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SUMMARY:Leibniz-Tag 2026
DESCRIPTION:Flyer zum Leibniz-Tag \nDer Leibniz-Tag wird online übertragen. Die Zoom-Daten erhalten Sie über den Rundbrief an die Mitglieder oder als Antwort auf eine Mail an g.hassler@leibnizsozietaet.de \nProgramm\nMusikalische Einführung\nSchostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg\nNekrologe \nBericht der Präsidentin\nProf. Dr. phil. habil. Gerda Haßler\nUrkundenübergabe und Vorstellung der neuen Mitglieder \nMittagspause\n12.30 Uhr – 14.00 Uhr \nVerleihung der Jablonski-Medaille\nVerleihung des Samuel-Mitja-Rapoport\nKooperationspreises\nFestvortrag\nDer Ukraine-Krieg und die neue Welt(un)ordnung\nProf. Dr. Peter Brandt (FernUniversität in Hagen)
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SUMMARY:Klassensitzung SGW als Ehrenkolloquium für Dorothee Röseberg und Ulrich Busch
DESCRIPTION:Programm\nGrußwort: Gerda Haßler (MLS) \nMichael Thomas (Berlin\, MLS): Laudatio auf Ulrich Busch \nChrista Luft (Berlin\, MLS): Anforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx \nFrançoise Knopper (Toulouse) : Laudatio auf Dorothée Röseberg \nChristoph Vatter (Jena): Das „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision \nUlrich Busch und Dorothee Röseberg \nAbstracts der wissenschaftlichen Vorträge\nChrista Luft                                                                                                                                       \nAnforderungen vor allem an die ökonomische Wissenschaft mit Schwerpunkt Rückbesinnung auf Karl Marx \nDie Autorin fragt in ihrem Beitrag nach Herausforderungen\, die sich aus der Coronapandemie und dem Ukrainekrieg insbesondere für die ökonomische Wissenschaft ergeben. Beide Ereignisse haben die Schwachstellen des kapitalistischen Systems und der vorherrschenden ökonomischen Theorien unübersehbar offengelegt. Heute dominieren mit wenigen Ausnahmen unter den hunderten von VWL-Lehrstühlen in Deutschland solche mit der Vorherrschaft neoklassischer Theorien und unzureichender\, ja schmaler Präsenz heterodoxer\, darunter auch marxistischer Ansätze\, mit mehr Mikro-als Makoökonomie\, also einer Lehre\, die vorrangig von mathematischen Modellen und betriebswirtschaftlichen Techniken geprägt ist und die die makroökonomische Sicht\,  die soziale\, ökologische\, humanitäre ethische und auch sicherheitspolitische Belange einschließen muss\, verdrängt. Eine ihrer Schlussfolgerungen ist daher die notwendige Rückbesinnung auf MARXSCHE Thesen\, nicht als bloße Dogmen\, sondern als Quelle für Erkenntnisgewinn und Handlungsoptionen. Die Kriegs- und Krisensituation gibt der Kapitalismuskritik Impulse. Was wir in der Pandemie- und Kriegszeit erlebten und erleben\, belegt\, wie hoch aktuell viele der Marxschen Erkenntnisse heute sind. \nChristoph Vatter (Friedrich-Schiller-Universität Jena) \nDas „franco-allemand“ re-visited. Deutsch-französische Kulturbeziehungen und soziales Imaginieren zwischen Nostalgie und Zukunftsvision \nDie deutsch-französischen Kulturbeziehungen sind geprägt von einer reichen Vielfalt an institutionellen und zivilgesellschaftlichen Verflechtungen. Für die Akteure dieses Beziehungsgeflechts stellt die Zugehörigkeit zu diesem „franco-allemand“ einen zentralen Motivations- und Identifikationsfaktor dar\, der als positiv und historisch bedeutsam empfunden wird. Das „franco-allemand“ hat ein großes Entfaltungspotenzial in vielfältigen Bereichen entwickelt\, unter anderem auch mit eigenständigen Ansätzen zur interkulturellen Zusammenarbeit und Wirtschaftskommunikation. Doch in jüngerer Zeit gerät dieses produktive Verhältnis zunehmend in eine Krise\, welche die Tragfähigkeit des dominanten Versöhnungsnarrativs in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen in Frage stellt. Der Vortrag nähert sich dem Phänomen des „franco-allemand“ aus Perspektive des sozialen Imaginierens an und beleuchtet aktuelle Dynamiken und zukünftige Perspektiven der interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. \nBiographische Informationen zu den Referenten\nUlrich Busch (MLS) studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Finanzökonomie\, wurde 1976 zum Dr. oec. promoviert und habilitierte sich 1984 auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. 1987 wurde er zum ord. Dozenten für Politische Ökonomie berufen. Nach 1990 wirkte er aktiv an der Umstrukturierung der wirtschaftswissen-schaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit. Bis zum Eintritt in den Ruhe-stand war er als Dozent und Leiter wissenschaftlicher Projekte an der Humboldt-Universität\, der Technischen Universität Berlin sowie an anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im privaten Bankwesen tätig. Seine Arbeitsschwer-punkte sind Geldtheorie\, Transformation sowie ökonomische Aspekte der deut-schen Vereinigung. \nGerda Haßler (MLS) studierte Romanistik und Slavistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte 1978 mit einer Arbeit zu Sprachtheorien der Aufklärung. 1984 erfolgte die Habilitation für allgemeine Sprachwissenschaft mit einer Arbeit zur Entwicklung des semantischen Wertbegriffs vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Sie war von 1993 bis 2020 Universitätsprofessorin für Linguistik und angewandte Sprachwissenschaft (Romanistik) an der Universität Potsdam\, davon sechs Jahre Prorektorin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind funktionale Grammatik und Pragmatik der romanischen Sprachen\, Geschichte der Sprachwissenschaft und des Sprachbewusstseins vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart\, Diskurstraditionen und ihre Ausprägung in Kollokationen und Begriffsformationen. \n Françoise Knopper ist emeritierte Professorin der Universität Toulouse Jean Jaurès und spezialisiert auf Germanistik\, Kulturwissenschaften\, Reiseliteratur und Aufklärung. Sie lebt und arbeitet in Berlin sowie in Castelnau‑le‑Lez. Von 1994 bis 2012 leitete sie das Forschungszentrum Centre de Recherches et d’Études Germaniques an den Universitäten Toulouse und Montpellier sowie das Institut Institut de Recherche Pluridisciplinaire en Arts Lettres Langues\, das die Leibniz-Sozietät mit dem Kooperationspreis auszeichnete. Zwischen 2005 und 2015 war sie Mitträgerin mehrerer Projekte des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne an der Universität Halle‑Wittenberg\, eines französischen Forschungsnetzwerks\, das die deutsch-französische Wissenschaftskooperation stärkt. Seit 2018 gibt sie gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothee Röseberg die Onlinezeitschrift Symposium culture@Kultur heraus. Zu ihren jüngeren Buchpublikationen zählen der Band Expression artistique et cicatrices de la Première Guerre mondiale (2021\, mit Gilles Buscot) sowie Johann Georg Sulzer: Gesammelte Schriften\, Bd. 8 (Schwabe\, 2025). Darüber hinaus veröffentlichte sie zahlreiche Studien zur Reiseliteratur\, zur deutsch‑französischen Kulturgeschichte und zur Literatur der Aufklärung. Im Jahr 2025 hielt sie Vorträge in Wrocław über reisende Frauen der Aufklärung\, in Montpellier über die Figur der Griselda und ebenfalls in Montpellier über Erinnerungstourismus und die fotografischen Darstellungen des Ersten Weltkriegs in den Michelin‑Führern. \nChrista Luft (MLS) zählt seit 1993 zu den prominentesten und aktivsten Mitgliedern der Leibniz-Sozietät. Als erfahrene Hochschullehrerin\, Politikerin und Ökonomin mit dem Spezialgebiet Außenwirtschaftstheorie und – politik hat sie über mehr als drei Jahrzehnte in hervorragender Art und Weise dabei mitgewirkt\, das wissenschaftliche Leben der Sozietät inhaltlich zu gestalten und durch eigene Beiträge maßgeblich zu bereichern. Es sei zum Beispiel an ihre Festrede auf dem Leibniz-Tag 2023 erinnert: Von der „Zeitenwende“ zum Epochenbruch. Symptome\, Kritik und Herausforderungen für die ökonomische Wissenschaft sowie an ihren Vortrag Georessource Boden – irdene Grundlage menschlicher Existenz\, der im Sitzungsband des Rohstoff-Kolloquium 2022 veröffentlicht ist. Frau Professor Luft verfügt über sehr gute und enge Kontakte zu Wissenschaftlern innerhalb und außerhalb der Sozietät. So hat sie z. B. die deutsch-französischen Studientage 2023 für französische Germanisten und Deutschlehrer mit ihrem Vortrag zur Treuhand bereichert\, der ein außerordentlich positives Echo\, auch in der französischen Presse\, fand. Damit hat sie maßgeblich dazu beigetragen\, dass die Leibniz-Sozietät heute in Teilen der französischen Öffentlichkeit bekannt ist und geschätzt wird. Zugleich hat sie in dem Zeitzeugenprojekt mitgewirkt\, bei dem es um Erinnerungen an wissenschaftliche Kooperationen und Begegnungen von Franzosen und Deutschen in der DDR\, in der Zeit des Kalten Krieges geht. Insgesamt hat Christa Luft durch Ihr beachtliches wissenschaftliches und publizistisches Engagement im In- und Ausland dazu beigetragen\, das Ansehen der Leibniz-Sozietät zu stärken und deren Existenz auch in der Zukunft zu sichern. \nDorothee Röseberg (MLS) studierte an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Kultur-wissenschaftlerin und Romanistin. Nach einer Tätigkeit als Professorin für Landes- und Kulturwissenschaft Romanistik an der Technischen Universität Chemnitz war sie 1997–2017 Professorin für Romanische Kulturwissenschaft an der Martin-Lu-ther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte\, Theorie und Methoden fremdsprachlicher Kulturwissenschaft\, Interkulturalitäts- und Transferforschung\, Fremdheit und kulturelle Konflikte\, Erinnerungskulturen\, kulturraumbezogene Arbeiten zu Frankreich und Deutschland/DDR\, vergleichende Bildungsphilosophie und Praxis\, gemeinsame Erinnerungsorte\, Laïcité\, Bilder vom anderen. \nMichael Thomas (MLS) studierte nach Berufsausbildung und Armeedienst Philosophie an der Humboldt‑Universität und promovierte über Husserls Phänomenologie. Seit 1981 arbeitete er wissenschaftlich vor allem im Bereich Soziologie. Nach 1990 war er Mitbegründer des BISS e.V. und wirkte an mehreren Universitäten sowie als Gastwissenschaftler in Deutschland und den USA. Er leitete zahlreiche Forschungsprojekte und engagierte sich in wissenschaftlichen Gremien. Seine jüngeren Arbeiten betreffen Regional‑ und Stadtentwicklung\, Netzwerke\, Arbeitsmärkte und soziale Innovationen. Seit 2009 ist er Mitglied der Leibniz‑Sozietät und leitet den Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse und Klassen“ seit 15 Jahren. Zahlreiche Bände der „Abhandlungen“ und Beiträge in den „Sitzungsberichten“ dokumentieren seine Ergebnisse. \nChristoph Vatter ist Professor für interkulturelle Kommunikation mit Schwerpunkt Kulturtheorie und Kommunikationsforschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nach dem Studium der Kulturwissenschaft und interkulturellen Kommunikation\, Romanistik sowie Deutsch als Fremdsprache an der Universität des Saarlandes und der Université Laval (Québec\, Kanada) wurde er mit einer Arbeit zum Thema Gedächtnismedium Film in einem deutsch-französischen co-tutelle-Verfahren promoviert. Vor seiner Berufung nach Jena war er Juniorprofessor für interkulturelle Kommunikation an der Universität des Saarlandes und nahm Professurvertretungen an der Universität der Bundeswehr München und der Martin-Luther-Universität Halle wahr. Er ist Mitglied der internationalen Forschungsgruppe Populärkultur transnational (DFG-FNR\, 2018-2026) und PI im Exzellenzcluster Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining (2026-2032); von 2022 bis 2026 war er Präsident der Gesellschaft für Kanada-Studien (GKS). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören interkulturelle Kommunikation\, interkulturelle Medienanalyse und Kulturwissenschaft\, Populärkultur\, kulturelle Diversität und Erinnerungskulturen. \n 
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SUMMARY:Plenum
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/69907910955?pwd=qOFeG7V0Atr9OkJI3yQMGiVV2aA4Ee.1 \nVortrag: \nProf. Dr. Claudia Müller (MLS\, Universität Siegen) \nDigitale Transformation in alternden Gesellschaften – Praxisorientierung und Partizipation als Gestaltungsprinzipien\nAbstract: \nDer Vortrag beleuchtet aktuelle Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Aufbauend auf Forschungsarbeiten wird gezeigt\, wie digitale Technologien im Kontext von Gesundheit\, Pflege und sozialer Teilhabe nicht nur technisch entwickelt\, sondern gemeinsam mit den betroffenen Menschen gestaltet werden können.\nIm Zentrum der Ausführungen stehen praxisorientierte und partizipative Forschungsansätze der Sozio-Informatik\, die ältere Menschen\, Pflegekräfte\, Angehörige und weitere gesellschaftliche Akteur:innen aktiv in Konzeptions-\, Entwicklungs- und Aneignungsprozesse einbeziehen. Anhand ausgewählter Forschungsprojekte aus den Bereichen der Robotik für die Pflege\, digitalen Lernräumen und gemeinschaftsbasierten Versorgungsmodellen wird verdeutlicht\, dass nachhaltige digitale Innovationen nur dann gelingen\, wenn sie an den Lebenswelten\, Bedürfnissen und sozialen Praktiken der Nutzenden orientiert sind.