Dezember-Sitzung des Arbeitskreises Gesellschaftsanalyse und Klassen: Informationen zum Programm

Der Arbeitskreis „Gesellschaftsanalyse“ lädt zu einem Workshop

„Wie der Kapitalismus unnötig werden kann“

Zeit: Freitag, 2. Dezember 2016, 14.00 – 17.00
Ort: Rathaus Tiergarten (Matthilde-Jacob-Platz 1, 10531 Berlin – Nähe U-Bahnhof Turmstraße), Balkonsaal

Der Soziologe und Psychologe Meinhard Creydt stellt diese Frage bzw. auch These in einer seiner jüngsten Veröffentlichungen. Damit trifft er unmittelbar in einen zentralen und offenen oder auch strittigen Punkt aktueller Transformationsdiskurse – oder besser: trifft er in zentrale Punkte. Denn gegenüber einer unterstellten Alternativlosigkeit kapitalistischer Vergesellschaftung bzw. dem bloßen Wunsch nach grundlegender Veränderung, bleiben das Wohin und das Wie einer solchen Veränderung häufig unbestimmt. „Ob sie wollen oder nicht: Nötig haben die Einwohner eines Landes den Kapitalismus solange, wie sie keine andere gesellschaftliche Synthesis zustande bringen. [ … ] Die Notwendigkeit des Kapitalismus und die Möglichkeit einer ihn nichtregressiv überwindenden Gesellschaft bilden reziproke Begriffe.“

Nicht zufällig ist von einem Leitparadigma der „Praxis“ die Rede. Der Ansatz wird gefunden in Bewegungen, die konstitutive Formen und Inhalte des Arbeitens, des Konsums, der Sozialbeziehungen, gesellschaftlichen Infrastrukturen etc. infrage stellen. Für solche Suchbewegungen lässt sich eben zeigen, dass die für kapitalistische Marktwirtschaften spezifischen Komplexitätsreduktionen und Formen der Rückkopplung unnötig werden können. So lassen sich institutionelle Umrisse einer nachkapitalistischen Gesellschaft entwickeln.

Frage bzw. These machen ein ebenso herausforderndes wie weit gestecktes Programm auf: Es geht um Möglichkeiten gesellschaftlicher Umgestaltung. Meinhard Creydt thematisiert solche mit einem anspruchsvollen Gang durch die vielfältigen Formen von gesellschaftlicher Praxis. Damit verschränken sich auf eine für die Transformationsthematik hochgradig relevante Art und Weise immer wieder Leitbild bzw. Realutopie einer nachkapitalistischen Gesellschaft mit Ansatzpunkten im Hier und Heute.

Der Arbeitskreis lädt Interessierte zu dieser Debatte herzlich ein.

Für weitere Informationen: Michael Thomas (thomas@biss-online.de)

Meinhard Creydt: Wie der Kapitalismus unnötig werden kann, Münster 2014
Meinhardt Creydt: 46 Fragen zur nachkapitalistischen Zukunft, Münster 2016

Veranstaltungsdetails

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