Adaption der Bezeichnung der Klasse Naturwissenschaften

Adaption der Klassenbezeichnung an Realitäten

Die Klasse Naturwissenschaften verständigte sich in ihrer Sitzung am 14. November 2013 über die Anpassung der Klassenbezeichnung an bestimmte Realitäten.

Naturwissenschaften und Technikwissenschaften“ lautete der (mit drei Stimmenthaltungen und einer Gegenstimme) angenommene Vorschlag. Damit folgte die Klasse mehrheitlich u.a. dem Anliegen aktiv involvierter, gleichgesinnt argumentierender Vertreter der Technikwissenschaften, Wünschen und Bekenntnissen der Arbeitskreise Allgemeine Technologie und GeoMUWA sowie einer Empfehlung des Wissenschaftlich-methodischen Beirates.

Tatsächlich zog sich die Diskussion über eine tragfähige und hinreichend begründete Bezeichnung der Klasse unsäglich lange und vordem ergebnislos hin. Schon Goethe wusste: Der Sinn lähmt, die Tat beschränkt. Ideallösungen bleiben wohl theoretische Fiktionen. Der derzeit erreichte Stand widerspiegelt einen pragmatischen Minimalkonsens.
Wesentliche Argumente für die geänderte (erweiterte, logisch akzeptable und sprachlich handhabbare) Klassennbezeichnung sind die einschlägigen wissenschaftlichen Aktivitäten der Sozietät (bei den Vorträgen beginnend,über die Themen der Kolloquien und Publikationen bis zu den vertraglich vereinbarten wissenschaftlichen Projekten), die Mitgliederstruktur der Klasse und – mit hoher Gewichtung – die objektive Stellung des relativ selbständigen Ensembles der Technikwissenschaften, das unbestreitbar mit den (in der gleichen Emergenzebene angesiedelten) Natur- und Gesellschaftswissenschaften inter- und transdisziplinär interagiert.

Alle drei Wissenschaftsgruppen haben bekanntlich historisch gewachsene, dynamische Substrukturen mit ‚Hybriden‘ sowie problemorientiert: gegenständlich und/oder methodisch integrierten Konstituenten und Metatheorien. Das begründet eine Vielfalt denkbarer Lösungen. Offenkundig ist die, deartige Tatbestände reflektierende Wissenschaftsklassifikation ein wichtiges und dennoch offenes wissenschaftstheoretisches Problem. Unter verschiedenen Aspekten und Grundprinzipien der Identifikation resultieren durchaus uneinheitliche Klassifikationen und Widersprüche. Das wird wohl noch einige Zeit so zu diagnostizieren sein.

Diese Meinung wurde der Klasse vorgetragen und überdies auf das mit der Namenserweiterung nach außen dokumentierte wissenschaftspolitische Bekenntnis der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin zu den – von einigen ‚deutschen Akademien‘(aus welchen Gründen auch immer) eliminierten – Technikwissenschaften hingewiesen.

Lutz-Günther Fleischer
Secretar der Klasse Naturwissenschaften und Technikwissenschaften

 

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