Arbeitskreise

 

Arbeitskreis Allgemeine Technologie
(gegründet im Oktober 2001)

Leiter/Sprecher:
– Professor Dr. Ernst-Otto Reher
– Professor Dr. Gerhard Banse

Kurzbeschreibung von Gegenstand und Aufgaben

Technologie ist nach altem Begriff zu verstehen als logos, die Lehre von techné, der Kunst, etwas zu produzieren oder, allgemeiner ausgedrückt, etwas hervorzubringen und zu gestalten. Die spätere Gewerbekunde hat sich auf die Produktionstätigkeit, auf die wissenschaftliche Darstellung, die Beschreibung und Erklärung der in verschiedenen Gewerben vorkommenden Apparate, Werkzeuge und Verfahrensweisen ausgerichtet. Heute zeigt sich die Technologie in so vielfältiger Gestalt, dass der Versuch einer allgemeinen Systematisierung in Form einer Allgemeinen Technologie wohl angebracht ist (http://de.wikipedia.org/wiki/Technologie).
Die Aufgabe, die dazu angemessen erscheint, ist die Suche nach bzw. die Darstellung der allgemeinen Prinzipien der Technologie – Prinzipien, in die sich die verschiedensten Gesichtspunkte der heutigen Entwicklung einordnen, Prinzipien, die dadurch gekennzeichnet sind, ein Fundament der zukünftigen Entwicklung zu bilden. Daran wirkt der AK mit, denn Allgemeine Technologie ist – trotz zahlreicher Einsichten – immer noch mehr ein Programm denn ein aus- bzw. durchgearbeitetes Konzept.

Das Konzept „Allgemeine Technologie“ geht auf Überlegungen von Johannes Beckmann aus dem Jahre 1806 zurück. Ausführliche Darstellungen sind
– Günter Ropohl: Allgemeine Technologie. Eine Systemtheorie der Technik. 3., überarb. Aufl. Karlsruhe 2009;
– Horst Wolffgramm: Allgemeine Techniklehre. 4 Bde. Hildesheim 1994 – 1997

 

Arbeitsweise
Der Arbeitskreis vereint sowohl Mitglieder beider Klassen der Leibniz-Sozietät als auch Nicht-Mitglieder. Er konzentriert sich in seiner Arbeit vor allem auf auf die inhaltliche wie organisatorische Vorbereitung, öffentliche Durchführung und publizistische Nachbereitung von Symposien zu ausgewählten Problemstellungen der Allgemeinen Technologie im Zwei- bis Drei-Jahresrhythmus. Dabei wirkt er mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Forschungszentrums Karlsruhe (KIT) – vormals Forschungszentrum Karsruhe – und zunehmend mit dem Leibniz-Institut für Interdisziplinäre Studien e.V. (LIFIS) zusammen.

Publikationen und weitere Aktivitäten

 

 

 

Arbeitskreis Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum- und Astrowissenschaften
(AK GeoMUWA):

Sprecher:
Prof. Dr. Heinz Kautzleben

Im Arbeitskreis Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum- und Astrowissenschaften wirken die Mitglieder der Leibniz-Sozietät (AbK.: MLS), deren Arbeits- und Interessengebiete den genannten Wissenschaftsgebieten zugeordnet werden können, zusammen, um die Wissenschaft auf akademiespezifische Weise zu fördern.
Der Arbeitskreis wurde im Jahre 2001 gegründet. Er lädt alle fachlich interessierten Wissenschaftler zur Mitwirkung ein. Seit dem Jahre 2007 werden viele Veranstaltungen, die vom Arbeitskreis organisiert werden, durch weitere wissenschaftlichen Gesellschaften unterstützt.
Der Arbeitskreis organisiert Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen zu aktuellen Themen seiner Wissenschaftsgebiete, häufig aus Anlass von Jubiläen, immer als „Wortmeldung“ der Leibniz-Sozietät. Alle Veranstaltungen sind für sachkundige Interessenten zugänglich.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird aus Eigenmitteln der Leibniz-Sozietät, durch Spenden von Freunden der Sozietät, z. T. durch Projektfördermittel des Berliner Wissenschaftssenators finanziert. Seit dem Jahre 2006 werden zu allen Veranstaltungen elektronische Dokumentationen zusammengestellt. Diese sind Arbeitsmittel der Leibniz-Sozietät. Kopien können jedoch auch interessierten Nichtmitgliedern für ihren persönlichen Gebrauch zur Verfügung gestellt werden.
Anfragen an: kautzleben@t-online.de 

 

 

Übersicht der wissenschaftlichen Veranstaltungen,
die bisher vom Arbeitskreis Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum- und Astrowissenschaften der Leibniz-Sozietät organisiert bzw. unterstützt wurden

 

 

 

Arbeitskreis Gesellschaftsanalyse und Klassen
(gegründet 2007):

Leiter / Sprecher:
– Professor Dr. Helmut Steiner (2007– 2008)
– Dr. Michael Thomas (seit 2009)

Kurzbeschreibung

Mit der Themenformulierung nimmt der Arbeitskreis in historischer wie gegenwartsbezogener Perspektive Bezug auf übergreifende Entwicklungsprobleme moderner Gesellschaften. Ziel ist sowohl deren jeweilige analytische Durchdringung (Gesellschaftsanalyse) wie die spezifische Orientierung auf Akteure und Subjekte der Veränderung, für die ein – nicht eingrenzend zu verstehender – soziologischer Kernbegriff gewählt wurde: Klassen. Die thematische Orientierung ermöglicht und stimuliert eine breite interdisziplinäre Beteiligung und die Behandlung sowohl von grundlagentheoretischen als auch von anwendungsorientierten Problemen.

