Buchbesprechung: Karl Lauterbach „Die Krebsindustrie“

Karl Lauterbach: Die Krebsindustrie, 1. Auflage, 286 S., umfangr. Lit.verz.,
Rowohlt-Berlin Verlag GmbH Berlin, 2015, geb. Ausg. 19. 95 Euro, ISBN 978 3 87134 7986

AutorSeit wenigen Tagen ist ein bewusst provokant geschriebenes Buch des bekannten Mediziners und Politikers Prof. Karl Lauterbach auf dem Markt. In fünf Kapiteln und einer erläuternden Einleitung wird fundiert deutlich gemacht „Wie eine Krankheit (der Krebs) Deutschland erobert“. Die Darstellung der gegenwärtigen Situation, der existierenden Probleme und der Perspektive erfolgt sachlich nachvollziehbar und auch für den Laien gut lesbar. Dabei reicht das Spektrum von den modernen Vorstellungen zur Krebsentstehung, alten und neuen Krebstherapien bis hin zur Vorbeugung und Früherkennung. Ein besonderer Schwerpunkt des mutigen Buches ist eine überzeugende Kritik an dem Profitstreben der Pharmaindustrie und der Verantwortung der Politik.

 

KlappentextDabei stützt sich der Autor auch auf die Beratung durch  profilierte Onkologen.

Bezogen auf die Krebsforschung kommt das Buch zu der Aussage, dass diese „vor einem Neuanfang“ steht und das darauf „Deutschland bislang sehr viel weniger vorbereitet ist als die Vereinigten Staaten, England, Kanada“ und das die Gefahr besteht, dass „Deutschland vom Neubeginn der Krebsforschung abgehängt“ wird. Die Diskussion dieser Situation wird deshalb sicher auch ein Schwerpunkt des geplanten Leibniz-Forum unserer Gesellschaft am 10. März 2016 sein  – zur Thematik: Individualisierte Medizin am Beispiel der Onkologie.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Buch zu einem richtigen Zeitpunkt erschienen ist und als Katalysator für notwendige Veränderungen wirken sollte. Zu empfehlen ist es gleichermaßen für interessierte Laien, Fachwissenschaftler und Gesundheitspolitiker.

Prof. Dr. med. Peter Oehme, MLS
Pharmakologe/Toxikologe
Hubertusstr. 45
16567 Mühlenbeck

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