BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:-//Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. - ECPv6.17.0//NONSGML v1.0//EN
CALSCALE:GREGORIAN
METHOD:PUBLISH
X-WR-CALNAME:Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
X-ORIGINAL-URL:https://leibnizsozietaet.de
X-WR-CALDESC:Veranstaltungen für Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
REFRESH-INTERVAL;VALUE=DURATION:PT1H
X-Robots-Tag:noindex
X-PUBLISHED-TTL:PT1H
BEGIN:VTIMEZONE
TZID:Europe/Berlin
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20250330T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20251026T010000
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20260329T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20261025T010000
END:STANDARD
BEGIN:DAYLIGHT
TZOFFSETFROM:+0100
TZOFFSETTO:+0200
TZNAME:CEST
DTSTART:20270328T010000
END:DAYLIGHT
BEGIN:STANDARD
TZOFFSETFROM:+0200
TZOFFSETTO:+0100
TZNAME:CET
DTSTART:20271031T010000
END:STANDARD
END:VTIMEZONE
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260601T093000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260601T173000
DTSTAMP:20260527T220558Z
CREATED:20251222T105840Z
LAST-MODIFIED:20260527T220558Z
UID:31887-1780306200-1780335000@leibnizsozietaet.de
SUMMARY:Kolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer
DESCRIPTION:Flyer zum Kolloquium (aktualisiert) \nKolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer\nGemeinsame Veranstaltung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\, Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\, Arbeitskreis „GeoMUWA“ und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung\, Alfred-Wegener-Institut\, Forschungsstelle Potsdam \n09.30: Prof. Gerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät\, Grußwort \n09.45: Prof. Cornelia Lüdecke\, Uni Hamburg: Georg v. Neumayer – der Visionär \n10.30: Dr. Dietrich Spänkuch\, MLS: Georg v. Neumayer – der Macher \n11.15-11.45 Kaffeepause \n11.45: Dr. Hartwig Gernandt und Dr. Diedrich Fritzsche\, AWI: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom \n12.30: Prof. Heinz Miller\, AWI: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam \n13.15-14.15 Mittagspause \n14.15: Dr. Uwe Nixdorf\, AWI: Die Neumayer-Station des AWI \n15.00: Dr. Dörthe Handorf\, AWI: Klimawandel in Arktis und Antarktis \n15.45-16.15 Kaffeepause \n16.15: Prof. Benjamin Rabe\, AWI: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System \n16.50: Prof. Klaus Dethloff\, MLS & AWI: Polarforschung im nächsten IPY \n17.20: Dr. Dietrich Spänkuch MLS: Veröffentlichung der Vorträge im Jubiläumsband der Leibniz-Sozietät \nAbstracts der Vorträge:\nLüdecke\, C.: Georg Neumayer – der Visionär\nDer Pfälzer Georg Neumayer (1826–1909) begann zunächst 1844 ein Mathematik- und Physikstudium an der Kgl. Polytechnischen und Ingenieursschule in München\, das jedoch 1848 durch die Revolution in Bayern unterbrochen wurde\, als sein Vater ihn zur Überbrückung der Unruhen nach Tirol schickte. In dieser Zeit weckte James Clark Ross‘ (1800–1862) Bericht über seine Suche nach dem Magnetpol auf der Südhemisphäre Neumayers künftiges Interesse\, das Erdmagnetfeld und die noch weitgehend unbekannte Antarktis zu erforschen. Nach seinem Ingenieurexamen absolvierte er 1849/50 ein wegweisendes Praktikum bei Johann von Lamont (1805–1879) auf der Sternwarte in Bogenhausen bei München.\nLamont hatte eine der ersten magnetischen Messstationen in Europa eingerichtet und gerade ein Handbuch des Erdmagnetismus veröffentlicht. Er führte Neumayer in seine vielfältigen wissenschaftlichen Arbeiten wie z.B. die exakte Zeitbestimmung ein. Neben der magnetischen Landesvermessung Bayerns hatte Lamont ein meteorologisches Messnetz mit dem Ziel eingerichtet\, die Sternwarte zum meteorologischen Zentrum des Königreichs auszubauen. Er analysierte die Daten und publizierte die Ergebnisse im „Astronomischen Kalender für das Königreich Bayern“ und in den „Annalen der Königlichen Sternwarte bei München“. Zudem hatte er meteorologische Daten der Herrnhuter Brüdergemeine aus Grönland und Labrador ausgewertet Finanzielle Einschränkungen hatten zur Einrichtung einer Werkstatt für Feinmechanik geführt\, in der Lamont neue Instrumente wie den magnetischen Reisetheodolit oder Registriergeräte entwickelte sowie Thermometer eichte. Zudem diskutierten sie sicherlich auch über den neuesten Vorschlag\, eine „wandernde Sternwarte“ mit Personal nach Chile zu senden\, um dort 1850 und 1852 die untere Konjunktion der Venus zur Bestimmung des Erdabstands von der Sonne (Astronomische Einheit) zu beobachten\, oder Matthew Fontaine Maurys (1806-1873) Idee\, zum Wohle der Schifffahrt meteorologische Daten aus Logbüchern zu sammeln.\nObwohl Neumayer nur wenige Monate am Observatorium verbrachte\, prägte Lamonts Einfluss sein weiteres Leben als Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator. Zunächst wurde er Matrose und erwarb große Kenntnisse in der nautischen Astronomie\, mit denen er 1851 innerhalb von zwei Monaten an der Navigationsschule von Charles Rümker in Hamburg seine Steuermannsprüfung ablegte. Nachdem sein Wunsch\, in der Marine zu dienen\, nicht erfüllt wurde\, heuerte er auf einem Handelsschiff an und gelangte nach Australien. Nach einem 2-jährigen Aufenthalt kehrte er 1854 nach Deutschland zurück mit dem Ziel\, in Melbourne ein meteorologisches und magnetisches Observatorium einzurichten.