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SUMMARY:März-Sitzung der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften veranstaltet ihre März-Klassensitzung als öffentliche wissenschaftliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion zum Thema \n„Consortien“ (1872) und „Symbiosen“ (1878) – Über die Entdeckung eines neuen „biologischen Problems“ und seine Verallgemeinerung \nVortragender: Ekkehard Höxtermann\, MLS \nZeit:       14. März 2019\, 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr \nOrt:        10551 Berlin\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1; BVV-Saal \n  \nCV.:\nProf. Höxtermann wurde nach dem Biologie-Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin 1985 promoviert und wandte sich unter dem Einfluss von Frau Prof. Ilse Jahn der Biologiegeschichte zu. Von 1990 bis 1993 am Institut für Biochemie der Universität Köln tätig\, habilitierte er sich 1994 in Jena für das Fach Geschichte der Naturwissenschaften und lehrte anschließend Geschichte der Biologie\, der Biochemie und der Pharmazie in Jena\, Berlin und Göttingen\, ab 2003 als außerplanmäßiger Professor der Freien Universität Berlin. Seit 2008 betreut er das biologiehistorische Verlagsprogramm der Basilisken-Presse in Rangsdorf.\nHöxtermann plädiert für eine untrennbare Einheit von Geschichte und Gegenwart der Biologie und betrachtet es als eine vordringliche Aufgabe\, die Theorien und Methoden der modernen Biologie aus der Geschichte begreiflich machen. Ausgehend von seinen biologischen Arbeitsgebieten erschloss er den historischen Kontext bis dahin vernachlässigter Disziplinen und Konzepte der Physiologie\, Biochemie und Symbiogenetik der Pflanzen. Als Gründungs- und zeitweiliges Vorstandsmitglied der „Deutschen Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie“ sowie Autor\, Herausgeber und Verleger biologiehistorischer Monographien und Reihen trug er maßgeblich zur Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Biologiehistoriographie in Deutschland bei. \nAbstract:\nAls populäres Sinnbild der Evolution von Lebewesen galt lange Zeit der Stammbaum\, der sich gabelt und in immer feinere Zweige verästelt. Höherentwicklung wurde gleichsam als Auseinanderstreben fortlaufender\, sich stetig wandelnder Abstammungslinien verstanden\, wie sie sich im Kampf ums Dasein durchsetzten. Motor des Fortschritts war demnach die Konkurrenz.\nDoch unsere heutigen Bilder von der Stammesgeschichte der Organismen entsprechen allenfalls einem Stammbusch mit auffallenden Anastomosen. Die Querverbindungen bezeigen\, dass es neben der Konkurrenz der Arten noch einen zweiten Modus der Höherentwicklung gibt\, die Kooperation der Arten. Auch sie ist ein Konzept des 19. Jahrhunderts\, und ich möchte in meinem Vortrag aufzeigen\, wie man diesem „biologischen Problem“ auf die Schliche kam. Der Kieler Botaniker Johannes Reinke meinte 1904\, eingedenk der vielen\, sich über Jahrzehnte erstreckenden Arbeiten\, die notwendig waren\, um das enge\, ja essentielle Zusammenleben mancher Arten zu entdecken: „Bevor ein Problem nicht erkannt ist\, kann es auch nicht bearbeitet werden.”