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SUMMARY:April-Klassensitzung NWTW
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften führt ihre öffentliche wissenschaftliche April-Sitzung am 7. April 2022 in der Zeit von 10.00 bis 12.00 Uhr via Zoom (s.u.) statt durch zum Thema \nAktivierung von Zellen an der Grenzfläche zwischen Blut und Biomaterialien\nVortragende: Prof. Dr. Viktoria Weber (MLS) \nAbstract:\nIn zahlreichen in der Medizin verwendeten Verfahren kommt es zum direkten Kontakt von Blut mit verschiedenen Materialien. Dieser kann innerhalb des Körpers erfolgen\, etwa bei Herzklappen oder Stents\, oder außerhalb\, wie bei Verfahren der Dialyse oder bei Oxygenationsmembranen. \nBeim Kontakt von Blut mit Biomaterialien kommt es innerhalb von Sekunden zu einer Adsorption von Proteinen\, wodurch eine neue\, dynamische Oberfläche entsteht\, mit der Blutplättchen und Immunzellen in Kontakt treten. Die Zusammensetzung dieser neu entstehenden Proteinschicht und damit die an dieser Oberfläche ablaufenden Aktivierungsvorgänge hängen maßgeblich von der Art des Biomaterials ab. Die Erkennung dieser Oberflächen als körperfremd kann zu einer Reihe von zellulären Reaktionen führen\, welche die Funktion des jeweiligen Medizinproduktes beeinträchtigen und Thrombosen\, Embolien\, oder Entzündungsreaktionen auslösen können. \nDie Frage\, warum verschiedene Biomaterialien unterschiedliche Aktivierungsvorgänge auslösen\, ist daher ein spannendes und wichtiges Forschungsgebiet. Am Beispiel extrakorporaler Absorptionsverfahren werden in diesem Vortrag Mechanismen der zellulären Aktivierung und ihre möglichen Folgen dargestellt sowie die Möglichkeiten zur Entwicklung von Systemen mit hoher Blutverträglichkeit beleuchtet. \nVita:\nViktoria Weber studierte Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien (Promotion 1993) und erwarb ihre Habilitation für das Fach Biochemie ebenfalls an der Universität für Bodenkultur (2008). Seit 1999 ist sie an der Universität für Weiterbildung Krems (Donau-Universität Krems) tätig\, wo sie seit 2010 eine Professur für Medizinische Biochemie innehat und das Department für Biomedizinische Forschung leitet. Seit 2011 war sie Vizerektorin für Forschung und seit 2021 Vizerektorin für Forschung und nachhaltige Entwicklung. Sie ist gegenwärtig Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Künstliche Organe (ESAO) und Vizepräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT). Viktoria Weber war an mehreren Europäischen Projekten auf dem Gebiet der therapeutischen Apherese sowie der Sepsis beteiligt und leitete von 2013-2019 das CD-Labor für Innovative Therapieansätze in der Sepsis. Ihre Forschungsinteressen gelten der Grenzfläche zwischen Blut und Biomaterialien\, der Aktivierung von Plättchen und Immunzellen während des Kontakts von Blut mit Biomaterialien\, sowie extrazellulären Vesikeln und ihren Rollen in der Gerinnung und Immunmodulation. Mit ihrer Gruppe entwickelte sie eine Reihe von Methoden zur Charakterisierung des zellulären Ursprungs und der Funktion extrazellulärer Vesikel insbesondere in der Sepsis. \nKoordinaten für die Teilnahme an der Online Sitzung:\nZoom-Meeting: \nhttps://donau-uni.zoom.us/j/69196849157?pwd=YlZacHJzeGFlOThYRldHYll2bC9ydz09 \nMeeting-ID: 691 9684 9157 \nKenncode: 791894 \n 
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SUMMARY:April-Klassensitzung SGW
DESCRIPTION:Jürgen Erfurt (MLS) \nSprachwissenschaftliche Zugriffe auf Transkulturalität \nModeration Kerstin Störl \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract:  \nForschungen zur Transkulturalität untersuchen die kulturellen Verflechtungs- und Austauschprozesse und den Wandel des Kulturellen im Zeitalter von Globalisierung\, verstanden als eine lange Periode der Geschichte der Menschheit\, die mit der Herausbildung von Groß- und Kolonialreichen einsetzt\, die eine Zäsur mit der Herausbildung nationalstaatlichen Denkens und Handelns erfährt und ihren vorläufigen Höhepunkt in der globalen Vernetzung und in der Erosion eindeutiger Grenzen erreicht\, die zuvor Staaten\, Märkte\, Zivilisationen\, Kulturen\, Lebenswelten und Menschen trennten. Für