\nDer Vortrag diskutiert darüber hinaus die Bedeutung von Co-Creation\, interdisziplinären Lernräumen für die Forschenden und sozialen Innovationsprozessen für die Gestaltung einer inklusiven digitalen Gesellschaft. Praxisorientierung und Partizipation werden dabei nicht als ergänzende Elemente verstanden\, sondern als zentrale Gestaltungsprinzipien einer menschenzentrierten digitalen Transformation in alternden Gesellschaften. \nVita: \nClaudia Müller ist Professorin an der Universität Siegen und leitet den Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik\, insb. IT für die alternde Gesellschaft. Ihre sozio-informatische Forschung umfasst den Schwerpunkt der praxistheoretisch fundierten Technikentwicklung und Methoden- und Theoriebildung innerhalb der angewandten Informatik\, der sich auf ihre Erfahrung in der Leitung von F&E-Projekten in mehreren Schwerpunktbereichen stützt\, u.a. Demenzpflege\, quartiersbasierte und ländliche Gesundheitsversorgung\, Caring Communities\, Barrierefreie Arbeitsplätze\, robotische Systeme in der Pflege\, KI in der Medizin und Digitalkompetenz. Claudia Müller war und ist beratend tätig als stellvertretende Vorsitzende der Sachverständigenkommission der Bundesregierung zum Achten Altersbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“\, Sprecherin des Fachbereichs Human-Computer Interaction (HCI) bei der dt. Gesellschaft für Informatik und Sprecherin des Fachausschusses „Bildung und Digitalisierung im Alter“ beim Bundesministerium für Bildung\, Familie\, Senioren\, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahldaten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61550163559?pwd=0QhWSL5K3WmjXQKbxFLasJjESsgDDb.1 \n  \nVortrag: \nOlaf Scupin (MLS)\, Diana Düring\, Lisa Schotte (alle Ernst-Abbe-Hochschule Jena)\, Karen Reichl (SRH Wald-Klinikum Gera) \nErziehungsanstalten der Rheinischen Missionsgesellschaft während der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia. \nAbstract: \nIm Rahmen des Gesamtprojektes „Rolle der Krankenpflege in der Kolonialgeschichte Deutschlands“ wurde eine weitere Differenzierung des Gegenstandsbereichs vorgenommen. \nZunächst wurde untersucht\, welche Motivationen und Erwartungen Frauen im Deutschen Kaiserreich bewegten\, zwischen 1885 bis 1915 in einer deutschen Kolonie tätig zu werden bzw. auszureisen. Es soll ein Einblick in die arbeits- und sozialpolitischen Bedingungen des 19. Jahrhunderts versucht werden\, vor dessen Hintergrund sich ein traditionell nach „innen“ definiertes Frauen- und Familienverständnis hin zu einer nach „außen“ orientierten „Kulturträgerin“ in den deutschen Kolonien veränderte. \nDer Vortrag gibt weiterhin Einblick in Fragestellungen und Recherchen zu Kindheiten während der deutschen Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia). Im Zentrum steht die Frage\, wie Kindheit(en) unter kolonialer Herrschaft geprägt wurden und welche Institutionen\, Akteure und sozialen Ordnungen den Alltag sowie das Aufwachsen von Kindern beeinflussten. \nObwohl die bisherige Forschung zur deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika zahlreiche Aspekte von Mission\, Bildung\, Gewalt und Herrschaft untersucht hat\, bleiben Kindheiten häufig randständig oder erscheinen nur ausschnitthaft. Insbesondere fehlt bislang eine zusammenhängende Betrachtung der Lebensumstände von Kindern sowie der Bedeutung von Erziehungs- und Bildungsinstitutionen für das Aufwachsen unter kolonialen Bedingungen. Der Vortrag setzt an diesen Leerstellen an und diskutiert Kindheiten als bislang wenig beachtete Dimension deutscher kolonialer Gesellschafts- und Herrschaftsgeschichte. \nZugleich thematisiert der Beitrag die Quellenlage: Welche historischen Materialien geben Auskunft über Kindheiten\, und wie ist mit den spezifischen Überlieferungslücken\, Perspektivierungen und Asymmetrien kolonialer Archive umzugehen? \nIn Bezug auf erste Ergebnisse liegt ein Fokus auf Erziehungsanstalten für „halbweiße“ Kinder   und einem („Herero“-)Waisenhaus der Rheinischen Missionsgesellschaft. Anhand dieser Einrichtungen werden Kindheiten im Umfeld der Mission untersucht. Der Vortrag versteht sich damit als Beitrag zu einer differenzierten Geschichte kolonialer Kindheiten und ihrer Erforschung. \nVitae: \nProf. Dr. Olaf Scupin \nAusbildung zum Krankenpfleger und Fachweiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege (Westfälische-Wilhelms-Universität Münster/Westf.). Qualifizierung zur Leitung des Pflegedienstes. Von 1995 bis 2005 Direktor in 3 Kliniken. \nStudium der Gesundheits- und Pflegewissenschaften an der Fachhochschule Neubrandenburg. 2003 Promotion am Institut für Wissenschaftsphilosophie und Humanontogenetik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2004 Professor am Fachbereich Gesundheit und Pflege der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) mit dem Berufungsgebiet „Pflegemanagement“. Seit 2009 Direktor am Institut für Coaching und Organisationsberatung der EAH Jena. Lehre in den Fachbereichen Betriebswirtschaft\, Sozialwesen und SciTec. Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Humanontogenetik. Seit 2017 Direktor für Pflegeentwicklung am Deutschen Zentrum für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg/Thüringen. Seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. \nProf. Dr. Diana Düring \nStudium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Erfurt mit Abschluss als Diplom-Sozialarbeiterin/-pädagogin (FH). Promotionsstipendiatin im DFG-Graduiertenkolleg „Jugendhilfe im Wandel“ an der TU Dortmund. Seit 2014 Professorin am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena mit dem Berufungsgebiet „Theorie und Geschichte der Sozialen Arbeit sowie Kinder- und Jugendhilfe“. Seit 2025 Schwerpunktprofessur Lehre im Themenfeld „historisch-politische Bildungs- und Erinnerungsarbeit“. Lehrtätigkeit am Fachbereich Sozialwesen sowie am Fachbereich Gesundheit und Pflege. Ehrenamtliches und fachpolitisches Engagement unter anderem im Vorstand des Kinderschutzbundes Thüringen sowie in der Internationalen Gesellschaft für Erzieherische Hilfen e. V. (IGfH). \nLisa Schotte\, M.A. \nBachelorstudium der Sozialen Arbeit an der TH Georg Simon Ohm Nürnberg (Abschluss 2023). Darauf aufbauend das Masterstudium der Sozialen Arbeit an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Abschluss 2025). Anschließende Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesundheit und Pflege im Rahmen eines Drittmittelprojekts sowie als Lehrkraft für besondere Aufgaben in der Schwerpunktprofessur bei Prof.in Düring am Fachbereich Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule Jena.
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DESCRIPTION:Dieter Segert (MLS)\nSchranken und Möglichkeiten der Erkenntnis von Gesellschaft auf Grundlage der marxistischen Geschichtsauffassung dargestellt am Beispiel des „Sozialismusprojekts“\nDie Veranstaltung findet im hybriden Format statt. Um die Daten für eine Teilnahme über Zoom zu erhalten\, wenden Sie sich bitte an g.hassler@leibnizsozietaet.de. \nAbstract \nUm die Bedeutung der kritischen Argumente von SED-Reformer verstehen zu können\, ist es wichtig\, sich zumindest partiell auf die Rekonstruktion des damals dominanten Sinnhorizonts gesellschaftspolitischer Debatten einzulassen. Und dieser Sinnhorizont ist die marxistische Geschichtsauffassung\, besonders ihre Deutung von Kapitalismus und Sozialismus. Der hier verwendete Begriff „marxistisch“ hat zumindest zwei unterschiedliche Konnotationen\, er bezieht sich auf das authentische Werk von Marx in seiner Zeit oder auf das\, was aus ihm im dogmatischen M-L gemacht wurde. Die Erkenntnis der Entwicklungserfordernisse des Staatssozialismus wurde durch den seit Stalin dogmatisierten Marxismus-Leninismus erheblich behindert. Kritischer Marxismus und M-L sind aber auch keine völligen Gegensätze. Erkenntnisförderung und Behinderung lassen sich auch an den Thesen von Marx selbst unterscheiden. \nDer Widerspruch zwischen Erkenntnisförderung und -behinderung durch den historischen Materialismus wird an Erkenntnissen des Sozialismusprojektes an der Humboldt-Universität und des Rechtswissenschaftlers Uwe-Jens Heuer hier exemplarisch diskutiert. Die marxistische Geschichtsauffassung lenkte das kritische Nachdenken auf zentrale Defizite der Struktur der sozialistischen Wirtschaft\, auf die ausschließliche Eigentumsform\, das hoch zentralisierte staatliche Eigentum. Dieses sollte durch eine Vielfalt von Formen des produktiven Eigentums ersetzt werden. Soweit die erkenntnisfördernde Wirkung der Marxschen Thesen. Allerdings war es auch erforderlich\, die Begrenztheiten einer verabsolutierten Basis-Überbau-Begrifflichkeit zu überwinden\, um den Platz von Recht und Demokratie in einem modernen Sozialismus erkennen zu können. \nCV \nDieter Segert (MLS) ist Prof. (i.R.) für Politikwissenschaftliche Osteuropastudien an der Universität Wien. Er studierte Philosophie mit dem Nebenfach Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und absolvierte eine Aspirantur für Philosophie an der MGU Moskau. Gemeinsam mit Rechtswissenschaftlern legte er in den späten 1980er Jahren Grundlagen für ein akademisches Studium der Politikwissenschaft in der DDR\, welches 1989 bis 1990 dann staatlich eingerichtet wurde. Im September 1989 wurde er als Professor an die Sektion Philosophie der Humboldt-Universität berufen\, 1993 bekam er den Ruf eine auf fünf Jahre befristete Professur für Vergleichende Politikwissenschaft (Osteuropa) am von ihm mitbegründeten neuen Fachbereich Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität. Nach Gastprofessuren an den Universitäten Bath (1992) und Prag (1998 bis 2001) für Politikwissenschaft wurde er 2005 auf die oben bezeichnete Professur an der Universität Wien berufen\, die er bis 2017 wahrnahm. Seine Arbeitsschwerpunkte waren die Analyse osteuropäischer Parteien\, des sowjetischen Staatssozialismus und von Transformationen Osteuropas im 20. Jahrhundert\, wozu er umfangreich publiziert hat. Außerdem engagierte er sich in der Politischen Bildung in Deutschland und Österreich. Seit einem 2024 veröffentlichten Band zur europäischen Friedensordnung von Helsinki 1975 und Paris 1990 publiziert er mehrfache wissenschaftliche und publizistische Beiträge zu Hindernissen auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden in Europa. Dieter Segert ist seit 2008 Mitglied der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin und war von 2024 bis 2026 Sekretar ihrer Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften. \n 
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SUMMARY:Kolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer
DESCRIPTION:Flyer zum Kolloquium (aktualisiert) \nKolloquium zum 200. Geburtstag von Georg von Neumayer\nGemeinsame Veranstaltung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin\, Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften\, Arbeitskreis „GeoMUWA“ und dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung\, Alfred-Wegener-Institut\, Forschungsstelle Potsdam \n09.30: Prof. Gerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät\, Grußwort \n09.45: Prof. Cornelia Lüdecke\, Uni Hamburg: Georg v. Neumayer – der Visionär \n10.30: Dr. Dietrich Spänkuch\, MLS: Georg v. Neumayer – der Macher \n11.15-11.45 Kaffeepause \n11.45: Dr. Hartwig Gernandt und Dr. Diedrich Fritzsche\, AWI: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom \n12.30: Prof. Heinz Miller\, AWI: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam \n13.15-14.15 Mittagspause \n14.15: Dr. Uwe Nixdorf\, AWI: Die Neumayer-Station des AWI \n15.00: Dr. Dörthe Handorf\, AWI: Klimawandel in Arktis und Antarktis \n15.45-16.15 Kaffeepause \n16.15: Prof. Benjamin Rabe\, AWI: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System \n16.50: Prof. Klaus Dethloff\, MLS & AWI: Polarforschung im nächsten IPY \n17.20: Dr. Dietrich Spänkuch MLS: Veröffentlichung der Vorträge im Jubiläumsband der Leibniz-Sozietät \nAbstracts der Vorträge:\nLüdecke\, C.: Georg Neumayer – der Visionär\nDer Pfälzer Georg Neumayer (1826–1909) begann zunächst 1844 ein Mathematik- und Physikstudium an der Kgl. Polytechnischen und Ingenieursschule in München\, das jedoch 1848 durch die Revolution in Bayern unterbrochen wurde\, als sein Vater ihn zur Überbrückung der Unruhen nach Tirol schickte. In dieser Zeit weckte James Clark Ross‘ (1800–1862) Bericht über seine Suche nach dem Magnetpol auf der Südhemisphäre Neumayers künftiges Interesse\, das Erdmagnetfeld und die noch weitgehend unbekannte Antarktis zu erforschen. Nach seinem Ingenieurexamen absolvierte er 1849/50 ein wegweisendes Praktikum bei Johann von Lamont (1805–1879) auf der Sternwarte in Bogenhausen bei München.\nLamont hatte eine der ersten magnetischen Messstationen in Europa eingerichtet und gerade ein Handbuch des Erdmagnetismus veröffentlicht. Er führte Neumayer in seine vielfältigen wissenschaftlichen Arbeiten wie z.B. die exakte Zeitbestimmung ein. Neben der magnetischen Landesvermessung Bayerns hatte Lamont ein meteorologisches Messnetz mit dem Ziel eingerichtet\, die Sternwarte zum meteorologischen Zentrum des Königreichs auszubauen. Er analysierte die Daten und publizierte die Ergebnisse im „Astronomischen Kalender für das Königreich Bayern“ und in den „Annalen der Königlichen Sternwarte bei München“. Zudem hatte er meteorologische Daten der Herrnhuter Brüdergemeine aus Grönland und Labrador ausgewertet Finanzielle Einschränkungen hatten zur Einrichtung einer Werkstatt für Feinmechanik geführt\, in der Lamont neue Instrumente wie den magnetischen Reisetheodolit oder Registriergeräte entwickelte sowie Thermometer eichte. Zudem diskutierten sie sicherlich auch über den neuesten Vorschlag\, eine „wandernde Sternwarte“ mit Personal nach Chile zu senden\, um dort 1850 und 1852 die untere Konjunktion der Venus zur Bestimmung des Erdabstands von der Sonne (Astronomische Einheit) zu beobachten\, oder Matthew Fontaine Maurys (1806-1873) Idee\, zum Wohle der Schifffahrt meteorologische Daten aus Logbüchern zu sammeln.\nObwohl Neumayer nur wenige Monate am Observatorium verbrachte\, prägte Lamonts Einfluss sein weiteres Leben als Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisator. Zunächst wurde er Matrose und erwarb große Kenntnisse in der nautischen Astronomie\, mit denen er 1851 innerhalb von zwei Monaten an der Navigationsschule von Charles Rümker in Hamburg seine Steuermannsprüfung ablegte. Nachdem sein Wunsch\, in der Marine zu dienen\, nicht erfüllt wurde\, heuerte er auf einem Handelsschiff an und gelangte nach Australien. Nach einem 2-jährigen Aufenthalt kehrte er 1854 nach Deutschland zurück mit dem Ziel\, in Melbourne ein meteorologisches und magnetisches Observatorium einzurichten.\n1857 segelte Neumayer wieder nach Melbourne\, wo er mit finanzieller Unterstützung des bayerischen Königs Maximilian II das „Flagstaff Observatory for Physics of the Earth“ auf dem Flagstaff Hill gründete. Hier folgte er in allen Belangen den Anregungen seines wissenschaftlichen Mentors Lamont\, indem er nicht nur ein meteorologisches Messnetz und magnetische Stationen einrichtete\, sondern auch nautische Instrumente reparierte und einen registrierenden Meteorographen zur Bestimmung von Meteorbahnen entwickelte. Zudem führte er täglich eine exakte Bestimmung der Mittagszeit (12 Uhr) für den Zeitball im Hafen durch. Daneben folgte er Maurys Anregung\, meteorologische Angaben aus Logbüchern zu sammeln\, um daraus günstige Segelrouten abzuleiten. Außerdem führte er auf mehreren Reisen (1858-1864) die erste magnetische Vermessung von Victoria durch.\nAls Neumayer 1864 nach Deutschland zurückkehrte und 1872-1875 Hydrograph der Admiralität in Berlin wurde\, plante er für die Weltumsegelung der „MS Gazelle“ die Beobachtung des Venusdurchgangs im Jahr 1874 auf den Kerguelen mit ein und setzte später während des ersten Internationalen Polarjahres die Beobachtung des 2. Venusdurchgangs auf Südgeorgien im Jahr 1882 durch. Auf diese Weise trieb er die meteorologischen und magnetischen Untersuchungen immer weiter nach Süden\, bis schließlich sein Motto „Auf zum Südpol“ von der deutschen Südpolarexpedition (1901-1903) unter Erich von Drygalski realisiert wurde. Lamonts Saat war aufgegangen \nSpänkuch\, D.: Georg Neumayer – der Macher\nDer Vortrag behandelt das letzte Lebensdrittel Georg Neumayers\, beginnend mit seiner Ernennung zum Leiter der Deutschen Seewarte\, die er dank seines Organisationstalents und seiner internationalen Verbindungen unter Mitwirkung fähiger und kollegialer Mitarbeiter zu einer führenden und international anerkannten nautischen und meteorologischen Institution entwickelte\, die seit dem 16. Februar 1876 tägliche Wetterkarten bereitstellte\, Segelschiffe und später Dampfer bei der Routenplanung beriet und auch weitere nautische und meteorologische Dienstleistungen bereitstellte. Trotz der amtlichen Belastung als Leiter der Deutschen Seewarte war Neumayer auf weiteren Nebenschauplätzen aktiv\, so bei der Organisation des ersten Internationalen Polarjahres 1882/1883\, bei der Gründung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft 1883 und bei der Vorbereitung der ersten deutschen Antarktisexpedition 1901 bis 1903\, die von Erich von Drygalski geleitet wurde. Neumayer blieb auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 1903 und Rückkehr in seine pfälzische Heimat noch wissenschaftlich aktiv. \nGernandt\, H. und D. Fritzsche: Der ostdeutsche Polarforschungsstrom\nDer ostdeutsche Polarforschungsstrom entsprang vor etwa 70 Jahren unter völlig anderen Zeitumständen und mündete vor 35 Jahren in den Polarforschungsstrom der neuen Bundesrepublik Deutschland. Eine Erkenntnis des Internationalen Geophysikalischen Jahres (IGJ) von 1957/58 war\, die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Südpolarregion im Rahmen eines Antarktisvertrages\, unterzeichnet 1959\, langfristig fortzusetzen und wissenschaftliche Fragestellungen im Scientific Committee on Antarctic Research (SCAR) zu diskutieren. Dieses Antarktische Vertragssystem funktioniert bis heute.