. \nNach Abschluss seines Medizinstudiums arbeitete er zunächst von 1992 bis 2004 (ab 1997 als ao. Prof.) in der Abteilung für Physiologie der Freien Universität Berlin und ab 2004 im Institut für Physiologie der Charité u. a. an den Forschungschwerpunkten Raumfahrtmedizin und vergleichende Physiologie unter extremen Bedingungen\, 2008-2022 als stellvertretender Direktor\, zeitweise auch als Direktor in leitender Funktion. Hanns-Christian Gunga ist Vorsitzender der Programmkommission Raumfahrt des DLR und als Mitglied verschiedener Beratungsgremien für die Europäische Weltraumbehörde ESA tätig. Er war Gastprofessor an der Northwestern Polytechnical University in Xi’an\, China\, und der University Antofagasta\, Chile\, und ist Experte am Institute of Physiology der University of Ashgabat\, Turkmenistan sowie Seniorprofessor an der Charité. \nEr ist Autor mehrerer Bücher\, von denen einige mit dem Life Science Book Award der International Astronautical Association (IAA) ausgezeichnet wurden. Für seine Forschungsleistungen zu den Auswirkungen von extremen Umweltbedingungen auf den Menschen wurde er 2022 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. \n   \nMarie-Luise Heuser \nDie Frühgeschichte rotierender Weltraumhabitate – Fantastische Möglichkeit und futuristische Wirklichkeit \nDie ersten rotierenden Raumstationen wurden 1883 und 1903 von Konstantin E. Ziolkowsk und 1929 von Herman Potočnik (Pseudonym: Hermann Noordung) entworfen. Damals gab es noch keine Rakete\, die den Weltraum hätte erreichen können. Was bewegte diese Pioniere\, Techniken für Weltraumbesiedelungen zu erfinden in einer Zeit\, als nicht im Entferntesten an ihre Realisierung zu denken war? Im Rahmen einer utilitaristischen Ethik und Weltanschauung müssten solche Konstruktionen als „unnütz“ und traumtänzerisch erscheinen. Schnelles Geld war damit nicht zu verdienen. Heute sind wir im Weltraum angekommen. Rotierende Raumstationen wurden jedoch immer noch nicht gebaut\, obwohl sie in den 1970er Jahren von Gerald O’Neill als machbar dem US-Senat vorgestellt wurden. \nWas trieb die frühen Raumfahrtpioniere an? Die Motive für ihre kühnen Innovationen erklären sich vor allem aus ihren kulturellen Hintergründen und philosophischen Grundhaltungen. In meiner Präsentationwird es nicht nur um das Thema „technischer Vorläufer“ gehen\, sondern auch um deren Kulturgeschichte. Welche Ethik leitete die frühen Raumfahrtpioniere und in welche sozialkulturellen Bewegungen waren sie eingebunden? Philosophisch bedeutsam ist dabei auch das ontologische und metaphysische Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit beziehungsweise das\, was der Philosoph Ernst Bloch die „Ontologie des Noch-Nicht-Seins“ nannte. \nMarie-Luise Heuser studierte Philosophie\, Geschichte\, Physik und Mathematik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und promovierte mit einer Arbeit über Schellings Naturphilosophie und die physikalischen Theorien der Selbstorganisation. Sie arbeitete in Forschung und Lehre an den Universitäten Düsseldorf\, Heidelberg\, Stuttgart und Braunschweig. Von 2002-2015 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Philosophie der Technischen Universität Braunschweig und Organisatorin der transdisziplinären Kooperation “Kultur und Raumfahrt”. Von 2015-2020 leitete sie die Abteilung Kultur und Raumfahrt am Institut für Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig. Seit 2010 ist sie darüber hinaus Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V. (www.kultur-raumfahrt.de)\, seit 2020 Leiterin des Fachausschusses Raumfahrt und Kultur in der DGLR\, seit 2022 Leiterin des Space Philosophy Laboratory der Space Renaissance Academy\, und seit 2023 ist sie im Vorstand der Space Renaissance International und seit 2024 Delegierte beim UN COPUOS. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Klassische Philosophie der Raumfahrt von der Antike bis zur Moderne\, Metaphysik\, Ontologie\, Anthropologie\, Natur- und Kunstphilosophie. Ihre Publikationen u.a.: Transterrestrialismus in der Renaissance (2008)\, Russischer Kosmismus und extraterrestrischer Suprematismus (2009)\, Space Philosophy (2016)\, Raumontologie und Raumfahrt um 1600 und 1900 (2016)\, Rückkehr zum Mond (2019)\, Husserls Phänomenologie der Flugreise (2020)\, ‘Der Mensch ist nicht nur für die Erde da’. Schellings Philosophie des Weltraums (2020)\, Zur Philosophie der Raumfahrt von Günther Anders. Zwischen kopernikanischer Wende und Wiederverwurzelung (2021)\, Space Culture and Space Philosophy (2022) und zusammen mit Frank White: Space 4 All\, Space 4 Peace\, a Space 18th SDG for the 2030 U.N. Agenda (2024). \nDieter Oertel\, Thomas Behnke\, Andreas Eckardt\, David Krutz\, Gisbert Peter\, Thomas Säuberlich\, Friedrich Schrandt\, Horst Schwarzer\, Ilse Sebastian\, Wolfgang Skrbek\, Holger Venus\, Ingo Walter\, Bernd Zender\, N.N. \nAbbildende Weltraumsensoren aus Berlin-Adlershof. Gestern – Heute – Morgen. Ein beachtliches Erbe des Instituts für Kosmosforschung der AdW der DDR \nIm Institut für Kosmosforschung (IKF) der Akademie der Wissenschaften der DDR wurden die Grundlagen gelegt für mindestens zwei der abbildenden Weltraumsensoren aus Berlin Adlershof: Für den Modular Optoelectronic Scanner (MOS) und den Wide-Angle Optoelectronic Stereo Scanner (WAOSS). MOS wurde 1996 als weltweit erstes Spektro-Radiometer auf dem Indian Remote-Sensing Satellite –P3 (IRS-P3) und auf dem PRIRODA-Modul der sowjetischen Raumstation MIR eingesetzt. WAOSS startete im selben Jahr mit der leider beim Einschuss in die Bahn zum Mars gescheiterten Mission MARS-96\, erlebte aber im Jahr 2001 als Nutzlast des ersten Kleinsatelliten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Bi-spektralen InfraRot Detektion (BIRD) seine erfolgreiche Renaissance als WAOSS-B. Zentrale Nutzlast der BIRD Mission war das im DLR Institut für Weltraumsensorik entwickelte Hot Spot Recognition System (HSRS)\, das es erlaubte\, Hoch-Temperatur-Ereignisse wie Vegetationsfeuer oder vulkanische Aktivitäten mit seinen bi-spektralen Infrarotkanälen sicher zu erkennen und energetisch exakter zu bewerten als andere dafür verwendeten abbildenden Weltraumsensoren. Das Multi-spektrale InfraRot Kamerasystem\, welches im Adlershofer DLR Institut für Optische Sensorsysteme aus HSRS und WAOSS-B für die FireBIRD Mission des DLR weiterentwickelt wurde\, startete mit den Kleinsatelliten Technologie-Erprobungs-Träger N° 1 (TET-1) im Jahr 2012 und Bi-spektral InfraRot Optisches System (BIROS) im Jahr 2016. TET-1 und BIROS haben zwischen 2017 und 2019 als Mini-Kleinsatelliten-Konstellation weltweit unikale Datensätze von Hoch-Temperatur-Ereignissen gewonnen. \nAufbauend auf dem Know How aus der Entwicklung des Rosetta Lander Imaging System (ROLIS)\, wurde in enger Zusammenarbeit der Adlershofer DLR Institute für Planetenforschung und für Weltraumsensorik die Super Resolution Camera (SRC) für die Mars Express Mission der ESA entwickelt\, die 2003 startete und bis heute aktiv ist. \nVon einem deutschen Konsortium wurde 2004 das MErcury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer (MERTIS) als wissenschaftliche Nutzlast für die „Bepi Colombo“ Mission der European Space Agency (ESA) und der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) vorgeschlagen\, angenommen und dann im DLR Standort Berlin  Adlershof (DLR-BA) in enger Zusammenarbeit mit der Firma Astro-und Feinwerktechnik Adlershof GmbH entwickelt\, gebaut und getestet. Das sehr kompakte und leichte (Masse < 3kg) MERTIS Instrument wird – nach seiner Reise zum Merkur an Bord des Mercury Planetary Orbiter (MPO)\, die von 2018 bis 2025 dauern wird – im Wellenlängenbereich von 7 – 14 µm hyperspektrale Thermalbilder in einem Gesichtsfeld von 4° liefern. \nDas DLR und das US-Unternehmen Teledyne Brown Engineering (TBE) vereinbarten im Jahr 2013 eine Kooperation zur Entwicklung und Nutzung eines neuen Hyperspektralsensors\, des DLR Earth Sensing Imaging Spectrometer (DESIS). Das DLR Institut für Optische Sensorsysteme entwickelte das DESIS Instrument für die Erdbeobachtung von der Internationalen Raumstation (ISS) im sichtbaren und nahen Infrarot Wellenlängenbereich mit hoher spektraler und räumlicher Auflösung\, die seit 2018 erfolgreich stattfindet. \nDieter Oertel\, geboren 1943 in Crimmitschau/Sa.\, erwarb 1969 das Diplom in Hochfrequenztechnik am Leningrader Elektrotechnischen Institut (LETI) und begann seine wissenschaftliche Tätigkeit im am Zentralinstitut für Solar-Terrestrische Physik (ZISTP) der Akademie der Wissenschaften (AdW) in Berlin-Adlershof. Von 1973 bis 1977 war er Abteilungsleiter im Institut für Elektronik der AdW der DDR\, wo er an mehreren instrumentellen Beiträgen der DDR zum „Interkosmos“- Programm beteiligt war. In drei Weltraummissionen auf sowjetischen Wettersatelliten vom Typ „Meteor“ mit Infrarot-Spektrometern-Interferometern\, entwickelt an der AdW in Berlin Adlershof\, war D. Oertel ab 1972 Systemingenieur und ab 1978 Projektleiter. 