Arbeitsweise

Der Arbeitskreis versteht sich von Anfang als ein offenes Diskussionsforum.Er sucht innerhalb der Sozietät den Kontakt mit Kollegen aus anderen Fachgebieten, und an den Veranstaltungen nehmen regelmäßig auch Nicht-Mitglieder teil. Neben dem interdisziplinären Aspekt ist dieser breite Austausch ein wichtiger Grund für die Lebendigkeit des Arbeitskreises. Der Arbeitskreis ist nur im Mindestmaß formal organisiert und trifft sich in der Regel alle zwei Monate zu Diskussionen in der Form von Workshops. Über einen Zeitraum von einem Semester/einem Jahr wird jeweils ein übergreifendes Thema behandelt.; Diskussionsgrundlage sind dazu vorgestellte Manuskripte, Studien oder gegebenenfalls auch Erfahrungsberichte. Der Arbeitskreis ist natürlich für die Sozietät insgesamt offen und sucht hier den thematischen Austausch. Durch die Mitarbeit gibt es stabile Kontakte zu verschiedenen Universitäten (Frankfurt/O, Jena, Potsdam), zur Rosa-Luxemburg-Stiftung und einzelnen Forschungsinstituten, über Jahre mit dem Netzwerk Ostdeutschlandforschung.

Publikationen und Veranstaltungen

 

 

Arbeitskreis ‚Prinzip Einfachheit‘
(gegründet April 2010):

 

Leitung:
– Professorin Dr. Erdmute Sommerfeld (Sprecherin),
– Professor Dr. Herbert Hörz,
– Professor Dr. Werner Krause

Kurzbeschreibung von Gegenstand und Aufgaben:

Ist Einfachheit ein universelles Prinzip der Wirkung, ein universelles Prinzip zum Erkennen und ein universelles Prinzip zum Gestalten? Ist es ein universelles Prinzip in der Natur – und möglicherweise auch in der Gesellschaft?

Wenn ja:

  • In welchen Funktionen, Strukturen, Prozessen, Regeln oder Gesetzen und unter welchen Bedingungen äußert sich das Einfachheitsprinzip und wie ist es zu begründen?
  • Welche Rolle spielt das Einfachheitsprinzip bei der Be- und Verwertung von Erkenntnissen?
  • Welche Voraussetzungen für Einfachheit haben sich entwickelt, entwickeln sich und werden geschaffen und wie sehen die Prozesse der Entwicklung und Schaffung von Voraussetzungen für Einfachheit aus?

Zur Beantwortung dieser Fragen suchen wir Belege für Gemeinsamkeiten in unterschiedlichen Disziplinen und Belege für Unterschiede zwischen den Disziplinen. Die umfangreiche Literatur zum Thema gibt unterschiedliche Antworten.

Arbeitsweise

Die Sitzungen mit wissenschaftlichen Vorträgen sind öffentlich. Sie finden halbjährlich (in der Regel im März und Oktober) statt.

Das Anliegen besteht darin, theoretische Ansätze und empirische Befunde sowie differenzierende und integrierende Gedanken zum Prinzip Einfachheit mit Mitgliedern beider Klassen der Leibniz-Sozietät und mit Gästen zu diskutieren.

Gründungsveranstaltung

Am 8. April 2010 fand als Auftaktveranstaltung für die Gründung des Arbeitskreises eine ganztägige wissenschaftliche Plenarveranstaltung statt. Es wurden die folgenden Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen gehalten:
– Herbert Hörz: „Philosophischer Reduktionismus oder wissenschaftlich berechtigte     Reduktionen? Zu den erkenntnistheoretischen Grundlagen des Prinzips Einfachheit“
– Werner Krause „Einfachheit und menschliche Informationsverarbeitung?“
– Sabine Müller: „Einfachheit biochemischer Komplexität – ein Widerspruch?“
– Rainer Schimming: „Optimierung von Erkenntnis: Einfachheit, Einheitlichkeit, Anschaulichkeit“
– John Erpenbeck: „Vereinfachung durch Komplexität. Persönlichkeitseigenschaften und Kompetenzen“
– Gerhard Banse: „Nicht so exakt wie möglich, sondern so genau wie nötig. Das Einfachheitsprinzip in den Technikwissenschaften“
– Hans-Otto Dill: „Einfachheit versus Komplexität in Literatur, Kunst und Wissenschaft“
– Erdmute Sommerfeld: „Einfachheit – ein Grundprinzip in den unterschiedlichsten Disziplinen? Anregungen zur interdisziplinären Diskussion“

Die Vorträge sind alle in erweiterter Form im Band 108 der „Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät“ publiziert (Thematischer Band „Einfachheit als Wirk-, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip“). Von Karl-Heinz Bernhardt, Wolfgang Eichhorn, Klaus Fuchs-Kittowski, Wolfdietrich Hartung und Lothar Kolditz wurden Diskussionsbeiträge zur Publikation eingereicht. Sie sind ebenfalls in diesem Band enthalten.