Transkulturalität\, ihre Phänomene und Prozesse interessieren sich viele Disziplinen\, die – in unvollständiger Reihung – von Anthropologie\, Denkmalpflege\, Geschichte\, in Nordamerika sehr stark die Gesundheits- und Pflegewissenschaften\, hierzulande prominent die Kommunikations-\, Kultur-\, Sprach- und Literaturwissenschaften bis zu Philosophie\, Religionswissenschaft und Soziologie reichen. Mit der Erforschung transkultureller Prozesse befasst sich zunächst der kubanische Anthropologe Fernando Ortiz (1861-1969)\, dem es darum ging\, die Bedeutung zweier Agrarprodukte – Tabak und Zucker\, ihres Anbaus und ihres Konsums – für die kubanische Gesellschaft und ihre Transformationen im Zuge des Kolonialismus\, Postkolonialismus und der Migration herauszuarbeiten. Seither wandert dieses Konzept\, das bei Ortiz (1940) noch als Gegenentwurf zum Konzept der ‚Akkulturation‘ gedacht war\, durch Räume\, Zeiten und Forschungsfelder und stellt das dar\, was Edward Said (1982) als „traveling concept“ diskutiert hat. Eine der Folgen der Wanderschaft – oder auch der mehrfachen Neuerfindung des Konzepts – besteht darin\, dass Transkulturalität heutzutage von nicht wenigen KulturtheoretikerInnen in ein Stufenmodell bzw. ein Modell der Ablösung von Großkonzepten des Managements kultureller Konflikte gezwungen wird. Auf die monokulturelle Imago des Nationalstaats folgten demnach – in quasi linearer Abfolge – zunächst ein Konzept der Bikulturalität\, dann der Multikulturalität\, dann der Interkulturalität\, gegenwärtig der Transkulturalität … und künftig vielleicht so etwas wie der Hyperkulturalität. \nDas Problem liegt auf der Hand: weder lassen sich mit einem solchen Stufenmodell die immer weiter sich ausdifferenzierenden Prozesse der kulturellen Verflechtung\, des Austauschs\, des Konflikts im Zuge von Mobilität\, Migration und Kontakt von Menschen verstehen\, noch wird das analytische\, und noch viel weniger das theoretische und letztlich auch das handlungsleitende Potential ausgereizt\, das sich mit den einzelnen Konzepten verbinden lässt. \nIn meinem Vortrag möchte ich skizzieren\, wie die Grundzüge einer Theorie der Transkulturalität aussehen können und welche Schlüsselkonzepte darin zum Tragen kommen: Ungleichheit\, Differenz und Emergenz (vgl. Erfurt 2021). In einem weiteren Schritt geht es mir als Sprachwissenschaftler darum\, die Bedeutung von Sprache im Kontext von transkulturellen Verflechtungen sichtbar zu machen und zu zeigen\, wie Sprache\, methodisch kontrolliert\, in die Analyse von transkulturellen Prozessen einfließt. Denn eines scheint festzustehen\, dass Transkulturalität im hohen Maße auf die mit Sprache verbundenen Prozesse des Austauschs von Akteuren und der Verflechtung ihres Handelns angewiesen ist und dass die Mehrsprachigkeit in prominenter Weise einen Türöffner für die Beschäftigung mit Transkulturalität darstellt. Diese Prozesse treiben die Veränderung – auch – der Sprachen\, Sprachpraktiken und sprachlichen Verhältnisse an. Bedenkt man hierbei den Nexus von Sprache(n) und Kultur(n)\, der sich auf vielfältige Weise artikuliert\, so wird deutlich\, dass transkulturelle Prozesse und Perspektiven auch den Blick auf die Sprache in dem Sinne verändern\, dass sich mehr und mehr die Aufmerksamkeit auf „SprecherInnen in Bewegung“ (Erfurt/Gessinger 2022)\, d.h. auf sprachlich interagierende\, mobile Subjekte in von Mehrsprachigkeit geprägten Räumen richtet. \n  \nCV\nJürgen Erfurt \, geb. 1954 in Arnstadt\, ist Romanist und Sprachwissenschaftler. Er lehrte und forschte bis 2020 am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Erfurt studierte von 1973 bis 1977 Romanistik und Sprachwissenschaft (Französisch\, Rumänisch\, Spanisch) an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach einem Forschungsstudium der Rumänistik in Leipzig und Bukarest unter Leitung von Klaus  Bochmann wurde er 1981 in Leipzig mit einer Dissertation zum Rumänischen im 19. Jahrhundert promoviert. 