Kolloquium des AK Geo-, Montan-, Umwelt-, Weltraum- und Astrowissenschaften: Bericht

Kolloquium über Leben und Werk von Hans Stille (1876-1966)

Herbsttreffen dAK GeoMUWA und Hans Stille Projekt

Durch die Initiative des Sprechers des AK GeoMUWA, Heinz Kautzleben, organisierten Heinz Kautzleben, Reinhard Greiling, Rainer Kind, Axel Müller, Celal Şengör und Reimar Seltmann ein abschließendes Kolloquium zu Hans Stille und seiner Bedeutung für die Entwicklung der Geotektonik in der Geologie sowie seiner Bedeutung für die AdW und ihres Geotektonischen Institutes.

3 Fotos Stille (Sengör, Folie 43)

Folie 43 aus dem Beitrag A. M. Celal Sengör

Anlass für das Projekt sind zwei ganz verschiedene bedeutende Jubiläen: zum einen – in der politischen Geschichte – das Ende des 2. Weltkrieges vor 70 Jahren, das zu tiefen Umbrüchen auch in der Akademie der Wissenschaften in Berlin geführt hat und zum andern – in der Wissenschaftsgeschichte – die Formulierung der „Neuen Globaltektonik“ oder „Plattentektonik“ in den 1960er Jahren.

Lutz-Günther Fleischer (MLS), der Sekretar der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften begann das Herbsttreffen mit einer Begrüßung und der Einführung des neu gewählten Mitgliedes der Leibniz-Sozietät Prof. Dr. A. M. Celal Şengör, Istanbul.

Heinz Kautzleben, MLS, setze das Kolloquium mit seinem Beitrag: „Anmerkungen zur Biographie von Hans Stille“ fort, in dem er den Lebenslauf und die bedeutendsten Leistungen dieses Wissenschaftlers und Mitglieds der AdW vorstellte. Neben Stilles wissenschaftlichen Errungenschaften erläuterte der Sprecher die besonderen Verdienste bei der Fortführung der AdW und der Gründung des Geotektonischen Institutes.

Einen besonderen Höhepunkt stellte der Beitrag des neuen Mitgliedes A. M.  Celal Sengör, MLS, dar: „Was von der Tektonik Stilles ist übriggeblieben?“. Darin zeigte er die große Bedeutung Stilles für den Fortschritt der Geotektonik, die aber durch die Zeitumstände kaum mehr bekannt ist.

Stilles Beziehungen zur Geologie und Geologen der Sowiet-Union präsentierte Dr. Irena G. Malakhova (Russian Academy of Sciences) in Ihrem Vortrag: „The Russian Trace of Wilhelm Hans Stille“. Sie präsentierte dabei bisher nicht oder wenig bekannte Fakten zu Stilles Reisen in verschiedene Gebiete Europas und Sibiriens.

Die weiteren geologisch-historischen Aspekte des Wirkens von Hans Stille waren dann Gegenstand der folgenden Präsentationen:

Axel Müller, MLS, „Hans Stille (1876 – 1966) über den Zusammenhang zwischen globaler Tektonik und Magmatismus“

Hennes Obermeyer, GEO, „Paradigmenentwicklung in politischen Spannungsfeldern“

Reinhard O. Greiling, MLS, „Gedanken zu Hans Stille und seiner Geotektonik“

Parallel dazu war das Poster von Reimar Seltmann, MLS, Chris Stanley, Axel Mueller, MLS: Stilleite (Mineral nach Stille benannt) ausgestellt.

Schließlich beendete ein Postkolloquium die Diskussionen über Hans Stille.

Die Vortragsunterlagen werden in den nächsten Wochen in unserer Internetzeitschrift „Leibniz-Online“ publiziert  werden.

Die Beiträge dieses Kolloquiums, zusammen mit denen vom November 2015 wollen wir in einem „Stille-Band“ zusammenstellen, der in dem Journal “Global Tectonics and Metallogeny”  publiziert werden soll. Weitere Ausarbeitungen und Ergänzungen, gerne auch weitere Beiträge, sind möglich. Desiderata sind z.B. die Anerkennung Stilles durch Akademien im Ausland und die Rezeption seiner Werke in der Sowjetunion.

Manuskripte sollten bitte bis spätestens Ende 2016 eingereicht werden. Der Band soll möglichst früh im Jahre 2017 erscheinen. Anfragen bitte an Reinhard Greiling unter r.o.greiling@kit.edu.

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