Bisherige wissenschaftliche Sitzungen des Arbeitskreises

25.11.2010: Vortrag Karl-Heinz Bernhardt „Einfachheit und Komplexität im Klimasystem der Erde“.
24.03.2011: Vortrag Roswitha März „Schöne Einfachheit als (VER)FÜHRUNG in der Mathematik“
13.10.2011 (gleichzeitig wissenschaftliche Plenarveranstaltung): Vortrag Helmut Moritz „Über G. Chaitin: Von der Metamathematik zur Metabiologie. Ein Beitrag zur Wirkung Leibnizscher Ideen“
22.03.2012: Vortrag Werner Ebeling „Ist Evolution vom Einfachen zum Komplexen gerichtet? – Über Emergenz und Werte“
25.10.2012: Vortrag Helga E. Hörz „Ist Feminismus Reduktionismus?“
21.03.2013: Vortrag Lutz-Günther Fleischer „Informationen und Entropien: Komplexe Werk- und Denkzeuge des Prinzips Einfachheit“
24.10.2013: Vortrag Hermann Klenner „Einfachheit in Rechtswissenschaft und Rechtspraxis: Plurimae leges – corruptissima res publica?“
27.03.2014: Vortrag Dietmar Linke „Einfachheit in der Chemie? – Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren! – Oder doch nicht ganz?“
20.11.2014: Vortrag Charles Coutelle „Die verführerische Illusion ‚einfacher‘ Konzepte – Kritische Betrachtungen zum Prinzip Einfachheit an Hand von Beispielen aus der Molekularbiologie und Medizin-“
26.03.2015: Vortrag Dieter B. Herrmann „Sind die Standardmodelle der Kosmologie und Elementarteilchenphysik falsch, weil sie nicht einfach genug sind?“
22.10.2015: Vortrag Heidemarie Salevsky und Ina Müller „Das Sensitivitätsmodell Prof. Vester® – ein einfaches Programm zur Lösung komplexer Probleme (mit Anwendungsbeispielen aus der Translatologie)“
24.03.2016:
 Vortrag Rainer Schimming „Kann man Einfachheit messen?“ 27.10.2016: Vortrag Franz Prüß Einfachheit in der Pädagogik, insbesondere in der Didaktik
23.03.2017:
 Vortrag Alexander Unzicker (München): „Naturgesetze sind einfach – Evidenzen aus der Geschichte der Physik“

 

Kurzberichte dazu sind in Leibniz Intern Nr. 47, 50, 51, 54, 55 und 57 sowie auf der Homepage enthalten.
Fast alle Vorträge sind in erweiterter Form im Band 125/126 der „Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät publiziert, einschließlich eines Essays  zur relationalen Klassifikation elementarer Organisationsmerkmale emergenter dynamischer Systeme (Zweiter Thematischer Band „Einfachheit als Wirk-, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip“). Mit dieser Publikation wird an den ersten Thematischen Band zum Prinzip Einfachheit (Band 108 der „Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät)  angeknüpft.

Publikationen (Auswahl)

Sommerfeld, E.; Hörz, H.; Krause, W. (Hsg.): Einfachheit als Wirk-, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften; Bd. 108 (2010)
Hörz, H.; Krause, W.; Sommerfeld, E. (Hsg.): Einfachheit als Wirk-, Erkenntnis- und Gestaltungsprinzip. Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften; Bd. 125/126 (2016)

 

Aktueller Veranstaltungsplan

23.11.2017: Vortrag Prof. Dr. Thomas Naumann (Zeuthen): „Sind Schönheit und Einfachheit Kriterien der Wahrheit in der Physik?“  

s.a. „Die nächsten Termine“

 

 

 

Arbeitskreis „Vormärz- und 1848er Revolutionsforschung“

Gründung: Der Arbeitskreis entstand im November 1992 als Diskussionsrunde, an der sich etwa 20 Historikerinnen und Historiker beteiligten, die bis 1990 in der DDR mehrere Jahrzehnte auf den Gebieten Vormärz und 1848er Revolution geforscht und publiziert hatten. 2002 wurde die Gruppe auf unseren Antrag hin Arbeitskreis der Leibniz-Sozietät.