\nEine Schlüsselrolle bei der Entdeckung dieses neuen „biologischen Problems“\, das zuerst ein ökologisches war und dann zu einem evolutionsbiologischen wurde\, spielten die Flechten. Seit dem 17. Jahrhundert im Blick der Forscher\, wurden sie als ganze\, untrennbare Individuen betrachtet und in einer eigenen taxonomischen Gruppe zusammengefasst. Ihre Ähnlichkeiten mit Pilzen und Algen ließen sie allenfalls als Bindeglied zwischen beiden in der „Stufenleiter der Natur“ erscheinen. Es erregte von daher Unglauben und Widerspruch\, als der in München und Basel lehrende Botaniker und herausragende Mikroskopiker Simon Schwendener im Ergebnis entwicklungsgeschichtlicher „Untersuchungen über den Flechtenthallus“ (1867) erstmals in aller Deutlichkeit behauptete\, dass Flechten nichts anderes als Zwitterwesen aus Algen und Pilzen seien\, bei denen sich parasitische Pilze von Algen ernährten und diese\, wie er 1869 meinte\, zu einem unfreien „Helotenthum“ (Sklavendienst) zwangen.\nDie Gegner dieser Ansicht verstummten\, als Reinke 1872 auch in den Wurzeln höherer Pflanzen einen Lebensverbund mit „Blaualgen“ entdeckte und „diese Form des organischen Lebens“ als „Consortium“ bezeichnete. Es blieb unklar\, welchen Vor- oder Nachteil die Partner aus ihrer wechselseitigen Beziehung zogen. Auf der Suche nach einem weiten\, wertungsfreien Begriff für das „Auf- oder Ineinanderwohnen zweier verschiedener Species […]\, welcher die Rolle\, die beide Wesen dabei spielen\, noch nicht berücksichtigt\, also auf das blosse Zusammenleben begründet ist\,“ empfahl der Leipziger Botaniker Albert Bernhard Frank 1877 den Ausdruck „Symbiotismus“.\nUnter Einbeziehung der Tiere führte schließlich der Straßburger Botaniker Anton de Bary 1878 eine allgemeine „Collectivbezeichnung“ für die zahlreichen\, in den zurückliegenden Jahren gefundenen „Associationen ungleichnamiger Organismen-Species zu gemeinsamer Existenz“ ein und nannte solche „Genossenschaftsbeziehungen“\, ganz gleich wie es um die Nützlichkeitsbalance stand\, „Symbiosen“. Der Symbiosebegriff fand regen Zuspruch und rasche Verbreitung. Dazu trug bei\, dass de Bary die Symbiosen als einen besonderen Fall der Anpassung an bestimmte Lebensverhältnisse betrachtete\, wie sie Charles Darwin in seiner Evolutionstheorie vertrat. Das Symbioseprinzip erhielt eine weitere Bestätigung\, als Albert Bernhard Frank\, seit 1881 in Berlin\, 1885 die Natur der „Pilzwurzeln” verschiedener Waldbäume entdeckte und „Mycorrhiza” [sic!] nannte.\nSchwendeners „Algenpilze“\, Reinkes „Algenwurzeln“ und Franks „Pilzwurzeln“ hatten mithin zur Aufdeckung und Anerkennung einer neuen\, allgemeinen Lebenserscheinung geführt. „Nachdem das Ei des Columbus einmal aufrecht dastand“\, so de Bary 1878\, war es eine Frage der Zeit\, dass das Konzept der Lebensgemeinschaften von den Vielzellern und Einzellern dann sogar auf Organellen übertragen wurde. Die entscheidende Frage war die nach dem kleinsten „Elementarorganismus“. Es bestand Konsens\, dass es sich dabei um die Zellen als nicht weiter zerlegbare Individuen des Lebens handelt. Hauptmerkmal ihrer Elementarität war die Vermehrung durch Teilung. Doch mit den Fortschritten der Mikroskopie wurden die Zellforscher auf noch kleinere\, permanent vorhandene\, subzelluläre Gebilde aufmerksam\, die sich durch Teilung vermehrten: die Zellkerne und die Chloroplasten. Sie schienen die wahren „Elementarorganismen“ zu sein.