\n1857 segelte Neumayer wieder nach Melbourne\, wo er mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Königs Maximilian II das „Flagstaff Observatory for Physics of the Earth“ auf dem Flagstaff Hill gründete. Hier folgte er in allen Belangen den Anregungen seines wissenschaftlichen Mentors Lamont\, indem er nicht nur ein meteorologisches Messnetz und magnetische Stationen einrichtete\, sondern auch nautische Instrumente reparierte und einen registrierenden Meteorographen zur Bestimmung von Meteorbahnen entwickelte. Zudem führte er täglich eine exakte Bestimmung der Mittagszeit (12 Uhr) für den Zeitball im Hafen durch. Daneben folgte er Maurys Anregung\, meteorologische Angaben aus Logbüchern zu sammeln\, um daraus günstige Segelrouten abzuleiten. Außerdem führte er auf mehreren Reisen (1858-1864) die erste magnetische Vermessung von Victoria durch.\nAls Neumayer 1864 nach Deutschland zurückkehrte und 1872-1875 Hydrograph der Admiralität in Berlin wurde\, plante er für die Weltumsegelung der „MS Gazelle“ die Beobachtung des Venusdurchgangs im Jahr 1874 auf den Kerguelen mit ein und setzte später während des ersten Internationalen Polarjahres die Beobachtung des 2. Venusdurchgangs auf Südgeorgien im Jahr 1882 durch. Auf diese Weise trieb er die meteorologischen und magnetischen Untersuchungen immer weiter nach Süden\, bis schließlich sein Motto „Auf zum Südpol“ von der deutschen Südpolarexpedition (1901-1903) unter Erich von Drygalski realisiert wurde. Lamonts Saat war aufgegangen \nSpänkuch\, D.: Georg Neumayer – der Macher\nDer Vortrag behandelt das letzte Lebensdrittel Georg Neumayers\, beginnend mit seiner Ernennung zum Leiter der Deutschen Seewarte\, die er dank seines Organisationstalents und seiner internationalen Verbindungen unter Mitwirkung fähiger und kollegialer Mitarbeiter zu einer führenden und international anerkannten nautischen und meteorologischen Institution entwickelte\, die seit dem 16. Februar 1876 tägliche Wetterkarten bereitstellte\, Segelschiffe und später Dampfer bei der Routenplanung beriet und auch weitere nautische und meteorologische Dienstleistungen bereitstellte. Trotz der amtlichen Belastung als Leiter der Deutschen Seewarte war Neumayer auf weiteren Nebenschauplätzen aktiv\, so bei der Organisation des ersten Internationalen Polarjahres 1882/1883\, bei der Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft 1883 und bei der Vorbereitung der ersten deutschen Antarktisexpedition 1901 bis 1903\, die von Erich von Drygalski geleitet wurde. Neumayer blieb auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 1903 und Rückkehr in seine pfälzische Heimat noch wissenschaftlich aktiv. \nGernandt\, H. und D. Fritzsche: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom\nDer ostdeutsche Polarforschungsstrom entsprang vor etwa 70 Jahren unter völlig anderen Zeitumständen und mündete vor 35 Jahren in den Polarforschungsstrom der neuen Bundesrepublik Deutschland. Eine Erkenntnis des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGJ) von 1957/58 war\, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Südpolarregion im Rahmen eines Antarktisvertrages\, unterzeichnet 1959\, langfristig fortzusetzen und wissenschaftliche Fragestellungen im Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) zu diskutieren. Dieses Antarktische Vertragssystem funktioniert bis heute.\nDie ostdeutschen Unternehmungen im Rahmen sowjetischer Antarktisexpeditionen (SAE) koordinierte zunächst das Nationalkomitee für das Internationale Geophysikalische Jahr (NK IGJ)\, ab 1962 das NK für Geodäsie und Geophysik (NKGG). Vom Generalsekretär der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) wurde bestätigt\, dass die Fachgruppen des NK wissenschaftliche Fragestellungen auf internationaler Ebene bearbeiten durften. Die erste Gruppe mit drei Wissenschaftlern überwinterte an der Station Mirny von 1959 bis 1961. In der Folge arbeiteten bis in die 1970er Jahre Wissenschaftler und Techniker dort und auch an den Stationen Vostok und Molodjozhnaya der SAE.\nIm Rahme der Akademiereform (1968-1972) kam es zu Veränderungen der Wissenschaftslandschaft der DDR. Das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) in Potsdam wurde ab 1972 die Leiteinrichtung für die ostdeutsche Polarforschung. Ihre Koordinierungsaufgaben umfassten vor allem die logistische Absicherung der Expeditionsarbeiten und die Abstimmungen mit der SAE. 1974 unterzeichnete die DDR den Antarktisvertrag. Dieser Schritt beflügelte die Überlegungen\, mit einer eigenen Forschungsbasis umfangreichere und langfristigere Forschungsvorhaben in der Antarktis in Angriff zu nehmen.\nAm 21. April 1976 begann der wissenschaftliche Betrieb der ersten permanent besetzten deutschen Antarktisstation. Sie war das bisher aufwändigste Vorhaben und entwickelte sich zum Zentrum geowissenschaftlicher Forschungen. Im Verlaufe von 17 Überwinterungen bis 1993 arbeiteten etwa 100 Wissenschaftler\, Ingenieure und Techniker an der Station\, die nach Georg Forster benannt wurde\, nachdem die DDR als 20. Mitglied im Oktober 1987 einstimmig in die Konsultativrunde der Antarktisvertragsstaaten aufgenommen worden war. An der sowjetischen Station Bellingshausen werden seit 1979 kontinuierlich faunistische und populationsstatistische Studien durchgeführt\, die von Biologen der Forschungsstelle für Wirbeltierforschung und der Universität Jena begonnen wurden. Geologen der Bergakademie Freiberg und vom ZIPE beteiligten sich 1972 und 1974 an geologischen Feldarbeiten der SAE und setzten dies ab 1977 regelmäßig fort.