Leiter/Sprecher
Prof. Dr. Walter Schmidt

Gegenstand und Aufgaben

Wesentlicher Zweck der Bildung eines wissenschaftlichen Kommunikations- und Diskussionsforums zu Beginn der 1990er Jahre war, aus der – nach den Abwicklungen und der Verdrängung der meisten DDR-Forscher aus dem offiziellen Wissenschaftsbetrieb – drohenden Vereinzelung und wissenschaftlichen Isolierung herauszukommen und die eigenen Forschungen der einzelnen Wissenschaftler durch ständigen Meinungsaustausch zu fördern. In den ersten Jahren stand die kritische Analyse und Auseinandersetzung mit Leistungen wie Grenzen der historischen Forschungen auf genanntem Felde in der DDR im Vordergrund; zugleich wurden Vorträge von Mitgliedern und Gästen zur Vormärz- und Revolutionsgeschichte gehalten und neue Forschungsresultate einzelner Mitglieder der Runde vor deren Veröffentlichung diskutiert. Runde Geburtstage von Mitgliedern des Arbeitskreises und vor allem der 150. Jahrestag der Revolution von 1848/49 beförderten den etwa 1995 einsetzenden Übergang von anfänglichen Diskussionen zu eigenen wissenschaftlichen Veranstaltungen und Publikationen mit folgenden Resultaten: 1998 Vortragsserie der „Hellen Panke“ zum 150. Revolutionsjubiläum von 1848; drei Kolloquien anlässlich des Revolutionsjubiläums sowie von Geburtstagen 1998 erschien als erste selbständige Publikation des Arbeitskreises ein Sammelband. Seit 1998 konzentriert sich der Arbeitskreis auf die Fortsetzung der in der DDR begonnenen Erschließung von Biographien von „Männern der Revolution von 1848/49“, wobei wir besonderen Wert darauf legten, auch Frauenpersönlichkeiten einzubeziehen. Inzwischen sind dazu drei Bände erschienen, ferner das Protokoll einer Veranstaltung zum 160 Jahrestag der 1848er Revolution im Jahre 2008.

Arbeitsweise

Der Arbeitskreis vereint einzelne Mitglieder der Leibniz-Sozietät (gegenwärtig Jürgen Hofmann, Martin Hundt und Walter Schmidt, früher auch: Waltraud Seidel-Höppner und Helmut Bock, die sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzogen, und Helmut Bleiber, der verstarb) vor allem mit Historikern aus den neuen wie alten Bundesländern, die nicht der Sozietät angehören. Als Autoren unseres Hauptwerks, der „Männer und Frauen der Revolution von 1848/49“, sind weitere Historiker einbezogen, die zumeist fern von Berlin leben und arbeiten und nur selten an den Beratungen teilnehmen können.

Der Arbeitskreis tagt in der Regel 5-6 Mal im Jahr. Er führte bis Oktober 2012 insgesamt 86 Sitzungen durch. Im Zentrum stehen die geplanten jeweiligen Publikationen, die von Mitgliedern des Arbeitskreises herausgegeben werden, seit 1998 die Entwürfe von achtundvierziger Biografien. Diese Manuskripte werden an die Mitglieder verschickt und in den Beratungen diskutiert. Darüber hinaus stehen auch eingereichte Texte von Mitgliedern zur Diskussion, die in anderen Zusammenhängen publiziert werden, so in den letzten beiden Jahren u.a. etwa zur Geschichte der schlesischen Demokratie von 1848/49. Die Arbeit ist durchweg publikationsorientiert. Gegenwärtig befasst sich der Arbeitskreis vor allem mit der Druckvorbereitung von Band 4 der Männer und Frauen der Revolution von 1848/49.

Publikationen – Perspektive

Arbeitskreis Zeit und Evolution
gegründet 2001

Leiter:
Professor Dr. Herbert Hörz
Professor Dr. Rolf Löther

 Geschichte

Franz Halberg, Vater der Chronobiologie und Mitglied der Leibniz-Sozietät seit 2001, machte im Frühjahr 2001 in der Klasse Naturwissenschaften eine wissenschaftliche Mitteilung über seine Messungen von Zeitrhythmen mit Auswirkungen auf die Prognose und Therapie von Krankheiten. Das regte die Bildung des interdisziplinären Arbeitskreises „Zeitrhythmik“ unter Leitung von Herbert Hörz an, um Rhythmik und Zyklizität in Natur, Gesellschaft und menschlichem Verhalten zu untersuchen. Im November 2003 fand eine Sitzung zu Zeit und Evolution des Lebendigen gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Evolutionsforschung als Rekonstruktion der Vergangenheit“ (Leitung: Rolf Löther) statt. Beide vereinigten sich danach zum Arbeitskreis „Zeit und Evolution“.

Nachdem die Thematik im Rahmen des in der Sozietät verfügbaren Potenzials abgearbeitet war, wurde 2007 die mehrjährige kontinuierliche und fruchtbare Arbeit des Arbeitskreises beendet.

Kurzbeschreibung von Gegenstand und Aufgaben

Der Arbeitskreis befasste sich mit der zeitlichen Dauer, Ordnung und Richtung des Geschehens in Natur, Mensch und Gesellschaft, ihrer subjektiven Wahrnehmung und ihrer wissenschaftlichen Erforschung. Zeitverständnis, Zeitmessung und die relative und absolute (numerische) Datierung der Vergangenheit in Geschichte und Gegenwart waren Gegenstand von Tagungen. Es ging um die Zyklizität und Gerichtetheit der Entwicklung in Natur und Gesellschaft, die sich wesentlich durch die Rekonstruktion der Vergangenheit, d.h. der kosmischen Evolution, der Erd- und Lebensgeschichte und der Menschengeschichte mit ihren zeitlichen Charakteristika. von kosmisch-physikalischer, irdischer, gesellschaftsgeschichtlich-kultureller und individuellen Zeitdimension erschließt. Weltanschauliche Auseinandersetzungen um Zeitbestimmungen waren zu thematisieren. Das Verhältnis von Kreationismus und Darwinismus wurde ebenso diskutiert wie die Evolution von Geschlechterrollen. Unter konkret-historischen natürlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nutzen Menschen die ihnen zur Verfügung stehende Zeit auf verschiedene Weise. Kenntnis der Vergangenheit kann helfen, die Zukunft zu gestalten. Das war zu analysieren.