\nDie ostdeutschen Unternehmungen im Rahmen sowjetischer Antarktisexpeditionen (SAE) koordinierte zunächst das Nationalkomitee für das Internationale Geophysikalische Jahr (NK IGJ)\, ab 1962 das NK für Geodäsie und Geophysik (NKGG). Vom Generalsekretär der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin (DAW) wurde bestätigt\, dass die Fachgruppen des NK wissenschaftliche Fragestellungen auf internationaler Ebene bearbeiten durften. Die erste Gruppe mit drei Wissenschaftlern überwinterte an der Station Mirny von 1959 bis 1961. In der Folge arbeiteten bis in die 1970er Jahre Wissenschaftler und Techniker dort und auch an den Stationen Vostok und Molodjozhnaya der SAE.\nIm Rahme der Akademiereform (1968-1972) kam es zu Veränderungen der Wissenschaftslandschaft der DDR. Das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) in Potsdam wurde ab 1972 die Leiteinrichtung für die ostdeutsche Polarforschung. Ihre Koordinierungsaufgaben umfassten vor allem die logistische Absicherung der Expeditionsarbeiten und die Abstimmungen mit der SAE. 1974 unterzeichnete die DDR den Antarktisvertrag. Dieser Schritt beflügelte die Überlegungen\, mit einer eigenen Forschungsbasis umfangreichere und langfristigere Forschungsvorhaben in der Antarktis in Angriff zu nehmen.\nAm 21. April 1976 begann der wissenschaftliche Betrieb der ersten permanent besetzten deutschen Antarktisstation. Sie war das bisher aufwändigste Vorhaben und entwickelte sich zum Zentrum geowissenschaftlicher Forschungen. Im Verlaufe von 17 Überwinterungen bis 1993 arbeiteten etwa 100 Wissenschaftler\, Ingenieure und Techniker an der Station\, die nach Georg Forster benannt wurde\, nachdem die DDR als 20. Mitglied im Oktober 1987 einstimmig in die Konsultativrunde der Antarktisvertragsstaaten aufgenommen worden war. An der sowjetischen Station Bellingshausen werden seit 1979 kontinuierlich faunistische und populationsstatistische Studien durchgeführt\, die von Biologen der Forschungsstelle für Wirbeltierforschung und der Universität Jena begonnen wurden. Geologen der Bergakademie Freiberg und vom ZIPE beteiligten sich 1972 und 1974 an geologischen Feldarbeiten der SAE und setzten dies ab 1977 regelmäßig fort.\nMit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten endete die Zuständigkeit des ZIPE. Der wissenschaftliche Betrieb an der Georg-Forster-Station wurde 1992/93 eingestellt. Die Ballonsondierungen mit elektrochemischen Ozonsonden und die troposphärischen Aerosolmessungen mit Spektrometern werden seitdem an den Neumayer-Stationen II und III auf dem Ekström-Schelfeis bis heute fortgesetzt.\nDer Rückbau der Stationsanlagen wurde nach den Regeln des 1991 unterzeichneten Umweltschutzprotokolls vom AWI zusammen mit der SAE organisiert und dem SCAR 1994 und dem ATCM 1996 berichtet. \nMiller\, H.: Der westdeutsche Polarforschungsstrom und der Aufbau der AWI Forschungsstelle Potsdam\nDie Entwicklung der westdeutschen Polarforschung ist gekennzeichnet von einzelnen größeren Ereignissen\, die bis heute nachwirken und auch immer mit Persönlichkeiten verbunden sind. Im Vortrag wird – ohne die Vollständigkeit zu erreichen – versucht diese Entwicklung aufzuzeigen. An wissenschaftlichen Ergebnissen wird gezeigt\, daß die heutige Polarforschung auf einer breiten Basis und langjähriger Erfahrung ruht. \nNixdorf\, U.: Die Neumayer-Station des AWI\nDer Vortrag zur Neumayer Station des AWI skizziert verschiedene Aspekte der Station. Diese umfassen Schlaglichter von der Standortsuche und -auswahl\, dem Bau der Station\, dem Leben als Überwinterer an der Georg-von-Neumayer Station bis hin zur Weiterentwicklung zur heutigen Neumayer Station III.\nDarüber hinaus wird die Rolle der Station als logistische Basis für Arbeiten auf dem Inlandeis Plateau gewürdigt. Schließlich werden Highlights der wissenschaftlichen Observatorien der Geophysik/Glaziologie\, der Meteorologie und des Spurenstoffobservatoriums gezeigt\, sowie ausgewählte Beispiele von assoziierten Projekten an der Neumayer Station gezeigt. \nHandorf\, D.: Klimawandel in Arktis und Antarktis\nDer Klimawandel verändert die Polarregionen in einem noch nie dagewesenen Tempo\, was weitreichende Auswirkungen auf das globale Klimasystem hat. Jedoch reagieren die Arktis und die Antarktis auf unterschiedliche Weise. In der Arktis ist eine um den Faktor 2-4 stärkere Erwärmung als im globalen Mittel zu beobachten\, was mit einem dramatischen Rückgang des Meereises verbunden ist\, und „arktische Verstärkung“ bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu zeigt die Antarktis eine komplexere und regional vielfältigere Reaktion auf den globalen Klimawandel\, die durch die einzigartige Geografie eines vom Ozean umgebenen Kontinents\, die Dynamik des Südlichen Ozeans und die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre\, Ozean und Eisschilden geprägt ist. Dennoch haben sich in den letzten Jahren auch im antarktischen System erhebliche Veränderungen gezeigt\, darunter ein starker Rückgang der antarktischen Meereisausdehnung und zunehmender Massenverlust in Teilen des antarktischen Eisschildes. Dieser Vortrag bietet einen Überblick über die physikalischen Mechanismen\, die den Klimawandel in beiden Polarregionen antreiben\, und betrachtet dabei Gemeinsamkeiten und wichtige Unterschiede zwischen der Arktis und der Antarktis. Besonderes Augenmerk wird auf klimarelevante atmosphärische und Oberflächenprozesse sowie auf Rückkopplungsmechanismen gelegt\, die für die polare Verstärkung von Bedeutung sind. Im Vortrag wird auch auf die Herausforderungen bei der Vorhersage künftiger Veränderungen in den Polarregionen eingegangen\, und es wird erörtert\, warum Veränderungen in den Polarregionen über die hohen Breitengrade hinaus von Bedeutung sind und auch das Wetter und Klima in den mittleren Breiten beeinflussen. \nRabe\, B.: Die Arktis und die AMOC – ein wechselwirkendes System\nDie atlantische meridionale Umwälzströmung (AMOC)\, die vom globalen thermohalinen Zirkulationssystem angetrieben wird\, ist ein wichtiger Bestandteil des globalen Klimasystems. Forschungsergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC wahrscheinlich in einem instabilen Zustand befindet\, der bereits bei geringfügigen Veränderungen im Süßwasserhaushalt zu starken Schwankungen im Transport und in den Strömungswegen führen kann. Aktuelle Modellergebnisse deuten darauf hin\, dass sich die AMOC bis zum Ende dieses Jahrhunderts sogar um bis zu 50 % verlangsamen könnte. Gleichzeitig könnte sich die Umwälzströmung in den Nordischen Meeren in den ersten 50 Jahren nach einem erhöhten Süßwassereintrag sogar verstärken\, während sie danach zusammen mit der AMOC zusammenbricht. Es wurden verschiedene Beobachtungs- und Modellstudien zur Variabilität des arktischen Süßwassers im Arktischen Ozean und zum möglichen Export von Anomalien in den Nordatlantik veröffentlicht\, die die Frage aufwerfen\, wie sich das System in Zukunft wahrscheinlich verhalten wird. Gleichzeitig lassen sich Anomalien im oberen Teil der AMOC beobachten\, die vom Nordatlantik in den Arktischen Ozean fließen. Der Vortrag stellt mehrere Publikationen zum aktuellen Wissensstand und den vorhergesagten Änderungen vor. \nDethloff\, K.: Polarforschung im nächsten IPY 2032-33\nNach dem 1. IPY von 1882-83 folgten 1932-33 das 2. Polarjahr\, 1957-58 das 3. IPY\, bekannter als Internationales Geophysikalisches Jahr und 2007-08 das 4. IPY. Zur Zeit wird das 5. Internationale Polarjahr 2032-33 geplant. Das 2019-20 durchgeführte MOSAiC Projekt stellt eine hervorragende Blaupause für die Erforschung des gekoppelten Klimasystems der Arktis dar und kann die Planungen für das 5. IPY enorm befruchten. Zu den bisher vorgeschlagenen IPY5 Schwerpunkten gehören die Rolle der Arktis im globalen Erdsystem\, die Beobachtung und Vorhersage künftiger Klimadynamiken und die Reaktionen der Ökosysteme. Die Arktis stellt auch in Zukunft die Region mit den größten Vorhersagefehlern in Wettervorhersagemodellen und globalen Klimamodellen dar. Zur Reduktion dieser Modellfehler und zur Entwicklung verbesserter Parametrisierungen sind arktisweite Beobachtungen mit Datenassimilation des Atmosphäre-Ozean-Eissystems besonders im arktischen Polarwinter erforderlich. Es wird deshalb vorgeschlagen\, im IPY5 Zeitraum ein Netz von 5 permanent arbeitenden Eisbrechern im Amerikanischen Becken\, im Eurasischen Becken\, in der Transpolardrift\, in der Barentssee und der Fram-Strasse zu installieren\, die Messungen des gekoppelten Klimasystems ähnlich zu denen im MOSAiC Projekt durchführen. Diese können durch spezielle Messkampagnen begleitet werden und müssen in enger Abstimmung und Kooperation mit dem ECMWF und NCEP erfolgen. \n 
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SUMMARY:Jahrestagung der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
DESCRIPTION:Aus Gesundheitskrisen lernen und gemeinsam besser werden\nLeibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.\, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin\, Berliner Medizinische Gesellschaft \nFlyer zur Jahrestagung mit Programm\nDie Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. lädt in Kooperation mit dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und der Berliner Medizinischen Gesellschaft am Dienstag\, 19. Mai 2026\, von 10.00 bis 16.00 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin (Luisenstraße 58/59\,10117 Berlin-Mitte) zu einer Fachtagung zum Thema \n Aus Gesundheitskrisen lernen und gemeinsam besser werden \nein. \nDie Tagung ist gleichzeitig die Jahrestagung 2026 der Leibniz-Sozietät. \nDie Tagung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link: \nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63234580902?pwd=g6cX95GLkTrNeDnSupIMfnKF7O1KaH.1 \nProgramm \n10.00-10.15 Eröffnung und Begrüßung \nGerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät \n10.15-10.45 Von der Zoonose zur Pandemie: Pandemisches Potenzial und Mechanismen am Beispiel von Influenzaviren \nMartin Beer\, Friedrich-Loeffler-Institut \n10.45-11.15 Pandemien verstehen: Erkenntnisse aus der Zeit vor Corona \nKlaus Stöhr\, Mitglied der Leibniz-Sozietät \n11.15-11.45 Telemedizinische intensivmedizinische Versorgung – Erfahrungen aus SAVE.Berlin@COVID-19 \nClaudia Spies\, Charité \n11.45-12.30 Podiumsdiskussion \nMartin Beer\, Klaus Stöhr\, Claudia Spies\, Detlev Krüger \n12.30-13.30 Mittagspause \n 13.30-14.00 Diskursvulnerabilität: Beeinträchtigungen der Meinungsfreiheit in\nund nach der Pandemie \nFrauke Rostalski\, Universität zu Köln \n14.00-14.30 Bruchstellen der Risikokommuni­kation in der Pandemiezeit \nPeter Wiedemann\, Monash University\, Melbourne \n14.30-15.00 Ausblick: Klimawandel und Vektorübertragene Infektionen  \nJonas Schmidt-Chanasit\, Mitglied der Leibniz-Sozietät \n15.00-16.00 Podiumsdiskussion \nFrauke Rostalski\, Peter Wiedemann\, Jonas Schmidt-Chanasit\, Detlev Krüger \n16.00 Verabschiedung \nGerda Haßler\, Präsidentin der Leibniz-Sozietät \nWir bitten aus organisatorischen Gründen um Anmeldung bis zum 05.05.2026 bei:\nProf. Dr. Gerhard Pfaff über pfaff.pigmente@gmx.de
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DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/66954610702?pwd=AIXPIn9pDuKLVRPhGBRuIqPNC3taIi.1 \nVortrag: \nReinhard Witzlau (Gransee) \nDie Feuertaufe für den Zeigertelegrafen von Werner von Siemens und Johann Georg Halske im Jahr 1849 \nAbstract: \nBereits in den Jahren 1846/47 entwickelte und baute Werner von Siemens (1816-1892) in Zusammenarbeit mit Johann Georg Halske (1814-1890) einen neuartigen Zeigertelegrafen mit Selbstunterbrechung. Die Feuertaufe hatte dieser Telegraf bei seinem Einsatz auf der elektromagnetischen Telegrafenlinie zwischen Berlin und Frankfurt am Main im Jahr 1849 zu bestehen. In einer Rekordzeit von nur acht Monaten baute ab August 1848 die noch junge Firma Siemens & Halske die damals längste elektromagnetische Ferntelegrafenlinie Europas über eine Länge von ca. 657 km. Die notwendigen Drahtleitungen wurden sowohl unterirdisch als auch oberirdisch verlegt. Auf den insgesamt zunächst neun Stationen wurden zur Übertragung der Nachrichten Zeigertelegrafen der gleichen Firma eingesetzt. Der Probetrieb auf dieser Telegrafenlinie begann im Februar 1849. Dadurch war es möglich\, Nachrichten von der in der Frankfurter Paulskirche tagenden deutschen Nationalversammlung in nur einer Stunde nach Berlin zu übertragen. Im Oktober 1849 erfolgte die Freigabe dieser Linie für die Übertragung von Privatdepeschen. \nIm Vortrag werden die Entwicklung der elektromagnetischen Telegrafie in Preußen sowie der Aufbau und die Wirkungsweise des Zeigertelegrafen von Siemens & Halske aufgezeigt. Des Weiteren werden Erfahrungen beim Einsatz dieses Telegrafen in den Jahren 1847 bis 1849 erläutert. Im Fokus steht dabei vor allem die Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main. \nVita: \nDr. Reinhard Witzlau ist Diplomlehrer für Physik und Mathematik und war bis 2023 als Lehrer und Schulleiter an der Werner-von-Siemens-Schule in Gransee tätig. Er promovierte im Bereich der Geschichte der Naturwissenschaften zu Peter Apian und dem wissenschaftlichen Instrumentenbau in der Renaissance an der Brandenburgischen Landeshochschule in Potsdam. Seit fast 20 Jahren beschäftigt er sich auch mit dem Leben und Werk von Werner von Siemens und Johann Georg Halske. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. „Der Zeigertelegraf von Werner Siemens und Johann Georg Halske aus den Jahren 1846/ 1847“\, „Der praktische Mechanikus Johann Georg Halske“ und „Werner von Siemens. Ideen und Ansichten“. \nReinhard Witzlau ist Mitglied im Arbeitskreis „Astronomiegeschichte“ der Astronomischen Gesellschaft (German Astronomical Society) und der Deutschen Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte. Seit 2005 arbeitet er mit dem Siemens Historical Institute (Siemens AG\, Berlin) zusammen.