1985 und 1986 absolvierte er ein dreisemestriges Studium der Hochschulpädagogik. Seine 1986 verteidigte Dissertation B (Habilitation) zum Französischen war text- und diskursanalytisch ausgerichtet. Erfurt wurde 1987 als ordentlicher Dozent für französische Sprachwissenschaft an der Universität Leipzig zum Hochschullehrer berufen. In den Jahren nach 1989 war er sowohl an der Universität Leipzig als auch als Gastwissenschaftler und Gastprofessor an anderen Universitäten (Oldenburg\, Erfurt\, Frankfurt am Main\, Essen\, Tübingen) tätig\, darunter von 1993 bis 1994 am Ontario Institute for Studies in Education in Toronto (Kanada). 1996 erhielt er den Ruf auf die Professur (C4) für Romanistische Linguistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main\, wo er bis zu seiner Pensionierung im April 2020 tätig war. Erfurt war mehrfach Gastprofessor in Kanada und den USA. \nWissenschaftliches Wirken\nErfurt veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze zu vielen Themen der romanistischen Linguistik\, der Soziolinguistik und der Mehrsprachigkeitsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte erstrecken sich auf Untersuchungen zu Sprachgeschichte und Sprachwandel romanischer Sprachen\, hierbei auch auf die Rolle von Schrift und Schriftlichkeit im Sprachwandelgeschehen\, die Sprachpolitik in romanischsprachigen Ländern\, die Herausbildung von standardsprachlichen Varietäten romanischer Sprachen\, darunter jene in der kanadischen Provinz Québec und der Republik Moldau. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Forschungen zur Frankophonie\, den sprachlichen Verhältnissen und der Sprachpraxis frankophoner Minderheiten in Kanada und in anderen Regionen. Für diese Untersuchungen zentral sind neben der Französischsprachigkeit die Phänomene von Mehrsprachigkeit und Migration\, denen sich Erfurt in mehreren Fallstudien in Deutschland\, Kanada\, Frankreich und der Republik Moldau widmete. Hierbei geht er der Frage nach\, mit welchen Modellen\, Problemen und Konflikten das Sprachenlernen im schulischen Kontext und darüber hinaus in der sprachlichen Erziehung zu Mehrsprachigkeit verbunden ist. Schließlich sind\, ausgehend von seinen Forschungserfahrungen in Kanada und in anderen romanischsprachigen Räumen\, die Untersuchungen zum Problemfeld sprachlicher Mischungsprozesse sowie zur Interkulturalität und Transkulturalität zu nennen.
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SUMMARY:April-Plenum
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin veranstaltet ihre öffentliche April-Plenarveranstaltung am 7. April 2022 mit einem Vortrag zum Thema \nZu weit\, zu hoch\, zu heiß\, zu kalt – wenn der Mensch an seine Grenzen kommt  \nVortragender: Prof. Dr. med. Hanns-Christian Gunga \nDie Veranstaltung findet in Zoom statt. \nAbstract: \nUmweltfaktoren (Luftdruck\, Luftfeuchtigkeit\, Temperatur\, Licht\, Gravitation) beeinflussen entscheidend den Bauplan und die Funktionsfähigkeit von Organismen einschließlich des Menschen\, vor allem extremen Umwelten. Dies wird im Vortrag anhand von Untersuchungen erläutert\, die unter terrestrischen und Mikro-g Bedingungen im All durchgeführt wurden. Es werden hierbei sowohl die physiologischen Veränderungen als auch psychische Probleme bedingt durch Isolation und Confinement (Beengtsein) behandelt. Ferner werden Lösungsmöglichkeiten zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit unter extremen Umweltbedingungen aufgezeigt und deren Bedeutung für die aktuelle klinische Medizin hervorgehoben. \nVita: \nProf. Dr. med. Dipl. geol. Hanns-Christian Gunga studierte Geologie-Paläontologie und Humanmedizin in Münster und an der Freien Universität Berlin (Diplom 1980\, Promotion 1989\, Habilitation 1997). Seit 2000 ist er Sprecher des Zentrums für Weltraummedizin und Extreme Umwelten an der Charité Universitätsmedizin Berlin\, seit 2004 Universitätsprofessor an der gleichnamigen Institution und Gastprofessor in China (Xi’an) und Chile (Antofagasta) tätig. Seit 2008 ist er Mitglied im Programmausschuss des DLR und z. Zt. in der Funktion des Vorsitzenden Forschung unter Weltraumbedingungen (FuW). Prof. Gunga war an mehreren Raumfahrtmissionen des DLR als PI und Co-PI beteiligt (D2\, MIR\, ISS)\, ist im Augenblick u. a. PI des laufenden Experiments “Circadian Rhythms” auf der ISS sowie PI im DFG Research Unit 2936 „Climate change and Health in Subsaharan Africa (SSA).