 

Arbeitsweise

Der Arbeitskreis vereinte sowohl Mitglieder beider Klassen der Leibniz-Sozietät als auch Nicht-Mitglieder. Jährlich fanden zwei gründlich vorbereitete Sitzungen zu einem Thema statt. Erkenntnisse zu Zeitrhythmik und Evolution wurden so aus Geologie, Meteorologie, Biologie, Medizin, Philosophie und Gesellschaftstheorie jeweils in einem einleitenden Vortrag vorgestellt, der dann zu fruchtbaren Diskussionen des interdisziplinär zusammengesetzten Teilnehmerkreises führte. In Leibniz-Intern erschienen ausführliche Berichte über die Inhalte der Vorträge und die entsprechende Diskussion.

 

Literatur:

Leibniz-Sozietät e. V. Geschichte, Leistungen, Perspektiven einer Wissenschaftsakademie sui generis. Berlin 2004, S. 20

Franz Halberg im Treffpunkt Alltagsphysik-Alltagsphysiologie-Alltagsökologie

Autobiographie mit zeitgenössischer Wertung mit Othild Schwartzkopff, Germaine Cornélissen, Herbert Hörz, Wolfdietrich Hartung. In: Leibniz-online 07/2010

Herbert Hörz, Franz Halberg und die Leibniz-Sozietät. Anmerkungen zu unserer philosophischen Debatte über Rhythmen und Zyklen. In: Leibniz-online 07/2010

 

 

Arbeitskreis Pädagogik
(gegründet 2000)

 

Leitung:
Professorin Dr. Christa Uhlig,
Professor Dr. Dieter Kirchhöfer,
Professor Dr. Bernd Meier (Sprecher)

 

Gegenstand und Aufgaben:

Im Mittelpunkt des Arbeitskreises steht die wissenschaftliche Reflektion und Analyse pädagogischer Phänomene und Prozesse in Theorie und Praxis. Der Arbeitskreis versteht es als seine vorrangige Aufgabe, pädagogische und bildungspolitische Entwicklungen kritisch zu begleiten und die Kompetenzen der Sozietät in gesellschaftliche Diskurse der Gegenwart einzubringen. Das Themenspektrum wird bewusst breit gehalten. Es reicht von verschiedenen Feldern pädagogischer Arbeit in Schule, Familie, Freizeit und Beruf bis hin zu bildungspolitischen, bildungsphilosophischen, anthropologischen, psychologischen, sozialen und historischen Aspekten pädagogischer Theorie und Praxis über alle Lebensphasen. Historisch-systematische Zugänge erhalten dabei ebenso Bedeutung wie transdisziplinäre und internationale Perspektiven.

 

Arbeitsweise

Der Arbeitskreis konzentriert sich auf die Konzipierung und Durchführung öffentlicher wissenschaftlicher Veranstaltungen (Tagungen, Kolloquien, Workshops) zu ausgewählten, wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanten Themen. Derartige Veranstaltungen werden jährlich und in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Institutionen organisiert. Für die Publikation von Tagungs- und Forschungsergebnissen steht die 2006 begründete Reihe „Gesellschaft und Erziehung – Historische und systematische Perspektiven“ (Verlag Peter Lang – Internationaler Verlag der Wissenschaften) zur Verfügung.

 

Bisherige Publikationen in der Reihe „Gesellschaft und Erziehung“:

Aktualisierte Publikationsliste 2006 bis 2016

Vorherige Publikationen des Arbeitskreises:

Bewahranstalt oder Kreativschule? Bildung in der frühen Kindheit in Deutschland im 20. Jahrhundert – Empirie, Theorie, Utopie. Hrsg. von Dieter Kirchhöfer u.a. Berlin, Trafo-Verl., 2004.

Kindheit in der DDR. Hrsg. von Dieter Kirchhöfer, Gerhart Neuner, Irmgard Steiner, Christa Uhlig. Frankfurt a.M., Verlag Peter Lang, 2003.

Soziale Befreiung- Emanzipation – Bildung: „das Jahrhundert des Kindes“ zwischen Hoffnung und Resignation. Hrsg. von Bodo Friedrich, Dieter Kirchhöfer, Gerhart Neuner, Christa Uhlig. Berlin, Trafo-Verl., 2001.

 

Kommission für Akademie- und Wissenschaftsgeschichte
(gegründet 2001)

Gründung:

Am 17. Mai 2001 konstituierte sich im Rahmen der Leibniz-Sozietät die »Kommission für Akademie- und Wissenschaftsgeschichte« als beratendes Organ des Präsidiums. Zum Vorsitzenden der Kommission berief  der damalige Präsident Herbert Hörz Herrn Bernhard vom Brocke (Marburg). Ihr gehören ferner an die Herren Wolfgang U. Eckart (Heidelberg), Christoph Friedrich (Marburg), Manfred Heinemann (Hannover), Hubert Laitko (Berlin) und Peter Schneck (Dresden). Mit seiner 2014 erfolgten Wahl zum Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften ist Herr Horst Kant (Berlin) neu in die Kommission aufgenommen worden.