\nMit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endete die Zuständigkeit des ZIPE. Der wissenschaftliche Betrieb an der Georg-Forster-Station wurde 1992/93 eingestellt. Die Ballonsondierungen mit elektrochemischen Ozonsonden und die troposphärischen Aerosolmessungen mit Spektrometern werden seitdem an den Neumayer-Stationen II und III auf dem Ekström-Schelfeis bis heute fortgesetzt.\nDer Rückbau der Stationsanlagen wurde nach den Regeln des 1991 unterzeichneten Umweltschutzprotokolls vom AWI zusammen mit der SAE organisiert und dem SCAR 1994 und dem ATCM 1996 berichtet. \nMiller\, H.: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam\nDie Entwicklung der westdeutschen Polarforschung ist gekennzeichnet von einzelnen größeren Ereignissen\, die bis heute nachwirken und auch immer mit Persönlichkeiten verbunden sind. Im Vortrag wird – ohne die Vollständigkeit zu erreichen – versucht diese Entwicklung aufzuzeigen. An wissenschaftlichen Ergebnissen wird gezeigt\, daß die heutige Polarforschung auf einer breiten Basis und langjähriger Erfahrung ruht. \nNixdorf\, U.: Die Neumayer-Station des AWI\nDer Vortrag zur Neumayer Station des AWI skizziert verschiedene Aspekte der Station. Diese umfassen Schlaglichter von der Standortsuche und -auswahl\, dem Bau der Station\, dem Leben als Überwinterer an der Georg-von-Neumayer Station bis hin zur Weiterentwicklung zur heutigen Neumayer Station III.\nDarüber hinaus wird die Rolle der Station als logistische Basis für Arbeiten auf dem Inlandeis Plateau gewürdigt. Schließlich werden Highlights der wissenschaftlichen Observatorien der Geophysik/Glaziologie\, der Meteorologie und des Spurenstoffobservatoriums gezeigt\, sowie ausgewählte Beispiele von assoziierten Projekten an der Neumayer Station gezeigt. \nHandorf\, D.: Klimawandel in Arktis und Antarktis\nDer Klimawandel verändert die Polarregionen in einem noch nie dagewesenen Tempo\, was weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem hat. Jedoch reagieren die Arktis und die Antarktis auf unterschiedliche Weise. In der Arktis ist eine um den Faktor 2-4 stärkere Erwärmung als im globalen Mittel zu beobachten\, was mit einem dramatischen Rückgang des Meereises verbunden ist\, und „arktische Verstärkung“ bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigt die Antarktis eine komplexere und regional vielfältigere Reaktion auf den globalen Klimawandel\, die durch die einzigartige Geografie eines vom Ozean umgebenen Kontinents\, die Dynamik des Südlichen Ozeans und die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre\, Ozean und Eisschilden geprägt ist. Dennoch haben sich in den letzten Jahren auch im antarktischen System erhebliche Veränderungen gezeigt\, darunter ein starker Rückgang der antarktischen Meereisausdehnung und zunehmender Massenverlust in Teilen des antarktischen Eisschildes. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die physikalischen Mechanismen\, die den Klimawandel in beiden Polarregionen antreiben\, und betrachtet dabei Gemeinsamkeiten und wichtige Unterschiede zwischen der Arktis und der Antarktis. Besonderes Augenmerk wird auf klimarelevante atmosphärische und Oberflächenprozesse sowie auf Rückkopplungsmechanismen gelegt\, die für die polare Verstärkung von Bedeutung sind. Im Vortrag wird auch auf die Herausforderungen bei der Vorhersage künftiger Veränderungen in den Polarregionen eingegangen\, und es wird erörtert\, warum Veränderungen in den Polarregionen über die hohen Breitengrade hinaus von Bedeutung sind und auch das Wetter und Klima in den mittleren Breiten beeinflussen. \nRabe\, B.: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System\nDie atlantische meridionale Umwälzströmung (AMOC)\, die vom globalen thermohalinen Zirkulationssystem angetrieben wird\, ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems. Forschungsergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC wahrscheinlich in einem instabilen Zustand befindet\, der bereits bei geringfügigen Veränderungen im Süßwasserhaushalt zu starken Schwankungen im Transport und in den Strömungswegen führen kann. Aktuelle Modellergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um bis zu 50 % verlangsamen könnte. Gleichzeitig könnte sich die Umwälzströmung in den Nordischen Meeren in den ersten 50 Jahren nach einem erhöhten Süßwassereintrag sogar verstärken\, während sie danach zusammen mit der AMOC zusammenbricht. Es wurden verschiedene Beobachtungs- und Modellstudien zur Variabilität des arktischen Süßwassers im Arktischen Ozean und zum möglichen Export von Anomalien in den Nordatlantik veröffentlicht\, die die Frage aufwerfen\, wie sich das System in Zukunft wahrscheinlich verhalten wird. Gleichzeitig lassen sich Anomalien im oberen Teil der AMOC beobachten\, die vom Nordatlantik in den Arktischen Ozean