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SUMMARY:Plenarsitzung
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin.\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://us06web.zoom.us/j/89087093680?pwd=9i2hbboNsjz06JnUpy61z5bXQJ5M8R.1\nMeeting-ID: 890 8709 3680 – Kenncode 260582 \nVortrag und Debatte zum Vortrag mit Dieter Segert (MLS) und Gerhard Pfaff (MLS) \nProf. Dr. Hans-Peter Krüger (Universität Potsdam)\nIntellektuelle Aufgaben in der fragmentierten Öffentlichkeit \nIn geschichtlichen Herausforderungen gerät das demokratische Gemeinwesen in eine Relation der Unbestimmtheit zu seiner Zukunft. Damit wächst das Bedürfnis der StaatsbürgerInnen\, in der Öffentlichkeit Orientierung erlangen zu können\, sowohl durch spezielle Expertisen als auch durch soziokulturell integrative Vorschläge. Die intellektuelle Tätigkeit bezieht sich auf die integrative Aufgabe im Umgang mit der Unbestimmtheit im Ganzen\, die spezielle Expertise auf die wahrscheinlichen Szenarien im Umgang mit bestimmbaren Aspekten und Bedingungen der jeweiligen Herausforderung\, z. B. einer Pandemie\, indirekten oder direkten Kriegsbeteiligung.\nDas alte Modell von der nationalstaatlichen Öffentlichkeit in Gestalt der öffentlich-rechtlichen Medien und weniger privater Leitmedien des Qualitätsjournalismus ist in Auflösung. Es beinhaltete auch „Gegen-Öffentlichkeiten“ (A. Kluge u.a.)\, deren gesellschaftliche Bedeutung aber in den neoliberalen Deregulierungen und in den „Spaltungen der Linken“ (R. Rorty) untergegangen ist. Die im Generationenwechsel eingetretene „Fragmentierung“ der Öffentlichkeit (Habermas) korrespondiert mit den Spaltungen in den westlichen Bevölkerungen und wird durch die oligopolistische Digitalisierung potenziert. Die Skandallogik des Entweder-Oder\, es gebe nichts Drittes\, ist profitabel\, für Kulturkämpfe verwertbar und zugleich im Neuen Kalten Krieg nutzbar.\nUmso wichtiger ist es\, spezielle Expertisen und intellektuelle Vorschläge in die verbliebenen und neu entstehenden Fragmente für eine künftige Neuvernetzung von Öffentlichkeit einzubringen\, um Manipulation\, Propaganda und Verschwörungserzählungen wenigstens im Kleinen entgegenzuwirken. Wer dies nach bestem Wissen und Gewissen tut\, wird inzwischen mit Anfeindungen und Benachteiligungen rechnen müssen\, aber eine moderne Demokratie ist ohne wissenschaftliche Beratung und legitime Integration ihrer öffentlichen Untersuchungsprozesse nicht lebensfähig (J. Dewey). Sie kippt ohne diese in eine Autokratie oder gar in eine Diktatur um. \n  \nVita: \nKrüger\, Hans-Peter\, Philosophie-Studium (mit Ergänzungsfach Psychologie) an der Humboldt-Universität zu Berlin 1972-1976\, Promotion dort über den jungen Hegel 1980. 1981-1990 Mitarbeiter am Institut für Theorie\, Geschichte und Organisation der Wissenschaft der DDR-Akademie der Wissenschaften\, dort 1987 Habilitation zur „Kritik der kommunikativen Vernunft“. 1991-1995 Mitarbeiter der Max Planck-Fördergesellschaft im Bereich Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftsphilosophie mit Forschungssemestern in Pittsburgh\, Berkeley\, Chicago\, New York. 1996-2020 ordentlicher Professor für Praktische Philosophie am Institut für Philosophie der Universität Potsdam\, Leiter der Max Planck Forschungsgruppe „Wissenschaftskulturen im Kommunikationsprozess“ (1996-2000)\, Potsdamer Sprecher des DFG Graduiertenkollegs „Lebensformen und Lebenswissen“ (2009-2011)\, Gastprofessuren in Kraków (2002)\, Minsk (2003)\, Wien (2003) und Uppsala (2005/6). Schwerpunkte: Sozialphilosophien der öffentlichen Kommunikation\, Philosophische Anthropologien\, klassische und Neo-Pragmatismen\, Philosophien der Geschichte. Monographien: Homo absconditus. Helmuth Plessners Philosophische Anthropologie im Vergleich\, De Gruyter 2019. Heroismus und Arbeit in der Entstehung der Hegelschen Philosophie\, De Gruyter 2014. Gehirn\, Verhalten und Zeit. Philosophische Anthropologie als Forschungsrahmen\, Akademie 2010. Philosophische Anthropologie als Lebenspolitik. Deutsch-jüdische und pragmatistische Moderne-Kritik\, Akademie 2009. Zwischen Lachen und Weinen. 2 Bde.\, Akademie 1999/2001. Kritik der kommunikativen Vernunft\, Akademie Verlag 1990. \n 
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SUMMARY:Geschäftssitzung der Klasse Sozial- und Geisteswissenschaften (nicht öffentlich)
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SUMMARY:Klassensitzung Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung statt\, also in Anwesenheit und per Zoom statt. Wer sich per Zoom zuschalten möchte\, meldet sich bitte bis Anfang Mai bei Dieter Segert <dieter.segert@univie.ac.at> und bekommt dann den Link per Mail zugesandt. \n\n\nVortrag:\nProf. Dr. phil. Eckart Henning (ehem. Leiter des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft)\nUmbenennungen im öffentlichen Raum? Aktuelle Denkanstöße aus der Sicht eines Archivars und Historikers\n \n\nAbstract:\nTiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche haben oft Umbenennungen öffentlicher Orte zur Folge und greifen damit in den Alltag vieler Menschen ein. So gab es nach dem Zweiten Weltkrieg und im Gefolge des Anschlusses der DDR an die BRD zahlreiche Umbenennungen von Straßen und Plätzen\, und in der Gegenwart gibt es vermehrt Initiativen\, als rassistisch oder kolonialistisch belastet angesehene Namen aus dem öffentlichen Raum zu tilgen. Aus der Sicht eines Archivars und Historikers wird nach der Einordnung und Bedeutung der Namen gefragt. Dabei sind bei Umbenennungen\, etwa von Straßen\, in erster Linie die Anwohner demokratisch zu befragen. Wer die Gedenkkultur pflegen möchte\, sollte nicht rigoros umbenennen\, sondern Mascha Kalékos Rat beherzigen „Vergessen ist keine Heilsalbe!“\, den leider die Berliner Wanderausstellung „Umbenennungen?!“ ignoriert\, zuletzt gezeigt in der Zitadelle Spandau.\n  \n\nCV:\nHenning\, Eckart\, Prof. Dr.phil. M.A.\, geb. 1940 in Berlin \, promovierte 1979\, wirkte am Geheimen Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und war von 1984-2006 Direktor des zentralen Archivs der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem. Er wirkte seit 1968 auch als Lehrbeauftragter der Freien Universität Berlin\, seit 1990 zugleich der Humboldt-Universität\, die ihn 1993 zum Honorarprofessor für Archivwissenschaft und Historische Hilfswissenschaften der Neuzeit ernannte (Übungen bis Ende WS 2019/20). Er ist Mitglied zahlreicher Akademien\, Historischen Kommissionen\, Ehrenmitglied und Korrespondierendes Mitglied von Fachgesellschaften.
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SUMMARY:Wer und was bewegt Geschichte? Kolloquium in Erinnerung an Wolfgang Küttler (1936-2024)
DESCRIPTION:Die Veranstaltung findet im hybriden Format statt. Um die Zoom-Daten zu erhalten\, schreiben Sie bitte eine E-Mail an g.hassler@leibnizsozietaet.de.  \nDas Kolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e. V. ist dem Wirken ihres 2024 verstorbenen Mitglieds Wolfgang Küttler gewidmet. Übergreifend soll den Fragen nachgegangen werden\, wer Geschichte unter welchen Konstellationen bewegen kann sowie welche Einzelpersönlichkeiten und – durch ihr aktives Eingreifen oder ihre Passivität – Gruppen\, Klassen oder Volksmassen Geschichte prägen oder beeinflussen können. Dabei ist auch der Platz der Theorie- und Methodik-Diskussion in der der DDR im Vergleich mit dem internationalen Diskurs zu beleuchten. \nVorbereitungsgruppe: Jürgen Hofmann und Mario Keßler \nModeration: Präsidentin \nReferenten:  \nLutz Dieter Behrendt\, Deggendorf: Laudatio \nJürgen Kocka\, Berlin: Wolfgang Küttler und der deutsch-deutsche Geschichtsdiskurs (Arbeitstitel) \nJürgen Hofmann\, MLS: Wohin treibt die Geschichte? Formationstheoretische Überlegungen bei Wolfgang Küttler \nMario Keßler\, MLS: Was war die Sowjetunion und wohin trieb sie? Wolfgang Küttlers Formationsanalyse und Lenins Sowjetunion – im Wirbel historischer Ereignisse \nUlrich Busch\, MLS: Die Entwürfe von Marx für eine Antwort an Vera Sassulitsch und die Diskussion über den Kommunismus \nDieter Segert\, MLS: Der Begriff des Revolutionszyklus und die historische Einordnung der russischen Revolution von 1917
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SUMMARY:Arbeitskreis Wissenschaftsgeschichte
DESCRIPTION:In der Veranstaltung des Arbeitskreises Wissenschaftsgeschichte finden zwei Vorträge statt.\nDie Veranstaltung findet im hybriden Format statt. Um die Zoom-Daten zu erhalten\, schreiben Sie bitte eine E-Mail an g.hassler@leibnizsozietaet.de.  \nProf. Dr. Gisela Boeck (MLS)\nÜber die Voraussage des Eka-Siliciums und die Entdeckung des Germaniums\nDmitri I. Mendeleev (1834–1907) hat die Existenz mehrerer damals unbekannter Elemente erfolgreich vorhergesagt – darunter Gallium\, Scandium und Germanium. Diese Elemente wurden teilweise noch zu seinen Lebzeiten entdeckt\, was zu einer Überbewertung seines Beitrags bei der Aufstellung des Periodensystems führte. Auch Lothar Meyer (1830–1895) hatte Lücken im Periodensystem markiert\, hielt sich aber im Gegensatz zu Mendeleev bei der Vorhersage konkreter Eigenschaften zurück. Oft wird angenommen\, dass Mendeleevs Vorhersagen gezielte Suchaktionen nach diesen Elementen auslösten. Tatsächlich gab es jedoch keine speziell auf die Suche nach den vorausgesagten Elementen ausgerichteten Forschungen. In diesem Vortrag wird insbesondere der Entdeckungsprozess von Germanium beschrieben\, auch im Vergleich zu Gallium und Scandium. Clemens Winkler (1838–1904)\, der das Germanium vor 140 Jahren entdeckte\, interessierte sich in erster Linie für die Zusammensetzung des neuen Minerals Argyrodit\, das in der Nähe von Freiberg gefunden wurde. Nach der Mitteilung über das Auffinden des neuen Elements akzeptierte Mendeleev es nicht als Eka-Silicium. Meyers und von Richters Briefe zeigen\, dass sie den Zusammenhang zwischen Germanium und Eka-Silicium erkannten. Eine genaue Bestimmung des Atomgewichts von Germanium überzeugte Mendeleev schließlich. Später würdigte er Winkler als einen derjenigen\, die das Periodensystem durch ihre Entdeckung bestätigt hatten.et \nCV \nGisela Boeck erhielt ihr Diplom in Chemie 1977 von der Universität Rostock. Von 1977 bis 1981 promovierte sie im Rahmen einer Aspirantur an den Universitäten Rostock und Leipzig. Von 1981 bis 2020 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie der Universität Rostock. In dieser Zeit lehrte und forschte sie auf verschiedenen Gebieten der Chemie\, so in der physikalischen und der organischen Chemie sowie in der Methodik des Chemieunterrichtes. Zu ihren weiteren wissenschaftlichen Aktivitäten gehörten die Initiierung des bundesweiten Netzwerkes „Chemie für Mediziner“\, die Leitung des Arbeitskreises „Rostocker Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte“\, die Tätigkeit als Beisitzende und Vorsitzende in der Fachgruppe „Geschichte der Chemie“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker sowie als Deputierte dieser Gesellschaft bei der Working Party on the History of Chemistry der European Association for Chemistry and Molecular Science. Während ihrer Tätigkeiten an der Universität Rostock und bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker hat Gisela Boeck eine Vielzahl von Vorträgen\, Kolloquien und Tagungen organisiert. Sie war Mitglied verschiedener Prüfungs- und Berufungskommissionen. Für ihre ausgezeichnete Lehrtätigkeit erhielt sie mehrere Preise. Seit 2021 ist sie Visiting Professor an der Riga Technical University. Sie hat die Ergebnisse ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit in weit mehr als 100 Publikationen in Lehrbüchern und Fachzeitschriften veröffentlicht. Wesentliche Gebiete ihrer Publikationstätigkeit betrafen die Bereiche Quantenchemie\, Chemie in der Schule und im Medizinstudium sowie Wissenschaftsgeschichte. \n  \nDr. Gerd Kley\nProfessor Dr. Hans Heinrich Franck (1888-1961). Ein Leben für Wissenschaft\, Technik und Humanismus in komplizierten Zeiten.\nVersuch einer Würdigung\nAbstract \nDer Beitrag zeichnet die weitgehend vergessene Biografie des Chemikers und Wissenschaftsorganisators Hans Heinrich Franck nach\, der in der Berliner Wissenschaftslandschaft der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine herausragende\, aber heute kaum gewürdigte Rolle spielte. Francks Beiträge zur technischen Chemie\, Normung und industriellen Forschung sowie seine Verfolgung im Nationalsozialismus\, in dessen Folge er wegen „jüdischer Versippung“ aus allen Ämtern entfernt wurde werden behandelt . Nach 1945 engagierte sich Franck maßgeblich beim Wiederaufbau der Berliner Hochschulen\, führte das „Humanistische Studium“ ein und wirkte als Brückenbauer zwischen Ost und West\, obwohl er aufgrund seiner Entscheidung für den sozialistischen Weg in West-Berlin zunehmend unter Druck geriet. Es wird hervorgehoben\, dass Franck trotz politischer Spannungen konsequent für wissenschaftliche Kooperation und gesellschaftliche Verständigung eintrat und sein Haus in Pankow zu einem Treffpunkt regimekritischer Intellektueller wurde\, die mit der offiziellen Politik der DDR ihre Schwierigkeiten hatten . Gerd Kley plädiert dafür\, Francks Wirken neu zu würdigen und ihn als bedeutende Persönlichkeit der Berliner Nachkriegszeit in Wissenschaft\, Kultur und Politik sichtbar zu machen \nCV \nDr. Gerd Kley wurde am 23. Januar 1943 in Mühlhausen geboren und wuchs in Kammerforst auf. Von 1962 bis 1967 studierte Gerd Kley Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nachdem er die ersten Berufsjahre an der Akademie für Landwirtschaftswissenschaften in Müncheberg und am Zentralinstitut für Physikalische Chemie in Berlin absolvierte\, promovierte er 1974 zum Doktor der Physik und war danach in mehreren leitenden Funktionen an der Berliner Akademie und in Instituten tätig. Seit seiner Jugend befasst sich Dr. Gerd Kley mit geschichtlichen bzw. kunstgeschichtlichen Fragestellungen seiner Thüringer Heimat und später seiner brandenburgischen Wahlheimat. Dr. Gerd Kley hat sich als promovierter Physiker beruflich mit Werkstoffforschung und mit Umwelttechniken befasst. Sein privates Interesse gilt Persönlichkeiten aus seiner Thüringer Heimat und dem Künstlerkreis um den Maler Adolf Rettelbusch\, zu dessen Freunden Morgenstern gehörte. Zudem stehen Brandenburger Lokalgeschichte und deren Protagonisten im Fokus seiner Arbeiten. Neben einer Dokumentation über seine Abteilung in der Akademie der Wissenschaften von 1949 bis 1991 erschien von ihm eine Biografie des Architekten Friedrich August Stüler.