1976 promovierte er dort zum Dr. Ing. mit einer Arbeit zu „Elektronischen Systemen eines IR-Michelson Interferometers für den Satelliteneinsatz“.  Von 1978 bis 1991leitete er den Bereich Optoelektronische Systeme im Institut für Elektronik\, 1981 in Institut für Kosmosforschung (IKF) umbenannt. Von 1978 bis 1984 war er wissenschaftlicher Leiter der ersten Tiefraummission der DDR mit zwei Infrarot-Fourier-Spektrometern an Bord der sowjetischen Sonden „Venera 15 & 16“. 1983 folgte die „Promotion-B“ (zum Dr. sc. techn.) mit einer Arbeit zum Thema „Infrarotfernerkundung von Erde und Planeten“\, und 1984 wurde er zum Professor an der AdW ernannt. \nNach der Übernahme des IKF durch das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) zum 1. 1. 1992 wurde D. Oertel an das DLR Institut für Optoelektronik in Oberpfaffenhofen versetzt. 1995 wurde ihm auf Vorschlag des Direktors dieses Institutes der Titel „Seniorwissenschaftler“ durch den Vorstand des DLR verliehen. \n1998 wechselte er an das DLR Institut für Weltraumsensorik nach Berlin-Adlershof. Von 2000 bis 2005 war er dort u. a. Wissenschafts-Koordinator der ersten deutschen Infrarot-Kleinsatellitenmission zur „Bi-spektralen InfraRot Detektion (BIRD)“. Seit 2006 ist er fachlicher Berater der mittelständischen Fa. Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH. \n  \nMichael Schumann \nEtappen der Raumfahrtgeschichte im Spiegel der Philosophie des 20. Jahrhunderts \nEin Streifzug durch die Literatur der Space Advocacy \nNach gut hundert Jahren Raumfahrtgeschichte in der öffentlich-massenmedialen Wahrnehmung\, deren Auftakt – in diesem Sinne – bei der „space fad“ der 1920er Jahre anzusetzen ist\, fehlt es doch bis heute an einer umfassenden akademischen Konfrontation mit der geisteswissenschaftlichen Relevanz nunmehr weltweiter Raumfahrtaktivitäten. Diese Nachlässigkeit an der akademischen Philosophie hat eine wohlwollende Phänomendurchdringung\, darin der Soziologie nicht unähnlich\, bislang eher vermieden. Es bedarf eines blickerweiterten Umwegs. \nDieser führt über ‚Popularisierungsliteratur‘\, präziser\, das Genre der „Space Advocacy“\, d. h.\, der generellen Verteidigung des Raumfahrtinteresses\, sogar weit vor dem öffentlich-massenmedialen Spektakel eines extra-terrestrischen Unterfangens. Aus Gründen der Sachorientierung (einzelne Etappen des technisch realisierten Raketenfluges) bleibt der Untersuchungsrahmen aber dem 20. Jahrhundert verhaftet: Konkret sind es fünf Etappen\, gegliedert in Zeitsprüngen von 20 Jahren\, die markante Durchbrüche oder Erlahmungsphasen betreffen. \nDiese sind 1. die Vorbereitungsetappe (1910er-1920er)\, illustriert an Konstantin E. Ziolkowski\, unter dem Blickpunkt der Gesellschaftsutopie; 2. die Reorientierungsetappe (1930er-1940er)\, angedeutet mit Arthur C. Clarke\, unter dem Fokus einer satellitengestützten Globalisierung; 3. die Konsolidierungsetappe (1950er-1960er)\, informiert über Hannah Arendt\, im Vorbehalt ihrer Skepsis gegen Weltentfremdung; 4. die Zermürbungsetappe (1970er-1980er)\, plausibilisiert anhand von Krafft A. Ehricke\, in Erwiderung auf ‚Grenzen des Wachstums‘; und 5. die Pluralisierungsetappe (1990er-2000er)\, greifbar an Robert M. Zubrin und der Astrostrategie. \nAlle Beispiele liefern dezidiert ‚Philosophien‘\, obschon nur bei Arendt aus der Akademia\, welche geistesgeschichtliche Eminenz für (un)bemannte Raumfahrtaktivitäten reklamieren. \nMichael Schumann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Philosophie und Philosophische Anthropologie der Universität Potsdam. Sein Masterstudium schloss an der Universität Potsdam mit der Arbeit „Extraterrestrische Ex-Zentriker. Zur theoriestrukturellen Einarbeitung des Außerirdischen bei Helmuth Plessner als Grundlage einer Philosophischen Anthropologie des Raumfahrtzeitalters“ als Jahrgangsbester des akademischen Jahres 2018/2019 ab. \nMichael Tilgner \nEinsteins Relativitätstheorie und die Raumfahrtpioniere \nDie Relativitätstheorie wurde in den 1920er und 1930er Jahren in der Öffentlichkeit – und auch unter den Raumfahrtpionieren – kontrovers diskutiert. Neben begeisterter Zustimmung gab es auch harsche Ablehnung\, teils mit antisemitischem Einschlag. Überraschend ist auch\, dass in dieser Zeit schon untersucht wurde\, welche Auswirkungen die Spezielle Relativitätstheorie auf das Raumfahrtproblem hat! Der Vortrag stellt einige Positionen vor\, die die Raumfahrtpioniere seit den 1920er Jahren zur Relativitätstheorie vertreten haben. Sie reichen von allgemeinen Erörterungen über Raum und Zeit (Johannes Winkler) bis zu einer imaginären Reise zu den Sternen (mit Eugen Sängers Photonenrakete). \nMichael Tilgner (*1949 Hamburg) arbeitete nach dem Studium der Mathematik und Astro-nomie in Hamburg in verschiedenen Unternehmen im Bereich der kommerziellen Datenverar-beitung. Neben dieser Berufstätigkeit hielt er bis zum Anfang der 1990er Jahre regelmäßig Vorträge am Planetarium Hamburg\, vorwiegend zu kosmologischen Themen\, und führte ast-ronomische Kurse an der VHS Hamburg durch. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben 2011 widmet er sich u.a. der frühen Geschichte der Raumfahrt. Über die Ergebnisse seiner Studien berichtete er in Vorträgen auf den Raumfahrthistorischen Kolloquien in der Archenholdsternwarte (Berlin)\, auf den Tagen zur Raumfahrtgeschichte\, die im Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum (Feucht) abgehalten werden\, auf dem History Symposium des International Astronautical Congress 2018 (Bremen) und bei anderen Gelegenheiten.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 14. November 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt.\nDer Zoom-Einwahllink ist folgender: https://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67310031085?pwd=eUgnOBCDTNuAtqTXoJafTgWNXTvesf.1\nMeeting-ID: 673 1003 1085. \nHartmut Herrmann (MLS) \nAktuelle Forschungsarbeiten zu Multiphasenprozessen in der Atmosphärenchemie\nAbstract:\nIm Vortrag wird zunächst auf das Forschungsfeld der Atmosphärenchemie und dann auf das speziellen Gebiet der Untersuchung von Multiphasenprozessen eingegangen\, also von Prozessen oder Prozessketten\, die in mehreren Phasen ablaufen. \nIm zweiten Teil des Vortrages werden einige Systeme näher betrachtet\, in denen Multiphasenprozesse eine Rolle spielen. Es werden Beispiele aus Feldmessungen und Laboruntersuchungen präsentiert und zugehörige Modellierungen erörtert. Die Beispiele betreffen die Gebiete Holzverbrennung\, Mikroplastik in Partikeln und Viren in Partikeln. Es werden außerdem einige experimentelle Methoden besprochen. Hierzu zählen kinetische Laboruntersuchungen mit kurzlebigen Radikalen und Aerosolkammeruntersuchungen. Zudem wird auf die notwendige Analytik eingegangen\, die zur Aufklärung von Partikel-Zusammensetzungen benötigt wird.\nZum Ende der Präsentation wird der Stand der Forschung auf dem vorgestellten Fachgebiet zusammengefasst. Hierbei werden auch die folgenden Fragen beantwortet:\nWie gut haben wir unsere Atmosphäre bisher verstanden? Ist Luftverschmutzung überhaupt noch ein Problem? Was bleibt auf dem Gebiet der Multiphasenprozesse in der Atmosphäre zu tun\, in Europa und weltweit? \nVita:\nHartmut Herrmann (*1961) studierte von 1982 bis 1987 in Göttingen Chemie und hat sich bereits mit seiner Diplomarbeit zur Photolyse des Nitrat-Ions für eines seiner späteren Spezialgebiete\, die Chemie der atmosphärischen flüssigen Phase\, qualifiziert. Am Institut für Physikalische Chemie der Georg-August-Universität Göttingen hat er mit seiner Doktorarbeit\, die er 1990 abschloss\, diesen Weg weiter beschritten. (1987-1990). Nach einem kurzen Aufenthalt als wiss. Angestellter am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Universität Hannover wechselte er 1991 als Assistent an das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Essen. In mehreren Forschungsaufenthalten zwischen 1992 und 1995 als Visiting Associate am California Institute of Technology konnte sich Hartmut Herrmann während seiner Arbeiten an einer Habilitation weiter qualifizieren. Im Mai 1998 erfolgte der Abschluss des Habilitationsverfahrens. Hartmut Herrmann erhielt im Rahmen des Verfahrens die Venia Legendi für Physikalische Chemie an der Universität Essen. Seit August 1998 ist er C3-Professor für Chemie der Atmosphäre an der Universität Leipzig\, verbunden mit der Leitung der Abteilung Chemie des Instituts für Troposphärenforschung in Leipzig. Er ist außerdem seit 2015 Professor in Environmental Science and Engineering an der Fudan-Universität\, Shanghai\, China\, sowie seit 2018 „Distinguished Visiting Professor“ an der School of Environmental Science and Engineering an der Shandong-Universität. \n 