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SUMMARY:Jour fixe „Europa im 21. Jahrhundert“
DESCRIPTION:Ankündigung Jour fixe „Europa im 21. Jahrhundert“ \nDer Arbeitskreis „Europa-Selbstverständnisse und Perspektivenvielfalt“ veranstaltet einen Jour fixe zum Thema „Europa im 21. Jahrhundert“. Er findet am 25.04.2022\, ab 14 Uhr in Fa. GEFEG\, Storkower Bogen\, Storkower Str. 207 statt. Wir laden alle interessierten Mitglieder der Leibniz-Sozietät herzlich ein\, mit uns über die folgenden Fragen um drei Themenschwerpunkte zu diskutieren: \n\nWann endete das „Zeitalter der Extreme“ (Eric Hobsbawm)\, und reicht der Jahrhundertbegriff\, um eine sich ankündigende Epochenwende angemessen zu erfassen? Denn die Ankunft im 21. Jahrhundert bedeutet zuallererst\, neue Fragen an die Vergangenheit\, auch an diejenige der letzten dreißig Jahre zu stellen. Wie gehen wir mit der Tatsache um\, dass sich gerade Zukunftserwartungen dramatisch verändern? Dass sich als Illusion erwiesen hat\, was im Jahr 1989 geschichtsphilosophische Prognosen („Ende der Geschichte“) vorausgesagt haben? Da war einerseits die Annahme eines weitgehend friedlich erfolgenden Zusammenbruchs der europäischen Nachkriegsordnung (Schlussakte von Helsinki 1975). Da war andererseits das Wunschdenken über einen letztlich problemlosen Übergang von Sozialismus-Varianten\, mit und ohne sowjetische Vorherrschaft\, hin zu einem „nachholenden“ Kapitalismus neoliberaler Marktwirtschaft und spätmoderner Demokratie – mit populistischen und nationalistischen Gegentendenzen. Die Frage steht im Raum\, wie trügerisch der Ausblick auf ein angebliches neues Zeitalter west-östlicher Ideenkonkurrenz (Demokratie gegen Autokratie) oder von „Weltordnungsentwürfen künftiger globaler Netzwerke“ (Zhao Tingyang) tatsächlich ist. Muss es nicht\, angesichts der ökologischen Herausforderungen im 21. Jahrhundert\, vorrangig um einen globalen Wettstreit zwischen ökonomischen\, politischen und soziokulturellen Entwicklungsmodellen gehen\, die auf „Prinzipien ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit“ (Thomas Piketty) beruhen?\nWie kann Europa als historischer Erfahrungsraum und als semantisches Bedeutungsfeld\, in allen seinen aktuellen Verschiebungen vor allem zwischen West-Mittel- und Osteuropa bis zu Russland\, auf neue Weise historisiert werden? Anstelle von überheblichen „Siegerarchitekturen“ oder „bereinigten Geschichtsdarstellungen“ (Pankay Mishra) der westeuropäisch-westlichen Vergangenheit sind komplexe Analysen gefragt\, die das einzigartige Geschichtsexperiment einer industriekapitalistischen und materialistischen Zivilisation gleichermaßen als unvergleichlichen Aufstieg von Wissenschaften\, Technologien\, Kulturen und als brutale Chronik von Zerstörung\, Entwurzelung\, Unterdrückung und imperialer Expansion zu erfassen vermögen\, ganz im Sinne von Marx‘ Fortschrittsmetapher des barbarischen heidnischen Götzen. Welche Begrifflichkeiten haben sich dafür bisher bewährt und welche sind erst noch zu finden\, z.B. für die Umbrüche im mittel- und ost/südosteuropäischen Raum? Welchen Umgang finden wir für das seit 1989 nicht neu definierte Konzept des „Westens“ und\, im jetzigen 21. Jahrhundert\, für die Machtstrategien eines imperial auftretenden Nationalismus in Russland?\nWie ist endgültig ein Blickwechsel zu erreichen? Gemeint ist der Wechsel vom Eurozentrismuszum Dezentrieren von (West-)Europaund die konsequente Einbeziehung sowohl innereuropäischer als auch postkolonialer Perspektiven\, mit denen historisches Wissen aus Lateinamerika\, Afrika\, Asien und vor allem aus China in eine immer noch – nicht zuletzt durch den unkritischen Gebrauch bestimmter Begriffe und Paradigmen – europäisierte bzw. verwestlichte Weltgeschichte einfließen können? Erst mit einer solchem grundlegenden Veränderung überlieferter Perspektiven werden die vielfältigen Möglichkeiten einer im 21. Jahrhundert neu entstehenden Welt entdeckt können.\n\n  \nMonika Walter \nDieter Segert \n 
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