\nDer Bonner Botaniker Andreas Franz Wilhelm Schimper äußerte 1883 zuerst den Gedanken\, dass die Beziehungen der Plastiden „zu dem sie enthaltenden Organismus einigermassen an eine Symbiose erinnern. Möglicherweise verdanken die grünen Pflanzen wirklich einer Vereinigung eines farblosen Organismus mit einem von Chlorophyll gleichmässig tingirten ihren Ursprung.“ Vermehrung durch Teilung war\, wie gesagt\, auch ein Merkmal der Zellkerne\, und so sprach der japanische Zoologe Shosaburo Watasé 1893 auch hier von einer Symbiose der Kerne mit dem Plasma der Zellen. Auch andere Zytologen gebrauchten das Bild einer innerzellulären Symbiose\, meist aber nur einmalig oder beiläufig. Wenn ihre Äußerungen auch einen phylogenetischen Aspekt enthielten\, so machten sie die Symbiogenese doch nicht zum Gegenstand einer Evolutionstheorie.\nDas verdanken wir dem St. Petersburger Botaniker Andrej Sergeevič Famincyn\, der 1890 die Entstehung der Pflanzenzellen wie überhaupt höherentwickelter Lebewesen auf „die Vereinigung einfacher Organismen zu Kolonien“ zurückführte. Die Idee wurde dann vor allem durch den Kazaner Biologen Konstantin Sergeevič Merežkovskij zu einer in sich geschlossenen Evolutionstheorie ausgebaut\, so spekulativ sie zunächst auch war. Er vertrat 1905 die Ansicht\, dass die kernhaltigen Zellen symbiogenetische Chimären sind und letztlich zwei Plasmaarten vereinigten\, die in unterschiedlichen Erdzeitaltern entstanden seien. Famincyn und Merežkovskij sahen in der Symbiogenese das fehlende Glied einer schlüssigen Evolutionstheorie; eine natürliche Auslese bestangepasster Varietäten als Hauptmodus der Evolution im Sinne Darwins lehnten sie ab.\nEs war das Ziel eines dritten russischen Biologen\, Symbiogenese- und Selektionstheorie zu integrieren. Boris Michajlovič Kozo-Poljanskij\, der in Voronež Botanik und Evolutionsbiologie lehrte\, entwickelte ab 1924 die Symbiogenesetheorie zu einer darwinistischen Evolutionstheorie weiter\, in der die Symbiose einen Faktor\, die Selektion aber den Mechanismus der Evolution darstellte. Aber er sollte mit seinen Überlegungen ein Außenseiter bleiben. Das Allgemeingültigkeit beanspruchende Symbiosekonzept wurde in den 1920er und 1930er Jahren wieder ein Gegenstand von Spezialisten und aus der Evolutionsbiologie in die Ökologie zurückverwiesen. Die Gründe sind vielfältig. Nur so viel: Zwei Hauptstützen\, das Verständnis der Flechten als eine für beide Seiten vorteilhafte Lebenseinheit und die relative Autonomie der Plastiden\, waren ins Wanken geraten. Erst in den 1960er Jahren kam es zu einer „Wiederentdeckung” der Endosymbiontennatur der Chloroplasten und zu einer Neuformulierung der Symbiogenesetheorie\, die das moderne Bild von der Entstehung der kernhaltigen Zellen aus symbiotischen Bakteriengesellschaften bestimmt und heute als experimentell abgesichert gilt.