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DESCRIPTION:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/64116646057?pwd=a9a1bdYamt2W5EdNwbgSiKUAGcuCH1.1 \nMeeting-ID: 641 1664 6057 \n. \nVortrag: \nSenthold Asseng (MLS) \nIst Vertical Farming eine Alternative zur Landwirtschaft? \nAbstract: \nEine stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren\, ohne unseren Planeten Erde zu zerstören\, ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Schon jetzt ist es in vielen Regionen der Welt schwierig\, ausreichend Wasser für hohe Ernteerträge bereitzustellen. Die aktuelle Klimakrise verschärft die Situation dramatisch. Sollte das globale Klimasystem einen Kipppunkt erreichen\, könnten bisher unvorstellbare Veränderungen die traditionelle landwirtschaftliche Produktion\, wie wir sie kennen\, in weiten Teilen der Welt unmöglich machen. Um dem entgegenzuwirken\, müssen wir nach alternativen Verfahren suchen um die zukünftige Primärproduktion von Nahrungsmitteln zu gewährleisten. \nVertikal Farming von Grundnahrungsmitteln könnte in der Zukunft eine Alternative werden\, um mittels energieeffizienter\, hochautomatisierter und mehrstöckiger Anlagen\, in denen alle Ressourcen im Kreislauf genutzt werden\, Pflanzen in einer kontrollierten und pestizidfreien Umgebung zu produzieren. In Vertical Farmen sind extreme Produktivitätssteigerungen möglich\, die den Weg für eine nachhaltige Massenproduktion von Grundnahrungsmitteln bei minimalem Flächenverbrauch und völliger Wetterunabhängigkeit ebnen. Um das zu erreichen\, wird aber gezielte Forschung von multidisziplinären Forscherteams mit Experten aus den Pflanzenwissenschaften\, der Technologieentwicklung sowie den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften gebraucht. Die potenziell extrem hohe Effizienz der Pflanzenproduktion in Vertikal Farmen schafft eine grundlegend neue Option\, um zukünftig unabhängig von Region\, Wetter und Klima die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. \nVita: \nSenthold Asseng ist Professor und Leiter des Lehrstuhls für Digital Agriculture sowie Direktor des Hans Eisenmann-Forums an der Technischen Universität München. Er studierte Agrarwissenschaften und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er habilitierte an der Technischen Universität München und forschte und lehrte an der CSIRO Australia und der University of Florida in den USA. Er hat über 300 Publikationen veröffentlicht\, ist Fellow der American Association for the Advancement of Science (AAAS)\, Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2024 und war in den letzten Jahren mehrmals ein Highly Cited Researcher beim Web of Science. Er wurde 2023 mit dem Forschungspreis der Werner Siemens-Stiftung zur Jahrhundertprojektidee in Höhe von 1 Million Schweizer Franken ausgezeichnet.
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DESCRIPTION:Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\, Konferenz gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT)\, dem Internationalen Institut für Sozio-Informatik (IISI)\, der Gesellschaft für Informatik (GI) und der Universität Siegen \nVolker Wulf (MLS)\, Peter Brödner (MLS) \nSocio-Informatics 2024:\nTransforming Rural and Industrial Regions\nin conjunction with the symposium of the GI Department of Human-Computer Interaction 2024\nAbout – Socio-Informatics Conference 2024 (iisi.de)\nProgramm: Program – Socio-Informatics Conference 2024 (iisi.de)\nOrt:  Venue – Socio-Informatics Conference 2024 (iisi.de)\nFraunhofer-Forum Berlin\nAnna-Louisa-Karsch-Straße 2\n10178 Berlin \nbei Interesse ist eine kostenlose Registrierung erforderlich: Registration – Socio-Informatics Conference 2024 (iisi.de)
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. September 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66145863294?pwd=6KBLSiuvpNFCTB2aWTMQ1XnNYsUeNV.1\nMeeting-ID: 661 4586 3294\n\nVortrag: \nNorbert Mertzsch\, Ernst-Peter Jeremias\, Gerhard Pfaff\, Gerhard Banse (alle MLS) \nBetrachtungen zur Energieversorgungssicherheit\n Abstract: \nEnergieversorgungssicherheit wurde früher vorwiegend auf den Import von Energierohstoffen in Form von Vermögensenergieträgern (fossile Energieträger wie Kohle\, Erdöl\, Erdgas) bezogen. Inzwischen zeigen Anschläge auf Strommasten und Auswirkungen von Unwettern\, dass das Thema wesentlich umfassender zu betrachten ist. So sollen im Vortrag neben historischen Betrachtungen zur Energieversorgungssicherheit der Menschheit sowohl die politischen und ökonomischen Dimensionen als auch die technischen und organisatorischen Aspekte der aktuellen und zukünftigen Energieversorgungssicherheit aufgezeigt werden. \nIn den Ausführungen wird auf relevante Sicherheitsaspekte beim Import von Vermögensenergieträgern ebenso eingegangen wie auf die sichere Bereitstellung von Einkommensenergien (erneuerbare Energien wie Windenergie\, Solarenergie) im Inland. Einen wesentlichen Platz in den Betrachtungen nimmt die Energieinfrastruktur als Teil der kritischen Infrastruktur ein. Angesprochen wird auch die Problematik der Datensicherheit\, die im Rahmen der Energiewende zunehmende Bedeutung erhält. \nUm die Energieversorgungssicherheit in Zukunft gewährleisten zu können\, sind nachfolgende Fragen innerhalb übergeordneter Problemkreise zu diskutieren: \n\nDefinition der Bedürfnisse\, die sich die Gesellschaft zukünftig leisten kann und will. Dabei sind zu beachten: notwendige Ressourcenminimierung/-schonung\, kein uneingeschränktes Wachstum mehr\, Begrenzung und gerechte Verteilung von Wachstum.\nDenkansatz: Einsparung von Energie muss Vorrang vor der Erzeugung von Energie haben.\nRechtzeitige Planung des komplexen Transformationsprozesses: Derzeit werden die Maßnahmen vor allem auf Basis der Erkenntnisse von Klimaforschern zeitlich festgelegt. Es müssen aber auch Umfang und realistische Dauer des Transformationsprozesses basierend auf den bestehenden Erfordernissen und Zielen berücksichtigt werden.\nKurz- und langfristige Sicherung von für die Energieversorgung benötigten Rohstoffen.\nKonkrete Umsetzung des notwendigen Transformationsprozesses unter Berücksichtigung der vorgenannten Punkte.\n\nVitae: \nNorbert Mertzsch (*1950 / MLS) studierte von 1968 bis 1972 Chemie an der Technischen Hochschule für Chemie „Carl Schorlemmer“ in Merseburg mit dem Abschluss als Diplom-Chemiker. Von 1972 bis 1985 war er im VEB Stickstoffwerk Piesteritz tätig. 1976 erwarb er den Abschluss als Fachchemiker für Analytik und Spektroskopie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1984 folgte die Promotion zum Dr. rer. nat. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von 1985 bis 2013 war er im Kernkraftwerk Rheinsberg tätig. Seither ist er im Ruhestand\, war aber bis 2019 noch Freier Mitarbeiter der Firma tetra ingenieure GmbH in Neuruppin. \nSeit 2018 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Von 1994 bis zur Auflösung Ende 2022 war er Mitglied des Vereins Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler (VBIW). Dort war er 12 Jahre Vorsitzender des Vereins. Er ist Mitglied der Brandenburgischen Ingenieurkammer und war von 2019 bis 2023 Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften. \nErnst-Peter Jeremias (*1953 / MLS) 1972 Berufsausbildung mit Abitur bei Bergmann Borsig\, Görlitzer Maschinenbau; 1972 bis 1976 Studium Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung (Ingenieurhochschule Zittau)\, Abschluss als Hochschulingenieur (1975); 1976 Diplomingenieur; 1976 bis 1980 Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Reaktorwärmetechnik im KKW Rheinsberg; 1980 bis 1991 Tätigkeit als Gruppenleiter für Reaktorwärmetechnik im KKW Rheinsberg; 1988 Promotion zum Dr.-Ing. (Akademie der Wissenschaften der DDR\, Kernforschungszentrum Rossendorf); 1991 bis 1994 entec Planungsgesellschaft GbR (Geschäftsführender Gesellschafter); 1994 bis 2018 tetra ingenieure GmbH – Planungs- und Beratungsgesellschaft für Energie- & Umwelttechnik und Gebäude- & Versorgungstechnik (Geschäftsführender Gesellschafter; www.tetra-ingenieure.de); seit 01.11.2018 Gesellschafter tetra ingenieure GmbH und tätig als selbständiger Senior Consultant auf dem aktuellen Fachgebiet: Sektorenkopplung und Elektromobilität“ und Einkommensenergien; seit 2020 Freiberuflicher Dozent bei der Handwerkskammer Potsdam zum Themenkomplex „Elektromobilität und Infrastruktur“; Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2019. \nGerhard Pfaff (*1953 / MLS) studierte von 1973 bis1978 Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und promovierte dort 1983 mit einer Arbeit im Bereich der Anorganischen Festkörperchemie. Anschließend war er als wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Fachbereich Chemie der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit vielfältigen Lehrverpflichtungen auf dem Gebiet der anorganischen Chemie tätig. 1991 begann er seine Tätigkeit bei Merck in Darmstadt in der Pigmentforschung. Seit 1994 war er Leiter der Abteilung Produktentwicklung innerhalb der Forschung für Effektpigmente. 2006 übernahm er die Leitung der Pigmentforschung. Seit 1994 hält er Vorlesungen an der TU Darmstadt\, wo er sich 1997 am dortigen Fachbereich Chemie mit einer Arbeit über Erdalkalititanate und Eisenoxide habilitierte. 