Leiter:
Bernhard vom Brocke
Stellvertreter des Leiters: Hubert Laitko

Gegenstand, Aufgaben und Arbeitsweise:

Aufgabe der Kommission ist es, auf Anforderung des Präsidiums bzw. der Klassensekretare oder auch aus eigener Initiative Empfehlungen für die Berücksichtigung wissenschaftshistorischer und insbesondere akademiegeschichtlicher Themen und Akzente in der Arbeit der Klassen und des Plenums, in gesonderten Veranstaltungen und in der Publikationstätigkeit zu unterbreiten und im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der Umsetzung dieser Empfehlungen teilzunehmen.

Die Kommission beabsichtigt derzeit nicht, über ihre beratenden Aktivitäten hinaus eigenständige Forschungsvorhaben zu verfolgen, schließt aber die Möglichkeit künftig von ihr getragener Projekte nicht grundsätzlich aus. Der Umstand, dass ihre Mitglieder an weit voneinander entfernten Orten tätig sind, bedingt eine vorwiegend konsultative Arbeitsweise, wobei sich der Leiter in der Regel über mediale Kommunikation mit den Kommissionsmitgliedern austauscht. Eigene Kolloquien werden nur in Ausnahmefällen durchgeführt – so etwa 2003 zu Ehren des 70. Geburtstages unseres im Jahre 2000 verstorbenen Mitgliedes Conrad Grau, eines der bedeutendsten Akademiehistoriker seiner Zeit (Der Historiker Conrad Grau und die Akademiegeschichtsschreibung. Hg. von B. vom Brocke unter Mitarbeit von H. Laitko. Sb. Leibniz-Soz. Bd. 98 (2008), 244 S. – Neben den Vorträgen des Kolloquiums enthält der Band Ausführungen zur wissenschaftlichen Biographie Graus, ein Schriften- und Nachlassverzeichnis und von ihm selbst verfasste Arbeiten).

Vor allem wirkt die Kommission am wissenschaftlichen Leben der Sozietät mit, indem sie sich an der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung übergreifend organisierter Veranstaltungen beteiligt. Wichtige Beispiele waren die Jahreskonferenzen 2010 und 2011 der Sozietät (Akademie und Universität in historischer und aktueller Sicht: Arbeitsteilungen, Konkurrenzen, Kooperationen. Hg. von H. Hörz und H. Laitko. Abh. der Leibniz-Soz. Bd. 29. Berlin 2013; Akademische und außerakademische Forschung in Deutschland. Tendenzen und Zäsuren eines Jahrhunderts. Hg. von K.-H. Bernhardt und H. Laitko. Abh. der Leibniz-Soz. Bd. 34. Berlin 2013).

Publikationen (Auswahl):

Bernhard vom Brocke:
Im Großbetrieb der Wissenschaft. Adolf von Harnack als Wissenschaftsorganisator und Wissenschaftspolitiker – zwischen Preußischer Akademie und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. In: Sb. Leibniz-Soz. 45 (2001), H. 2, S. 59–144; Die Entstehung der deutschen Forschungsuniversität, ihre Blüte und Krise um 1900. In: Humboldt international. Der Export des deutschen Universitätsmodells im 19. und 20. Jahrhundert. Hg. von R. Ch. Schwinges. Basel 2001, S. 367–401; Diskussionsbeiträge zu: Die deutschen Akademien der Wissenschaften: Aufgaben, Herausforderungen, Perspektiven. 5. Symposion der deutschen Akademien der Wissenschaften. Hg.: Union der deutschen Akademien der Wissenschaften / Bayerische Akademie der Wissenschaften. Stuttgart 2001, S. 84–85, 192–193; Bildung und Wissenschaft als neue Produktivkräfte. In: Deutschland-Journal. Sonderausgabe Dokumentation zum Seminar am 17. Februar 2006 »Preußen und das preußische-deutsche Reich. Die Praxis des effizienten Staates«. Hamburg 2006, S. 57–89; Bevölkerungswissenschaft im nationalsozialistischen Deutschland. In: Demogaphie – Demokratie – Geschichte. Deutschland und Israel. Hrsg. von José Brunner (Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte XXXV [2007]). Göttingen 2007, S. 145–163; Friedrich Schmidt-Ott. Wissenschaft als Machtersatz. Preußisch-deutsche Wissenschaftspolitik zwischen Kaiserreich und Diktatur. Aus Anlaß des 50. Todestages. In. Dahlemer Archivgespräche. Bd. 12. Für das Archiv der Max-Planck-Gesellschaft hg. von Lorenz Friedrich Beck und Hubert Laitko. Berlin 2007, S. 153–188; Friedrich Paulsen, Friedrich Althoff und der Kultusbetrieb des Kaiserreichs. In: Friedrich Paulsen. Werk und Wirkung eines Gelehrten aus Nordfriesland. Hg. von Thomas Steensen. Husum 2010, S. 99-120, 8 Abb.; Wissenschaft und Universitäten – Wandel und Kontinuität – Abschied vom zweiten Jahrtausend. In: Brückenschlag. Hans-Jürgen Prien zum 75. Geburtstag. Hg. von Holger M. Meding. Berlin 2011, S. 259–288; „Exportschlager Humboldt?“ Preußische Hochschulpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. Kaiserreich und Weimarer Republik. In: Hochschulreformen früher und heute. Autonomie oder gesellschaftlicher Gestaltungsanspruch? Hg. von Rainer Pöppinghege/Dietmar Klenke. Essen 2011, S. 51–66; Berufungspolitik und Berufungspraxis im Deutschen Kaiserreich. In: Professorinnen und Professoren gewinnen. Zur Geschichte des Berufungswesens an den Universitäten Mitteleuropas. Hg. von Rainer Christoph Schwinges (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte). Basel 2011, S. 45–93; Karl Lamprecht (1856–1915). Leben und Werk im Kontext der Wissenschaftsentwicklung. Vortrag am 28.02.2014 in Schulpforta zum 100. Todestag. Erscheint in: Karl Lamprecht. Neue Wege in der Geschichtswissenschaft. Hg. von Jonas Flöter und Gerald Diesener. Leipzig 2015, im Druck; Friedrich Althoff. Annäherungen. Mosaiksteine zu einem Persönlichkeitsbild. Eröffnungsvortrag auf der Althoff-Tagung Dinslaken 20.–21. Oktober 2014. Erscheint 2015.