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SUMMARY:März-Sitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften der Leibniz-Sozietät
DESCRIPTION:Die Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften der Leibniz-Sozietät veranstaltet ihre März-Klassensitzung als öffentliche wissenschaftliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion zum Thema \nÜberleben bedrohter Sprachen – Die hawaiianische Strategie\nVortragender: Wilfried Baumgarten MLS) \nOrt: 1055 Berlin\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1; raum 505\nZeit: 10:00 Uhr bis 12:00 \nC.V.:\nDr. Baumgarten ist Sprachwissenschaftler und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2016. Er erwarb 1975 in Leipzig das Sprachmittler-Diplom für Englisch und Arabisch und arbeitete danach 15 Jahre lang als Sprachmittler. Daneben studierte er dort von 1981 bis zur Promotion 1986 Wirtschaftswissenschaften mit Spezialisierung auf Wirtschaftsgeschichte Palästinas/Israels.\nEr hat als Europäischer Projektmanager beim TÜV Rheinland in Berlin sowie als Projektgutachter Europa-Projekte für das Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn gearbeitet. Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter bzw. Dozent für Arabisch in München\, u.a. an der Ludwig-Maximilians-Universität\, der Munich Business School und der Universität der Bundeswehr. Daneben leitete er 2008 – 2015  Kurse für Biblisches Hebräisch.\nSeit 2008 studiert er außerdem bedrohte Sprachen Amerikas\, Australiens und Ozeaniens mit Spezialisierung auf polynesische Sprachen. Seit Sommer 2015 ist er freischaffender Linguist in Grafenau\, Niederbayern. Hier hat er den Polynesien-Verlag gegründet und kooperiert mit der University of Hawai’i Press\, Honolulu\, bei der Übersetzung und Herausgabe eines Samoanisch-Lehrbuchs für den deutschsprachigen Raum.\nVon seinen Veröffentlichungen sind besonders zu nennen: „Aloha kākou! – Lehrbuch der hawaiianischen Sprache“ (Gilching 2013); „Arabisch im Geschäftskontakt“ (Hamburg 2015); „Fa’aitoito! – Lehrbuch der Sprache von Tahiti“ (Grafenau 2016\, zusammen mit Hereiti Arapari\, Mo’orea\, Französisch-Polynesien); „Illustriertes Wörterbuch Hawaiianisch-Deutsch“ (Grafenau 2017).\nSeine aktuelle Forschung gilt dem Wortschatz des modernen Hawaiianisch und den grammatischen Strukturen polynesischer Sprachen\, wozu er die Kooperation mit dem Hawaiian Lexicon Committee (Kōmike Hua’ōlelo Hawai’i) anstrebt. \nAbstract:\nDas Hawaiianische\, das in den 1970er Jahren endgültig auszusterben drohte\, dient inzwischen vielfach als Beispiel für die erfolgreiche Revitalisierung einer Sprache. Im Vortrag werden die Ziele und Maßnahmen der hawaiianischen Renaissance-Bewegung bezüglich der Wiederbelebung des Hawaiianischen\, sowie die vorhandenen Ressourcen und Voraussetzungen vorgestellt. Die auf diesem Weg erreichten Ergebnisse werden kritisch betrachtet\, und es wird die Frage aufgeworfen\, welche Perspektive das Hawaiianische angesichts der Einschätzung der UNESCO hat\, dass seine „langfristige Zukunft unsicher“ bleibe. Schließlich wird der Frage nachgegangen\, inwieweit der Fall des Hawaiianischen im Kontext mit Revitalisierungsbemühungen als Beispiel und/oder als Vorbild für andere Sprachen geeignet ist.