2008 wurde er zum apl. Professor an der TU Darmstadt ernannt. Er ist Autor von mehr als 150 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und mehr als 70 Patenten. Seit 2018 ist Gerhard Pfaff Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin und seit 2019 deren Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften. \nGerhard Banse (*1946 / MLS) studierte nach dem Abitur von 1964 bis 1969 Chemie\, Biologie und Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Potsdam\, arbeitete zwei Jahre als Lehrer und war ab 1971 Doktorand an der Sektion Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB). Von 1974 bis 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften (AdW) der DDR\, am Lehrstuhl Technikphilosophie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTUC)\, am Institut für Philosophie der Universität Potsdam\, am Fraunhofer-Anwendungszentrum für Logistiksystemplanung und Informationssysteme Cottbus und am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)\, Campus Nord (ehemals Forschungszentrum Karlsruhe GmbH in der Helmholtz-Gemeinschaft). Promotionen 1974 zum Dr. phil. und 1981 zum Dr. sc. phil. mit technikphilosophischen Themen; 1988 Ernennung zum Professor an der AdW\, 2000 Bestellung zum Honorarprofessor an der BTUC und Berufung zum Gastprofessor an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Matej-Bel-Universität Banská Bystrica (Slowakische Republik) sowie 2011 Ernennung zum Professor e.h. (ehrenhalber) der Schlesischen Universität Katowice (Polen). \n2000 erfolgte die Wahl zum Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften (LS)\, deren Vizepräsident er von 2009 bis 2012 und deren Präsident er von 2012 bis 2019 war. Von 2019 bis 2023 Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Freunde der LS. Zudem 2002 Gründungsmitglied des LIFIS – Leibniz-Instituts für interdisziplinäre Studien\, das ihn 2019 zum Ehrenmitglied ernannte.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 13. Juni 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://us02web.zoom.us/j/84315682119?pwd=tsLMFwmv9aL0amlMjCaY8SAj0pQbVa.1\nMeeting-ID: 843 1568 2119\nKenncode: 946146 \nVortrag: \nNick Schmid (BScN.)\, Prof. Dr. Olaf Scupin (MLS) \nKrankenpflege während der deutschen Kolonialherrschaft. Ausgewählte Biografien und die Arbeits- und Lebensverhältnisse von Krankenschwestern in Namibia (ehem. Deutsch-Südwestafrika) zwischen 1893 und 1915 \nAbstract: \nIm ersten Teil des Projektes „Krankenpflege in der Kolonialgeschichte Deutschlands“ befasste sich eine Forschungsgruppe mit der pflegerischen Ausbildung von deutschen Krankenschwestern und Laienpflegerinnen vor ihrem Aufenthalt in Deutsch-Südwestafrika um 1900\, der christlichen Mission und Pflege im Kontext der deutschen Kolonialherrschaft\, als einem moralischen Konfliktfeld\, der Analyse von Tagebuchaufzeichnungen deutscher Schutztruppensoldaten in der Zeit zwischen 1904-1908 und der Organisation der Konzentrationslager\, Lazarette und Krankenhäuser in Deutsch-Südwestafrika. Diese Ergebnisse werden im ersten Band zum Thema Ende 2024 publiziert. \nIm zweiten Teil des Projektes (April ´22 – Dezember ´23) wurden Krankenschwestern identifiziert\, die zwischen 1893 bis 1915 in der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika tätig gewesen sind. Die ersten Teilergebnisse sollen in diesem Vortrag vorgestellt werden. \nDie Geschichte der Pflege ist so alt wie die der Menschen selbst. Trotz dieser Tatsache ist selbst Angehörigen der Pflegefachberufe die pflegehistorische Forschung häufig kein Begriff und das Wissen über die Geschichte ihrer eigenen Profession bleibt fragmentiert. Die Geschichte der eigenen Berufsgruppe zu kennen ist jedoch ein notwendiger Teil\, um heutige sowie zukünftige Entwicklungen zu verstehen und die eigene Praxis kritisch reflektieren zu können. Dies schließt dunkle Kapitel wie die Beteiligung an Verbrechen ebenso ein wie positive Aspekte\, Leistungen und Errungenschaften der eigenen Profession. Um die bislang wenig erforschte Geschichte der Pflege weiter aufzuarbeiten\, haben sich vier Studierende des Masterstudiengangs Pflegewissenschaft/Pflegemanagement der Ernst-Abbe-Hochschule Jena in den letzten zwei Jahren mit einem Thema beschäftigt\, zu dem es bis heute praktisch keine wissenschaftlichen Untersuchungen gab – der Krankenpflege in der deutschen Kolonialgeschichte. Beginnend mit dem Beispiel Namibias (ehemals Deutsch-Südwestafrika) erforschten die Studierenden die Gesundheitsstrukturen der ehemaligen Kolonie aus pflegerischer Perspektive und identifizierten besondere Persönlichkeiten\, sowie Arbeits- und Lebensverhältnisse von Krankenschwestern. Im Rahmen des Vortrags werden Teile der Forschungsergebnisse präsentiert und Einblicke in die Lebens- und Gedankenwelten von Krankenschwestern aus der ehemaligen Kolonie gegeben. \nVita Nick Schmid: \nAusbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an der Akademie für Medizinische Berufe Freiburg und Studium der Pflegewissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (BSc). Aktuell Student der Pflegewissenschaft\, Schwerpunkt Advanced Nursing Practice (MSc) an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena\, Fachbereich Gesundheit und Pflege. Seit 2021 beschäftigt an der Charité-Universitätsmedizin Berlin (Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin). Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger und dezentraler Praxisentwickler auf einer Intensivstation am Campus Benjamin Franklin. \nVita Olaf Scupin: \nAusbildung zum Krankenpfleger und Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster/Westf. – Prof. Dr. Dr. P. Lawin). Qualifizierung zur Leitung des Pflegedienstes. Zwischen 1995 – 2005 Direktor in 3 Kliniken. \nStudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Neubrandenburg (Prof. Dr. H.-J. Götze). 2003 Promotion am Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität zu Berlin (Prof. Dr. K.-F. Wessel). Seit 2004 Professor am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) mit dem Berufungsgebiet „Pflegemanagement“. Seit 2009 Direktor am Institut für Coaching und Organisationsberatung der EAH Jena. Lehre in den Fachbereichen Betriebswirtschaft\, Sozialwesen und SciTec. Vorstandsmitglied im Landespflegerat Thüringen und der Gesellschaft für Humanontogenetik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2017 Direktor für Pflegeentwicklung am Deutschen Zentrum für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg. Seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 16. Mai 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/65667231796?pwd=ajc5cUxMUDNCbjlIOHNOQzA5VXdSUT09\nMeeting-ID: 656 6723 1796\n  \nVortrag: \nTao Wang (Beijing) \nContinental assembly/growth and orogenic types: Big data of magmatic rocks \n  \nAbstract: \nThe continental crust distinguishes Earth from other planets and records its unique evolutionary history characterized by its assembly and growth during orogenesis. Many issues are still not known well\, including what are the ways of assembly of complex continents\, whether voluminous Phanerozoic growth occurs or not\, what are the relationships of the assembly and crustal growth to orogeny\, and how to quantitatively evaluate them. \nThe talk presents the results of recent research on these issues based on big data of igneous rocks. Five stages of the assembly of the complex Asian continent\, including a roll-back\, scissor-like closure of the Mongolian Okhotsk Ocean\, were constructed through the spatial-temporal evolution of magmatic belts mainly based on geochronology datasets. \nNd-isotopic mapping of 8 typical Phanerozoic orogens characterizes their architecture and crustal growth. The results demonstrate that the proportions of juvenile crust decrease from typical accretionary (> 59%) to general accretionary (50% – 30%)\, to accretionary–collisional\, and to collisional orogens and confirm voluminous (> 50%) Phanerozoic crustal growth. A new approach is proposed to quantitatively characterize orogen types and their evolution as well as their relationships with crustal growth through isotope mapping. \nVita: \nProfessor Tao Wang is Senior Researcher of the Institute of Geology\, CAGS (Chinese Academy of Geological Science)\, Director of the National Committee of Experts of Regional Geological Mapping\, Deputy Director of Regional Geology and Mineralization Specialized Committee\, China Geological Society and Director of the Beijing SHRIMP center (2018-2023). His major research interests are geological mapping\, granitic origin\, structural geology\, tectonics\, orogenic evolution\, continental crust\, deep Earth probes\, and metallogeny. He published several sheets of 1:50000-scale Geological Maps. Tao Wang is the leader of IGCP-662 and co-leader of OnePetrology of DDE (Deep-time Digital Earth\, the first IUGS-recognized Big Science Programme). He published about 290 papers in national and international journals and is listed in the top 2%-rank global scientists and top 1%-rank of global scientists in 2022.