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SUMMARY:Klassensitzung Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://us06web.zoom.us/j/85989366711?pwd=Wo8tswqE6my81O5HEsHjGyO0JYLRaM.1\nMeeting-ID 859 8936 6711\nKenncode 208615 \n  \nVortrag: \nJochen Fleischhacker (MLS) \nDemographischer Wandel und Geburtenrückgang in Deutschland. Übergang zu Praktiken der Kinderwunschbehandlung durch die medizinisch assistierte Reproduktionstechnologien (MAR) am Beispiel der PID und PND. \nBefinden wir uns auf dem Weg der selektiven Reproduktion?  \n  \nMit dem Begriff des demographischen Wandels verbinden sich strukturelle und dynamische Veränderungen der Bevölkerung seit den 1970er Jahren in Deutschland. Besonders deutlich treten diese Veränderungen im Heirats- und des generativen Verhaltens zutage. Hinsichtlich des generativen Verhaltens beobachten wir einen Anstieg in der Inanspruchnahme der MAR in den Jahren zwischen 1998 und 2024. \nDas Konzept der risikobehafteten öffentlichen Gesundheit (Public Health) und die Einstufung von ca. 80-90% aller Schwangerschaften als Risikoschwangerschaften schließt das Angebot genetischer Beratung und Untersuchungen von möglichen vererbbaren Krankheiten des künftigen Kindes ein.  Die erwähnten Verfahren\, die Präimplementationsdiagnostik (PID) und die Pränataldiagnostik (PND) werden sowohl in der MAR als auch bei der natürlichen Fortpflanzung angewandt. Beide reproduktionsmedizinische Verfahren in Verbindung mit der genetischen Diagnostik stellen werdende Eltern selbstbestimmt und frei entscheiden zu können\, ob sie ein „gesundes“ oder ein wahrscheinlich erbkrankes Kind haben möchten. \n\nVita \nJochen Fleischhacker studierte von 1976 bis 1980 Wirtschaftswissenschaften und Demographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im ersten Drittel des Jahres 1980 weilte er zu einem Studienaufenthalt in Indien/Delhi/Kalkutta/Bombay/Trivandrum\, zur Materialsammlung der Volkszählung. Seit dem Jahr 1980 bis 1997 war Jochen Fleischhacker Wissenschaftlicher Assistent\, Sektion Wirtschaftswissenschaften\, Lehrstuhl Demographie an der HUB. 1981 verteidigte er seine Promotion zu sozioökonomischen Ursachen und Folgen des raschen Bevölkerungswachstums auf dem indischen Subkontinent in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und 1990 erhielt er die Facultas Docendi im Fach Demographie. \nZwischen 1997 und 2002 war Jochen Fleischhacker Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe Projects on the  History of Demographic Thinking am Max-Planck-Institut für demografische Forschung\, Rostock. Beginnend mit dem Sommersemester 2003 bis zum Sommersemester 2020 war er Lehrbeauftragter für Demographie an der Hochschule für Wirtschaft und Technik\, Berlin. \nSeit 2022 ist Jochen Fleischhacker Mitglied der Leibniz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.
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SUMMARY:Plenum
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 9. April 2026 \n13:00–15:00 Uhr\, Plenum der Leibniz-Sozietät \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin.\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDer Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67080724974?pwd=jYv65eVoFXV9K1YpM750E1rKbyMqdc.1 \n\nVortrag: \nFranziska Tanneberger (Universität Greifswald) \nVerbreitung und Zustand der Moore in Deutschland\, Europa und weltweit \nAbstract: \nDer Vortrag stellt Verbreitung und Zustand der Moore in Deutschland\, Europa und weltweit dar. Dabei werden aktuelle Zahlen und Karten insbesondere aus dem 2022 herausgegebenen Global Peatland Assessment vorgestellt. Für Europa wird auf das 2017 gemeinsam von über 140 Moorkundler*innen aus allen Ländern Europas publizierte „European Mires Book“ zurückgegriffen. Trotz der weltweit größten anteiligen Verluste an Mooren ist Europa ein Kontinent mit bedeutender Moorvielfalt. Die zehn europäischen Haupt-Moorregionen repräsentieren die regionale Vielfalt und die biologische Vielfalt der Ökosysteme. Das Ausmaß der Degradation nimmt von Norden nach Süden deutlich zu. In mehr als der Hälfte der europäischen Moorregionen wird das Ziel von mindestens 17% der Fläche in Schutzgebieten nicht erreicht. Weltweit entweichen 4% der gesamten Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. In Deutschland sind es 7%\, und in einigen moorrreichen Regionen mehr als ein Drittel. Eine aktuelle Hotspot-Karte der EU zeigt\, wo die Emissionen am größten sind. Wesentliche Landnutzungsoptionen auf wiedervernässten Mooren sind Wildnis\, Paludikultur (nasse Landwirtschaft) und Photovoltaik. Diese werden mit ihren Effekten auf Klima und Biodiversität ebenfalls kurz vorgestellt. \nVita: \nPD Dr. Franziska Tanneberger ist habilitierte Landschaftsökologin an der Universität Greifswald und Leiterin des Greifswald Moor Centrum (GMC). Ihr Forschungsschwerpunkt sind Niedermoore in Mittel- und Osteuropa sowie Sibirien\, insbesondere Brutvögel\, Torfbildung und Effekte der landwirtschaftlichen Nutzung. Sie ist Autorin zahlreicher Fachpublikationen\, Herausgeberin von Standardwerken wie dem „Europäischen Moorbuch“ und Hauptautorin des Global Peatlands Assessment. Das Greifswald Moor Centrum ist Schnittstelle zwischen Wissenschaft\, Politik und Praxis für alle moorbezogenen Fragen mit etwa 150 Moorfachleuten und einer Partnerschaft von Universität Greifswald\, Michael Succow Stiftung\, DUENE e.V. und Stiftung Moorbibliothek.
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Donnerstag\, den 9. April 2026 \n10:00–12:00 Uhr\, Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin\nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt.\nDie Zoom-Einwahl erfolgt mit folgendem Link:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/67080724974?pwd=jYv65eVoFXV9K1YpM750E1rKbyMqdc.1 \n\nVortrag: \nErnst-Peter Jeremias (MLS) \nMobilitätspolitik im Koalitionsvergleich 2021–2029: Ziele auf der Überholspur oder nur Standstreifen? \nAbstract: \nKernaussage: Weltweit ist Elektromobilität 2026 ein industrieller Mainstream. In Deutschland reicht der technische Hochlauf jedoch noch nicht aus\, weil nachhaltige Mobilität mehr verlangt als elektrische Antriebe: weniger privater Pkw-Besitz\, mehr ÖPNV\, mehr geteilte Nutzung\, mehr erneuerbarer Strom und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. \nGlobal wächst die Elektromobilität weiter dynamisch. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden 2024 weltweit mehr als 17 Millionen Elektroautos verkauft; für 2025 wurde bereits ein Anteil von mehr als einem Viertel aller Neuwagen erwartet. China bestimmt dabei Kosten\, Skalierung und Batterietechnik\, Europa folgt unter deutlich höherem Wettbewerbsdruck. \nAuch in Europa und Deutschland zeigt sich ein klarer Fortschritt. In der EU lag der BEV-Anteil (Battery Electric Vehicle) 2025 bei 17\,4 Prozent\, im Januar 2026 bereits bei 19\,3 Prozent. In Deutschland waren zum 1. Januar 2026 gut 2\,03 Millionen batterieelektrische Pkw zugelassen; zugleich standen Anfang Februar 2026 rund 196.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Damit verbessert sich die technische Basis der Elektromobilität sichtbar. \nTrotzdem bleibt der Verkehrssektor klimapolitisch das Sorgenkind. Die aktuellen Projektionsdaten des Umweltbundesamtes zeigen für den Verkehr bis 2030 weiterhin eine deutliche Zielverfehlung. Der Grund liegt nicht nur im Antrieb\, sondern in der Struktur: Der motorisierte Individualverkehr dominiert den Alltag weiterhin\, besonders im ländlichen Raum. Ein privates Elektroauto ist ökologisch zwar besser als ein Verbrenner\, löst aber weder das Problem geringer Auslastung noch den hohen Flächen- und Ressourcenverbrauch des Systems. Das Thema löst aber auch einen Spannungskonflikt zwischen deutscher Industriepolitik\, insbesondere in der Automobilindustrie und der Klimapolitik aus. \nDie aktuelle Energiekrise infolge des Iran-Krieges verdeutlicht diese Verwundbarkeit zusätzlich. Die Benzinpreise stiegen im März 2026 binnen weniger Tage wieder auf deutlich über 2 Euro je Liter. Das spricht nicht gegen die Verkehrswende\, sondern für ihre Beschleunigung. Nachhaltig wird Mobilität jedoch erst dann\, wenn Elektrifizierung mit Modal Shift\, Carsharing\, erneuerbaren Energien\, stationärer Zweitnutzung von Fahrzeugbatterien und hochwertigem Recycling kritischer Rohstoffe verbunden wird. \nGerade im ländlichen Raum zeigt das Pilotprojekt FleckoMobil\, worauf es praktisch ankommt: Das Fahrzeugkonzept ist technisch überzeugend und energieeffizient\, die wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt aber an Auslastung\, einfacher Nutzung\, lokaler Unterstützung und tragfähigen Organisationsstrukturen. \nDie Zukunft der Mobilität bis 2035 entscheidet sich deshalb nicht allein an der Batterie\, sondern an der Frage\, ob Deutschland den Schritt vom privaten Besitzauto zu einem integrierten\, geteilten und erneuerbar betriebenen Mobilitätssystem schafft. \nQuellenhinweis (Auswahl): IEA Global EV Outlook 2025; ACEA Pkw-Neuzulassungen 2025/Januar 2026; KBA Fahrzeugbestand 1.1.2026; Bundesnetzagentur Ladeinfrastruktur 1.2.2026; Umweltbundesamt Projektionsdaten 2026; ADAC Spritpreisentwicklung März 2026; FleckoMobil-Berichte 2025/2026. \n  \nVita: \nErnst-Peter Jeremias absolvierte nach einer Berufsausbildung mit Abitur bei Bergmann-Borsig/Görlitzer Maschinenbau ein Studium der Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung an der Ingenieurhochschule Zittau. Er schloss das Studium zunächst als Hochschulingenieur ab und erwarb 1976 den Abschluss als Diplom-Ingenieur auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik. Von 1976 bis 1980 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Reaktorwärmetechnik am Kernkraftwerk Rheinsberg tätig\, anschließend bis 1991 als Gruppenleiter auf diesem Fachgebiet. 1988 promovierte er zum Dr.-Ing. an der Akademie der Wissenschaften der DDR am Kernforschungszentrum Rossendorf auf dem Gebiet Thermodynamik von Druckwasserreaktoren. Von 1991 bis 1994 war er geschäftsführender Gesellschafter der entec Planungsgesellschaft GbR. Von 1994 bis 2018 wirkte er als geschäftsführender Gesellschafter der tetra ingenieure GmbH\, einer Planungs- und Beratungsgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik sowie Gebäude- und Versorgungstechnik; bis Juni 2023 war er Gesellschafter dieses Unternehmens. Heute ist er als selbstständiger Berater tätig\, mit den fachlichen Schwerpunkten Sektorenkopplung\, Elektromobilität und integrierte Energiesysteme. Seit 2020 ist er zudem freiberuflicher Dozent bei der Handwerkskammer Potsdam im Themenfeld Elektromobilität und Ladeinfrastruktur. Ernst-Peter Jeremias ist seit 2019 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Er ist stellvertretender Sekretar der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften und mit Dr. Norbert Mertzsch gemeinsam Leiter des Arbeitskreise Energie\, Mensch und Zivilisation in der Leibniz Sozietät.