fließen. Der Vortrag stellt mehrere Publikationen zum aktuellen Wissensstand und den vorhergesagten Änderungen vor. \nDethloff\, K.: Polarforschung im nächsten IPY 2032-33\nNach dem 1. IPY von 1882-83 folgten 1932-33 das 2. Polarjahr\, 1957-58 das 3. IPY\, bekannter als Internationales Geophysikalisches Jahr und 2007-08 das 4. IPY. Zur Zeit wird das 5. Internationale Polarjahr 2032-33 geplant. Das 2019-20 durchgeführte MOSAiC Projekt stellt eine hervorragende Blaupause für die Erforschung des gekoppelten Klimasystems der Arktis dar und kann die Planungen für das 5. IPY enorm befruchten. Zu den bisher vorgeschlagenen IPY5 Schwerpunkten gehören die Rolle der Arktis im globalen Erdsystem\, die Beobachtung und Vorhersage künftiger Klimadynamiken und die Reaktionen der Ökosysteme. Die Arktis stellt auch in Zukunft die Region mit den größten Vorhersagefehlern in Wettervorhersagemodellen und globalen Klimamodellen dar. Zur Reduktion dieser Modellfehler und zur Entwicklung verbesserter Parametrisierungen sind arktisweite Beobachtungen mit Datenassimilation des Atmosphäre-Ozean-Eissystems besonders im arktischen Polarwinter erforderlich. Es wird deshalb vorgeschlagen\, im IPY5 Zeitraum ein Netz von 5 permanent arbeitenden Eisbrechern im Amerikanischen Becken\, im Eurasischen Becken\, in der Transpolardrift\, in der Barentssee und der Fram-Strasse zu installieren\, die Messungen des gekoppelten Klimasystems ähnlich zu denen im MOSAiC Projekt durchführen. Diese können durch spezielle Messkampagnen begleitet werden und müssen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem ECMWF und NCEP erfolgen. \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/event/klasse-naturwissenschaften-und-technikwissenschaften-kolloquium-arbeitskreis-geomuwa/
LOCATION:Großer Hörsaal des Wissenschaftsparks auf dem Telegrafenberg\, Potsdam
CATEGORIES:Naturwissenschaften und Technikwissenschaften,Veranstaltungen
END:VEVENT
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260608T130000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260608T150000
DTSTAMP:20260607T193801Z
CREATED:20260508T112619Z
LAST-MODIFIED:20260607T193801Z
UID:32566-1780923600-1780930800@leibnizsozietaet.de
SUMMARY:Arbeitskreis Wissenschaftsgeschichte
DESCRIPTION:Dieter Segert (MLS)\nSchranken und Möglichkeiten der Erkenntnis von Gesellschaft auf Grundlage der marxistischen Geschichtsauffassung dargestellt am Beispiel des „Sozialismusprojekts“\nDie Veranstaltung findet im hybriden Format statt. Um die Daten für eine Teilnahme über Zoom zu erhalten\, wenden Sie sich bitte an g.hassler@leibnizsozietaet.de. \nAbstract \nUm die Bedeutung der kritischen Argumente von SED-Reformer verstehen zu können\, ist es wichtig\, sich zumindest partiell auf die Rekonstruktion des damals dominanten Sinnhorizonts gesellschaftspolitischer Debatten einzulassen. Und dieser Sinnhorizont ist die marxistische Geschichtsauffassung\, besonders ihre Deutung von Kapitalismus und Sozialismus. Der hier verwendete Begriff „marxistisch“ hat zumindest zwei unterschiedliche Konnotationen\, er bezieht sich auf das authentische Werk von Marx in seiner Zeit oder auf das\, was aus ihm im dogmatischen M-L gemacht wurde. Die Erkenntnis der Entwicklungserfordernisse des Staatssozialismus wurde durch den seit Stalin dogmatisierten Marxismus-Leninismus erheblich behindert. Kritischer Marxismus und M-L sind aber auch keine völligen Gegensätze. Erkenntnisförderung und Behinderung lassen sich auch an den Thesen von Marx selbst unterscheiden. \nDer Widerspruch zwischen Erkenntnisförderung und -behinderung durch den historischen Materialismus wird an Erkenntnissen des Sozialismusprojektes an der Humboldt-Universität und des Rechtswissenschaftlers Uwe-Jens Heuer hier exemplarisch diskutiert. Die marxistische Geschichtsauffassung lenkte das kritische Nachdenken auf zentrale Defizite der Struktur der sozialistischen Wirtschaft\, auf die ausschließliche Eigentumsform\, das hoch zentralisierte staatliche Eigentum. Dieses sollte durch eine Vielfalt von Formen des produktiven Eigentums ersetzt werden. Soweit die erkenntnisfördernde Wirkung der Marxschen Thesen. Allerdings war es auch erforderlich\, die Begrenztheiten einer verabsolutierten Basis-Überbau-Begrifflichkeit zu überwinden\, um den Platz von Recht und Demokratie in einem modernen Sozialismus erkennen zu können. \nCV \nDieter Segert (MLS) ist Prof. (i.R.) für Politikwissenschaftliche Osteuropastudien an der Universität Wien. Er studierte Philosophie mit dem Nebenfach Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und absolvierte eine Aspirantur für Philosophie an der MGU Moskau. Gemeinsam mit Rechtswissenschaftlern legte er in den späten 1980er Jahren Grundlagen für ein akademisches Studium der Politikwissenschaft in der DDR\, welches 1989 bis 1990 dann staatlich eingerichtet wurde. Im September 1989 wurde er als Professor an die Sektion Philosophie der Humboldt-Universität berufen\, 1993 bekam er den Ruf eine auf fünf Jahre befristete Professur für Vergleichende Politikwissenschaft (Osteuropa) am von ihm mitbegründeten neuen Fachbereich Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität. Nach Gastprofessuren an den Universitäten Bath (1992) und Prag (1998 bis 2001) für Politikwissenschaft