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SUMMARY:3. Rohstoffkolloquium
DESCRIPTION:Die Arbeitsgruppe Geo-\, Montan-\, Umwelt-\, Weltraum-\, Astrowissenschaften (GeoMUWA) der Gelehrtengesellschaft Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. organisiert in Zusammenarbeit mit GREENPEG.eu am 20. März 2024 an der Universität Potsdam das \n3. Rohstoffkolloquium \nKritische Rohstoffe – große Bedeutung und geringes öffentliches Bewusstsein – was ist zu tun?\nVon der EU als kritisch definierte Rohstoffe sind unverzichtbar für moderne Technologien unter anderem zur Realisierung der Energiewende. Die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe kann jedoch durch politische\, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Ereignisse beeinträchtigt werden. Deshalb hat die EU bis 2030 das Ziel gesetzt\, 10% des EU-Verbrauchs dieser Rohstoffe innerhalb der EU abzubauen. Gleichzeitig sinkt in der Bevölkerung die Akzeptanz für den lokalen Rohstoffabbau. Ziel des 4. Rohstoffkolloquiums ist\, die Gründe des geringen öffentlichen Bewusstseins für dieses Thema zu analysieren und mögliche Wege für eine größere Akzeptanz für den Bergbau aufzeigen. \nProgramm (10:00-16:00) (als PDF Datei zum Download) \n10:00-10:15: Prof. Dr. Gerda Haßler (MLS\, Universität Potsdam): Eröffnung \n10:15-10:45: Prof. Dr. Christoph Hilgers (Karlsruher Institut für Technologie): Rohstoffbewusstsein und geostrategische Rohstoffsicherung \n10:45-11:15: Knut Ansgar Hirsch (DMT GmbH and Co. KG\, stellv. Vorsitzender des Vereins Rohstoffwissen): Der Bürgerdialog Rohstoffe – wissenschaftsbasierte Aufklärung der Bevölkerung \n11:15-11:45: Fiarra Pudritzki und Prof. Dr. Steffen Kolb (HTW Berlin): Geothermie und Lithium: Mediale Darstellung von Geothermie in Südwestdeutschland mit einem Ausblick auf Lithiumförderung \n11:45-12:15: Dr. Bastian Mrosko (Universität Innsbruck): Sehen – Staunen – Anfassen – Experimentieren – Verstehen: Möglichkeiten der Schaffung von öffentlichem Bewusstsein in der jungen Generation \n12:15-13:30: Mittagspause \n13:30-14:00: Dr. Kate Smith und Prof. Frances Wall (University of Exeter): Umwelt- und soziale Auswirkungen der Anwendung von konventionellen und neuen Explorationstechniken – Fallstudien aus dem GREENPEG EU-Projekt \n14:00-14:30: Prof. Dr. Thomas Seifert (TU Bergakademie Freiberg): Lagerstätten kritischer Metalle im Erzgebirge-Krušné Hory-Vogtland – Status und Ausblick \n14:30-15:00: Dr. Hennes Obermeyer (MLS\, Inspekt eG): Kritische Baustoffe \n15:00-16:00: Zusammenfassende Diskussion und Ausblick \n17:00: Gemeinsames Essen in der Piazza Toscana \n  \nDer Veranstaltungsort ist die Universität Potsdam\, Standort Griebnitzsee\, Komplex 3\, Haus 7\, Raum 0.39\, August-Bebel-Str. 89\, 14482 Potsdam\, in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Griebnitzsee (S-Bahn S 7 sowie RB) \nDie Teilnahme ist kostenlos. Es besteht die Möglichkeit\, per Zoom an der Veranstaltung teilzunehmen (Hybrid-Veranstaltung)\, die Zoom-Einwahldaten sind die folgenden:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67502165885?pwd=bkN2SHdWRUtkTTJiQ25OUmNhbHUvQT09\nMeeting-ID: 675 0216 5885 \nDie Texte zu den Vorträgen werden nach dem Kolloquium in den Sitzungsberichten der Leibniz-Sozietät publiziert.\nDie Veranstalter der GeoMUWA sind Axel Müller (a.b.muller@nhm.uio.no)\, Gerhard Pfaff (pfaff.pigmente@gmx.de)\, Reinhard Greiling (reinhard.greiling@kit.edu) und Björn Egbert. \n 
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 14. März 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt.\nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/68803031789?pwd=dlZ4NGZCRzdTZ2YyUDVnL2kzK2hSZz09\nMeeting ID: 688 0303 1789 \nVortrag: \nUlrich Wulf (BTU Cottbus) \nQuantenmechanischer Ladungstransport in Nanotransistoren und daraus abgeleitete energiesparende Nanotransistorlösungen\nAbstract: \nNach dem wohlbekanntem Mooreschen Gesetz verdoppelt sich die Anzahl der Transistoren in Hochleistungs-Mikrochips etwa alle zwei Jahre. Dieses Gesetz bleibt bis heute gültig\, die Entwicklung intensiviert sich sogar. Der Vortrag demonstriert die erheblichen Umgestaltungen der Transistorarchitektur – MOSFET\, FinFET\, SOI-Transistor und Nanosheet-FET – die notwendig waren\, um das Mooresche Gesetz aufrechtzuerhalten. Diese Umgestaltungen sind verbunden mit wechselnden physikalischen Regimen des Ladungstransports – semiklassischer\, mesoskopischer und atomistischer Transport. Die Ausführungen konzentrieren sich auf den mesoskopischen Transport\, welcher für die modernen industriellen Transistoren geeignet ist. Wegen der komplexen Architektur und Materialzusammensetzung der Bauelemente ist zur Berechnung der Strom-Spannungs-Kennlinien eine möglichst einfache Formulierung der Transporttheorie erforderlich. Hierzu wird der R-Matrix-Formalismus vorgestellt\, seine Anwendung auf einen SOI-Transistor gezeigt und der Vergleich mit experimentellen Ergebnissen vorgenommen. Außerdem wird demonstriert\, wie die Standard-SOI-Architektur modifiziert werden konnte\, um einen Transistor zu erhalten\, der mit zwei parallelen Leitungskanälen arbeitet\, die durch transversales resonantes Tunneln gekoppelt sind. Wegen der sensitiven Gate-Steuerbarkeit dieser Kopplung hat dieser Zweikanaltransistor das Potenzial\, Anwendungen mit einem sehr niedrigen Energieverbrauch zu ermöglichen \nVita: \nUlrich Wulf studierte von 1980 bis 1987 Physik an der Universität Hamburg und war von 1987 bis 1991 Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart in der Gruppe des Nobelpreisträgers Klaus von Klitzing. Von 1991 bis 1993 war er Postdoktorand an der Indiana University in Bloomington\, Indiana (USA). Seit 1993 ist er Privatdozent an der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus/Senftenberg (BTU)\, 2007 erfolgte die Habilitation. Ulrich Wulf ist heute am Lehrstuhl für Computational Physics an der BTU tätig. Seit mehr als 25 Jahren ist er in der Welt der Quantenelektronik bzw. der Nanoelektronik zu Hause. Die Grundlagenarbeit\, die er dabei geleistet hat\, vergleicht er selbst mit der Kartographie. Die Welt der Quanten muss gezeichnet\, die Zeichnungen müssen immer wieder verbessert werden\, nur dann kann der Mensch sich in dieser Welt zurechtfinden und radikale technische Fortschritte erreichen. Bei seiner Forschung rechnet er mit Millionstel Millimetern. Nanoelektronik wird die Halbleitertechnologie revolutionieren\, davon ist Ulrich Wulf überzeugt.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 8. Februar 2024 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nDer Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://us02web.zoom.us/j/88030466234?pwd=MVRtOC9OWGw0UUZFL1Rla3ArVmFWdz09\nMeeting-ID: 880 3046 6234\nKenncode: 548086 \nVortrag: \nUlrich Jumar (MLS) \nForschung zur Funk-Datenkommunikation im Spannungsfeld industrieller Anforderungen und 5G-Mobilfunkmarkt\nAbstract: \nFrühzeitig hat sich bei der Forschung zum Thema der Funk-Datenkommunikation in der industriellen Automation gezeigt\, dass beim Nachweis der Leistungsfähigkeit der Kommunikation der Applikationsaspekt Berücksichtigung finden muss. So interessiert den Nutzer in der Industrie\, in welchem Maße die Anforderungen erfüllt werden und ob noch Reserven für einen späteren Ausbau vorhanden sind. Folgerichtig befasst sich eine Arbeitsgruppe beim Autor des Beitrags mit der methodischen Anforderungsspezifikation sowie mit Methoden zur Bewertung des Zeit- und Fehlerverhaltens von Funklösungen. Ein ausgewählter Forschungsgegenstand ist das Koexistenzmanagement\, das dann relevant wird\, wenn mehrere Funksysteme zur gleichen Zeit am selben Ort dasselbe Frequenzspektrum nutzen. Ein Vorteil des beschrittenen Weges ist die Unabhängigkeit von der Funk-Technologie und von herstellerspezifischen Produkten. Die Arbeiten fließen in die 5G-ACIA „5G Alliance for connected industries and automation“ ein\, zu deren Gründungsmitgliedern das Institut des Autors zählt. Mit Blick auf die Forschung wird das „Industrial Radio Lab Germany“ vorgestellt\, das sich zum Ziel gesetzt hat\, die flexible Vernetzung von Maschinen und Anlagen in Produktionssystemen durch drahtlose Kommunikationssysteme zu unterstützen. Ein Spannungsfeld entsteht nicht zuletzt dadurch\, dass die durch den 5G-Mobilfunkmarkt geschürten Erwartungen mit den automatisierungstechnischen Anforderungen an Echtzeitverhalten\, Zuverlässigkeit und Sicherheit kontrastieren. \nVita: \nUlrich Jumar hat von 1978 bis 1983 Elektrotechnik in der Fachrichtung Technische Kybernetik und Automatisierungstechnik an der damaligen TH Magdeburg studiert. 1986 wurde er mit einer regelungstechnischen Arbeit zum Dr.-Ing. promoviert. Nach einer Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Magdeburger Universität und einem Forschungsaufenthalt am King’s College in London war Ulrich Jumar als Gründungsmitglied des An-Instituts ifak e.V. seit 1992 maßgeblich am Aufbau des Instituts für Automation und Kommunikation (ifak) in Magdeburg beteiligt. Seit 2005 ist er Vorstandsvorsitzender und Leiter des ifak und Professor an der Otto-von-Guericke-Universität in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Er arbeitet an der Schnittstelle wissenschaftlicher Methoden und Verfahren der Automatisierung und deren Anwendung. In der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ist Ulrich Jumar langjährig im Vorstand und Beirat tätig. Er ist zudem in leitender Funktion beim jährlichen AUTOMATION-Kongress aktiv. Auf internationaler Ebene wirkt er in der IFAC International Federation of Automatic Control. Er ist Editor-in-Chief der wissenschaftlichen Zeitschrift at – Automatisierungstechnik\, Mitglied in verschiedenen Fachbeiräten und Gutachtergremien und seit 2023 Mitglied der Leibniz-Sozietät.