Wolfgang U. Eckart:
Medizin in der NS-Diktatur: Ideologien, Praxis, Folgen. Köln 2012; (Hg., mit M. Anderheiden): Handbuch Sterben und Menschenwürde. 3 Bde. Berlin 2012; Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin. Berlin 2013.

Christoph Friedrich:
(Hg., mit U. Vater): Die Entwicklung des Apothekenwesens in der DDR. Jena / Quedlinburg 2010; Forscher, Künstler, Unternehmer. Apothekerkarrieren aus vier Jahrhunderten. Eschborn 2012; (Hg., mit W.-D. Müller-Jahncke): Wissenschaftsdifferenzierung in der Pharmazie. Die Vorträge der Pharmaziehistorischen Biennale in Regensburg vom 20.–22. April 2012. Stuttgart 2013.

Manfred Heinemann:
Bildungsrecht schafft Bildungsräume. In: Regionen in der deutschen Staatenwelt. Bildungsräume und Transferprozesse im 19. Jh. Hg. von E. Fuchs, S. Kesper-Biermann und Ch. Ritzi. Bad Heilbrunn 2011, S. 157-187; Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) (1948 – 1981). In: Physik im Kalten Krieg. Beiträge zur Physikgeschichte während des Ost-West-Konflikts. Hg. von Ch. Forstner und D. Hoffmann. Wiesbaden 2013, S. 175-194: (Hg.): Technische Gymnasien. Themenheft der Zeitschrift Bildung und Erziehung 67 (2014) 1.

Horst Kant:
Integration und Segregation: Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg zwischen interdisziplinärem Verbund und Ensemble disziplinärer Institute. In: Interdisziplinarität und Institutionalisierung der Wissenschaft: Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2010. Hg. von K. Fischer, H. Laitko und H. Parthey. Berlin 2011, S. 175-197; (Hg., mit C. Reinhardt): 100 Jahre Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Institut für Chemie (Otto-Hahn-Institut). Facetten seiner Geschichte. Berlin 2012; Otto Hahn und die Erklärungen von Mainau (1955) und Göttingen (1957). In: Vom atomaren Patt zu einer von Atomwaffen freien Welt. Zum Gedenken an Klaus Fuchs. Hg. von G. Flach und K. Fuchs-Kittowski (Abh. der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften Bd. 32). Berlin 2012, S. 183-197; (mit J. Renn): Forschungserfolge und ihre Voraussetzungen in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und Max-Planck-Gesellschaft. In: Kreativität in der Forschung: Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2012. Hg. von Th. Heinze, H. Parthey, G. Spur und R. Wink. Berlin 2013, S. 141-155.

Hubert Laitko:
Theoria cum praxi – Anspruch und Wirklichkeit der Akademie. In: Sb. Leibniz-Soz. 45 (2001) H. 1, S. 1-58; Wissenschaftsgeschichte – Faszination der großen Erzählungen und Reiz des Singulären. In: Was ist Geschichte? Aktuelle Entwicklungstendenzen von Geschichtsphilosophie und Geschichtswissenschaft. Hg. von W. Eichhorn und W. Küttler (Abh. der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften Bd. 19). Berlin 2008, S. 267-294; Friedrich Althoff und seine Professoren oder die Dreieinigkeit von Information, Intuition und Supervision. In: Von Aufklärung bis Zweifel. Beiträge zu Philosophie, Geschichte und Philosophiegeschichte. Festschrift für Siegfried Wollgast. Hg. von G. Banse, H. Hörz und H. Liebscher (Abh. der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften Bd. 25). Berlin 2008, S. 189-228; Akademie und Universität in historischer und aktueller Sicht. In: Akademie und Universität in historischer und aktueller Sicht: Arbeitsteilungen. Konkurrenzen, Kooperationen. Jahreskonferenz der Leibniz-Sozietät 2010. Hg. von H. Hörz und H. Laitko (Abh. der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften Bd. 29). Berlin 2013, S. 13-86; Das Ambivalenzkonzept bei Carl Friedrich von Weizsäcker – Versuch einer Exegese. In: Carl Friedrich von Weizsäcker: Physik – Philosophie – Friedensforschung. Leopoldina-Symposium vom 20. bis 22. Juni 2012 in Halle (Saale). Hg. von K. Hentschel und D. Hoffmann. Acta Historica Leopoldina Nr. 63. Stuttgart 2014, S. 297-323; Das Harnack-Prinzip als institutionelles Markenzeichen: Faktisches und Symbolisches. In: „Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen“. Auf dem Weg zu einer Geschichte der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft. Hg. von D. Hoffmann, B. Kolboske und J. Renn. Berlin 2014, S. 133-191.