wurde er 2005 auf die oben bezeichnete Professur an der Universität Wien berufen\, die er bis 2017 wahrnahm. Seine Arbeitsschwerpunkte waren die Analyse osteuropäischer Parteien\, des sowjetischen Staatssozialismus und von Transformationen Osteuropas im 20. Jahrhundert\, wozu er umfangreich publiziert hat. Außerdem engagierte er sich in der Politischen Bildung in Deutschland und Österreich. Seit einem 2024 veröffentlichten Band zur europäischen Friedensordnung von Helsinki 1975 und Paris 1990 publiziert er mehrfache wissenschaftliche und publizistische Beiträge zu Hindernissen auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden in Europa. Dieter Segert ist seit 2008 Mitglied der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin und war von 2024 bis 2026 Sekretar ihrer Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften. \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/event/arbeitskreis-wissenschaftsgeschichte-3/
LOCATION:Fa. GEFEG\, Storkower Bogen\, Storkower Str. 207
END:VEVENT
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260611T100000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260611T114500
DTSTAMP:20260614T101038Z
CREATED:20251222T110044Z
LAST-MODIFIED:20260614T101038Z
UID:31890-1781172000-1781178300@leibnizsozietaet.de
SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahldaten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61550163559?pwd=0QhWSL5K3WmjXQKbxFLasJjESsgDDb.1 \n  \nVortrag: \nOlaf Scupin (MLS)\, Diana Düring\, Lisa Schotte (alle Ernst-Abbe-Hochschule Jena)\, Karen Reichl (SRH Wald-Klinikum Gera) \nErziehungsanstalten der Rheinischen Missionsgesellschaft während der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia. \nAbstract: \nIm Rahmen des Gesamtprojektes „Rolle der Krankenpflege in der Kolonialgeschichte Deutschlands“ wurde eine weitere Differenzierung des Gegenstandsbereichs vorgenommen. \nZunächst wurde untersucht\, welche Motivationen und Erwartungen Frauen im Deutschen Kaiserreich bewegten\, zwischen 1885 bis 1915 in einer deutschen Kolonie tätig zu werden bzw. auszureisen. Es soll ein Einblick in die arbeits- und sozialpolitischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts versucht werden\, vor dessen Hintergrund sich ein traditionell nach „innen“ definiertes Frauen- und Familienverständnis hin zu einer nach „außen“ orientierten „Kulturträgerin“ in den deutschen Kolonien veränderte. \nDer Vortrag gibt weiterhin Einblick in Fragestellungen und Recherchen zu Kindheiten während der deutschen Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Im Zentrum steht die Frage\, wie Kindheit(en) unter kolonialer Herrschaft geprägt wurden und welche Institutionen\, Akteure und sozialen Ordnungen den Alltag sowie das Aufwachsen von Kindern beeinflussten. \nObwohl die bisherige Forschung zur deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika zahlreiche Aspekte von Mission\, Bildung\, Gewalt und Herrschaft untersucht hat\, bleiben Kindheiten häufig randständig oder erscheinen nur ausschnitthaft. Insbesondere fehlt bislang eine zusammenhängende Betrachtung der Lebensumstände von Kindern sowie der Bedeutung von Erziehungs- und Bildungsinstitutionen für das Aufwachsen unter kolonialen Bedingungen. Der Vortrag setzt an diesen Leerstellen an und diskutiert Kindheiten als bislang wenig beachtete Dimension deutscher kolonialer Gesellschafts- und Herrschaftsgeschichte. \nZugleich thematisiert der Beitrag die Quellenlage: Welche historischen Materialien geben Auskunft über Kindheiten\, und wie ist mit den spezifischen Überlieferungslücken\, Perspektivierungen und Asymmetrien kolonialer Archive umzugehen? \nIn Bezug auf erste Ergebnisse liegt ein Fokus auf Erziehungsanstalten für „halbweiße“ Kinder   und einem („Herero“-)Waisenhaus der Rheinischen Missionsgesellschaft. Anhand dieser Einrichtungen werden Kindheiten im Umfeld der Mission untersucht. Der Vortrag versteht sich damit als Beitrag zu einer differenzierten Geschichte kolonialer Kindheiten und ihrer Erforschung. \nVitae: \nProf. Dr. Olaf Scupin \nAusbildung zum Krankenpfleger und Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster/Westf.). Qualifizierung zur Leitung des Pflegedienstes. Von 1995 bis 2005 Direktor in 3 Kliniken. \nStudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Neubrandenburg. 2003 Promotion am Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 Professor am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) mit dem Berufungsgebiet „Pflegemanagement“. Seit 2009 Direktor am Institut für Coaching und Organisationsberatung der EAH Jena. Lehre in den Fachbereichen Betriebswirtschaft\, Sozialwesen und SciTec. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Humanontogenetik. Seit 2017 Direktor für Pflegeentwicklung am Deutschen Zentrum für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg/Thüringen. Seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \nProf. Dr. Diana Düring \nStudium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Erfurt mit Abschluss als Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin (FH). Promotionsstipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Jugendhilfe im Wandel“ an der TU Dortmund. Seit 2014 Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit dem Berufungsgebiet „Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe“. Seit 2025 Schwerpunktprofessur Lehre im Themenfeld „historisch-politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit“. Lehrtätigkeit am Fachbereich Sozialwesen sowie am Fachbereich Gesundheit und Pflege. Ehrenamtliches und fachpolitisches Engagement unter anderem im Vorstand des Kinderschutzbundes Thüringen sowie in der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen e. V. (IGfH). \nLisa Schotte\, M.A. \nBachelorstudium der Sozialen Arbeit an der TH Georg Simon Ohm Nürnberg (Abschluss 2023). Darauf aufbauend das Masterstudium der Sozialen Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Abschluss 2025). Anschließende Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesundheit und Pflege im Rahmen eines Drittmittelprojekts sowie als Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Schwerpunktprofessur bei Prof.in Düring am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
URL:https://leibnizsozietaet.de/event/klassensitzung-klasse-naturwissenschaften-und-technikwissenschaften-15/
LOCATION:Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 87
CATEGORIES:Klassen,Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
END:VEVENT
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260611T130000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260611T150000
DTSTAMP:20260522T204014Z
CREATED:20251222T110157Z
LAST-MODIFIED:20260522T204014Z
UID:31892-1781182800-1781190000@leibnizsozietaet.de
SUMMARY:Plenum
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/69907910955?pwd=qOFeG7V0Atr9OkJI3yQMGiVV2aA4Ee.1 \nVortrag: \nProf. Dr. Claudia Müller (MLS\, Universität Siegen) \nDigitale Transformation in alternden Gesellschaften – Praxisorientierung und Partizipation als Gestaltungsprinzipien\nAbstract: \nDer Vortrag beleuchtet aktuelle Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Aufbauend auf Forschungsarbeiten wird gezeigt\, wie digitale Technologien im Kontext von Gesundheit\, Pflege und sozialer Teilhabe nicht nur technisch entwickelt\, sondern gemeinsam mit den betroffenen Menschen gestaltet werden können.\nIm Zentrum der Ausführungen stehen praxisorientierte und partizipative Forschungsansätze der Sozio-Informatik\, die ältere Menschen\, Pflegekräfte\, Angehörige und weitere gesellschaftliche Akteur:innen aktiv in Konzeptions-\, Entwicklungs- und Aneignungsprozesse einbeziehen. Anhand ausgewählter Forschungsprojekte aus den Bereichen der Robotik für die Pflege\, digitalen Lernräumen und gemeinschaftsbasierten Versorgungsmodellen wird verdeutlicht\, dass nachhaltige digitale Innovationen nur dann gelingen\, wenn sie an den Lebenswelten\, Bedürfnissen und sozialen Praktiken der Nutzenden orientiert sind.\nDer Vortrag diskutiert darüber hinaus die Bedeutung von Co-Creation\, interdisziplinären Lernräumen für die Forschenden und sozialen Innovationsprozessen für die Gestaltung einer inklusiven digitalen Gesellschaft. Praxisorientierung und Partizipation werden dabei nicht als ergänzende Elemente verstanden\, sondern als zentrale Gestaltungsprinzipien einer menschenzentrierten digitalen Transformation in alternden Gesellschaften. \nVita: \nClaudia Müller ist Professorin an der Universität Siegen und leitet den Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik\, insb. IT für die alternde Gesellschaft. Ihre sozio-informatische Forschung umfasst den Schwerpunkt der praxistheoretisch fundierten Technikentwicklung und Methoden- und Theoriebildung innerhalb der angewandten Informatik\, der sich auf ihre Erfahrung in der Leitung von F&E-Projekten in mehreren Schwerpunktbereichen stützt\, u.a. Demenzpflege\, quartiersbasierte und ländliche Gesundheitsversorgung\, Caring Communities\, Barrierefreie Arbeitsplätze\, robotische Systeme in der Pflege\, KI in der Medizin und Digitalkompetenz. Claudia Müller war und ist beratend tätig als stellvertretende Vorsitzende der Sachverständigenkommission der Bundesregierung zum Achten Altersbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“\, Sprecherin des Fachbereichs Human-Computer Interaction (HCI) bei der dt. Gesellschaft für Informatik und Sprecherin des Fachausschusses „Bildung und Digitalisierung im Alter“ beim Bundesministerium für Bildung\, Familie\, Senioren\, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
URL:https://leibnizsozietaet.de/event/plenum-24/
LOCATION:Rathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin
CATEGORIES:Plenum
END:VEVENT
BEGIN:VEVENT
DTSTART;TZID=Europe/Berlin:20260611T153000
DTEND;TZID=Europe/Berlin:20260611T173000
DTSTAMP:20260602T133227Z
CREATED:20260105T105436Z
LAST-MODIFIED:20260602T133227Z
UID:31956-1781191800-1781199000@leibnizsozietaet.de
SUMMARY:Klassensitzung SGW als Ehrenkolloquium für Dorothee Röseberg und Ulrich Busch