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 14. Dezember 2023 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. \nLink zum Zoom Meeting\nhttps://us02web.zoom.us/j/83793710647?pwd=d3hJV0ZRSVJRSk9zMVArZjUwQlcydz09\nMeeting-ID: 837 9371 0647\nKenncode: 491688 \nVortrag: \nThomas Naumann (DESY\, Zeuthen) \nEx nihilo nihil fit – Die Geburt der Welt aus dem Nichts \nAbstract: \nEx nihilo nihil fit\, Von Nichts wird Nichts\, stellte schon Aristoteles beim Nachdenken über den Ursprung der Welt fest. Wie aber kann Etwas aus dem Nichts entstehen? Warum ist da Etwas – und nicht etwa Nichts? Eine creatio ex nihilo\, eine Schöpfung aus dem Nichts\, erschien niemals logisch. Heute wissen wir: Die Leere\, das Vakuum ist nicht das bloße Nichts. Sie lebt und kann Materie gebären. In diesem Sinne beschreiben wir den Urknall und die darauffolgende Inflation des Universums und diskutieren die philosophischen und physikalischen Konzepte von Vakuum und Äther. Seit 500 Jahren ist die Physik die Lehre von den Kräften\, also Vektoren. Heute\, im 21. Jahrhundert\, dominieren skalare Felder die Vergangenheit und Zukunft des Universums: das Feld der Inflation und der Dunklen Energie im Makrokosmos sowie das Feld des 2012 am CERN entdeckten Higgs-Teilchens im Mikrokosmos. Eine neue Ära der Physik bricht an – die Ära skalarer Felder. \nVita: \nThomas Naumann ist Teilchenphysiker. Er arbeitet am größten Forschungsprojekt der Menschheit\, dem 27 km langen Large Hadron Collider LHC des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf\, im ATLAS- Experiment. Geboren 1953 in Dresden\, studierte er bis 1975 Physik an der Technischen Universität seiner Heimatstadt. Danach untersuchte er am Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen bei Berlin und ab 1992 am Deutschen Elektronen Synchrotron DESY die Eigenschaften der Kernkraft. Thomas Naumann leitete bis 2019 die Gruppe Teilchenphysik des DESY in Zeuthen und lehrte als Honorarprofessor an der Universität Leipzig.
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SUMMARY:Raumfahrthistorisches Kolloquium 2023
DESCRIPTION:Programm für das Raumfahrthistorische Kolloquium 2023 am 18.11.2023 in der Archenhold-Sternwarte Berlin-Treptow\nDetailinformationen s.u. \nModeration: Dr. Olaf Przybilski \nBegrüßung\n10.00 Uhr – 10.15 Uhr\nDip.-Ing. Stefan Gotthold (Stiftung Planetarium Berlin) \nBegrüßung und Einleitung \nVorträge \n10.15 – 10.40\nMichael Tilgner\nDie dunkle Seite des Mondes \n10.45 – 11.00\nDr. Wolfgang Both\nDie Raketen zu den Planetenräumen \n11.05 – 11.50\nDr. Yelena Stein und Dr. Christian Gritzner\nDie Geschichte der Weltraumteleskope \n12.00 – 13.00\nMittagspause \nModeration: Dr. Christian Gritzner \n13.00 – 13.45\nThomas Breit\nMoritz Pöhlmann (1881-1964): Ein Erfinder und seine Rolle bei der Entwicklung der A-4 (V-2) Rakete des Deutschen Heereswaffenamtes \n13.50 – 14.35\nDr. Reinhard Sagner\nÜber die Forschungsergebnisse von Johannes Winkler in der Luftfahrtforschungsanstalt Braunschweig von 1939 bis 1947 \n14.40 – 15.15 \nKaffeepause \n15.15 – 15.45\nDr. Olaf Przybilski\nBMW SEPR ERNO – Einige Betrachtungen zur Verwandtschaft der Raketentriebwerke dieser Firmen \n15.40 – 15.50\nStefan Gotthold\nSchlusswort \n15.50 – 17.00\nGet together \nDiskussion im ganzen Haus \nFlyer der Veranstaltung \nAbstracts der Vorträge:\nMichael Tilgner: Die dunkle Seite des Mondes. Die Erforschung der Rückseite des Mondes bis in die 1960er Jahre \nSeit der Entdeckung\, dass der Mond der Erde – und damit seinen Beobachtern – stets die gleiche Seite zeigt\, wurde über das Aussehen der uns verborgenen („dunklen“) Seite spekuliert. Der Beitrag zeichnet einige dieser Überlegungen nach. Erst nachdem am Anfang des 20. Jahrhunderts die physikalischen und technischen Grundlagen der Raumfahrt erarbeitet worden waren\, begann man über eine Erkundung der Rückseite mittels Raketen nachzudenken. Bekanntlich flog die sowjetische Raumsonde Luna-3 im Jahre 1959 um den Mond herum\, fotografierte einen Teil der Mondrückseite und übermittelte diese Aufnahmen zur Erde. Weniger bekannt sind jedoch die Umstände und Voraussetzungen\, die zu dieser Pionierleistung führten. Es war eine nicht unbedeutende Herausforderung\, anhand der verwaschenen Fotografien eine erste Karte der Mondrückseite zu erstellen. Die inzwischen erschienenen Dokumente und Memoiren von Beteiligten haben viele Details dieser Ruhmestat öffentlich werden lassen\, über die berichtet werden soll. \nDr. Wolfgang Both: 100 Jahre “Die Rakete zu den Planetenräumen” \nIn diesem Jahr feiert die Raumfahrtgemeinde ein wichtiges Jubiläum: Vor 100 Jahren erschien \nHermann Oberths Werk “Die Rakete zu den Planetenräumen” im Münchner Oldenbour-Verlag. \nZwar hatten schon vor ihm Theoretiker den Raumfahrtgedanken mathematisch-physikalisch für möglich erklärt. Aber zum einen waren die Arbeiten von Konstantin Ziolkowski (1903) und Robert Goddard (1919) in Europa unbekannt beblieben. Zum anderen ist Oberths kurze Schrift – nur 92Seiten – wesentlich breiter und tiefgehender angelegt. Zu Recht wird sie heute als bahnbrechende theoretische und visionäre Arbeit für die heutige Raumfahrt gewürdigt. Das war nach der Veröffentlichung noch nicht so. Da hielt man dies in wissenschaftlichen Kreisen für Fehlannahmen und Phantasterei. Erst zehn Jahre später sollten erste Experimente den Weg in den Weltraum öffnen. \nDr. Yelena Stein und Dr. Christian Gritzner: Die Geschichte der Weltraumteleskope \nDie faszinierenden Aufnahmen der Weltraumteleskope Hubble und WEBB sind uns allen gut bekannt\, doch es gibt noch deutlich mehr solche Observatorien im Weltraum\, die aber auch in anderen Wellenlängenbereichen beobachten. Dieser Vortrag soll eine Übersicht über die Entwicklungsgeschichte und die Vielfalt der bislang eingesetzten Weltraumteleskope geben. Auch soll gezeigt werden\, warum der Weltraum als Standort für astronomische Beobachtungen große Vorteile bietet. Abschließend soll auf die neuesten Forschungsergebnisse von Hubble und WEBB eingegangen werden\, um die enormen Fähigkeiten heutiger Weltraumteleskope zu zeigen. \nThomas Breit: Moritz Pöhlmann (1881-1964): Ein Erfinder und seine Rolle bei der Entwicklung der A-4 (V-2) Rakete des Deutschen Heereswaffenamtes \nDie Entwicklung der A-4 (V2-) Rakete\, die unter der Regie des deutschen Heereswaffenamtes (HWA) 1932 in Kummersdorf bei Berlin begann und später in Peenemünde fortgesetzt wurde\, erfuhr einen Höhepunkt vor 82 Jahren mit dem ersten erfolgreichen Start des Versuchsmusters „V-4“ am 03. Oktober 1942. Sie flog an diesem Tag 190 km weit und erreichte mit einer Höhe von 85 km als erster von Menschenhand gebauter Flugkörper den Rand des Weltraums. Eine Vielzahl hochbegabter Ingenieure und Techniker hatte am Erfolg dieses historischen Fluges gearbeitet\, unter ihnen auch der Dipl. Ing. Moritz Pöhlmann im Referat der Triebwerksentwicklung unter Dr. Walter Thiel. \nBis Sommer 1939\, dem Eintritt Pöhlmanns in das HWA\, war die Entwicklung der Raketen-„Öfen“ bereits sehr weit fortgeschritten. Die Kühlschwierigkeiten und das Durchbrennen der Öfen konnten jedoch nicht abgestellt werden. In den Memoiren Dornbergers wird Pöhlmann diesbezüglich als Erfinder der Film- bzw. Schleierkühlung herausgestellt – dem Durchbruch bei der Standfestigkeit des Triebwerks. Archivfunde belegen\, dass Pöhlmann jedoch an vielen weiteren\, wegweisenden Entwicklungen beteiligt war. So arbeitete er im Jahre 1940 in Kummersdorf eigenständig an der Entwicklung von Hochdruck-„Öfen“. Einige Patentanmeldungen stammen aus dieser Zeit. Nach seinem Umzug nach Peenemünde arbeitete er ab 1941 an Pumpen und Dampferzeugern mit raketeneigenen Brennstoffen\, die jedoch nicht mehr zum Einsatz kamen\, aber wegweisend für spätere Raumfahrt-Entwicklungen waren. Mitte 1943 wurde Pöhlmann aus Peenemünde „entfernt“ und mit Aufträgen des HWA nach Bayern „versetzt“. Hier wurde er verhaftet und 1944 von einem