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SUMMARY:März-Sitzung des Plenums der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
DESCRIPTION:Die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin lädt ein zu ihrer öffentlichen wissenschaftlichen März-Plenarsitzung zum Thema \nWem gehört die „annektierte“ Krim? Eine historische Betrachtung\nVortragender: Armin Jähne (MLS) \nOrt: 1055 Berlin\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1; BVV-Saal \nZeit: 13:30 Uhr bis 15:30 \nC.V.:\nProf. Jähne ist Spezialist für Alte und Osteuropäische Geschichte sowie Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2001\, der er z.Z. als Vizepräsident vorsteht. Nach Promotion (1970 in Moskau) und Habilitation (1980 in Berlin) wurde er 1988 zum Professor an der Humboldt-Universität Berlin berufen\, wo er bis 1996 wirkte. Danach leistete er Projektarbeit; heute ist er Pensionär. Seine Forschungsgebiete sind die Geschichte Griechenlands und des Hellenismus\, die Geschichte Ost- und Südosteuropas sowie die Wissenschaftsgeschichte.\nAbstract:\nKlemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich (1773 – 1859) äußerte einst gedankenschwer\, dass Politiker\, wenn sie über andere Länder urteilen\, oft genug zwei Faktoren vergessen: ihre Geographie und Geschichte. Sie zu beachten\, ist geradezu unumgängliche Pflicht\, wenn man heute nach einer Antwort auf die Frage sucht\, wer die Krim beanspruchen darf bzw. wem sie gehört.\nRussland hatte sich am Beginn des 18. Jh.\, was seine Beziehungen zu Europa betraf\, auf drei außenpolitisch strategische Hauptrichtungen festgelegt\, die bis heute nachwirken und nur zum Teil etwas von ihrer Bedeutung eingebüßt haben: nach dem Nordwesten mit Skandinavien und namentlich Schweden\, nach dem Westen\, nach Zentraleuropa mit insbesondere Polen und nach dem Südwesten mit dem Balkan. Eine vierte Richtung\, die hier nicht von Belang ist\, zielte nach Mittelasien. Diese geopolitisch bedingten Strategielinien trugen ideologischen Vorstellungen Rechnung und waren damit eindeutig machtpolitisch fixiert.\nMit dem Frieden von Nystad 1721\, der den „Nordischen Krieg“ gegen Schweden (seit 1700) beendete\, hatte Peter I. (1672 – 1725\, Zar seit 1682) Russland den Zugang zur Ostsee und damit den Weg über See nach dem Westen geöffnet. Was im Norden geglückt war\, sollte auch im Süden gelingen. Zwar hatte Peter I. 1696 die türkische Festung Azow an der Mündung des Don eingenommen\, aber die wirkliche Wende trat erst 1783 ein\, als die Krim endgültig an Russland fiel und die Stadt Sewastopol auf- und ausgebaut und dort ein Kriegshafen eingerichtet wurde.\nDie Krim ragt wie ein Keil in das Schwarze Meer hinein\, das wie ein Fächer vor der entstehenden russischen Flotte lag und aufgehört hatte\, ein türkisches Mare nostrum zu sein. Sie war von nun an Ausgangspunkt und Rückhalt für die russische Seemacht geworden\, die nicht allein auf das Schwarze Meer beschränkt bleiben wollte und deshalb dessen Ausgang ins Visier nahm: die Meerengen Bosporus und Dardanellen. Mit der Angliederung der Krim an Russland war ein Knäuel ineinandergreifender politischer Sachverhalte und widerstreitender Machtinteressen entstanden\, das zwei Jahrhunderte die europäische Politik beschäftigte\, sich allmählich entwirrte und punktuell an Brisanz verlor\, aber noch heute für politisches Kopfzerbrechen sorgen.\nRusslands machtpolitisches Ausgreifen im Süden rief die Seemächte England und Frankreich und das habsburgische Österreich als europäische Kontinentalmacht auf den Plan. Die Vereinnahmung der Krim durch Russland schloß zwingend drei international bedeutsame Probleme ein: die „Orientalische Frage“\, d.h. Aufteilung des territorialen Erbes des „kranken Mannes am Bosporus“ (Türkei bzw. Naher Osten)\, die Meerengenfrage (Bosporus und Dardanellen) und das Schicksal der christlich-orthodoxen Bevölkerung auf dem Balkan\, für die Russland als Schutzmacht auftrat. Diese Probleme bildeten die Südwestkomponente der russisch-sowjetisch-russischen Außenpolitik im 18. – 20. Jh.