DESCRIPTION:Programm\nGrußwort: Gerda Haßler (MLS) \nMichael Thomas (Berlin\, MLS): Laudatio auf Ulrich Busch \nChrista Luft (Berlin\, MLS): Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx \nFrançoise Knopper (Toulouse) : Laudatio auf Dorothée Röseberg \nChristoph Vatter (Jena): Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision \nUlrich Busch und Dorothee Röseberg \nAbstracts der wissenschaftlichen Vorträge\nChrista Luft                                                                                                                                       \nAnforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx \nDie Autorin fragt in ihrem Beitrag nach Herausforderungen\, die sich aus der Coronapandemie und dem Ukrainekrieg insbesondere für die ökonomische Wissenschaft ergeben. Beide Ereignisse haben die Schwachstellen des kapitalistischen Systems und der vorherrschenden ökonomischen Theorien unübersehbar offengelegt. Heute dominieren mit wenigen Ausnahmen unter den hunderten von VWL-Lehrstühlen in Deutschland solche mit der Vorherrschaft neoklassischer Theorien und unzureichender\, ja schmaler Präsenz heterodoxer\, darunter auch marxistischer Ansätze\, mit mehr Mikro-als Makoökonomie\, also einer Lehre\, die vorrangig von mathematischen Modellen und betriebswirtschaftlichen Techniken geprägt ist und die die makroökonomische Sicht\,  die soziale\, ökologische\, humanitäre ethische und auch sicherheitspolitische Belange einschließen muss\, verdrängt. Eine ihrer Schlussfolgerungen ist daher die notwendige Rückbesinnung auf MARXSCHE Thesen\, nicht als bloße Dogmen\, sondern als Quelle für Erkenntnisgewinn und Handlungsoptionen. Die Kriegs- und Krisensituation gibt der Kapitalismuskritik Impulse. Was wir in der Pandemie- und Kriegszeit erlebten und erleben\, belegt\, wie hoch aktuell viele der Marxschen Erkenntnisse heute sind. \nChristoph Vatter (Friedrich-Schiller-Universität Jena) \nDas „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision \nDie deutsch-französischen Kulturbeziehungen sind geprägt von einer reichen Vielfalt an institutionellen und zivilgesellschaftlichen Verflechtungen. Für die Akteure dieses Beziehungsgeflechts stellt die Zugehörigkeit zu diesem „franco-allemand“ einen zentralen Motivations- und Identifikationsfaktor dar\, der als positiv und historisch bedeutsam empfunden wird. Das „franco-allemand“ hat ein großes Entfaltungspotenzial in vielfältigen Bereichen entwickelt\, unter anderem auch mit eigenständigen Ansätzen zur interkulturellen Zusammenarbeit und Wirtschaftskommunikation. Doch in jüngerer Zeit gerät dieses produktive Verhältnis zunehmend in eine Krise\, welche die Tragfähigkeit des dominanten Versöhnungsnarrativs in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen in Frage stellt. Der Vortrag nähert sich dem Phänomen des „franco-allemand“ aus Perspektive des sozialen Imaginierens an und beleuchtet aktuelle Dynamiken und zukünftige Perspektiven der interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. \nBiographische Informationen zu den Referenten\nUlrich Busch (MLS) studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Finanzökonomie\, wurde 1976 zum Dr. oec. promoviert und habilitierte sich 1984 auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. 1987 wurde er zum ord. Dozenten für Politische Ökonomie berufen. Nach 1990 wirkte er aktiv an der Umstrukturierung der wirtschaftswissen-schaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit. Bis zum Eintritt in den Ruhe-stand war er als Dozent und Leiter wissenschaftlicher Projekte an der Humboldt-Universität\, der Technischen Universität Berlin sowie an anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im privaten Bankwesen tätig. Seine Arbeitsschwer-punkte sind Geldtheorie\, Transformation sowie ökonomische Aspekte der deut-schen Vereinigung. \nGerda Haßler (MLS) studierte Romanistik und Slavistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte 1978 mit einer Arbeit zu Sprachtheorien der Aufklärung. 1984 erfolgte die Habilitation für allgemeine Sprachwissenschaft mit einer Arbeit zur Entwicklung des semantischen Wertbegriffs vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Sie war von 1993 bis 2020 Universitätsprofessorin für Linguistik und angewandte Sprachwissenschaft (Romanistik) an der Universität Potsdam\, davon sechs Jahre Prorektorin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind funktionale Grammatik und Pragmatik der romanischen Sprachen\, Geschichte der Sprachwissenschaft und des Sprachbewusstseins vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart\, Diskurstraditionen und ihre Ausprägung in Kollokationen und Begriffsformationen. \n Françoise Knopper ist emeritierte Professorin der Universität Toulouse Jean Jaurès und spezialisiert auf Germanistik\, Kulturwissenschaften\, Reiseliteratur und Aufklärung. Sie lebt und arbeitet in Berlin sowie in Castelnau‑le‑Lez. Von 1994 bis 2012 leitete sie das Forschungszentrum Centre de Recherches et d’Études Germaniques an den Universitäten Toulouse und Montpellier sowie das Institut Institut de Recherche Pluridisciplinaire en Arts Lettres Langues\, das die Leibniz-Sozietät mit dem Kooperationspreis auszeichnete. Zwischen 2005 und 2015 war sie Mitträgerin mehrerer Projekte des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne an der Universität Halle‑Wittenberg\, eines französischen Forschungsnetzwerks\, das die deutsch-französische Wissenschaftskooperation stärkt. Seit 2018 gibt sie gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothee Röseberg die Onlinezeitschrift Symposium culture@Kultur heraus. Zu ihren jüngeren Buchpublikationen zählen der Band Expression artistique et cicatrices de la Première Guerre mondiale (2021\, mit Gilles Buscot) sowie Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften\, Bd. 8 (Schwabe\, 2025). Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Studien zur Reiseliteratur\, zur deutsch‑französischen Kulturgeschichte und zur Literatur der Aufklärung. Im Jahr 2025 hielt sie Vorträge in Wrocław über reisende Frauen der Aufklärung\, in Montpellier über die Figur der Griselda und ebenfalls in Montpellier über Erinnerungstourismus und die fotografischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs in den Michelin‑Führern. \nChrista Luft (MLS) zählt seit 1993 zu den prominentesten und aktivsten Mitgliedern der Leibniz-Sozietät. Als erfahrene Hochschullehrerin\, Politikerin und Ökonomin mit dem Spezialgebiet Außenwirtschaftstheorie und – politik hat sie über mehr als drei Jahrzehnte in hervorragender Art und Weise dabei mitgewirkt\, das wissenschaftliche Leben der Sozietät inhaltlich zu gestalten und durch eigene Beiträge maßgeblich zu bereichern. Es sei zum Beispiel an ihre Festrede auf dem Leibniz-Tag 2023 erinnert: Von der „Zeitenwende“ zum Epochenbruch. Symptome\, Kritik und Herausforderungen für die ökonomische Wissenschaft sowie an ihren Vortrag Georessource Boden – irdene Grundlage menschlicher Existenz\, der im Sitzungsband des Rohstoff-Kolloquium 2022 veröffentlicht ist. Frau Professor Luft verfügt über sehr gute und enge Kontakte zu Wissenschaftlern innerhalb und außerhalb der Sozietät. So hat sie z. B. die deutsch-französischen Studientage 2023 für französische Germanisten und Deutschlehrer mit ihrem Vortrag zur Treuhand bereichert\, der ein außerordentlich positives Echo\, auch in der französischen Presse\, fand. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen\, dass die Leibniz-Sozietät heute in Teilen der französischen Öffentlichkeit bekannt ist und geschätzt wird. Zugleich hat sie in dem Zeitzeugenprojekt mitgewirkt\, bei dem es um Erinnerungen an wissenschaftliche Kooperationen und Begegnungen von Franzosen und Deutschen in der DDR\, in der Zeit des Kalten Krieges geht. Insgesamt hat Christa Luft durch Ihr beachtliches wissenschaftliches und publizistisches Engagement im In- und Ausland dazu beigetragen\, das Ansehen der Leibniz-Sozietät zu stärken und deren Existenz auch in der Zukunft zu sichern. \nDorothee Röseberg (MLS) studierte an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Kultur-wissenschaftlerin und Romanistin. Nach einer Tätigkeit als Professorin für Landes- und Kulturwissenschaft Romanistik an der Technischen Universität Chemnitz war sie 1997–2017 Professorin für Romanische Kulturwissenschaft an der Martin-Lu-ther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte\, Theorie und Methoden fremdsprachlicher Kulturwissenschaft\, Interkulturalitäts- und Transferforschung\, Fremdheit und kulturelle Konflikte\, Erinnerungskulturen\, kulturraumbezogene Arbeiten zu Frankreich und Deutschland/DDR\, vergleichende Bildungsphilosophie und Praxis\, gemeinsame Erinnerungsorte\, Laïcité\, Bilder vom anderen. \nMichael Thomas (MLS) studierte nach Berufsausbildung und Armeedienst Philosophie an der Humboldt‑Universität und promovierte über Husserls Phänomenologie. Seit 1981 arbeitete er wissenschaftlich vor allem im Bereich Soziologie. Nach 1990 war er Mitbegründer des BISS e.V. und wirkte an mehreren Universitäten sowie als Gastwissenschaftler in Deutschland und den USA. Er leitete zahlreiche Forschungsprojekte und engagierte sich in wissenschaftlichen Gremien. Seine jüngeren Arbeiten betreffen Regional‑ und Stadtentwicklung\, Netzwerke\, Arbeitsmärkte und soziale Innovationen. Seit 2009 ist er Mitglied der Leibniz‑Sozietät und leitet den Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ seit 15 Jahren. Zahlreiche Bände der „Abhandlungen“ und Beiträge in den „Sitzungsberichten“ dokumentieren seine Ergebnisse. \nChristoph Vatter ist Professor für interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Kulturtheorie und Kommunikationsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach dem Studium der Kulturwissenschaft und interkulturellen Kommunikation\, Romanistik sowie Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes und der Université Laval (Québec\, Kanada) wurde er mit einer Arbeit zum Thema Gedächtnismedium Film in einem deutsch-französischen co-tutelle-Verfahren promoviert. Vor seiner Berufung nach Jena war er Juniorprofessor für interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes und nahm Professurvertretungen an der Universität der Bundeswehr München und der Martin-Luther-Universität Halle wahr. Er ist Mitglied der internationalen Forschungsgruppe Populärkultur transnational (DFG-FNR\, 2018-2026) und PI im Exzellenzcluster Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining (2026-2032); von 2022 bis 2026 war er Präsident der Gesellschaft für Kanada-Studien (GKS). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören interkulturelle Kommunikation\, interkulturelle Medienanalyse und Kulturwissenschaft\, Populärkultur\, kulturelle Diversität und Erinnerungskulturen. \n 
URL:https://leibnizsozietaet.de/event/klassensitzung-sozial-und-geisteswissenschaften-8/
LOCATION:Rathaus Friedrichshagen\, Bölschestraße 87
END:VEVENT
END:VCALENDAR