Wehrmachtsgericht verurteilt. Danach lebte er bis Ende des Krieges in Bayern. \nNach dem Krieg avancierte er zu einem der glühendsten Gegner Wernher von Brauns\, und sah vielmehr Hermann Oberth als den Erfinder der A-4 (V2) Rakete an. Seine eigenen Errungenschaften an deren Entwicklung sah er als nicht gewürdigt an\, nicht wissend\, dass diese in der Serienfertigung nicht zum Einsatz gekommen waren. \nPöhlmann arbeitete zunächst wieder an Projekten zu Kältemaschinen\, seinem Spezialgebiet\, worauf er einige Patente erworben hatte und woran er zeitweise in der Stellung als Technischer Direktor bereits vor dem Ersten sowie zwischen den Weltkriegen tätig gewesen war. Später arbeitete er als Erfinder und versuchte seine Ideen industriell zu vermarkten. Sein größtes Projekt\, das er bis kurz vor seinem Tod bearbeitete\, waren die „Strahler-Antriebe“ für Schiffe. \nImmer wieder holten ihn die Wirren der letzten Kriegsmonate ein. Einerseits kämpfte er um Entschädigung für seine Verurteilung\, andererseits gab es jahrelang gegenseitige Zivilverfahren gegen ihn und sein Umfeld. \nDr. Reinhard Sagner: Über die Forschungstätigkeit von Johannes Winkler in der Luftfahrtforschungsanstalt Braunschweig 1939 – 1947 \nTrotz herausragender Ergebnisse in der Junkers-Flugzeug und Motoren werken AG Dessau\, \nbrach das Reichsluftfahrtministerium 1938 die Finanzierung der Entwicklung von Raketentriebwerken dort ab. Johannes Winkler wurde berechtigt\, sich ein neues Arbeitsgebiet zu suchen und entschloss sich für das Institut für Gasdynamik in der LFA unter Leitung von Prof. A. Dr. Ing. Busemann. Das Forschungsprogramm von Winkler aus dem Dezember 1938 stellt die weitere Forschung an effektiven Triebwerken und deren Bündelung in den Mittelpunkt. Damit wären auch Hochbomber und künstliche Erdmonde zu entwickeln. \nJohannes Winkler arbeitete aber zunächst als freier Mitarbeiter und wurde von der Luftwaffe bezahlt. Aus dieser Zeit liegt eine handschriftliche Studie vom 5.2.1940 von ihm vor\, die eindeutig eine Fernrakete mit einem Startgewicht von 100 t und eine Reichweite von 500 km zum Gegenstand hat. In einer zweistufigen Rakete wollte er 4.000 Einzeltriebwerke mit einem Schub von 100 kg zum Einsatz bringen. Seit dem 1.4.1941 ist Johannes Winkler Abteilungsleiter in Institut für Gasdynamik der LFA. Nachvollziehbar sind folgende Arbeitsgebiete bis 1945\, darunter eine Studie über Raketenkennziffern in Braunschweig\, die Entwicklung effektiver Raketentriebwerke mit GM 1 mit einer Laufzeit bis zu 5 Minuten für Lufttorpedos\, Jagdflugzeuge und Hochbomber sowie die Berechnung der Dissoziation von Feuergasen. Die Leistungsfähigkeit seiner Triebwerke steigerte er ab 1944 auf 900 kg Schub \nNach der Besetzung der LFA am 12.4.1945 erhielt Johannes Winkler die Möglichkeit\, \nseine Erkenntnisse in zwei Berichten an die britischen Behörden niederzulegen. Dabei ging es um die Darstellung neuerer Verfahren zur Berechnung der Dissoziation von Verbrennungsgasen in Raketen und der Bericht „Zusammengesetzte Raketen“. \nEine Übersiedlung nach England wurde nicht mehr möglich\, da er am 27.12.1947 an einem Schlaganfall in Braunschweig verstarb. Er und seine Frau sind auf dem Friedhof in Braunschweig-Querum bestattet. \nDr.-Ing. Olaf H. Przybilski: Hans Schneider und seine Konstruktionen von Raketenbrennkammern \nAn den Bayerische Motoren Werke in Berlin-Spandau am Standort Zühlsdorf\, bei der Société d’Etudes de la Propulsion par Reaction (SEPR) in Villaroche und im Entwicklungsring Nord (ERNO) Raumfahrttechnik GmbH in Bremen wurden Raketentriebwerke in einer Schubklasse um 20 kN entwickelt. Die herausragende personelle Klammer an diesen drei Standorten über 30 Jahre spiegelt sich im Raketenpionier Dipl.-Ing. Hans Schneider wider. \nDer Autor wird anhand der konstruktiven Lösungen in den einzelnen Brennkammern zeigen\, was sie eint\, was sie unterscheidet. Ergänzt wird der Vortrag durch Abbildungen der Prüfstände an den jeweiligen Standorten. Hardware aus allen Zeitepochen wird dem interessierten Auditorium vor Ort präsentiert. \nZu den Vortragenden:\nWolfgang Both (*1950) war nach dem Studium der Informationstechnik an der Technischen Hochschule Ilmenau (Diplom 1973) und Assistenzzeit (PromotionDr.-Ing. 1979) am Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie in Berlin-Adlershof beschäftigt. Im Rahmen der Industrieforschung wurden optoelektronische Bauelemente entwickelt. 1990 wechselte er zum Projektträger für Informationstechnik des Bundesministeriums für Forschung und Technologie und 1994 in die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft. In beiden Institutionen war er für Technologieförderprogramme in seinem Fachgebiet zuständig. Seit 2015 ist er im Ruhestand und widmet sich seinen Interessen Science-Fiction und Raumfahrtgeschichte. Er ist Autor mehrerer Bücher zu diesen Themen. \nThomas Breit (*1971)\, Nach Schul-und Berufsausbildung als Technischer Zeichner und einjährigem Wehrdienst bei der Bundeswehr Studium an der Hochschule Aachen im Fach Luft-& Raumfahrttechnik\, Schwerpunkt Triebwerkbau; Thema der Diplomarbeit: Entwicklung und Konstruktion einer Wasserstoffbrennkammer zur Umrüstung eines Triebwerks von Kerosin auf Wasserstoffbetrieb. Anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Aachen zur Implementierung und Betrieb des umgerüsteten Triebwerks mit Wasserstoffbetrieb.\nSeit Januar 2000: Mitarbeiter bei der Lufthansa Technik AERO Alzey\, Triebwerksüberholung.\nSeit 2013 Mitglied im Förderverein Museum Kummersdorf e.V. mit Forschungsschwerpunkt Aufarbeitung der Raketenentwicklung an der Versuchsstelle West des deutschen Heereswaffenamtes in Kummersdorf. \nChristian Gritzner ist Raumfahrtingenieur und in der Abteilung Erforschung des Weltraums in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR in Bonn tätig. Dort ist er Gruppenleiter für das Teilprogramm Sonnensystem-Missionen. Er ist seit 1990 DGLR-Mitglied und aktiv als Leiter der Fachgruppe R3 „Raumfahrt und Gesellschaft“\, als Mitglied des Senats der DGLR und als Mitglied des Redaktionsbeirates. Studiert und promoviert hat er an der TU Berlin. \nOlaf Przybilski wurde 1960 in Altdöbern bei Cottbus (Brandenburg) geboren. Nach Abitur zwischen 1978 und 1981 Soldat auf Zeit bei der Volksmarine in Peenemünde. Danach 5 Jahre Maschinenbaustudium in Dresden an der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ (HfV). In den anschließenden Jahren bis 1990 Promotion zum Dr.-Ing. und Anstellung als „Persönlicher Referent des Prorektors für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs“ an der HfV bis zu ihrer Schließung im Jahre 1992. Nachfolgend bis Februar 2016 angestellt als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Luft- und Raumfahrttechnik\, Professur für Raumfahrtsysteme an der TU Dresden mit einem breiten Fächerspektrum in der Lehre\, mit selbstständiger forschungsleitender Tätigkeit und als Projektleiter.\nVon August 2012 bis Februar 2016 leitet Przybilski das Projekt „SMART Rockets“ im DLR-Ausbildungsprogramm STERN für Studenten an der TU Dresden\, um eine kleine Flüssigkeitsrakete mit zugehöriger Brennkammer zu entwickeln. Aktuell arbeitend als Projektingenieur Raumfahrt in einer „Air and Missile“-GmbH in München.\nSeit dem Flug des Menschen zum Mond Interesse an der Raumfahrt. 1986 war er Gründungsmitglied des „Arbeitskreises Raumfahrt“ beim Kulturbund der DDR und darin Leiter der Arbeitsgruppe Dokumentation. Insgesamt erschienen von ihm über 100 Veröffentlichungen zwischen 1987 und 1990 im Rahmen der internen Mitteilungsblätter. Ab 1993 erneut rund 100 Veröffentlichungen\, vorrangig über russische bemannte Raumfahrtmissionen und der deutschen Raketentechnik.