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SUMMARY:5. Rohstoffkolloquium
DESCRIPTION: 5. Rohstoffkolloquium der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin \nAm 18. März 2026\, 10:00 Uhr in Berlin (CEDIO Konferenzzentrum; Storkower Bogen; https://www.storkower-bogen.de/tagen-feiern). Das Kolloquium kann auch online verfolgt werden via Zoom:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/61753277277?pwd=AqRjA86ISfR7EXCnaaCjDtH6UsYOBI.1 – Meeting-ID: 617 5327 7277 \nThema: Rohstoffe und Energiebereitstellung: Innovative Ansätze und Strategien für eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung\nDie Reihe der Rohstoffkolloquien des Arbeitskreises GeoMUWA der Leibniz-Sozietät (https://leibnizsozietaet.de/category/arbeitskreise-2/ak-geomuwa/) behandelte bisher verschiedene Aspekte natürlicher Rohstoff- und Energieressourcen\, z.B. \n\nKritische Rohstoffe\, Gewinnung bis Entsorgung: Die Geowissenschaften als Problemlöser\nAuswirkungen wachsender geo- und klimapolitischer Herausforderungen auf die Rohstoffversorgung Deutschlands und Europas\nKritische Rohstoffe – große Bedeutung und geringes öffentliches Bewusstsein\nDas neue europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen – The Critical Raw Materials Act: Herausforderungen und Maßnahmen\n\nDas 5. Rohstoffkolloquium thematisiert die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Rohstoffbereitstellung für die Energieversorgung\, die nach innovativen Lösungen verlangen\, um eine gesicherte und zukunftsfähige Energieversorgung zu gewährleisten. Dieses Kolloquium widmet sich der Analyse aktueller Strategien und der Entwicklung neuer Konzepte zur effektiven Erkundung und Nutzung von Energierohstoffen sowie von Rohstoffen\, die für die Herstellung energieproduzierender Systeme erforderlich sind. Experten aus Wissenschaft\, Industrie und Politik sind eingeladen\, ihre Perspektiven zu teilen und neue Lösungswege aufzuzeigen. \nZiel des Kolloquiums ist es\, eine interdisziplinäre Plattform für den Austausch von Ideen und die Förderung kooperativer Projekte zu schaffen\, die Synergien zwischen den verschiedenen Akteuren unterstützen\, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln\, die den aktuellen Herausforderungen im Bereich der Energierohstoffe und Energieerzeugung gerecht werden. \nPROGRAMM (10:00-16:00 Uhr) (Programmflyer als PDF) \n10:00-10:10: Wolfgang Methling (MLS): Eröffnung \n10:10-10:30: Christoph Hilgers (MLS\, Karlsruher Institut für Technologie): Rohstoff- und Energie-bereitstellung – Strategien im geopolitischen Kontext \n10:30-11:00: Christina Labusch (REMONDIS): Thermische Verwertung als Baustein einer nachhaltigen Abfallwirtschaft \n11:00-11:30: Axel Wenke (Neptune Energy Berlin): Altmark Lithium Extraction: Project ALE \n11:30-12:00: Sebastian Hasenstab-Riedel (FU Berlin): Reaktiv-ionische Flüssigkeiten für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen \n 12:00-12:30: Ernst-Peter Jeremias\, Norbert Mertzsch\, Gerhard Pfaff (alle MLS): Klimaschutz in Deutschland scheitert nicht an Physik\, Technik oder Rohstoffen\, sondern an politischer Inkonsistenz \n12:30-13:30 Mittagspause \n13:30-14:00: Melike Yildirim Ayyildiz\, Jasemin A. Ölmez\, Christoph Hilgers (Karlsruher Institut für Technologie): Meeting the Critical Raw Materials Act mining targets: A probability analysis for strategic Rare Earth Elements \n14:00-14:30: Carlo Burkhardt (HS Pforzheim): Recycling von Seltene-Erden-Magneten \n14:30-14:50: Axel Müller (MLS\, Universität Oslo): Siliziumproduktion für Photovoltaik in Deutschland \n 14:50-15:10: Axel Müller (MLS\, Universität Oslo): Uranwirtschaft im Wandel – Exploration\, Gewinnung und Perspektiven \n15:10-15:30: Sebastian Tappe (TU Bergakademie Freiberg) Muss sich klassische Lagerstättenlehre an aktuelle Rohstofftrends anpassen? \n15:30-16:00: Zusammenfassende Diskussion und Ausblick \nAnmeldung von Beiträgen bitte an Axel Müller (a.b.muller@nhm.uio.no)\, Gerhard Pfaff (pfaff.pigmente@gmx.de)\, Christoph Hilgers (christoph.hilgers@kit.edu) oder Reinhard Greiling (r.o.greiling@kit.edu) senden. Die Teilnahme ist kostenlos. \nAbstracts der Vorträge:\n  \nChristoph Hilgers (MLS\, Karlsruher Institut für Technologie – KIT\, Karlsruhe) \n Rohstoff- und Energiebereitstellung – Strategien im geopolitischen Kontext \nDie Energie- und Rohstoffbedarf Deutschlands\, der drittgrößten Wirtschaftsnation der Welt\, wird auch in Zukunft nur durch Importe gedeckt\, zu der ressourceneffiziente Kreislaufsysteme beitragen können. \nSoziale\, technologische\, ökonomische\, ökologische\, legale\, (geo)politische\, ethische und geologische Faktoren (kurz STEEL-PEG) stellen jedoch im internationalen Wettbewerb zunehmend größere Anforderungen an resilient Lieferketten. \nDas bislang nicht gelöste deutsche Trilemma bezahlbarer\, verlässlicher und umweltverträglicher Energieversorgung und die zunehmend ausgelagerte Rohstoff- und Materialversorgung stellen energie- und materialintensive (und gleichzeitig strategische) Branchen aufgrund hoher Kosten und Lieferengpässen vor Herausforderungen. \nAn ausgewählten Beispielen wird aufgezeigt\, wie Lieferketten durch Import- und Marktkonzentrationen\, durch Geopolitik mit Handelskonflikten\, politischen Instabilitäten und Kriegen\, durch Handelspolitik mit Zöllen\, Handelsbeschränkungen oder Handelsabkommen sowie durch Unfälle\, Naturkatastrophen oder Streiks disruptiv beeinträchtigt wurden. \nVersorgungssicherheit kann durch Agilität\, Anpassungsfähigkeit und Abstimmung der Stakeholdern resilient gestaltet werden\, wenn strategische Rohstoffe und strategische Branchen nicht nur hinsichtlich gesellschaftspolitischer Planziele\, sondern auch bei disruptiven Ereignissen resilient bleiben. \n  \nChristina Labusch (REMONDIS) \nThermische Verwertung als Baustein einer nachhaltigen Abfallwirtschaft  \n Die EU-Abfallrahmenrichtlinie und das Kreislaufwirtschaftsgesetz legen die Abfallhierarchie fest. Dementsprechend sind zunächst Abfälle zu vermeiden\, Ressourcen wiederzuverwenden\, bevor sie vor allem stofflich recycelt und (energetisch) verwertet werden. Im unteren Ende der Abfallhierarchie ist schließlich die Beseitigung angesiedelt. Seit 2005 besteht in Deutschland im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ein Deponierungsverbot für heizwertreiche Abfälle. Um deren Deponierung zu verhindern\, rückte in den vergangenen 20 Jahren zunehmend die energetische Verwertung von Abfällen in den Fokus einer nachhaltigen Abfallwirtschaft. REMONDIS betreibt weltweit unter Anderem 21 Thermische Abfallbehandlungsanlagen sowie 10 Ersatzbrennstoffproduktionsanlagen. \nDer Vortrag gibt einen Einblick in die energetische Verwertung von Abfällen bei REMONDIS und zeigt\, wie wertvolle Ressourcen geschont werden\, weil Reststoffe oft nicht mehr stofflich recycelt werden können. In ausgewählten Beispielen werden die Erzeugung von Fernwärme und Strom für Kommunen und Haushalte sowie die Bedeutung für die Dekarbonisierung des Wärmenetzes bis 2045 beleuchtet. \nIn einem zweiten Schritt wird auf die Abtrennung von Metallen für das Recycling in Thermischen Abfallbehandlungsanlagen\, den Einsatz von stabilisierten Schlacken als Recyclingbaustoffe und auf die Ausschleusung von Schadstoffen aus dem Kreislauf eingegangen. Die starke Verringerung der Deponierung von Siedlungsabfällen in Deutschland ist das Ergebnis eines konsequenten Zusammenspiels von Recycling\, Vorbehandlung und thermischer Verwertung. \n  \nAxel A.O. Wenke (Neptune Energy Berlin) \nAltmark Lithium Extraction: Project ALE \nDas Projekt Altmark Lithium Extraction (Project ALE) nutzt das Altmark-Gasfeld in Sachsen-Anhalt\, Deutschland\, für die Gewinnung von Lithium aus geothermischen Solen neu. Das Altmark-Feld ist das zweitgrößte Onshore-Gasfeld innerhalb der EU mit einer kumulierten Förderung von mehr als 213 Mrd.Sm3 seit 1969. Reservoir ist das permische Rotliegend\, welches neben Gas auch Solen mit erhöhten Lithiumgehalten enthält. Nach Jahrzehnten der Erdgasförderung wird nun die Sole als untertägige Ressourcenbasis für eine heimische Lithiumversorgung neu entwickelt. Die mittlere Lithiumkonzentration in der Sole unterhalb des Gas-Wasser-Kontakts liegt im Mittel bei 440 mg/l\, lokal bis 640 mg/l. \nEin erster Anlauf zur Erschließung der Lithiumressource in der Altmark erfolgte bereits in den 1980er-Jahren\, wurde jedoch kurz vor Inbetriebnahme einer ersten Demonstrationsanlage aus wirtschaftlichen und politischen Gründen eingestellt. Die systematische Neuentwicklung des Feldes begann 2022. 2024 erhielt das Projekt das erste bergbaurechtliche Bewilligungsfeld zur Förderung von Lithium aus Solen in Deutschland\, die Bewilligung Jeetze-L. Das Projekt verfolgt eine phasenweise Entwicklungsstrategie\, die auf bestehenden Bohrungen\, Infrastrukturen und Untergrundkenntnissen aufbaut und neue Erkundungs- und Erschließungsaktivitäten sowie den Einsatz von direkter Lithium Extraktion (Direct Lithium Extraction\, DLE) kombiniert. Mehrere Pilotanlagen vor Ort haben bereits die Herstellung von batteriegeeignetem Lithiumcarbonat demonstriert. Eine Demonstrationsanlage im größeren Maßstab ist für 2028 geplant\, die kommerzielle Produktion soll 2030 beginnen. Gegenwärtig ist im Endausbau eine Produktion von ca. 24.000 t LCE geplant\, die Größe der Ressource lässt jedoch eine deutlich höhere Skalierung zu. \nNeben den geologischen und extraktionstechnischen Herausforderungen wird es wichtig sein\, den Aufbau einer Wertschöpfungskette in der Postextraktion unterstützend mit aufzubauen\, um eine regional naheliegende Abnahme zu gewährleisten. Hier bietet der nord- bis mitteldeutsche Raum hervorragende Bedingungen\, speziell an den Chemieparkstandorten Bitterfeld-Wolfen und Lausitz\, bei Batterie- und Autoproduzenten in Brandenburg und Niedersachsen\, sowie Chemikalienvertriebe im Hamburger Raum. \nFür die Region ist des Projekt ALE eine große Möglichkeit für eine zukünftige Wertschöpfung mit neuen Arbeitsplätzen im nachhaltigen Sektor. \n  \nSebastian Hasenstab-Riedel (Freie Universität Berlin\, Center for Sustainable Resources) \nReaktiv-Ionische Flüssigkeiten für eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen \nEine immer wichtigere nachhaltige Nutzung von Ressourcen erfordert innovative chemische Ansätze\, die eine hohe Reaktivität\, Sicherheit und Energieeffizienz miteinander verbinden. Reaktiv-Ionische Flüssigkeiten (Reactive Ionic Liquids\, RILs) stellen eine neuartige und vielseitige Stoffklasse dar\, die all diese Anforderungen erfüllen kann. \nIn diesem Beitrag werden neue Ansätze präsentiert\, die auf der Verwendung von reaktiv-Ionischen Flüssigkeiten basieren. Diese Ansätze adressieren industrielle Verfahren\, die für die Herstellung von Basischemikalien von Relevanz sind. Sie ermöglichen die Nutzung von Biomasse und leisten einen Beitrag zur indirekten Stromspeicherung. Somit kann diese Stoffklasse einen signifikanten Beitrag zur erforderlichen Transformation der chemischen Industrie sowie zur Sektorenkopplung Chemie/Energie leisten. \n  \nErnst-Peter Jeremias (MLS\, Flecken Zechlin)\, Norbert Mertzsch (MLS\,Rheinsberg)\, Gerhard Pfaff (MLS\, Berlin) \n Klimaschutz in Deutschland scheitert nicht an Physik\, Technik oder Rohstoffen\, sondern an politischer Inkonsistenz \nKlimaschutz in Deutschland scheitert nicht an Physik\, Technik oder Rohstoffen\, sondern vor allem an politischer Inkonsistenz. Der Klimawandel ist keine Frage politischer Meinungen\, sondern eine naturwissenschaftlich gut verstandene Folge steigender Treibhausgasemissionen. Internationale Klimaziele und nationale Klimaschutzgesetze sind daher keine willkürlichen politischen Setzungen\, sondern notwendige Reaktionen auf physikalische Prozesse\, zeitverzögerte Wirkungen und absehbare Risiken für Umwelt\, Wirtschaft und Gesellschaft. Klimaschutz ist damit untrennbar mit Energie-\, Industrie- und Ressourcenpolitik verbunden. \nAus wissenschaftlicher Sicht gilt die Kombination aus dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Elektrifizierung von Wärme\, Mobilität und Industrie als effizientester derzeit verfügbarer Pfad zur Emissionsminderung. Wind- und Solarenergie zeichnen sich durch sinkende Kosten\, hohe Skalierbarkeit und geringe Umweltwirkungen im Betrieb aus. Im Stromsektor wurden in Deutschland deutliche Fortschritte erzielt. Gleichzeitig bestehen strukturelle Defizite bei Netzen\, Speichern und der Flexibilisierung des Energiesystems\, die den Übergang in die Endverbrauchssektoren erheblich bremsen. \nIm Verkehrssektor ist die Evidenz eindeutig: Batterieelektrische Antriebe sind dem Verbrennungsmotor hinsichtlich Energieeffizienz und Emissionsminderung deutlich überlegen. Ihr Hochlauf wird jedoch bislang noch durch politische Unsicherheiten\, volatile Förderbedingungen und infrastrukturelle Ungleichgewichte gehemmt. Zudem reicht ein reiner Austausch von Antriebstechnologien nicht aus; erforderlich sind integrierte und intelligente Mobilitätskonzepte. \nZunehmend rückt die Ressourcenfrage in den Fokus. Die Energiewende ist zugleich eine Rohstoffwende. Kritische Materialien sind unverzichtbar\, jedoch grundlegend von fossilen Energieträgern zu unterscheiden: Sie werden nicht verbraucht\, sondern in technischen Systemen gebunden und sind prinzipiell recycelbar. Die wissenschaftliche Gesamtbewertung ist eindeutig: Klimaschutz ist technologisch machbar und ökonomisch sinnvoll. Die größten Risiken liegen nicht im Mangel an Technologien oder Rohstoffen\, sondern in fehlender Konsistenz\, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit politischer Entscheidungen. \n  \nMelike Yildirim Ayyildiz\, Jasemin A. Ölmez\, Christoph Hilgers (alle Karlsruher Institut für Technologie – KIT\, Karlsruhe) \nMeeting the Critical Raw Materials Act mining targets: A probability analysis for strategic Rare Earth Elements \nThe European Union aims to decrease its dependency on critical and strategic raw materials essential for clean energy technologies and defense applications. The Critical Raw Materials Act (CRMA) established benchmarks\, including the requirement that by 2030 at least 10% of the EU’s annual demand for strategic raw materials should be met through domestic mining. This study evaluates the feasibility of achieving this target for strategic rare earth elements\, which are needed for technologies such as electric vehicles and wind turbines. A probabilistic assessment was conducted for the Norra Kärr deposit in Sweden using Monte Carlo simulation to analyze the likelihood of meeting the 10% benchmark. Given the uncertainties in achieving planned tonnage and grade\, the analysis follows PERC reporting standards and applies a ±50% success rate\, reflecting the scoping study stage of the project. As the result depend on future demand projections\, we use literature data of strategic REEs on low and high demand scenarios as well as future demand data of REEs published by the EU as input parameters for the simulation. Our results indicate\, that fulfilling the CRMA benchmark could be feasible in both selected low demand and high demand scenarios\, whereas according to EU data it is likely to be unfeasible. Additionally\, this study examines diversification strategies adopted by industrialized nations—including the United States\, Japan\, South Korea\, Australia\, and the EU—and analyzes the timeframes required to establish supply chains from mining to heavy REE production\, illustrated through the Japan–Australia partnership case study. \n  \nCarlo Burkhardt (Hochschule Pforzheim) \n Recycling von Seltene-Erden-Magneten \n Die Einrichtung einer Kreislaufwirtschaft für Seltene Erden (SE) in Europa ist aus ökologischen\, sozialen und governancebezogenen Gründen (ESG) sowie zur Minderung des Risikos von Lieferkettenunterbrechungen von entscheidender Bedeutung. Die Gewinnung und Verarbeitung von Seltenen Erden ist mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden\, darunter erhebliche