\, eigentlich bis in unsere Tage hinein.\n1954 hatte Nikita S. Chruschtschow (1894 – 1971) in einem willkürlichen administrativen Akt\, offenbar ökonomisch bedingt\, die Krim aus der Russischen Föderation aus- und in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. Das war kein weltbewegender und international kaum beachteter Vorgang\, denn die Krim blieb im Bestand der UdSSR. Die Situation änderte sich grundlegend\, als das Sowjetimperium 1991 zerfiel und die Ukraine ihre staatliche Unabhängigkeit erlangte. Noch im Dezember 1991 stimmten 54% der Krimbevölkerung für die Unabhängigkeit der Ukraine und damit für die Beibehaltung des status quo. Zwei Verträge\, unterzeichnet von Frankreich\, der BRD und Russland\, bestätigten die Integrität der ukrainischen Grenzen.\nWurde anfangs noch geglaubt\, dass sich am Verhältnis der Ukraine und Russlands wenig ändern würde\, so sollte sich das bald als ein Trugschluß erweisen. Die Ukraine schwenkte auf einen prowestlichen und zugleich russlandphoben Kurs ein und suchte die Nähe zu den USA (1992). Die russisch-ukrainischen Beziehungen erlebten dann im Zuge der Vorgänge 2014 auf dem Kiewer Maidan ihren Tiefpunkt. Russland reagierte rigoros und holte die Krim zurück in die Russische Föderation. Flankiert wurde die mit militärischen Mitteln abgesicherte Rückführungsaktion durch eine Volksabstimmung\, in der sich die Mehrheit der Bevölkerung klar für den neuerlichen Anschluß der Krim an Russland\, d. h. die Wiederherstellung der ursprünglichen\, historisch bedingten Zugehörigkeit der Halbinsel zu Russland entschied.\nSeither wird international auf das Heftigste über den Status der Krim gestritten.\nBlanker Zynismus und pure Heuchelei sind es\, wenn von westlicher Seite immer wieder die Krim als Grund für antirussische Sanktionen genannt und ihre Rückgabe an die Ukraine verlangt wird. Die politische Ratio gebietet eigentlich\, die Krimfrage von der „ukrainischen Krise“ zu trennen und sich verstärkt um die Lösung der letzteren zu bemühen. \n 
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SUMMARY:Workshop des Arbeitskreises Gesellschaftsanalyse und Klassen
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis (AK) „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ der Leibniz-Sozietät veranstaltet im März einen Wokshop als öffentliche wissenschaftliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion zum Thema \nTransformation im aktuellen Kontext – Chancen\, Ambivalenzen und Blockaden\nOrt:  Rosa-Luxemburg-Stiftung\, Salon\, Franz-Mehring-Platz 1\, 10243 Berlin \nZeit: 10:00 Uhr bis 17:00 \n\nAnkündigung und Programm
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SUMMARY:Workshop des Arbeitskreises "Prinzip Einfachheit"
DESCRIPTION:Der Arbeitskreis (AK) “Prinzip Einfachheit” der Leibniz-Sozietät veranstaltet am 28. März einen Workshop als öffentliche wissenschaftliche Vortragsveranstaltung mit Diskussion zum Thema \nSchaffung von Voraussetzungen für Einfachheit – ein Grundprinzip nicht nur in der menschlichen Informationsverarbeitung ?