\nSeine Forschungen in der Raketentechnikgeschichte untersuchen die Raketen-Antriebstechnik des deutschen Heereswaffenamtes als technische Vorbilder für die Anwendung in der sowjet-russischen\, französischen und amerikanischen Raketentechnik. Der erste Band dazu aus einer Buchreihe über die „Raketentriebwerke aus dem deutschen Heereswaffenamt“ ist nun in einer aktualisierten und erweiterten vierten Fassung erschienen. Dr. Przybilski ist Mitglied in verschiedenen Raumfahrtvereinen\, Leiter des „Sächsischen Vereins für historisches Fluggerät e.V.“\, Herausgeber der „Raketen*Post“\, einem Infoblatt der „Raketenspezialisten in der Sowjetunion“\, ehemaliger\, langjähriger Leiter der DGLR-Bezirksgruppe Dresden (ehemaliges Senatsmitglied) und von 2013 bis 2021 Leiter des DGLR Fachbereiches R3.3 „Geschichte der Raumfahrt“.\nPrzybilski ist verheiratet\, hat zwei erwachsene Töchter und vier Enkelkinder. \nReinhard Sagner studierte Volks- und Außenwirtschaft mit der Promotion als Dr. oec. an der Hochschule für Ökonomie in Berlin-Karlshorst. Seine Recherchen über Johannes Winkler trug er erstmals 2014 vor. Es folgten weitere Vorträge im Hermann-Oberth-Museum in Feucht\, in der Archenhold-Sternwarte in Berlin\, in Neubrandenburg und in Dessau. Bisherige Veröffentlichungen in Tagungsbänden des Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum Feucht\, im Dessauer Kalender (Heimatliches Jahrbuch für Dessau-Roßlau und Umgebung)\, im International Astronautical Congress Bremen 2018 zusammen mit Karlheinz Rohrwild und Dr. Wolfgang Both und in den Zeitschriften „FliegerRevue“\, „Luft- und Raumfahrt“ und „Raumfahrt concret“. Im Machtwortverlag Dessau erschien 1922 sein Buch „Johannes Winkler in den Junkers-Werken und die Dessauer Raketen“. \nYelena Stein ist Astronomin und in der Abteilung Erforschung des Weltraums in der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR in Bonn tätig. Vorher war sie Wissenschaftlerin am Astronomischen Observatorium in Strasbourg. Dort forschte sie im Bereich der Radioastronomie zu Magnetfeldern in Galaxien. Studiert und promoviert hat sie an der Ruhr-Universität Bochum. \nMichael Tilgner (*1949 Hamburg) arbeitete nach dem Studium der Mathematik und Astronomie in Hamburg in verschiedenen Unternehmen im Bereich der kommerziellen Datenverarbeitung. Neben dieser Berufstätigkeit hielt er bis zum Anfang der 1990er Jahre regelmäßig Vorträge am Planetarium Hamburg\, vorwiegend zu kosmologischen Themen\, und führte astronomische Kurse an der VHS Hamburg durch. Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben 2011 widmet er sich u.a. der frühen Geschichte der Raumfahrt. Über die Ergebnisse seiner Studien berichtete er in Vorträgen auf den Raumfahrthistorischen Kolloquien in der Archenholdsternwarte (Berlin)\, auf den Tagen zur Raumfahrtgeschichte\, die im Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum (Feucht) abgehalten werden\, auf dem History Symposium des International Astronautical Congress 2018 (Bremen) und bei anderen Gelegenheiten.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 9. November 2023 \n10:00–12:00 Uhr\, öffentliche Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \nDie Sitzung findet als Zoom-Videokonferenz statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61889124872?pwd=V2hTWHcwaTB1QkovMnlDY3l6dThqUT09\nMeeting ID: 618 8912 4872 \nVortrag: \nGötz Bokelmann (MLS) \nBeobachtung des Erdinneren: Was gibt es Neues unter Europa?  \nAbstract: \nNach einem kurzen Überblick über die grundlegende Struktur unseres Planeten und die wichtigsten Vorstellungen seiner Funktionsweise werden wir uns der Seismologie widmen\, d.h. der Untersuchung von mechanischen Wellen\, die alle (festen\, flüssigen und gasförmigen) Teile der Erde durchlaufen. Dies erlaubt es\, Aussagen sowohl über den Ursprung der Wellen (Erdbeben oder andere menschliche oder natürliche Aktivitäten)\, als auch über das Hintergrundmedium zu liefern. Wir werden uns vor allem letzterem Aspekt widmen\, im Zusammenhang mit aktuellen Projekten wie AlpArray\, die uns helfen\, den Untergrund unter unserem Kontinent besser zu verstehen\, wie auch seine geologische Geschichte. Wir sprechen kurz über die methodischen Entwicklungen in der Strukturabbildung der letzten Jahre\, u. a. die Rekonstruktion von konkreten Wellenwegen aus seismischem Hintergrundrauschen. Dies erlaubt es uns\, die Struktur des Untergrunds genauer zu bestimmen\, und wir können damit noch weitere\, zum Teil überraschende Beobachtungsfenster öffnen\, u. a. auf die mechanische Spannung\, die auf dem Untergrund lastet. Ebenso erhalten wir Einblicke auf Veränderungen im Wasserhaushalt im flachen Untergrund\, die u. a. von Bedeutung für die aktuelle Klimadebatte sein können. \nVita: \nGötz Bokelmann ist Professor für Geophysik an der Universität Wien. Nach einem Studium an der Universität Bochum promovierte er an der Princeton Universität\, und habilitierte sich im Jahr 1998\, wiederum an der Universität Bochum. Er besuchte mehrfach das Department of Terrestrial Magnetism der Carnegie Institution of Washington\, und kam an die Stanford Universität als Visiting Associate Professor. Dort war er bis 2003 als Heisenberg-Stipendiat tätig. Nach einer Gastprofessur am Institut du Physique du Globe in Paris hatte er ab 2003 eine Geophysik-Professur an der Universität Montpellier inne\, von wo aus er im Jahr 2010 auf den Lehrstuhl für Geophysik an der Universität Wien wechselte. Seine Forschungsinteressen liegen in der Seismologie\, der Beobachtung der Erde mit geophysikalischen Methoden. Dies umfasst u.a. Erdbeben\, seismische Gefährdung und nukleare Verifikation. Im Zentrum seines Interesses steht dabei die Entwicklung neuartiger Anwendungen von geophysikalischen Daten. Daneben fungiert er in den letzten Jahren auch verstärkt als Ansprechpartner für öffentliche Einrichtungen und Medien\, vor allem zu Fragen der Naturgefahren.
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SUMMARY:Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. Oktober 2023 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Einladungslink ist folgender: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61025984530?pwd=MHZXU2dGeERGN3ljcTd5NlYybDI4Zz09\nMeeting ID: 610 2598 4530 \nVortrag: \nRainer Schimming (MLS) \nRaum und Zeit – alltäglich und doch rätselhaft \nAbstract: \nAusnahmslos alle realen Gegenstände\, auch wir Menschen\, befinden sich im Raum und unterliegen dem Fluss der Zeit. Die beiden Entitäten sind alltäglich\, und doch hat man sich seit jeher gedanklich an ihnen abgearbeitet. Eine gewisse Klarstellung bringen die Begriffe natürlicher Raum & natürliche Zeit. Zuvörderst zuständig ist die Physik. Mathematik ist ein Dienstleister\, stellt Modelle von Raum & Zeit zur Verfügung. Humanwissenschaften befassen sich damit\, wie der natürliche Raum und die natürliche Zeit beim Menschen individuell oder kollektiv ankommen. Der Seinsstatus von Raum & Zeit ist Sache der Philosophie; dort gehen die Meinungen stark auseinander. Der Vortrag präsentiert eine Begriffsgeschichte von Raum & Zeit im Schnelldurchlauf. Bei allen Fortschritten sind doch Rätsel übriggeblieben\, auf die ebenfalls eingegangen wird. Das Nachdenken über Raum & Zeit ist durchaus nicht abgeschlossen. \nVita: \nRainer Schimming studierte ab 1964 Mathematik an der Universität Leipzig und schloss 1971 mit der Promotion ab. Die Dissertation behandelt ein Thema der Allgemeinen Relativitätstheorie. Das trifft auch auf die 1979 fertiggestellte Habilitationsschrift zu. Im Jahr 1981 wurde Rainer Schimming als Dozent mit Lehrauftrag für Analysis an die Universität Greifswald berufen. Post-Doc-Aufenthalte führten ihn 1975/76 an die Universität Kiew und 1986 an das Einstein-Laboratorium der Akademie der Wissenschaften in Potsdam-Babelsberg. Seit 1996 ist er Professor in Greifswald. Etwa 100 Artikel mit mathematischen Forschungsergebnissen liegen vor. Im Ruhestand\, seit 2009\, hat sich Rainer Schimmingzunehmend seinen philosophischen Interessen zugewandt. Unter anderem hat er mehrere Semester lang Philosophie-Vorlesungen an der Universität Potsdam gehalten.
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