CO2-Emissionen und die Zerstörung von Lebensräumen. Durch das Recycling und die Wiederverwendung dieser kritischen Materialien kann Europa Umweltschäden reduzieren\, einen Beitrag zu den Klimazielen leisten und Initiativen zur sozialen Verantwortung unterstützen. Die Sicherheit der Lieferkette ist ein dringendes Anliegen\, da Europa nach wie vor in hohem Maße von Importen aus Regionen abhängig ist\, die geopolitischen Spannungen ausgesetzt sind\, insbesondere von China\, das den größten Teil der Seltenerdproduktion kontrolliert. Diese Abhängigkeit setzt Schlüsselindustrien wie die Automobilindustrie\, die Elektronikindustrie und die Branche der erneuerbaren Energien erheblichen Risiken aus. Das Gesetz über kritische Rohstoffe (CRMA) betont die strategische Bedeutung der Sicherung von Rohstoffen durch nachhaltige und kreislaufwirtschaftliche Lösungen. Eine Kreislaufwirtschaft entspricht den Zielen des CRMA\, indem sie die Importabhängigkeit verringert\, technologische Innovationen fördert und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und ökologische Nachhaltigkeit Europas sicherstellt. \nDie Einrichtung einer Kreislaufwirtschaft für Seltenerd-Permanentmagnete in Europa steht jedoch vor mehreren Herausforderungen: Ein großes Hindernis ist die Komplexität der Recyclingprozesse\, da Seltenerdmagnete oft tief in elektronischen Geräten eingebettet sind\, was die Trennung schwierig und kostspielig macht. Darüber hinaus behindert die begrenzte Verfügbarkeit von Sammel- und Recyclinginfrastrukturen eine effiziente Materialrückgewinnung. Technologische Einschränkungen und uneinheitliche Abfallklassifizierungsstandards in den europäischen Ländern erschweren die Bemühungen zusätzlich. \nUm diese Herausforderungen zu bewältigen\, sind koordinierte Lösungen und Investitionen in fortschrittliche Recyclingtechnologien sowie die Schaffung eines harmonisierten Rechtsrahmens zur Standardisierung der Abfallsammlung und -verarbeitung erforderlich. Der Vortrag stellt die neuesten Entwicklungen bei den Recyclingtechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor und untersucht\, wie eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Industrie\, Wissenschaft und Regierungen dazu beitragen kann\, Innovationen voranzutreiben und bewährte Verfahren auszutauschen. \n  \nAxel Müller (MLS\, Natural History Museum\, University of Oslo) \nSiliziumproduktion für Photovoltaik in Deutschland \nDas natürliche Mineral Quarz (SiO2) ist der Hauptrohstoff für die Herstellung von Wafern für die Solarzellenproduktion über die Zwischenprodukte Rohsilizium\, Polysilizium und monokristallines Solarsilizium. In Deutschland war die Siliziumhütte der RW Silicium GmbH in Pocking (Niederbayern) in Betrieb\, der einzige Rohsiliziumproduzent in Deutschland mit einem Weltmarktanteil von 0\,6 %. Das Werk schloss am 31. Dezember 2025\, und alle 110 Beschäftigten wurden gekündigt. Als Gründe für die Schließung werden hohe Strompreise\, eine rückläufige Nachfrage im Zuge der deutschen Industriekrise sowie starker Preisdruck durch preisgünstiges Silizium\, insbesondere aus China\, genannt. Damit ist die Basis der Wertschöpfungskette für die Siliziumwaferproduktion in Deutschland entfallen\, und 100 % des Rohsiliziums für die Solarzellenherstellung in Deutschland müssen importiert werden. Das steht im Kontrast dazu\, dass Deutschland beim Ausbau der Photovoltaik in Europa führend ist: Anfang 2025 waren über 100 Gigawatt (GW) installiert\, die mit c. 15 % zur gesamten inländischen Stromproduktion beitragen. Im Vortrag werden die Siliziumrohstoffimporte und die damit verbunden Importabhängigkeiten beleuchtet sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Wertschöpfungskette der Solarzellenproduktion in Deutschland. \n  \nAxel Müller (MLS\, Natural History Museum\, University of Oslo) \nUranwirtschaft im Wandel – Exploration\, Gewinnung und Perspektiven \nDie EU ist in hohem Maße auf Uran für die Kernenergieproduktion angewiesen\, die etwa 25% des Stroms innerhalb der Wirtschaftsunion liefert. Derzeit betreiben 12 der 27 EU‑Mitgliedstaaten\, Belgien\, Bulgarien\, Tschechien\, Finnland\, Frankreich\, Ungarn\, die Niederlande\, Rumänien\, die Slowakei\, Slowenien\, Spanien und Schweden\, Kernkraftwerke. Einige dieser Länder produzieren nicht nur nuklearen Strom\, sondern exportieren ihn auch an ihre Nachbarländer. Uran sieht sich jedoch wachsenden Risiken in der Lieferkette gegenüber: Die EU ist stark abhängig von Importen von Rohuran aus Kasachstan\, Russland und Australien sowie von Russland für die Urananreicherung und die Herstellung von Brennstäben. Diese Abhängigkeiten and die generelle sich verschärfende geopolitische Situation haben seit 2022 zu einem starken Anstieg des Uranpreises beigetragen. Deutschland hat seine Kernkraftwerke im Jahr 2023 stillgelegt. Obwohl Deutschland eine Schwerpunktversorgung mit erneuerbarer Energie anstrebt\, ist es insbesondere bei geringer Wind‑ und Solarenergieproduktion oder hoher Nachfrage auf ausländische Kernenergie angewiesen; Importe aus Frankreich\, der Schweiz und Schweden machen bis zu 2 % des gesamten Strombedarfs aus. Damit sind selbst Länder wie Deutschland\, die keine Kernkraftwerke mehr betreiben\, vom Import nuklearer Energie abhängig und von den damit verbundenen Uranbereitstellungs- und Lieferrisiken betroffen. Im Vortrag wird ein Überblick über die Aktivitäten und Akteure in der Uranerkundung\, -gewinnung und -anreicherung gegeben. Außerdem werden die Risiken entlang der Lieferkette analysiert und die aktuellen sowie zukünftigen Auswirkungen auf die Nuklearenergieproduktion in Europa und weltweit erörtert. \n  \nSebastian Tappe (Technische Universität Bergakademie Freiberg\, Deutschland) \n Muss sich klassische Lagerstättenlehre an aktuelle Rohstofftrends anpassen? \n Nichts ist mehr so\, wie es einmal war. Tiefgreifende Zäsuren erschüttern die internationale Staatengemeinschaft und Zeitenwenden gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft. Unsichere Zeiten und militärische Konflikte haben seit jeher Rohstofftrends geprägt. Hinzu kommt die Erkenntnis im 21. Jahrhundert\, dass wir mit den Folgen des menschengemachten Klimawandels umzugehen lernen müssen und der stetigen Erderwärmung irgendwie entgegenwirken sollten. Letzteres benötigt gesicherte und zukunftsfähige Rohstoffketten\, um eine Grüne Energiewende umzusetzen (Klimaneutralität bis 2045). \nHochschullehrern kommt in solchen düster anmutenden Zeiten eine besondere Verantwortung zu. Es gilt neue Generationen von Forschern\, Denkern und Entrepreneuren auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten – wenn das überhaupt möglich ist. Dabei ist klassische Lehre unabkömmlich\, muss aber mehr denn je Raum schaffen für neue Ideen und Konzepte. Das relativ starre Korsett einer deutschen Universität macht es den Hochschullehrern nicht immer einfach\, schnell auf Änderungen in der Gesellschaft zu reagieren. Mit meinem Vortrag soll gezeigt werden\, wie sich klassische Lagerstättenlehre und aktuelle Rohstofftrends flexibel zusammenführen lassen\, in einem Format das die heutige Jugend hoffentlich für die Herausforderungen der Zukunft begeistern kann. \n 
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DESCRIPTION:Donnerstag\, den 12. März 2026 \nSitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Die Zoom-Daten sind folgende:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/62972605833?pwd=bvbMck7RoyOPjX8QABBNf9ALaKudN8.1\nMeeting-ID: 629 7260 5833 \nHinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2026 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden.\n\nVortrag: \nBernhard Weßling (MLS\, Jersbek) \nEntropie als Kriterium für Nachhaltigkeit\nAbstract: \nDrei Aspekte sind die Motivation für die Entwicklung des Konzepts\, das im Vortrag vorgestellt wird: \n\n„Nachhaltigkeit“ ist ein inflationär und im Wesentlichen für politisches und kommerzielles Marketing missbrauchter Begriff geworden.\nThermodynamik und v.a. Entropie werden nur sehr eingeschränkt und zumeist falsch verstanden\, die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik ist so gut wie unbekannt\, selbst bei Naturwissenschaftlern.\nIn der Klimaforschung und der Diskussion um klimastabilisierende Maßnahmen spielt Thermodynamik praktisch keine Rolle.\n\nIm Vortrag wird gezeigt\, wie Entropie im nicht-gleichgewichts-thermodynamischen Rahmen sehr lebensnah verstanden und vermittelt werden kann. Auf dieser Basis wird eine umfassend definierte Nachhaltigkeit – die Erhaltung der Lebensgrundlagen auf der Erde – mit dem Nachhaltigkeits-Kriterium „Entropie“ vorgestellt. Das Kriterium ist objektiv\, und die Ergebnisse sind nach Anwendung des Kriteriums falsifizierbar. Es wird gezeigt\, dass \n\n„klimaneutral“ nicht automatisch auch „nachhaltig“ ist;\ntechnologische Maßnahmen zur Klimastabilisierung (Erniedrigung der CO2-Konzentration der Atmosphäre) in extremer Form nicht-nachhaltig sind.\n\nNachhaltige Vorgehensweisen (natürliche und zu renaturierende Ökosysteme sowie Biolandwirtschaft) werden kurz vorgestellt. \nVita: \nBernhard Weßling promovierte 1977\, forschte danach in Polymerchemie\, Kolloidwissenschaft und Thermodynamik\, zugleich tätig als Chemieunternehmer. Er entwickelte eine neue\, nicht-gleichgewichtsthermodynamische Theorie für kolloidale Systeme und das weltweit erste organische Metall. Es wird seither industriell in großem Maßstab verwendet. Er ist im Natur- und Artenschutz aktiv\, ist nebenberuflich Investor in einem Biolandwirtschaftsbetrieb und war bis Juni 2025 einer der Geschäftsführer des Unternehmens. Nachhaltigkeit spielte auch in seinem Chemie-Unternehmen eine zentrale Rolle. Bernhard Weßling ist seit 2025 Mitglied der Leibniz-Sozietät. Seit 2020 ist er als Sachbuchautor tätig (siehe www.bernhard-wessling.com).
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SUMMARY:Plenarsitzung
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. im\nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und online) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://us06web.zoom.us/j/85712757022?pwd=bFp9mNhnIWaukr0rPPssxRNx9y0CUD.1\nMeeting-ID 857 1275 7022\nKenncode 061396 \nVortrag: \nProf. Dr. Hans Neumann (MLS)\nZwischen Dirigismus und Recht. Zu den juristischen Aspekten staatlichen Verwaltungshandelns in Mesopotamien im ausgehenden 3. und frühen 2. Jt. v. Chr. \nAbstract: \nDer Vortrag steht in Verbindung mit einem aktuellen mehrjährigen Forschungsvorhaben\, in dem untersucht wird\, in welchem Umfang und in welcher Weise das Königtum der sog. Ur III-Zeit (21. Jh. v. Chr.) im Rahmen seiner politischen und ökonomischen Machtausübung dirigistische Maßnahmen mit rechtlichen Regelungen und Verfahren verband (nicht zuletzt auch mit Blick auf Entwicklungen in der nachfolgenden altbabylonischen Zeit im frühen 2. Jt. v. Chr.). Da für die Durchsetzung des zentralen königlichen Herrschaftsanspruchs in Mesopotamien ein rekonstruiertes bzw. in Teilen neu geschaffenes Provinzialsystem die Grundlage bildete\, geht es hier vornehmlich um die Anwendung juristischer Mittel im Kontext zentraler und lokaler Befehls- und Kommunikationsstrukturen insbesondere bei der Organisation und Kontrolle der ökonomischen Aktivitäten auf Provinzebene sowohl im internen Bereich einer integrierten Palast und Tempelwirtschaft als auch in Bezug auf die Nutzung ökonomischer Ressourcen außerhalb der staatlichen Wirtschaftseinheiten. Die nachweisbaren zentralen Maßnahmen und zentral wirksame ökonomische Regelungen werden zu den dirigistisch und juristisch basierten politischen und ökonomischen Verwaltungsaktivitäten der Provinzialadministrationen in Beziehung gesetzt. Dabei wird der gerade für die Ur III-Zeit immer wieder postulierte „despotische“ Charakter der mesopotamischen Königsherrschaft kritisch hinterfragt. \nVita des Referenten: \n1971–1975 Studium der Orientalischen Archäologie und Philologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; 1975–1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forschungsgruppenleiter am Bereich Alter Orient des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie (bis 1990 der Akademie der Wissenschaften der DDR); 1980 Promotion; 1992–1993 gefördert im Rahmen des „Wissenschaftler-Integrations-Programms“ (WIP); 1994–1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Altorientalischen Seminar der FU Berlin; 1997–1998 Habil-Stipendiat (DFG); 1998 Habilitation an der FU Berlin; 1998–1999 wissenschaftlicher Angestellter am Seminar für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients (Assyriologie) an der Universität Heidelberg (Assur-Projekt); 1999–2020 Professor (C4) für Altorientalische Philologie und Direktor des Instituts für Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie der Universität Münster; in dieser Zeit auch Lehre in Leiden\, Amsterdam und Jerusalem; 2003–2009 Vorsitzender der Deutschen Orient-Gesellschaft (DOG). \nAktuelle Forschungsschwerpunkte: sumerische und akkadische Keilschrifttexte des alten Mesopotamien vornehmlich aus dem 3. und frühen 2. Jt. v. Chr.; Wirtschafts-\, Rechts- und Sozialgeschichte des alten Vorderasien; Geschichte der Assyriologie/Altorientalistik in Deutschland im ausgehenden 19. und frühen 20. Jh. und in der DDR.
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SUMMARY:Klassensitzung Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Sozial- und Geisteswissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://us06web.zoom.us/j/82116425924?pwd=kPg90LmkYU7Q0bscpoMGoUeccAwVDC.1\nMeeting-ID: 821 1642 5924 – Kenncode 641040 \nHinweis: Nach dem Ende der Klassensitzung erfolgt durch den Klassensekretar die Vorstellung der für die Zuwahl 2026 eingereichten Zuwahlvorschläge aus der Klasse. Nur die anwesenden Mitglieder der Klasse nehmen an dieser Information teil. In geheimer Abstimmung wird über die Aufnahme der vorgeschlagenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die Kandidatenliste für die Zuwahl in die Leibniz-Sozietät entschieden.\n\nVortrag: \nDieter Segert (MLS) \nPeter Rubens Sozialismusbegriff und seine historische Einordnung \nDie Idee des Sozialismus hatte aus den Konflikten der Arbeitenden mit dem Kapitalismus im 19. Jahrhundert ihre Anziehungskraft gewonnen. Sie wurde als Alternative zum Kapitalismus verstanden. Da sich der Kapitalismus im Laufe seiner Existenz mehrfach gewandelt hat\, veränderte sich auch das\, was unter Sozialismus verstanden wurde. Das Ende des sowjetischen Staatssozialismus 1989-1991 stellte einen Einschnitt in der Beziehungsgeschichte von Kapitalismus und Sozialismus dar\, da die Alternative damit verschwunden schien. Ein Vierteljahrhundert später gewinnt sie aber wieder an Anziehungskraft. Im Vortrag soll dargestellt werden\, wie sich Peter Ruben\, ein produktiver und streitbarer Philosoph der DDR\, mit dem Sozialismus nach dessen praktischen Ende beschäftigt hat. Wichtig ist es dem Vortragenden dabei\, dem Einfluss von historischen Erfahrungen und theoretischen Schulen auf die Rubensche Auffassungen vom Sozialismus nachzuspüren. \n\nCV \nDieter Segert studierte Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin und der Lomonossow-Universität Moskau. Während seines Studiums hörte er auch Vorlesungen bei Peter Ruben. Er promovierte 1975 in Moskau und beschäftigte sich in seiner Diss. B mit Widersprüchen im politischen System des Sozialismus. Zwischen 1985 und 1988 nahm er an einem Forschungsprojekt zur Analyse von Reformen in Wirtschaft und Staat teil\, das von Uwe-Jens Heuer geleitet wurde\, und initiierte zusammen mit Michael Brie 1987 das Forschungsprojekt „Moderner Sozialismus“. Gemeinsam mit Rechtswissenschaftlern wie Heuer versuchte er in der DDR die akademische Disziplin Politikwissenschaft zu gründen\, was aber erst Ende 1989 gelang. Nach 1990 hatte er Professuren für Vergleichende Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität\, an der Karls-Universität Prag und ab 2005 an der Wiener Hauptuni inne. Seit 2008 ist er Mitglied der Leibniz-Sozietät.