\n \ngewidmet Werner Krause (MLS) zu seinem 80. Geburtstag \nVortragende: Erdmute Sommerfeld (MLS) \nOrt: 1055 Berlin\, Rathaus Tiergarten\, Mathilde-Jacob-Platz 1; Balkonsaal \nZeit: 10:30 Uhr bis 12:30 \nC.V.:\nFrau Prof. Sommerfeld ist Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2004. Nach dem Studium der Physik an der Technischen Hochschule Magdeburg arbeitete sie von 1969 bis 1991 an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin\, später Akademie der Wissenschaften der DDR\, am Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse – mit dem Forschungsschwerpunkt „Mathematisch-psychologische Elementaranalyse der menschlichen Informationsverarbeitung“ (Promotion 1979 zum Dr. rer. nat.). Von 1985 bis zur Abwicklung der Akademie der Wissenschaften leitete sie die Abteilung „Mathematische Modellierung und Simulation kognitiver Prozesse“\, danach die Projektgruppe „Mathematische Psychologie“ im Rahmen des Wissenschaftler-Integrations-Programms (WIP). Sie hielt Gastvorlesungen  an den Universitäten Jena\, Bochum\, Braunschweig und Leuven (Belgien). Nach der Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin 1993 war sie wissenschaftliche Oberassistentin am Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1994 erhielt sie den Ruf auf die Dozentur „Methoden der Psychologie“ der Universität Leipzig und wurde 2003 zur Außerplanmäßigen Professorin ernannt.\nIn der International Society for Psychophysics war sie die Vorsitzende des Programm- und Organisationskomitees für den „Fechner Day 2001“ in Leipzig – das Internationale Symposium zu Ehren des 200. Geburtstages von G. Th. Fechner\, dem Begründer der Psychophysik und Wegbereiter für die experimentelle Psychologie.\nSie publizierte das Buch „Kognitive Strukturen“ (Münster\, New York\, 1994) sowie zahlreiche Fachartikel zur Modellierung und Analyse kognitiver Strukturen und Prozesse.\nAbstract:\n„Mir kommen die Wege\, auf denen die Menschen zur Erkenntnis der himmlischen Dinge gelangen\, fast ebenso bewunderungswürdig vor\, wie die Natur der Dinge selber.“ (Kepler: Astronomia Nova).\nIn der menschlichen Informationsverarbeitung ist  die Ordnungsbildung im Denken ein Stück Weg zu mehr Einfachheit. Denn durch Ordnungsbildung im Denken können – als eine Art Vorverarbeitung –  Voraussetzungen dafür geschaffen werden\, dass der eigentliche Lösungsprozess möglichst einfach wird.\nAusgangspunkt des Vortrags ist der Untersuchungsansatz „Ordnungsbildung im Denken“ von Werner Krause mit Bezug zur Schaffung von Voraussetzungen für Einfachheit.\nIm Vortrag werden experimentelle Untersuchungen zu einigen ausgewählten kognitiven Anforderungen in der menschlichen Informationsverarbeitung charakterisiert und Ergebnisse dazu vorgestellt\, die im Rahmen der Kognitiven Psychologie erzielt wurden.\nBei allen untersuchten Anforderungen konnte anhand der Ausbildung ausgezeichneter interner Repräsentationen bereichsübergreifend aufgezeigt werden\, dass Voraussetzungen für relativ einfache Prozesse bzw. sogar für einfachste Prozesse geschaffen werden. Das ist quantifizierbar durch die zum Bewältigen der Anforderung erforderliche (bewichtete) Anzahl von Operationen bzw. durch die erforderliche Zeit zum Lösen der Aufgabe. Bei der Schaffung solcher Voraussetzungen ist eine auf spezifischen Lernprozessen basierende Bildung von Makroelementen mit emergenten Eigenschaften von Bedeutung. Als Steuerkriterium spielt die  kognitive Ökonomie eine entscheidende Rolle.\nAnknüpfend an die im Rahmen der Kognitiven Psychologie erzielten Ergebnisse wird die Frage gestellt\, ob auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen die Schaffung von Voraussetzungen für einfache Prozesse eine so grundsätzliche Rolle spielt. Wenn ja\, geht es darum\, welche Bedeutung dabei die anforderungsabhängige Bildung entsprechender Makroelemente hat und ob fachspezifische Aussagen und empirische Belege dafür sprechen\, dass ein Steuerkriterium „Ökonomie“ zugrunde liegt.\nEs werden Beispiele dafür gebracht\, dass sich entsprechende Voraussetzungen für einfach(st)e Prozesse in der objektiven Realität (ohne und mit Einbeziehung des Menschen) entwickelt haben sowie anforderungsabhängig durch den Menschen geschaffen wurden und werden.
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