 

Arbeitskreis Toleranz

gegründet 2001
Leiter: Professor Dr. Lothar Ebner †(bis 2014)

Der Arbeitskreis Toleranz wurde 2001 auf Vorschlag von Lothar Ebner, MLS, Oranienburg, gegründet. Anlass für diesen Vorschlag war die widersprüchliche Rolle Oranienburgs einerseits als einer Stadt, in der in Brandenburg/Preußen der Toleranzgedanke des Edikts von Potsdam vom 29. Oktober 1685 wirksam war, geprägt vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm und seiner Gattin Louise Henriette, und andererseits als einer Stadt, die in Sachsenhausen mit dem Konzentrationslager die dunkelste Seite ihrer Geschichte offenbarte.

Lothar Ebner bat die Leibniz-Sozietät um Unterstützung eines Vorhabens „Toleranz“ und bot die Mitwirkung des von ihm geleiteten Mittelstandsverbandes Oberhavel an. Die Diskussionen in der Leibniz-Sozietät mit Siegfried Wollgast und Erich Hahn führten schließlich zu dem Vorschlag, in Oranienburg eine Toleranz-Konferenz durchzuführen, deren Vorbereitung von Seiten der Leibniz-Sozietät Siegfried Wollgast übernahm. Von vornherein war daran gedacht, die Gymnasien des Kreises Oberhavel mit einzubeziehen.

Die Zusammenkünfte des Arbeitskreises Toleranz, der von Lothar Ebner geleitet wurde, fanden in Oranienburg statt. Von der Leibniz-Sozietät nahmen Dieter Kirchhöfer und Lothar Kolditz regelmäßig an den Vorbesprechungen zu Aktivitäten des Arbeitskreises teil.

1. Toleranzkonferenz:
26. Oktober 2002
Thema: 
Toleranz: Ihre historische Genese, ihre Chancen und Grenzen im 21. Jahrhundert
[publiziert in: Siegfried Wollgast (Hg.): Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 56 (2002)].
Ihr Erfolg war ermutigend, so dass jährlich veranstaltete Konferenzen folgten.

2. Toleranzkonferenz
25. Oktober 2003
Thema:
Toleranz und ethnische Minderheiten in Deutschland und Europa
[publiziert in: Jörg Roesler (Hg.): Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 65 (2004)].

3. Toleranzkonferenz
23. Oktober 2004
Thema:
Toleranz im Spannungsfeld religiöser, sozialer und kultureller Pluralität
[publiziert in: Erich Hahn (Hg.): Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 77 (2005)].

4. Toleranzkonferenz
24. September 2005
Thema:
Geschichtliche Erfahrungen aus dem Wechselspiel der Religionen – Chancen für die Entfaltung von Toleranz?
[publiziert in: Siegfried Wollgast (Hg.): Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 84 (2006)].

5. Toleranzkonferenz
23. September 2006
Thema:
Toleranz in ökonomischen Prozessen und Verhältnissen
[publiziert in: Dieter Kirchhöfer (Hg.): Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, Bd. 91 (2007)].

6. Toleranzkonferenz
27. Oktober 2007
Thema:
Bildung und Toleranz
[publiziert in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften, Bd. 97 (2008), S. 5-54].

7. Toleranzkonferenz
1. November 2008
Thema:
Staat – Gehorsam – Toleranz.

8. Toleranzkonferenz
7. Juni 2009
Thema:
„Nachwachsende Rohstoffe“ – Ernährung versus Energie
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9. Toleranzkonferenz
6. November 2010
Thema
Wasser – Nutzung und Verwendung.

10. Toleranzkonferenz,
5. November 2011
Thema:
Toleranz und Umwelt – Toleranter Umgang mit der Natur – Philosophische, technische und ethische Fragen.

Zu den Toleranzkonferenzen 7 bis 10 wurden keine Sonderveröffentlichen vorgenommen. Im Band 33 der „Abhandlungen der Leibniz-Sozietät“ (Berlin 2013) Toleranz – gestern, heute, morgen. Beiträge der Oranienburger Toleranz-Konferenzen 2002 bis 2011 (herausgegeben von Gerhard Banse und Siegfried Wollgast) sind wesentliche Vorträge zusammengefasst.

Parallel zu den Toleranz-Konferenzen wurden Schüler-Kolloquien für die oberen Klassen der Gymnasien in Oberhavel veranstaltet, auf denen Mitglieder der Leibniz-Sozietät Vorträge zu Wissenschaftsthemen der Natur- und Technikwissenschaften sowie der Sozial- und Geisteswissenschaften hielten und mit den Schülern diskutierten.

Seit dem Tod von Lothar Ebner am 1. März 2014 ruht die Tätigkeit des Arbeitskreises. Diskussionen um eine geeignete Weiterführung sind im Gange.