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SUMMARY:AK Vormärz und 1848
DESCRIPTION:Lesung und Diskussion: \nAkteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution von 1848/49\, Band 7\nDie Herausgeber des Bandes 7 der Reihe „Akteure eines Umbruchs“ stellen im Rahmen einer Veranstaltung des Friedhofs der Märzgefallenen am 25. Februar 2026 den vor einem Jahr erschienen neuen Band der Biografien von Männern und Frauen der Revolution von 1848/49 vor. \nOrt: Alte Feuerwache – Kulturhaus Friedrichshain\, Marchlewskistraße 6\, 10243 Berlin \nBeginn: 19 Uhr \nlink zur Veranstaltung: https://www.friedhof-der-maerzgefallenen.de/veranstaltung/lesung-diskussion-akteure-eines-umbruchs-2026/
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SUMMARY:Arbeitskreis Wissenschaftsgeschichte
DESCRIPTION:Ulrich Busch (MLS) \nZum interdisziplinären Gebrauch und Transfer von Begriffen am Beispiel der Ökonomie \nDie Veranstaltung findet im hybriden Formst statt. Für den Erhalt der Zoom-Daten richten Sie bitte eine Mail an g.hassler@leibnizsozietaet.de \nAbstract: \nDer Vortrag thematisiert die disziplinäre Einordnung und die historische Entwicklung der Ökonomie/Ökonomik. Dabei wird auf die enge Beziehung zwischen den Wirtschafts- und den Sozial- sowie Rechtswissenschaften hingewiesen. Ein ökonomisches Denken gibt es\, seitdem es Wirtschaft gibt\, also seit der ersten Zeitenwende im Neolithikum. Dieses war jedoch vorwissenschaftlich und mythologisch geprägt. Im Mittelalter gewannen Philosophie und Theologie Einfluss auf das ökonomische Denken und Vokabular. Mit der zweiten Zeitenwende\, der kopernikanischen\, bildete sich im Verlaufe des 16./17. Jh. die kapitalistische Produktionsweise heraus. Mit ihr formte sich die Ökonomie erstmals als eigenständige Wissenschaftsdisziplin. Die ersten Ökonomen aber waren Kaufleute\, also Praktiker des Geldverdienens. Methodik\, Denkstil und Terminologie wurden aus anderen Disziplinen transferiert; die Mathematik wurde zur „Sprache“ der Ökonomie und die aus der Mythologie\, Theologie und Metaphysik stammenden Paradigmen\, Normative und Termini wurden eliminiert. Im 19./20. Jh. wurde die Ökonomie zur dominanten Disziplin. Mithin wurden ihre Logik\, Methodik und Begrifflichkeit für Politik und Gesellschaft bestimmend. Dies hat Konsequenzen für die „große Erzählung“ der Zeitgeschichte\, das Denken (auch anderer Disziplinen) und die Alltagssprache\, wie sich an ausgewählten Beispielen belegen lässt. \nUlrich Busch studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Finanzökonomie\, wurde 1976 zum Dr. oec. promoviert und habilitierte sich 1984 auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft. 1987 wurde er zum ord. Dozenten für Politische Ökonomie berufen. Nach 1990 wirkte er aktiv an der Umstrukturierung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität mit. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war er als Dozent und Leiter wissenschaftlicher Projekte an der Humboldt-Universität\, der Technischen Universität Berlin sowie an anderen Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie im privaten Bankwesen tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Geldtheorie\, Transformation sowie ökonomische Aspekte der deutschen Vereinigung.
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SUMMARY:Klassensitzung Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Sozial- und Gesietswissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://us06web.zoom.us/j/82674790999?pwd=phmd6Osv4zMumaMIaVFPOfFEF7r8Nl.1\nMeeting-ID: 826 7479 0999 – Kenncode 536547 \n\n\n\nVortrag \nProf. Dr. Bernhard Weisser\nErmöglichungsstrukturen im 21. Jahrhundert. Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur und die Numismatik \nAbstract: \nSeit 2007 gibt es den Interaktiven Katalog des Münzkabinetts (ikmk.smb.museum)\, seit 2021 das internationale Netzwerk ikmk.net\, das mittlerweile über 50 numismatische Sammlungen enthält. Für die Numismatik ist weniger das einzelne Objekt relevant als das Objekt in seinen Kontexten wie Stempelverbindung\, Typ\, Münzstätte\, Münzfuß oder Chronologie. Da sich die Numismatik mit seriellen Objekten wie Münzen und Medaillen befasst\, gibt es seit Jahren erfolgreiche internationale Bestrebungen\, die Forschungsdaten so zu organisieren\, dass sie sammlungsübergreifend nutzbar sind und fachübergreifend kontextualisiert werden können. Erstmals bestehen die technischen Voraussetzungen\, selbst große Münzsammlungen wie die des Münzkabinetts Berlin mit über 540.000 Objekten zu veröffentlichen. Mit Unternehmen wie dem ikmk.net gilt die Numismatik im Bereich der digitalen Transformation als beispielgebend\, wie sich ein Fach als eine Art Graswurzelbewegung entlang seiner Bedürfnisse selbst organisieren kann. \nVita:\nBernhard Weisser wurde 1996 in München bei Paul Zanker promoviert. Für seine Dissertation „Die kaiserzeitliche Münzprägung von Pergamon“ erhielt er das ganzjährige Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts\, das ihn einmal um das Mittelmeer führte. Seit April 1996 ist er am Münzkabinett der Staatlichen Museen angestellt\, seit 2015 als dessen Direktor. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind die antiken Münzen bis in das späte 3. Jh. n. Chr. Eine große Rolle spielt für ihn die digitale Veröffentlichung und Kontextualisierung. Seit 1998 erfüllt er Lehraufträge an der Humboldt-Universität und ist 2009 zum Honorarprofessor ernannt worden.
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SUMMARY:Plenum
DESCRIPTION:Plenum der Leibniz-Sozietät im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63706274259?pwd=Vm9HNYoRwdxhdOifKbqe358OD7tlso.1\nMeeting-ID: 637 0627 4259 \n\nVortrag: \nRaiko Krauß (MLS) \nDer ambivalente Umgang mit historisch gewachsenen anthropologischen Sammlungen in Zeiten der post-kolonialen Debatte \nAbstract: \nDer Umgang mit menschlichen Überresten ist emotional aufgeladen. Wahrscheinlich war das schon immer so und die Gründe dafür liegen in der Natur des Menschen\, der zur Empathie fähig ist und über ein Bewusstsein für seinen Körper und Jenseitsvorstellungen verfügt. Man kann allerdings feststellen\, dass Menschen weniger emotional reagieren\, wenn es sich um sehr alte Skelettreste aus archäologischen Zusammenhängen handelt. Im Rahmen der postkolonialen Debatte sind menschliche Überreste der große Streitpunkt\, gelten sie doch als Zeugnisse der Aneignung über fremde Körper\, über den Tod der Personen hinaus. Die Aufteilung der Welt unter einigen wenigen europäischen Mächten im Zuge der Großen Geographischen Entdeckungen resultierte in einer Ausbeutung der in Besitz genommenen Länder und Unterwerfung der Bevölkerung\, vielfach bis zu deren vollständiger Vernichtung. Die Inbesitznahme der Welt durch die Europäer war die Voraussetzung für die Entstehung von anthropologischen Sammlungen mit Skeletten vom gesamten Globus. Insofern rücken heutzutage auch die Gründe für das Zustandekommen von anthropologischen Sammlungen\, welche in den allermeisten Fällen ein wissenschaftliches Interesse war\, in den Vordergrund. Im Frühjahr 2025 konnte die Berliner Gesellschaft für Anthropologie\, Ethnologie und Urgeschichte zu einer internationalen Konferenz einladen\, auf der der zukünftige Umgang mit menschlichen Überresten aus historisch gewachsenen Sammlungen thematisiert wurde. Im Vortrag werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Zusammenkunft vorgestellt. Damit wird gleichzeitig ein Einblick in die Problematik anthropologischer Sammlungen gegeben. \nVita: \nRaiko Krauß (*1973) studierte von 1994 bis 2000 Ur- und Frühgeschichte sowie Klassische Archäologie. Außerdem belegte er Kurse in Philosophie\, Klassische Philologie sowie Vergleichende und Indogermanische Sprachwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und an der Freien Universität Berlin. 2004 schloss er seine Promotion in Prähistorischer Archäologie an der Freien Universität Berlin ab. Nach einer Redaktionstätigkeit für das Sächsische Landesamt für Archäologie in Dresden und einem Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts forschte er von 2005 bis 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts sowie als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Seit 2008 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhardt Karls Universität Tübingen. 2015 erfolgte die Habilitation an dieser Universität sowie die Zuerkennung der Venia Legendi für das Fach „Ur- und Frühgeschichte“. Seit 2018 ist Raiko Krauß außerplanmäßiger Professor für Mittel- und Südosteuropäische Ur- und Frühgeschichte in Tübingen. In den folgenden Jahren erfuhr seine Forschungstätigkeit eine Förderung im Rahmen des Heisenberg-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
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SUMMARY:Klassensitzung Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften
DESCRIPTION:Sitzung der Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften im \nRathaus Friedrichshagen\, Historischer Ratssaal\, Bölschestr. 87\, 12587 Berlin \nDie Sitzung findet als Hybrid-Veranstaltung (Präsenz und Zoom) statt. Der Zoom-Link ist folgender:\nhttps://tu-darmstadt.zoom-x.de/j/63706274259?pwd=Vm9HNYoRwdxhdOifKbqe358OD7tlso.1\nMeeting-ID: 637 0627 4259 \n\nMit der Sitzung ehrt die Klasse für Naturwissenschaften und Technikwissenschaften der Leibniz-Sozietät ihre Mitglieder Karl-Heinz Bernhardt und Dietrich Spänkuch zum 90. Geburtstag. \nVortrag: \nProf. Dr. Klaus Dethloff (MLS) \nUrsachen und Unsicherheiten des Klimawandels – Die letzten 90 Jahre \nAbstract: \nAuf der Basis der Reanalysedaten ERA5 1940 bis 2025 werden die Veränderungen der letzten neun Jahrzehnte im Klimasystem der Erde analysiert\, die durch komplexe nichtlineare Wechselwirkungen bestimmt sind. Um das komplizierte Zusammenspiel von Änderungen in der Konzentration von Treibhausgasen und Aerosolen mit dynamischen Variabilitätsmoden des Systems zu beschreiben\, werden Ensemblesimulationen mit Erdsystemmodellen verwendet. Der Vergleich dieser Simulationen mit der Realität bestätigt die bedeutende Rolle von Treibhausgaszunahmen bei der arktischen Erwärmung. Neben der tropischen Anregung planetarer Variabilitätsmoden beeinflussen auch gekoppelte tropo- und stratosphärische Prozesse der Arktis die nordhemisphärischen Telekonnektionsmuster. Diese führen zu Änderungen der dominierenden atmosphärischen Zirkulationsregime und bestimmen den Klimawandel. Die gegenwärtig besten Modelle unterschätzen die intern generierte Variabilität und müssen durch datenbasierte Parametrisierungen verbessert werden\, um die bestehenden Unsicherheiten der Zukunftsszenarien zu reduzieren. \nVita: \nKlaus Dethloff (MLS seit 2016) wurde 1950 in Kämmerich\, Mecklenburg geboren. Nach seinem Physikstudium 1968 bis 1973 an der Universität Rostock wurde er Forschungsstudent am ZISTP der Akademie der Wissenschaften der DDR in Kühlungsborn und promovierte 1979 in theoretischer Physik mit der Arbeit „Zur Bestimmung der zonalen Zirkulation der Tropo- und Stratosphäre auf der Grundlage der Impuls-Wärmequellen“. Ab 1992 baute er die Atmosphärenmodellierung an der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener Instituts (AWI) Bremerhaven auf und habilitierte sich an der Sektion Physik der Humboldt-Universität zu Berlin. 1997 wurde er Professor für Atmosphärenphysik am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam. Von 1997 bis 2016 arbeitete er als Sektionsleiter „Atmosphärische Zirkulationen“ am AWI Potsdam und installierte das internationale  MOSAiC Projekt eines driftenden Eisobservatoriums\, an dessen Realisierung er in den Jahren 2019 bis 2020 als Koleiter beteiligt war. \nDie Laudationen für die beiden Jubilare werden von Nina Hager (MLS) für Karl-Heinz Bernhardt und Olaf Hellmuth (MLS) für Dietrich Spänkuch gehalten.
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SUMMARY:Geschäftssitzung (nicht öffentlich)
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SUMMARY:Plenum: Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Hermann Klenner
DESCRIPTION:Die Veranstaltung zu Ehren des 100. Geburtstages unseres Mitglieds Prof. Dr. Herrmann Klenner findet im Restaurant „Hoftheke“ im Erdgeschoss des Alten Rathauses in Friedrichshagen statt und wird zeitgleich übertragen via Zoom:\nhttps://us06web.zoom.us/j/83386571710?pwd=7srqc11h1AoqjjWNmvjhzYsqfnD1og.1\nMeeting-ID: 833 8657 1710\nKenncode: 534488 \nVoraussichtliche Abfolge: \nEröffnung durch die Präsidentin\nVolkmar Schöneburg: „Der Rechtsstaat – ein Mythos?“ (Wissenschaftlicher Beitrag) (30 Minuten\, vorgetragen durch Dieter Segert)\nHorst Klinkmann: Laudatio (15 min)\nChristiane Rößler: Würdigung (10 Min) \nHermann Klenner: Antwort des Geehrten \nAb 12 Uhr: Sekt-Empfang im Ratskeller.
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DESCRIPTION:Reinhard Witzlau (Gransee) \nDie Feuertaufe für den Zeigertelegrafen von Werner von Siemens und Johann Georg Halske im Jahr 1849
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SUMMARY:Klassensitzung Sozial- und Geisteswissenschaften
DESCRIPTION:Die Sitzung findet als hybride Veranstaltung statt: vor Ort in Friedrichshagen und online via Zoom:\nhttps://us06web.zoom.us/j/85022259565?pwd=ZZz97PHzIDJSUerUsY1ZvOFATlfcVn.1\nMeeting-ID 8502225 9565\nKenncode 522517 \n————————————————– \nAndreas Novy (WU Wien) \nKlimafreundliche Transformationspfade und ihre Feinde\nDer Vortrag beschreibt die klimafreundlichen Transformationspfade\, wie sie im Rahmen des Zweiten Österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel erarbeitet wurden. Er zeigt\, wie Klimapolitik aktuell von reaktionären rechten Bewegungen für einen Kulturkampf missbraucht wird. Umso wichtiger ist eine Mehr-als-Klimapolitik\, die ein gutes Leben für alle innerhalb planetarer Grenzen anstrebt. Dazu braucht es breite\, unkonventionelle Bündnisse\, die Klassen und Milieus verbindet\, um den weiteren Aufstieg der Allianz aus Neoliberalismus und demokratie- und wissenschaftsfeindlichem Traditionalismus zu verhindern \n Andreas Novy ist Sozioökonom\, Leiter des Instituts für räumliche und sozialökologische Transformationen an der Wirtschaftsuniversität Wien\, Präsident der International Karl Polanyi Society und Coordinating Lead Author des Kapitels „Transformationspfade“ im 2. Österreichischen Sachstandsbericht Klimawandel (AAR2). Er forscht zu Fragen der sozialökologischen Transformation\, der Internationalen Politischen Ökonomie sowie der Stadt- und Regionalentwicklung. In Forschung und Lehre zeigt er\, dass Wirtschaften kein Selbstzweck sein darf. Bei „Zukunftsfähigem Wirtschaften“ geht es darum\, ein gutes Leben für alle innerhalb planetarer Grenzen zu ermöglichen. Deshalb braucht es eine grundlegende Transformation unserer Art zu wirtschaften\, zu leben und zu arbeiten.
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