Nekrolog auf das Mitglied der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät Prof. Dr. Ingeborg Rapoport

Ingeborg Rapoport war uns verbunden!

Nachruf auf Frau Professorin Dr. Ingeborg Syllm-Rapoport

Am 23.03.2017 ist Ingeborg Rapoport im Alter von 104 Jahren verstorben. Als renommierte Kinderärztin hat sie den hervorragenden Ruf der Berliner Charité mit begründet und dort den ersten Lehrstuhl für Pädiatrie/Neonatologie im europäischen Raum innegehabt.

Ingeborg Rapoport studierte Medizin in Hamburg und legte 1937 das Staatsexamen ab. Als Jüdin musste sie Deutschland ein Jahr später verlassen. Große Bewunderung wurde ihr vor zwei Jahren zuteil, als sie ihre Doktorarbeit aus dem Jahre 1938 an der Universität Hamburg endlich verteidigen konnte. In der Nazizeit hatte man ihr die Teilnahme an der abschließenden mündlichen Prüfung des Promotionsverfahrens wegen ihrer jüdischen Herkunft verweigert. Sie legte großen Wert darauf, die Arbeit zu verteidigen und den Titel nicht nachträglich geschenkt zu bekommen. Sie hatte sich auf die Prüfung gründlich vorbereitet, so dass die Prüfungskommission beeindruckt war von den Kenntnissen der Doktorandin über ihre Arbeit zum Thema Diphtherie, bis hin zu den neuesten molekularen Mechanismen der Erkrankung.

Inge Rapoport fühlte sich mit der Gründung und Entwicklung der Leibniz-Sozietät eng verbunden. Das beruhte vor allem auf ihrer Liebe zur Wissenschaft, der Achtung der wissenschaftlichen Traditionen der Brandenburger Gelehrtensozietät und des Wissens um die Bedeutung der Wissenschaft für die Gesellschaft. Darüber hinaus war sie familiär und freundschaftlich mit der Leibniz-Sozietät eng verbunden. Ihr Ehemann, der Biochemiker Samuel Mitja Rapoport, ist aus gutem Grund der Namensgeber des Kooperationspreises der Leibniz-Sozietät, denn er hat in der schwierigen Anfangszeit der Sozietät fünf Jahre lang (von 1993 bis 1998) erfolgreich als ihr Präsident gearbeitet. Ihr Sohn Tom Rapoport, Professor an der Harvard Universität, und viele ihrer Freunde und Bekannte sind aktive Mitglieder unserer Sozietät. Ingeborg Rapoport unterstützte die Arbeit der Sozietät als Mitglied der Stiftung der Freunde der Leibniz-Sozietät und war bis zuletzt interessiert am wissenschaftlichen Programm und den Aktivitäten der Sozietät.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Ingeborg und Mitja Rapoport würdigten die Leibniz-Sozietät und die Charité in einem gemeinsamen akademischen Festakt ihre herausragenden Leistungen.

Ingeborg Rapoport bleibt uns als Kollegin, Ärztin, Wissenschaftlerin und politische Mitstreiterin unvergessen.

Horst Klinkmann, Johann Gross, Gerhard Banse

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